†

♣I. O. G. D.♠

♣Dulia et Hyperdulia♠

♣catholice proposita.♠

Tżeſcżeṅo téch Sẇatéch

ha

Zczéwa woſebnite Tżeſcżeṅo S. Maṙe

po khatólſkim prėdkpowożene.

Verehrung der Heiligen

und

Ganz beſondere Verehrung der H. Maria

katholiſch vorgelegt.

♣Cum assensu Ordinarii.♠

♣Excudit Joan. Amad. Lehmann bibliogr. Budissae♠ 1834.

Bemerkung.

Dieſes Werkchen iſt ſerbiſch gedacht, ſerbiſch aufgeſetzt, und ins
Deutſche uͤberſetzt. Da der deutſche Text dem ſerbiſchen gegenuͤber ſteht,
iſt die Dolmetſchung mit Bedacht woͤrtlich geſchehen, aus der Abſicht,
der ſerbiſchen Jugend in Erlernung deutſcher Sprache etwas zur Hilfe zu
kommen. Alſo mit Vernachlaͤßigung des feinern deutſchen Styls iſt die
ſerbiſche Wortfuͤgung groͤſtentheils beibehalten, wo es nur angieng, und
der Verſtaͤndlichkeit nicht nachtheilig ſchien. Nicht Feinheit der
Sprache, ſondern Wahrheit der Sache iſt hier zu beachten. Da es zur
Belehrung und Erbauung gemeiner einfaͤltigen Menſchen geſchrieben, iſt
das erſte Nothwendige —, daß es leicht zu verſtehen ſey. Der feinere
hoͤhere Styl waͤre nicht zweckmaͤßig, ja wohl zweckwidrig.

<pb n="4"/>

Prėni Rozdżėlk.

Tżeſcżeṅo téch Sẇatéch.

Pṙótne Nazpómṅeṅo.

Ta ſẇ. kh. Wutżba ṅelubi ſo tém hinak zmóſleném, woni ju haṅa, hai
tamaja, ſamotṅe tohodla, dokelż jeje praẇe ṅedozrozeṁa. Te pobożne
Tżeſcżeṅo, kotreż mó Khatólſczé tém Sẇatém, ha woſebṅe tei
naiſẇacżiſchei Macżeri bożei Maṙi wopokazuẇemó, maja woni za ṅewuſtacżne
Pokrótzeṅo tejeſameje Tżeſcże, kotraż Bohu ſamom’lutkomu, ha tom’
bóizkomu Wumóżnikei Jėzuſei Kréſtuſei ſamotna jo. Ha nėkotzi ſo zważa tu
naſchu Pobożnoſcz k tém Sẇatém ruṅe won ṁenuwacż jene Pżibohwſtwo.

Taikim Hubu zatékacż, téch ṅewutżenéch kh. Kżeſczianow rozwutżicż, ha wo
tei prawei Wėrnoſczi pokrucżicż, żto jacz tṙeba ṅejo, déżli jenoi tu
khatólſku Wutżbu taiku, kaikaż jo, ſwėrṅe prėdkpowożicż, ſcho
rozprajicż, tak nazjawne, zo teiż cżi Ṅewutżeni je deṙe zrozemicż móli
—. Potaikim te ſchelake Wurétżuwaṅa ha Dopokazuwaṅa téch Piſma-Rozomnéch
ṅech preicżwoſtanu, hako nėżto taike, żtoż k pownomu Dozrozeṁeṅu teje
kh. Wutżbé trėbne ṅejo, ha ſwabe Woicżki zkeṙe mólicż ha zatżėmnicż,
déżli dowutżicż ha wujaſnicż mówo.

<pb n="5"/>

Erſte Abtheilung.

Verehrung der Heiligen.

Vorerinnerung.

Die hl. k. Lehre misfaͤllt den Andersgeſinnten, ſie tadeln, ja verdammen
dieſelbe, blos deswegen, weil ſie ſie nicht recht erfaſſen. Die
andaͤchtige Verehrung, welche wir Katholicken den Heiligen, und
vorzuͤglich der heiligſten Mutter Gottes Maria erweiſen, halten ſie fuͤr
eine unertraͤgliche Schmaͤlerung derjenigen Ehre, die Gott ganz allein,
und dem goͤttlichen Erloͤſer Jeſus Chriſtus eigen iſt. Und einige erkuͤhnen
ſich unſere Andacht zu den Heiligen gradezu eine Abgoͤtterei zu nennen.

Solchen den Mund zu ſtopfen, einfaͤltige kath. Chriſten zu belehren, und
in der rechten Wahrheit zu beſtaͤrken, iſt nichts mehr noͤthig, als nur
die katholiſche Lehre ſo wie ſie iſt, treulich darzulegen, alles
auseinander zu ſetzen, ſo klar und deutlich, daß auch die Nichtgelehrten
es wohl faſſen moͤgen —. Mithin die verſchiedenen Streitigkeiten und
Beweißfuͤhrungen der Schriftverſtaͤndigen moͤgen wegbleiben, als etwas
ſolches, das zur voͤlligen Erfaſſung der k. Lehre nicht noͤthig iſt, und
ſchwache Koͤpfe eher verwirren, und verdunkeln, als voͤllig belehren und
aufklaͤren moͤchte.

<pb n="6"/>

§ 1.

Żto rėka ſo modlicż? Schelake Modleṅo.

Wo ſẇ. Piſṁe te Swowcżko modlicż jara huſto ſo namaka, ha ma naibóle
telei Zrozeṁeṅo: Na Wobletżo dele panécż tak, zo z Tżowom Żeṁe ſo
dótkaſch.

Zaſtarſkim bė, woſobṅe wo raṅſchich Krajach ta Móda pżed Kralemi tak
huboko ſo kwonicż, na telei Waſchṅo k nim ſo modlicż; tola pak Nichtó
Móſle ṅemėjeſche z témlei Pomodleṅom toho Krala za Sẇatoho, ẇele ṁeṅe za
Boha wuznacż; hale to bė jene pur ſwėtne Modleṅo habé zjawne Potżeſcżeṅo
teje kralowſkeje Doſtoinoſcże, kotreż do teje Pobożnoſcże ſobu
ṅepadaſche, khiba, déż tṙebai zadżiw déh Nėchtó wo tei znutznitei Móſé
ſwojeje Wutrobé tolei ſebi nazpominaſche: Tón Kral jow na Zeṁi zaſteji
te Mėſto Boha toh’ Kṅeza; Boha dla ja jom’ telei Pomodleṅo wotwożu.

Taike tedém tém Kralam wotwożene wonkotżne Pomodleṅa nitżo dale na ſebi
ṅemėjachu, hacż nėt te témſamém tżiṅene Komplimenté ha Pokwoṅeṅa, pżi
kotréchż na Boha naibóle haklei ſo ṅepomóſli.

Ztoho, zo zaſtarſkim k wóſokim Kṅeżim na zpómṅene Waſchṅo ſo modlachu, z
toho ſnadṅe fémpżindże, zo hiżcże wot taikoho Cżwojeka, kotrohoż Ludżo
nimo Mėré waża ha tżeſcża, ſo ṙekṅe: Woni k ṅomu ſo modla. Teiż wot
jeneje Żónſkeje, kotraż hordże tżini,

<pb n="7"/>

§. 1.

Was heißt anbethen? Unterſchiedliche Anbethung.

In der hl. Schrift wird das Woͤrtlein anbethen ſehr oft gefunden, und hat
gemeiniglich dieſen Sinn: Auf’s Angeſicht niederfallen, ſo, daß du mit
der Stirne die Erde beruͤhreſt.

Vor Alters war, beſonders in den Morgenlaͤndern die Sitte vor Koͤnigen ſo
tief ſich zu beugen, auf dieſe Art ſie anzubethen; jedoch hatte Niemand
im Sinne durch dieſe Anbethung den Koͤnig fuͤr einen Heiligen, viel
weniger fuͤr einen Gott zu bekennen; ſondern das war eine blos weltliche
Anbethung oder oͤffentliche Beehrung der koͤnigl. Wuͤrde, die auf Andacht
keinen Bezug hatte; außer, ſo etwa irgend Jemand in dem innern Sinn
ſeines Herzens ſich ſelbſt erinnerte: Der Koͤnig vertritt hier auf Erden
die Stelle Gottes des Herrn; um Gottes willen entrichte ich ihm dieſe
Anbethung.

Solche damal den Koͤnigen entrichtete aͤußerliche Anbethungen hatten
weiter nichts an ſich, als dermalen die denſelben gemachten Komplimente,
und Verbeugungen, wobei an Gott gemeiniglich gar nicht gedacht wird.

Daher, daß vor Alters große Herren auf gedachte Art angebethet wurden,
daher mags wohl kommen, daß noch itzt von einem ſolchen Menſchen, den
die Leute uͤberaus ſehr ſchaͤtzen und ehren, geſagt wird: Sie bethen ihn
an. Auch von einer Frauensperſon, die ſich ſtolz betraͤgt, <pb
n="8"/>jara ẇele Tżeſcże żada, ſo ṙekṅe: K ṅi dérbja ſo modlicż.

Scho hinaiſche Modleṅo jo, déż na Woblecżo paṅeſch, habé huboko ſo
zkhileſch potżeſczicż jenoho Jandżela, jenoho ſẇatoho Cżwojeka, jenu
ſẇatu Wėcz.

Jozue jo delepanéwſchi ſo pomodliw k tom’ Jandżelei, kotrohoż jomu Bóh
pżipóſuwaw bė.

Cżi, kiż toho Provetu Elizeuſa k ſwojom’ duchownom’ Nanei mėcż czéchu,
ſu pżed nim k Zeṁi dele panéli, ha k ṅomu ſo modlili. Ta Zunamitſka Żona
jo tejż k joho Noham panéwſchi ſo modliwa.

Ha tón Pſalmiſta praji: Wóſoko kwalcże toho Kṅeza naſchoho Boha, ha
modlcże ſo k tom’ Podnożkei joho Nohow, pżetoż Tón jo ſẇaté. Podnożk
toho Kṅeza bó ṁenuwané tón Kachcż toho Sluba, ta Lódka, wo kotreiż
leiżeſchtei tei dwė Tavli téch dżeſacż bożich Kazṅow.

Telei pobożne Pomodleṅo ſobu pada do teje Bohwſwużownoſcże. Pżetoż
Jandżelo ha ſẇacżi Cżwojekoẇe ſo tżeſcża, dokelż ſu Swużowniczé,
Pżecżelo, ha Poſelſtniczé Boha toho Kṅeza; ſẇate Wėczé ſo tżeſcża habén
tohodla, dokelż Bohu tom’ Kṅezei po joho Woli woſẇecżene ſu. Hatak ta
tém Jandżelam, ſẇatém Cżwojekam, ha ſẇatém Wėczam wotwożena Tżeſcz
poprawdże <pb n="9"/>zu viel Ehre verlangt, heißt es: Sie will
angebethet ſeyn.

♣NB.♠ Im Deutſchen hoͤrt man auch die Ausdruͤcke: Unſer angebethete
Monarch; die angebethete Prinzeſſin.

Eine ganz andere Anbethung iſt, ſo du aufs Angeſicht faͤllſt oder tief
dich beugeſt Ehre zu erweiſen einem Engel, einem heiligen Menſchen,
einer heiligen Sache.

Joſue iſt niedergefallen, hat angebethet den Engel, welchen ihm Gott
zugeſchickt hatte. ♣Josue♠ 5, 15.

Die, welche den Propheten Eliſaͤus zu ihrem geiſtlichen Vater haben
wollten, ſind vor ihm zur Erde gefallen, und haben ihn angebethet. 4.
♣R.♠ 2, 15. Die Sunamitin iſt auch zu ſeinen Fuͤßen gefallen, hat
angebethet. 4. ♣R.♠ 4, 37.

Und der Pſalmiſt ♣Psal.♠ 98, 5. ſagt: Preiſet hoch den Herrn unſern
Gott, bethet an den Schemmel ſeiner Fuͤße; denn Der iſt heilig, Fuß –
Schemmel des Herrn ward genannt die Arche des Bundes, die Lade, in
welcher die zwey Taſel der zehn Gebote Gottes lagen.

Dieſe religioͤſe Anbethung bezieht ſich zugleich auf den Gottesdienſt.
Denn Engel und heilige Menſchen werden geehret, weil ſie Diener,
Freunde, und Abgeſandte Gottes des Herrn ſind; heilige Sachen werden
geehret eben deswegen, weil ſie Gott dem Herrn nach deſſen Willen
geweihet ſind. Mithin die den Engeln, heiligen Menſchen, heiligen Sachen
entrichtete Ehre faͤllt <pb n="10"/>pżeczé dopaṅe na Boha, kotrohoż dla
jim ta Tżeſez ſo wotwoża.

Wot tej’ dwej’ nėt zpómṅenej’ Pomodleṅow — ṅezkóncżṅe daloko woteſtawa
teſame Modleṅo, kotreż ſwuſcha Bohu ẇerſchinom’ ſamom’ lutkomu, hako
tom’ prėnom’ Zpotżatkei ha poſleṅom’ Kónczei, tom’ Ztworicżerei,
Zdżerżicżerei, Kṅeżicżerei ſchitkich Wėczow, kiż jo ha pżeczé zwoſtaṅe
tón jenicżki naiwóſchi Kṅez, kotromuż ſchitko podcżiſṅene jo; kiż żanoho
wóſche ſo, teiż żanoho pódla ſo, habé ſwojoh’ ruṅecża nima, mėcż ṅemóże;
kiż wón ſam praji: Ja ſém tón Kṅez; to jo te moje Ṁeno; tejelei mojeje
Tżeſcże ja Komu druhomu ṅedam.

Bóh jo ſchitko ztworiw z Nitżoho. Tón naikraſniſchi Jandżel, tón
naiſẇacżiſchi Cżwojek —, żto jo podno Bohu? Nitżo, dokelż ſam ze ſo
nitżo nima; żtoż ma, to ma wot Boha, kiż jo tón ṅeẇazané Kṅez ſchitkich
Darow, ha je wudżela, Komuż cze, kaiż cze. Ḃez joho Wole żadén Róblik
ṅemóże moṙené, nam żadén Wóſk ṅemóże raṅené bócż. Ḃez joho Wole tżiſcże
nitżo ſo ſtacż ṅemóże. Wón ſam praji: Ja ſém tón Kṅez, ha ṅejo żadén
druhi; ja tżiṅu te Swėtwo, ha ja ſcżewu tu Tżmu; ja wobradżam tón Pokoi
(Zbożo ha Dobu); ja teiż ſcżewu te Hoṙa; Ja tón Kṅez ſkutkuẇu ſchitko
to. Tohodla teiż tón mudré Syrach piſa: Khudoba ha Bohaczſtwo, Dobre ha
Zwo, Żiẇeṅo ha Sṁercż pżindże wot Boha.

Telei joho naiwóſche Kṅeżicżerſtwo zpóznacż <pb n="11"/>eigentlich immer
auf Gott, um deſſen willen ihnen die Ehre entrichtet wird.

Von dieſen zweyen itzt gedachten Anbethungen — iſt unendlich weit
entfernet diejenige Anbethung, die da gebuͤhret Gott dem allerhoͤchſten
ganz allein, als dem erſten Urſprung und letzten Ziel, dem Schoͤpfer,
Erhalter, Beherrſcher aller Dinge; der da iſt und ſtaͤts bleibt der
einzige allerhoͤchſte Herr, Dem alles unterworfen iſt; der keinen uͤber
ſich, auch keinen neben ſich oder ſeines gleichen hat, noch haben kann;
der da ſelbſt ſpricht: Jch bin der Herr, das iſt mein Name; dieſe meine
Ehre werde ich nie einem andern geben. ♣Isai♠ 42, 8.

Gott hat alles aus Nichts erſchaffen. Der edelſte Engel, der heiligſte
Menſch —, was iſt er gegen Gott? Nichts, denn aus ſich ſelbſt hat er ja
nichts; was er hat, das hat er von Gott, der da iſt der unumſchrenkte
Herr aller Gaben, und ſie vertheilet, Wem er will, wie er will, Ohne
deſſen Willen kann kein Sperling getoͤdtet, uns kein Haar verletzet
werden. Ohne deſſen Willen kann gar nichts geſchehen. Er ſelbſt ſpricht:
Jch bin der Herr, und iſt kein anderer; ich mache das Licht, und ſchaffe
die Finſterniß; ich beſchere den Frieden (Gluͤck und Ueberfluß); ich
verhaͤnge die Uebel; Ich der Herr wirke alles das. ♣Isai.♠ 45, 7. Daher
auch der weiſe Syrach ſchreibt: Armuth und Reichthum, Gutes und Boͤſes,
Leben und Tod kommt von Gott. ♣Eccli.♠ 11, 14.

Dieſe ſeine allerhoͤchſte Herrſchaft erkennen <pb n="12"/>ha wuznacż —;
to poprawdże rėka k Bohu ſo modlicż, to jo ta Bohu ſamom’ lutkomu
pżiſwuſchacza Tżeſcz. Tulei bóizku Tżeſcz jo tón Djabow żadaw, déż k
Jėzuſei prajiw jo: Schitke Kubwa ha Kraleſtwa teje Zeṁe czu ja tebi
dacż, joli zo té delepanéwſchi ke mni ſo pomodliſch.

Jėzus pak jo wotmojiw: Preicż Sathaṅe, wone jo piſane: K tomu Kṅezei
twojom’ Bohu dérbiſch ſo modlicż, ha jomu ſamom’ lutkomu ſwużicż, kiż
wón jo tón jenicżki naiwóſchi Kṅez. Hako bó tóm’ zevanom’ Mużakei
prajiw: Teiż te Kubwa teje Zeṁe Bóh tón Kṅez dżėli, Komuż cze, ha kaiż
cze; té pak napżecżo joho Woli tżiſcże nitżo ṅezamóżiſch.

Wo Modleṅu tón Modlaczé ſo kwoni, Kolena zibuẇe, kletżiczé zwoſtaṅe, na
Wobletżo dele pada, z Tżowom Zeṁe ſo zadótka, tei Ruczé ſtékuẇe,
rozpżėſtera, hoṙezbėha, habé na Wutrobṅo romadu jej’ kwadże, na Wutrobu
ſo podéṙa, rc.

Telei wonkotżne Potżinki ſu dṙe widżowne Czeichi toho Modleṅa; ṅehodżi
ſo pak tola z téch ſaméch wuſudżicż ta Natura toho Modleṅa, hacż jo jene
ſwėtne Pomodleṅo ha Potżeſcżeṅo cżwojetżeje Wóſoknoſcże —; hacż jo
pobożne Pomodleṅo ha Potżeſcżeṅo bożich Pżecżelow ha ſẇatéch Wėczow;
habé hacż jo Modleṅo k tei bóizkei Majeſtoſczi, jene Wuznawaṅo toho
naiwóſchoho Kṅeztwa, kotreż tón jenieżki ſchohowėdomé ſchohomóczné Bóh
na wſchich Wėczach ma. Ta znutznita Mós teje Wutrobé, zkotṙejuż te
wonkotżne Potżinki ſo tṙebaja, kotruż <pb n="13"/>und bekennen —, das
heißt eigentlich Gott anbethen; dieſe iſt die Gott allein gebuͤhrende
Ehre. Dieſe goͤttliche Ehre hat der Teufel verlangt, da er zu Jeſu
geſagt: Alle Guͤter und Reiche der Erde will ich dir geben, ſo du
niederfaͤllſt, und mich anbetheſt. ♣Mt.♠ 4, 9.

Jeſus aber hat geantwortet: Hinweg Satan, es iſt geſchrieben: Den Herrn
deinen Gott ſollſt du anbethen, und ihm allein dienen, Der der einzige
allerhoͤchſte Herr iſt. Als ob er dem luͤgneriſchen Prahler ſagte: Auch
die Guͤter der Erde vertheiler Gott der Herr, Wem er will, und wie er
will; du aber vermagſt wider ſeinen Willen nicht das mindeſte.

Der Anbethende neiget ſich, beugt die Kniee, bleibt kniend, faͤllt auf’s
Angeſicht nieder, beruͤhrt mit der Stirne die Erde, faltet die Haͤnde,
ſtrecket ſie aus, hebt ſie in die Hoͤhe, oder legt ſie auf die Bruſt
zuſammen, klopfet an’s Herz, rc.

Dieſe aͤußerliche Geberden ſind zwar ſichtbare Zeichen der Anbethung;
doch laͤßt ſich’s aus denſelben das eigentliche Weſen der Anbethung nicht
beſtimmen, ob es ſey eine politiſche Anbethung und Beehrung menſchlicher
Hoheit —; ob es ſey eine religioͤſe Anbethung und Beehrung der Freunde
Gottes und heiliger Sachen; oder ob es ſey Anbethung der goͤttlichen
Majeſtaͤt, ein Bekenntniß der hoͤchſten Obergewalt, die der einzige
allwiſſende allmaͤchtige Gott uͤber alles hat. Die innere Geſinnung des
Herzens, in welcher die aͤußerlichen Geberden gebraucht werden, die <pb
n="14"/>Bóh ſamlutki powṅe pżelada, talei znutznita Mós jow ſcho
wutżini.

Kżeſczianſke Ẇerchi nėt to ṅeżadaja, hai ṅechadża to cżerpecż, zo Żtó
pżed nimi bó na Kolena padaw —. Talei jich rozomna Pomėrnoſcz jo Kwawé
hódṅa; tola pak, déż tṙebai tola Nėchtó pżed Kralom na Kolena paṅe,
Nichtó tak wupé ṅebudże to ſebi móſlicż, zo wón toho Krala za Boha ma —.
Schak teiż tżaſto Dżėcżo Nanei, Macżeri, nėkotré Cżwojek jenom’ druhom’
Cżwojekei k Noham paṅe joho k Smėlnoſczi zhnucż; ha żadén rozomné
Cżwojek to za Pżibohwſtwo nima.

Pówdra Tawzént Lėt doho jo te pobożne Pomodleṅo habé Potżeſcżeṅo téch
Sẇatéch bożich, ha ſẇatéch Wėczow wo tém Kżeſczianſtẇe ṅehaṅene wo Mėṙe
zwoſtawawo. Wo nėtziſchich poſleṅſchich Tżaſach haklei ſu nėkotzi ſo
zkróblili — wutżicż, zo to jo jene Pżibohwſtwo pżecżiwo tei prėnei Kazni
bożei; hako bó ta czéwa kż. Czérkej pjatnacże Stów Lėt’ doho Pżibohwſtwo
hnawa.

Dokelż te Dorétżeṅa ha Dopokazaṅa téch Piſma Rozomnéch tom’ ṅewutżenomu
Ludei zlóchka do Wowé ṅeṅdu, ha te Swowa ♣adorare, adoratio,♠ ſo
modlicż, Modleṅo Tém, kiż je powṅe ṅedozrozeṁa, k Poſtorkei bócż mówo;
ſu khatólſczé Wutżeṙo to zkrótka wuprajili taklei: k Bohu dérbimó ſo
modlicż, Modleṅo ſwuſcha Bohu; téch Sẇatéch ha ſẇate Wėczé mamó z
Pobożnoſcżu tżeſcżicż, jim wot nas ſwuſcha pobożna Tżeſcżiwoſcz.

<pb n="15"/>

Gott allein voͤllig durchſchauet, dieſe innere Geſinnung macht hier alles
aus.

Chriſtliche Potentaten verlangen itzt das nicht, ja wollen es nicht
leiden, daß Jemand vor ihnen auf die Kniee falle —. Dieſe ihre
Beſcheidenheit iſt lobenswerth; jedoch, wenn gleichwohl Jemand vor dem
Koͤnig auf die Kniee fiele, wird Niemand ſo thoͤricht denken, daß er den
Koͤnig fuͤr Gott haͤlt —. Es geſchieht ja oft, daß das Kind dem Vater, der
Mutter, mancher Menſch einem andern Menſchen zu Fuͤßen faͤllt ihn zur
Milde zu bewegen; und kein verſtaͤndiger Menſch haͤlt das fuͤr Abgoͤtterey.

Anderthalb Tauſend Jahre iſt die religioͤſe Anbethung oder Beehrung der
Heiligen Gottes, und der heiligen Sachen in der Chriſtenheit
unangefochten in Ruhe verblieben. Allererſt in dieſen letzteren Zeiten
haben ſich Einige erkuͤhnet zu lehren, das ſey eine Abgoͤtterey wider das
erſte Geboth Gottes, als ob die ganze chriſtl. Kirche fuͤnfzehn Hundert
Jahre lang Abgoͤtterey getrieben haͤtte.

Weil die Darſtellungen und Beweiſe der Schriftgelehrten dem ungelehrten
Volk nicht leicht verſtaͤndlich ſind, und die Ausdruͤcke ♣adorare,
adoratio,♠ anbethen, Anbethung denen, die deren Sinn nicht voͤllig
erfaſſen, zum Anſtoß ſeyn koͤnnten; haben kathl. Lehrer ſich mit kurzem
alſo ausgeſprochen: Gott muͤßen wir anbethen, Anbethung gebuͤhret Gott;
die Heiligen und heilige Sachen ſollen wir mit Andacht verehren, ihnen
gebuͤhrt von uns andaͤchtige Verehrung.

<pb n="16"/>

Wo ſẇatém Piſṁe pak tola modlicż ha tżeſcżicż ma nimale jenaike
Zrozeṁeṅo; ha wo tei ſtarei czérkwinſkei Rétżi hiżcże pżeczé rėka:
♣Adorare crucem, adoratio crucis,♠ ſo modlicż k tom’ Kżiżei, Modleṅo k
tom’ Kżiżei; teiż wo pacżeṙaczéch Knijach ſteji: Modlitwa k ſẇ.
Jandżelei, Modlitwa k ſẇ. Patrónej; ha Nikom’ do Móſli ṅepżindże, zo tón
Kżiż, toho ſẇ. Patrónu za ſwojoho Boha dżerżecż czéw.

Po khatólſkim mó k Bohu prajimó: Smėl ſo nad nami, pomhai nam, dai nam
Nadu. K tém Sẇatém pak prajimó: Proſch, proſchcże za nas, wuproſchcże
nam Nadu ha Pomocz; dokelż cżi Sẇacżi ṅemóża ze ſwojeje Moczé po ſwojei
Woli nam żto dacż, moża pak tola nam je wot Boha wuproſécż.

Bó-li pak teiż Żtó z Nutérniwoſcże k jenomu Sẇatomu ṙek: Smėl ſo na mni,
pomhai mi; ṅeſṁe zmolom tak ſuroẇe ſo ſudżicż, hako bó wón tomu Sẇatomu
bóizku Tżeſcz dawaw, nė ſchak; kaiż wonkotżne Potżinki, tak teiż
wonkotżne Swowa jow mawko wutżiṅa; ta znutznita Mós —, ta ſcho wutżini.
Ja, déż k Pż. wot jenoho Krala wėſtu Nadu dóſtacż żadam, ja dżén móżu k
tom’ Swużownikei toho Krala ṙecz: Smėl ſo na mni, pomhai mi; ha ſamo ſo
zrozemi: tak ha po tém Pucżu mi pomhai, kaiż ha po kotrémż Pucżu mi
pomhacż wo twojei Moczé jo, tak ha z tém, zo té moju Należnoſcz tomu
Kralei nazpómniſch, dobre Swowo za mṅe zapowożiſch.

<pb n="17"/>

In der hl. Schrift jedoch hat anbethen und verehren beinahe einerlei
Sinn; und in der alten Kirchenſprache heißt es noch immer: ♣adorare
crucem, adoratio crucis,♠ das Kreutz anbethen, Anbethung des Kreutzes;
auch in Gebetbuͤchern ſteht es: Gebeth zum hl. Schutzengel, Gebeth zum
hl. Patron; und Niemanden kommt es in Sinn, daß er das Kreutz, den hl.
Patron fuͤr ſeinen Gott halten wolle.

Nach katholiſcher Sitte ſprechen wir zu Gott: Erbarme dich unſer, hilf
uns, gib uns Gnade. Zu den Heiligen aber ſprechen wir: Bitte, bittet fuͤr
uns, erbittet uns Gnade und Hilfe; weil die Heiligen nicht im Stande
ſind eigenmaͤchtig nach eigenem Willen uns etwas zu geben, wohl aber ſind
ſie im Stande es uns von Gott zu erbitten.

Moͤchte aber auch Jemand aus Eifer zu einem Heiligen ſprechen: Erbarme
dich meiner, hilf mir; darf er nicht gleich ſo ſtrenge gerichtet werden,
als ob er dem Heiligen goͤttliche Ehre gaͤbe, nein doch; wie aͤußerliche
Geberden, alſo auch aͤußere Worte machen hier wenig aus; der innere Sinn,
dieſer entſcheidet alles. Ich, da ich z. B. von einem Koͤnig gewiße Gnade
zu erlangen wuͤnſche, ich kann ja zum Diener des Koͤnigs ſagen: Erbarme
dich meiner, hilf mir; und verſteht ſich von ſelbſt: ſo, und auf dem
Wege hilf mir, wie und auf welchem Wege mir zu helfen es in deinen
Kraͤften iſt; ſo und dadurch, daß du mein Anliegen dem Koͤnig vortraͤgſt,
ein gutes Wort fuͤr mich einlegeſt.

<pb n="18"/>

Tak móżu ja teiż k jenomu Sẇatomu ṙecz: Pomhai mi, déż jenoi wėṙu ha
wuznaju: zo pżecżiwo tei Woli Boha werſchinoho żadén Sẇaté mi pomhacż
ṅemóże.

Jedén zczéwa woſebnité Skutk teje wonkotżneje Pobożnoſcże jo Woporé
wopruwacż; z Wopruwaṅom téch Wopórow wuznawa ſo ta bóizka Majeſtoſcz; to
rėka: bóizku Tżeſcz wopokazacż.

Hiżo cżi prėni Cżwojekoẇe ſu Bohu wopruwali Pwodé teje Zeṁe, Pżeṅczu,
Muku, Klėb, Wino, Wolij; teiż tón Tuk, te Mjaſo doṁaczéch Zkocżatow;
telei Wopóré bóchu pod nahim Ṅeƀom palene, do Popewa zpalene.

Bóh jo tón Ztworicżer, tón Zdżerżicżer, tón jenicżki prawé powné Kṅez
ſchitkich Wėczow, ſchitko Jomu ſwuſcha. Déż da woni te k Wopórei zladane
Zkocżata rėzachu ha moṙachu, z tém wuznawachu: Te Zkocżata maja te ſwoje
Żiẇeṅo wot Boha, wone poprawdże Bohu ſwuſcha, k joho Swużƀe dérƀa je nėt
wotedacż. Déż te k Wopórei wotréchtuwane Wėczé palachu, z tém
wuznawachu: Kóiżda Wėcz ma te ſwoje Bócżo ha Wobſtacżo —, ſcho żtoż jo,
ſcho ma wot Boha, ſcho to Bohu ſwuſcha; ha nėt dérbi k joho Swużƀe
zahubene bócż; kóiżde Ztwoṙeṅo jo ſame ze ſo nitżo; k Potżeſcżeṅu teje
bóizkeje Majeſtoſcże — dérbi zaknitżomṅene do Popewa rozpanécż.

Taike Wopóré jo Bóh ſam tém Izraelitam pżez Moyzeſa wukazaw. Woporé
wopruwacż — wo ſtarém Zakoṅu rėkaſche k Bohu ſo modlicż.

<pb n="19"/>

So kann ich auch zu einem Heiligen ſagen: Hilf mir, ſo ich nur glaube
und bekenne: daß gegen den Willen Gottes des Allerhoͤchſten kein Heiliger
mir helfen kann.

Ein ganz beſonderes Werk der aͤußerlichen Andacht iſt Opfer opfern; durch
Opferung der Opfer bekennet man die Majeſtaͤt Gottes; das heißt:
goͤttliche Ehre erzeigen.

Schon die erſten Menſchen haben Gott geopfert Fruͤchte der Erde, Weitzen,
Mehl, Vrod, Wein, Oel rc.; auch das Fett und das Fleiſch haͤußlicher
Thiere; dieſe Opfer wurden unter freiem Himmel gebrannt, zur Aſche
verbrannt.

Gott iſt der Schoͤpfer, der Erhalter, der einzige wahrer voller
Eigenthuͤmer aller Dinge; alles gehoͤrt Jhm zu. Da ſie nun die zum Opfer
erſehene Thiere ſchlachteten und toͤdteten, dadurch bekannten ſie: Die
Thiere haben ihr Leben von Gott, es gehoͤret eigentlich Gott zu, zu
deſſen Dienſt muͤßen ſie es nun hingeben. Da ſie die zum Opfer beſtimmten
Dinge brannten, dadurch bekannten ſie: Jedes Ding hat ſein Daſeyn,
ſeinen Beſtand —, alles was es iſt, alles hat es von Gott, das alles
gehoͤrt Gott zu; und nun ſoll es zu deſſen Dienſte zerſtoͤret werden;
jedes Geſchoͤpf iſt aus ſich ſelbſt nichts; zur Beehrung der goͤttlichen
Majeſtaͤt — ſoll es vernichtet in Aſche zerfallen.

Solche Opfer hat Gott ſelbſt den Iſraeliten durch den Moyſes angeordnet.
Opfer opfern — hieß im alten Bunde Gott anbethen. <pb n="20"/>Ta
Samaritanſka Żónſka k Jėzuſei prajeſche: Naſche Wótſczé ſu na teilei
Hoṙe k Bohu ſo modlili, czéſche ṙecz: Wopóré wopruwali; wó Żidża pak
prajicże, zo Jėruzalem jo te Mėſto, dżeiż ma ſo k Bohu modlicż, czéſche
ṙecz: Wopóré wopruwacż; pżetoż Boha kwalicż, k Bohu ſo wowacż, Pacżeṙe
zpėwacż —, to móżeſche tola ſchudżom ſo tżinicż; hale Wopóré wopruwacż
—, to po natwaṙeném Templu ṅeſmėſche dże drudże ſo ſtacż, déżli w
Jėruzaleṁe.

Tak da Woporé wopruwacż —, to pokazuẇe na bóizku Tżeſcz. Tulei Tżeſcz ſu
te zwe Duchi wot téch ſlepéch Pohanow żadali ha hoṙebrali. Hale kóiżdé
dobré Duch, bó-li jomu talei Tżeſcz podawana bówa, bó ſo jeje żadwawiw,
ju wot ſo ſtorkaw.

Pawow ha Barnabas romadże pżindżeſchtai do toho Mėſta Lyſtra. Jow bė
jedén huƀené Cżwojek wot Naroda tak kromé, zo bė żeni khodżicż ṅemów.
Toho Pawow wo Jėzuſowém Ṁeṅe wuſtrowi; wón nėt khodżeſche, z Ẇeſowoſcżu
poſkakuwaſche. Na to cżi Pohaṅo zpodżiwani wowachu: Dwai Bohai ſtei k
nam pżiſchwoi —. Ha jedén pohanſki Mėſchnik ſém pżiẇedże nėkotre Hojadwa
jimai Wopóré wopruwacż. Wonei pak ṅemawo zaſtróżenei ze wſcheje Schije
wowaſchtei: Wupi Ludżo! żto tola zapotżinacże? Mói ſchak ṅeiſmói żanei
Bohai, hale Poſelſtnikai bożei — was wot waſchich Pżiwėrkow pżeẇeſcż k
Zpóznacżu toho jenicżkoho wėrnoho Boha.

<pb n="21"/>

Die Samaritin ♣Joan.♠ 4, 20. ſagte zu Jeſu: Unſere Vaͤter haben auf
dieſem Berge Gott angebethet, wollte ſagen: Opfer geopfert; ihr Juden
aber behanptet, Jeruſalem ſey der Ort, wo es ſich gebuͤhret Gott
anzubethen, wollte ſagen: Opfer zu opfern; denn Gott loben, zu Gott
flehen, bethen —, das konnte man doch uͤberall thun; allein Opfer opfern
—, das durfte nach erbaueten Tempel nirgends anders geſchehen, als zu
Jeruſalem.

Alſo Opfer opfern —, das deutet auf goͤttliche Ehre. Dieſe Ehre haben die
boͤſen Geiſter von den blinden Heiden verlangt und angenommen. Allein
jeder gute Geiſt, ſo ihm dieſe Ehre dargebothen wuͤrde, moͤchte ſie mit
Abſcheu von ſich ſtoſſen.

Paulus und Barnabas kamen mitſammen in die Stadt Lyſtra. Hier war ein
elender Menſch von Geburt an ſo lahm, daß er nie hatte gehen koͤnnen.
Dieſen heilte Paulus im Namen Jeſu; itzt wandelte er, ſprang vor Freude.
Die Heiden daruͤber erſtaunt riefen: Zwey Goͤtter ſind zu uns gekommen —.
Und ein heidniſcher Prieſter brachte einige Rinder herbeigefuͤhret ihnen
Opfer zu opfern. Sie beide aber ganz erſchrocken ſchrien mit lauter
Stimme: Thoͤrichte Leute! was gebet ihr doch vor? Wir ſind ja keine
Goͤtter, ſondern Gottes Abgeſandte — euch von euerm Aberglauben zur
Erkenntniß des einzigen wahren Gottes zu fuͤhren. ♣Act.♠ 14, 12.

<pb n="22"/>

Te Wopóré ſtar. Zak. bėchu pótaine Znaṁa, wone ṁeltżiczé wopojeduwachu
tón jenicżki krawné Wopór, kotréż wotwożiw jo Jėzus Kréſtus, déż za nas
za wſchich tu ſwoju Krei pżelaw, na tém Kżiżu ſam ſoſamoho wopruwaw ha
wumṙew jo. Z tej’ Jėzuſowej’ Sṁercżu pżeſtachu te Woporé ſtar. Zak. Bohu
ſo lubicż; tohodla teiż tedém tón Zawėſchk wo tém Templu ſam ſo
roztohrże.

Na Mėſto ſchitkich pṙedawſchich Wopórow budże nėt wopruwané tónſamé
ṅekrawné Wopór, kotréż Jėzus Kréſtus tón Ẇetżor pżed ſwojej’ Sṁercżu ſam
tón prėni jo wopruwaw, t. r. pod Żtawtnoſcżach Klėba ha Wina jo te ſwoje
Mjaſo ha tu ſwoju Krei tom’ ṅeƀ. Wótſczei wopruwaw, ha tém ſwojim
Wutżownikam porutżiw, to k joho Wopómṅecżu tżinicż tak, kaiż bėchu Joho
tżinicż widżeli —. To jo ta boża Mſcha, te Nazpominaṅo ha Prėdkpoſtajeṅo
teje Jėzuſoweje Sṁercże; to jo tón ṅewoblakuwané Wopór, kiż nėt po
czéwém Swėcże ſchudżom budże wopruwané, kaiż tón Proveta Malachias dawno
pṙedé provecżiw jo.

Kaiż te Wopóré ſtar. Zakoṅa, tak teiż tónlei naiſẇacżiſchi Wopór bożeje
Mſché móże ha dérbi Bohu ſamom’ lutkomu wopruwané bócż; Teiż pżi téch
ſẇatocżnéch tżeſcziwéch Wopómṅecżach téch Sẇatéch; kaiż to hiżo w ſwojim
Tżaſu nazpominaſche tón ſtaré czérkwinſki Wutżer Biſkop Hawżtén, zo tón
Mėſchnik, kiż bożu Mſchu dżerżi, ṅepraji: Woz hoṙe tónlei Wopór Pėtéṙe,
Pawoẇe rc.; nė ſchak; hale praji: Woz hoṙe tónlei ṅewoblakuwané Wopór
Sẇaté ṅeƀ. Wo-

<pb n="23"/>

Die Opfer des a. B. waren Vorbilder, ſtillſchweigend kuͤndigten ſie zum
Voraus an das blutige Opfer, welches entrichtet hat Jeſus Chriſtus, da
er fuͤr uns alle ſein Blut vergoßen, am Kreutze ſich ſelbſt geopfert hat,
und geſtorben iſt. Mit dem Tode Jeſu hoͤrten die Opfer des alten Bundes
auf Gott zu gefallen; weswegen auch damal der Vorhang im Tempel von
ſelbſt zerriß. ♣Mt.♠ 27, 51.

An die Stelle aller vorherigen Opfer wird itzt geopfert daſſelbe
unblutige Opfer, welches Jeſus Chriſtus den Vorabend vor ſeinem Tod
ſelbſt der erſte geopfert, d. h. unter den Geſtalten Brods und Weins hat
er ſein Fleiſch und ſein Blut dem himml. Vater geopfert, und ſeinen
Juͤngern anbefohlen „dieſes zu ſeinem Andenken zu thun ſo, wie ſie Jhn
thun geſehen hatten.“ Das iſt die heilige Meſſe, die Erinnerung und
Vorſtellung des Todes Jeſu; dieſes iſt das unbefleckte Opfer, das nun in
der ganzen Welt uͤberall geopfert wird, wie es der Prophet Malachias
lange vorher geprophezeyet hat. ♣Mal.♠ 1, 14.

Wie die Opfer des alten Bundes, alſo auch dieſes heiligſte Opfer der hl.
Meſſe kann und muß nur Gott allein geopfert werden, auch bei den
feierlichen Ehrengedaͤchtnißen der Heiligen, wie ſolches ſchon zu ſeiner
Zeit angemerket der alte Kirchen-Lehrer Biſchof ♣Augustin,♠ daß der
Prieſter, welcher die hl. Meſſe haͤlt, nicht ſagt: Nimm an dieſes Opfer
hl. Peter, hl. Paul — rc.; nein doch; ſondern ſagt: Nimm an dieſes
unbefleckte Opfer Heiliger himmliſcher Vatze, <pb n="24"/>ſchohomóczné
wėcżné Bożo! Woz jón hoŕe naſẇacżiſcha Trojicza.

§. 2. Jedén Bóh; jedén Sreidżicżer ƀez Bohom ha Cżwoj kami.

Tak jo Bóh tón Swėt lubuwaw, zo wón toho ſwojoho jednorodżenoho Séhna
daw jo, zo koiżdé kiż do ṅoho wėri — (ſame ſo zrozemi, ha tżini kaiż wón
je wukazaw jo) bó ṅezahinéw, hale te wėcżne Żiẇeṅo mėw, rėkné Jėzus tom’
Nikodemei. Ha zas wo tei Modlitẇe k ſwojomu ṅeƀ. Wótſczei: To jo te
wėcżne Żiẇeṅo, zo zpóznaja Tebe toho jenicżkoho wėrnoho Boha, ha Toho,
kotrohoż té póſuwaw ſé. Jėzuſa Kréſtuſa. Ha Jap. Pawow piſa: Wón jo
jedén Bóh, teiż jedén Sreidżicżer ƀez Bohom ha Cżwojekami, tón Cżwojek
Jėzus Kréſtus.

Hadam tón naſch prėni Nan jo z tém Rėchom bożu Nadu ha tu Podobnoſcz k
Ṅeƀu zhubiw, zhubiw ſam za ſo, ha za tón ſwói czéwé Zplahw.

Za tón Rėch Bohu jene powne Wotrunaṅo ha Wotpwacżeṅo wuwożicż —, to
żadén pur luté Cżwojek ṅezamóżi.

Pżetoż ta Wilkoſcz toho Rėcha ſo mėri po tei Doſtoinoſczi teje z
témſamém znėwaneje Parſchóné; ta Ważnoſcz toho Wotrunaṅa pak ſo ważi po
tei Doſtoinoſczi Toho, kiż te Wotrunaṅo tżini, Z tém Rėchom jo
woṅetżeſcżena ta ṅezkóncżna bóizka Majeſtoſcz; tak jo wo tém Rėchu jene
ṅezkóncżne wilke Zawiṅeṅo —. Kóiżdé Cżwojek woſeƀe, ha ſchiczé
Cżwojekoẇe zromadṅe — podno Bohu — ſu — nitżo. Żtożkuli teiż k Zetrėṅu
<pb n="25"/>ter, allmaͤchtiger ewiger Gott! Nimm es an allerheiligſte
Dreyfaltigkeit.

§. 2. Ein Gott; ein Mittler zwiſchen Gott und Menſchen.

Alſo hat Gott die Welt geliebet, daß er ſeinen eingebornen Sohn
hergegeben, auf daß jeder, der an ihn glaubt — (verſteht ſich von
ſeibſt: und thut, wie er es uns geheißen) nicht zu Grunde gehe, ſondern
das ewige Leben habe, ſagte Jeſus zum Nikodemus ♣Joa♠ 13, 16. Und
abermal in dem Gebeth zu ſeinem himml. Vater: Das iſt das ewige Leben,
daß ſie erkennen Dich den einen wahren Gott, und Den, welchen du
geſendet haſt, Jeſum Chriſtum. ♣Joa.♠ 17, 3. Und der Ap. Paul ſchreibt:
Es iſt ein Gott, auch ein Mittler zwiſchen Gott und Menſchen, der Menſch
Jeſus Chriſtus. 1. ♣Tim.♠ 2, 5.

Adam unſer erſter Vater hat durch die Suͤnde Gottes Gnade, und die
Faͤhigkeit zum Himmel verloren, verloren fuͤr ſich ſelbſt, und fuͤr ſein
ganzes Geſchlecht.

Fuͤr die Suͤnde Gott einen vollen Erſatz u. Genugthuung leiſten —, das
vermag kein bloßer Menſch.

Denn die Groͤße der Suͤnde wird gemeſſen nach der Wuͤrdigkeit der dadurch
beleidigten Perſon; der Werth des Erſatzes aber wird gewogen nach der
Wuͤrde desjenigen, welcher ihn leiſtet. Durch die Suͤnde wird entehret die
unendliche goͤttliche Majeſtaͤt; ſonach iſt in der Suͤnde ein unendlich
großes Verſchulden —. Jeder einzelne Menſch, und alle Menſchen zuſammen
— ſind gegen Gott — Nichts. Was immer ſie auch zur Tilgung <pb
n="26"/>toho Rėcha tżinili bóchu, ſcho to bó tola podno tei bóizkei
Majeſtoſczi jacz ṅebówo, déżli prózne Nitżo.

Ze ſwojeje ṅezkóncżṅeje Miwoſcże bė dṙe Bóh tón Kṅez mów tom’
cżwojetżom’ Zplahẇei te powne Wotrunaṅo habé Wotpwacżeṅo zpużcżicż —;
hale tak ṅebė zpokojena bówa ta bóizka Prawda, kotraż tei Miwoſczi Wahu
dżerżi.

Bó da wo bóizkei Radże wobzankṅene, zo ta druha Parſchóna teje naſẇ.
Trojiczé, Bóh Séhn w ſwojim Tżaſu budże tu cżwojetżu Naturu na ſo wzacż,
wo ſwojim cżwojetżim Cżėłe za wſchich Cżwojekow cżerpecż, za wſchich te
powne Wotpwacżeṅo wuwożicż.

Ta bóizka Doſtoinoſcz teje Parſchóné Jėzuſa Kréſtuſa, Ta je tżini, zo
ſchitke Skutki ha Cżerpeṅa Jėzuſowo ṅezkóncżṅe wele waża, ha te Rėchi
ſchitkich Cżwojekow pżeważa.

Tohodla moża Cżwojekoẇe, kaikeżkuli Rėchi teiż wobóṅſchli ſu, móża
pokucżicż, ha, déż pokucża, Nadu ha Wodacżo dóſtacż na Jėzuſowe
Zaſwużbé. Te Djabowé pak ṅemóża pokucżicż, ṅemóża Nadé ha Wodacża
dóſtacż, dokelż za nich ṅejo Jėzus Kréſtus żto tżiniw.

Hiżo Hadamei jo Bóh toho Meſiaſa habé bóizkoho Wumóżnika ſlubiw; wo Wėṙe
ha Nadżiji na toho ſluƀenoho Meſiaſa jo Hadam pokucżiw, Nadu ha Wodacżo
dóſtaw.

Te Sluƀeṅo toho Meſiaſa jo potém Bóh tém ſtarém Wótſczam Tżas wot Tżaſa
wobnoẇaw, hako Abrahamei, Izaakei, Jakubei rc.; ha <pb n="27"/>der Suͤnde
thaͤten, alles das waͤre doch gegen die goͤttliche Majeſtaͤt nicht mehr, als
leeres Nichts.

Aus ſeiner unendlichen Barmherzigkeit haͤtte wohl Gott der Herr dem
menſchlichen Geſchlecht den vollen Erſatz oder Genugthuung gnaͤdig
erlaſſen moͤgen —; aber ſo waͤre nicht begnuͤget die goͤttliche
Gerechtigkeit, die doch der Barmherzigkeit Waage haͤlt.

Ward alſo im Gottes Rathe beſchloſſen, daß die zweyte Perſon der
allerheiligſten Dreyfaltigkeit, Gott Sohn zu ſeiner Zeit werde die
menſchliche Natur annehmen, in ſeinem menſchlichen Leibe fuͤr alle
Menſchen leiden, fuͤr alle das volle Loͤſegeld auslegen.

Die goͤttliche Wuͤrdigkeit der Perſon Jeſu Chriſti — die macht es, daß
alle Werke und Leiden Jeſu eines unendlichen Werthes ſind, und die
Suͤnden aller Menſchen uͤberwiegen.

Daher koͤnnen Menſchen, was immer fuͤr Suͤnden ſie auch begangen, koͤnnen
Buße thun, und wenn ſie Buße thun, Gnade und Vergebung erhalten auf die
Verdienſte Jeſu. Die Teufel aber koͤnnen nicht Buße thun, koͤnnen nicht
Gnade und Vergebung erhalten, weil fuͤr ſie Jeſus Chriſtus nichts gethan.

Schon dem Adam hat Gott den Meſſias oder den goͤttlichen Erloͤſer
verheißen; im Glauben und Hoffnung auf den verheißenen Meſſias hat Adam
Buße gethan, Gnade und Vergebung erhalten.

Die Verheißung des Meſſtas hat hernach Gott den Altvaͤtern von Zeit zu
Zeit erneuert, als dem Abraham, dem Iſaak, dem Jakob rc.; und <pb
n="28"/>z bożoho Nutzdawaṅa ſu cżi Provetoẇe To ha Tamo wot toho Meſiaſa
bóle na dróbne wopiſali.

Ta czéwa Bohwſwużownoſcz, woſeƀe te krawne Wopóré ſt. Zak. ſu wukazane
bówo —, wo téch Izraelitach wubudżecż ha zkrucżecż tu Wėru ha Nadżiju na
toho ſluƀenoho Meſiaſa, te Jeṅo boże, kotreż budże zetrėcż toho Swėta
Rėchi.

Teiż woni, déż zrėſchili bėchu, ha pokutni k Bohu ſo wobrocżachu,
Wodacżo dóſtawachu na tu Krei toho bożoho Jeṅatka, na te pżichodne
Zaſwużbé Jėzuſowe, kotreż wo tei bóizkei Prėdkwobladainoſczi żno
pżitomne bėchu. Jap. Jan Jėzuſa ṁenuẇe te Jeṅo wo Swėta Zpotżatku
moṙene.

Z krótkim ſcho doprajicż: Schitke Nadé boże, kotreż déh żadén Cżwojek
dóſtaw jo, ſchitke jo Jėzus Kréſtus zaſwużiw, ſchitke ſu tón Wużitk joho
Cżerpeṅa, ſchiczé ſu pili na tu Worcżiznu, kotruż Jėzus zapwacżiw jo.
Schiczé, kiż déh zbóżṅe wumṙeli, ha tom’ Zatamaṅu wucżekli ſu, ſchiczé
ſu k tei Zbóżnoſczi dóſchli pżez Jéſuſa Kréſtuſa.

Wone ſchak móżno ṅejo, zo bó déh dże żadén Cżwojek zbóżné bócż mów
hinak, déżli pżez Jėzuſowe Zaſwużbé.

Teiż S. Maria jo k tei Zbóżnoſczi dóſchwa pżez Jėzuſa Kréſtuſa; dokelż
ſchitke zczéwa woſebnite Nadé, kotreż ji wot Boha pżizpėte ha date ſu,
ſchitke ſu ji pżizpėte Jėzuſa Kréſtuſa dla — na joho Zaſwużbé.

<pb n="29"/>

aus goͤttlicher Eingebung haben die Propheten Das und Jenes von dem
Meſſias mehr umſtaͤndlich beſchrieben.

Der ganze Gottesdienſt, insbeſondere die blutigen Opfer des a. B. ſind
angeordnet — um in den Iſraeliten zu wecken und zu befeſtigen den
Glauben und die Hoffnung auf den verheiſſenen Meſſias, das Lamm Gottes,
welches tilgen wird die Suͤnden der Welt.

Auch ſie, da ſie geſuͤndiget hatten, und bußfertig zu Gott ſich
bekehrten, erhielten Vergebung auf das Blut des goͤttlichen Lammes, auf
die zukuͤnftigen Verdienſte Jeſu, die in der goͤttlichen Fuͤrſehung ſchon
gegenwaͤrtig waren; daher der Ap. Johannes Jeſum nennt das vom Anbeginn
der Welt getoͤdtete Lamm. ♣Apoc.♠ 13, 8.

Alles kurz zu ſagen: Alle Gnaden Gottes, die je ein Menſch empfangen
hat, alle hat Jeſus Chriſtus verdienet, alle ſind die Frucht ſeines
Leidens; alle haben getrunken auf die Rechnung, welche Jeſus
bezahlet. 1. ♣Cor.♠ 10, 4. Alle, die je ſelig geſtorben, und der
Verdammniß entgangen ſind, alle ſind zur Seligkeit gelanget durch Jeſus
Chriſtus.

Es iſt ſchlechterdings unmoͤglich, daß je irgend ein Menſch ſelig werden
koͤnne — anders, als auf die Verdienſte Jeſu. ♣Act.♠ 4, 12.

Auch die hl. Maria iſt zur Seligkeit gelanget, durch Jeſus Chriſtus,
denn alle ganz beſondere Gnaden, die ihr von Gott zugedacht und
ertheilet worden, alle ſind ihr zugedacht und ertheilet um Jeſu Chriſti
willen auf deſſen Verdienſte.

<pb n="30"/>

§. 3. Zromadżijenſtwo téch Sẇatéch.

Wo tém japożtowſkim Wėré-Wuznacżu ſteja telei Swowa: Ja wėṙu te
Zromadżienſtwo téch Sẇatéch.

Pżi Zpotżatku toho Kżeſczianſtwa bóchu cżi do Jėzuſa Wėriwi ṁenuwani cżi
Sẇacżi; dokelż wo tei ſẇ. Kcżeṅczé woſẇatoſcżeni, dżerżachu ſo k tei
ſẇatei Jėzuſowei Wutżƀe, ha po teiſamei jene ſẇate Żiẇeṅo ẇedżechu.

Déż wo wėſtei Należnoſczi jaczé jich romadu dżerżi, ha ƀeſobu ſebi
pomhaja, to jo Zromadżijenſtwo; k Pż. Schiczé Hozpodaṙo jeneje
Wokownoſcże koiżde Lėto, kóiżdé te Swoje, dawaja do teje Khoßé za
Wotpalenéch; ha cżi, kotréchż te Ṅezbożo toho Wotpaleṅa tṙechi, cżi,
zatém hacż pṙedé jacz habó ṁeṅe do teje Khoßé dawali ſu, nėt jacz habó
ṁeṅe z tejeſameje k Pomoczé dóſtanu. To jo Zromadżijenſtwo.

Déż nėkotzi Handleṙo romadu ſo ztowarſcha, tón Schavt pżezjene cżėṙa, ha
tón nadobóté Wużitk ƀeſobu dżėla, to rėka Zromadżijenſtwo; tak to, żtoż
jedén nadobódże, tém druhim ſobu k Wużitkei pżindże.

Wo Należnoſczi teje Duſche Zbożnoſcże ſu cżi po Swėcże rozbrójeni
Praẇewėriwi, ſu ſchiczé romadże jene duchowne Cżėwo, kotrohoż ṅewidżowna
Wowa jo Jėzus Kréſtus, ha woni ƀeſobu ſu Stawé. Te Stawé jenoho Cżėwa
romadu dżerża; jedén Staw tom’ druhomu pomha; ha żtoż jedén Staw dobroho
ma, to tém druhim Stawam ſobu k Dobrocże pżiṅdże.

Ja wėru Zromadżijenſtwo téch Sẇatéch,

<pb n="31"/>

§. 3. Gemeinſchaft der Heiligen.

In dem apoſtoliſchen Glaubens-Bekenntniß ſtehen dieſe Worte: Ich glaube
die Gemeinſchaft der Heiligen.

Bei’m Anfange des Chriſtenthums wurden die Chriſtglaͤubigen genannt die
Heiligen; weil ſie, in der heiligen Taufe geheiliget, ſich hielten an
die heilige Lehre Jeſu, und nach derſelben ein heiliges Leben fuͤhrten.
♣Act.♠ 9, 31.

Da in einer gewiſſen Angelegenheit ihrer mehrere zuſammen halten, und
ſich untereinander helfen, das iſt Gemeinſchaft; z. B. Alle Wirthe einer
Gegend geben jaͤhrlich, jeder das Seinige in die Brandkaſſe; und
diejenigen, welche das Ungluͤck des Brandes trift, dieſe, je nachdem ſie
vorher mehr oder weniger in die Kaſſe geſteuert, empfangen itzt aus
derſelben mehr oder weniger zur Hilfe. Das iſt Gemeinſchaft.

Wenn einige Handels-Maͤnner ſich zuſammen geſellen, das Geſchaͤft
vereiniget treiben, und den gewonnenen Nutzen unter ſich theilen, das
heißt Gemeinſchaft; ſo wird das, was einer gewinnt, zugleich den andern
zum Nutzen.

In der Angelegenheit des Seelenheils ſind die durch die Welt zerſtreuten
Rechtglaͤubigen —, ſind alle zuſammen ein geiſtlicher Leib, deſſen
unſichtbares Haupt Jeſus Chriſtus iſt, und ſie untereinander ſind
Glieder. Die Glieder eines Leibes halten zuſammen; ein Glied hilft dem
andern; und was ein Glied Gutes hat, das koͤmmt zugleich den andern
Gliedern zu gut.

Ich glaube Gemeinſchaft der Heiligen, <pb n="32"/>ma telei Zrozeṁeṅo: Ja
wėṙu ha wuznawam, zo cżi Praẇewėriwi ſchiczé ſu Stawé jenoho ha
tohoſamoho duchownoho Cżėwa; te boże Wozjeẇeṅa, te ſẇate Sakramenté,
ſchė Srėdki teje Zbóżnoſcże ſu za wſchitkich, woni móża jedén tom’
druhomu Nadu wuproſécż; żtoż jedén Dobroho ſkutkuẇe, to móże druhim ſobu
pomhacż, kaiżdaloko jedén kóiżdé wot ṅich k Dóſtacżu teje Pomóczé
podobné jo.

Jėzus Kréſtus jo nam wukazaw ſo modlicż taklei: Wotze naſch, tón naſch
ſchėdné Klėb dai nam, wodai nam naſche Winé —; nicz: Wotze mói, tón mói
ſchėdné Klėb dai mi, wodai mi te moje Winé rc.; Tżohodla? Kóiżdé ma Boha
proſécż nicz ſa ßo lutkoho ſamoho, hale za wſchich druhich ſobu.

Tohodla teiż Jap. Jakub napomina: Proſchcże Boha jedén za druhoh’, zo
bóſchcże zbóżni bóli. Ha Jap. Pawow wo ſwojich Liſtach wuznawa: Ja
ṅepżeſtawam za was Boha proſécż; ha ruṅe won wot nich żada: Zpėwaicże
teiż wó za mṅe Pacżeṙe, zo Bóh tón Kṅez bó mi dobne Nadé dawaw, tu moju
Próczu żonuwaw, ha pżeze mṅe na moje Prėduwaṅa pėkṅe ẇele jich k tei ſẇ.
Wėṙe doẇedżenéch bówo.

Móża te Próſtwé pėknéch Wėriwéch teiż tém Ṅewėriwém, kiż hiżcże ṅeiſu
Stawé toho duchownoho Cżėwa, k jich Pżewobrocżeṅu pomhacż; wėſczi móża
teiż pomhacż taikim hiżo Wėriwém, kiż pżitomṅe wo cżeżkim Rėchu ſu.

Ta wuſkṅena Hawza, hacżruniſch teiż toho Ṗeṅka hiżcże ſo dżerżi, tón
zeſkṅené Porſt, hacżhat <pb n="33"/>dieſen Sinn: Ich glaube und bekenne,
daß die Rechtglaͤubigen alle Glieder ſind eines und deſſelben geiſtlichen
Leibes; die goͤttlichen Offenbahrungen, die hl. Sakramente, alle Mittel
des Heils ſind fuͤr alle; ſie koͤnnen einer dem andern Gottes Gnade
erbitten; was einer Gutes wirket, das kann zugleich andern helfen,
inſoweit ein jeglicher aus ihnen zum Empfang der Hilfe geeignet iſt.

Jeſus Chriſtus hat es uns auch geheißen alſo zu bethen: Vater unſer,
unſer taͤgliches Brod gib uns, vergib uns unſere Schulden; nicht; Vater
mein, mein taͤgliches Brod gib mir, vergib mir meine Schulden rc; Warum?
Jeder ſoll Gott bitten nicht blos fuͤr ſich allein, ſondern fuͤr alle
andere zugleich.

Weswegen der Ap. Jakob 5, 16. ermahnet: Bethet fuͤr einander, damit ihr
ſelig werdet. Und der Ap. Paul in ſeinen Sendſchreiben bekennet: Jch
hoͤre nicht auf fuͤr euch Gott zu bitten; und verlangt ausdruͤcklich:
Bethet auch ihr fuͤr mich, damit Gott der Herr mir reichliche Gnaden
ſpende, meine Bemuͤhungen ſegne, und durch mich auf meine Predigten ihrer
recht viele zu dem heil. Glauben gefuͤhret werden moͤgen. ♣Rom. 1, 9. Eph.
6, 19. Colos. 4, 3. 2. Thes.♠ 3, 1.

Kann das Gebeth frommer Glaͤubigen auch den Unglaͤubigen, die noch nicht
Glieder des geiſtlichen Leibes ſind, zu ihrer Bekehrung helfen; gewiß
kann es auch helfen ſolchen ſchon Glaͤubigen, die dermalen in ſchwerer
Suͤnde ſtecken.

Die verdorrte Rebe, obſchon ſie auch noch am Stocke haͤlt; der verdorrte
Finger, obruniſch <pb n="34"/>teiż toho Cżėwa hiżcże ſo dżerżi, tola
żaneje Ṁezé toho Ziẇeṅa wo ſebi nima. Kaiż doho Cżwojek wo cżeżkim Rėchu
ṅepokutné jo, hacżruniſch wón z tej’ ſwojej’ Wėru na tém duchowném Cżełe
wiſajo woſtaṅe, jo tola mordwé Stawcżk, ta Ṁeza toho Żiẇeṅa, ta
ſẇatoſcżiwa Nada boża wo nim ṅejo.

Ta jedénmól wuſkṅena Hawza, tón jedénmól zeſkṅené Staw po naturſkim
ṅemóże déh jacz wożiwicż; hale tón zeſkṅené Staw toho duchownoho Cżėwa,
tón Rėſchnik móże z bożeje Nadé pokucżicż, ha tak tu Mezu toho Żiẇeṅa
zas nadobócż. Teiż za Rėſchnikow mamó Pacżeṙe zpėwacż, zo bóchu ſo
pżewobrocżili.

Mėſchniczé, déż bożu Mſchu dżerża, tón naiſẇacżiſchi Wopór Bohu wopruẇu
za tu czéwu Czérkej, t. r. za wſchitkich Praẇeẇeriwéch, kiż hiżo Stawé
teje Czérkẇe ſu; ha teiż za téch pżitomṅe hiżcże Ṅewėriwéch habó
Bwudṅeẇeriwéch, zo z bożeje Smėlnoſcże bóchu tu prawu Wėrnoſcz zpóznali,
k tei ſẇ. Czérkwi ſo ztowarſchili, ha tak ta ſẇ. Czérkej’ rozmnohoſcżena
bówa.

Dobré Kżeſczian, déż k Bohu ſo modli, ṅech wo ſebi zbudżi tu Mós: za
wſchich druhich ſobu ſo modlicż, kaiż za ſo, tak za wſchich druhich wot
Boha Nadu proſécż. Mudré Kżeſczian ſchédṅe, woſobṅe pżi raṅſchich ha
ẇetżornéch Pacżeṙach ſam ſo porutża do wſchitkich tónſamé Dżeṅ po czéwém
Swėcże dżerżanéch bożich Mſchów, do wſchitkich wotwożenéch pobożnéch
Modlitbow ha dobréch Skutkow —; tak móże to, żtoż druzé Dabroho tżiṅa,
jomu ſobu k Wużitkei técż.

<pb n="35"/>

ſchon er noch am Leibe haͤngen bleibt, hat doch keinen Saft des Lebens in
ſich. Solang der Menſch in ſchwerer Suͤnde unbußfertig iſt, obſchon er
durch ſeinen Glauben an dem geiſtlichen Leibe haͤngen bleibt, iſt er doch
ein todtes Glied, der Saft des Lebens, die heiligmachende Gnade Gottes
iſt nicht in ihm.

Die einmal verdorrte Rebe, das einmal verdorrte Glied kann natuͤrlicher
Weiſe nie wieder aufleben; jedoch das verdorrte Glied des geiſtlichen
Leibes, der Suͤnder kann aus Gottes Gnade Buße thun, und ſo den Saft des
Lebens wieder erlangen. Auch fuͤr die Suͤnder ſollen wir bethen, damit ſie
ſich bekehren moͤchten.

Prieſter, da ſie die hl. Meſſe halten, opfern das aller heiligſte Opfer
Gott dem Herrn fuͤr die ganze Kirche, d. h. fuͤr alle Rechtglaͤubige, die
bereits Glieder der Kirche ſind; und auch fuͤr die dermalen noch
Unglaͤubigen oder Irrglaͤubigen, damit ſie durch Gottes Milde die rechte
Wahrheit moͤchten erkennen, ſich der hl. Kirche anſchließen, und ſo die
hl. Kirche vergroͤßert werde.

Ein guter Chriſt, da er zu Gott bethet, erwecke in ſich die Meinung: fuͤr
alle andere mitzubethen, ſo wie fuͤr ſich, alſo fuͤr alle andere von Gott
um Gnade zu bitten. Ein kluger Chriſt pflegt taͤglich, beſonders bei’m
Morgenund Abend-Gebeth ſich ſelbſt zu empfehlen — in alle denſelben Tag
durch die ganze Welt gehaltenen hl. Meſſen, in alle verrichteten
andaͤchtige Gebethe und guten Werke —; ſo kann das, was andere Gutes
thun, zugleich auch ihm zum Nutzen gedeihen.

<pb n="36"/>

To jo te Zromadżijenſtwo téch Sẇatéch, kiž hiżcże jow na Zemi ſu na tém
Pucżu do teje Wėcżnoſcże.

Proſéſch té Boha jenoi za ſoſamoho, ha ṅechaſch za druhich ſobu proſécż
—; to tak wonpada, hako bó té druhim bożeje Nadé ṅepopżaw.

Ṅeżadaſch té, zo druzé za tebe bóchu proſéli, to tak wonpada, hako bó
mėniw: Ja tṙeba nimam wot druhich podeperané bócż; ja ſam móżu doſcz
ẇele, doſcz praẇe nazpėwacż ha naproſécż. To jo króbwo Hordżeṅo.

Praẇewėriwé Kżeſczian, ṅech bó teiż pżitomṅe z cżeżkimi Rėchami zmazané
bów, tola z tej’ Wéru hiżcże woſtaṅe Staw toho Duchownoho Cżėwa, woſtaṅe
Hawza na tém winowém Peṅku, hale ſucha Hawza, wuſkṅené Staw —. Wumṙe pak
wo Rėchach ṅepokutné, nėt budże ruṅa wotrubanei ſuchei Hawzé do Woheṅa
cżiſṅené. Cżi jedénmól zaſudżeni ha zatamani ṅeiſu jacz Stawé teje ſẇ.
Cżérkẇe, ſu z toho Zromadżijenſtwa téch Sẇatéch na wėcżne wuſtortżeni.

Kiż wo bożei Nadże ha Luboſczi wumru, cżi habén z tej’ Luboſcżu woſtanu
Stawé teje ſw. Czérkẇe, ha ſwuſcheja do toho Zromadżijenſtwa téch
Sẇatéch.

Potaikim ta ſẇata Czérkej, t. r. ta czéwa Zromadżizna ſchitkich wėrnéch
bożich Swużownikow jo do tzjóch Rozdżėlkow rozdżėlena, jo tzoja:

1. Ta wójuwacza Czérkej. To ſu cżi, kiż hiżcże jow na Zemi za tu
Zbóżnoſtz wójuẇu.

<pb n="37"/>

Das iſt die Gemeinſchaft der Heiligen, die noch hier auf Erden ſind auf
dem Wege in die Ewigkeit.

Bitteſt du Gott nur fuͤr dich allein, und willſt nicht fuͤr andere
mitbitten —; das faͤllt ſo aus, als ob du andern Gottes Gnade
misgoͤnnteſt.

Verlangſt du nicht, daß andere fuͤr dich bitten, das faͤllt ſo aus, als ob
du daͤchteſt: Ich bedarf es nicht von andern unterſtuͤtzet zu werden; ich
allein kann viel genung, vollkommen genung bethen und erbitten. Das iſt
frecher Stolz.

Ein rechtglaͤubiger Chriſt, moͤge er auch zur Zeit mit ſchweren Suͤnden
beſudelt ſeyn, bleibt doch durch den Glauben noch ein Glied des
geiſtlichen Leibes, bleibt eine Rebe an dem Weinſtock, aber eine duͤrre
Rebe, ein verdorrtes Glied —. Stirbt er aber in Suͤnden unbußfertig, nun
wird er gleich einem abgehauenen duͤrren Aſt ins Feuer geworfen. Die
einmal verurtheilten und verdammten ſind nicht mehr Glieder der hl.
Kirche, ſie ſind aus der Gemeinſchaft der Heiligen auf ewig ausgeſtoßen.

Welche in Gottes Gnade und Liebe ſterben, die bleiben, eben durch die
Liebe Glieder der hl. Kirche, und gehoͤren zur Gemeinſchaft der Heiligen.

Demnach wird die hl. Kirche, d. h. die ganze Gemeine aller wahren
Gottes-Diener in drey Abtheilungen getheilet, iſt dreyfach:

1. Die ſtreitende Kirche. Das ſind Die, welche noch hier auf Erden fuͤr
die Seligkeit ſtreiten.

<pb n="38"/>

2. Ta cżerpjacza Czérkej. To ſu cżi, kiż dṙe wo bożei Nadże zbóżṅe ſu
wumṙeli; ṅeiſu pak hiżcże tak powṅe tżiſcżi, zo móli z tém
naitżiſcżiſchim Bohom zjenoſcżeni bócż; ha tohodla budża wo tém Tżiſcżu
na wėſté Tżas wot Wużiwaṅa teje Zbóżnoſcże hoṙedżerżani.

3. Ta triumviruwacza, t. r. ta po dokoṅaném Pżedobócżu ſo zraduwacza
Czérkej. To ſu cżi Zbóżni wo Ṅeƀeſach, kiż tón ſwói Żtrét dożtrétuwali,
ſchėch Napżecżnikow pżedobóli ſu, ha nėt wo Bohu wėcżṅe ſo zraduẇu.

Wot Zromadżijenſtwa téch hiżeże jow na Zemi pżebówaczéch jo hiżo
prajene, kah ſebi ƀeſobu pomhacż móża.

Te Duſche wo tém Tżiſcżu ſu lube Ṅeẇeſté boże, wone Boha dozpowṅe
lubuẇu; z Luboſcże k Bohu ſchitke déh wobóṅdżene Rėchi dozpowṅe
wobżelnoſcżeja; ſcho Tżaſne ha Hinite kedżbu nimaja; pala ſo ze Żadoſcżu
wobladuwacż te boże Woblitżo; tola pak te ſebi pżiſudżene Hoṙedżerżeṅo,
ha ſchitke Matré bóiżkei Prawdże k Tżeſczi cżerpja z tej’
naidozpowniſchej’ Scżerpnoſcżu; ha ſu do bożeje Wole zpodwolane, tak,
zo, bórṅe (po cżwojetżim rétżecż) jim te Durje toho Tżiſcża ha toho Ṅeƀa
zwotewṙene bówo, ha jim do Wole podate — z toho Tżiſcża do Ṅeƀes pżeṅcż,
tola żana wot nich bó ṅechawa k Bohu ſo zpżibliżicż, kaiż doho hiżcże
powṅe dotżiſcżena ṅejo.

Telei Duſche ſu tón ſwói Pucż dokoṅawo,

<pb n="39"/>

2. Die leidende Kirche. Das ſind die, welche zwar in Gottes Gnade ſelig
geſtorben; aber noch nicht ſo voͤllig rein ſind, daß ſie koͤnnten mit Gott
dem allerreineſten vereiniget werden, und deswegen in dem Reinigungsort
auf gewiſſe Zeit vom Genuße der Seligkeit aufgehalten werden.

3. Die triumphirende, d. h. die nach errungenem Siege ſich
hocherfreuende Kirche. Das ſind die Seligen im Himmel, die ihren Streit
ausgeſtritten, alle Feinde uͤberwunden haben, und nun in Gott ewig ſich
hoch erfreuen.

Von der Gemeinſchaft der noch hier auf Erden wallenden iſt ſchon geſagt,
wie ſie ſich unter einander helfen koͤnnen.

Die Seelen im Reinigungs-Ort ſind geliebte Braͤute Gottes, ſie lieben
Gott vollkommen; aus Liebe zu Gott bereuen ſie vollkommen alle je
begangenen Suͤnden; alles Zeitliche und Vergaͤngliche achten ſie nicht;
ſie brennen vor Begierde zu ſchauen das goͤttliche Angeſicht; jedoch das
ihnen zugeurtheilte Aufhalten, und alle Quaalen ertragen ſie, der
Gerechtigkeit Gottes zur Ehre, mit der allervollkommenſten Gedult; und
ſind in den goͤttlichen Willen ſo ergeben, daß, wenn (menſchlicher Weiſe
zu reden) ihnen die Thuͤre des Reinigungs-Orts, und die Pforte des
Himmels geoͤffnet, und ihrer Willkuͤhr uͤberlaſſen waͤre — aus dem
Reinigungs-Ort in den Himmel zu uͤbergehen, doch keine aus ihnen wuͤrde
wollen ſich Gott annaͤhern, ſo lang ſie noch nicht voͤllig ausgereiniget
iſt.

Dieſe Seelen haben ihren Weg vollendet, <pb n="40"/>tón Tżas k
ſkutkuwaṅu jo jim wuſchow; ſame za ſo wone nėt tżiſcże nitżo jacz
tżinicż ṅemóża; te Zbótki ſwojoho Dowa ṅemóża hinak dopwacżicż, déżli z
Cżerṗeṅom.

Teſame Duſche ſu ha woſtanu żiwe Stawé teje ſẇ. Czérkẇe, ſwuſcheja do
toho Zromadżijenſtwa téch Sẇatéch. Wone nas lubuẇu, ha ſu deṙe doſtoine
wot nas lubuwane bócż. Żtoż mó za nje Dobroho ſkutkuẇemo, to móże jim
tón Tżiſcż wolóżicż, pokrótzicż. Ha wone móża za nas Boha próſécż, nam
Nadé wuproſécż

Żto Bóh kóiżdomu po joho Sṁercżi wotſudżiw jo —, to mó ṅewėmó. Za
wſchitkich Wotomṙetéch wopruẇemó tón naiſẇ. Wopór, Pacżeṙe zpėwamó,
Jamóżnu dżelimó, rc. Telei Skutki teje kż. Luboſcże ſu za Téch, kiż tu
pownu Zbóżnoſcz hiżo wużiwaja, ſu Dżakprajeṅa k Bohu, zo jich tam doẇed
jo. Za Téch, kiż wo tém Tżiſcżu hiżcże wotżakuwacż dérƀa, ſu Bohu
podawane Próſtwé k jich Wumóżeṅu. Kiż pak wo Rėchach ṅepokutni wumṙeli
ha zatamani ſu, Tém nitżo ṅepomhaja; żtoż za taikich ſo tżini, to Bóh
druhim dobrém Duſcham da k Wużitkei pżincż; habó tón Wużitk paṅe na
Téchſaméch, kotziż te kż. Skutki ſkutkuẇu, ha wo ſebi tón Tkóżt maja, zo
po Wukazni teje kż. Luboſcże te Swoje ſu wotwożili.

Jėzus k tém Swojm ṙekné: Do Domu nutzſtupiwſchi poſtroẇcże jón prajiczé:
Pokoi wot Boha bódż tomulei Domei; <pb n="41"/>die Zeit zum wirken iſt
ihnen ausgegangen; fuͤr ſich ſelbſt koͤnnen ſie nun gar nichts mehr thun;
den Reſt ihrer Schuld koͤnnen ſie nicht anders vollends auszahlen, als
durch Leiden.

Dieſelben Seelen ſind und bleiben lebendige Glieder der hl. Kirche,
gehoͤren in die Gemeinſchaft der Heiligen. Sie lieben uns, und ſind ſehr
wuͤrdig von uns geliebet zu werden. Was wir fuͤr ſie Gutes wirken, das
kann ihnen die Reinigung erleichtern, verkuͤrzen. Und ſie koͤnnen fuͤr uns
Gott bitten, uns Gnaden erbitten.

Was Gott Jedem nach ſeinem Tod zugeurtheilet —, das wiſſen wir nicht.
Fuͤr alle Verftorbenen opfern wir das heiligſte Opfer, bethen, geben
Allmoſen fuͤr ſie, rc. Dieſe Werke der chriſtl. Liebe ſind fuͤr Jene, die
etwa die volle Seligkeit ſchon genießen, ſind Dankſagungen zu Gott, daß
er ſie dahin gefuͤhret. Fuͤr Die, welche noch in der Reinigung harren
muͤßen, ſind es Gott dargebrachte Bitten zu ihrer Befreiung. Die aber in
Suͤnden unbußfertig geſtorben und und verdammt ſind, denen helfen ſie
nichts; was fuͤr ſolche geſchieht, das laͤßt Gott andern guten Seelen zum
Nutzen kommen, oder der Nutzen faͤllt auf diejenigen zuruͤck, welch die
chriſtl. Werke gethan, und in ſich ſelbſt den Troſt haben, daß ſie nach
dem Geſetz der chriſtl. Liebe das Ihrige entrichtet. So erklaͤrt’s der h.
♣Augnstin in Enchridio.♠

♣Mt.♠ 10, 12. Sprach Jeſus zu den Seinigen: In ein Haus eintretend
gruͤßet es ſprechend: Friede von Gott komme uͤber dieſes Hauß; <pb
n="42"/>ha budże-li tónſamé toho hódni, budże tón waſch Pokoi (te
Żonuwaṅo) na ṅón pżincż; ṅebudżeli pak hódni, budże tón waſch Pokoi k
wam ſo wrócżicż. Nėżto toho ruṅa hodżi ſo móſlicż wot téch za
Wotemṙetéch wotwożenéch kż. dobréch Skutkow.

Za te wo tém Tżiſcżu cżerpjacze Duſche nėżto dobre ſkutkuwacż —, to jo
jena woſobṅe dobra Bohu zpodobna Jamóżna. Zo talei Jamóżna bó témſamém
Duſcham, ha teiż tebi ſobu jacz pomhawa; nó ſchak té wo ſebi tżaſto
wubudżei tulei Mós ha Żadoſcz: Oh! zo bóch ja Boha z taikej’ Luboſcżu
lubuwaw, te moje Rėchi z taikej’ Żelnoſcżu tamaw, ſchitko hinite tak
mawko ważiw, za Woladaṅom ha Wużiwaṅom bóizkoho Woblitża tak horjaczé
żadoſcziw, te na mṅe dopużcżene Pżecżiwnoſcże ha Boloſcże, z Podwoleṅom
do bożeje Wole, tak ſcżerpṅe wucżerṗew, kaiż telei dobre Duſche.

Mó wėrimó Zromadżijenſtwo téch Sẇatéch. Tak mó Boha proſémó za wſchitke
Stawé teje ſẇ. Czérkẇe, za wſchitkich żiwéch ha Wotemṙetéch, kiż teje
Miwoſcże trėbni, ha k Dóſtacżu teje Miwoſcże podobni ſu.

Schiczé, kiż hiżcże jow na Zemi pżebówaja, ſu teje Miwoſcże trébni, ha k
Dóſtacżu teje Miwoſcże podobni woſtanu, kaiżdoho hiżcże ſu na tém Pucżu
do teje Wėcżnoſcże.

Cżi wo Rėchach ṅepokutni Zemṙecżi, wot Boha na wėcżne Zatamani, k
Dóſtacżu teje Miwoſcże jacz podobni ṅeiſu —.

Cżi wo tém Tżiſcżu hoṙedżerżani ſu <pb n="43"/>und wird daſſelbe deſſen
werth ſeyn, wird euer Frieden (Segen) uͤber ſelbiges kommen; wird es aber
nicht werth ſeyn, wird euer Frieden ſich zu euch zuruͤckwenden. Etwas
aͤhnliches laͤßt ſich denken von den fuͤr Abgeſtorbene verrichteten
chriſtl. guten Werken.

Fuͤr die im Reinigungs-Orte leidenden Seelen etwas gutes thun, — das iſt
ein vorzuͤglich gutes Gott wohlgefaͤlliges Allmoſen. Damit dieſes Allmoſen
denſelben Seelen, und zugleich auch dir mehr helfe, erwecke doch oft in
dir dieſe Meinung und Begierde: O! daß ich Gott mit ſolcher Liebe
liebte, meine Suͤnden mit ſolcher Reue verabſcheuete, alles vergaͤngliche
ſo gering achtete, nach Anſchauung und Genuß des goͤttlichen Angeſichts
ſo ſehnlichſt verlangte, die uͤber mich verhaͤngten Widerwaͤrtigkeiten und
Schmerzen, mit Ergebung in Gottes Willen, ſo geduldig ertruͤge, wie dieſe
guten Seelen.

Wir glauben Gemeinſchaft der Heiligen. So bitten wir Gott fuͤr alle
Glieder der hl. Kirche, fuͤr alle Lebende und Abgeſtorbene, die der
Barmherzigkeit beduͤrftig, und zum Empfang der Barmherzigkeit faͤhig ſind.
Alle, die annoch hier auf Erden wallen, ſind der Barmherzigkeit
beduͤrftig, und bleiben zum Empfang der Barmherzigkeit faͤhig, ſo lange
ſie noch auf dem Wege in die Ewigkeit ſind.

Die in Suͤnden unbußfertig Geſtorbenen, von Gott auf ewig Verdammten ſind
zum Empfang der Barmherzigkeit nicht mehr faͤhig.

Die im Reinigungs-Orte aufgehaltenen ſind <pb n="44"/>teje Miwoſcże
trėbni, ha k Dóſtacżu teje ſamoje podobni.

Cżi Zbóżni wo Ṅeƀeſach nėt teje Miwoſcże dale trėbni ṅeiſu; ſu pak tola
ha woſtanu Stawé teje ſẇ. Cżerkẇe z tej Luboſcżu.

Wėra ha Nadżija pola nich ſama preicżwotpaṅe; pżetoż, żtoż ſu nėdé jow
na boże Swowo wėrili wo Tżėmnoſczi, to nėt widża wo Jaſnoſczi. Tżohoż ſu
ſo nadżijeli, to nėt maja ha wużiwaja. Ta Luboſcz pak —, ta teiż wo téch
Sẇatéch woſtaṅe, ha jo nėt ẇele ẇetża ha dozpowniſcha, hacż pṙedé na
Zemi bówa jo.

Cżi Sẇacżi lubuẇu Boha, ha wo Bohu lubuẇu nas hako ſwojich Bratrow,
ſwoje Sotré; żadaja nam tu prawu Zbóżnoſcz; proſcha ha wuproſcha nam wot
Boha Nadé —. Mó pak k Nim ſo dżerżimó hako k naſchim hiżo zhordoſcżeném
Bratram ha Sotram; mó jich tżeſczimó, tomu jich Zaſtuṗeṅu ſo porutżamó.

§. 4. Tżeſcżeṅo, na Pomocz Wowaṅo téch Sẇatéch.

Ta ſẇ. kh. Czérkej ſẇatocżṅe dżerżi te Wopómṅecża téch Sẇatéch. Pżetżo,
k tżomu to??

1. Zo mó Bohu tom’ Kṅezei bóchmó zjawṅe Dżak prajili za te tém Sẇatém
wudżėlene Nadé, pżez kotreż cżi ſami k tei Sẇatoſczi, ha k tei neƀ.
Hordoſczi doſanéli ſu.

Mó wėrimó ha wuznawamó: zo ƀez bożeje Nadé Nichtó żto dobre ſkutkuwacż
ṅemóże. Schitke Nadé Bóh nam Cżwojekam dżėli ſamotṅe ze ſwojeje
Dobrocżiwoſcże na te Zaſwużbé toho Boha - Cżwojeka Jėder <pb
n="45"/>Barmherzigkeit beduͤrftig, und zum Empfang derſelben faͤhig.

Die Seligen im Himmel ſind nun der Barmherzigkeit nicht ferner
beduͤrftig; gleichwohl ſind ſie und bleiben Glieder der hl. Kirche durch
die Liebe.

Der Glaube und die Hoffnung faͤllt bei ihnen von ſelbſt weg; denn, was
ſie einſt hier auf Gottes Wort geglaubet haben in der Dunkelheit, das
ſehen ſie nun dort in der Klarheit. Was ſie gehoffet, das beſitzen und
genießen ſie nun. Die Liebe aber —, die bleibt auch in den Heiligen, und
iſt viel groͤßer und vollkommener, als ſie ehedem auf Erden geweſen iſt.

Die Heiligen lieben Gott, und in Gott lieben ſie uns als ihre Bruͤder,
ihre Schweſtern, wuͤnſchen uns die wahre Seligkeit; bitten und erbitten
uns von Gott Gnaden —. Wir aber halten uns zu ihnen als zu unſern ſchon
verklaͤrten Bruͤdern und Schweſtern; wir verehren ſie, empfehlen uns ihrer
Fuͤrſprache.

§. 4. Verehrung, Anrufung der Heiligen.

Die hl. k. Kirche begeht feierlich das Andenken der Heiligen. Warum?
Wozu das?

1. Auf daß wir Gott dem Herrn oͤffentlich dankſagen fuͤr die den Heiligen
geſpendeten Gnaden, wodurch dieſelben zur Heiligkeit, und zu der himml.
Herrlichkeit gelanget ſind.

Wir glauben und bekennen: daß ohne Gottes Gnade Niemand was gutes wirken
koͤnne. Alle Gnaden ſpendet Gott uns Menſchen lediglich aus ſeiner Guͤte
auf die Verdienſte des Gott-Menſchen Jezuſa <pb n="46"/>Kréſtuſa, kotréż
je nam po tei Woli toho ṅeƀ. Wótſcza zaſwużiw jo.

Z bożeje Miwoſcże na Jėzuſowe Zaſwużbé ſu cżi Sẇacżi dóſtawali te Nadé,
z kotrémiż ſobuſkutkuiczé ſu ſebi warbuwali tu wėcżnu Hordoſcz.
Potaikim, déż Bóh te dobre Zaſwużbé téch Sẇatéch wopwacża, wón poprawdże
krónuẇe tu ſwoju Miwoſcz.

Tżeſcz, Kwawa ha Dżak wot nas ſwuſcha Bohu teiż za tu Sẇatoſcz ha
Hordoſcz téch Sẇatéch.

2. Zo bóchmó teiż pżiſtoiṅe potżeſczili ha pokwalili téch Sẇatéch hako
ſwėrnéch Swużownikow ha lubéch Pżecżelow bożich, kiż te ſebi dżelene
Nadé deṙe nawożeli ha ródṅe ſobuſkutkuwali ſu.

3. Zo, déż te jich kraſne Pżikwadé ſebi nazpominamó, wo nas bó ſo
zahoriwa ta Żadoſcz ha te Wotmóſleṅo — Jim tola wo nėtżim ſo
porunoſcżecż, knaiṁeṅſchom’ wot nazdala za Nimi krotżicż; wo
Rozpómṅecżu, żto —, ha kah jara ẇele woni Boha dla tżinili ha cżerpeli
ſu —, zkeṙſcho bóchmó ſo podwoleli tola ṅeżto tżinicż ho wucżerpecż,
zatémhacż ta naſcha Swaboſcz po tei Mėṙe teje nam dateje Nadé zṅeſcż
móże; ha déż jim doho k Runoſcżi ṅepżindżemo, habén tohodla z Wutrobé
bóchmó ſo poniżeli.

4. Zo mó zpóznaiſchi tu naſchu Ṅedozpownoſcz — bóchmó wo Poniżnoſcżi ſo
porutżeli tomu jich Zaſtupeṅu, zo woni za nas ha z nami <pb n="47"/>ſus
Chriſtus, der uns dieſelben nach dem Willen des himml. Vaters verdienet
hat.

Aus Gottes Barmherzigkeit auf die Verdienſte Jeſu haben die Heiligen
empfangen die Gnaden, wodurch, da ſie mitwirkten, ſie ſich erworben die
ewige Herrlichkeit. Mithin, da Gott die guten Verdienſte der Heiligen
belohnet, kroͤnet er eigentlich ſeine Barmherzigkeit, wie der hl.
♣Augustin♠ redet.

Ehre, Lob, und Dank von uns gebuͤhret Gott auch fuͤr die Heiligkeit und
Herrlichkeit der Heiligen.

2. Auf daß wir auch gebuͤhrend ehren und loben die Heiligen als treue
Diener und geliebte Freunde Gottes, welche die ihnen geſpendeten Gnaden
gut angewendet, und emſig mitgewirket haben.

3. Auf daß, da wir ihre herrlichen Beiſpiele uns in Erinnerung bringen,
in uns rege werde das Verlangen und der Entſchluß — Ihnen doch in etwas
nachzuahmen, wenigſtens vom weiten ihnen nachzufolgen; in Betrachtung,
was —, und wie ſehr viel ſie um Gottes willen gethan und gelitten —, wir
eher uns dazu verſtehen — doch etwas zu thun, und zu leiden, in ſoweit
unſere Schwachheit nach dem Maß der uns gegebenen Gnade es ertragen
kann; und wenn wir ihnen beim weiten nicht gleichkommen, eben deswegen
uns vom Herzen demuͤthigen.

4. Auf daß wir in Erkenntniß unſerer Unvollkommenheit — uns in Demuth
moͤgen empfehlen ihrer Vertretung, damit ſie fuͤr uns und mit <pb
n="48"/>ſobu bóchu proſéli wo Jėzuſowém Ṁeṅe, ha tak nam te Nadé boże
wuproſéli.

Déż jedén Cżwojek, kiż tu Żadoſcz ma wot Krala wėſtu Nadu dóſtacż, k
jenom’ Pżecżelei, Zaſtoinikei habé Swużownikei toho Krala ſo wobrocżi,
ha Toho proſé, zo bó wón tu joho Należnoſcz tom’ Kralei prėdknoſéw, ha
za ṅoho dobre Swowo zapowożiw —; hacż da budże z tém ta Majeſtoſcz ha
Hordoſcz toho Krala poṁeṅſchena? hacż pżez to tei tomu Kralei
ſwuſchaczei Tżeſczi żto woteṅdże?? Nė ſchak, zkeṙe tom’ Kralei na
Tżeſczi nėżto pżipaṅe, pżetoż nėt pżed tém Kralom mėſto Jenoho — Dwai ſo
kwonitai ha proſétai.

Z toholei Pżirunaṅa móże kóiżdé ſo doladacż, zo te na Pomocz Wowaṅo téch
Sẇatéch bożeje Tżeſcże ṅepoṁeṅſcha, ẇele jacz ju wilkoſcża.

Bóizke ṅeƀeſke Wėczé, dokelż mó wo naſchei cżwojetżei Rétżi za teſame
żanéch prawéch Swowow nimamó ṅemóżemó mó hinak wopżijecż, déżli wo
Pżirunaṅach z taikimi Wėczami, kiż nam jow znate ſu. Tohodla jo teiż
Jėſus te ſẇate Wėrnoſcże naibóle wo Pżirunaṅach prėdknoſéw.

Beztém, dokelż kóiżde Pżirunaṅo klacza, żane zczéwa powṅe ſo ṅetṙechi,
ṅeſṁe —, woſebṅe żtoż Pobotżnoſcże ha te pódla ſo ſtawacze naſtupa,
ṅeſṁe ſcho na krute wzate ha nawożane bócż.

Wo Pżirunaṅu ma ſo na kedżbu bracż ta Porunoſcz z Tém, na tżoż te
Pżirunaṅo pokaże; ma pak tola teiż ſo ladacż na tu Schelakoſcz, kiż
tṙebai pżi tém ſo namaka.

<pb n="49"/>

uns zugleich bitten in Jeſu Namen, und ſo uns die goͤttlichen Gnaden
erbitten.

Wenn ein Menſch, der das Verlangen hat vom Koͤnige gewiße Gnade zu
erlangen, ſich zu einem Freund, Beamten oder Diener des Koͤnigs wendet,
und dieſen bittet, er wolle ſeine Angelegenheit dem Koͤnig vortragen, und
fuͤr ihn ein gutes Wort einlegen —; wird dann dadurch die Majeſtaͤt und
Herrlichkeit des Koͤnigs verringert? Entgehet etwa hiedurch was der dem
Koͤnig gebuͤhrenden Ehre?? Nein doch, eher faͤllt dem Koͤnig an Ehre etwas
zu; denn nun beugen ſich vor dem Koͤnige ſtatt Einem ihrer Zwey und
bitten ihn.

Aus dieſem Gleichniß kann’s jeder erſehen, daß die Anrufung der Heiligen
die Ehre Gottes nicht verringert, vielmehr vergroͤßert.

Goͤttliche himmliſche Dinge, weil wir in unſerer menſchlichen Sprache fuͤr
dieſelben keine rechten Worte haben, koͤnnen wir nicht anders faſſen, als
in Vergleichungen mit ſolchen Dingen, die uns hier bekannt ſind.
Weswegen auch Jeſus die heiligen Wahrheiten groͤßtentheils in Gleichnißen
vorgetragen hat.

Indeſſen, da jedes Gleichniß hinkt, keines durchgaͤngig voͤllig paßt, darf
—, beſonders was Nebendinge und Nebenumſtaͤnde betrift, darf nicht alles
ſtrenge genommen und angewendet werden.

Im Gleichniße iſt zu beachten die Aehnlichkeit mit Dem, worauf das
Gleichniß deutet; doch muß man auch ſehen auf den Unterſchied, der etwa
dabei ſtatt findet.

<pb n="50"/>

Jenomu ſwėtnomu Kralei ſu te Należnoſcże ha Żadoſcże téch Podanow wilki
Tjel ṅeznate —. Cżi joho Pżecżelo ha Zaſtoiniczé móża joho wopaki
wobréchtuwacż, Jenoho jacz kwalicż, doſtoiniſchoho wumoluwacż, hacż
hódni jo; Druhoho jacz wohanicż hacż winoité jo. Jedén pżeklepané
kralowſki Zaſtoinik teiż zlóchka namaka zkradżne Pucże, po kotréchż
Tomu, kotromuż dobré jo, teiż pżecżiwo tei Woli toho Krala tola pomha;
ha Druhomu, kotromuż dobré ṅejo, tu wot Krala zwolenu Dobrotu hoṙedżerżi
habe pokrótzi. Jo drudé ſwóſchecż Podana prajicż: Tón naſch Kṅez Zeṁank
jo mi jara dobré, hale tón joho Schoſar ṁe pżeczé czẇeluẇe.

Tón ṅeƀ. Kral jo ſchohowėdomé, ſchitko pżelada, ṅemóże zhebané, pżecżiwo
ſwojei Woli k tżomu narétżané bócż, ƀez joho Wole nitżo ſo ſtacż ṅemóże.

Swėtni Kraloẇe ṅeradżi je widża, déż z ẇele Próſtwami nabėhuwani ſu;
nėkotzi kraſni żpatniſchi Podaṅo Pżileżnoſcże ṅenamakaja tomu Kralei tu
ſwóju Próſtwu prėdkpżiṅeſcz mócz.

Tón ṅeƀ. Kral pżéczé rad hoṙeƀeṙe te Próſtwe koiżdoho Cżwojeka, toho
naiżpatniſchoho Proſcheṙa runiſch kaiż toho woſobnoho Kṅeza.

Nėkotré ſwėtné Kral jo ſkupé, ſurowé; tak cżi, kiż joho hako taikoho
znaja, déż wot ṅoho nėżto dóſtacż czeidża, radſcho ſo dżerża k jenomu
joho Zaſtoinikei, kiż darné ha dobrocżiwé jo; k tomu maja jacz
Dowėrnoſcże, ha nadżija ſo pżez ṅoho te żadané dóſtacż.

<pb n="51"/>

Einem weltlichen Koͤnig ſind die Angelegenheiten und Wuͤnſche der
Unterthanen zum großen Theil unbekannt —. Seine Freunde und Amtsdiener
koͤnnen ihn falſch berichten, den Einen mehr loben und wuͤrdiger
ausmahlen, als er es werth iſt; den Andern mehr tadeln, als er es
ſchuldig iſt. Ein verſchmitzter koͤnigliche Beamte findet auch leicht
heimliche Wege, auf denen er Demjenigen, welchem er geneigt iſt, wohl
auch wider den Willen des Koͤnigs aushilft; und dem Andern, welchem er
abgeneigt iſt, die vom Koͤnige bewilligte Wohlthat aufhaͤlt oder
verkuͤrzet. Man hoͤrt zuweilen den Unterthanen ſagen: Unſer Herr Edelmann
iſt mir ſehr gut, aber ſein Verwalter quaͤlet mich immer.

Der himl. Koͤnig iſt allwiſſend, durchſchauet alles, kann nicht betrogen,
wider ſeinen Willen zu etwas beredet werden; ohne ſeinen Willen kann
nichts geſchehen.

Weltliche Koͤnige ſehen es ungern, ſo ſie mit vielen Bitten uͤberlaufen
werden; gar manche geringere Unterthanen finden keine Gelegenheit, dem
Koͤnig ihre Bitte vortragen zu koͤnnen.

Der himl. Koͤnig nimmt immer gern an die Bitten eines jeglichen Menſchen,
des geringſten Bettlers eben ſo, wie des vornehmen Herrn.

Mancher weltliche Koͤnig iſt karg, ſtrenge; daher jene, die ihn als
ſolchen kennen, ſo ſie von ihm etwas erlangen wollen, lieber ſich halten
zu einem ſeiner Beamten, welcher freigebig und guͤtig iſt; zu dieſem
haben ſie mehr Zutrauen, und hoffen durch ihn das verlangte zu erlangen.

<pb n="52"/>

Tón ṅeƀ. Kral jo tón naidarniſchi, naidobrocżiwſchi Kṅez; ſchitka
Dobrocżiwoſcz ſchitkich Sẇatéch podno tei bóizkei Dobrocżiwoſczi — jo
lėdém nėkaika Kapka podno czéwom’ Moṙu —. To ſebi móſlicż: Mói ſẇ.
Patrón jo nadniſchi, dobrocżiwſchi déżli Bóh tón Kṅez —; to bó bówa ta
naiẇetża Wupoſcz, jene Woṅetżeſcżeṅo Boha toho Kṅeza, kiż jo ha woſtaṅe
ta jenicżka naiẇetża Dobrota ha Dobrocżiwoſcz.

Te nėt zpómṅene Winé tżiṅa je drudé nuzṅe trėbne, zo Tón, kiż wot jenoho
cżwojetżoh’ Kṅeza wėſtu Nadu dóſtacż cze, dérbi dobre Swowa dawacż tém
joho Pżecżelam ha Zaſtoinikam.

Dokelż pak telei Winé pola Boha bócż ṅemóża; tak ſame na ſebi ṅejo nuzṅe
trėbne téch Sẇatéch na Pomocz proſécż —. Ta ſẇ. kh. Czérkej teiż żeni
ṅejo wuprajiwa, zo to nuzṅe trėbne jo, nėſchak; hale jo wuprajiwa, zo to
dobre ha wużitne jo.

Hale pżetżo jo to dobre ha wużitne?? Te nailėpſche Wotmojeṅo jo: Dokelż
Bohu ſo lubi na telei Waſchṅo te ſwoje Nadé wudżėlecż.

Bóh jo ſchitko z Nitżoh’ ztworiw —. K tóm’ jo żanoho Radnika,
Swużownika, Pomócznika ṅetṙebaw. Wėſczi ſchak móże wón teiz ſamlutki
ſchitko zdżerżecż, nas doſcz zakitacż ha wobwarnuwacż. Wón pak jo tola
téch ſẇ. Jandżelow k tom’ poſtajiw „nas Cżwojekow pėſtonicż, wotladacż,
k tei Zbóżnoſczi doẇeduwacż —. Tżohodla?? Dokelż Jomu tak ſo lubi.

Bohu ſu wėdome ſchė naſche Żadoſcże ha

<pb n="53"/>

Der himl. Koͤnig iſt der allerfreigebigſte, allerguͤtigſte Herr; alle Guͤte
aller Heiligen gegen die goͤttliche Guͤte — iſt kaum ein Troͤpflein gegen
das ganze Meer. Denken: Mein hl. Patron iſt gnaͤdiger, guͤtiger als Gott
der Herr —; das waͤre die allergroͤſte Thorheit, eine Entehrung Gottes des
Herrn, der da iſt und bleibt das einzige allerhoͤchſte Gut und Guͤte.

Die itzt gedachten Urſachen machen es zuweilen nothwendig, daß Der,
welcher von einem menſchlichen Herrn eine gewiße Gnade erlangen will,
daß er muß gute Worte geben deſſen Freunden und Amts-Dienern.

Da aber dieſe Urſachen bei Gott nicht ſtatt finden; ſo iſt es an ſich
ſelbſt nicht nothwendig die Heiligen anzurufen —. Die hl. k. Kirche hat
es auch nie ausgeſprochen, daß dieſes ſchlechterdings nothwendig ſey,
nein doch; ſondern hat ausgeſprochen, daß es gut und heilſam iſt. ♣In
Tridentino.♠

Aber warum iſt es denn gut und heilſam?? Die beſte Antwort iſt: Weil es
Gott gefaͤllt auf dieſe Weiſe ſeine Gnaden auszutheilen.

Gott hat alles aus Nichts erſchaffen —. Dazu hat er keinen Rathgeber,
Diener, Helfer gebraucht —. Ganz gewiß kann er auch blos allein alles
erhalten, uns genug ſchuͤtzen und beſchirmen. Gleichwohl hat er die hl.
Engel dazu beſtimmt „uns Menſchen zu ſchuͤtzen, abzuwarten, zur Seligkeit
zu leiten —. ♣Hebr.♠ 1, 4. Warum?? Weil es Ihm ſo gefaͤllt.

Gott ſind bekannt alle unſere Wuͤnſche und <pb n="54"/>Próſtwé; tṙeba
ṅejo, zo teſame bóchu Jomu wot Koho prėdkpżiṅeſene bówo. Piſa pak tola
Jap. Jan: Zo bożi Jandżelo wo Ṅeƀeſach te Próſtwé téch Wėriwéch Bohu
wopruẇu hako ṙeṅe woṅate Wėczé; kaiż teiż ton Arczjandżel Ravael tomu
Tobiaſei prajiw jo: Hacż té ze Sélzami ſo modleſche, tedém ſém ja te
twoje Modleṅo Bohu wopruwaw.

Pżetżo to? Dokelż Bohu tak ſo lubi. Cżwojetże Mudruwaṅa wo taikich
Wėczach nitżo ṅepwacża. Żtoż ſo Bohu lubi, to jo wėſczi praẇe, bórṅe
bóchmó mó teiż żaṅeje Winé pomėnicż ṅeẇedżeli.

Hodża pak ſo tola pomėnicż rozomne Winé, kotreż ſtrowé Rozom zlóchka
wopżijecż móże.

Déż té k Bohu ſo modliſch, ha tón twói S. Jandżel, habé tón twói ſẇ.
Patrón, kotromuż ſo porutżeſch, tu twoju Modlitwu Bohu podaẇe, za teƀe,
ha z tobu ſobu proſé; tak budże Bóh tón Kṅez nadwoje tżeſcżené, wot
teƀe, ha teiż wot twojoho Jandżela, habé ſẇ. Patroné.

Jėzus ſam jo ſlubiw: Żtóż mi ſwużi, Toho budże tón mói Wotſcz tżeſcżicż,
wohordoſcżicż. Ha Jap. Jan jacz krótż wrócża te Swowa, zo cżi Sẇacżi wo
Ṅeƀeſach z Bohom ſobu kraluẇu.

Tak wo Ṅeƀeſach nėt jacz ṅeiſu Swużownikoẇe, Swużowniczé, hale ſu
Kṅezoẇe, Kṅenje —. Bóh cze tak mėcż, zo woni hako lubi Pżecżelo pżi Nim,
wo Nim, ha z Nim ſobu kṅeża. Hai wo tém pótainém Wozjeẇeṅu <pb
n="55"/>Bitten; noͤthig iſt es nicht, daß Ihm dieſelben von Jemand
vorgetragen werden. Gleichwohl ſchreibt der Apoſtel ♣Joannes:♠ Daß die
hl. Engel im Himmel die Gebethe der Glaͤubigen Gott aufopfern als
wohlriechende Rauchwerke. ♣Apocal.♠ 5, 8. ♣et♠ 8, 3. Wie auch der
Erzengel Raphael dem Tobias geſagt hat: Als du mit Thraͤnen betheteſt,
damals hab ich dein Gebeth Gott aufgeopfert. ♣Tob.♠ 12, 12.

Warum das? Weil es Gott ſo gefaͤllt. Menſchliche Kluͤgeleyen in
dergleichen Dingen taugen nichts. Was Gott gefaͤllt, das iſt gewiß recht,
obſchon wir auch keine Urſache anzugeben wuͤſten.

Es laſſen ſich aber doch vernuͤnftige Urſachen angeben, die ein geſunder
Verſtand leicht faſſen mag.

Wenn du zu Gott betheſt, und dein hl. Engel, oder dein hl. Patron, dem
du dich empfahleſt, dein Gebeth Gott dem Herrn darreicht, fuͤr dich, und
mit dir zugleich bittet; ſo wird Gott der Herr gedoppelt geehret,
nemlich von dir, und auch von deinem Engel, oder hl. Patron.

Jeſus ſelbſt hats verheißen ♣Joan.♠ 12, 26. Wer mir dienet, den wird
mein Vater ehren, verherrlichen. Und der Ap. ♣Joannes♠ wiederhohlet
mehrmal die Worte, daß die Heiligen im Himmel mit Gott herrſchen.
♣Apocal.♠ 5, 10. ♣et♠ 20, 4. ♣et♠ 22, 5.

Alſo im Himmel ſind ſie nun nicht mehr blos Diener, Dienerinen, ſondern
ſind Herren und Herrinen —. Gott will’s ſo haben, daß ſie als liebe
Freunde bei Ihm, in Ihm und mit Ihm zugleich herrſchen. Ja in der
geheimen Offenbar. 3, 21. <pb n="56"/>Jėſus ſam praji: Tón Pżedobócżer
budże zo mnu na mojim Stole ſeidżecż.

Bóh téch Sẇatéch tżeſczi z tém, zo te jich Próſtwé dopelṅa —; tak ſu
woni Krale na Zemi, déż Bóh na Zemi ſo ſtawacż da, żtoż woni wo Ṅeƀeſach
żadaja —. Tak budża jow na Zeṁi pżed Cżwojekami wohordoſcżeni, déż cżi,
kiż jim ſo porutżeja, pżez nich wot Boha Dobroté dóſtawaja, ha to drudé
pżez zjawne Dżiwé.

Ṅech teiż jedén jara dobrocżiwé Kral kóiżdoho pżed ſo pużcża, kóiżdoho
Próſtwu ſam hoṙeƀeṙe; jo tola nėkotrékraſné żpatné Cżwojek po naturſkim
ſtraſchiwé pżed taikoho wilkoho Kṅeza ſtupicż, ha bóji ſo, zo tu ſwoju
Próſtwu ṅebudże praẇe prėdkpżiṅeſcz. Déż pak jedén kralowſki Pżecżel
habó Zaſtoinik joho pżewodża, za ṅoho, ha z nim ſobu proſé —; tak ma
ṁeṅe Stracha, jacz Kuraże ha Dowėrnoſcże.

Kóiżdoho Cżwojeka, déż rozpómni tu ſwoju Nikaikoſcz, Ṅelėpoſcz,
Braſchiwoſcż ha Ṅedoſtoinoſcz podno Bohu —, kóiżdoho dérbi Strach ha
Bojoſcz wobóncż, kaiż teiż Pawow wukaże z Bojoſczu ha z Tżepotaṅom za tu
Zbóżnoſcz ſo próczuwacż.

Pżed Bohom dérbi ſchak kóiżdé zatżepotacż —, nicz tak pżed témi Sẇatémi.
Déż ja ſebi nazpómṅu: Mói ſẇ. Patrón jo Cżwojek bów kaiż ja ſém; ha nėt
jo pola Boha zhordoſcżené; z bożeje Nadé jo wón tak wóſoko wuſtupiw; ha
déż wón za mṅe proſé, budże Bóh tón Kṅez mi nadné —; tak wo mni tón
Strach <pb n="57"/>ſagt Jeſus ſelbſt: Der Ueberwinder wird mit mir auf
meinem Throne ſitzen.

Gott ehret die Heiligen dadurch, daß er ihre Bitten erfuͤllet —; ſo ſind
ſie Koͤnige auf Erden, da Gott auf Erden geſchehen laͤßt das, was ſie im
Himmel verlangen —. So werden ſie hier auf Erden vor den Menſchen
verherrlichet, da jene, die ihnen ſich empfehlen, durch Sie von Gott
Wohlthaten erhalten, und das zuweilen durch offenbare Wunder.

Mag auch ein ſehr guͤtiger Koͤnig jeden vor ſich laſſen, eines jeden Bitte
ſelbſt aufnehmen; iſt denn doch mancher geringe Menſch natuͤrlicher Weiſe
ſchuͤchtern vor einen ſo großen Herrn zu treten, und fuͤrchtet, daß er
ſeine Bitten nicht werde gehoͤrig vorbringen. So aber ein koͤniglicher
Freund oder Beamte ihn begleitet, fuͤr ihn, und mit ihm zugleich bittet
—; nun hat er weniger Angſt, mehr Muth und Vertrauen.

Jeden Menſchen, wenn er erwaͤget ſeine Nichtswerthigkeit,
Ungeſchicklichkeit, Gebrechlichkeit und Unwuͤrdigkeit gegen Gott —, jeden
muß Angſt und Furcht anwandeln, wie auch Paulus mahnet mit Furcht und
Zittern fuͤr die Seligkeit zu arbeiten. ♣Philip.♠ 2, 12.

Vor Gott muß doch jeder erzittern —, nicht ſo vor den Heiligen. Wenn ich
mir vorſtelle: Mein hl. Patron iſt ein Menſch geweſen wie ich’s bin; und
nun iſt er bei Gott verherrlichet —; durch Gottes Gnade iſt er ſo hoch
geſtiegen; und ſo er fuͤr mich bittet, wird Gott der Herr mir gnaͤdig ſeyn
—; dadurch wird in mir die Aengſtlichkeit <pb n="58"/>wotebera, ta
Dowėrnoſcz k Bohu pżibera; ha tak ſém ja podobniſchi Nadu dóſtacż.

Prėdkpoſtaimó ſebi dwej’ Kṅezow. Tón jedén koiżdoho Proſcheṙa pżed ſo
pużcża, kóiżdoho Próſtwu dopelṅa, zatém hacż ſo hodżi; hale te Próſtwé,
kotreż Nėchtó pżez Koho druhoho podaẇe —, te hoṙeṅebeṙe. Tón druhi
hoṙebeṙe te Próſtwé, kotreż Jomu kóiżdé ſam prėdkpżiṅeſe, ha teiż
hoṙebeṙe te Próſtwé, kotreż Jomu pżez jenoho druhoho dobroho Pżecżela
prėdkpżiṅeſe —. Kotré wot ṅeju jo pėkniſchi —? Żto jo za téch Pótrėbnéch
lėpe —, k Dóſtacżu teje Miwoſcże lutke jene Duṙe, habó ẇele Duṙi
wotewṙene mecż??

Bóh jo tón naipėkniſchi Kṅez; wón hoṙebeṙe te Próſtwé, kotréż mó Jomu
ſami prėdkpżiṅeſemó; ha wón teiż hoṙebeṙe te Próſtwé, kotreż Jomu pżez
téch joho Sẇatéch prėdkpżiṅeſemó. Zo wo nas bó pżibówa to Dowėrnoſcz k
Ṅomu, wón z Dobrocżiwoſcże k tei naſchei cżwojetżei Swaboſczi ha
Mólicżkoſczi ſam ſo tak dele zkhila, kaiż ta dobrocż wa Macż ſo zkhila k
ſwojomu Dżėſcżu, déż je za Ruku wodżi.

Jedén wot Naturé jara dobrocżiwé Kral jo dṙe pżeczé k Ponadżeṅu
nakhilené; żtoż na nim leiżi, wón cze, teiż wilkich Zwóſcznikow cze
ponadżicż; hale ta Prawda tu joho Dobrocżiwoſcz hoṙedżerżi, déż tżiſcże
żana rozomna Wina k Ponadżeṅu ſo ṅenamaka.

Joli zo pak nėkotzi kralowſczé Zaſtoiniczé, nėkotzi Generoloẇe, kiż tomu
Kralei ha tomu Krajei woſebṅe deṙe ſwużili ſu —; joli zo Taiczé<pb
n="59"/>perringert, das Vertrauen zu Gott geſtaͤrket; und ſo bin ich
faͤhiger Gnade zu empfangen.

Denken wir uns zwey Herrn. Der eine laͤßt jeden Bittenden vor ſich,
erfuͤllet die Bitte eines jeden, inſoweit es thunlich iſt; jedoch jene
Bitten, die ihm Jemand durch einen andern darbringt —, nimmt er gar
nicht an. Der andere nimmt an die Bitten, welche Ihm jeder ſelbſt
vorbringt, und nimmt auch an die Bitten, welche er Ihm durch einen
andern guten Freund darbringt —. Welcher aus beiden iſt beſſer —? Was
iſt fuͤr die Duͤrftigen beſſer —, zur Erlangung der Barmherzigkeit eine
einzige Thuͤre, oder viele Thuͤren por ſich geoͤffnet zu haben??

Gott iſt der allerbeſte Herr; er nimmt an die Bitten, welche wir Ihm
ſelbſt vorbringen; und er nimmt auch an die Bitten, welche wir Ihm durch
ſeine Heiligen vorbringen. Auf daß in uns zunehme das Vertrauen zu Ihm,
neigt er ſich, aus Guͤte neigt er ſich herab zu unſerer menſchlichen
Schwaͤche und Kleinheit, wie etwa eine guͤtige Mutter ſich beuget zu ihrem
Kinde, da ſie es bei der Hand fuͤhret.

Ein von Natur ſehr guͤtiger Koͤnig iſt wohl immer zur Begnadigung geneigt;
ſo viel an ihm liegt, will er, auch große Uebelthaͤter will er
begnadigen; jedoch die Gerechtigkeit haͤlt ſeine Guͤte zuruͤck, wenn gar
keine vernuͤnftige Urſache zur Begnadigung ſich vorſindet.

Wenn aber einige koͤnigliche Beamten, einige Generale, die dem Koͤnig und
dem Lande trefflich gute Dienſte geleiſtet haben —; wenn Solche <pb
n="60"/>za toho Winwatoho te Ponadżeṅo proſcha —; nėt ma tón Kral
rozomnu Winu tei ſwojei Dobrocżiwoſczi tu Woteiżku pużcżicż, toho
Winwatoho ponadżicż Tak jo tón dobrocżiwé Kral David jedénmól ponadżiw
toho lózéſkoho Abſolona, déż ton joho prėni Generol Joab za ṅoho
proſcheſche; ha to ſo Davidei deṙe luƀeſche.

Bóh tón Kṅez jo ze ſoſamoho k Dobrocżiwoſczi nakhilené; hale wón jo teiż
zprawné; ha ta Prawda wotdżerżuẇe tu joho Dobrocżiwoſcz wot toho
Ponadżeṅa, déż mó k tom’ Ponadżeṅu jara ṅepodobni ſmó.

Déż pak cżi joho lubi Pżecżelo, cżi Sẇacżi za nas proſcha, wo teilei
zaſtupnei Próſtẇe wón Winu namaka k tomu Ponadżeṅu.

Te Próſtwé téch Sẇatéch Boha k Smėlnoſczi ṅezhnuja, nė ſchak; ze ſo ſa
moho jo wón k Smėlnoſczi hiżo nakhilené; ta Próſtwa téch Sẇatéch pak
zpokoji tu Prawdu, déż tak ṙecz zawadża tu naſchu Lózoſcz ha
Ṅedoſtoinoſcz. Ha to ſo Bohu lubi.

Tohodla cżi Izraelitoẇe, déż wo Nuzé k Bohu ſo wowachu —, wo ſwojim
Modleṅu ṁenuwachu téch ſwojich ſẇatéch Wótſczow Abrahama, Izaaka, Jakuba
—; hako bóchu Bohu prajili: Ṅeladai na tu naſchu Lózoſcż ha Ṅeſwėru,
hale ladai na tu Pėknoſcz ha Swėru Abrahama, Izaaka, Jakuba, kotréchż
Dżėcżi mó ſmó.

Ha Bóh ſam pżez toho Provetu Izajija prajeſche: Te Mėſto Jėruzalem czu
ja zakitacż moiedla, ha mojoho Swużownika Davida dla. ♣NB.♠ David bė
tedém hiżo na tzi Sta Lėt’ zemṙeté.

<pb n="61"/>

fuͤr den Schuldigen die Begnadigung bitten —; nun hat der Koͤnig
vernuͤnftige Urſache ſeiner Guͤtigkeit freien Lauf zu laſſen, den
Schuldigen zu begnadigen. So hat der gutherzige Koͤnig David einmal
begnadiget den boͤſen Abſalon, da ſein erſter General ♣Joab♠ fuͤr
denſelben bath; und das gefiel dem David. 2. ♣R.♠ 14.

Gott der Herr iſt aus ſich ſelbſt zur Milde geneigt; allein er iſt auch
gerecht; und die Gerechtigkeit haͤlt ſeine Milde von der Begnadigung ab,
wenn wir zur Begnadigung allzuſehr unfaͤhig ſind.

Wenn aber ſeine lieben Freunde, die Heiligen fuͤr uns bitten, in dieſer
Fuͤrſprache ſindet Er Urſache zu der Begnadigung.

Die Fuͤrbitte der Heiligen beweget Gott nicht zur Milde, nein doch; aus
ſich ſelbſt iſt Er ſchon zur Milde geneigt; wohl aber befriediget die
Bitte der Heiligen die Gerechtigkeit, da ſie unſere Boͤsartigkeit und
Unwuͤrdigkeit ſo zu ſagen umſchleyert. Und das gefaͤllt Gott.

Daher pflegten die Iſraeliten, wenn ſie in der Noth Gott anriefen, in
ihrem Gebethe zu nennen ihre heiligen Vaͤter Abraham, Iſaak, Jakob —; als
ob ſie zu Gott ſpraͤchen: Sehe nicht auf unſere Bosheit und Untreue,
ſondern ſehe auf die Froͤmmigkeit und Treue Abrahams, Iſaaks, Jakobs,
deren Kinder wir ſind.

Und Gott ſelbſt ſagte durch den Propheten Jeſaias 37, 35: Die Stadt
Jeruſalem will ich ſchuͤtzen um meiner ſelbſt willen, und um meines
Knechtes David willen. ♣NB.♠ David war damal ſchon beinahe dreyhundert
Jahre verſtorben.

<pb n="62"/>

Tém Hordżiwém Bóh ſam ſo napżecżo ſtaja; tém Poniżném pak Nadu dawa.
Bohu nitżo tak pżecżiwne ṅejo, hako te wupo Hordżeṅo, déż jedén ſebi zda
néżto bócż, ha na ſoſamoho twari. Jacz té tu twoju Żpatnoſcz ha Ṅemócz
zpóznajeſch, ha wo témlei Zpóznacżu pėkṅe ſo pontżeſch —; podobniſchi ſé
boże Nadé do ſo hoṙe bracż, kaiż wuprózṅene Sudoẇo.

Te na Pomocz Wowoṅo téch Sẇatéch jo jedén duſchné Potżink teje kż.
Poniżnoſcże.

Ja je deṙe wėm, zo Bóh jo tón ṅezkóncżṅe dobrocż wé Kṅez; ja mam ha
wobdżerżu k ṅomu czéwu moju Domėrnoſcż. Ja pak teiż ſam ſo tżuju, ha
wuznaju, zo ja ſém jedén jara huƀené Cżwojek, powné Rėchow ha
Nedozpownoſcżow; wo bótzkich Wėc ach jara ṅewėdomé ha ṅelepé — ja haklei
w Żtancże neiſém, tu moju Modlitbu ha Próſtwu Bohu tom’ Kṅezei, tak kaiż
ſo pżiſwuſcha, praẇe prėdkpżiṅeſcz.

Wo Zpóznacżu mojej Ṅezamóżitoſcże wowamja na Pomócz téch Sẇatéch, zo
woni za mṅe, ha zo mnu ſoƀu bóchu wo Jėzuſowém Meṅe proſéli —; ha tak
to, żtoż mi zbrachṅe, tola k Tjelu bó zarunane bówo.

Tón Potżink wutrobṅeje Poniżnoſcże, kiż wo tém na Pomocz Wowaṅu téch
Sẇatéch ſo ſkutkuẇe, jo dṙe ta naiẇetża Wina, zo telei ſtare kż. kh.
Waſchṅo Bohu jara deṙe ſo lubi.

Bó-li pak jedén ſebi móſliw: Ja dżén móżu ſam Boha proſécż runiſch tak
deṙe hako cżi Sẇacżi —; pżetżo dérbjaw jim dobre Swowa dawacż? Tón bó

<pb n="63"/>

Den Hochmuͤthigen widerſteht Gott ſelbſt; den Demuͤthigen aber gibt er
Gnade. 1. ♣Petr.♠ 5, 5. Gott iſt nichts ſo ſehr zuwider, als das alberne
Großthun, da einer ſich duͤnkt etwas zu ſeyn, und auf ſich ſelbſt bauet.
Jemehr du deine Geringheit und Ohnmacht erkenneſt, und in dieſer
Erkenntniß dich fein demuͤthigeſt —; je faͤhiger biſt du die Gnaden Gottes
in dir aufzunehmen, wie ein ausgeleertes Gefaͤß.

Die Anrufung der Heiligen iſt ein treſflicher Akt der chriſtl. Demuth.

Ich weiß es gar wohl, daß Gott der unendlich guͤtige Herr iſt; ich habe
und behalte zu Ihm mein ganzes Vertrauen. Ich fuͤhle mich aber auch
ſelbſt, und bekenne, daß ich ein ſehr elender Menſch bin, voll der
Suͤnden und Unvollkommenheiten; in goͤttlichen Dingen ſehr unwiſſend und
ungeſchickt, bin ich gar nicht im Stande, mein Gebeth und Bitten Gott
dem Herrn, ſo wie ſichs gebuͤhret, recht vorzutragen.

In Erkenntniß meines Unvermoͤgens rufe ich zur Hilfe die Heiligen, auf
daß ſie fuͤr mich und mit mir zugleich in Jeſu Namen bitten moͤgen —; und
ſo das, was mir abgehet, doch zum Theile erſetzt werde.

Der Akt herzlicher Demuth, die in der Anrufung der Heiligen geuͤbet wird,
iſt wohl die groͤßte Urſache, daß dieſer alte chriſtliche k. Gebrauch
Gott ſehr wohl gefaͤllt.

So aber einer daͤchte: Ich kann ja ſelbſt Gott bitten eben ſo gut wie die
Heiligen —; warum ſollte ich ihnen gute Worte geben? Der wuͤrde <pb
n="64"/>ſo runaw tom’ hordom’ Varizeerei, kotrohoż Modleṅo wot Boha
zacżiſṅene jo. Bėda Tomu, kiż hordżiẇe na ſoſamoho ſo zpużcża —!

Wo Khavarnaum na Sṁercż khoré leiżeſche jenoho Rómſkoho Hawptmana
Swużownik. Tón Hawptman póſuwa k Jėzuſei nėkotréch żidowſkich Starſkich
proſécż za Wuſtroẇeṅo toho Khoroho. Cżi Wotpóſuwani jara nuterṅe
proſchachu, ha prajachu Jėzuſei: Tónlei Cżwojek jo je hódni, zo jomu
tulei Nadu wopokażeſch; pżetoż wón lubuẇe tón naſch Lud, ha jo nam
Synagogu natwariw. Na to Jėzus: Ja czu pżincż toho Khoroho wuſtrowicż;
ha nédém znimi ſobudżéſche.

Ha déż wón bė ṅedaloko wot teje hawptmanoweje Khėiże, póſwa jomu tón
Hawtman napżecżo ſwojich Pżecżelow, ha da jom’ prajicż: Kṅeże, ṅetżiṅ
ſebi taikeje Próczé; ja ṅeiſém doſtoiné, zo Té bó pód moju Tżėchu
nutzzaſchow; tohodla ja teiż neiſém ſo ſamoho za hódnoho dżerżaw — ſam k
Tebi hicż; ṙek jenoi Swowo, ha tón mói Swużownik budże wuſtroẇené.

Nėt ſo Jėzus wobrocżi k tom’ Ludei, kiż za nim dżėſche, ha ṙekné:
Taikeje Wėré, kaiż tónlei Czuzowné ma, ſém ja wo Izraelitach ṅenamakaw
—. Ha wón ṙekné tomu Hawtmanei, t. r. da jomu prajicż z témi póſuwanémi
Pżecżelemi: Kaiż té wėriw ſé, tak ſo cżi ſtaṅ. Ha wo teiſamei Żtundże bó
tón Swużownik wuſtroẇené.

Tónlei Hawotmann z Poniżnoſcże ſo ṅezważi ſam k Jėzuſei hicż; dokelż bė
pohanſki Czuzownik; mėſto ſo póſwa wón <pb n="65"/>ſich gleich machen
dem hochmuͤthigen Phariſaͤer, deſſen Gebeth von Gott verworfen worden.
Wehe Dem, der ſtolz auf ſich ſelbſt ſich verlaͤßt!

Zu Kapharnaum lag todtkrank eines Roͤmiſchen Hauptmanns Diener. Der
Hauptmann ſendete zu Jeſu einige juͤdiſche Aelteſten um zu bitten fuͤr
Geneſung des Kranken. Die Abgeſendeten baten ſehr eifrig, und ſagten zu
Jeſu: Dieſer Menſch iſt es wuͤrdig, daß du ihm dieſe Gnade erzeigeſt;
denn er liebet unſer Volk, und hat uns eine Synagoge erbauet. Darauf
Jeſus: Ich will kommen den Kranken zu heilen; und ſogleich gieng er mit
ihnen.

Und da er nicht weit von des Hauptmanns Hauſe war, ſchickte der
Hauptmann ſeine Freunde ihm entgegen, und ließ ihm ſagen: Herr, bemuͤhe
dich nicht ſo; ich bin nicht wuͤrdig, daß du unter mein Dach eingeheſt —;
weswegen ich auch mich ſelbſt nicht werth geachtet — ſelbſt zu Dir zu
gehen, ſprich nur ein Wort, und mein Diener wird geſund werden.

Nun wendete ſich Jeſus zu dem Volke, das ihm nachgieng, und ſprach:
Einen ſolchen Glauben, wie dieſer Fremdling hat, habe ich unter
Iſraeliten nicht gefunden —. Und er ſprach zu dem Hauptmann, d. h. ließ
ihm ſagen durch die geſendeten Freunde: Wie du geglaubet, ſo geſchehe es
dir. Und in derſelben Stunde ward der Diener geſund. ♣Luc.♠ 7.

Dieſer Hauptmann erkuͤhnte ſich aus Demuth nicht ſelbſt zu Jeſu zu gehen,
weil er ein heydniſcher Fremdling war; ſtatt ſeiner ſendete er die <pb
n="66"/>żidowſkich Starſkich, kotréchż za ẇele doſtoiniſchich
dżerżeſche, déżli ſo ſamoho; wón ṅetwaṙeſche na ſo, hale na tu jich
zaſtupnu Próſtwu. Talei wutrobna Poniżnoſcz tu joho Wėru ha Dowėrnoſcz k
Jėzuſei zdozpownoſcżi, joho Jézuſei zpodobnoho tżiṅeſche.

S. Sczenik Matthej piſa: Tón Hawptman k Jėzuſei pżiṅdże. Wo téchlei
Swowach jo Pótainoſcz —. Kah ſo k Jėzuſei pżiṅdże? Tṙebai z Nohomai? Nė,
hale z tej Wutrobu. Tón Hawptman mėjeſche jacz Wėré k Jėzuſei, ha teiż
jacz Poniżnoſcże, hacż cżi wot ṅoho Póſuwani; cżilei pżiṅdżechu k
Jėzuſei z Nohomai; wón ſam pak k Jėzuſei ſo pżibliżuwaſche z jenej’
wėriwej’ poniżnej’ Wutrobu; ha tak bė pżed Jėzuſom doſtoiniſchi, déżli
cżi, kotréchż wón za doſtoiniſchich dżerżeſche.

Żtó pżed Bohom woprawdże doſtoiniſchi jo, to mó ṅewėmó. To pak jo tola
wėſte: Maſch té wilku Wėru na ſo ſamoho; móſliſch ſebi: Ja ſam móżu
runiſch tak deṙe Jėzuſa proſécż hako Żtó druhi, hako Pėtér, Pawow, habó
druzé Sẇacżi —; oh! talei króbwa horda Mós tebe Jėzuſei wohidnoho tżini.
Bó-li teiż Nėchtó woprawdże hiżo ſẇacżiſchi ha doſtoiniſchi bów, hacż
cżiſami ſu, kotréchż zaſtupnu Próſtwu żada; ta poniżna Wutroba tola joho
nailėpe kmanoſczi k Dóſtacżu jaczé Nadow bożich; ƀez teje Poniżnoſcże
pak móżno ṅejo Bohu ſo lubicż.

Déż dwai romadże zjenoh’ Pacżeṙe zpėwatei, k Pż. Michaw ha Jakub; ha tón
Michaw <pb n="67"/>Aelteſten der Juden, die er fuͤr viel wuͤrdiger hielt,
als ſich ſelbſt; er bauete nicht auf ſich, ſondern auf derſelben
Fuͤrſprache. Dieſe herzliche Demuth war es, die ſeinen Glauben, ſein
Vertrauen zu Jeſu vervollkommnete, ihn Jeſu wohlgefaͤllig machte.

Der hl. Evangeliſt Matthaͤus ſchreibt ♣c. 8. v.♠ 5. Der Hauptmann kam zu
Jeſu. In dieſen Worten iſt ein Geheimniß —. Wie kommt man zu Jeſu? Etwa
mit Fuͤſſen? Nein, ſondern mit dem Herzen. Der Hauptmann hatte mehr
Glauben zu Jeſu, und auch mehr Demuth, als die von ihm Abgeſendeten;
dieſe kamen zu Jeſu mit Fuͤſſen; er ſelbſt aber nahete ſich zu Jeſu mit
einem glaͤubigen demuͤthigen Herzen; und ſo war er vor Jeſus wuͤrdiger, als
jene, die er fuͤr wuͤrdiger hielt.

Wer vor Gott in der That wuͤrdiger ſey, das wiſſen wir nicht. Das aber
iſt doch gewiß: Haſt du großen Glauben auf dich ſelbſt; denkſt dir: Ich
ſelbſt kann eben ſo gut Jeſum bitten, als Jemand anderer, als Petrus,
Paulus, oder andere Heiligen —; o! dieſe kuͤhne hochmuͤthige Geſinnung
macht dich vor Jeſus gehaͤßig. Waͤre auch Jemand wirklich ſchon heiliger
und wuͤrdiger, als diejenigen ſind, deren Fuͤrſprache er verlangt; das
demuͤthige Herz faͤhiget ihn gleichwohl am beſten zum Empfang mehrerer
goͤttlichen Gnaden. Ohne der Demuth aber iſts nicht moͤglich Gott zu
gefallen.

Wenn zwey zuſammen gemeinſchaftlich bethen, z. B. Michael und Jakob; und
der Michael <pb n="68"/>ſebi móſli: Żtoż tei mojei Pobożnoſczi zbrachṅe,
to ṅech zaruna ta Pobożnoſcz mojoho Sobutowarſcha Jakuba; Jakub pak ſebi
móſli: Żtoż mi zbrachṅe, to ṅech zaruna ta Pobożnoſcz mojoho Sobuzpėwaṙa
Michawa —; talei wutrobna Poniżnoſcz wobeju Modleṅo Bohu zpodobne tżini.
Kotré wot ṅeju lėpe ſo modli, to Bóh wė; naizkeṙſcho żadén powṅe deṙe ſo
ṅemodli; hale wutrobna Poniżnoſcz te Dólcżki nailėpe zaruna.

Mudri Kżeſczieṅo żeni ṅetwaṙa na ſo ſaméch; wo kż. Poniżnoſczi ſo
porutżeja — nicz ſamotṅe tém Sẇatém wo Ṅeƀeſach, hale teiż druhim hiżcże
jow na Zeṁi pżebówaczém ſwojoh’ ruṅa Cżwojekam, woſobṅe tém Khudém,
kotrémż Jamóżnu dżėla, prajiczé: Zpėwaicże Pacżeṙe, proſchcże Boha za
mṅe.

Tak teiż kż. Kraja Kṅeżicżer, déż ta joho Mandżelſka, habé druha
Prénczeſina joho Dwora wot Boha żonuwana k Porodei ſo pżibliża —; to
żada: Zo wo ſchitkich Czérkẇach joho Podani bóchu Boha proſéli za zbóżne
Wotẇazaṅo.

Żtóż tolei ſebi rozmóſla, dérbi, ſchak dopanécż na taikelei rozomne
Wuſudżeṅo: Jo praẇe, jo dobre ha wużitne ſo porutżecż tei zaſtupnei
Próſtẇe taikich Cżwojekow, wot kotréchż ja wėſté neiſém, hacż ſu
Pżecżelo habó Ṅepżecżelo bożi; hacż pola Boha wo Nadże habó Ṅenadże
ſteja; kah ṅedjawo praẇe, dobre ha wużitne bócż, ſo porutżecż tei
zaſtupnei Próſtẇe téch Sẇatéch, kiż tola wėſczi lubi Pżecżelo bożi ſu?
Ja dżén dérƀaw tón mói ſtrowé Ro<pb n="69"/>bei ſich denkt: Was meiner
Andacht gebricht, das mag erſetzen die Andacht meines Mitgeſellen Jakob;
Jakob dagegen bei ſich denkt: Was mir abgehet, das mag erſetzen die
Andacht meines Mitbethers Michael —; dieſe herzliche Demuth macht beider
Gebeth Gott wohlgefaͤllig. Welcher aus ihnen beßer bethet, das weiß Gott;
wohl mag keiner vollkommen gut bethen; jedoch die herzliche Demuth
ergaͤnzet am beſten das Mangelhafte.

Kluge Chriſten bauen nie auf ſich ſelbſt; in chriſtl. Demuth empfehlen
ſie ſich — nicht nur den Heiligen im Himmel, ſondern auch andern noch
hier auf Erden wandelnden ihresgleichen Menſchen, insbeſondere den
Armen, denen ſie Allmoſen ſpenden, ſprechend: Bethet, bittet Gott fuͤr
mich.

So auch ein chriſtl. Landes-Herr, da ſeine Ehegattin, oder eine andere
Prinzeſſin ſeines Hofes von Gott geſegnet, der Geburt ſich naͤhert —;
verlangt es, daß in allen Kirchen ſeine Unterthanen ſollen Gott bitten
um gluͤckliche Entbindung.

Wer das ſich uͤberdenket, muß, unwillkuͤhrlich muß er verfallen auf ein
ſolches vernuͤnftiges Urtheil: Iſt es recht, iſt es gut und nuͤtzlich —
ſich empfehlen der Fuͤrbitte ſolcher Menſchen, von denen ich nicht ſicher
bin, ob ſie Freunde oder Feinde Gottes ſeyn —; ob ſie bei Gott in Gnade
oder Ungnade ſtehen; wie ſollt’ es nicht recht, gut und nuͤtzlich ſeyn —
ſich empfehlen der Fuͤrſprache der Heiligen, die doch gewiß liebe Freunde
Gottes ſind? Ich muͤſte ja meinen geſunden Ver<pb n="70"/>zom
wotpowożicż, pṙedé hacż bóch ṙecz czéw: To ṅejo praẇe, to ṅejo dobre ha
wużitne.

§. 5. Kah cżi Sẇacżi za nas proſcha?

Kah Jandżelo ƀeſobu rétża, na kaike Waſchṅo woni jedén tom’ druhom’ tu
ſwoju Mós wozjeẇeja —; wot toh’ ſebi mó żanoho duſchnoho Prėdkpoſtajeṅa
zmóſlicż ṅemóżemó.

Cżi Sẇacżi wo Ṅeƀeſach ſu Jandżelam zrunani. Kah woni ƀeſobu rétża; kah
z Bohom ha k Bohu rétża, kah jomu te naſche Próſtwé prėdknoſcha —; to mó
wo témlei Żiẇeṅu nidé wopżijecż ṅemóżemó.

Jap. Jan piſa: zo jo widżaw téch Sẇatéch pżed bożim Stowom; woni mėjachu
zwocżane Schole, powne ṙeṅe woṅatéch Wėczow; to ſu te Modleṅa téch
Sẇatéch. Jedén Jandżel mėjeſche zwocżané Kadnik; Tomu bóchu te woṅate
Wėczé podate; wón wot ṅich kadżeſche; ha tón Kad wot Modleṅow téch
Sẇatéch pżed Bohom hoṙeſtupaſche.

Kóiżdé móże ſo doladacż, zo to ſamotṅe jene Znaṁo jo —. Wo témlei Znaṁu
pak jo tola to zjawṅe doſcz pokazane: zo Jandżelo ha cżi Sẇacżi wo
Ṅeƀeſach Bohu podawaja ha podeperaja te Modleṅa ha Próſtwé, kotreż cżi
Wėriwi jow na Zemi wobréchtuẇu, ha zo to Bohu ṙeṅe woṅa, t. r. deṙe ſo
zpodoba.

Tedém, hacż Żidża wot Pohanow jara bóchu téſchnoſcżeni, tedém bó tón
Ẇednik żidowſkich Wóiſtwow Judas ponadżené z taikimlei Widżeṅom:

Wón widżeſche toho ṅedawno wumṙetoho Wó<pb n="71"/>ſtand ablegen, bevor
ich ſagen wollte: Das iſt nicht recht, das iſt nicht gut und nuͤtzlich.

§. 5. Wie die Heiligen fuͤr uns bitten?

Wie die Engel unter einander reden, auf welche Weiſe ſie einer dem
andern ihren Sinn kund thun —; davon koͤnnen wir uns keine rechte
Vorſtellung machen.

Die Heiligen im Himmel ſind den Engeln gleich. Wie ſie unter einander
reden, wie ſie mit Gott und zu Gott reden, wie ſie Ihm unſere Bitten
vortragen —; das koͤnnen wir in dieſem Leben nie begreifen.

Der Apoſtel Johannes ſchreibt: Er habe geſehen die Heiligen vor dem
Throne Gottes; ſie hatten goldene Schaalen, voll des Rauchwerks; das
ſind die Gebethe der Heiligen. Ein Engel hatte ein goldenes Rauchfaß;
dieſem ward von dem Rauchwerk gegeben; er raͤucherte davon; und der Rauch
von den Gebethen der Heiligen ſtieg vor Gott in die Hoͤhe. ♣Apocal. 5, 8.
et♠ 8, 3.

Jeder kann einſehen, daß dieſes blos ein Sinnbild iſt —. In dieſem
Sinnbilde aber iſt doch dieſes klar genung angezeiget, daß die Engel und
Heiligen im Himmel Gott darreichen und unterſtuͤtzen die Gebethe und
Bitten, welche die Glaͤubigen hier auf Erden verrichten; und daß dieſes
Gott lieblich riecht, d. h. ſehr wohl gefaͤllt.

Damals, als die Juden von den Heyden ſehr geaͤngſtiget wurden, damals
ward der Anfuͤhrer des juͤdiſchen Heeres Judas begnadiget mit einem
ſolchen Geſicht:

Er ſah den unlaͤngſt geſtorbenen Ho<pb n="72"/>ſchoh’ Mėſchnika Oniaſa,
kiż jom’ znaté bė; Onias tei ſwojei Ruczé k Ṅebju zbėhaſche, za téch
Żidow proſcheſche. Pódla ṅoho widżeſche jenoho druhoho tżeſcżownoho
Muża, kotrohoż ṅeznajeſche. Ha Onias jom’ ṙekné: Tónlei jo tón bożi
Proveta Jeremias, kiż jara proſé za tón Lud, ha za te Mėſto Jėruzalem.

Na to Jeṙemias jomu poda jedén zwocżané Ṁetż, prajiczé: Woz tónlei Ṁetż
wot Boha, z témſamém budżeſch téch Ṅepżecżelow porazécż.

Jeremias ha Onias tedém hiżcże ṅebėſchtai w Ṅeƀeſach wo Wużiwaṅu
bóizkoho Woblitża, hale wo tém Kliṅe Abrahama, habé wo tei Prėdkheli —;
ſtei pak tola Boha proſéwoi za téch Żidow ha jim Pomocz wuproſéwoi.

Judas jo widżaw toho Oniaſa Ruczé zbėhacż —. To bė jene Znaṁo. Dokelż mó
jow na Zeṁi, déż k Bohu ſo wowamó, Ruczé hoṙezbėhamó, bó jomu Onias wo
témlei wonkotżném Potżinku pokazané, jomu k zrozeṁeṅu dacż, zo Onias za
nich Boha proſé.

Z toho pak ſo tola ṅeda wuſudżicż, zo cżi Sẇacżi, déż za nas proſcha,
teiż taike Swowa ha Potżiṅki nawożeja, kaiż je mó jow na Zeṁi tżinimó.

Jėzus, déż wo tei Zarodże Jethſemani k tom’ ṅeƀ. Wótſczei ſo modleſche,
jo na Kolena padaw, k Zeṁi dele ſo pokwoṅaw —. Ha Jap. Pawow piſa: Jėzus
jo wo téch Dnach ſwojoho Mjaſa, t. r. ſṁertnoho Żiẇeṅa, Próſtwé ha
Zdéchuwaṅa z wó<pb n="73"/>hen. Prieſter Onias, der ihm bekannt war;
Onias hob ſeine Haͤnde empor zum Himmel, bethete fuͤr die Juden. Neben ihn
ſah er einen andern ehrwuͤrdigen Mann, den er nicht kannte. Und Onias
ſagte ihm: Dieſer iſt der Prophet Gottes ♣Jeremias,♠ der garſehr bittet
fuͤr das Volk, und fuͤr die Stadt Jeruſalem.

Hierauf uͤberreichte ihm Jeremias ein goldenes Schwert, ſprechend: Nimm
dieſes Schwert von Gott, mit demſelben wirſt du die Feinde ſchlagen. 2.
♣Mach.♠ 15, 12.

Jeremias und Onias waren damals noch nicht im Himmel im Genuße des
goͤttlichen Angeſichts, ſondern in dem Schoos Abrahams, oder in der
Vorhoͤlle —; gleichwohl haben ſie Gott gebethen fuͤr die Juden, und ihnen
Hilfe erbethen.

Judas hat geſehen den Onias die Haͤnde aufheben —. Das war ein Sinnbild.
Weil wir hier auf Erden, da wir zu Gott rufen, die Haͤnde aufheben, ward
ihm Onias in dieſer aͤußerlichen Geberde gezeiget, ihm zu verſtehen zu
geben, daß Onias fuͤr ſie Gott bittet.

Daraus laͤßt ſich doch nicht ſchließen, daß die Heiligen, wenn ſie fuͤr
uns bitten, auch ſolche Worte und Geberden anwenden, wie es wir hier auf
Erden zu thun pflegen.

Jeſus, als er in dem Garten Gethſemani zu dem himl. Vater bethete, iſt
auf die Kniee gefallen, hat ſich zur Erde niedergebeugt —. ♣Mat.♠ 26,
39. ♣Luc.♠ 22, 41. Und der Ap. Paul ſchreibt: Jeſus habe in den Tagen
ſeines Fleiſches, d. h. ſterblichen Lebens, Bitten und Flehen mit
ſtar<pb n="74"/>trém Woſom ha ze Sélzami tom’ ṅeƀ. Wótſczei podawaw.

Telei wonkotżne Potżiṅki bėchu tedém pżiméṙene tom’ Zponiżeṅu, kotromuż
tón Séhn bożi naſche dla ſo podcżiſnéw bė, ha na ſo wzaw tu Żtawtnoſcz
jenoho Swużownika.

Déż pak Jėzus ſam tém Swojim prajeſche: Ja budu mojoho Wótſcza proſécż,
ha wón budże wam jenoho druhoho Tróżtaṙa póſuwacż; deż Jap. Jan piſa:
Pola toho ṅeƀ. Wótſcza mamó mó Rėtżnika Jėzuſa Kréſtuſa toho Zprawnoho;
ha déż Jap. Pawow praji: Jėzus jo wo Ṅeƀeſach k bóizkei Prawiczé, tam za
nas rétżi —; to jo po cżwojetżim prajene, tak kaiż mó Cżwojekoẇe je
zrozemicż móli.

Pżetoż, hacż Wón woprawdże rétżi, ha wo kaikei Rétżi rétżi, Żtó bó ſo
zważiw to wuſudżicż?

Jap. Pawow teiż piſa, zo Jėzus Kréſtus wo Ṅeƀeſach bóizkomu Wobletżu ża
nas ſo prėdkpoſtaja.

Ze ſẇ. Sczeṅa wėmó, zo Jėzus te ṗecż Rané jo wotewṙene zdżerżaw. Telei
joho pżeczé wotewṙene Rané pżeczé nazpominaja tu joho za nas wucżerpenu
hórku Sṁercż; tak pżeczé za nas rétża, żadaja ha pominaja za nas bożu
Smėlnoſcz, hako tu joho Zdu, kotruż tak cżeżczé zaſwużiw jo.

Jow ſo hodża nawożicż te Swowa tohoſamoho Japożtowa: Smó teiż mó pṙedé
Kréſtuſa <pb n="75"/>kem Geſchrey und mit Thraͤnen dem himl. Vater
dargebracht. ♣Hebr.♠ 5, 7.

Dieſe aͤußerliche Geberden waren damals angemeſſen der Verdemuͤthigung,
welcher ſich der Sohn Gottes unſer wegen unterworfen hatte, und
angenommen die Geſtalt eines Knechtes. ♣Philip.♠ 2, 7.

Da aber Jeſus zu den Seinigen ſagte: Ich werde meinen Vater bitten, und
er wird euch einen andern Troͤſter ſenden ♣Joa.♠ 14, 10; da der Ap.
♣Joannes♠ ſchreibt: Bei dem himl. Vater haben wir einen Advokaten Jeſum
Chriſtum den Gerechten 1 ♣Joan.♠ 2, 1; und da Paulus ſpricht: Jeſus iſt
im Himmel zur Rechten Gottes, allda redeter fuͤr uns ♣Rom.♠ 8, 34; — Das
iſt menſchlicher Weiſe geſprochen, ſo wie wir Menſchen es verſtehen
moͤgen.

Denn, ob Er wirklich redet, und in was fuͤr einer Sprache er redet, wer
mag ſich erkuͤhnen das zu beſtimmen.

Der Ap. Paul ſchreibt auch daß Jeſus Chriſtus im Himmel dem goͤttlichen
Angeſicht fuͤr uns ſich darſtellt. ♣Hebr.♠ 9, 24.

Aus dem hl. Evangelio wiſſen wir, daß Jeſus Chriſtus die fuͤnf Wunden
geoͤffnet behalten hat. Dieſe ſeine ſtaͤts offenen Wunden erinnern ſtaͤts
an ſeinen fuͤr uns erlittenen bittern Tod; alſo reden ſie ſtaͤts fuͤr uns,
verlangen und fordern fuͤr uns Gottes Milde, als ſeinen Lohn, welchen er
ſo ſchwer verdienet hat.

Hier laſſen ſich anwenden die Worte deſſelben Apoſtels: Haben wir auch
chedem Chriſtum <pb n="76"/>znali po tém Mjaſu; nėt ſchak tola Joho jacz
tak ṅeznajemó. Żtoż ha kaiż Kréſtus pṙedé jow na Zeṁi hako ſṁertné
Cżwojek tżiniw jo; To ha tak tomu pżehordoſcżenomu Kréſtuſei wo tei
Hordoſczi nėt jacz ṅepżiſteji. Jėzus Kréſtus wo Ṅeƀeſach za nas proſé —;
hale tola na taike Waſchṅo, kaiż tei joho nėtziſchei Hordoſczi pżimėṙene
jo.

Tón Bóh-Cżwojek Jėzus Kréſtus móże wot jacz Stronow wobladuwané bócż —.
Po tei ſwojei bóizkei Natuṙe, hako tón wėcżné Séhn bożi, z tém Wótſczom
ha S. Duchom jedén ha tónſamé Bóh, wón te naſche Próſtwé hoṙeƀeṙe, nam
Nadé wudżela kaiż cze —. Po ſwojei cżwojetżei Natuṙe, hako tón naſch, wo
tém Tżaſu nam daté Wumóżicżer, Zaſtupnik ha Wóſchi-Mėſchnik, wón za nas
proſé, ha proſecż żeni ṅepżeſtaṅe.

Tak dṙe bó ſame na ſebi wopaki ṅebówo, prajicż: Jėzu Kréſchcże, proſch
za nas! Tola pak, dokelż te Kréſtuſowe Cżerpeṅo ha naſche Wumóżeṅo hiżo
dokoṅane, ha nėt Wón teiż hako Cżwojek powṅe zhordoſcżené jo —; ha
dokelż wo Nim ta bóizka ha ta cżwojetża Natura wo jenei bóizkei
Parſchóṅe tak zjenoſcżenei ſtei, zo nėiſtei dwai Kréſtuſai, jedén tón
wėrné Bóh, ha druhi tón wėrné Cżwojek —; hale lutki jedén Kréſtus Bóh ha
Cżwojek, woboidwoje romadże; tohodla mó po khatólſkim ṅeprajimó: Jėzu
Kréſchcże, proſch za nas, hale, Jėzu Kréſchcże ſmėl ſo na nami.

Jėzus Kréſtus hako ta Wowa toho duchownoho <pb n="77"/>gekannt nach dem
Fleiſche; nunmehr kennen wir ihn doch nicht alſo. 2. ♣Cor.♠ 5, 16. Was
und wie Chriſtus ehedem hier auf Erden als ſterblicher Menſch gethan hat
—; Das und ſo mag dem verherrlichten Chriſtus in der Herrlichkeit
alleweil nicht mehr anſtehen. Jeſus Chriſtus im Himmel bittet fuͤr uns —;
jedoch auf ſolche Weiſe, wie ſeiner dermaligen Herrlichkeit angemeſſen
iſt.

Der Gott-Menſch Jeſus Chriſtus kann von mehrern Seiten betrachtet
werden. Nach ſeiner goͤttlichen Natur, als der ewige Sohn Gottes, mit dem
Vater und dem H. Geiſt ein und derſelbe Gott, nimmt er unſer Bitten auf,
ertheilet uns Gnaden wie er will —. Nach ſeiner menſchlichen Natur, als
unſer, in der Zeit uns gegebene Erloͤſer, Vertreter, und Hohe-Prieſter,
bittet er fuͤr uns, und hoͤrt nie auf zu bitten.

So waͤre es an ſich wohl nicht unrecht —, ſagen: Jeſu Chriſte, bitt’ fuͤr
uns! Jedoch, weil das Leiden Chriſti und unſere Erloͤſung ſchon
vollbracht, und Er alleweil auch als Menſch voͤllig verherrlichet iſt —;
und weil in Ihm die goͤttliche und die menſchliche Natur in einer
goͤttlichen Perſon ſo vereiniget ſind, daß nicht zwey Chriſtuße ſeyn, der
eine wahrer Gott, und der andere wahrer Menſch —; ſondern ein einziger
Chriſtus Gott und Menſch, beydes zugleich; deswegen pflegen wir nach
katholiſcher Sitte nicht zu ſagen: Jeſu Chriſte bitt fuͤr uns, ſondern:
Jeſu Chriſte erbarme dich unſer!

Jeſus Chriſtus als das Haupt des geiſtlichen <pb n="78"/>Cżėwa, kotrohoż
Stawé mó ſmó, ſo modli ha proſé wo nas ha z nami.

Déż tón do Jėzuſa wėriwé Cżwojek ze ſwėrnej’ Wutrobu k Bohu ſo modli,
Boha proſé; tak wo témſamém Cżwojeku, ha z témſamém Cżwojekom ſo modli
ha proſé Jėzus Kréſtus; ha te Jėzuſowe Zaſwużbé tohoſamoho Cżwojeka
Modleṅa ha Próſtwé Bohu zpodobne tżiṅa.

Ṅebó-li Kréſtus wo nas ha z nami ſo modliw ha proſéw, bóchu te naſche
Modleṅa ho Proſcheṅa pżed Bohom nitżo ṅepwacżiwo; kaiż wón ſam ṙekné:
Beze mṅe wó nitżo ṅezamóżicże. Żto mówo dokoṅecż te Stawé jenoho Cżėwa
ƀez teje Wowé, débóchu z tej’ Wowu ſo romadu ṅedżerżawo??

Tohodla teiż ta kh. Cżérkej ſchitke Modlitwé ha Próſtwé wobzanka z témi
Swowami: Pżez naſchoho Kṅeza Jėzuſa Kréſtuſa.

Jėzus Kréſtus jo ha woſtaṅe ta Wowa teje czéweje Czérkẇe, praji Jap.
Pawow; potaikim teiż ta Wowa teje triumviruwaczeje Cżérkẇe. Cżi Sẇacżi
wo Ṅeƀeſach ſu ha waſtanu Stawé teje Jėzuſoweje Czérkẇe, tohoſamoho
duchownoho Cżėwa, kotrohoż Wowa jo Jėzus Kréſtus. Déż da jedén Sẇaté za
mṅe habó za teƀe proſé; wo nim ha z nim teiż Jėzus Kréſtus proſé; dokelż
tón Sẇaté jo dżén Staw toho duchownoho Cżėwa, kotrohoż Wowa Jėzus
Kréſtus jo.

Wone ſchak móżno ṅejo, zo te na Pomócz Wowaṅo téch Sẇatéch tém Jézuſowém
Zaſwużbam ha tei joho Doſtoinoſczi żto wotżcżipnécż mowo. Kaiż cżi
Sẇacżi ſami ſchitke Nadé, tu ſwoju Sẇatoſcz ha <pb n="79"/>Leibes,
deſſen Glieder wir ſind, bethet und bittet in uns, und mit uns.

Wenn der chriſtglaͤubige Menſch mit aufrichtigen Herzen zu Gott bethet,
Gott bittet; ſo bethet und bittet in demſelben und mit demſelben
Menſchen Jeſus Chriſtus; und die Verdienſte Jeſu machen deſſelben
Menſchen Gebeth und Bitten Gott dem Herrn wohlgefaͤllig.

Wenn nicht Chriſtus in uns und mit uns bethen und bitten moͤchte, wuͤrden
unſere Gebethe und Bitten vor Gott nichts gelten; wie er ſelbſt ſagte:
Ohne mich vermoͤget ihr gar nichts. ♣Joa.♠ 15, 5. Was koͤnnten wohl
vollbringen die Glieder eines Leibes ohne dem Haupt, ſo ſie mit dem
Haupte nicht vereiniget waͤren??

Weswegen auch die k. Kirche alle Gebethe und Bitten beſchließt mit den
Worten: Durch unſern Herrn Jeſus Chriſtus.

Jeſus Chriſtus iſt und bleibt das Haupt der ganzen Kirche, ſagt der Ap.
Paulus ♣Eph.♠ 1, 22; alſo auch das Haupt der triumphirenden Kirche. Die
Heiligen im Himmel ſind und bleiben Glieder der Kirche Jeſu, deſſelben
geiſtlichen Leibes, deſſen Haupt Jeſus Chriſtus iſt. Wenn demnach ein
Heiliger fuͤr mich, oder fuͤr dich bittet; in ihm und mit ihm bittet
ebenfalls Jeſus Chriſtus; denn der Heilige iſt ja ein Glied des
geiſtlichen Leibes, deſſen Haupt Jeſus Chriſtus iſt.

Es iſt unmoͤglich, daß die Anrufung der Heiligen den Verdienſten Jeſu und
ſeiner Wuͤrde etwas benehmen koͤnnte. So wie die Heiligen ſelbſt alle
Gnaden, ihre Heiligkeit und <pb n="80"/>Hordoſcz dóſtali ſu na Jėzuſowe
Zaſwużbé; tak woni teiż nam te Nadé hinak wuproſécż ṅemóża, déżli na
Jėzuſowe Zaſwużbé. Woni za nas proſcha wo Jėzuſowém Ṁeṅe —; tak wo nich
ha z nimi Jėzus ſam proſé.

Dżerżmó ſchak ſo toho Jėzuſowoh’ Wuprajeṅa: Ja ſém tón winowé Ṗeṅk, ha
wó ſcże te Hawzé. Brailich ſchitka Ṁeza toho Żiẇeṅa pżiṅdże z toho Ṗeṅka
habé Koṙeṅa. Hale pżez te ẇetże ſélniſche Hawzé ta Ṁeza ſo cżeṅe do téch
ṁeṅſchich Hawżkow ha Matwiżcżow. Teiż Te Nadé, kotreż nam cżi Sẇacżi
wuproſcha, ſu tón Pwód Jėzuſowoho Cżerpeṅa.

Cżi Sẇacżi wo Ṅeƀeſach za nas Boha proſcha, nicz dṙe z taikimi Swowami
ha Potżinkami, hako pṙedé jow na Zemi proſéli ſu; hale na taike Waſchṅo,
kaiż tei jich dodozpownoſcżenei Sẇatoſczi, tomu jich nėtziſchomu
Pżekraſṅeṅu pżimėṙene jo.

Żadam ja nėżto wot Cżwojeka, dérbu jomu ze Swowami, habó z Czeichami ha
Potżinkami k zrozeṁeṅu dacż, żto czu. To ṅejo tṙeba pola Boha, kiż widżi
ha ſwóſchi te naizkradżniſche Móſle ha Żadoſcże. Hodżi ſo ṙecz: Cżi
Sẇacżi za nas proſcha ſamotṅe ze Żadoſcżami; ha tón dobrocżiwé Bóh te
jich Żadoſcże dopelṅa.

Déż mó k tém Sẇatém prajimó: Proſch, proſchcże za nas; to móże teiż
telei Zrozeṁeṅo mėcż: Ta Swėra ha Nutérniwoſcz, z kotṙejuż cżi Sẇacżi
Bohu ſwużili ſu, ta ṅech wupelni ha zaruna to, żtoż tei naſchei Swėṙe ha
Nutérnoſczi zbrachṅe.

<pb n="81"/>

Herrlichkeit empfangen haben auf die Verdienſte Jeſu, alſo koͤnnen ſie
auch uns die Gnaden nicht anders erbitten, als auf die Verdienſte Jeſu.
Sie bitten fuͤr uns in Jeſu Namen —; mithin in ihnen und mit ihnen bittet
Jeſus ſelbſt.

Halten wir uns doch an den Ausſpruch Jeſu: Ich bin der Weinſtock, und
ihr ſeyd die Reben. Freylich aller Saft des Lebens koͤmmt aus dem Stock,
oder aus der Wurzel. Jedoch durch die groͤßern ſtaͤrkern Aeſte zieht ſich
der Saft in die kleinern Aeſtchen und Zweige. Auch alle jene Gnaden,
welche uns die Heiligen erbitten, ſind die Frucht des Leidens Jeſu.

Die Heiligen im Himmel bitten Gott fuͤr uns, zwar nicht mit ſolchen
Worten und Geberden, als ſie ehedem hier auf Erden gebethen haben;
ſondern auf ſolche Weiſe, wie es ihrer vollendeten Heiligkeit, ihrer
dermaligen Verklaͤrung angemeſſen iſt.

Verlange ich etwas von einem Menſchen, muß ich ihm durch Worte oder
durch Zeichen und Geberden zu verſtehen geben, was ich will. Das iſt
nicht noͤthig bei Gott, der da ſieht und hoͤrt die geheimſten Gedanken und
Wuͤnſche. Es laͤßt ſich ſagen: Die Heiligen bitten fuͤr uns blos durch
Wuͤnſche; und der guͤtige Gott erfuͤllet die Wuͤnſche.

Wenn wir zu den Heiligen ſprechen: Bitt, bittet fuͤr uns; mag es auch
ſolchen Sinn haben: Die Treue und der Eyfer, womit die Heiligen Gott
gedienet haben, moͤge ausfuͤllen und ergaͤnzen dasjenige, was unſerer Treue
und unſerm Eyfer gebricht.

<pb n="82"/>

Déż ja ſebi nazpómṅu, kah Kral David, Jap. Pėtér, Maṙa Madlena, ha druzé
ſẇacżi Pokutniczé te ſwoje Rėchi wopwakuwali ſu, ha boża Nada wo mni
wubudża tu Żadoſcz: Oh! zo bóch teiż ja te moje Rėchi tak wobżelnoſcżaw!
Ha na to zazdéchnu: Oh wó ſẇacżi Pokutniczé, proſchcże za mṅe! To dżén
jo, hako bóch prajiw: Mói Bożo! cżilei Sẇacżi ſu z tej’ ſebi podawanej’
Nadu tak jara ródṅe ſobuſkutkuwali; ta jich dozpowna Pokutniwoſcz ṅech
zaruna, żtoż mojei Pokucże brachuẇe.

Déż ja ſebi nazpómṅu, kah jara pobożṅe cżi Sẇacżi te ſwoje Pacżeṙe
wobréchtuwali; wo Rozpominaṅu toho Jėzuſowoho Cżerpeṅa k Pwatżei zhnucżi
Sélzé ſu ronili; ze żeliwej’ Luboſcżu ha Żadoſcżu te ſẇate Wopraẇeṅo
dóſtawali; ja pak wo téchlei kż. Potżinkach naibóle zémné, ſuchi ha
tẇerdé zwoſtawam —; ha na to zdéchnu: O lubi Sẇacżi, proſchcże za mṅe!
To jo, hako bóch prajiw: Mói Bożo, żtoż tém Sẇatém nadobówaſche, to cżi
ja wopruẇu k Zarunaṅu toho, żtoż mi zbrachṅe

Déż ja ſebi nazpominam, kaike zatraſchne Matré cżi Sẇacżi ſu cżerpecż
mėli, hako k Pż. zo Wawṙencz jo żiwé na Wulu pomólcżku ṗetżené; zo ta
Kṅeżnicżka Agatha ze żeliwém Zelezom pod Paże palena, ha ji te Nadra
wotżcżipuwane bówo ſu rrc., ha kah woni, wot bożeje Nadé zeſélnoſcżeni,
Boha dla ſcho ſu wontrali ha dótrali; ja pak wo ſnadnei Pżecżiwnoſczi
ṅeſcżerpné ṁerzaté zbówam —;

<pb n="83"/>

So ich mir in Erinnerung bringe, wie der Koͤn. David, der Ap. Petrus, die
Maria Magdalena, und andere heiligen Buͤßer ihre Suͤnden beweinet haben;
und Gottes Gnade in mir das Verlangen erwecket: O! daß auch ich meine
Suͤnden alſo beweinte! Und ich darauf ſeufze: O ihr heiligen Buͤßer,
bittet fuͤr mich: Das iſt ja, als ob ich ſpraͤche: Mein Gott! dieſe
Heiligen haben mit der ihnen gegebenen Gnade gar ſo emſig mitgewirket:
ihre vollkommene Bußfertigkeit moͤge das erſetzen, was meiner Buße
abgeht.

Wenn ich mir in Erinnerung bringe, wie gar andaͤchtig die Heiligen ihr
Gebeth verrichtet; in Betrachtung des Leidens Jeſu zum Weinen geruͤhret
Thraͤnen vergoßen; mit feueriger Liebe und Begierde die heilige Kommunion
empfangen; ich aber in dieſen chriſtl. Uebungen gemeiniglich kalt,
trocken und hart verbleibe —; und darauf ſeufze: O ihr lieben Heiligen,
bittet fuͤr mich! Das iſt als ob ich ſpraͤche: Mein Gott, was in den
Heiligen ſo reichlich war, das opfere ich dir zum Erſatz deſſen, was mir
gebricht.

Wenn ich mir in Erinnerung bringe, welche entſetzlichen Qualen die
Heiligen zu leiden gehabt, als z. B. daß Laurentius lebendig auf Kohlen
langſam gebraten worden; daß die zarte Jungfrau Aagatha mit gluͤhenden
Eiſen unter die Achſel gebrannt, und ihr die Bruͤſte abgezwicket worden,
rrc.; und wie ſie, von Gottes Gnade geſtaͤrket, um Gottes willen alles
ausgehalten und uͤberſtanden haben; ich dagegen in einer geringen
Widerwaͤrtigkeit leicht ungeduldig, verdruͤßlich werde —; <pb n="84"/>ha
na to zdéchnu: O wó ſẇacżi Martraṙo proſchcże za mṅe! To jo hako bóch
prajiw: Mói Bożo, te Pżikwadé téch twojich Sẇatéch ṁe wohaṅbja; na nich
ja widżu, żto teiż ſwabé Cżwojek z Pomoczu twojeje Nadé zamóżi, déż
jenoi nawoprawſke cze. Za tu moju Wobożnoſcz ja tebi wopruẇu te Cżerṗeṅa
téch Sẇatéch, wo tém Wotmóſleṅu, zo teiż ja k tei Scżerpnoſczi bóle czu
ſam ſo pżimoczuwacż.

Déż tṙebai boża Nada wo mni zbudżi tu Żadoſcz —, Boha tak praẇe duſchṅe
pokwalicż, ha ſam ſo tżuju, zo k tom’ zroſcżené ṅeiſém —; żto mów ja
mudriſcho tżinicż, déżli zdéchnécż: O wó Sẇacżi wo Ṅeƀeſach, nó ſchak wó
za mṅe Boha kwalcże, wotwożeicże Bohu to, żtoż ja huƀené Cżwojecżk
wotwożicż ṅezamóżu.

Nėdé jedén żpatné Cżwojek tzjóm Duchowném po Pucżu te jich Drėṁeżka
ṅeſeſche. Hacż woni pżipówṅu na Hozpodu pżindżechu powoƀeduwacż, ha,
ƀeztémhacż tón Woƀed ſo pżihotuwaſche, kóiżdé Duchowné do Kucżika ſo
wotcżeże, tón ſwói Brevir wozné, ha te wuſtajene duchownſke Pacżeṙe
lazuwaſche —; tónſamé Cżwojek teiż do jenoho Kucżika wotſtupi, ha
ṅeẇedżiwſchi —, żto bó zpėwaw, taklei k Bohu ſo powowa: Kṅeże Bożo,
cżilei twoji Swużowniczé ſu wutżeni pobożni Cżwojekoẇe, ha ja ſém tón
jich Wóſlik, kiż ja te jich Drėṁeżka ſém ṅes. Żtoż woni nėt zpėwaja, ha
wot Teƀe proſcha, to ṅech teiż mi ſobupwacżi, hako bóch ja z nimi zpėwaw
ha proſéw.

Wėſczi jo ta Próſtwa toholei Cżwojeka Bohu ſo lubiwa, naibóle teje joho
wutrobneje Poniżnoſcże dla. <pb n="85"/>und hieruͤber ſeufze: O ihr
heiligen Maͤrtyrer bittet fuͤr mich! Das iſt, als ob ich ſpraͤche: Mein
Gott, die Beiſpiele deiner Heiligen beſchaͤmen mich; an ihnen ſehe ich,
was auch ein ſchwacher Menſch mit Hilfe deiner Gnade vermag, ſo er nur
ernſtlich will. Fuͤr meiue Ungeduld opfere ich dir die Leiden der
Heiligen, in dem Entſchluß, daß auch ich mich zur Geduld mehr zwingen
will.

Menn etwa Gottes Gnade in mir das Verlangen erweckt —, Gott ſo recht
vollkommen zu loben, und mich ſelbſt fuͤhle, daß ich dazu nicht gewachſen
bin —; was koͤnnte ich kluͤger thun, als ſeufzen: O ihr Heiligen im
Himmel, lobet doch ihr ſtatt meiner Gott den Herrn, entrichtet Ihm das,
was ich elender Menſch zu entrichten nicht vermoͤge.

Einſt trug ein geringer Menſch drey Geiſtlichen auf der Reiſe ihre
Paͤcktchen. Als dieſelben Mittags ins Gaſthauß kamen um da zu ſpeiſen;
und inzwiſchen das Mittagmahl zubereitet wurde, jeder Geiſtliche ſich in
einen Winkel zuruͤck zog, ſein Brevir nahm, und die ausgeſetzten
Tagzeiten ablas —; trat derſelbe Menſch ebenfalls in einen Winkel ab,
und da er nicht wuſte, was er bethen moͤchte, rief er zu Gott alſo: Herr
Gott, dieſe deine Diener ſind gelehrte fromme Menſchen, und ich bin ihr
Eſel, der ich ihre Paͤcktchen getragen habe. Was ſie itzt bethen, und von
dir bitten, das mag auch mir mitgelten, als ob ich mit ihnen bethen und
bitten moͤchte.

Gewiß hat die Bitte dieſes Menſchen Gott gefallen, vorzuͤglich um der
herzlichen Demuth willen.

<pb n="86"/>

Czeiſch té Bohu ſo lubicż, zpóznai ha wuznai, zo té wo duchownéch
Wėczach hiżcże jara ṅewėdomé, wo twojei Pobożnoſczi liwki ha
rozperſchené ſé —; wo tém Duchu ztowarſchei ſo k tém Sẇatém, prajiczé:
Mói Bożo, cżi twoji lubi Sẇacżi ſu nėdé jow na Zeṁi teƀe lėṗe kwalili
hacż ja; ha nėt wo Ṅeƀeſach powṅe dozpowṅe cże kwala. Żtoż tei wote mṅe
wotwożenei Kwaẇe brachuẇe, to ṅech wupelni ta Kwawa, kotruż woni tebi
wotwożeli ſu, ha wotwożecż ṅepżeſtanu.

Z taikimi, ha tohoruṅa Potżinkami teje Pobożnoſcże tón khatólſki
Kżeſczian ze Skutkuwaṅom wuznawa toſamo, żtoż hewak z tém Hortom
wuznawa, déż wo tém japożtowſkim Wėré-Wuznacżu praji: Ja wėṙu
Zromadżijenſtwo téch Sẇatéch.

Cżi nėt wo Ṅeƀeſach zhordoſcżeni Sẇacżi ſu naſchi Bratzja, naſche Sotré;
woni ſu ha woſtanu żiwe Stawé teje naſcheje kh. Czérkẇe, kotraż jo te
duchowne Cżéwo Jėzuſowo.

Tohodla teiż po czérkwinſkim Wuſtajeṅu kóiżdé Mėſchnik, déżkuli tón
ſẇaté Wopór wopruẇe, wo tém Ṁeṅe ſchitkich Pżitomnéch praji telei Swowa:

Mó ſo dżerżimó k tom’ Zromadżijenſtwu téch Sẇatéch, ha tżeſczimó
téchſaméch Wopómṅecżo, pżede wſchimi naipṙedé teje hordozneje pżeczé
Kṅeżné Marje, Rodżicżerki toho wėrnohv Boha naſchoho Kṅeza Jėzuſa
Kréſtuſa; potém téch ſẇ. Japożtowow Pėtéra, Pawowa, Handrija rrc. (Jow
koiżdé Japożtow woſeƀe z Ṁenom ſo poṁenuẇe, ha teiż

<pb n="87"/>

Willſt du Gott gefallen, ſo erkenne und bekenne, daß du in geiſtlichen
Dingen noch ſehr unwiſſend, in deiner Andacht lau und zerſtreuet biſt —;
Im Geiſte geſelle dich zu den Heiligen ſprechend: Mein Gott, deine
lieben Heiligen haben einſt hier auf Erden dich beſſer gelobet als ich;
und nun im Himmel loben ſie dich voͤllig vollkommen. Was dem von mir
entrichteten Lob abgeht, das mag ausfuͤllen jenes Lob, welches ſie dir
entrichtet haben, und zu entrichten nie aufhoͤren.

Mit ſolchen und dergleichen Andachts-Uebungen bekennet der katholiſche
Chriſt im Werke ebendaſſelbe, was er ſonſt mit dem Munde bekennet, da er
in dem apoſtoliſchen Glaubens-Bekenntniß ſagt: Ich glaube Gemeinſchaft
der Heiligen.

Die nun im Himmel verklaͤrten Heiligen ſind unſere Bruͤder, unſere
Schweſtern; ſie ſind und bleiben lebendige Glieder unſerer k. Kirche,
die da iſt der geiſtliche Leib Jeſu.

Weswegen auch nach kirchlicher Anordnung jeder Prieſter, ſo oft er das
heilige Opfer opfert, im Namen aller Anweſenden folgende Worte ſpricht:

Wir halten uns an die Gemeinſchaft der Heiligen, und ehren derſelben
Andenken, vor allen zu erſt der glorwuͤrdigen allezeit Jungfrau Maria,
Gebaͤhrerin des wahren Gottes unſers Herrn Jeſus Chriſtus; alsdann der
hl. Apoſtel Petrus, Paulus, Andreas rrc. (Hier wird jeder Apoſtel
insbeſondere mit Namen genennet, und auch <pb n="88"/>nėkotzi wot téch
prėṅſchich Bamużow ha Martraṙow, kiż za tu ſẇ. Wėru ſwoju Krei pżeleli,
ha te Żiẇeṅo ſadżili ſu) ha wobzankṅe: Na te Zaſwużbé ha Zaſtuṗeṅo
téchſaméch czéw Té o Bożo nas ſchudżom wo wſchim z tém Zkitom twojeje
Pomoczé wobwarnuwacż.

Ha wo téch Pacżeṙach, kotreż Duchowni ſchėdṅe kóiżde Raṅo wotwożicż
maja, ſu telei Swowa:

Sẇata Maṙa, ha ſchiczé Sẇacżi czéli za nas Boha proſécż, zo bóchmó hódni
bóli wot ṅoho zpomhane krédnécż, ha k tei Zbóżnoſczi doẇedżeni bócż, kiż
wón żiwé jo ha kraluẇe do Wėcżnoſcże.

Teiż jo wuſtajena taikalei krótka Modlitwa, kotraż ma ſo prajicż na
wſchim Poſledku po dozpėwanéch czérkwinſkich Pacżeṙach:

Kṅeże, na te Zaſwużbé ha Zaſtuṗeṅo teje naizbóżniſcheje Kṅeżné Marje, ha
ſchitkich Sẇatéch woz hoṙe te Wotwożeṅo naſcheje Winoitoſcże; ha ſmó-li
mó wo tei twojei Kwaẇe nėżto kmaṅe potżinili, to ſebi dai nadṅe lubicż?
żtoż pak ṅeródṅe wobréchtuwane jo, to nam ze Smėlnoſcże wodai. Pżez Jėz.
Kréſt. naſch. Kṅeza.

Wone ſchak pod Ṅeƀom żane druhe Ṁeno ṅejo, wo kotrémż mó zbóżni bócż
móli, déżli Jėzus. Móżno ṅejo bożu Nadu dóſtacż, ha k tei Zbóżnoſczi
doſanécż — hinak, déżli na Jėzuſowe Zaſwużbé.

Déż jedén Kżeſczian, kiż to wėri, pżed Jė<pb n="89"/>einige aus den
erſtern Paͤbſten und Maͤrtyrern, die fuͤr den hl. Glauben ihr Blut
vergoſſen, und das Leben geſetzt haben) und ſchließt: Auf derſelben
Verdienſte und Fuͤrſprache wolleſt du, o Gott, uns durchgaͤngig mit dem
Schirm deiner Huͤlfe bewahren.

Und in den Gebethen, welche die Geiſtlichen taͤglich jeden Morgen zu
entrichten haben, ſind folgende Worte:

Die heilige Maria und alle Heiligen wollen Gott fuͤr uns bitten, auf daß
wir geeignet ſeyen Hilfe zu erlangen, und zur Seligkeit gefuͤhret zu
werden von Dem, der da lebet und regieret in Ewigkeit.

Auch iſt ausgeſetzt folgendes kurze Gebeth, welches zu ſprechen am Ende
nach vollendeten Kirchen-Gebethen:

Herr, auf die Verdienſte und Fuͤrſprache der allerſeligſten Jungfrau
Maria, und aller Heiligen nimm auf die Entrichtung unſerer Schuldigkeit;
und haben wir in deinem Lobe etwas gebuͤhrend gethan, das laß dir gnaͤdig
gefallen; was aber nachlaͤßig verrichtet worden, das wolleſt du uns aus
Milde verzeihen. Durch Jeſ. Chr. unſern Herrn.

Es iſt unter dem Himmel kein anderer Namen, in welchem wir ſelig werden
koͤnnten als Jeſus. ♣Act.♠ 4, 12. Es iſt nicht moͤglich Gottes Gnade zu
empfangen, zur Seligkeit zu gelangen — anders, als auf die Verdienſte
Jeſu.

Da ein Chriſt, der das glaubt, ſich vor Je<pb n="90"/>zuſom ſo kwoni, do
Jėzuſowéch Zaſwużbow ſo porutża —; to ṅejo dobrowolne Zponiżeṅo —;
pżetoż to ſchak dérbi bócż, hinak bócż ṅemóże.

Déż pak teiż ſo kwoni pżed témi Sẇatémi, teiż do jich Zaſwużbow ſo
porutża —; to jo Potżink toho Zponiżeṅa.

Pżetoż to jo hako bó wuznaw: Ja ṅekedżbné, ṅeródné, lėni Cżwojek, ja
ſebi te Jėzuſowe Zaſwużbé doho tak deṙe k Wużitkei ṅenawożam, hako Wó,
tżeſczowni ſẇacżi Pżecżelo bóżi je nawożeli ſcze. Te Jėzuſowe Zaſwużbé
ſu dṙe jedén pżenadobówaczé Kużow —; hale tón Valeṙ jo na mni, zo ja
zṅoho ródṅe ṅecżerpam —. Oh! proſchcże wó za mṅe! Ta waſcha Ródnoſcz
ṅech tu moju Ṅerodu zaruna! Telei wutrobne Zponiżeṅo ſo Bohu lubi.

Jėzus Kréſtus jo nam wo wſchim ſwojim Zadżerżeṅu te nailėpſche Pżikwadé
zawoſtajiw —. Ḃeztem nėkotré ſebi móſli, ha tṙebai teiż ṙekṅe: Kréſtus
jo Bóh; ja ſwabé Cżwojek w Żtancże ṅeiſém te joho Pżikwadé ſczėhuwacż —.

Talei Wurétż wotpaṅe, déż mó ſebi nazpominamó te Zadżerżeṅa téch
Sẇatéch. Woni bėchu ruṅa nam ſwabi Cżwojekoẇe, tém zwém Nakhilnoſcżam
podcżiſṅeni kaiż mó; ha tola ſu z Pomoczu bożeje Nadé te Jėzuſowe
Pżikwadé duſchṅe ſczėhuwali.

To dérbi nas zpomóżniẇe zahaṅbicż; tola pak teiż nam Kurażu tżinicż, déż
wo jich Pżikwadach dopelṅene widżimó, żtoż Jap. Pawow wupraji: Ja
ſchitko zamóżu wo Bohu, kiż ṁe ſélnoſczi.

<pb n="91"/>

ſus beugt, in die Verdienſte Jeſu ſich empfiehlt —; das iſt nicht
willkuͤhrliche Verdemuͤthigung —; denn das muß ja ſeyn, kann gar nicht
anders ſeyn.

Wenn er aber auch vor den Heiligen ſich beugt, auch in derſelben
Verdienſte ſich empfiehlt —; das iſt ein Akt der Verdemuͤthigung.

Denn das iſt als ob er bekennete: Ich unachtſamer, nachlaͤßiger, traͤger
Menſch, ich verwende die Verdienſte Jeſu bei’m weiten nicht ſo gut zu
meinen Nutzen, als Jhr ehrwuͤrdige, heilige Freunde Gottes ſie verwendet
habt. Die Verdienſte Jeſu ſind freilich eine uͤberfluͤßige Quelle —;
allein der Fehler iſt an mir, daß ich aus derſelben nicht fleißig
ſchoͤpfe —. O! bittet ihr doch fuͤr mich! Euere Thaͤtigkeit moͤge meine
Nachlaͤßigkeit erſetzen! Dieſe herzliche Verdemuͤthigung iſt Gott
wohlgefaͤllig.

Jeſus Chriſtus hat uns in allen ſeinem Benehmen die allerbeſten
Beiſpiele hinterlaſſen —, Unterdeſſen denkt mancher, und ſagt es mohl
auch: Chriſtus iſt Gott; ich ſchwacher Menſch bin gar nicht im Stande
ſeine Beiſpiele zu befolgen.

Dieſe Ausrede faͤllt weg, wenn wir uns das Benehmen der Heiligen in
Erinnerung bringen. Sie waren unſers gleichen ſchwache Menſchen, den
boͤſen Neigungen unterworfen wie wir; und doch haben ſie mit Hilfe
goͤttlicher Gnade die Beiſpiele Jeſu befolget.

Das muß uns heilſam beſchaͤmen; doch aber auch uns Muth einfloͤßen, da wir
in ihren Beiſpielen ſehen, was der Ap. Paulus ausgeſprochen: Ich vermag
alles in Gott, der mich ſtaͤrket.

<pb n="92"/>

§. 6. Żto cżi Sẇacżi wot nas ẇedża, habó ṅeẇedża.

Ta jandżelſka Natura jo ẇele dozpowniſcha, déżli ta cżwojetża Natura.
Jandżelo ſu wot Boha toho Ztworicżeṙa dóſtali ſcho ẇele wótriſchi Rozom,
ſcho jacz Wuſtoinoſcże, teiż ſcho ẇele ẇetżu naturſku Mócz hacż
Cżwojekoẇe.

Cżi zwi Jandżelo, déż zrėſchili ha bożu Nadu na wėcżne zhubili ſu; ſu
zdżerżeli te naturſke Daré; kotreż pak tola tṙebacż ṅemóża dale — hacż
jim Bóh dopużcżi.

Wone jo dżewecż jandżelſkich Rjadow —. Jandżelo z jenoho wóſchoho Rjada
wo naturſkei Wédomoſczi ha Moczé pżetṙechja téch Jandżelow z jenoho
niżiſchoho Rjada.

Z kóiżdoho Rjada ſu nėkotzi zrėſchili, wot Boha zaſtortżeni —. Potaikim
teiż te zwe Duchi habó Djabowé ſu wo naturſkei Mudroſczi ha Moczé
ſchelakoſcżeni. To ẇedżiwſchi cżi żidowſczé Piſma Rozomni — Jėzuſa
leſtéruwachu ha prajachu: Wo tém Naiwóſchim ƀez témi Djabowami, wón te
niżiſche Djabowé wonhoni.

Tón nainiżiſchi Djabow jo po naturſkim mudriſchi ha móczniſchi, hacż dże
żadén Cżwojek na Swėcże. Cżi zwi Jandżelo rozpóznawaja, na dróbne
pżeladaja ſchitke naturſke Wėczé, ha téchſaméch Skutniwoſcz, ha to lėṗe,
hacż dże żadén wutżené Dochtér, habó wuſchikné Miżtér.

Żtoż po naturſkiw móżno jo, to móże tón Djabow dokoṅecż, déż Bóh tón
Kṅez jomu je dopużcżi; ṅemóże pak nitżo taike, żtoż

<pb n="93"/>

§. 6. Was die Heiligen von uns wiſſen, oder nicht wiſſen.

Die engliſche Natur iſt viel vollkommener, als die menſchliche Natur.
Die Engel haben von Gott dem Schoͤpfer empfangen einen gar viel ſchaͤrfern
Verſtand, gar weit mehr Einſicht, auch weit mehr natuͤrliche Kraft als
die Menſchen.

Die boͤſen Engel, da ſie geſuͤndiget und Gottes Gnade auf ewig verloren,
haben beibehalten die natuͤrlichen Gaben; die ſie aber doch nicht
anwenden koͤnnen weiter — als es Gott ihnen zulaͤßt.

Es ſind neun engliſche Choͤre —. Die Engel aus einem hoͤhern Chor
uͤbertreffen in der natuͤrlichen Wiſſenſchaft und Kraft die Engel aus
einem niedrigern Chor.

Aus jedem Chor haben einige geſuͤndiget, ſind von Gott verſtoßen —.
Mithin auch die boͤſen Geiſter oder Teufel ſind in der natuͤrlichen
Klugheit und Kraft unterſchieden. Das wuſten die juͤdiſchen
Schriftverſtaͤndigen, da ſie Jeſum laͤſterten und ſprachen: In dem
Oberſten der Teufel treibt er die niedrigen Teufel aus. ♣Mt.♠ 9, 34.

Der niedrigſte Teufel iſt natuͤrlicher Weiſe kluͤger und ſtaͤrker, als
irgend ein Menſch auf der Welt. Die boͤſen Engel erkennen und
durchſchauen klar alle natuͤrliche Dinge, und derſelben Wirkſamkeit, und
das beſſer, als irgend ein gelehrter Doktor, oder ein geſchickter
Meiſter.

Was natuͤrlicher Weiſe moͤglich iſt, das kann der Teufel zuwegebringen, ſo
es ihm Gott der Herr zulaͤßt; er kann aber doch nicht ſolches, was <pb
n="94"/>po naturſkim móżno ṅejo. k Pż. Jenoho woprawdże wumṙetoho zas k
Z̓iẇeṅu zbudżicż, jene pżekwóté habé rożṁecżene Woka-Jadṙeżko zas widżiwe
ztżinicż —, to ṅemóże.

Vó-li teiż wėrno bówo, żtoż wot Kuzwaṙow ſo pojeda ha bledżi, kaike
Dżiwnoſcże z Pomoczu toho Djabowa tżinili ſu —; wone jo tola wėſte, zo
tón Djabow żanoho wėrnoho Dżiwa ſ kutkuwacż ṅemóże. Potaikim te pójedane
Dżiwnoſcże ſu bówo hebacżniwe Sleṗeṅa; ſcho jo ſo ponaturſkim ſtawo, déż
tón Djabow te ſebi deṙe znate naturſke Srėdki nawożaw jo, tak zkradżu ha
zkwatkom, zo cżi Pżiladuwaṙo ſu je ṅepótnéli.

Te zwe Duchi móża ẇedżecż ſchitko, żtoż na Zeṁi zwonka ſo ſtawa, nicz
dṙe ſcho namól zjenémdobom —, hale jene podruhim, zatémhacż na jene habó
na druhe kedżbuẇu —. Móża teiż ẇedżecż taike pżichodne Wėczé, kiż z
naturſkich Winow ponaturſkim ſo ſtawaja, hako: Hacż tón Khoré wumṙecż
habé wotkhoṙecż budże.

Ṅemóża pak ẇedżecż taike pżichodne Wėczé, kiż z teje ſwobodneje
cżwojetżeje Wole ſo ſtawaja. Teiż ṅemóża ẇedżecż te zkradżne Móſle ha
Żadoſcże jenoho Cżwojeka, déż tón Cżwojek ze żaném Swowcżkom, ze żaném
wonkotżném Czeichom habé Potżiṅkom je k zpóznacżu ṅeda. Dokelż pak
Cżwojekoẇe na ſo ṅekedżbni, tu ſwoju znutznitu Mós tżaſto z wonkotżnémi
Czeichami ſami pżeradża; tak móża te zwé Duchi hudawacż, ha drudé
zhudaja.

<pb n="95"/>

natuͤrlicher Weiſe unmoͤglich iſt. z. B. Einen wirklich Geſtorbenen wieder
zum Leben erwecken, einen durchſtochenen, oder zerquetſchten Augapfel
wieder ſehend machen —, das kann er nicht.

Waͤre es auch wahr, was von Zauberern erzaͤhlet und gelabert wird, was fuͤr
Wunderdinge ſie mit Hilfe des Teufels gethan —; es iſt doch gewiß, daß
der Teufel kein wahres Wunder wirken kann. Mithin die erzaͤhlten
Wunderdinge ſind geweſen betruͤgeriſche Blendungen; alles iſt natuͤrlich
geſchehen, da der Teufel die ihm wohl bekannten natuͤrlichen Mittel
angewendet hat ſo heimlich und eilig geſchwind, daß die Zuſchauer es
nicht gewahr worden.

Die boͤſen Geiſter koͤnnen wiſſen alles, was auf Erden aͤußerlich
geſchieht, wohl nicht alles aufeinmal in einem Blicke —, ſondern eines
nach dem andern, je nachdem ſie auf eines oder auf das andere achten —.
Sie koͤnnen auch wiſſen ſolche kuͤnftige Dinge, die aus natuͤrlichen
Urſachen natuͤrlich geſchehen, als: ob der Kranke ſterben oder geneſen
werde.

Sie koͤnnen aber nicht wiſſen ſolche kuͤnftige Dinge, die aus dem freien
menſchlichen Willen geſchehen —. Auch koͤnnen ſie nicht wiſſen die
geheimen Gedanken und Wuͤnſche eines Menſchen, wenn der Menſch durch kein
Woͤrtchen, durch keine aͤußerliche Zeichen oder Geberden ſolche zu
verſtehen gibt. Weil aber Menſchen auf ſich ſelbſt unachtſam, ihren
innern Sinn oft durch aͤußerliche Zeichen ſelbſt verrathen, ſo koͤnnen die
boͤſen Geiſter wohl rathen, und errathen ihn manchmal.

<pb n="96"/>

Z bożoho Dopużcżeṅa móże tón Djabow Cżwojeka zpótuwacż, pżeſczėhacż,
teiż na Cżėłe ha na tżaſném Kuble wobżkodżicż; ṅemóże pak Koho na Duſchi
ranicż, ṅemóże Cżwojekei żanoh’ Rėcha hoṙepoiſnécż, kaiż doho tón
Cżwojek ſam ṅecha ze ſwojej’ ſwobodnej’ Wolu do toho Rėcha zwolicż.

Déż Bóh tom’ Djabowei dopużcżi Cżwojeka czweluwacż habé wobżkodżicż; to
ſchak wėſczi tomuſamomu Cżwojekei k Zbóżnoſcżi téje, jenoi zo wón Bohu
ſwėrné zwoſtaṅe. Żtóż Boha woprawdże wóſche ſchoho lubuẇe, ha k Ṅomu ſo
dowėri, Tón ṅech ſo żanoho Djabowa ṅebóji. Nam k Tróżtei jo Jėzus
Kréſtus tom’ Djabowei dopużcżiw teiż Joho ſamoho zpótuwacż, pżez Lovt
noſécż.

Jo ſebi móſlicż, zo ta naturſka Wėdomoſcz ha Mócz, kotraż tei
jandżelſkei Natuͤe ſamotna jo, wo téch ſẇatéch Jandżelach, kiż nėt Boha
te wėcżne Swėtwo wobladuẇu, habén z toho ẇele pżibódże; tak cżi ſẇacżi
Jandżelo teiż te naturſke Wėczé wo jaſniſchim Swėtẇe pżeladaja, ha ta
jich Mócz tu Mócz téch Djabowow pżetṙechi.

Bóh ſam jo téch ſẇ. Jandżelow nam Cżwojekam poſtajiw k Pėſtoṅam, k
Ẇednikam, k Zakitaṙam. Wėſczi ſchak jim teiż dobṅe daẇe ſcho to, żtoż k
Wotwożeṅu teje jich Swużbé trėbne ha wużitne jo —.

Tak jo k wėreṅu, zo tón ſẇ. Jandżel Pėſtoṅ teiż ṁeltżacze Móſle ha
Żadoſcże toho ſwojomu Zkitei porutżenoho Cżwojeka ẇedżecż móże, woſobṅe,
déż tón Cżwojek ſam cze jomu je wozjawnoſcżicż, hale ṅemóże —; k Pż. Déż
wo cżeżkei

<pb n="97"/>

Aus Gottes Zulaſſung kann der Teufel den Menſchen verſuchen, plagen,
auch am Leibe und am zeitlichen Gut beſchaͤdigen; jedoch kann er nicht
Jemanden an der Seele verletzen, kann dem Menſchen keine Suͤnde anhaͤngen,
ſo lang der Menſch ſelbſt nicht will mit ſeinem freien Willen in die
Suͤnde willigen.

Wenn Gott dem Teufel zulaͤßt einen Menſchen zu quaͤlen, oder zu
beſchaͤdigen, das gedeihet ganz gewiß demſelben Menſchen zur Seligkeit,
ſo er nur Gott getreu bleibt. Wer Gott wirklich uͤber alles liebet, und
ihm vertrauet, der fuͤrchte keinen Teufel. Uns zum Troſt hat Jeſus
Chriſtus dem Teufel es geſtattet, auch Jhn ſelbſt zu verſuchen, durch
die Luͤfte zu tragen. ♣Mt.♠ 4.

Es laͤßt ſich wohl denken, daß die natuͤrliche Wiſſenſchaft und Kraft, die
der engliſchen Natur eigen iſt, in den heiligen Engeln, welche nun das
ewige Licht beſchauen, eben dadurch viel vergroͤßert wird; daher die hl.
Engel auch die natuͤrlichen Dinge im hellern Lichte durchſchauen, und
ihre Kraft uͤbertrift die Kraft der Teufel.

Gott ſelbſt hat die hl. Engel uns Menſchen geſetzt zu Waͤrtern, zu
Fuͤhrern, zu Beſchuͤtzern. Ganz gewiß giebt er ihnen auch reichlich alles
das, was zur Entrichtung ihres Dienſtes noͤthig und nuͤtzlich iſt.

So iſt glaubwuͤrdig, daß der hl. Schutzengel auch die geheimen Gedanken
und Wuͤnſche des ſeinem Schutz anbefohlenen Menſchen wiſſen kann,
beſonders, da der Menſch ſelbſt verlangt ihm ſelbe aͤußerlich zu zeigen,
aber nicht kann —; z. B. ſo er in ſchwerer <pb n="98"/>Khoroſczi dṙe
ſwói Poṁatk ma, hale rétżecż ha Czeicha wot ſo dacż ṅemóże.

Nėżto jara zpomóżne jo —, wo Straſche ha Nuzé z pobożném Pomóſ leṅom
tomu ſwojom’ ſẇ. Jandżelei ſo porutżicż.

Bóh ſamlutki jo ſchohowėdomé; wón ſchitko namól z jenémdobom widżi, te
Zaṅdżene, te Pżitomne, te Pżichodne, teiż te naizkradżniſche Pomóſleṅa;
hai wón widżi teiż ſchitko to, żtoż na nėkaike Waſchṅo bó móżno bówo, ha
ſo ſtacż mówo, hacżruniſch żeni ſo ṅeſtaṅe.

Te bóizke Wotſudżeṅa, te Worpoladaṅa téchſaméch, ha te Pucże, po
kotréchż ſo wuẇedu, ſu teiż tém ſẇ. Jandżelam jena ṅepżemėritna,
ṅedoſanita Hubina; teiż cżi ſẇacżi Jandżelo nėżtożkuli do Tżaſa ṅeẇedża,
żto habé kah Bóh tón Kṅez wobzanknéw jo.

Jandżel Gabriel tom’ Provecże Danielej prajeſche: Tón Vėrżta téch
Perſaṙow, t. r. ton tomu Perſiſkom’ Krajei wot Boha prėdkpoſtajené
Wóſchi-Jandżel, jo ſo mi napżecżo ſtajaw jen’ ha dwaczécżi Dnów.

Jow ma ſo nazpómnicż: Tedém, hacż tón Babylonſki Kral Nabuchodonozor te
Mėſto Jėruzalem pżemóczuwaw jo, tedém jo ẇele Tawzént Żidow wotẇedżenéch
ha rozperſchenéch do ſchelakich Krajow. Po Tżaſu pak bóchu cżi
Babylonaṙo zas wot Perſaṙow pżemóczuwani.

Nėt Jandżel Gabriel Boha proſcheſche, ha toho Perſiſkoho Krala na to
leṅkuwaſche, zo bó wón tém Żidam dowoliw — do ſwojoh’ Kraja ſo wrócżicż,
<pb n="99"/>Krankheit zwar ſein Bewuſtſeyn hat, jedoch weder reden, noch
ein Zeichen von ſich geben kann.

Erwas ſehr heilſames iſt es —, in Angſt und Noth mit einem frommen
Gedanken ſich ſeinem hl. Schutzengel anempfehlen.

Gott allein iſt allwiſſend; er ſieht alles auf einmal mit einem Blick,
das Vergangene, das Gegenwaͤrtige, das Zukuͤnftige, auch die geheimſten
Gedanken; ja er ſieht auch alles das, was auf irgend eine Weiſe moͤglich
waͤre, und geſchehen koͤnnte, obſchon es nicht geſchieht.

Die goͤttlichen Beſchluͤſſe, die Abſichten derſelben, und die Wege, auf
welchen ſie ausgefuͤhret werden, ſind auch den hl. Engeln eine
unermeßliche, unerreichbare Tiefe; auch die heiligen Engel wiſſen
manches nicht vor der Zeit, was oder wie es Gott der Herr beſchloſſen
habe.

Der Engel Gabriel ſagte zu dem Propheten Daniel ♣C.♠ 10, 13. der Fuͤrſr
der Perſer, d. h. der dem Perſiſchen Lande von Gott vorgeſetzte oberſte
Engel, hat ſich mir widerſetzt ein und zwanzig Tage.

Hier iſt zu erinnern: Damals, als der Babyloniſche Koͤnig Nabuchodonoſor
die Stadt Jeruſalem uͤberwaͤltiget hat, damals ſind viele Tauſend Juden
weggefuͤhret und zerſtreuet worden in verſchiedene heidniſche Laͤnder.
Nach der Zeit aber wurden die Babylonier wieder von den Perſern
uͤberwaͤltiget.

Nun bath der Engel Gabriel Gott, und lenkte den Perſiſchen Koͤnig dahin,
daß er den Juden moͤchte erlaubeu — in ihr Land zuruͤckzukehren, <pb
n="100"/>ha tón ſẇaté Tempél zas hoṙetwaṙicż. Tón tom’ Perſiſkom’ Krajei
prédkpoſtajené Jandżel pak Boha proſcheſche, ha toho Perſiſkoh’ Krala na
to leṅkuwaſche, zo cżi Żidża wo Perſiſkei hiżcże dlėje bóchu
hoṙedżerżani bóli; ha to ſnadṅe z toho dobroho Wotpoladaṅa, zo cżi
pohanſczé Perſaṙo z toho Wokokhodżeṅa z témi Żidami móli k Zpóznacżu
toho jenicżkoho wėrnoho Boha pżiṅcż, ha z téch jich dobréch Pżikwadow
polėpſcheni bócż.

Jandżel Gabriel pak bė ſtaroſcziwé, zo tṙebai cżi Żidża z toho dohoho
Wobkhadżuwaṅa ztémi Pohanami móli k tém pohanſkim Pżiwėrkam zwuknécż, do
żadwawéch Rėchow zaẇedżeni bócż.

Tak kóiżdé Jandżel ſo ſtaraſche za téch ſebi porutżenéch; ha tónlei
ſẇaté Żtrét teje dobrocżiweje Luboſcże warnuwaſche jen’ha dwaczécżi
Dnów; hacż tón tom’ wėriwomu żidowſkom’ Ludei prėdkpoſtajené Wóſchi –
Jandżel Michaw, wot Boha póſuwané, pżiṅdże tu Wolu bożu dopojedżecż: zo
cżi Żidża dérƀa wotpużcżeni bócż, do ſwojoho Kraja ſo wrócżicż —.

Nédém ſchiczé ſẇacżi Jandżelo tei ſebi wopojedżenei Woli bożei poniżṅe
radżi ſo podcżiſnéchu —. Ha tón Perſiſki Kral zjawné Potent da „zo
ſchiczé Żidża, kiż’ czeidża, móża zas do ſwojoh’ Kraja cżanécż.“

Wo ſẇatém Piſṁe ſu cżi Jandżelo ṁenuwani te ṅeƀeſke Wóiſtwa; ha Bóh ſam
jo ṁenuwané Kṅez téch Wóiſtwow.

Jedén cżwojetżi Kral, kiż mudré ha kruté <pb n="101"/>und den helligen
Tempel wieder aufzubauen. Der dem Perſiſchen Lande vorgeſetzte Engel
dagegen bath Gott, und lenkte den Perſiſchen Koͤnig dahin, daß die Juden
in Perſien noch laͤnger moͤchten aufgehalten werden; und das
wahrſcheinlich aus der guten Abſicht, damit die heidniſchen Perſer durch
Umgang mit den Juden moͤchten zur Erkenntniß des einzigen wahren Gottes
kommen, und durch ihre guten Beiſpiele gebeſſert werden.

Dagegen war der Engel Gabriel beſorgt, daß etwa die Juden durch gar zu
langen Umgang mit den Heiden ſich an den heidniſchen Aberglauben
gewoͤhnen, in abſcheuliche Suͤnden moͤchten verfuͤhret werden.

So ſorgte jeder Engel fuͤr die ihm Anbefohlenen; und dieſer heilige
Streit der wohlwollenden Liebe dauerte ein und zwanzig Tage —, bis der
dem glaͤubigen juͤdiſchen Volk vorgeſetzte oberſte Engel Michael, von Gott
geſendet, kam den Willen Gottes zu erklaͤren: Daß die Juden ſollen
freigelaſſen werden, um in ihr Land zuruͤck zu kehren.

Sogleich unterwarfen ſich alle heiligen Engel demuͤthig und gern dem
ihnen angekuͤndigten Willen Gottes —. Und der Perſiſche Koͤnig gab ein
oͤffentliches Patent „daß alle Juden, die da wollen, in ihr Land ziehen
koͤnnen.“

In der hl. Schrift werden die Engel genannt die himmliſchen
Heerſchaaren, und Gott ſelbſt wird genannt Herr der Heerſchaaren.
♣Dominus Sabaoth.♠

Ein menſchlicher Koͤnig, der klug und feſt <pb n="102"/>doſcz jo, te
ſwoje Wóiſtwa ſam wodżicż, ha kommandirwacż, tżaſto te ſwoje
Wobzankṅeṅa, ha te Pucże, po kotréchż je wuẇeſcz cze, pżi ſebi khoẇe;
tém ſwojim Generolam, kóiżdomu w ſwojim Tżaſu, jenoi to wukaże, żtoż wón
wobſtaracż ma; ſcho romadże pak ſam rjadnoſczi. Tak drudé teiż cżi
wóſchi Generoloẇe do Tżaſa ṅeẇedża, na tżo zawożene jo, ha żto ma na
Poſledku wonpżiṅcż. Tón ṅeƀ. Kral teiż tém wóſchim Jandżelam te ſwoje
Wobzankṅeṅa do Tżaſa ṅewozjawnoſczi; kóiżdé je w ſwojim Tżaſu zhoni, kah
ſo zadżerżecż ma.

Swėtné Kral, za ſwoju Parſchónu ſwabé Cżwojek, k wuẇedżeṅu ſwojoho
Prėdkmėcża te Wóiſtwa nuzṅe tṙeba; tón ſchohomóczné neƀ. Kral teje
jandżelſkeje Swużbé kußa trėbné ṅejo; lubi pak ſo jomu tola teje
jandżelſkeje Swużbé ſo potṙebacż, pżez téch Jandżelow ſwoje Wobzankṅeṅa
wuẇeſcz.

Swėtnomu Kralei te joho Prėdkmėcżo tżaſto ſo ṅeradżi, dokelż habé wón
ſam ṅejo ſcho praẇe ſebi rozmóſliw, habé joho Generoloẇe ſu ṅeródni,
ṅelėpi, ṅeſwėrni bóli. Te boże Wobzankṅeṅa budża wėcżṅe powṅe dopelṅene,
ha tém ſẇ. Jandżelam nidé żto ṅezbrachṅe anicz na tei Wuſchiknoſczi,
anicz na tei Ródnoſczi ha Swėṙe wo Wuẇedżeṅu toho, żtoż jim Bóh tón Kṅez
porutżi.

Jedén ſẇ. Jandżel, kaiż doho jow na Zeṁi jo, tak doho wo Ṅeƀeſach bócż
ṅemóże; móże pak tola wo Wokamikṅeṅu z Ṅeƀes na Zeṁu, ha ze Zeṁe do
Ṅebes ſo <pb n="103"/>genung iſt ſeine Kriegs-Schaaren ſelbſt zu fuͤhren
und zu kommandiren, pflegt oft ſeine Beſchluͤſſe, und den Plan, nach
welchen er ſie ausfuͤhren will, bei ſich zu verheimlichen, ſeinen
Generalen, jedem zu ſeiner Zeit, nur das auszuheißen, was Er zu beſorgen
hat; das Ganze aber ſelbſt zu ordnen. Daher zuweilen auch die hoͤhern
Generale es vor der Zeit nicht wiſſen, worauf es angeſehen, und was am
Ende heraus kommen ſoll. Der himl. Koͤnig offenbaret ſeine Beſchluͤſſe
auch den hoͤhern Engeln nicht vor der Zeit; jeder erfaͤhrt es zu ſeiner
Zeit, wie er ſich zu verhalten hat.

Ein weltlicher Koͤnig, fuͤr ſeine Perſon ein ſchwacher Menſch, braucht
nothwendig die Soldaten zur Ausfuͤhrung ſeines Vorhabens; der allmaͤchtige
himl. Koͤnig iſt des engliſchen Dienſtes gar nicht beduͤrftig: gleichwohl
gefaͤllt es ihm, ſich des Dienſtes der Engel zu bedienen, durch die Engel
ſeine Beſchluͤſſe ins Werk zu ſetzen.

Einem weltlichen Koͤnig mißlingt gar oft ſein Vorhaben, weil entweder er
ſelbſt ſich nicht alles recht uͤberdacht, oder ſeine Generale nachlaͤſſig,
ungeſchickt, untreu geweſen. Die goͤttlichen Beſchluͤſſe werden ſtaͤts
voͤllig erfuͤllet, und den hl. Engeln gebricht nie etwas weder an der
Geſchicklichkeit, noch an der Emſigkeit und Treue in Ausfuͤhrung deſſen,
was ihnen Gott der Herr befiehlt.

Ein hl. Engel, ſo lang er hier auf Erden iſt, ſo lange kann er nicht im
Himmel ſeyn; kann aber doch in einem Augenblick vom Himmel auf die Erde,
und von der Erde in den Himmel ſich <pb n="104"/>pżepowożicż. Ta ṅeƀ.
Zbóżnoſcz wobſteji wo tém Wobladuwaṅu bóizkoho Woblitża —; Bóh jo
ſchudżom —; teiż jow na Zeṁi cżi ſẇ. Jandżelo Boha widża; tak te ſwoje
Ṅeƀeſa, tu ſwoju Zbóżnoſcz ſchudżom ſebi ſobunoſcha; kaiż teiż te
Djabowé, hacżruniſch z bożoho Dopużcżeṅa jow na Zeṁi wokohaṅeja, tu
ſwoju Helu, t. r. te ſwoje Zatamaṅo, ſwoje Matré ſchudżom ſebi
ſobunoſcha.

Te Duſche ſẇatéch Cżwojekow wo Ṅeƀeſach ſu tém Jandżelam zrunane wo
Wobladuwaṅu bóizkoho Woblitża. To jo ta Zbóżnoſcz: Boha z jawṅe widżecż,
ha hacżnanaibóle lubuwacż.

Hacż pak ſu cżi Sẇacżi tém Jandżelam teiż zrunani wo tei naturſkei
Wėdomoſczi, wo Zpóznawaṅu naturſkich Wėczow, ha woſeƀe wo Zpóznawaṅu
Toho, żtoż jow na Zemi ſo ſtawa? Hai, habé, né?? Wot toho nam te ſẇ.
Piſmo nitżo ruṅewon ṅepraji.

Tón ſtrowé cżwojetżi Rozom zkoroiſch derbi taklei ſudżicż: Jo tém Sẇatém
date To, żtoż ẇele, ẇele jacz jo —, widżecż ha wobladuwacż Boha toho
Ztworicżeṙa; tak dṙe jo jim teiż pżidate To, żtoż ẇele, ẇele ṁeṅe jo —,
widżecż ha pżeladacż te Ztwoṙeṅa, ha téchſaméch Skutkuwaṅa. Móża teiż te
wot Boha na wėcżne zaſtortżene Djabowé ẇedżecż, żto na Zemi ſo ſtawa;
tak dṙe tola tém wuzwoleném pżekraſṅeném Pżecżelam bożim talei Wėdomoſcz
zapojedżena ṅejo.

To jo tola zczéwa wėſte, zo te ſẇate Duſche powṅe zpokojene, zo ſchitke
jich Żado<pb n="105"/>ſchwingen. Die himl. Seligkeit beſteht in der
Beſchauung des goͤttlichen Angeſichts —; auch hier auf Erden ſehen die
hl. Engel Gott; ſo tragen ſie ihren Himmel, ihre Seligkeit uͤberall mit
ſich; wie auch die Teufel, obſchon ſie aus Gottes Zulaſſung hier auf
Erden herumſchweifen, ihre Hoͤlle, d. h. ihre Verdammung, ihre Quaalen
uͤberall mit ſich tragen.

Die Seelen heiliger Menſchen im Himmel ſind den Engeln gleichgeſtellt in
der Beſchauung des goͤttlichen Angeſichts. Das iſt die Seligkeit: Gott
klar ſchauen, und auf das allerheftigſte lieben

Sind aber die Heiligen den Engeln auch gleichgemacht in der natuͤrlichen
Wiſſenſchaft, im Erkenntniß der natuͤrlichen Dinge, und insbeſondere, in
dem Erkenntniß Deſſen, was hier auf Erden geſchieht? Ja, oder, nein??
Davon ſagt uns die hl. Schrift nichts grade heraus.

Der geſunde Menſchen - Verſtand wird beinahe genoͤthiget alſo zu
urtheilen: Iſt den Heiligen gegeben Das, was viel, viel mehr iſt —,
ſehen und beſchauen Gott den Schoͤpfer; ſo iſt wohl ihnen auch zugegeben
Das, was viel, viel weniger iſt —, ſehen und durchſchauen die Geſchoͤpfe,
und derſelben Wirkungen. Koͤnnen auch die von Gott auf ewig verſtoßenen
Teufel wiſſen, was auf Erden vorgeht; ſo iſt wohl doch den auserwaͤhlten
verklaͤrten Freunden Gottes ein ſolches Wiſſen nicht verſagt.

Das iſt doch ganz gewiß, daß die heiligen Seelen voͤllig befriediget, daß
alle ihre Begier<pb n="106"/>ſcże pżenadobṅe dopelṅene ſu —; ſame ſo
zrozemi: dobre, rozomne Żadoſcże; pżetoż ṅeprawe, ṅerozomne Żadoſcże wo
nich żane jacz bócż ṅemóża.

Ta prawa tżiſta Bliſchoh’ Luboſcz, kotraż wo Bohu zakoṙeṅena jo, talei
Luboſcz wo téch Sẇatéch woſtaṅe —. Ha talei Luboſcz wo nich wubudża tu
rozomnu Żadoſcz — ẇedżecż —, żto cżiſami, kotréchż pṙedé jow na Zeṁi
lubuwali ſu, ha nėt hiżcże lubuẇu, żto tżiṅa, kah ſo jim ẇedże??

Su tṙebai nėkotzi Sẇacżi duchownſke Rjadé, pobożne Braczſtwa, Schule,
Żpitale rrc. Bohu k Tżeſczi, ha Duſcham k Zbóżnoſczi hoṙezẇedli, wo Téch
ta Luboſcz wubudża tu Żadoſcz —, ẇedżecż: Hacż ha kah te jich dobre
Wotpoladaṅa ſo dopelṅeja.

Talei luboſcziwa Mós jo do dobréch kż. Wutrobow nutzzażcżėpena. Dobré
Kżeſczian, déż k wumṙecżu ſo pżibliża, ha cżi joho Dobri pże ṅoh’ ſo
rudża —, wón jich tróżtuẇe, praji: Ja ſchak ṅebudu na was zabócż; k Bohu
dóṅdżiwſchi budu wėſczi na was zpominacż, was tei Smėlnoſczi toho ṅeƀ.
Wótſcza porutżecż.

Wo ſẇ. Piſṁe dṙe wot toh’ ṅejo żto ruṅe won prajene, tola pak jow ha tam
khėtṙe doſcz k zrozeṁeṅu date, zo tém zbóżṅe Wumṙetém to, żtoż jow na
Zeṁi ſo ſtawa, zakhowane ṅewoſtaṅe. Onias ha Jeremias, hiżcże wo tei
Prėdkheli, ſtai ẇedżawoi, zo tém Żidam jara zlė ſo ẇedże, ha ſtei za
nich proſéwoi —. Kréſtus <pb n="107"/>den uͤberreichlich erfuͤllet ſind —;
verſteht ſich von ſelbſt: gute, vernuͤnftige Begierden; denn unrechte,
unvernuͤnftige Begierden koͤnnen in ihnen gar nicht mehr ſeyn.

Die rechte reine Naͤchſten – Liebe, welche in Gott gegruͤndet iſt, dieſe
Liebe bleibt in den Heiligen. Und dieſe Liebe erweckt in ihnen das
vernuͤnftige Verlangen — zu wiſſen —, was diejenigen, die ſie einſt hier
auf Erden geliebet, und itzt noch lieben, was ſie machen, wie es ihnen
geht??

Haben etwa einige Heilige geiſtliche Orden, gottſelige Bruͤderſchaften,
Schulen, Hoſpitaͤler rrc. zur Ehre Gottes, und zum Heil der Seelen
aufgerichtet, in Dieſen erwecket die Liebe das Verlangen —, zu wiſſen,
ob und wie ihre guten Abſichten erfuͤllet werden.

Ein ſolcher liebreicher Sinn iſt in gute chriſtl. Herzen eingepfropfet.
Ein guter Chriſt, da er ſich zum ſterben nahet, und die Seinigen um ihn
trauern —, er troͤſtet ſie, ſpricht: Ich werde gewiß nicht euer
vergeſſen; ſo wie ich zu Gott gelange, will ich gewiß an euch denken,
euch der Huld des himml. Vaters empfehlen.

In der hl. Schrift wird zwar hievon nicht etwas beſtimmtes geſagt, doch
aber hie und da ziemlich zur Genuͤge zu verſtehen gegeben, daß den ſelig
Geſtorbenen das, was hier auf Erden geſchieht, nicht verborgen bleibe.
Onias und Jeremias, noch in der Vorhoͤlle, haben es gewuſt, daß es den
Juden ſehr uͤbel gehet, und haben fuͤr ſie gebethen. 2. ♣Mach.♠ 15.
Chriſtns <pb n="108"/>ṙekné: Wo Ṅeƀeſach budże Weſelo na jeném
Rėſchniku, kiż Pokutu tżini —. Hacż da mówo te ſẇate Duſche z témi
Jandżelemi ſo zẇeſelicż na tém Pżewobrocżeṅu toho Rėſchnika, débó jim
zpóznate ṅebówo? Jap. Jan piſa: zo cżi Sẇacżi wo Ṅeƀeſach Bohu podawaja
te Próſtwé téch Wėriwéch —. Tak da ſu jim te naſche Próſtwé znate.

Hale kah, na kaike Waſchṅo cżi Sẇacżi wo Ṅeƀeſach to zhoṅa, żtoż jow na
Zeṁi ſo ſtawa? Hacż tṙebai cżi ſẇ. Jandżelo jim to dopojedża? Mówo dṙe
ſo ṙecz; zo Onias ha Jeremias wo tei Prėdkheli to wot ſẇ. Jandżelow
zhoniwoi ſtai; cżi Zbóżni wo Ṅeƀeſach pak téch jandżelſkich Pójeſtwow
ſnadṅe tṙeba ṅezmėja.

Piſma Rozomni kh. Wutżeṙo tu Wėcz taklei zkrótkim wukwadu: Wo jeném
Żpijelu widżiſch té teiż to, żtoż zadé teƀe jo —. Bóh jo tón
naijaſniſchi Żpijel; wo Bohu, wo tei bóizkei Schohowėdomoſczi jo ſchitko
tak ṙecz woznaṁeṅene, wotmoluwane —. Déż cżi Sẇacżi Boha wobladuẇu, woni
wo Bobu widża —, nicz dṙe ſchitko, żtoż wo Nim k widżeṅu jo —, pżetoż
tak bóchu ruṅa Bohu ſchohowédomi bóli —; widża pak tola wo Bohu to, żtoż
jich tṙechi, żtoż widżecż ha ẇedżecż żadaja.

Żtóż tolei ze ſwojim Rozomeżkom wopżijecż ṅemóże, Tón ṅech ſebi móſli:
Wėſczi móże Bóh tón Kṅez tém ſwojim lubém Pżecżelam To ha Tamo k
Wėdomoſczi dacż po tawzént ſchela<pb n="109"/>♣Luc.♠ 15, 7. ſagt: Im
Himmel wird Freude ſeyn uͤber einen Suͤnder, welcher Buße thut. Koͤnnten
wohl die heiligen Seelen mit den Engeln ſich erfreuen an der Bekehrung
eines Suͤnders, wenn ſie ihnen nicht bewuſt waͤre? Der Apoſtel Johannes
♣Apoc.♠ 5, 8. ſchreibt: daß die Heiligen im Himmel Gott darreichen die
Bitten der Glaͤubigen —. Alſo ſind ihnen unſere Bitten bewuſt.

Allein, wie, auf welche Weiſe erfahren die Heiligen im Himmel, was hier
auf Erden geſchieht? Verkuͤndigen ihnen ſolches etwa die hl. Engel? Es
ließ ſich wohl ſagen: daß Onias und Jeremias in der Vorhoͤlle ſolches
durch die hl. Engel erfahren haben; die Seligen im Himmel jedoch werden
der engliſchen Nachrichten wahrſcheinlich nicht noͤthig haben.

Schriftverſtaͤndige k. Lehrer erklaͤren die Sache kurz alſo: In einem
Spiegel ſiehſt du auch das, was hinter dir iſt —. Gott iſt der helleſte
Spiegel; in Gott, in der goͤttlichen Allwiſſenheit ſind alle Dinge ſo zu
ſagen gezeichnet, abgemahlet —. Da die Heiligen Gott beſchauen, ſehen
ſie in Gott —, zwar nicht alles, was in Ihm zu ſehen iſt —, denn ſo
wuͤrden ſie Gott gleich allwiſſend ſeyn —, ſehen jedoch in Gott das, was
ſie angeht, was ſie zu ſehen und zu wiſſen wuͤnſchen.

Wer dieſes mit ſeinem geringen Verſtand nicht begreifen kann, der mag
denken: Gewiß kann Gott der Herr ſeinen lieben Freunden Das und Jenes
kund machen auf tauſend verſchiede<pb n="110"/>kich Pucżach, bórṅe ja
żanoho taikoho Pucża wuſlėdżicż ṅemów.

Sadżmó pak: zo tón Sẇaté, kotromuż té ſo porutżeſch, kotrohoż na Pomócz
woẇeſch, ſadżmó, zo wón bó ṅeẇedżaw, déh ha żto té wot ṅoho żadaſch;
hacż bó tohodla ta twoja Pobożnoſcz podarmo bówa? Oh nė: pżetoż tón
ſchohowėdomé Bóh je tola wė; ha Jomu ſo lubi tón Potżiṅk teje
Poniżnoſcże, zo té, ſebi ſamom’ ṅewėriwſchi, toho Sẇatoho k twojomu
Zaſtupnikei żadaſch.

Dale, wo ſchitkich Sẇatéch jo ha zwoſtaṅe ta wėrna Luboſcz; talei
Luboſcz kóiżdoho Sẇatoho hnucżi Boha proſécż za wſchich Téch, kiż tei
joho Luboſczi ſo porutżeja, znatéch ha ṅeznatéch. Schak teiż dobré
Kżeſczian do ſwojich Pacżeṙi ſobu nutzwobzanka ſchitkich téchſaméch, kiż
do joho Pobożnoſcże ſo porutżeja, ṅech ſu jomu wėdomni habó ṅewėdomni.

Z̄to Bóh tón Kṅez za pżichodne wobzanknéw jo, ha po kaikim Pucżu jenoho
kóiżdoho téch ſwojich Wuzwolenéch k tei Zbóżnoſczi doẇeſcż cze —; to
teiż cżi Sẇacżi do Tżaſa ẇedżecż ṅemóża, khiba zo je Bóh ſam jenomu
woſeƀe wozjewiw bó. Schiczé Sẇacżi ſu do teje ſẇateje bożeje Wole tak
powṅe zpodwoleni, zo, runiſch kaiż pżecżiwo Bohu tżiſcże nitżo ṅeżamóża;
tak teiż pżecżiwo bożei Woli tżiſcże nitżo ṅechadża ha ṅeżadaja. Tón
zbóżné Nan ṅemóże ha teiż ṅecha żto pomhacż tom’ ſwojom’ jedénmól
zatamanomu Dżėſcżu; ha te zbóżne Dżėcżo ṅemóże ha teiż ṅecha żto pomhacż
tom’ ſwojom’ jedénmól zatamanomu Nanei. <pb n="111"/>nen Wegen, obſchon
ich keinen ſolchen Weg ausſpuͤren kann.

Setzen wir aber, daß der Heilige, dem du dich befiehlſt, den du
anrufeſt, ſetzen wir, daß er es nicht wiſſen moͤchte, wann und was du von
ihm verlangeſt; waͤre dann deshalb deine Andacht vergebens? O nein; denn
der allwiſſende Gott weiß es doch; und Jhm gefaͤllt die Uebung der
Demuth, daß du, dir ſelbſt mißtrauend, den Heiligen zu deinem Vertreter
verlangeſt.

Ferner, in allen Heiligen iſt und bleibt die wahre Liebe; dieſe Liebe
noͤthiget jeden Heiligen Gott zu bitten fuͤr alle jene, die ſich ſeiner
Liebe anempfehlen, Bekannte und Unbekannte. Es pflegt ja auch ein guter
Chriſt in ſein Gebeth mit einzuſchließen alle diejenigen, die ſich in
ſeine Andacht empfehlen, moͤgen ſie ihm bekannt oder unbekannt ſeyn.

Was Gott der Herr fuͤrs kuͤnftige beſchloſſen habe, und auf welchem Wege
er einen jeglichen ſeiner Auserwaͤhlten zur Seligkeit hinfuͤhren will —;
das koͤnnen auch die Heiligen vor der Zeit nicht wiſſen, es ſeye dann,
daß es Gott ſelbſt einem beſonders offenbarte. Alle Heiligen ſind in den
heiligen goͤttlichen Willen ſo voͤllig eingeſenket, daß, gleichwie ſie
wider Gott gar nichts vermoͤgen; alſo auch wider den Willen Gottes gar
nichts wollen und verlangen. Der ſelige Vater kann nicht, und will auch
nicht was helfen ſeinem einmal verdammten Kinde; und das ſelige Kind
kann nicht, und will auch nicht was helfen ſeinem einmal verdammten
Vater. <pb n="112"/>Schiczé Zbóżni pże wſcho druhe lubuẇu tu zprawnu
bożu Wolu; ha żtoż teiſamei napżecżo jo, to jo teiż jim pżecżiwne.

Bó-li lóze Cżwojek jenoho Sẇatoho na Pomócz proſéw k Wuẇedżeṅu jenoho
zwoho Skutka, habó wėſtoho Rėcha, hako Paduhſtwa, Ṅekmanſtwa, rrc. taiki
bó Boha, ha teiż toho Sẇatoho ſuroẇe woṅetżeſcziw.

Proſéſch té jenoho Sẇatoho na Pomócz k Dóſtacżu tżaſṅeje Dobroté, k Pż.
toho Wotkhoṙeṅa, teje Strowoté, toho Żonuwaṅa twojeje Zamóżnoſcże —; tak
tón Sẇaté, dokelż teiż wón do Tżaſa ṅewė, kah té po twojei ſwobodnei
Woli tu dóſtatu tżaſnu Dobrotu nawożecż budżeſch, wón Boha za teƀe proſé
pod témlei Wumėṅeṅu: joli zo ta żadana Dobrota kbożei Tżeſczi, ha twojei
Duſchi k Zbóżnoſczi téwa bó.

Té ſam dṙe wéſch, kaiku Wolu pżitomṅe maſch, kah ruṅe nėt wotmóſlené ſé,
tu dóſtatu Dobrotu praẇe deṙe nawóżecż. —. Ha to móże tón Sẇaté teiż
ẇedżecż. Hale Cżwojek jo pżewobrocżnité —; té ſam je ṅewėſch, żto
pżichodṅe zeczeiſch, kah tṙebai bó tu dóſtatu Dobrotu wopaki nawożaw —.
Ha to teiż tón Sẇaté do Tżaſa ṅewė.

Tohodla tón Sẇaté tu twoju Żadoſcz ha tu ſwoju zaſtupnu Próſtwu powṅe
podcżiſṅe tei Woli toho Schohowédomoho; ha jo jenak zpokojom, hacż Bóh
tak habé hinak tżini, hacż tu Próſtwu dopelni habó ṅedopelni; dokelż
wėſté jo, zo Bóh <pb n="113"/>Alle Seligen lieben uͤber alles andere den
gerechten heiligen Willen Gottes; und was dieſem zuwider iſt, das iſt
auch ihnen zuwider.

Moͤchte etwa ein boͤſer Menſch einen Heiligen um Hilfe anrufen zur
Ausfuͤhrung eines boͤſen Werkes, oder einer gewiſſen Suͤnde, als des
Diebſtahls, der Unzucht rrc., ein ſolcher wuͤrde Gott und auch den
Heiligen uͤber die Maßen entehren.

Bitteſt du einen Heiligen um Hilfe zur Erlangung eines zeitlichen Gut’s,
z. B. der Geneſung, der Geſundheit, des Segens in deinem Vermoͤgen —; ſo
bittet der Heilige, weil auch er vor der Zeit es nicht weiß, wie du nach
deinem freien Willen das erlangte zeitliche Gut anwenden wirſt, er
bittet Gott fuͤr dich unter dieſer Bedingniß: Wenn das verlangte Gut zur
Ehre Gottes, und deiner Seele zur Seligkeit gedeihen moͤchte.

Du ſelbſt weißt es wohl, was fuͤr einen Willen du gegenwaͤrtig haſt, wie
du grade itzt entſchloſſen biſt das erlangte Gut recht wohl anzuwenden
—. Und das kann der Heilige auch wiſſen. Allein der Menſch iſt
veraͤnderlich —; du ſelbſt weißt es nicht, was du kuͤnftig wirſt wollen,
wie du etwa das erlangte Gut unrecht anwenden moͤchteſt —, Und das weiß
auch der Heilige vor der Zeit nicht.

Daher der Heilige dein Verlangen und ſeine Fuͤrbitte voͤllig unterwirft
dem Willen des Allwiſſenden; und iſt einerley zufrieden, ob es Gott ſo
oder anders mache, ob er die Bitte erfuͤllet oder nicht erfuͤllet; weil er
ſicher iſt, daß Gott <pb n="114"/>ſcho praẇe tżini, ha zo Tomu, kiż z
dobrej’ Wutrobu nėżto wot ṅoho żada, wėſczi da — habó te żadane, habó
mėſto toho nėżto za ṅoho lėpſche.

Proſéſch te jenoho Sẇatoho na Pomócz, zo bó cżi wot Boha wuproſéw tu
Nadu wėrneje Pokuté, tu Mócz k Pżedobówaṅu téch Zpótuwaṅow, dobru
Sṁercż, ha tu wėcżnu Zbóżnoſcz —; oh! tak tón Sẇaté z Ẇeſowoſcżu za teƀe
proſé; ha, déż jenoi teiż té ſam tżiniſch, żtoż na tebi leiżi, budżeſch
ſcho to wėſczi dóſtacż.

§. 7. Wopokazaṅa téch Sẇatéch.

Kaiż jedén Jandżel, tak teiż ta z Cżėwa wuſtupena cżwojetża Duſcha hako
luté Duch —, móże (to ta Natura jenoho Ducha ſobuṅeſe) może wo
Wokamikṅeṅu z jenoho Mėſta do druhoho ſo pżepowożicż, khiba zo jena
wóſcha bóizka Mócz ju hoṙedżerżi.

Zo cżi zwi Jandżelo ṅewidżowṅe woko nas na Zeṁi ſu, ha nas zpótuẇu —; zo
teiż cżi ſẇacżi Jandżelo woko nas ſu, ha nas zakitaja —; to nam boże
Swowo zjawṅe ruṅe won praji. Hacż pak Bóh tón Kṅez tém z toho Cżėwa
wuſtupeném Duſcham dopużcżi k nam na Zeṁu pżincż, ha jow pobócż
newidżowṅe, tak, zo to Nichtó ṅepótṅe —; to mó ẇedżecż ṅemóżemó, ha
ẇedżecż ṅetṙebamó.

Dale ze ſẇ. Piſma ſo pokaże, zo dobri ha teiż zwi Jandżelo drudé wo
widżownei Żtawtnoſczi ſo wopokazali ſu —. Hacż da móża teiż te z Cżéwa
wuſtupene Duſche <pb n="115"/>alles recht thrt, und daß er Dem, der mit
gutem Herzen etwas von ihm begehrt, ganz gewiß gibt — entweder das
Verlangte, oder ſtatt deſſen etwas fuͤr ihn Beſſeres.

Rufeſt du einen Heiligen um Hilfe an, damit er dir von Gott erbitte die
Gnade wahrer Buße, die Kraft zur Ueberwindung der Verſuchungen, einen
guten Tod, und die ewige Seligkeit —; o! da bittet der Heilige mit
Freuden fuͤr dich; und, ſo du nur auch ſelbſt thuſt, was an dir gelegen,
du wirſt alles das gewiß erhalten.

§. 7. Erſcheinungen der Heiligen.

Wie ein Engel, ſo auch eine aus dem Leibe getretene menſchliche Seele
als purer Geiſt —, kann (die Natur eines Geiſtes bringt das mit ſich)
kann in einem Augenblick aus einem Ort in einen andern ſich
uͤberſchwingen, wofern ſie eine hoͤhere goͤttliche Kraft nicht zuruͤckhaͤlt.

Daß die boͤſen Engel unſichtbar um uns auf Erden ſind, und uns verſuchen
—; daß auch die heiligen Engel um uns ſind, und uns beſchuͤtzen —; das
ſagt uns Gottes Wort klar heraus. Ob aber Gott der Herr den aus dem
Leibe getretenen Seelen geſtattet, zu uns auf die Erde zu kommen, und
hier auf eine Weile zu ſeyn unſichtbar, ſo, daß es Niemand gewahr werde
—; das koͤnnen wir nicht wiſſen, und brauchen es nicht zu wiſſen.

Ferner aus der hl. Schrift zeigt es ſich, daß die guten und auch die
boͤſen Engel zuweilen in ſichtbarer Geſtalt erſchienen ſind —. Koͤnnen
denn auch die aus dem Leibe getretenen Seelen <pb n="116"/>jow na Zeṁi
wo widżownei Z̄tawtnoſczi Cżwojekam ſo wopokazacż? Hai, to móża, déż je
jim Bóh dopużcżi.

Hacż cżi Wutżowniczé Jėzuſowi wnoczé po Moṙu jėdżechu, ha Jėzus po tei
Wodże pėſchi knim pżiṅdże, woni ſo zaſtróżichu, jara ſo zbojachu, ha
mėṅachu, zo to jene Scheṙeṅo jo —. Nédém Jėzus na nich zarétża z tém
ſwojim jim znatém Woſom: Ja je ſém, ṅebóicże ſo.

Hacż tón ſtaṅené Jėzus tém ſwojim zromadżeném Wutżownikam tón prėni mól
ſo wopokaza, woni zaſtróżeni ha zmóleni mėṅachu jenoho Ducha pżed ſobu
widżecż —. Jėzus jim luboſcziẇe rétżeſche: Wobladuicże, ha wobmaſuicże
ṁe; Duch Mjaſa ha Koſczi nima, hako widżicże, zo ja mam.

Z̄to ſo z toho pokaże? Telei dwoje; 1. Cżi Wutżowniczé ſu tedém za to
dżerżeli, zo jene Scheṙeṅo, habó jedén Duch wo widżownei Żtawtnoſczi ſo
wopokazacż móże —. 2. Ha na to jich Jėzus ṅejo pożtravuwaw, hako bó to
jedén wupé żkódné Pżiwėrk bów.

Déż Jėzus pojeda wot toho bohatoho Muża ha wot toho Proſcheṙa Lazara,
praji teiż tolei: Tón zatamané Bohaté jo żadaw, zo bó tón Lazar zas na
Zeṁu poſuwané bów k joho Bratram, jim pojedżecż, kah jara zlė ſo jomu
zeſchwo jo —. To pak jo jomu zapojedżene bówo.

Z toho ſo pokaże, 1. Ta z Cżėwa wuſtupena Duſcha ṅėſṁe ha ṅemóże ƀez <pb
n="117"/>her auf Erden in ſichtbarer Geſtalt den Menſhen ſich ſehen
laſſen? Ja, das koͤnnen ſie, ſo es ihnen Gott geſtattet.

Als die Juͤnger Jeſu in einer Nacht auf dem Meere fuhren, und Jeſus auf
dem Waſſer zu Fuß auf ſie zugieng, erſchracken ſie, fuͤrchteten ſich
ſehr, und meinten, daß es ein Geſpenſt ſey —. Sogleich redete ſie Jeſus
an mit ſeiner ihnen bekannten Stimme: Jch bin es, fuͤrchtet euch nicht.
♣Mt. 14. Mr.♠ 6.

Als der erſtandene Jeſus ſeinen verſammelten Juͤngern das erſtemal ſich
zeigte, erſchracken ſie, wurden verwirrt, meinten einen Geiſt vor ſich
zu ſehen —. Jeſus redete ihnen freundlich zu: Beſchauet und betaſtet
mich; ein Geiſt hat ja nicht Fleiſch und Knochen, wie ihr ſehet, daß ich
habe. ♣Lc.♠ 24.

Was erhellet hieraus? Dieſes zweyfache; 1. Die Juͤnger haben damals dafuͤr
gehalten, daß ein Geſpenſt, oder ein Geiſt in ſichtbarer Geſtalt ſich
ſehen laſſen koͤnne —. 2. Und daruͤber hat ſie Jeſus nicht geſtraft, als
ob das ein thoͤrichter ſchaͤdlicher Aberglaube waͤre.

Da Jeſus ♣Lc.♠ 16. erzaͤhlet von dem reichen Manne, und von dem Bettler
Lazarus, ſagt er auch dieſes: Der verdammte Reiche habe verlanget, daß
der Lazarus moͤchte zuruͤck auf die Erde geſchickt werden zu deſſen
Bruͤdern, ſie zu berichten, wie gar uͤbel es ihm ergangen —. Das aber ſey
ihm verſagt worden.

Hieraus erhellet, 1. Die aus dem Leibe getretene Seele darf nicht, und
kann nicht ohne <pb n="118"/>woſebniteje bożeje Porutżnoſcże habé
Dowolnoſcże Komu ſo wopokazacż —. 2. Bóh tón Kṅez tém Duſcham to
ṅeporutża, ṅedowola, khiba zrėtka déh z jenoho woſebnitoho ważniwoho
Wotpoladaṅa.

Nėżto druhe jo: To — ha Tamo — jo móżno, móże ſo ſtacż; ha nėżto druhe
jo: Wone jo woprawdże tak ſo ſtawo. Rozomné Cżwojek jenu Stawiznu wėri,
habó ṅewėri, za tém hacż jo — habó ṅejo — powṅe doſwėtzena.

Nėżto wėricż nóczécż — ſamotṅe tohodla, dokelż tebi to ṅemóżne, wopaki
ſo zezdaṅe —; to jo horda Wupoſcz; pżetoż woprawdże jo nėżtożkuli móżno
ha praẇe, bórṅe tebi ṅemóżne, wopaki ſo zezdawo. Ta twoja ſamotna
Wuſtoinoſcz tola nidé ṅejo ta jenicżka prawa Waha, po kotreiż ta
Wėrnoſcz dérbjawa wotważena bócż.

Wėrno jo: Ṅewutżeni, bojazni, zamóſleni, wupi Cżwojekoẇe drudé ſebi
zezdanu nėżto widżecż, żtoż ſamotṅe wo téch jich zmucżenéch Mozach jim
ſo prėdkmoluẇe. Su teiż ſchibawi Hebawczé, ſchibawe Hebarki, kiż tém
zlóchkawėriwém nėżtożkuli narétża, hako bó Ta — ha Tama — Duſcha jim ſo
wopokazawa —. Jow jo za dobroh’ Kżeſcziana ta nailėpſcha Rada:
„Zpojednikei, habé rozomnomu duchownomu Radnikei ſcho z Prawdu
wupojedacż, tom’ joho Wuprajeṅu ſo podcżiſnécż, ha dale taike Bladé
kedżbu ṅemėcż.

<pb n="119"/>

beſondern goͤttlichen Befehl oder Erlaubniß Jemanden erſcheinen —. 2.
Gott der Herr pflegt das den Seelen nicht zu befehlen, nicht zu
erlaubin, außer etwa gar ſelten aus einer ganz beſondern wichtigen
Abſicht.

Etwas anderes iſt: Das — und Jenes — iſt moͤglich, kann geſchehen; und
etwas anders iſt: Es iſt wirklich ſo geſchehen. Ein vernuͤnftiger Meuſch
glaubt, oder glaubt nicht eine Geſchichte, je nachdem ſie zur Genuͤge
bezeuget iſt —, oder es nicht iſt —.

Etwas nicht Llauben wollen — blos deswegen, weil es dir unmoͤglich,
unrecht vorkommt —; das iſt ein ſtolzer Unſinu; denn wirklich iſt doch
manches moͤglich und recht, obſchon es dir unmoͤglich, unrecht zu ſeyn
duͤnket. Deine perſoͤnliche Einſicht iſt denn doch in Ewigkeit nicht die
einzige rechte Waage, auf der die Wahrheit muͤſte abgewogen werden.

Wahr iſt es: Ungelehrte, furchtſame, ſchwermuͤthige, einfaͤltige Menſchen
denken ſich manchmal etwas zu ſehen, was blos in ihrem aufgeregten
Gehirn ſich ihnen vormahlet. Es gibt auch liſtige Betruͤger, liſtige
Vetruͤgerinnen, die den Leichtglaͤubigen manches vorreden, als ob Dieſe —,
und Jene — Seele ihnen erſchienen waͤre —. Da iſt fuͤr einen guten
Chriſten der beſte Rath: „dem Beichtvater, oder einem verſtaͤndigen
geiſtl. Rathgeber alles aufrichtig kund machen, ſeinem Ausſpruch ſich
unterwerfen, und weiter dergleichen Labereyen gar nicht achten.”

<pb n="120"/>

Débóchu żeni żane prawo Ṗeṅezé bite ṅebówo, z cżeżka bó Żtó pozpótaw
valſchne Peṅezé dżėwacż —. Débó żeni żana z toho Cżėwa wuſtupena Duſcha
na Zeṁi ſo ṅewopokazawa; lėdén bóchu te ſchelake Bacża wot Wopokazaṅa
tech Wumṙetéch déh hoṙezẇedżene bówo —. Tón mudré dżerżi ſo toho
ſreidżinoh’ Pucża —. Móżno móże néżtożkuli bócż; hale hacż woprawoże tak
ſo ſtawo jo —, to dérbi doſwėtzene bócż.

Joli zo jena dobra Duſcha z toho Tżiſcża z bożeje Dowolnoſcże Komu ſo
wopokaże, teje ſo Nichtó bojecż nima, wona wėſczi Nikomu żaneje Zwóſcże
tżinicż ṅecha.

Żtoż naſtupa te Scheṙeṅa habó te widżowne Wopokazaṅa zatamanéch Duſchow,
ṅewamai ſebi podarmo Wowé, hacż ha kah daloko nėżto na tém bócż mówo —.
Méi ha zdżerż Dowėrnoſcz k Bohu; ƀez bożeje Wole tebi żadén Wóſk na Woẇe
ṅemóże zekżiẇené bócż. Żtóż bódli pod Zakitom Boha ẇerſchinoho, Tón
ſchak zwoſtaṅe deṙe zakitané.

Zo te Duſche téch Zbóżnéch, téch Sẇatéch jow na Zeṁi widżowṅe ſo
wopokazacż móża, to jo wėſte. Moyzes ha Helias ſtai tém Jėz. Wutżownikam
na tei Hoṙe wo hordoznei Żtawtnoſczi ſo widżecż dawoi.

Jara ẇele widżownéch Wopokazaṅow jo wo czérkwinſkich Hiſtoriach
zpómṅene. Piſma rozomné kh. Kżeſczian jė wėri habó ṅewėri —, zatémhacż
ſu — habó neiſu doſcz doſwėtzene.

<pb n="121"/>

Wenn nie kein rechtes Geld waͤre gemuͤnzet worden, ſchwerlich wuͤrde es
Jemand verſuchen, falſches Geld zu machen —. Wenn nie eine aus dem Leibe
getretene Seele ſich auf Erden gezeigt haͤtte; kaum wuͤrden die
verſchiedenen Fabeleyen von Erſcheinung der Geſtorbenen je aufgebracht
worden ſeyn —. Der Kluge haͤlt ſich des Mittelwegs —. Moͤglich kann ſo
manches ſeyn; jedoch ob etwas wirklich in der That ſo geſchehen ſey —,
das muß gehoͤrig bezeuget werden.

So etwa eine gute Seele aus dem Reinigungs-Orte aus Gottes Zulaſſung
Jemanden erſcheint, dieſe hat Niemand zu fuͤrchten; ſie will zuverlaͤſſig
Niemonden was Leids zufuͤgen.

Was da betrift die Geſpenſter oder die ſichtbaren Erſcheinungen der
verdammten Seelen, zerbrich dir ṅicht vergebens den Kopf, ob und wie
weit etwas daran ſeyn koͤnnte —. Habe und behalte Vertrauen zu Gott, ohne
Gottes Willen kann dir kein Haar am Kopfe gekruͤmmet werden. Wer da
wohnet unter dem Schirm des Allerhoͤchſten, der bleibt ganz gewiß wohl
beſchirmet. ♣Pſ.♠ 90.

Daß die Seelen der Seligen, der Heiligen hier auf Erden ſichtbar ſich
zeigen koͤnnen, das iſt gewiß. Moyſes und Elias haben ſich den Juͤngern
Jeſu auf dem Berge in einer gar herrlichen Geſtalt ſehen laſſen. ♣Mt.
17. Lc.♠ 9.

Gar vieler ſichtbaren Erſcheinungen wird in der Kirchengeſchichte
gedacht. Ein Schriftverſtaͤndiger k. Chriſt glaubt ſie — oder glaubt ſie
nicht — je nachdem ſie hinlaͤnglich bezeuget ſind —, oder es nicht ſind.

<pb n="122"/>

Żtoż żanoho druhoho Kużowa nima, déżli nėkaike Bacża, ha zaſchṁatane
Pojedaṅa wupéch Ludżi, na to brailich nitżo dżerżecż ṅejo.

Żtoż pak deṙe wutżeni, mudri, ſtatni, wėrnoſcziwi Mużoẇe wobſẇetza, ha
wopiſali ſu; to ma ſo po dobrém Rozoṁe za wėrno dżerżecż. Pżetoż,
prajicż czécż: Woni ſu ſebi to wumóslili, habé ſu nėkaike ludżacze Bladé
ha Pojedaṅcżka romadu nazbėrali —, ha tak lute Vżė za Wėrnoſcz nam wo
ſwojich Piſmach podali —; to bó tola jena ṅewuſtatṅe wupa Króbwoſcz
bówa.

Drudé teiż wėſte pobotżne Stawizné, kiż pżi tém ſobu prėdkpżindu,
rozomnoho Cżwojeka moczuẇu te zpodżiwne Wopokazaṅa za werne zpóznacż. k
Pż.

W Lėtu 252 tón kheiżorſki Zaſtoinik Kwintinian wo tém Mėſcże Katana
porutżi tu kż. Kṅeżnicżku Agathu teje ſẇ. Wėré dla na czéwém Cżełe
pżebicż, ji te Nadra wotrėzacż, ha tak rozczéchnuwanu do Jaztwa
zanknécż. Pżiṅdże k ṅi do Jaztwa S. Jap. Pėtér wo Żtawtnoſczi jenoho
ſtaroho Muża, ſchė jeje Rané z jenémdobom zahoji, ha teiż te jeje Nadra
bėchu zas zpownoſcżene. Japożtowa Pėtéra bė Nichtó ṅewidżaw, hacż wona
ſamalutka. Schiczé pak tola widżachu te jeje Rané zahojene, widżachu te
Nadra na jeje Wutrobṅu. Kwintinian ṅemawo zpodżiwané — wo Zaſakwoſczi
zawowa: Wona jo wėſczi prawa Kuzwarka —. Schiczé rozomni pak wėṙachu tei
Kṅeżṅe, zo ju S. Pėtér wopótaw ha zahojiw jo.

<pb n="123"/>

Was keine andere Ouelle hat, als ein elendes Gerede und verworrene
Erzaͤhlungen einfaͤltiger Leute, darauf iſt freilich nichts zu halten.

Was aber wohlgelehrte, kluge, geſetzte, Wahrheit liebende Maͤnner
bezeugen und beſchreiben; das hat man doch vernuͤnftiger Weiſe fuͤr wahr
zu halten. Denn ſagen wollen: Sie haben das ſich ſelbſt erdacht, oder
haben etwa elendes Volksgeſchwaͤtz und Fabeleyen zuſammen geklaubet —,
und ſo lauter Luͤgen uns fuͤr Wahrheiten in ihren Schriften dargereichet
—; das wuͤrde dann doch eine unausſtehlich freche thoͤrichte Kuͤhnheit
ſeyn.

Zuweilen trifts ſich auch, daß gewiſſe Neben-Thatſachen, die dabei mit
vorkommen, einen vernuͤnftigen Menſchen noͤthigen, die wunderbaren
Erſcheinungen fuͤr wahr zu erkennen. z. B.

Im Jahre 252 befahl der kaiſerliche Beamte ♣Quintinian♠ in der Stadt
♣Catana♠ die chriſtl. Jungfrau ♣Agatha♠ des hl. Glaubens wegen am ganzen
Leibe zu zerſchlagen, ihr die Bruͤſte abzuſchneiden, und ſie ſo
zerfleiſchet in einen Kerker einzuſchließen. Es kam zu ihr in den Kerker
der hl. Ap. ♣Petrus♠ in Geſtalt eines alten Mannes, heilte auf einmal
alle ihre Wunden, und auch ihre Bruͤſte waren wieder voͤllig ergaͤnzet. Den
Ap ♣Petrus♠ hatte Niemand geſehen, als ſie ganz allein. Alle aber ſaheṅ
doch ihre Wunden aeheilet, ſahen die Bruͤſte an ihrer Bruſt. ♣Quintinian♠
erſtaunt — rief im Jaͤhzorn: Sie iſt gewiß eine rechte Zauberin —. Jedoch
alle Vernuͤnftigen glaubten es der Jungfrau, daß ſie der hl. ♣Petrus♠
beſucht und geheilet habe.

<pb n="124"/>

W L. 453 Tón dżiji ruƀeżné Attila z wilkimi wojerſkimi Cżródami ſchelake
Kraje pżecżahuwaſche, ruƀeſche, paleſche —. Hacż tónlei Attila k tom’
Mėſtu Róm ſo pżibliżuwaſche, dżėſche jomu napżecżo tón tedémſchi Bamuż
♣Leo I.♠ wot ſwojich Duchownéch pżewodżané. K ṅomu doṅdżiwſchi — ſtatṅe
tola pak zkwadṅe na ṅoho zarétża: Woſtai nas napokoi, wrócż ſo —. Ha
leicże, nédém Attila tém ſwojim Cżródam porutżi — do zadé ha do Bokow ſo
wrócżecż —. Nėkotzi joho Pżecżelo na to zpodżiwani jomu prajachu: Té,
kiż té Nikoho ſo ṅebójiſch, pżetżo na nėkotre Swowa toholei Pópa zmolom
ſo wrócżeſch? Wón wotmoji: Bamuża Leona dṙe ja ſo ṅebóju; hale zadé ṅoho
jedén ſtejeſche wo Hordoſczi, S. Jap. Pėtér, ha Tón mi z jeném Ṁetżom tu
wėſtu Sṁercż rożeſche, nechaw-li tomu Bamużei poſkacż. Sẇ. Pėtéra bė
Attila ſam lutki widżaw; ſchiczé pak tola to widżachu, zo wón naſtróż mé
ſo wrócża; ha tak jomu wėrachu, zo wón Pėtéra woprawdże widżaw jo.

Ṅewutżeni Ludżo, déż wot widżownéch Wopokazaṅow téch Sẇatéch ſwóſcha
habé lazuẇu nėżto taike, żtoż jim ṅewėriwne ſo zezdaṅe; dokelż ſami k
tom’ zroſcżeni ṅeiſu — taike Wėczé praẇe roſudżicż, ṅech ſo rozwutżicż
dadża wot rozomnéch duchownéch Radnikow.

Ha woſeƀe, déż tṙebai jedén ſebi zda z taikim Widżeṅom ponadżené bócż —,
żeni ṅech ſebi ſamomu ṅewėri; z Prawdu ṅech ſcho wupojeda ſwojom’
Zpojednikei, ha tomu Wu-

<pb n="125"/>

Es war um das Jahr 453, als der wilde raͤuberiſche ♣Attila♠ mit großen
Kriegs-Schaaren verſchiedene Laͤnder durchzog, pluͤnderte, brannte —. Da
dieſer ♣Attila♠ ſich zur Stadt Rom naͤherte, gieng ihm entgegen der
damalige Papſt ♣Leo I.♠ von ſeinen Geiſtlichen begleitet. Als er zu ihm
kam —, ernſthaft — jedoch mit Anſtand — redete er ihn alſo an: Laß uns
zufrieden, kehre um —. Und ſehet, ſogleich befahl ♣Attila♠ ſeinen
Schaaren — ruͤckwaͤrts und ſeitwaͤrts ſich zu kehren —. Einige ſeiner
Freunde daruͤber verwundert ſagten zu ihm: Du, der du Niemanden
fuͤrchteſt, warum kehreſt du auf einige Worte dieſes Pfaffen ſogleich
zuruͤck? Er antwortete: Den Papſt ♣Leo♠ fuͤrchte ich wohl nicht, allein
hinter ihm ſtand einer in Herrlichkeit, der hl. Ap. Petrus, und der
drohete mir mit einem Schwert den gewiſſen Tod, ſo ich mich weigerte dem
Papſt Gehoͤr zu geben. Den hl. Petrus hatte ♣Attila♠ allein geſehen;
jedoch alle ſahen es, daß er erſchrocken ſich zuruͤck ziehe; und ſo
glaubten ſie ihm, daß er den Petrus wirklich geſehen habe.

Ungelehtte Leute, wenn ſie von ſichtbaren Erſcheinungen der Heiligen
hoͤren oder leſen etwas ſolches, was ihnen unglaublich duͤnkt; weil ſie
ſelbſt dazu nicht gewachſen ſind, ſolche Dinge gehoͤrig zu beurtheilen,
ſollen ſich belehren laſſen von verſtaͤndigen geiſtlichen Rathgebern.

Und insbeſondere, ſo etwa einer ſich duͤnkt mit einem ſolchen Geſicht
begnadiget zu ſeyn —, traue er ja nie ſich ſelbſt; aufrichtig erzaͤhle er
alles ſeinem Gewiſſens-Rath, und dem Aus<pb n="126"/>prajeṅu tohoſamoho
ṅech ſo podcżiſṅe. Teiż tón Djabow drudé ſo pżeżtawtuẇe do jenoho
dobroho Ducha, ha Téch, kiż na ſoſaméch ẇele twaṙa, ſlepi, zheƀe, do
Bwuda zaẇedże. Ta ſẇ. Kṅ. Therezia Karmelitarka jo ẇele wėrnoſcziwéch
Widżeṅow pomėwa; wėcżṅe pak tola ſchitko ſwojim Zpojednikam wozjewiwa,
ha jim poniżṅe ſo podcżiſnéwa.

Żtożkuli wot widżownéch Wopokazaṅow ha druhich Dżiwnoſcżow téch Sẇatéch
ſo pojeda habé wopiſane jo, ṅech jo teiż powṅe doſwėtzene, potaikim
wėſczi wėrno —; to tola do teje ſẇateje Wėré ṅeſwuſcha.

Déż mó na boże Swowo wėrimó To, żtoż nam ta ſẇ. kh. Czérkej hako wot
Boha wozjeẇene Wėrnoſcże k wėṙeṅu prėdkkwadże —; to jo bóizka Wėra.

Déż pak mó na cżwojetże Wobſwėtzeṅa wėrimó taike Hiſtorije, kotreż ta ſẇ
Czérkej za Wėré hódne zpóznaje, tola pak je nam hako bóizke Wėrnoſcże k
wėṙeṅu prėdkṅekwadże —; to jo ha woſtaṅe cżwojetża Wėra. Bó-li té teiż
ſo wobaraw tu ha tamu taiku Hiſtoriju wėricż —; tohodla té tola
praẇewėriwé khatólſki Kżeſczian woſtaṅeſch.

Zo S. Scżepan teje ſẇ. Wėré dla jo kaṁenuwané bów, to boże Swowo
wobſwėtzi; to dérbiſch wėricż —. Zo S. Wawṙencz jo żiwé na Różeṅu
ṗetżené bów —; to ſchiczé ſtari kż. Wutżeṙo wobſwėtza —. Ṅechaw-li té to
wėricż, to dṙe bó ṅebów Réch pżecżiwo tei ſẇatei kh. Wéṙe; <pb
n="127"/>ſpruch deſſelben unterwerfe er ſich. Auch der Teufel verſtellt
ſich manchmal in einen guten Geiſt, und die, welche auf ſich ſelbſt viel
bauen, blendeter, betruͤgt ſie, fuͤhrt ſie in die Irre. 2. ♣Cor.♠ 11, 14.
Die hl. J. ♣Theresia♠ Karmeliterin hat viele wahrhafte Geſichte gehabt;
jedoch jederzeit alles ihren Beichtvaͤtern geoffenbaret, und ihnen ſich
demuͤthig unterworfen.

Was immer von ſichtbaren Erſcheinungen und andern Wunderdingen der
Heiligen erzaͤhlet wird, oder beſchrieben iſt, moͤge es auch vollſtaͤndig
bezeuget, mithin gewiß wahr ſeyn —; das gehoͤrt doch nicht in den
heiligen Glauben.

Da wir auf Gottes Wort glauben Das, was uns die hl. kath. Kirche als von
Gott geoffenbarte Wahrheiten zu glauben vorlegt —; das iſt ein
goͤttlicher Glaube.

Wenn wir aber auf menſchliche Zeugniſſe glauben ſolche Hiſtorien, welche
die hl. Kirche fuͤr glaubwuͤrdig erkennet, jedoch ſie als goͤttliche
Wahrheiten uns zu glauben nicht vorleget —; das iſt und bleibt ein blos
menſchlicher Glaube. Weigerteſt du dich auch dieſe und jene ſolche
Hiſtorie zu glauben —; deswegen bleibſt du gleichwohl ein rechtglaͤubiger
katholiſcher Chriſt.

Daß der hl. Stephan des hl. Glaubens wegen geſteiniget worden, das
bezeuget Gottes Wort; das muſt du glauben —. Daß der hl. Laurentius auf
einem Roſt lebendig iſt gebraten worden —; das bezeugen alle alten
chriſtl. Lehrer —. Wollteſt du das nicht glauben, waͤre es wohl keine
Suͤnde wider den hl. kath. Glauben; <pb n="128"/>bó pak tola bówa wilka
Wupoſcz pżecżiwo ſtrowomu Rozomei.

§. 8. Woznaṁeṅeṅa, Powoſtaṅcżki tech SS.

Wo ſtarém Zakoṅu bė Żidam krucże zakazane żanéch Sẇecżatow ṅemėcż. Tedém
Żidam ṅebė dopużcżene k. Pż. ſwojoh’ Nana, ſwoju Macż wotmoluwacż dacż,
taike Sẇecżata k Wopómṅecżu mėcż.

Tejelei Zakazṅe Wina bė — tón Strach do Pżibóhwſtwa dopanécż.
Schiczépobotżni Suſodża téch Żidow, ſchitke pohanſke Ludé mėjachu
ſwojich Bohow, kóiżdé Krai mėjeſche téch Swojich wo ſchelakich
Sẇecżatach woznaṁeṅenéch —. Cżi Pohaṅo wuṗe wėṙachu, zo wo téchlei
Sẇecżatach nėżto bóizke nutzi zakhowane jo; ha wopokazuwachu jim bóizku
Tżeſcz. Zo da bóchu Żidża k taikim pohanſkim Waſchṅam nabwazṅeni ha
zaẇedżeni ṅebóli, bóchu jim ſchė Sẇecżata zakazane.

Tejelei Winé dla ſu teiż ƀez Kżeſczianami te prėṅe Lėta, hacż ta
Staroſcz kżeſczianſ kich Wutżeṙow na to dżėſche — tém Pohanam te Pżibóhé
z Moßé ſchiknécż —, ſu te ſẇate Sẇecżata porėtkim tṙebane bówo; teiż te
Sẇecżata, kotreż Jėzuſa znaṁeṅachu, ſu bóle porėtkim tṙebane bówo.

Déż pak te Pżibóhwſtwo ha pohanſke Waſchṅo hiżo dawno jo zaſchwo, ha
tżiſcże żadén Strach jacz ṅejo, żo bó Żtó pódla toho jenicżkoho ẇernoho
Boha druhoho Pżibóha mėw —; móże ſebi koiżdé woznamicż dacż, Kohoż cze,
jenoi zo Tżeſnoſcz ha Haṅbicżiwoſcz ſo ṅerani.

<pb n="129"/>

es waͤre aber doch eine große Thorheit wider den geſunden Verſtand.

§. 8. Abbildungen, Reliquien der HH.

Im alten Bunde war es den Juden ſcharfverboten — keine Abbildungen zu
haben. Damals ward den Juden nicht geſtattet z. B. ſeinen Vater, ſeine
Mutter abmahlen zu laſſen, ſolche Abbildungen zum Andenken zu haben.

Dieſes Verbots Urſache war — die Gefahr, in Abgoͤtterey zu verfallen.
Alle Nachbarn der Juden umher, alle heidniſchen Voͤlker hatten ihre
Abgoͤtter, jedes Land hatte die Seinigen in unterſchiedlichen Bildern
abgebildet —. Die Heiden glaubten thoͤricht, daß in dieſen Bildern etwas
Goͤttliches verborgen ſey, und erwieſen ihnen goͤttliche Ehre. Damit alſo
die Juden nicht etwa bethoͤret, und zu ſolchen heidniſchen Gebraͤuchen
verfuͤhrt wuͤrden, wurden ihnen alle Bilder verboten.

Dieſer Urſache wegen ſind auch bei Chriſten die erſten Jahre, da die
Sorge chriſtlicher Lehrer dahin gerichtet war — den Heiden die Abgoͤtter
aus dem Sinn zu bringen —, ſind die heiligen Bilder ſelten gebraucht
worden, auch jene Bilder, welche Jeſum vorſtellten, ſind weit ſeltener
gebraucht worden.

Da nun aber die Abgoͤtterey und heidniſche Sitte ſchon lange vergangen,
und gar keine Gefahr mehr da iſt, daß Jemand neben dem einzigen wahren
Gott einen andern Abgott habe —; mag ſich jeder abbilden laſſen, Wen er
will, nur ſo, daß die Ehrbarkeit und Schamhaftigkeit nicht verletzet
werde.

<pb n="130"/>

Po tei kż. kh. Wutżƀe ſu te ſẇate Sẇecżata, woſobṅe za téch Ṅewutżenéch,
tak recz Prėduwaṅa, zpomóżne Wėrnoſcże nazpominaja, tu Wutrobu zhnuhaja.
Ta Tżeſcz, kotraż tomu Sẇecżecżu ſo wopokaże, dopaṅe na Toho, kiż na ṅim
woznaṁeṅené jo.

Wėſczi tola Nichtó, déż k Pż. bożei Matṙe tu Woicżku pokhili, habó ji
Nohi wokoſcha, telei Sẇecżo za Boha nima; hale ta Mós jo: Tżeſczicż
tohoſamoho Jėzuſa, kiż za nas kżiżuwané jo.

Ẇele Stów Lėt ſu te ſẇate Sẇecżata po tém czéwém kżeſczianſ kim Swėcże
tṙebane bówo, ƀez toh’, zo bó Żtó żto napżecżo prajiw. Wo Lėtu 726 jo
Kheiżor Leo Izaurus wo tém Mėſcże Konſtantinopel, wot nėkotréch Żidow
narétżané, jo zpotżaw te ſẇate Sẇecżata zahaṅecż, z Czérkẇow na Hwawt je
preicżbracż, rózno torhacż, rozcżepacż; ha jo ſchitkim ſwojim Podanam
krucże zakazaw, zo ſchak ṅeſmėdża żanéch Sẇecżatow mėcż ha w Tżeſczi
dżerżėcż, wuṗe prajiczé: zo to jo Pżibóhwſtwo pżecżiwo tei prėnei bożei
Kazṅi.

Tón tedémſchi Konſtantinopolitanſki Arczbiſ kop Germanus, ha teiż tón
tedémſchi Bamuż Hrehor ♣II♠. tom’ Kheiżorei po Móżnoſczi ſo ſtajeſchtai,
ha joho napominaſchtai —; hale podarmo, tón Kheiżor rozomne Dorétżeṅa
zadzpėwaſche. Dżeiż zjawna Mócz kṅeżi, tam Pomócznikow ṅevaluẇe —. Z
tżaſnéch Wotpoladaṅow nėkotzi kraſni ſo zibuwachu po tei Woli

<pb n="131"/>

Nach der chriſtl. k. Lehre ſind die heiligen Bilder, beſonders fuͤr die
Einfaͤltigen ſo zu ſagen Predigten, bringen in Erinnerung heilſame
Wahrheiten, ruͤhren das Herz. Die Ehre, welche dem Bild erwieſen wird,
faͤllt auf Den, der auf demſelben abgebildet iſt.

Gewiß, Niemand, da er z. B. vor einem Krucifip ſein Haupt neiget, oder
ihm die Fuͤſſe kuͤſſet —, haͤlt dieſes Bild fuͤr Gott; ſondern die Meinung
iſt: zu ehren denſelben Jeſus, der fuͤr uns gekreutziget worden.

Mehrere Jahrhunderte ſind die heiligen Bilder auf der ganzen
chriſtlichen Welt gebraucht worden, ohne daß Jemand etwas dagegen
geſprochen. Im Jahre 726 hat Kaiſer ♣Leo Isaurus♠ in der Stadt
♣Constantinopel,♠ von einigen Juden dazu beredet, angefangen die
heiligen Bilder zu vertilgen, ſie aus den Kirchen mit Gewalt weg zu
nehmen, zu zerreißen, zu zerſchlagen, und hat allen ſeinen Unterthanen
ſcharf verboten, daß ſie ſchlechterdings keine Bilder haben, und in
Ehren halten duͤrfen, thoͤricht ſprechend: das ſey eine Abgoͤtterey wider
das erſte Gebot Gottes.

Der damalige ♣Constantinopo♠litaniſche Erzbiſchof ♣Germanus,♠ und auch
der damalige Papſt ♣Gregorius II.♠ widerſetzten ſich dem Kaiſer nach
Moͤglichkeit, und ermahneten ihn —; jedoch vergebens, der Kaiſer
verachtete alle vernuͤnftigen Belehrungen. Wo offene Gewalt den Herrn
ſpielt, da fehlt es nicht an Helfern —. Aus zeitlichen Ruͤckſichten
beugten ſich gar viele nach dem Willen <pb n="132"/>toho Kheiżora, ha
tak bó jich ẇele do Bwuda zaẇedżenéch.

Toholei Bwudżenſtwa dla jo pżez pów Sta Lėt’ doho ẇele cżwojetżeje Kṙeje
pżelate; hacż po Tżaſu wo Lėtu 787 Bamuż Hadrian wo tém Mėſcże Niczeja
jo daw jenu pżezczéwnu czérkwinſ ku Radu dżerżecż —. Cżi tam zromadżeni
Biſkopoẇe ſchiczé z jenoh’ wuſudżichu ha wuprajichu: Zo po tei ſtarei
kż. kh. Wutzƀe kwalbne ha zpomóżne jo — ſẇate Sẇecżata mėcż ha
tżeſczicż.

Jandżelo ſu lute Duchi, nitżo cżėwne na ṅich ṅejo. Dokelż pak, kaiż ſẇ.
Piſmo wobſwėtzi, Cżwojekam wo cżwojetżei Żtawtnoſczi ſo wopokazali ſu,
budża wo cżwojetżei Z̄tawtnoſczi woznaṁeṅene; ha to wo Żtawtnoſczi mawéch
Hólcżkow — znaṁeṅecż tu jich Ṅewinoitoſcz; habé wo Żtawtnoſczi módnéch
Modżenczow — znaṁeṅecż tu jich ṅejadniwu Rjanoſcz; ze Kżidwami —
znaṁeṅecż tu jich Spėſchnoſcz; dokelż Jandżel, kaiż żno zpómṅene jo, z
jenoho Mėſta do druhoh’ wo Wokamikṅeṅu ſo pżepowożicż habó pżelecżecż
móże.

Mó teiż deṙe wėmó, zo Bóh jo tón naitżiſcziſchi Duch; tola pak teiż Bóh
Wótſcz ſo woznaṁeṅa wo Żtawtnoſczi ſtaroho Muża z bėwémi Woſami; dokelż
jomu ſo lubiwo jo — wo teilei Żtawtnoſczi tomu ſẇ. Provecże Danielei ſo
wopokazacż. Ha Bóh Duch Sẇaté wo Żtawtnoſczi jenoho Hoibja, habó teiż
wóchniwoho Jazéka, dokelż wo témailei Żtawtnoſcżomai jo ſo widżecż daw.

<pb n="133"/>

des Kaiſers, und ſo wurden Biele in Irrthum verfuͤhret.

Dieſes Irrthums wegen iſt durch mehr als halb Hundert Jahre viel
Menſchen-Blut vergoſſen; bis nach der Zeit im Jahre 787 Papſt
♣Adrianus,♠ in der Stadt ♣Nicäa♠ hat einen allgemeinen Kirchenrath
halten laſſen —. Die allda verſammelten Biſchoͤffe haben alle einmuͤthig
entſchieden, und ausgeſagt: Nach der alten chriſtl. k. Lehre ſeye es
lobwuͤrdig und heilſam, heilige Bilder zu haben und zu ehren. ♣Acta Conc.
Nicän. II.♠

Engel ſind pure Geiſter, nichts Koͤrperliches iſt an ihnen. Weil ſie
aber, wie die hl. Schrift bezeugt, Menſchen in menſchlicher Geſtalt
erſchienen, werden ſie in menſchlicher Geſtalt abgebildet; und zwar in
der Geſtalt kleiner Knaben — anzudeuten ihre Unſchuld; oder in der
Geſtalt friſcher munterer Juͤnglinge — anzudeuten ihre nie welkende
Schoͤnheit; mit Fluͤgeln — anzudeuten ihre Geſchwindigkeit; weil ein
Engel, wie ſchon gedacht worden, aus einem Ort in einen andern im
Augenblicke ſich verſetzen oder uͤberfliegen kann.

Wir wiſſen auch gar wohl, daß Gott der reinſte Geiſt iſt; jedoch wird
auch Gott Vater abgebildet in der Geſtalt eines alten Mannes mit weißen
Haaren; weil es ihm gefallen — in dieſer Geſtalt dem hl. Propheten
Daniel ſich zu zeigen. ♣Dan.♠ 7, 9. Und Gott Heiliger Geiſt in der
Geſtalt einer Taube, oder auch einer feurigen Zunge, weil er in dieſen
beiden Geſtalten ſich hat ſehen laſſen.

<pb n="134"/>

Wo témlei Ziẇeṅu mó ktom’ zroſcżeni ṅeiſmó, — jenoho purlutoho Ducha
duſchṅe ſebi móſ licż; tak mó, kaiż je nam te ſẇ. Piſmo podaẇe, po
cżwojetżim k Bohu prajimó: Wotewṙ twojei Wotżi, poladṅ z Nadu na nas;
nakhilei te twoje Wucho k naſchim Próſtwam; rozpżėſtri tu twoju Ruku nam
k Pomoczé; hacżruniſch deṙe wėmó, zo Bóh tón Kṅez Wotżi, Wuſchi, Ruczé
nima —; hale pżez te Wotżi znaṁeṅena jo ta bóizka Widżiwoſcz ha
Schohowėdomoſcz; pżez te Wucho ta bóizka Smėlnoſcz k wuſwóſcheṅu
naſchoho Żawoſcżeṅa; pżez tu Ruku ta bóizka Schohomócznoſcz, rc.

Su tṙebai jow ha tam nėkotre ſẇate Sẇecżata z kaikejeżkuli Winé jara
wobżkodżene ha wohidżene —; te maja ſo do Woheṅa cżiſnécż ha zpalicż, zo
tém Worakawém bóchu ṅebówo Pżileżnoſcz k Smėcham, ha Żpotam.

Kaiż ſtare czerkwinſ ke Wopiſma wobſwėtza, ſu cżi prėni Kżéſczijeṅo wo
jara wilkei Tżeſczi dżerżeli te Cżėwa, te Koſcże habé Powoſtaṅcżki téch
Sẇatéch; woni ſu tżaſto ẇele Ṗeṅez na to wożili —, te Cżėwa, te Koſcże
téch, teje ſẇ. Wėré dla zkónczuwanéch Martraṙow wot dratżowſ kich
Wotrocżkow wukupicż, zo móli je z Tżeſcziwoſcżu wobkhowacż —.

Hacż do dżentziſchoh’ Dṅa w Roṁe te Koſcże ſẇ. Jap. Pėtéra, te Koſcże
ſẇ. Jap. Pawowa, te Koſcże jara ẇele druhich ſẇ. Martraṙow, do Żidé,
Slėbóra, ha Zwotoh’ wuzawalene, z Tżeſcziwoſcżu ſo khowaja. To

<pb n="135"/>

In dieſem Leben ſind wir nicht im Stande — einen puren Geiſt uns recht
zu denken; daher wir, wie es uns die hl. Schrift an die Hand gibt, nach
Menſchen-Art zu Gott ſprechen: Oeffne deine Augen; blicke in Gnaden auf
uns; neige dein Ohr zu unſern Bitten; ſtrecke aus deine Hand uns zur
Hilfe; obſchon wir gar wohl wiſſen, daß Gott der Herr Augen, Ohren,
Haͤnde nicht hat —; ſondern durch die Augen bezeichnet wird die goͤttliche
Sehkraft und Allwiſſenheit; durch das Ohr die goͤttliche Milde zur
Erhoͤrung unſers Seufzens; durch die Hand die goͤttliche Allmacht, rc.

Sind etwa hier und dort einige heilige Bilder aus was immer fuͤr einer
Urſache ſehr beſchaͤdiget und verunſtaltet —; die ſollen ins Feuer
geworfen und verbrannt werden, damit ſie den Leichtfertigen nicht ſeyen
ein Anlaß zum Gelaͤchter, und zum Spoͤtteln.

Wie alte kirchliche Schriften es bezeugen, haben die erſten Chriſten in
gar großer Ehre gehalten die Leiber, die Gebeine oder Reliquien der
Heiligen; ſie haben oft viel Geld verwendet —, die Leiber, die Gebeine
der, des hl. Glaubens wegen getoͤdteten Martyrer von den
Gerichts-Schergen einzukaufen, damit ſie dieſelben mit Ehrerbiethung
aufbewahren koͤnnten —.

Bis auf den heutigen Tag werden zu Rom die Gebeine des hl. Ap. Petrus,
die Gebeine des hl. Ap. Paulus, die Gebeine ſehr vieler anderer hl.
Martyrer, in Seide, Silber und Gold eingefaſſet — mit Ehrerbiethung
aufbewahret. Das <pb n="136"/>ſo teiż ſtawa po czéwém kż. Swėcże wo
khatólſkich Czérkẇach.

Te Tżeſcżeṅo téch ſẇatéch Powoſtaṅcżkow jo jene Wuznawaṅo teje
jenicżkeje praweje ſẇateje Wėré. Te Cżėwa téch Sẇatéch ſu dżén Stawé
Kréſtuſowe, jedén Tempél bożi, jene Wobódleṅo toho S. Ducha. Ha z bożoho
Swowa ſmó mó zwėſtoſcżeni, zo na tón ſudné Dżeṅ ſchitke cżwojetże Cżėwa
zas wożiwicż, ha te Cżėwa téch Sẇatéch pżekraſṅene, kóiżde z tej’
ſwojej’ Duſchu zas z jenoſcżene, ſobu do Ṅeƀes hoṙewzate budża.

Su dṙe drudé pohanſke Tirané te Cżėwa téch ſẇ. Martraṙow do Popewa
zpalicż, ha tón Poṗew do Rėkow ṁetacż dali, tak wo kżeſczianſkich
Wutrobach tu Wėru na te Hoṙeſtacżo zahnacż, habé tola woſwabicż. Hale
cżi Kżeſczieṅo wo tei Wėṙe krucżi prajachu: Bóh ſam wobwarnuẇe te Kóſki
téch ſwojich Sẇatéch, anicz jena wot nich zhuƀena ṅebudże. Teiż z toho
Poṗewa budże je tón Schohomóczné zas k Żiẇeṅu zbudżicż.

Déż da te Powoſtaṅcżki téch Sẇatéch w ſwojim Tżaſu wohordoſcżene, do
Ṅeƀes pżeſadżene budża —; tak ſo tola pżiſwuſcha teſame hiżo nėt w
Tżeſczi dżerżecż.

Wot ſchitkich widżownéch Wėczow jow na Zeṁi ſame na ſebi nitżo
tżeſczowniſche ṅejo, déżli te Powoſtaṅcżki téch ſẇ. Cżėwow —; ſchitko
druhe budże zaṅcż; te ſẇate Relikwije pak budża wo Ṅeƀeſach na wėcżne wo
Hordoznoſczi woſtacż.

<pb n="137"/>

geſchieht auch durch die ganze chriſtl. Welt in kathol. Kirchen.

Die Verehrung der hl. Reliquien iſt ein Bekenntniß des einzigen rechten
heiligen Glaubens. Die Leiber der Heiligen ſind ja Glieder Chriſti, 1.
♣Cor. 6, 15 et♠ 19. ein Tempel Gottes, eine Wohnung des Heiligen
Geiſtes. Und auf Gottes Wort ſind wir verſichert, daß am juͤngſten Tage
alle menſchlichen Leiber wieder aufleben, und die Leiber der Heiligen
verklaͤret, jeder Leib mit ſeiner Seele wieder vereiniget, zugleich in
Himmel werden aufgenommen werden.

Zwar haben zuweilen heidniſche Tyrannen die Leiber der hl. Martyrer zur
Aſche verbrennen, und die Aſche in die Fluͤſſe werfen laſſen, um ſo in
chriſtlichen Herzen den Glauben auf die Auferſtehung zu tilgen, oder
doch zu ſchwaͤchen. Allein die Chriſten, in dem Glauben feſte, ſagten:
Gott ſelbſt bewahret alle Gebeine ſeiner Heiligen ♣Pſ.♠ 33, 21. auch
nicht eines von ihnen wird verloren gehen. Auch aus der Aſche wird ſte
der Allmaͤchtige wieder ins Leben bringen.

Da nun die Reliquien der Heiligen zu ſeiner Zeit verherrlichet in den
Himmel werden verſetzt werden, ſo gebuͤhrt ſichs doch, dieſelben ſchon
itzt in Ehren zu halten.

Aus allen ſichtbaren Dingen hier auf Erden iſt an ſich ſelbſt nichts
ehrwuͤrdiger, als die Reliquien der hl. Leiber —; alles andere wird
vergehen —; die heiligen Reliquien aber werden im Himmel auf ewig in der
Herrlichkeit verbleiben.

<pb n="138"/>

Hiżo cżi prėni duchowni Paſtéṙo ha Biſkopoẇe ſu to hoṙezẇedli, zo na
koiżdém Wowtaṙu, dżeiż boża Mſcha ſo dżerżi, ha te Cżėwo Kréſtuſowo ſo
konſekriruẇe, naſreidża dérbi bócż nutzzaſadżené jedén znuczka trochu
wuprózṅené Kaṁeṅ, ha tam nutzzapowożene nėkotre Kóſki wot ſẇatéch
Cżéwow; zo Jėzus Kréſtus, kiż wo tém ſẇ Sakramencże pżitomné jo, bó
kwadżené bów na to, żtoż na Zeṁi te Naitżeſcżowniſche jo; na te
Relikwije ſẇ. Cżėwow.

Tżaſto jo ſo Bohu lubiwo, pżi Tżeſcżeṅu téch ſẇatéch Powoſtaṅcżkow
zjawne Dżiwé ſkutkuwacż —. Wo czérkwinſkich Stawiznach jo ẇele Stów
taikich Pżikwadow; ja pak jow jedén lutki nazpómṅu, kiż hiżo pżed
żtérnacże Stów Lėtami ſo ſtaw, ha wopiſané jo wot toho ſẇ. czérkwinſkoh’
Wutżeṙa Biſkopa Hawżténa.

Wo jeném ſẇatocżném Próczeſioṅe bóchu nėkotre Kóſki wot toho Cżėwa toho
ſẇ. Arczmartraṙa Scżepana wot Biſkopa ṅeſene —. Bó k tom Biſkopei
pżiẇedżena jena ſlepa Żónſka; taſama tom’ Biſkopei poda nėkotre Różicżki
—. Tón Biſ kop z témilei Różicżkami podótka te ſẇate Kóſki, ha zas je
poda tei Żónſkei; ta Żónſka telei Różicżki na ſwoje Wotżi pżitwótżi, ha
zmolom na Blaku dóſta dobre Widżeṅo.

<pb n="139"/>

Schon die erſten geiſtlichen Hirten und Biſchoͤffe haben es eingefuͤhret,
daß an jedem Altar, wo heilige Meſſe gehalten, und der Leib Chriſti
konſekriret wird, in der Mitte muß eingeſetzt ſeyn ein inwendig
ausgehoͤhlter Stein, und da eingelegt einige Gebeine von heiligen
Leibern, damit Jeſus Chriſtus, der in dem hl. Sakrament gegenwaͤrtig iſt,
gelegt werde auf das, was auf Erden das Ehrwuͤrdigſte iſt, auf die
Reliquien hl. Leiber.

Oft hat es Gott gefallen, bei Verehrung der heiligen Reliquien offenbare
Wunder zu wirken —. In Kirchengeſchichten ſind viele hundert ſolche
Beiſpiele; ich aber bringe hier in Erinnerung ein einziges, welches
ſchon vor vierzehnhundert Jahren geſchehen, und beſchrieben iſt von dem
hl. Kirchen-Lehrer Biſchof ♣Augustinus libr. 22. de civitate Dei c.♠ 8.

In einer feierlichen Prozeſſion wurden einige Beinlein von dem Leibe des
hl. Erzmartyrers Stephanus vom Biſchof getragen —. Es ward zu dem
Biſchof gefuͤhret eine blinde Weibsperſon, dieſe uͤberreichte dem Biſchof
einige Blumen —. Der Biſchof beruͤhrte mit dieſen Blumen die heiligen
Beinlein, und gab ſie dem Weibe zuruͤck; das Weib druͤckte dieſe Blumen
auf ihre Augen —, und ſogleich auf der Stelle erhielt ſie gutes Geſicht.

<pb n="140"/>

Toho prėṅoho Rozdżėlka Wobzankṅeṅo.

Bóch ṙek, zo ſchitko, żtoż jow wot Tżeſcżeṅa ha na Pomócz Wowaṅa téch
Sẇatéch prajene ha rozprajene jo, kóiżdé zlóchka móże zrozemicż. Dobra
Wora ſama ſo kwali. Żtóż ſtrowé Rozom ma, ha ſwojoho Rozoma wużiwacż
cze, Tomu budże dṙe ta khatólſka Wėrnoſcz ſama do Wotżow padacż.

Ḃeztém, jo tṙebai mi jow ha tam zbrachnéwo na tei Wuſchiknoſcżi — tu
khatólſku Wutżbu nazjawne doſcz rozprajicż, jo tón Valeṙ ſamotṅe na mni.

Kóiżdé jo winoité wėricż: Zo dobre ha zpomóżne jo — téch Sẇatéch
tżeſczicż, na Pomócz proſécż, te ſẇate Sẇecżata, ha teiż te ſẇate
Relikwije w Tżeſcżi dżerżecż —; To wėricż — jo ha woſtaṅe kóiżdé
winoité, nicż tohodla, zo jomu talei Wėrnoſcż ſama do Wotżow pada, ha
wón tṙebai z téch mojich Rozprajeṅow ſam ſo pżepokazaw jo, ṅe —; hale
tohodla, dokelż ta wot Sẇatoho Ducha ẇedżena ſẇ. Czérkej to wuſudżiwa,
wuprajiwa, ha k ẇeṙeṅu prėdkpowożiwa jo.

Kaiż teiż ja ſam to wėṙu, nicz tohodla, zo wot Toho, żtoż druhim
prėdknoſéw ſém, ſam powṅe ſém pżepokazané —, nė, tohodla nicz; pżetoż
teiż ja ſém valniwé Cżwojek, ṅeſmėm ſebi ſamomu wėricż; ja hako
khatólſki Kżeſczian tu moju Wuſtoinoſcz podcżiſnu tei wot Sẇatoh’ Ducha
ẇedżenei Czérkwi, ha ja na boże Swowo wėṙu, żtoż ta ſẇ. Cżérkej k wėṙeṅu
prėdkkwadże.

<pb n="141"/>

Der erſten Abtheilung Beſchluß.

Wohl mag ich ſagen, daß alles, was hier von Verehrung und Anrufung der
Heiligen geſagt und eroͤrtert worden, jeder leicht verſtehen kann. Gute
Waare lobt ſich ſelbſt. Wer geſunden Verſtand hat, und ſeinen Verſtand
brauchen will, Dem wird wohl die katholiſche Wahrheit von ſelbſt in die
Augen fallen.

Indeſſen, hat es mir etwa hie und dort ermangelt an der Geſchicklichkeit
— die katholiſche Lehre deutlich und genug zu erklaͤren, ſo iſt der
Fehler lediglich an mir.

Jeder iſt ſchuldig zu glauben: daß es gut und heilſam iſt — die Heiligen
zu verehren, anzurufen, die heiligen Bilder und auch die heiligen
Reliquien in Ehren zu halten —; Das zu glauben — iſt und bleibt jeder
ſchuldig, nicht deswegen, weil ihm dieſe Wahrheit von ſelbſt in die
Augen faͤllt, und er etwa mittelſt meiner Erklaͤrungen ſich ſelbſt
uͤberzeuget hat, nein; ſondern deswegen, weil die vom Heiligen Geiſte
geleitete hl. Kirche ſolches entſchieden, ausgeſprochen, und zu glauben
vorgeleget hat.

So wie auch ich ſelbſt ſolches glaube, nicht deswegen, weil ich von Dem,
was ich andern vorgetragen, ſelbſt voͤllig uͤberzeuget bin —, nein,
deswegen nicht; denn auch ich bin ein fehlbarer Menſch, darf nicht mir
ſelbſt trauen, ich als katholiſcher Chriſt unterwerfe meine Einſicht der
vom Hl. Geiſt geleiteten Kirche, und auf Gottes Wort glaube ich, was die
hl. Kirche zu glauben vorlegt.

<pb n="142"/>

Druhi Rozdżėlk.

Zczéwa woſebnite Tżeſcżeṅo S. Maṙe.

Nazpómṅeṅo.

Te Modleṅo, ta Swużba, kiż ſo wotwoża Bohu hako tom’ Ztworicżerei,
Zdżerżicżerei, ha jenicżkom’ naiwóſchom’ Kṅezei ſchitkich Wėczow, pola
kh. Wutżeṙow rėka ♣latria.♠ Te Tżeſcżeṅo téch Sẇatéch, hako ſwėrnéch
Swużownikow ha lubéch Pżecżelow bożich, rėka ♣dulia.♠ Potaikim ♣latria♠
jo te Wotwożuwaṅo bóizkeje Tżeſcże, kotraż Bohu ſamom’ lutkom’ ſwuſcha.
♣Dulia♠ jo te Wotwożuwaṅo teje Tżeſcże, kotraż Boha dla tém Sẇatém ſo
wopokazuẇe; ha tak mó Boha tżeſczimó teiż wo téch joho Sẇatéch.

Dokelż pak S. Maṙa z jeneje Stroné wo Doſtoinoſczi ha Sẇatoſczi
ſchitkich Sẇatéch nimo Mėré ẇele pżetṙechi; z druheje Stroné na żane
Waſchṅo Bohu runana bócż ṅeſṁe —; tak jo te Wotwożuwaṅo teje, ſẇatei
Maṙi ſwuſchaczeje Tżeſcże wot kh. Wutżeṙow ṁenuwane ♣hyperdulia.♠ T. r.
S. Maṙu mamó tżeſczicż, brailich ṅezkóncżṅe ṁeṅe hacż Boha toho Kṅeza,
tola pak ſcho ẇele hinak, ſcho ẇele jacz, déżli druhich Sẇatéch.

Swėtné Kral jo Kṅez wo ſwojim Kraleſtẇe; Jomu ſamomu ſwuſcha ta prėṅa ha
naiẇetża Tżeſcz —. Toho Krala dla maja ſo teiż w Tżeſczi dżerżecż cżi
kralowſczé Zaſtoiniczé ha Pżecżelo; tola pak ſcho ẇele jacz ma ſo
tżeſczicż ta luba Macż toho Krala.

<pb n="143"/>

Zweyte Abtheilung.

Ganz beſondere Verehrung Mariens.

Erinnerung.

Die Anbethung, der Dienſt, welcher entrichtet wird Gott als dem
Schoͤpfer, Erhalter, und einzigen allerhoͤchſten Herrn aller Dinge, heißt
bei kath. Lehrern ♣latria.♠ Die Verehrung der Heiligen, als treuer
Diener und lieben Freunde Gottes, heißt ♣dulia.♠ Sonach ♣latria♠ iſt die
Entrichtung goͤttlicher Ehre, die Gott ganz allein gebuͤhrt. ♣Dulia♠ iſt
die Entrichtung der Ehre, die wir wegen Gott den Heiligen erweiſen; und
ſo ehren wir Gott auch in ſeinen Heiligen.

Da aber die hl. Maria einerſeits in der Wuͤrde und Heiligkeit alle
Heiligen uͤber die Maßen viel uͤbertrifr; andererſeits auf keine Weiſe
Gott gleich geſtellt werden darf —; ſo wird die Entrichtung der, der
heiligen Maria gebuͤhrenden Ehre von kath. Lehrern genennet ♣hyperdulia.♠
D. h. Maria haben wir zu ehren, freilich unendlich weniger als Gott den
Herrn, doch aber gar weit anders, gar viel mehr, als andere Heiligen.

Ein weltlicher Koͤnig iſt Herr in ſeinem Reiche; Ihm allein gebuͤhrt die
erſte und groͤßte Ehre —. Um des Koͤnigs willen ſind auch in Ehren zu
halten die koͤniglichen Beamten und Freunde; jedoch gar weit mehr iſt zu
ehren die liebe Mutter des Koͤnigs.

<pb n="144"/>

Jap. Pawow piſa: Jėzus Kréſtus jo wóſche ſchitkich Jandżelow tak ẇele
jacz wuzbėṅené, hacż Jomu jene ẇele hordozniſche Ṁeno ſamotne jo.
Jandżelo rėkaja ha ſu Swużowniczé bożi; wón pak jo tón wėrné Séhn bożi
Moyzeſei woſtaṅe ta Tżeſcz, zo jo bów jedén ſwėrné Wotrocżk wo tém Doṁe
bożim; Jėzus Kréſtus pak jo tón Séhn bożi, Herba ha Kṅez wo témſamém
Doṁe, kotréż jo ta wėriwa Czérkej.

Tak ma ſo teiż prajicż: Maṙa jo tak ẇele jacz wuzbėṅena wóſche ſchitkich
Jandżelow ha Sẇatéch, hacż ji ſamotne jo jene ẇele hordozniſche Ṁeno —.
Jandżelo ha Sẇacżi rėkaja ha ſu Swużowniczé, Pżecżelo bożi; Maṙa rėka ha
jo Macż boża.

Lei te ṅeƀeſke Cżėwa, Swónczo, Mėſacz, Vėzdé. Te Swónczo jo te Żurwo
teje Swėtwoſcże; pżed tém ſwėcżatém Swónczom wotżėmṅa ſchė Vėzdé, zhubja
ſo z naſchich Wotżow; ha teiż tón Mėſacz tak woblėdṅe, zo lėdém k
widżeṅu jo. Tón wocżwojetżené Séhn bożi Jėzus Kréſtus jo te Swónczo teje
Zprawnoſcże; kaiż tón Mėſacz te ſwoje Swėtwo dóſtaṅe wot Swóncza; tak ma
Maṙa ſchitku ſwoju Zprawnoſcz, Doſtoinoſcz ha Sẇatoſcz wot Boha pżez
Jėzuſa Kréſtuſa; ta Marina Sẇatoſcz woblėdṅe pżed tej’ Sẇatoſcżu
Jėzuſowej’ —.

Kaiż pak tola żana Vėzda tom’ Mėſaczei k Runoſczi ṅepżiṅdże; tak teiż
żadén Jandżel, żadén Sẇaté ſẇ. Maṙi k Runoſczi pżiṅcż ṅemóże. Te Vėzdé
ƀeſobu ſu dṙe ſchelakoſcżene wo Wilkoſczi ha Swėtliwoſczi; tola pak ſchė
romadże hiżcże doho

<pb n="145"/>

Der Ap. Paulus ſchreibt ♣Hebr. 1, 4. et♠ 36. Jeſus Chriſtus iſt uͤber
alle Engel um ſo viel mehr erhoͤhet, als Ihm ein viel herrlicherer Name
eigen iſt —. Engel heißen und ſind Diener Gottes; er aber iſt der wahre
Sohn Gottes. Dem Moyſes bleibt die Ehre, daß er geweſen ein treuer
Knecht in dem Hauſe Gottes; Jeſus Chriſtus aber iſt der Sohn Gottes, der
Erbe und Herr in demſelben Hauſe, welches iſt die glaͤubige Kirche.

So hat man auch zu ſagen: Maria iſt um ſo viel mehr erhoͤhet uͤber alle
Engel und Heiligen, als Ihr eigen iſt ein viel herrlicherer Name —.
Engel und Heilige heißen und ſind Diener, Freunde Gottes; Maria heißt
und iſt Mutter Gottes.

Schau die Himmels-Koͤrper, Sonne, Mond, Sterne. Die Sonne iſt die Ouelle
des Lichtes; vor der leuchtenden Sonne verfinſtern ſich alle Sterne,
verlieren ſich aus unſern Augen; und auch der Mond erbleichet ſo, daß er
kaum zu ſehen iſt. Der Menſch gewordene Sohn Gottes Jeſus Chriſtus iſt
die Sonne der Gerechtigkeit ♣Mal.♠ 4, 2; wie der Mond ſein Licht
empfaͤngt von der Sonne, ſo hat Maria alle ihre Gerechtigkeit,
Wuͤrdigkeit, und Heiligkeit von Gott durch Jeſus Chriſtus; die Heiligkeit
Mariens erbleicht vor der Heiligkeit Jeſu.

Wie jedoch dem Mond kein Stern gleich koͤmmt, ſo kann auch kein Engel,
kein Heiliger der hl. Maria gleich kommen. Die Sterne unter ſich ſind
wohl unterſchieden in der Groͤße und Klarheit; jedoch alle zuſammen geben
bei weitem <pb n="146"/>tak ẇele Swėtwa ṅedadża, hako tón Mėſacz ſam
lutki. Jandżelo ha Sẇacżi ƀeſobu ſu dṙe ſchelakoſcżeni wo tei Jaſnoſcżi
po ſwojich Zaſwużbach; tola pak ſchiczé romadże hiżcże tola tak ẇele
nimaja, hako Maṙa ſama.

Bohu jo ſo lubiwo, Maṙu wuzbėnécż k tei Doſtoinoſczi bóizkoh’
Macżerſtwa. Talei ji pżizpėta Nada jo te Dno, te Żurwo ſchitkich druhich
Nadow ha Prawiznow, kiż ji wot Boha date ſu wo taikei Doƀe, zo wona ſama
wot Boha jacz dóſtawa jo, hacż ſchiczé Jandżelo ha Swacżi romadże
dóſtali ſu. Woz ſebi do Móflow jenu Wahu; na tu jenu Scholu tejelei Wahi
zkwadż romadu te Nadé, tu Dozpownoſcz, tu Sẇatoſcz ha Hordoſcz ſchitkich
Jandżelow ha Sẇatéch, na tu druhu Scholu powoż te Nadé, tu Dozpownoſcz,
tu Sẇatoſcz ha Hordoſcz S. Maṙe —; Maṙa ẇele pżeważa ſchéch romadże.

§. 1. Maṙa wėrna Macż toho wėrnoho Boha.

Ḃe wſchimi tżeſcziwémi Ṁenami, kotreż ta Czérkėj tei Kṅ. Maṙi po wſchei
Prawdże pżipowoża, jo ha woſtaṅe te naihordozniſche „Boża Rodżicżerka,
Macż boża, Macż toho Kṅeza.” Tak jo Maṙu toͤn prėni kroͤtż poṁenuwawa ta
ze Sẇatém Duchom napelṅena Hilzbeta: Zdże ſém mi to, zo ta Macż mojoho
Kṅeza ke mni pżindże? Wot Zpotżatka toho Kżeſczianſtwa hacż do
dżentziſchoh’ Dṅa ſu praẇeẇeriwi Kżeſczieṅo Maṙu ṁenuwali tu bożu <pb
n="147"/>noch nicht ſo viel Licht, als der Mond ganz allein. Engel und
Heilige unter ſich ſind wohl unterſchieden in der Klarheit nach ihren
Verdienſten; jedoch alle zuſammen haben gleichwohl noch nicht ſo viel,
als Maria allein.

Gott hat es gefallen, die Maria zu erheben zu der Wuͤrde goͤttlicher
Mutterſchaft. Dieſe ihr zugedachte Gnade iſt der Grund, die Ouelle aller
andern Gnaden, und Privilegien, die Ihr von Gott gegeben ſind in ſolcher
Fuͤlle, daß ſie allein von Gott mehr empfangen hat, als alle Engel und
Heiligen zuſammen empfangen haben. Denke dir eine Waage; auf die eine
Schale dieſer Waage lege zuſammen die Gnaden, die Vollkommenheit, die
Heiligkeit und Glorie aller Engel und Heiligen; auf die andere Schale
lege die Gnaden, die Vollkommenheit, die Heiligkeit und Glorie der hl.
Maria —; Maria uͤberwiegt viel alle zuſammen.

§. 1. Maria wahre Mutter des wahren Gottes.

Unter allen Ehren-Namen, welche die hl. k. Kirche der J. Maria mit allem
Recht beilegt, iſt und bleibt der allerherrlichſte „Gottes-Gebaͤhrerin,
Mutter Gottes, Mutter des Herrn.” So hat Mariam das erſtemal benamſet
die mit dem Heiligen Geiſt erfuͤllte Eliſabeth: Woher mir das, daß die
Mutter meines Herrn zu mir koͤmmt? ♣Lc.♠ 1, 43. Vom Anfang des
Chriſtenthums bis auf den heutigen Tag haben rechtglaͤubige Chriſten
Mariam genannt die Gottes<pb n="148"/>Rodżicżerku, Macż bożu, Macż toho
Kṅeza.

Ḃez témi Wėrnoſcżami teje kż. kh. Wėré jo lėdém jena, kotraż bó żeni wot
Mudracżkow pozkubana ha wobżtrétuwana ṅebówa —. Hale te Mudruwaṅa téch
Mudracżkow ſu ṅemówo teje Wėrnoſcże podcżiżcżecż; ſu ẇele jacz k tom’
ſwużiwo, tu Wėrnoſcz bóle do Swėtwa wuſtajicż, déż ta ſẇ. kh. Czérkej po
pilném Pżeladaṅu ha Roſudżeṅu Toho, żtoż te Mudracżki prėdkpżiṅeſechu,
pżez tón Hort téch ſwojich duchownéch Ẇerchow ruṅewon wuprajiwa jo, żto
ha kah ma ſo wėricż. Ha tak jo ſo teiż ſtawo z tej’ Wėrnoſcżu: zo Maṙa
woprawdże jo Macż Boha toho Kṅeza.

W Lėtu 429 déż Kheiżor ♣Theodosius II.♠ regiruwaſche, ha wo tém Mėſcże
Konſtantinopel ſwói Rezidencz mėjeſche, bė tam za Arczbiſkopa
♣Nestorius,♠ jedén na Zdacżo ſẇaté Cżwojek; dokelż te joho wonkotżne
Zadżerżeṅo bė jara dobre; ha tohodla tón Kheiżor ẇele do ṅoho
dżerżeſche.

Hale Zwote ṅejo ſcho, żtoż ṙeṅe ſo ſwėcżi. Cżwojekoẇe widża te
Wonkotżne, Bóh pżelada tu Wutrobu. Ta Wutroba toholei Biſkopa dobra
ṅebė; wón bė króbwoho hordoho Ducha —; ha ƀez teje Poniżnoſcże Nichtó
dobré bócż ṅemóże.

Tedém Biſkopoẇe ſamiw Cżérkwi zjawṅe prėduwachu. Neſtorius teiż tżaſto
ſam prėduwaſche —. Wón pak wo ſwojich Prėduwaṅach wot Jėzuſa Kréſtuſa
tak rétżeſche, kaiż je khatólſke Wuſchi ſwóſchecż zwutżene ṅebėchu.

<pb n="149"/>

Gebaͤhrerin, Mutter Gottes, Mutter des Herrn.

Unter den Wahrheiten des chr. k. Glaubens iſt kaum eine, die niemal waͤre
von Kluͤglingen berupfet und beſtritten worden —. Allein die Kluͤgeleyen
der Kluͤglinge haben nicht koͤnnen die Wahrheit unterdruͤcken; haben viel
mehr dazu gedient, die Wahrheit beſſer ins Licht zu ſtellen; indem die
hl. k. Kirche nach genauer Durchſicht und Beurtheilung Deſſen, was die
Kluͤglinge vorbrachten, durch den Mund ihrer geiſtlichen Obrigkeiten
gerade heraus erklaͤret hat, was und wie man zu glauben hat. Und ſo iſt
es auch geſchehen mit der Wahrheit: Daß Maria wahrhaftig iſt Mutter
Gottes des Herrn.

Im Jahre 429 als Kaiſer ♣Theodosius II.♠ regierte, und in der Stadt
♣Constantinopel♠ ſeine Reſidenz hatte, war allda Erzbiſchof ♣Nestorius,♠
ein dem Scheine nach heiliger Mann; indem ſein aͤußeres Benehmen ſehr gut
war; und deswegen hielt der Kaiſer viel auf ihn.

Jedoch Gold iſt nicht alles, was ſchoͤn ſchimmert. Menſchen ſehen das
Aeußerliche, Gott durchſchauet das Herz. Das Herz dieſes Biſchofs war
nicht gut; er war eines kuͤhnen hochmuͤthigen Geiſtes —; und ohne der
Demuth kann Niemand gut ſeyn.

Damals pflegten Biſchoͤfe in der Kirche ſelbſt oͤffentlich zu predigen.
Neſtorius predigte auch oft ſelbſt —. Allein in ſeinen Predigten redete
er von Jeſus Chriſtus alſo, wie es katholiſche Ohren zu hoͤren nicht
gewohnt waren.

<pb n="150"/>

Zo tón Séhn bożi wo tém Żiwocże teje Kṅeżné Maṙe tu cżwojetżu Naturu na
ſo wzaw jo —, tulei Pótainoſcz, kotraż jo te Dno teje kżeſcżianſkeje
Wėré, wón po ſwojim Rozomcżku z krobwej’ Rėtżniwoſcżu tak
rozpojeduwaſche, hako bó tónſamé widżowné Jėzus Kréſtus, kiż z Maṙe
narodżené, ha z témi Japożtowami wokokhodżiw jo, tón wėrné Bóh ṅebów.
Wón ruṅe won prajeſche: Ṅeṁenuicże Maṙu Macż bożu, Macż toho Kṅeza; hale
ṁenuicże ju Macż Kréſtnſowu, Macż Jėzuſa Kréſtuſa.

Tón ṅewutżené Lud jara ſo dżiwaſche z Horta ſwojoho Biſkopa taike
nowotne Wukazaṅa ſwóſchecż —, ha kedżbu je ṅemėiſchi — pżeczé, kaiż
zwutżeni bėchu, prajachu: Macżer boża proſch za nas! Cżi lėṗe rozwutżeni
ṁeltżo zpwakuwachu, ſtrachuwachu pak ſo tola zprėṅa tom’ Biſkopei zjawṅe
napżecżo rétżecż, woſobṅe, dokelż znate bė, zo tón Kheiżor ha tón
kheiżorſki Dwór tomu Biſkopei jara dobré jo.

Jedén ſwėtné Cżwojek z Ṁenom ♣Eusebius♠ tón prėni potża tom’ Biſkopei
zjawṅe napżecżo retżecż —, ha nédém te czéwo Mėſto na toho Biſkopa ſo
zbėhaſche, ſchiczé na ṅoh’ ſwaṙachu. Cżi jomu podeżiſṅeni Duchowni jara
ṅezpokoini — z Leſcżu jom’ rétżachu, proſchachu joho — toho Pohórſchka
Kóncz tżinicż, tu ſtaru khatólſku Wutżbu woſtajicż, kaikuż jo namakaw.
Hale Neſtorius rozomnéch Rétżi hoṙeṅeƀeṙeſche —; ha déż Ludżo na te joho
Prėduwaṅa dale poſuchacż ṅechachu, wón te ſwoje Piſma do daloka

<pb n="151"/>

Daß der Sohn Gottes in dem Leibe der Jungfrau Maria die menſchliche
Natur an ſich genommen hat —, dieſes Geheimniß, das der Grund des
chriſtlichen Glaubens iſt, wagte er nach ſeiner engen Vernunft mit
verwegener Beredſamkeit alſo zu erklaͤren, als ob derſelbe ſichtbare
Jeſus Chriſtus, der aus Maria geboren, und mit den Apoſteln umgegangen
iſt, der wahre Gott nicht waͤre —. Er ſagte grade heraus: Nennet die
Maria nicht Mutter Gottes, Mutter des Herrn; ſondern nennet ſie Mutter
Chriſti, Mutter des Jeſus Chriſtus.

Das ungelehrte Volk verwunderte ſich ſehr aus dem Munde ſeines Biſchofs
ſolche neumodiſche Belehrungen zu hoͤren —, und ſie nicht achtend, ſuhr
man fort, wie man’s gewoͤhnt war, zu ſagen: Mutter Gottes bitt fuͤr uns!
Die beſſer Unterrichteten ſeufzeten in der Stille, fuͤrchteten ſich aber
doch anfangs dem Biſchof oͤffentlich zu widerſprechen, beſonders, weil es
bekannt war, daß der Kaiſer und der Kaiſerliche Hof dem Biſchof ſehr
gewogen iſt.

Ein weltlicher Mann Namens ♣Eusebius♠ fieng der erſte an dem Biſchof
oͤffentlich zu widerſprechen —, und ſogleich erhob ſich die ganze Stadt
wider den Biſchof, alle ſchalten uͤber ihn. Die ihm untergeordneten
Geiſtlichen ſehr unzufrieden — redeten ihm guͤtlich zu, bathen ihn — dem
Aergerniſſe ein Ende zu machen, die alte katholiſche Lehre ſo zu laſſen,
wie er ſie gefunden. Allein Neſtorius nahm vernuͤnftige Reden nicht an —;
und da die Leute auf ſeine Predigten nicht weiter <pb
n="152"/>ſcżeleſche, pozpótuwaſche — pa Téch, pa Taméch narétżecż, zo
Maṙa ṅeſṁe ṁenuwana bócż Macż boża, hale jenoi — Macż Kréſtuſowa.

Nėt druzé Biſkopoẇe na Neſtorija ſtawachu; ha Bamż ♣Cölestinus I.♠
pozpóta joho z dobrém na prawé Pucż zawrócżicż —. Hale tón hordé
Neſtori, na tu Nadu toho Kheiżora ſo zpużcżiwſchi —, teiż tomu Bamużei
tróczkuwaſche; ha toho Kheiżora narétża, zo talei Wėcż ſo ṅehodżi
wutżinicż hinak, déżli wo jenej Generol-Zromadżizṅe téch Biſkopow.

Tón Kheiżor, kiż Neſtorijei dobré bė, ha teiż toho Bamuża tżeſcżeſche,
czéſche rad wobimai praẇe ztżinicż, podwoli ſo ke wſchim trėbném
Nawożkam; ha tón Bamuż zwoli, zo ta czérkwinſ ka Rada bó dżerżana bówa
wo tém Mėſcże Evezus. Nėkotre Sta Biſkopow ſo tam romadu zeṅdżechu,
tulei Wėcz roſudżicż ha wutżinicż.

Tónſamé Dżeṅ, wo kotrémż te Wuprajeṅo ſo ſtacż mėjeſche, bėchu cżi
Biſkopoẇe zromadżeni wo jenei Sẇ. Marinei Czérkwi, tam tón czéwé dohi
Dżeṅ romadże zwoſtachu, ha ſchė Duṙe bėchu zezankane. Tón Lud pak ſo
zromadżi wonku na Torożcżu pżed czérkwinémi Duṙemi; tam wotżakuwaſche na
te Wuprajeṅo téch Biſkopow. Nichtó nitżo ṅedżėwaſche; te Lodéné bėchu
zezaẇerane; ſchiczé, na te ſwoje Pótrėbnoſcże pozabówſchi — bėchu
ſtaroſcziwi za tu Tżeſcz teje naiſẇacżiſcheje Kṅeżné, kotraż wo tém
Tżaſu ſwojoho ſṁert<pb n="153"/>hoͤren wollten, ſendete er ſeine
Schriften in die Ferne, verſuchte — bald Dieſe, bald Jene zu bereden,
daß Maria nicht duͤrfe genannt werden Mutter Gottes, ſondern nur — Mutter
Chriſti.

Nun erhoben ſich andere Biſchoͤfe gegen Neſtorius; und Papſt ♣Cölestinus
I.♠ verſuchte es, ihn mit Guͤte auf den rechten Weg zuruͤck zu lenken —.
Allein der ſtolze Neſtorius, auf die Gnade des Kaiſers ſich verlaſſend —
trotzte auch dem Papſt; und beredete den Kaiſer, daß dieſe Sache ſich
nicht ließe ausmachen anders als in einer General-Verſammlung der
Biſchoͤfe.

Der Kaiſer, welcher dem Neſtorius geneigk war, und auch den Papſt ehrte,
wollte es gern beiden recht machen; willig nahm er auf ſich alle
noͤthigen Koſten; und der Papſt bewilligte, daß der Kirchenrath ſoll
gehalten werden in der Stadt Epheſus. Einige hundert Biſchoͤfe kamen
allda zuſammen dieſe Sache zu beurtheilen, und auszumachen.

Denſelben Tag, an welchen der Ausſpruch geſchehen ſollte, waren die
Biſchoͤfe verſammelt in einer Kirche der hl. Maria; allda blieben ſie den
ganzen langen Tag beiſammen, und alle Thuͤren waren zugeſchloſſen. Das
Volk aber verſammelte ſich draußen am Markte vor der Kirchthuͤre; allda
harrete es auf den Ausſpruch der Biſchoͤfe. Niemand arbeitete etwas; die
Laden waren verſchloſſen; alle auf ihre Beduͤrfniſſe vergeſſend — waren
nur beſorgt fuͤr die Ehre der heiligſten Jungfrau, welche waͤhrend ihres
ſterh<pb n="154"/>noho Żiẇeṅa ze S. Jap. Janom wo tém jich Mėſcże na
Kwilu bė pobódliwa, ha wot toh Tżaſa ſém wėcżṅe jara tżeſcżena bówa

Bė hiżo Nócz, hacż bóchu te czérkwine Duṙe wotewṙene, ha zawowane:
Zmėrom! Poſuchaicże! Nédém bó wótze wotlazuwane te Zaſudżeṅo toho
Neſtorija, ha te Wuprajeṅo: Maṙa móże ha dérbi ṁenuwana bócż — Macż
boża. To bó téiż w Piſṁe na wſchich Torożcżach wupoiſṅene, wo wſchich
Haſach wonwowane.

Nėt tón czéwé Lud ẇeſele z jeném Woſom wowaſche: Maṙa Macż boża, Maṙa té
ſẇata boża Rodżicżerka —. Schiczé Boha kwalachu, zo tón Ṅepżecżel teje
Wėré podcżiżcżané jo; pżetoż ſchėm bė to deṙe znate, zo tón Neſtori pola
kheiżorſkoh’ Dwora ẇele pwacżi; ha to bė jim Strach tżiniwo.

Nėtkoi pak tak ẇele jacz żonuwachu téch Biſkopow, kiż bėchu tu Wutrobu
mėli tola wuprajicż napżecżo tom’ Neſtorijei —. Cżi naiwoſobniſchi
Wobódleṙo toho Mėſta ze ſwėcżatémi Vaklemi téch Biſkopow do jich Hozpodé
dompżewodżachu —; ha te naiwoſobniſche Kṅenje pṙedé ṅich na Pucżu woṅate
Zelicżka ha Żiwiczé zapalachu, kadżachu; te czéwo Mėſto nowo Żiẇeṅo
nadobó —. To jo ſo ſtawo w Lėtu 431 w 22. Juniju.

Nėkotzi kheiżorſczé Zaſtoiniczé dṙe toho Neſtorija zawadżachu, ha tom’
Kheiżorei to, żtoż zdaloka wo tei czérkwinſkei Radże ſo ſtawo bė, ze
Vżemi ſcho hinak prėdkpżiṅeſechu; hale nédém hacż tón Kheiżor ſcho powṅe
dopojedżené krédże, <pb n="155"/>lichen Lebens mit dem hl. Ap. ♣Joannes♠
in ihrer Stadt eine Zeit lang gewohnet, und von der Zeit an immer ſehr
verehret worden war.

Es war ſchon Nacht, als die Kirchthuͤre geoͤffnet ward, und laut
ausgerufen: Still! Hoͤret! Sogleich wurde laut geleſen die Verurtheilung
des Neſtorius, und der Ausſpruch: Maria kann und muß genennet werden
Mutter Gottes. Das wurde auch ſchriftlich an allen Markrplaͤtzen
ausgehangen, in allen Gaſſen ausgerufen.

Nun ſchrie das ganze Volk freudig mit einer Stimme: Maria Mutter Gottes,
Maria du heilige Gottes-Gebaͤhrerin. Alle prieſen Gott, daß der Feind des
Glaubens unterdruͤcket iſt; denn allen war es wohl bewuſt, daß der
Neſtorius bei’m kaiſerlichen Hofe viel gelte; und das hatte ihnen Furcht
verurſachet.

Nun aber ſegneten ſie um ſo viel mehr die Biſchoͤfe, die den Muth gehabt
gleichwohl wider den Neſtorius auszuſprechen —. Die vornehmſten Bewohner
der Stadt begleiteten die Biſchoͤfe heim auf ihre Herberge mit brennenden
Fakeln —; und die vornehmſten Frauen giengen vor ihnen her auf dem Wege
mit wohlriechenden Specereyen, die ſie anzuͤndeten, raͤucherten; die ganze
Stadt gewann neues Leben —. Das iſt geſchehen im Jahre 431 den 22.
♣Junius.♠

Einige kaiſerliche Beamte bemaͤntelten zwar den Neſtorius, und brachten
dem Kaiſer das, was von Ferne in dem Kirchenrath geſchehen war, mit
Luͤgen ganz anders vor; jedoch ſo bald der Kaiſer von allem vollſtaͤndigen
Bericht erhielt, <pb n="156"/>Wón hako poſuſchne Dżėcżo teje Czérkẇe —
tomu Wuprajeṅu téch Biſkopow ſo podcżiſné; na toh’ Neſtorija, dokelż
zapeṅtżité zwoſta, jara ſo roznėwa, ha joho z Kraja wotehna.

Tola pak tón hordé Duch toholei Cżwojeka ṅechaſche ſo zibnécż; Wón, te
ſwoje rótne Zmóſleṅa za Wėrnoſcże dżerżiczé, pżeczé te ſwoje rétżeſche
—, hacż joho jena żadwawa Khoroſcz zaja, ha jomu hiżcże żiwomu Tżeṙe
pżetotżichu tónſamé Jazék, z kotrémż toho Séhna bożoho, ha tu joho Macż
tak doho léſtéruwaw bė.

Khatólſkomu Kżeſczianei jo te Wuprajeṅo teje Czérkẇe wėſta Wėrnoſcz,
bórṅe tṙebai bó teiż ſam żaneje Winé taiho Wuprajeṅa ṅewidżaw. Jo pak
tola dowolene, ha wużitne — te zprawne Winé toho Wuprajeṅa wopómnicż
Tém, kiż je wopżijecż móża.

Ta ſtara kż. kh. Wutżba jo talei: Jėzus Kréſtus jo wėrné Bóh ha wėrné
Cżwojek; wėrné Bóh z toho Wótſcza wot Wėcżnoſcże rodżené; wėrné Cżwojek
wo tém Tżaſu z Maṙe teje Kṅeżné naródżené. Wón jo powné Bóh, ha powné
Cżwojek; ma cżwojetżu Duſchu ha cżwojetże Cżėwo. Po tém ſwojim Bóhwſtẇe
jo tomu Wotſczei zczéwa ruṅa; po tém ſwojim Cżwojeſtẇe jo ṁeṅſchi déżli
tón Wótſcz.

Hacżruniſch pak Jėzus Kréſtus Bóh ha Cżwojek jo, ṅeiſtai tola dwai
Kréſtuſai, hale lutki jedén Kréſtus, Bóh ha Cżwojek wobói dwoje romadże.
Jedén Kréſtus, nicz hako bó ta bóizka Natura do teje cżwojetżeje Naturé
pżewobrocżena bówa, nė ſchak, ta bóizka Natura <pb n="157"/>Er als ein
gehorſames Kind der Kirche — unterwarf ſich dem Ausſpruch der Biſchoͤfe;
uͤber den Neſtorius, weil er verſtockt blieb, ward er ſehr aufgebracht,
und jagte ihn aus dem Lande.

Gleichwohl, der ſtolze Geiſt dieſes Menſchen wollte ſich nicht beugen;
Er, ſeine thoͤrichten Einbildungen fuͤr Wahrheiten haltend, fuhr fort das
Seinige zu reden —, bis ihn eine ſcheußliche Krankheit ergriff, und ihm
noch lebenden Wuͤrmer durchnagten dieſelbe Zunge, mit der er den Sohn
Gottes und ſeine Mutter ſo lang gelaͤſtert hatte.

Einem katholiſchen Chriſten iſt der Ausſpruch der Kirche gewiſſe
Wahrheit, obſchon auch etwa er ſelbſt keine Urſache eines ſolchen
Ausſpruchs ſaͤhe —. Es iſt aber doch erlaubt und nuͤtzlich — die gerechten
Urſachen des Ausſpruchs zu erwaͤhnen Denen, die ſie begreifen koͤnnen.

Die alte chriſtl. kathol. Lehre iſt dieſe: Jeſus Chriſtus iſt wahrer
Gott und wahrer Menſch; wahrer Gott aus dem Vater von Ewigkeit her
gezeuget; wahrer Menſch in der Zeit aus Maria der Jungſrau geboren. Er
iſt voller Gott, und voller Menſch; hat eine menſchliche Seele und einen
menſchlichen Leib. Nach ſeiner Gottheit iſt er dem Vater ganz gleich;
nach ſeiner Menſchheit iſt er geringer als der Vater.

Obſchon aber Jeſus Chriſtus Gott und Menſch iſt, ſind doch nicht zwey
Chriſtuſſe, ſondern ein einziger Chriſtus, Gott und Menſch beides
mitſammen. Ein Chriſtus, nicht als ob die goͤttliche Natur in die
menſchliche Natur waͤre veraͤndert worden, nein doch, die goͤttliche Natur
<pb n="158"/>jo ha woſtaṅe ṅepżewobrocżnita; hale Bóh Séhn jo tu
cżwojetżu Naturu na ſo horėwzaw. Jedén Kréſtus, nicz hako bóſchtei ta
bóizka ha ta cżwojetża Natura romadu zmėſchanei ha ƀeſobu pżemėſchanei
bówoi —, nė ſchak, to jo tżiſcże ṅemóżne; hale ta bóizka ha ta cżwojetża
Natura ſtei wo jenei bóizkei Parſchóṅe romadu ztowarſchenei ha
zjenoſcżenei.

Lei jedén Pżikwad. Z tżoho wobſteji kóiżdé Cżwojek? Hacż nicz z dẇej’
ſchelakej’ Wėczow, z jenoho Cżėwa, ha z jeneje Duſche? Duſcha ha Cżėwo
romadu zjenoſcżenei —, żto wutżinitei? Tṙebai dwej’ Cżwojekow, dwė
Parſchóṅe?? Ohnė, Cżėwo ha Duſcha romadże ſtei jedén Cżwojek. Tak wo
Kréſtuſu — Bóh ha Cżwojek jo jedén Kréſtus. Ta bóizka Natura toho Séhna
bożoho, ta cżwojetża Duſcha, ha te cżwojetże Cżėwo Jėzuſowo, telei tzi
ſchelake Wėczé ſu romadu ztowarſchene ha zjenoſcżene wo jenéi bóizkei
Parſchóṅe, wo tei druhei Parſchóṅe teje naiſẇacżiſcheje Trojiczé; tak jo
jedén Kréſtus, Bóh ha Cżwojek romadże. Ha ta joho Macż Maṙa jo Macż toho
Cżwojeka, ha jo teiż Macż toho Boha.

Mówo trėbai Nėkom’ do Móſlow panécż: Bóh jo wot Wėcżnoſcże; Maṙa jo wo
tém Tżaſu ztwoṙena; kóiżda Macż dérbi tola ſtarſcha bócż, hacż tón jeje
Séhn; tak Maṙa ṅemóże bócż ta Macż toho wėrnoho Boha —. Na to ſo
zlóchkim wotmoji: Jėzus Kréſtus jo wot Wėcżnoſcże po tém ſwojim Bóhwſtẇe
hako tón wėrné Séhn bożi; Tónſamé pak jo wo tém Tżaſu z Maṙe Cżwojek <pb
n="159"/>iſt und bleibt unveraͤnderlich; ſondern Gott Sohn hat die
menſchliche Natur an ſich genommen. Ein Chriſtus, nicht als ob die
goͤttliche und die menſchliche Natur zuſammen vermenget, und unter ſich
vermiſchet waͤren —, nein doch, das iſt gaͤnzlich unmoͤglich; ſondern die
goͤttliche und die menſchliche Natur ſind in einer goͤttlichen Perſon
geſellet und vereiniget.

Sieh ein Beiſpiel. Woraus beſtehet jeder Menſch? Nicht wahr, aus zwey
verſchiedenen Weſen, aus einem Leibe, und aus einer Seele? Seele und
Leib zuſammen vereiniget —, was machen ſie aus? Etwa zwey Menſchen, zwey
Perſonen?? O nein, Leib und Seele zuſammen ſind ein Menſch. Alſo in
Chriſto — Gott und Menſch iſt ein Chriſtus. Die goͤttliche Natur des
Sohnes Gottes, die menſchliche Seele, und der menſchliche Leib Jeſu,
dieſe drey verſchiedenen Weſen ſind zuſammen geſellet und vereiniget in
einer goͤttlichen Perſon, in der zweiten Perſon der allerheiligſten
Dreyfaltigkeit; ſo iſt ein Chriſtus, Gott und Menſch zugleich. Und
deſſen Mutter Maria iſt Mutter des Menſchen, und iſt auch Mutter des
Gottes.

Es koͤnnte etwa Jemanden in die Gedanken fallen: Gott iſt von Ewigkeit:
Maria iſt in der Zeit erſchaffen; jede Mutter muß doch aͤlter ſeyn, als
ihr Sohn; alſo kann Maria nicht ſeyn Mutter des wahren Gottes —. Darauf
wird leicht geantwortet: Jeſus Chriſtus iſt von Ewigkeit nach ſeiner
Gottheit als der wahre Sohn Gottes; Derſelbe aber iſt in der Zeit aus
Maria Menſch <pb n="160"/>narodżene: Maṙa jo ſtarſcha hacż Kreſtus po
tém ſwojim Cżwojeſtẇe.

Hale tón króbwé cżwojetżi Rozomcżk cze tṙebai dale mudruwacz: Kréſtus z
Maṙe nima ſwojoho Bóhwſta, jenoi te ſwoje Cżwojeſtwo ma z Ṅeje; tak Maṙa
ṅedérbi ṁenuwana bócż Macż boża, hale jenoi Macż Kréſtuſowa, Macż
tohoſamoha Cżwojeka, kiz rėka Jėzus Kréſtus. To bė te Mudruwaṅo toho
Neſtorija.

Tu Rótnoſcz taikoho Mudruwaṅa teiż tém Ṅewutżeném k woladaṅu dacż, ja
kóiżdoho woſeƀe praſcham: Kah ṁenuẇeſch té tuſamu Żónſku, kotraż teƀe
narodżiwa jo? Hacż nicż Macż? Ju. Żto da wot Toho, żtoż té ſé, żto maſch
wot Macżeṙe? Maſch wot ṅeje tu twoju Duſchu? Nė, tu ṅejo twoja Macż, tu
jo Bóh ztworiw, ha z tém twojim Cżėwom zjenoſcżiw —. Jenoi te twoje
Cżėwo jo wot Macżeṙe, hacżruniſch nicz wot ṅeje ſameje, hale teiż wot
toho Nana. Wona pak jo tola twoja Macż, kotraż Teƀe narodżiwa jo: dokelż
Bóh tu twoju Duſchu z tém twojim zjeje Kreje zeżtawtuwaném Cżėwom
zjenoſcżiw jo; dokelż Cżėwo ha Duſcha romadże jo jeden Cżwojek; ha déż
ta Macż te twoje Cżėwo porodżiwa jo, tedém bė dżén tola ta twoja Duſcha
wo tém twojim Cżėẇe; wona jo teƀe porodżiwa — nicz Pów Cżwojeka, hale
teƀe czéwoho Cżwojeka jo porodżiwa —.

Kaiż Cżėwo ha Duſcha jo jedén Cżwojek, jena cżwojetża Parſchóna; tak Bóh
ha Cżwojek jo jedén Kréſtus, jena bóizka Parſchóna.

<pb n="161"/>

geboren; Maria iſt aͤlter als Chriſtus nach ſeiner Menſchheit.

Allein die ſchwache — und doch kuͤhne menſchliche Vernunft will etwa
weiter kluͤgeln: Chriſtus hat aus Maria nicht ſeine Gottheit, nur ſeine
Menſchheit hat er aus ihr; alſo darf Maria nicht genennet werden Mutter
Gottes, ſondern nur Mutter Chriſti, Mutter desjenigen Menſchen, der da
heißt Jeſus Chriſtus. Eben das war die Kluͤgeley des Neſtorius.

Um das Alberne ſolcher Kluͤgeley auch den Ungelehrten vor Augen zu
ſtellen, frage ich einen Jeden insbeſondere: Wie nenneſt du diejenige
Weibsperſon, welche dich geboren hat? Nicht wahr, Mutter? Was von Dem,
das du biſt, was haſt du von der Mutter? Haſt du von ihr deine Seele?
Nein, dieſe hat nicht deine Mutter —, dieſe hat Gott erſchaffen, und mit
deinem Leibe vereiniget —. Nur allein dein Leib iſt von der Mutter,
obſchon nicht von ihr allein, ſondern auch vom Vater. Sie iſt aber doch
deine Mutter, welche dich geboren hat, indem Gott deine Seele mit deinem
aus ihrem Blut gebildeten Leibe vereiniget hat; weil Leib und Seele
zuſammen ein Menſch iſt; und da die Mutter deinen Leib geboren hat,
damals war ja doch deine Seele in deinem Leibe; ſie hat dich geboren —
nicht einen halben Menſchen, ſondern dich den ganzen Menſchen hat ſie
geboren.

Wie Leib und Seele iſt ein Menſch, eine menſchliche Perſon; alſo Gott
und Menſch iſt ein Chriſtus, eine goͤttliche Perſon.

<pb n="162"/>

Te Cżėwo Jėzuſowo jo z Marineje Kreje; ta joho cżwojetża Duſcha jo wot
Boha ztwoṙena; te joho Bóhwſtwo jo wot Wėcżnoſcże. Hale z tém Cżėwom jo
ta Duſcha, ha teiż te Bóhwſtwo tak zjenoſcżene, zo telei Cżėwo, talei
Duſcha, ha tón wėcżné Séhn bożi — romadże jo jedén Kréſtus, wėrné Bóh ha
wėrné Cżwojek. Toholei jenoho Kréſtuſa jo Maṙa narodżiwa, kaiż ji tón
Jandżel prajiw bė: Te Sẇate, żtoż z tebe budże narodżene, budże rėkacż
Séhn bożi —. Tak wėrno hacż Kréſtus jo wėrné Cżwojek, jo Maṙa Macż
jenoho Cżwojeka; tak wėrno hacż Kréſtus jo wėrné Bóh, jo Maṙa Macż teiż
toho wėrnoho Boha.

Prajicż: Maṙa jo Macż Kréſtuſa toho Cżwojeka, ṅejo Macż Kréſtuſa toho
Boha: to rėka: Kréſtuſa do dwej’ Parſchónow rozdżėlecż, z jenoho
Kréſtuſa dwej’ Kréſtuſow tżinicż, jenoho ṅewidżownoho, kiż jo pur luté
Bóh, ha jenoho widżownoho, kiż jo pur luté Cżwojek. Ta ſẇ. kh. Cżérkej
pak wėri ha wuznawa jenoh’ lutkoh’ Kréſtuſa Boha-Cżwojeka.

Te Swowo jo ſo Mjaſo ztżiniwo, t. r. Bóh Séhn jo ſo wocżwojetżiw, piſa
♣Jap. Jan.♠ Nėtlei prajicż: Maṙa jo Macż Kréſtuſa toho Cżwojeka, ṅejo
pak Macż Kréſtuſa toho Boha, jo runiſch tak ẇele hako prajicż: te Swowo
ṅejo ſo Mjaſo ztżiniwo, Bóh Séhn ṅejo woprawdże ſo wocżwojetżiw; wón
jenoi jo k tomu Cżwojekei Jėzuſei ſo pżiwdaw, jomu z bóizkej’ Moczuk
Pomoczé ſtaw, kaiż pṙedé Moyzeſei ha druhim Provetam.

<pb n="163"/>

Der Leib Jeſu iſt aus Mariens Blute: ſeine menſchliche Seele iſt von
Gott erſchaffen; ſeine Gottheit iſt von Ewigkeit. Allein mit dem Leibe
iſt die Seele, und auch die Gottheit alſo vereiniget, daß dieſer Leib,
dieſe Seele, und der ewige Sohn Gottes — zuſammen iſt ein Chriſtus,
wahrer Gott, und wahrer Menſch. Dieſen einen Chriſtus hat Maria geboren,
wie ihr der Engel geſagt hatte ♣Lc.♠ 1, 35. Das Heilige, das aus dir
wird geboren werden, wird heiſſen Gottes Sohn —. So wahr als Chriſtus
iſt wahrer Menſch, iſt Maria Mutter eines Menſchen; ſo wahr als Chriſtus
iſt wahrer Gott, iſt Maria auch Mutter des wahren Gottes.

Sagen: Maria iſt Mutter Chriſti des Menſchen, iſt nicht Mutter Chriſti
des Gottes; das heißt: den Chriſtus in zwey Perſonen theilen, aus einem
Chriſtus zwey Chriſtuſſe machen, einen unſichtbaren, der da iſt purer
Gott, und einen ſichtbaren, der da iſt purer Menſch. Die hl. k. Kirche
aber glaubt und bekennet einen einzigen Chriſtus Gott-Menſchen.

Das Wort iſt Fleiſch geworden, d. h. Gott Sohn iſt Menſch geworden,
ſchreibt der Ap. ♣Joannes♠ 1, 14. Nun ſagen: Maria iſt Mutter Chriſti
des Menſchen, iſt aber nicht Mutter Chriſti des Gottes —, iſt eben ſo
viel als ſagen: Das Wort iſt nicht Fleiſch geworden, Gott Sohn iſt nicht
wirklich Menſch geworden; Er hat ſich nur dem Menſchen Jeſus Chriſtus
hinzugeſellet, iſt ihm mit goͤttlicher Kraft beigeſtanden, wie ehemals
dem Moyſes und andern Propheten.

<pb n="164"/>

K tomu widżownomu Kréſtuſei Jap. Pėtér ṙekné: Té ſé Kréſtus tón Séhn
toho żiwoho Boha. Nėtlei prajicż: Maṙa jo Macż Kréſtuſa toho widżownoho
Cżwojeka, ṅejo pak Macż Kréſtuſa toho ṅewidżownoho Boha, jo runiſch tak
ẇele hako prajicż: Tón widżowné Kréſtus nejo tón Séhn bożi —. Tón
widżowné Kréſtus jo za nas kżiżuwané —; tak nas ṅejo wumóżiw Kréſtus tón
Séhn bożi —, hale Kréſtus tón Cżwojek jo za nas cżerpew — Débó tomu tak
bówo, bó nam te Kréſtuſowo Cżerpeṅo mawo pomhawo, k Wotpwacżeṅu téch
naſchich Rėchow nedoſawawo.

Hale preicż, preicż z taikim wólbérném Mudruwaṅom! Ta ſtara kh. Wėra jo
talei: Kréſtus tón Séhn bożi jo wo tei ſwojei na ſo wzatei cżwojetżej
Natuṙe za nas cżerpew.

Potaikim telei tzi Wėrnoſcże: Tón Séhn bożi jo ſo wocżwojerżiw —; Jėzus
Kréſtus jo wėrné Bóh, ha wėrné Cżwojek —; Maṙa jo Macż wėrnoho Boha —
romadu ſo dżerża, jena ƀez druheje wobſtacż ṅemóże.

Żtóż tṙebai telei Rozpojedżeṅa dozrozemicż ṅemóże, Tón ṅech jenoi ma ha
zdżerżi tu poniżnu Podwolniwoſcz tomu Wuprajeṅu teje ſẇ. Czérkẇe czéle
ſo podcżiſnécż; ṅech ſebi móſli: Ja hako kh. Kżeſczian wėṙu ha wuznaju,
zo Bóh Séhn ſo wocżwojetżiw jo; zo Jėzus Kréſtus woprawdże jo tón Séhn
bożi; ha zo ta joho Macż Maṙa woprawdże jo Macż toho wėrnoho Boha.

Cżwojeka Bohu zpodobnoh’ ṅetżini wótré Rozom, hale dobra Wola,

<pb n="165"/>

Zu dem ſichtbaren Chriſtus ſagte der Ap. Petrus: Du biſt Chriſtus, der
Sohn des lebendigen Gottes. ♣Mt.♠ 16. 16. Nun ſagen: Maria iſt Mutter
Chriſti des ſichtbaren Menſchen, iſt aber nicht Mutter Chriſti des
unſichtbaren Gottes —, iſt eben ſo viel als ſagen: der ſichtbare
Chriſtus iſt nicht der Sohn Gottes. Der ſichtbare Chriſtus iſt fuͤr uns
gekreutziget —; alſo hat uns nicht erloͤſet Chriſtus der Sohn Gottes —,
ſondern Chriſtus der Menſch hat fuͤr uns gelitten —. Wenn es dem alſo
waͤre, wuͤrde uns das Leiden Chriſti wenig helfen, zur Bezahlung unſerer
Suͤnden nicht hinreichen.

Jedoch fort, fort mit ſolcher albernen Kluͤgeley! Der alte k. Glaube iſt
dieſer: Chriſtus der Sohn Gottes hat in ſeiner angenommenen menſchlichen
Natur fuͤr uns gelitten.

Mithin, dieſe drey Wahrheiten „Der Sohn Gottes iſt Menſch geworden;
Jeſus Chriſtus iſt wahrer Gott und wahrer Menſch —; Maria iſt Mutter des
wahren Gottes“ haͤngen zuſammen, eine ohne der andern kann nicht
beſtehen.

Wer etwa dieſe Erklaͤrungen nicht voͤllig erfaſſen kann, Der habe nur und
behalte die demuͤthige Bereitwilligkeit dem Ausſpruch der hl. Kirche ſich
gaͤnzlich zu unterwerfen; er denke ſo: Jch als k. Chriſt glaube und
bekenne, daß Gott Sohn Menſch geworden; daß Jeſus Chriſtus wirklich iſt
der Sohn Gottes; und daß deſſen Mutter Maria wirklich iſt Mutter des
wahren Gottes.

Den Menſchen macht Gott wohlgefaͤllig nicht ein ſcharfer Verſtand,
ſondern der gute Wille, <pb n="166"/>ſwėrna Wutroba. Te bóizke
Pótainoſcże maja ſo wėricż z poniżnej’ Podwolnoſcżu, ſamotṅe na boże
Swowo. Króbwe Mudracżki, kiż teſame tak kaiż Neſtori pżeladacż ha
roſudżecż czeidża, woṅetżeſcża tu bóizku Majeſtoſcz. Taikim ſo zeṅdże,
kaiż tém Mucham, kotreż, déż k tei zaſwėcżenei Swéczé jara blizko ſo
waża, te Kżidleżka ſebi zpala.

Te naſche mjaſne Wotżi, déż do toho próṁeṅatoho Swóncza ladaja, khėczé
wotupja, woſlepja; tak wotupi, woſlepi te duchowne Woko, tón naſch
Rozom, déż ſo zkróbli pżeladacż Boha te ṅezkóncżnite Swėtwo.

Boha, bóizke Wobzankṅeṅa ha Skutki po cżwojetżim Wuſtacżu roſudżecż —,
to jo ẇetża Wupoſcz, hacż bó ſebi prėdkwzaw, te Moṙo z jenej’ Żicżku
wucżerpacż, ha do ṅekaikeje Jamki pżenoſécż —. Ta bóizka Natura to
ſobuṅeſe, zo ſchitke bóizke Samotnoſcże ſu ṅezkóncżnite, nam ṅedoſanite.
Ṅezkóncżnita ta Mudroſcz, ṅezkóncżnita ta Mócz, ṅezkóncżnita ta
Dobrocżiwoſcz, ṅezkóncżnita ta Prawda boża, rrc.

Po cżwojetżim Wuſtacżu bó jedén Kral wuṗe, hai ṅezprawṅe tżiniw, bó-li k
Pżelutuwaṅu ha k Ponadżeṅu téch ſwojich rebelſkich Podanow toho ſwojoho
ṅewinwatoho Séhna moricż daw —. Tohodla teiż cżi po pohanſkim deṙe
Wutżeni, déż jim cżi Jėzuſowi Wutżowniczé wopojeduwachu, zo Bóh k
Wozbóżnoſcżeṅu téch Cżwojekow toho ſwojoho Séhna tei Sṁercżi podaw jo,
zprėṅa k tom’ ſo wuſṁachu, to ſo jim nėżto jara wupo zezdawaſche, <pb
n="167"/>das treue Herz. Die goͤttlichen Geheimniſſe ſollen geglaubt
werden mit demuͤthiger Bereitwilligkeit, lediglich auf Gottes Wort.
Verwegene Kluͤglinge, welche dieſelben ſo wie Neſtorius durchſchauen und
beurtheilen wollen, entehren die goͤttliche Majeſtaͤt. Solchen ergeht es,
wie den Fliegen, die, da ſie der angezuͤndeten Kerze ſich zu nahe wagen,
ſich die Fluͤgelchen verbrennen.

Unſere fleiſchlichen Augen, ſo ſie in die ſtrahlende Sonne ſchauen,
werden ſogleich ſtumpf, erblinden; alſo erſtumpfet, erblindet das
geiſtliche Auge, unſer Verſtand, wenn er ſich erfrechet — durchzuſchauen
Gott das unendliche Licht.

Gott, goͤttliche Beſchluͤſſe und Werke nach menſchlicher Einſicht
beurtheilen —, das iſt eine groͤßere Dummheit, als ob du dir vornaͤhmeſt,
das Meer mit einem Loͤffel auszuſchoͤpfen, und in irgend ein Gruͤbchen zu
uͤbertragen —. Die goͤttliche Natur bringt es mit ſich, daß alle
goͤttlichen Eigenſchaften unendlich, uns unerreichbar ſind. Unendlich die
Weisheit, unendlich die Macht, unendlich die Guͤte, unendlich die
Gerechtigkeit Gottes, rrc.

Nach menſchlicher Einſicht wuͤrde ein Koͤnig thoͤricht, ja ungerecht
handeln, ſo er zur Verſchonung und Begnadigung ſeiner rebelliſchen
Unterthanen ſeinen unſchuldigen Sohn toͤdten ließ —. Daher auch die
heidniſchen Gelehrten, als ihnen die Juͤnger Jeſu verkuͤndigten, daß Gott
zur Beſeligung der Menſchen ſeinen Sohn dem Tode hingegeben, anfangs
dazu lachten, und dieſes ihnen etwas ſehr Albernes zu ſeyn duͤnkte, <pb
n="168"/>hako Jap. Pawow piſa: Mó prėduẇemó Kréſtuſa toho Kżiżuwanoho;
to jo tém Pohanam Wupoſcz; hale tém k tei Zbóżnoſcżi Powowaném jo tón
kżiżuwané Kréſtus bóizka Mócz, bóizka Mudroſcz.

Pola Pr. Jzaija Bóh ſam taklei rétżi: Moje Móſle ṅeiſu waſche Móſle, ha
waſche Pucże ṅeiſu moje Pucże; kaiż te Ṅeƀo wele wóſche jo déżli ta
Zeṁa, tak ſu powóſchene te moje Pucże pżed waſchimi Pucżemi, ha te moje
Móſ le pżed waſchimi Móſlemi.

Habén to, zo te nam wot Boha zjeẇene Wėrnoſcże ſchitke cżwojetże
Wuſtacża jara jara pżedobówaja, habén to pokaże, zo z Boha pżiṅdu —.
Pżetoż nidé żadén Cżwojek ſebi to wumóſliw ṅebė, nidé Nikómu bė to
haklei do Móſli ṅepżiſchwo, zo dérƀaw tón wėrné Bóh ſam wo cżwojetżim
Cżėle ſo na Kżiż poiſnécż dacż. Tohodla teiż Kréſtus tom’ Nikodemei
ṙekné: Tak zpodżiwṅe jo Bóh tón Swėt lubuwaw, zo toh’ ſwojoh’
jednorodżenoho Séhna podaw jo.

Kaiżkuli króbwe Mudracżki po ſwojim kuſchim Rozomcżku napżecżo tém
bóizkim Pótainoſcżam mudruẇu, mó kh. Kżeſczieṅo praimó z Wutrobé:
Tżeſcz, Kwawa, ha Dżak bódż Tebi ṅeƀ. Wotze za tu ṅepomėrnu Luboſcz, z
kotṙejeż Té nam toho twojoho Séhna k Wumóżnikei daw ſé! Ha zo Té nadṅe
ſé poladnéw na jenu Kṅeżnicżku z naſchoho cżwojetżoh’ Zplahwa, ha Maṙu k
Macżeri toho Boha Cżwojeka wuzwoliw ſé.

Ha Té wot Boha Wuzwolena, bódż woſoczé kwalena! Té ſé ha woſtaṅeſch Macż
boża, dokelż Bóh <pb n="169"/>wie der Ap. Paulus ſchreibt 1. ♣Cor.♠ 1,
23. Wir predigen Chriſtum den Gekreutzigten; das iſt den Heiden eine
Thorheit; aber denen zur Seligkeit Berufenen iſt der gekreutzigte
Chriſtus Gottes Kraft, Gottes Weisheit.

Bei’m Pr. Jſaias 55, 8. redet Gott ſelbſt alſo; Meine Gedanken ſind
nicht euere Gedanken, und euere Wege ſind nicht meine Wege; wie der
Himmel viel hoͤher iſt, als die Erde, ſo ſind erhoͤhet meine Wege vor
euern Wegen, und meine Gedanken vor euern Gedanken.

Eben das, daß die uns von Gott geoffenbarten Wahrheiten alle
menſchlichen Einſichten weit weit uͤberſteigen, eben das zeigt, daß ſie
aus Gott ſind —. Denn nie haͤtte ein Menſch ſich das erdacht, Niemanden
waͤre es je in Sinn gekommen, daß der wahre Gott ſelbſt im menſchlichen
Leibe ſich ſollte ans Kreutz haͤngen laſſen —. Weswegen auch Chriſtus dem
Nikodemus ſagte: So wunderbar hat Gott die Welt geliebt, daß er ſeinen
eingebornen Sohn hergegeben. ♣Joa.♠ 3, 16.

Wie immer verwegene Kluͤgler nach ihrer beſchraͤnkten Vernunft wider die
goͤttlichen Geheimniſſe kluͤgeln, wir k. Chriſten wollen vom Herzen
ſprechen: Ehre, Preis, und Dank ſey Dir himl. Vater fuͤr die uͤbermaͤßige
Liebe, aus welcher Du uns deinen Sohn zum Erloͤſer gegeben haſt! Und daß
du gnaͤdig geblicket auf eine zarte Jungfrau aus unſerm
Menſchen-Geſchlechte, und die Maria zur Mutter des Gott-Menſchen
erwaͤhlet haſt.

Und Du von Gott Erkorene, ſey hochgelobet! Du biſt und bleibſt Mutter
Gottes, weil Gott <pb n="170"/>ſam cże k tom’ ztżiniw jo. Té ſé doſtoina
wot nas dóſtawacż ſchitku Tżeſcż, kiż k wumóſleṅu jo, jenoi nicz
bóizkeje Tżeſcże, kotraż Bohu ſamom’ lutkomu ſwuſcha —. Té, żtoż z
bożeje Nadé ſé, té je woſtaṅeſch, kaiżkuli teiż ſlepi, lózi Cżwojekoẇe
pozpótuẇu, nėżto cżi wotżcżipnécż. Mó pak czemó radżi dale dopelṅecż,
żtoż té ſama provecżiwa ſé: Schitke Zplahwé budża ṁe zbożnu kcżicż. Mó
ſo zẇeſelimó na tém twojim Powóſcheṅu, mó cżi je popżejemó, naibóle
tohodla, dokelż to jo ta nadna Wola twojoho ha naſchoho Boha, dokelż Bóh
ſam tebi taiku Tżeſcz pżizpėw jo. O té ſẇata boża Rodżicżerka, proſch za
nas!

§. 2. Bóizke Macżerſtwo jo Maṙi pżizpėte ƀe wſcheje jeje Zaſwużbé.

Te Cżėwo Hadama jo Bóh zeżtawtuwaw z Liné teje Zeṁe; te Cżėwo Jėvé z
jenoho Ṙebwa toho Hadama; ha wobói ſtei zmolom bówoi kaiż powṅe
doroſcżenei Cżwojekai.

Déż wo bóizkei Radże wobzankṅene bė, zo Bóh Séhn k Wumóżeṅu toho
cżwojetżoh’ Zplahwa bó tu cżwojetżu Naturu na ſo wzaw, wėſczi móżeſche
tola te joho cżwojetże Cżėwo ƀez Sobuſ kutkuwaṅa jeneje Żónſkeje
zeżtawtuwane bócż, ha to zmolom powné Muż; tṙeba ṅebė, zo te joho Cżėwo
ruṅa druhim Dżėcżom bo pomólcżku hoṙeroſtwo.

Hale boża Wola bė, zo tón Bóh-Cżwojek ruṅa druhim Cżwojekam bó narodżené
bów z jeneje Macżeṙe wot Hadamoweje Kreje k Wumóżeṅu ſchitkich
Hadamowéch Potomnikow. Ha na telei <pb n="171"/>ſelbſt dich dazu gemacht
hat. Du biſt wuͤrdig von uns zu empfangen alle nur erdenkliche Ehre, nur
nicht goͤttliche Ehre, welche Gott ganz allein gebuͤhrt —. Du, was du aus
Gottes Gnade biſt, du bleibſt es, wie immer blinde arge Menſchen es
verſuchen, dir etwas abzuzwacken. Wir aber wollen fortfahren gern zu
erfuͤllen, was du ſelbſt geweiſſaget haſt: Alle Geſchlechter werden mich
ſelig preiſen. ♣Lc.♠ 1, 48. Wir erfreuen uns an deiner Erhoͤhung, wir
vergoͤnnen ſie dir, vornehmlich deswegen, weil es iſt der gnaͤdige Wille
deines und unſers Gottes, weil Gott ſelbſt dir ſolche Ehre zugedacht
hat. O du heilige Gottes-Gebaͤhrerin, bitt fuͤr uns!

§. 2. Goͤttliche Mutterſchaft iſt der Maria zugedacht ohne allem ihren
Verdienſt.

Den Leib Adams hat Gott geſtaltet aus Leim der Erde; den Leib der Eva
aus einer Rippe des Adams; und beide ſind ſogleich geweſen wie voͤllig
erwachſene Menſchen.

Da es im goͤttlichen Rathe beſchloſſen war, daß Gott Sohn zur Erloͤſung
des menſchlichen Geſchlechts die menſchliche Natur annehme, konnte doch
gewiß deſſen menſchlicher Leib ohne Mitwirkung einer Weibsperſon
geſtaltet werden, und das ſogleich voller Mann; noͤthig war es nicht, daß
deſſen Leib gleich anderen Kindern nach und nach erwuͤchſe.

Jedoch der Wille Gottes war, daß der Gott-Menſch gleich andern Menſchen
geboren werde aus einer Mutter von Adams Blute zur Erloͤſung aller
Nachkommen des Adams. Und auf dieſe <pb n="172"/>Waſchńo ta bóizka
Dobrocżiwoſcz dobniſcho ſo wuliné do wobeju Zplahwow; jedén Muzki, Jėſus
Kréſtus bó wuzbėṅené k bóizkei Doſtoinoſczi, tak, zo Jėzus woprawdże jo
Bóh-Cżwojek, tón wėcżné naturſki Séhn bożi, wėrné Bóh; jena Żónſka pak,
Maṙa bó wuzbėṅena k tei Doſtoinoſczi bóizkoho Macżerſtwa, tak, zo Maṙa
woprawdże jo wėrna Macż toho wėrnoho Boha. Macż boża bócż —, to jo tak
nimo Mėré wóſoka Doſtoinoſcz, zo za jene Ztwoṙeṅo żana wóſcha k
wumóſleṅu ṅejo.

Jedén Muzki, Hadam, ha jena Żónſka, Jėva, ſtei z tém Rėchom tón
cżwojetżi Zplahw zṅezbóżiwoi, do Huƀenſtwa zacżanéwoi —. Tak ſo Bohu
luƀeſche, zo wo Zaswuzbėṅeṅu toho zapaṅenoho cżwojetżoh’ Zplahwa — jedén
Muzki, Jėzus Kréſtus, bó bów tón naſch jenicżki Wumóżicżer, ta Wowa, tón
nowotné Hadam, ha Nan toho pżichodnoho Sẇėta, t. r. ſchitkich k tei
Zbóżnoſczi Powowanéch; ha zo jena Żónſka, ta joho Macż Maṙa bó bówa ta
joho ſwużowna Pomócznicza ha ſwėrna Sobuſkutkuwarka wo tém Skutku toho
naſchoho Wumóżeṅa.

Tón ſmėlné Bóh, kiż nam Rėſchnikam na Jėzuſu Kréſtuſu czéſche dacż
jenoho nowotnoho Hadama ha Nana, czéſche teiż na tei joho Macżeri nam
dacż jenu nowotnu Jėvu, dobru Macż ha Rėtżniczu. Tón naſch nowotné Nan
Jėzus Kréſtus jo teiż tón naſch zprawné Sudnik; ſtróżeja tṙebai nas te
naſche Rėchi, ſtrachuẇemó ſo toho Nana hako Sudnika —; Bóh ſam jo nam
wobſtaraw jedén dobré Wucżek k tei Macżeri <pb n="173"/>Art ergoß ſich
die goͤttliche Guͤte reichlicher in beide Geſchlechter; ein Mann, Jeſus
Chriſtus wurde erhoben zur Gottes-Wuͤrde, ſo, daß Jeſus wirklich iſt ein
Gott-Menſch, der ewige natuͤrliche Sohn Gottes, wahrer Gott; eine
Weibsperſon aber, Maria ward erhoben zur Wuͤrde goͤttlicher Mutterſchaft,
ſo, daß Maria wirklich iſt wahre Mutter des wahren Gottes. Mutter Gottes
ſeyn —, das iſt eine ſo uͤber die Maßen hohe Wuͤrde, daß fuͤr ein pures
Geſchoͤpf keine hoͤhere ſich denken laͤßt.

Ein Mann, Adam, und ein Weib, Eva, haben durch die Suͤnde das
Menſchen-Geſchlecht ins Ungluͤck geſtuͤrzet, in das Elend hineingezogen —.
Alſo gefiel es Gott, daß in Wiederaufrichtung des tief verfallenen
Menſchen-Geſchlechts — ein Mann, Jeſus Chriſtus ſeyn ſolle unſer
einziger Erreter, das Haupt, der neue Adam, und Vater der zukuͤnftigen
Welt ♣Iſai.♠ 9, 6. d. h aller zur Seligkeit Berufenen; und daß eine
Weibsperſon, deſſen Mutter Maria ſeyn ſolle ſeine dienſtbare Gehuͤlfin
und treue Mitwirkerin in dem Werke unſerer Erloͤſung.

Der barmherzige Gott, der uns Suͤndern an Jeſus Chriſtus geben wollte
einen neuen Adam und Vater, wollte auch an deſſen Mutter uns geben eine
neue Eva, eine gute Mutter und Fuͤrſprecherin. Unſer neuer Vater Jeſus
Chriſtus iſt zugleich unſer gerechter Richter —; ſchrecken uns etwa
unſere Suͤnden, fuͤrchten wir uns vor dem Vater als vor dem Richter —;
Gott ſelbſt hat uns beſorgt eine gute Zuflucht zu der Mutter <pb
n="174"/>ha Rėtżniczé, kotreiż ṅezaleiżi po tei Prawdże ſudżicż, hale
Nadu wuproſécż Tém, kiż ſo zawrócżicż ha nakazacż czeidża.

Tón Bóh-Cżwojek J. Kr. czéſche ruṅa druhim Cżwojekam wot Macżeṙe
narodżené ha hoṙecżeṅené bócż, zo na ſebi ſamom’ bó nam pżed Wotżi
ſtajiw Pżikwadé teje Poniżnoſcże, teje Podcżiſnoſcże ha Poſuſchnoſcże,
ha jeneje zaje zapotżateje wontrajaczeje Scżerpnoſcże.

Déż da tón Séhn bożi z jeneje Żónſkeje, Dżówki Hadama czéſche Cżwojek
narodżené bócż, ſtejeſche ſamotṅe wo joho Woli — ze wſchitkich
Hadamowéch Dżówkow k Macżeri ſebi wubracż, kotrużkuli wón ſam czéſche —.
Żana ſama ze ſo tejelei Tżeſcże hódna ṅebė, żana jeje zaſwużicż habé
hódnu ſo tżinicż ṅemóżeſche. Wón ſebi zlada tu Kṅeżnicżku Maṙu —. Pżetżo
tulei? Jow ſchak żana druha Wina bócż ṅemóże, déżli ta joho nadna Wola.
Jomu tak ſo luƀeſche, Maṙu k Macżeri ſebi wuzwolicż.

Déż jedén wilki bohaté Kṅez jenu żpatnu khudu Holcżku k ſwojei Ṅewėſcże
ſebi zladaw jo, wėſczi wón ji teiż zeſchavuẇe taike Wobletżeṅa ha
wonkotżne Déƀeṅſtwa, kaikeż tei Ṅewėſcże jenoho wilkoho bohatoh’ Kṅeza
pżimėṙene ſu, zo jeje ſo haṅbuwacż ṅetṙeba.

Wone pak ſu teiż taike Débeṅſtwa toho Cżėwa ha toho Ducha, kiż z
Ṗeṅezami ſo kupicż ṅehodża, hako duſchné Róſt, rjana Żtawtnoſcz, tżiwe
Stawé, leſne lubozne Woblitżo; Rozomnoſcz ha Wuſtoinoſcz, zkwadne
pokorne cżiche Waſchṅo, tżiſta, podwolna, dobrocżiwa Wutroba.

<pb n="175"/>

und Fuͤrſprecherin, der es nicht zukoͤmmt nach der Gerechtigkeit zu
richten, ſondern Gnade zu erbitten Denen, die da umlenken und ſich
beſſern wollen.

Der Gott-Menſch J. Chr. wollte gleich andern Menſchen von einer Mutter
geboren und auferzogen werden, auf daß er an ſich ſelbſt uns vor Augen
ſtellte Beiſpiele der Demuth, der Unterwuͤrfigkeit, des Gehorſames, und
einer fruͤh anfangenden ausharrenden Geduld.

Da nun der Sohn Gottes aus einer Weibsperſon, aus einer Adams-Tochter
wollte Menſch geboren werden, ſtand es lediglich in ſeinem Willen — aus
allen Adams-Toͤchtern ſich zur Mutter zu waͤhlen, welche immer Er ſelbſt
wollte. Keine war aus ſich ſelbſt dieſer Ehre werth, keine konnte ſie
verdienen oder ſich werth machen. Er erkor die Jungfrau Maria —. Warum
dieſe? Hier kann ſchlechterdings keine andete Urſache ſeyn, als ſein
gnaͤdiger Wille. Jhm gefiel es ſo die Maria ſich zur Mutter zu waͤhlen.

Wenn ein großer reicher Herr ein geringes armes Maͤdchen zu ſeiner Braut
ſich auserſehen —, gewiß ſchafft er ihr auch an ſolche Gewande und
aͤußerlichen Schmuck, dergleichen der Braut eines großen reichen Herrn
angemeſſen ſind, daß er ſich ihrer nicht ſchaͤmen darf.

Es ſind aber auch ſolche Zierden des Leibes und des Geiſtes, die mit
Geld ſich nicht kaufen laſſen, als ein ſtattlicher Wuchs, ſchoͤne
Geſtalt, grade Glieder, feines liebliches Angeſicht; Verſtand und
Einſicht, ein ſittſames ſanftes ſtilles Benehmen, ein reines, williges,
guͤtiges Herz.

<pb n="176"/>

Telei Dozpownoſcże tón cżwojetżi Kṅez tei ſwojei Ṅewėſcże dacż ṅemóże;
wón pak je tola na ṅei żada ha póta —, ha joli zo je na ṅei ṅenamaka,
ṅezecze jeje mėcż.

Hale Bóh, kiż ſchitko z Nitżoho ztworiw jo, kiż kó żdé ſwoje Ztwoṙeṅo z
nutzka ha zwonka taike ztżinicż móże, kaikeż je mėcż cze; Tón móżeſche
tu ſwoju zladanu Macż do Tżaſa taiku ſebi pżihotuwacż, kaikuż mėcż
czéſche.

Mó ſmó ſchicżé wo tei Ruczé toho Schohomócznoho, kaiż ta Lina wo tei
Ruczé toho Horntżeṙa. Zjeneje Kule Liné tón Horntżer wudżėẇe jene Sudoẇo
k Tżeſcżi, k Pż. Żklu na Blido; ha jene druhe k Ṅetżeſczi, k Pż. Horncz
pod Wożo —. Wone wo bóizkei Moczé ha Woli ſteji — jenoho Cżwojeka wóſoko
wuzbėnécż —, druhoho wo Nizkocże woſtajicż, ƀez toh’, zo Komu bó Kżiwda
ſo ſtawa; dokelż ſami ze ſo ſmó mó ſchiczé jenak Nitżo, żadén wot Boha
żto pominacż nima. Teiż Maṙa jo ſama ze ſo Nitżo, teiż wona wot Boha
nitżo pominacż ṅemėjeſche.

Wone pak ſo Bohu luƀeſche, z teje Maßé toho czéwoh’ Hadamowoh’ Zplahwa
tu jenicżku Maṙu ſebi wubracż, ju wóſoko wuzbėnécż wóſche ſchitkich
Cżwojekow, ha teiż wuzbėnécż wóſche ſchitkich jandżelſkich Rjadow,
wuzbėnécż k tėi Doſtoinoſczi bóizkoho Macżerſtwa.

Talei nimo Mėré wilka Nada jo Maṙi wot Boha pżizpėta tżiſcże darmo, t.
r. ƀe wſcheje jeje Zaſwużbé. Ha talei prėṅa Nada jo tón prėnitbné Koreṅ
ſchitkich druhich zczéwa woſebnitéch

<pb n="177"/>

Dieſe Vollkommenheiten kann der menſchliche Herr ſeiner Braut nicht
geben; gleichwohl verlangt und ſucht er ſie an ihr —, und ſo er ſie an
ihr nicht findet, wird er ſie nicht haben wollen.

Allein Gott, der alles aus Nichts erſchaffen hat, der ein jegliches
ſeiner Geſchoͤpfe von innen und von außen grade ſo ausbilden kann, wie er
es ausgebildet haben will, Der konnte ſeine erwaͤhlte Mutter vorher ſich
ſo ausbilden, wie er ſie haben wollte.

Wir alle ſind in der Hand des Allmaͤchtigen, wie der Leim in der Hand des
Hafners. ♣Jer. 18, 6. Rom.♠ 9, 21. Aus einem Klumpen Leims bildet der
Hafner ein Gefaͤß zur Ehre, z. B. eine Schuͤſſel auf den Tiſch; und ein
anderes zur Unehre, z. B. einen Topf unters Bette —. Es ſteht in Gottes
Macht und Willen — den einen Menſchen hoch zu erheben —, den andern in
der Niedrigkeit zu laſſen, ohne daß Jemanden Unrecht geſchehe; denn aus
uns ſelbſt ſind wir alle gleicher Weiſe Nichts, keiner hat von Gott
etwas zu fordern. Auch Maria iſt auch ſich ſelbſt Nichts, auch ſie hatte
von Gott nichts zu fordern.

Es gefiel aber Gott, aus der Maſſe des ganzen Adams-Geſchlechts die eine
Maria ſich zu erwaͤhlen, ſie hoch zu erhoͤhen uͤber alle Menſchen, und auch
erhoͤhen uͤber alle engliſche Choͤre, erhoͤhen zu der Wuͤrde goͤttlicher
Mutterſchaft.

Dieſe uͤber die Maßen große Gnade iſt der Maria von Gott zugedacht ganz
umſonſt, d. h. ohne allem ihren Verdienſt. Und dieſe erſte Gnade iſt die
Grundwurzel aller andern ganz beſondern <pb n="178"/>Nadow, kotreż Ji
ſamei lutkei dawane ſu, taike Nadé, kaikeż nidé żanomu druhomu Ztwoṙeṅu
date ṅeiſu, ha date ṅebudża —. Tak móżno ṅejo, zo bó déh dże jedén
Cżwojek habó Jandżel Mari k Runoſczi pżiſchow wo Sẇatoſczi, kotraż jo ta
jenicżka Rjanoſcz, na kotreiż Bóh Zpodobaṅo ma.

Kr. David bė jara ẇele Slėbóra ha Zwotoh’, jara ẇele drohotnéch Wėczow
do Tżaſa romadżiw ha pżihotuwaw k tom’ Templei, kotréż tón joho Séhn
Salamon twaricż mėjeſche; ha déż pżed ſwojej’ Sṁercżu wot toh’
rétżeſche, pużcżi telei Swowa: Jene żawoſṅe wilke Prėdkmėcżo to jo;
pżetoż Wobódleṅo ſo pżihotuẇe — nicz Cżwojekei, hale Bohu —.

Maṙa bė zladana bócż te Wobódleṅo, wo kotrémż tón wėrné Bóh ſam na
cżėwne Waſchṅo bódlicż czéſche —. Tak da bóchu wo Pżihotuwaṅu ha
Woſẇatoſcżeṅu toholei Wobódleṅa wot Boha, po cżwojetżim Waſchṅu rétżecż,
te naiẇe: tże Nawożki tżiṅene; ſchitke te naikraſniſche Nadé ha Daré
boże bóchu do Maṙe pżenadobṅe wuliṅene, zo bó bówa jene doſtoine
Wobódleṅo toho Séhna bożoho; zo Jėzus Kréſtus, kiż hako wérné Bóh wo
Ṅeƀeſach ma taikoho Wótſcza, kotréż jo ta Tżiſtoſcz ha Sẇatoſcz, bó hako
wėrné Cżwojek na Zeṁi mėw taiku Macż, katraż wo Tżiſtoſczi ha Sẇatoſczi
tomu ṅeƀ. Wótſczei tak ẇele zporunoſcżena jo, hacż jene Ztwoṙeṅo ſwojom’
Ztworicżerei zporunoſcżene bócż móże.

Maṙa jo ta naiſẇacżiſcha ƀe wſchitkimi Ztwoṙeṅami —. To jo ha woſtaṅe
wėrno. Bo-li <pb n="179"/>Gnaden, die ihr der Einzigen gegeben ſind,
ſolche Gnaden, dergleichen nie einem andern Geſchoͤpfe gegeben ſind, noch
werden gegeben werden —. So iſt’s nicht moͤglich, daß je irgendwo ein
Menſch oder Engel der Maria gleich komme in der Heiligkeit, die da iſt
die einzige Schoͤnheit, an welcher Gott Wohlgefallen hat.

Koͤnig David hatte ſehr viel Silber und Gold, ſehr viele koſtbare Sachen
vor der Zeit geſammelt und vorbereitet zu dem Tempel, welchen ſein Sohn
Salomon bauen ſollte; und als er vor ſeinem Tode davon redete, ließ er
dieſe Worte fallen: Ein uͤberaus großes Unternehmen iſt dieſes; denn es
wird Wohnung bereitet — nicht etwa einem Menſchen, ſondern Gott. 1.
♣Paral.♠ 29. 1.

Maria war erkoren zu ſeyn die Wohnung, in welcher der wahre Gott
leibhaftig wohnen wollte —. Daher wurden in der Zubereitung und
Heiligung dieſer Wohnung von Gott, nach Menſchen-Art zu reden, die
allergroͤßten Koſten verwendet; die allerherrlichſten Gnaden und Gaben
wurden alle in die Maria uͤberreichlich ausgegoſſen, damit ſie ſey eine
wuͤrdige Wohnung des Sohnes Gottes; damit Jeſus Chriſtus, der als wahrer
Gott im Himmel hat einen ſolchen Vater, welcher da iſt die Reinigkeit
und Heiligkeit, als wahrer Menſch auf Erden habe eine ſolche Mutter, die
in der Reinigkeit und Heiligkeit dem himl. Vater ſo viel geaͤhnlichet
ſey, als ein Geſchoͤpf ſeinem Schoͤpfer geaͤhnlichet werden kann.

Maria iſt die allerheiligſte unter allen Kreaturen —. Das iſt und bleibt
wahr. Wuͤrde <pb n="180"/>pak Ztó ṙek: Dokelż wona ta naiſwacżiſcha bė,
tohodla jo k Macżeri bożei wuzwolena —; to ṅebó powṅe praẇe prajene
bówo. Ẇele jacz ma ſo prajicż: Tohodla, dokelż Bóh ſam Maṙu ſebi k
Macżeṙi zladaw jo, habén tohodla jo Ju naijacz woſẇatoſcziw, na tón
Ẇerſchk teje Sẇatoſcże zẇed.

Cżwojek, zatémhacż te Tżaſé ſo pżemėṅeja, ha ſchelake Pżipadnoſcże
napanu, pa to, pa tamo ſebi rozmóſli, pa tak, pa hinak wobzanka; ha te
wobzaṅkṅene w ſwojim Tżaſu wuẇedże. Tón ſchohowėdomé Bóh wot Wecżnoſcże
hacż do Wėcżnoſcże ſcho z jeném dobom widżi; wo Bohu żane Pżemėṅeṅo
ṅejo, bócż ṅemóże. Schitke boże Wobzankṅeṅa ſu wot Wėcżnoſcże; żtoż Bóh
dżentza wuẇedże, to żno ma wot Wėcżnoſcże ſém pżi ſebi wobzankṅene.

Tohodla Jap. Pawow tém bohwſwużowném Eveſkim piſaſche: Wo Jėzuſu, na
Jėzuſowe Zaſwużbé jo Bóh nas pṙedé Swėta-Ztwoṙeṅa wuzwoliw, zo bóchmó
bóli ſẇacżi ha ṅewoblakuwani. Ha tak ma ſo teiż prajicż: Prėdé Swėta
Ztwoṙeṅa jo Maṙa wuzwolena k Macżeṙi toho Boha-Cżwojeka, ha ſu ji wot
Boha pżizpėte ſchitke te Nadé, kotreż w ſwojim Tżaſu dóſtawa jo, zo bó
bówa ƀe wſchitkimi ta naiſẇacżiſcha.

Te wot Boha dóſtate Nadé jo Maṙa jara deṙe nawożawa, po ſwojei ſwobodnei
Woli z témiſamémi hacżnanaiſwėrniſcho, hacż nanairódniſcho
ſobuſkutkuwawa, Boha naidozpowni<pb n="181"/>aber Jemand ſagen: Weil ſie
die Allerheiligſte war, deswegen iſt ſie zur Mutter Gottes erwaͤhlet
worden —; das waͤre nicht ganz recht geſprochen. Vielmehr muß man ſagen:
Deswegen, weil Gott ſelbſt die Maria ſich zur Mutter erkoren, eben
deswegen hat er Sie am meiſten geheiliget, auf den Gipfel der Heiligkeit
gefuͤhret.

Der Menſch pflegt, je nachdem die Zeiten ſich aͤndern, und verſchiedene
Umſtaͤnde einfallen, bald Das, bald Jenes zu bedenken, bald ſo, bald
anders zu beſchließen, und das Beſchloſſene zu ſeiner Zeit auszufuͤhren.
Der allwiſſende Gott ſieht Alles, von Ewigkeit zu Ewigkeit ſieht er
Alles zugleich auf einmal; in Gott iſt keine Abwechſelung, kann keine
ſeyn. Alle goͤttlichen Beſchluͤſſe ſind von Ewigkeit; was Gott heute
ausfuͤhret, das hat er ſchon von Ewigkeit her bei ſich beſchloſſen
gehabt.

Weswegen der Ap. Paul den gottſeligen Epheſern ♣c. 1. v.♠ 4 ſchrieb: Jn
Jeſu, auf Jeſu Verdienſte hat Gott uns vor Erſchaffung der Welt
erwaͤhlet, daß wir heilig und unbefleckt ſeyn ſollen. Und ſo muß man auch
ſagen: Schon vor Erſchaffung der Welt iſt Maria erwaͤhlet zur Mutter des
Gott-Menſchen, und ſind ihr von Gott zugedacht alle jene Gnaden, die ſie
zu ſeiner Zeit empfangen hat, auf daß ſie unter Allen die Heiligſte
ſeye.

Die von Gott empfangnen Gnaden hat Maria ſehr gut angewendet, nach ihrem
freien Willen mit denſelben auf das allertreueſte, auf das alleremſigſte
mitgewirket, hat Gott am vollkommen<pb n="182"/>ſche lubuwawa, Bohu
nailėṗe ſwużiwa; ha tak jo ſebi zaſwużiwa te prėṅe Mėſto za Jėzuſom wo
Ṅeƀeſach.

Japożtowei Pawowei, hacż wón ſam hiżcże ṅewėriwé téch Wėriwéch
pżeſczėhaſche, jo Jėzus ſam z Ṅeƀa dele ſo wozjewiw, joho k ſwojom
Japożtowei powowaw, ha zkmanoſcziw. Tónlei Pawow jo potém wo tei Winczé
toho Kṅeza jara ródṅe dżėwaw, ha naijacz nadżėwaw, naijacz Cżwojekow k
tei ſẇ. Wėṙe zẇed, ha tak ſebi zaſwużiw wilke Móto wo Ṅeƀeſach. Tónſamé
Pawow zjawṅe wuzna: Zbożeje Nadé ſém, żtoż ſém.

Bez bożeje Nadé Nichtoͤ ṅemóże żto dobre ſkutkuwacż. Ta prėṅa Nada toho
Pżewobrocżeṅa ha teje zbóżnoſcziweje Wėré —, ta bė jomu data bówa
ſamotṅe z bożeje Smėlnoſcże —. Dale pak, żtożkuli won Dobroh’
ſkutkuwaſche, wo wſchim jomu boża Nada do Prėdka ſtupaſche, joho
ẇedżeſche, tu joho Próczu żonuwaſche. Zo pak wón po ſwojei ſwobodnei
Woli z tej’ Nadu bożej’ ródṅe ſobuſkutkuwaſche, jenoi to bė ta joho
Zaſwużba. Tak móżeſche ha dėrƀeſche z Prawdu ṙecz: Z bożeje Nadé ſém,
żtoż ſém.

Tak teiż Maṙa, kotraż ſamotṅe z Nadé k Macżeri toho Boha-Cżwojeka
wuzwolena — te zczéwa woſebnite Nadé dóſtawa, ha z témiſamémi ródṅe
ſobuſ kutkuwawa jo, ma wuznacż: Zbożeje Nadé ſém, żtoż ſém, hako teiż
woprawdże to wuznawa jo wo tém ſwojim kwawném Khėr<pb n="183"/>ſten
geliebet, Gott am beſten gedienet; und ſo hat ſie ſich verdient die
erſte Stelle nach Jeſu im Himmel.

Dem Apoſtel Paulus, als derſelbe, ſelbſt noch unglaͤubig, die Glaͤubigen
verſolgte, iſt Jeſus ſelbſt vom Himmel herab erſchienen, hat ihn zu
ſeinem Apoſtel berufen, und dazu gefaͤhiget. Dieſer Paulus hat hernach in
dem Weinberge des Herrn ſehr fleißig gearbeitet, und am meiſten
ausgewirket, am meiſten Menſchen zu dem hl. Glauben gefuͤhret, und ſo
ſich erworben großen Lohn im Himmel. Derſelbe Paulus bekannte es
oͤffentlich 1. ♣Cor.♠ 15, 10. Aus Gottes Gnade bin ich, was ich bin.

Ohne der Gnade Gottes kann Niemand etwas Gutes wirken. Die erſte Gnade
der Bekehrung und des ſeligmachenden Glaubens —, dieſe war ihm gegeben
worden blos aus Gottes Barmherzigkeit —. Ferner aber, was immer er Gutes
wirkte, in Allem kam ihm die goͤttliche Gnade zuvor, begleitete, fuͤhrte
ihn, ſegnete ſeine Bemuͤhungen. Daß er aber nach ſeinem freien Willen mit
der Gnade Gottes emſig mitwirkte, blos dieſes war ſein Verdienſt. So
konnte und mußte er mit Recht ſagen: Aus Gottes Gnade bin ich, was ich
bin.

So auch Maria, die lediglich aus Gnade zur Mutter des Gott-Menſchen
erkoren — ganz außerordentliche Gnaden empfangen, und mit denſelben
emſig mitgewirket hat, muß bekennen: Aus Gottes Gnade bin ich, was ich
bin; wie ſie es auch wirklich bekennet hat in ihrem Dank<pb
n="184"/>luſchu z témi Swowami: Wilke Wėczé na mni jo tżiniw Tón, kiż
Schohomóczné jo; ha te joho Ṁeno jo ſẇate; hako bó ṙekwa: Ta moja
Sẇatoſcz ṅejo ze mṅe, hale z Boha.

Żtóż ſchitko nėt prajene ſebi rozmóſli, ha ze Zamſom ſlepé bócż ṅecha,
dérbi ſo doladacż, zo po khatólſkei Moßé ſchitka S. Maṙi wopokazana
Tżeſcz woprawdże dopaṅe na Boha, kiż ju tak wóſoko wuzbėnéw jo.

§. 3. Ṅewoblakuwane Podjecżo Maṙe.

Dokelż da Maṙa wo bóizkei Radże zladana bė k Macżeṙi toho Boha-Cżwojeka,
ſu Ji teiż wot Boha pżizpėte, ha w ſwojim Tżaſu date — taike zczéwa
woſebnite Nadé, kaikeż nidé żadén druhi pur luté Cżwojek dóſtaw ṅejo, ha
dóſtacż ṅebudże; z kotrémiż pak tola tu ſwoju Macż wudéƀenu mėcż czéſche
tón Schohomóczné, zo wona woprawdże bó doſtoina bówa ta Joho Macż bócż;
zo pżede wſchimi Ztwoṙeṅami woprawdże bó bówa ta nailubozniſcha pżed
bożim Woblitżom.

Ta prėṅa zczéwa woſebnita Nada jo: Maṙa jo pżed tém herbſkim Rėchom
wobwarnuwana. Tón Zpotżatk jeje Żiẇeṅa jo ṁenuwané te ṅewoblakuwane
Podjecżo. Kóiżdoho druhoho Cżwojeka Podjecżo jo woblakuwane, dokelż
kóiżdé te ſwoje Ziẇeṅo zapótżṅe woblakuwané z tém herbſkim Rėchom.

Jow ma ſo zrozemicż nicz ſamotṅe te Podjecżo cżėwnoho Pwodu, hale teſame
nam ṅeznate Wokamikṅeṅo, wo kotrémż tón Pwód Żiẇeṅo nadobódże, ha pótżṅe
Cżwojek bócż; <pb n="185"/>liede mit den Worten: Große Dinge hat an mir
gethan Der, welcher allmaͤchtig iſt, ♣Lc.♠ 1, 49. und ſein Name iſt
heilig; als ob ſie ſpraͤche: Meine Heiligkeit iſt nicht aus mir, ſondern
aus Gott.

Wer alles itzt Geſagte bedenket, und nicht vorſaͤtzlich blind ſeyn will,
muß es einſehen, daß im katholiſchen Sinne alle der hl. Maria erzeigte
Ehre wirklich zuruͤck faͤllt auf Gott, der ſie ſo hoch erhoͤhet hat.

§. 3. Unbefleckte Empfaͤngniß Mariaͤ.

Da nun Maria im goͤttlichen Rathe beſtimmt war zur Mutter des
Gott-Menſchen, ſind Jhr auch von Gott zugedacht und zu ſeiner Zeit
gegeben — ſolche ganz beſondere Gnaden, dergleichen nie ein anderer
bloßer Menſch empfangen hat, noch empfangen wird; mit denen aber doch
ſeine Mutter ausgezieret haben wollte der Allmaͤchtige, auf daß ſie
wirklich wuͤrdig waͤre ſeine Mutter zu ſeyn; auf daß ſie vor allen
Kreaturen wirklich ſeye die allerliebenswuͤrdigſte vor Gottes Angeſicht.

Die erſte ganz beſondere Gnade iſt: Maria iſt vor der Erbſuͤnde bewahret
worden. Der erſte Anfang ihres Lebens wird genant die unbefleckte
Empfaͤngniß. Eines jeden andern Menſchen Empfaͤngniß iſt befleckt, weil
Jeder ſein Leben anfaͤngt beflecket mit der Erbſuͤnde.

Hier iſt zu verſtehen nicht bloß die Empfaͤngniß der koͤrperlichen Frucht,
ſondern derſelbe uns unbekannte Augenblick, in dem die Frucht lebend
wird, und anfaͤngt ein Menſch zu ſeyn; <pb n="186"/>t. r. déż ta wot Boha
ztwoṙena Duſcha do toho Cżėwa ſtupi, ha je wożiẇecż zapótżṅe.

Kóiżda Duſcha budże dṙe wot Boha tżiſta ztwoṙena; hale kaiż ta Duſcha ſo
zjenoſczi z jeném z teje rėſchneje Swóibé Hadamoweje ponaturſkim
zplahuwaném Cżėwom, wona na ſo zcżeṅe tón Hadamowé Rėch; kotréż nėt z
ṅeje zetrėné budże z tej’ wot Jėzuſa poſtajenej’ Kcżeṅczu. Predé
Jėżuſowoh’ Pżikhada pak jo tónlei Rėch z téch Dżėcżi zetrėné bów z jeném
wonkotżném Potżinkom teje Bohwſwużownoſcże, k. Pż. zo tón Nan te ſwoje
Dżėcżo na ſwojei Ruczé wozné, tróſchku je k Ṅeƀu hoṙe pozbėné, wo tei
Wėṙe ha Nadżiji na toho ſluƀenoho Meſiaſa bożei Smėlnoſczi je porutżi.

Abrahamei jo Bóh porutżiw — kóiżde Hóltżatko tón woſémé Dżeṅ po tém
Narodże wobrėzacż — Hodżi ſo prajicż: zo wot Abrahama ſém talei
Czeremonija wo téch wobrėzanéch Hóltzatkach tón herbſki Rėch zetrėwa jo.
Hale, żtoż naſtupa Holcżki, ha teiż taike Hólcżki, kiż do woſémoh’ Dṅa
wumṙechu, jo pżi ſtarém zwoſtawo.

Żadén Rėch hinak k Wodacżu ṅejo, déżli na te Zaſwużbé toho bóizkoho
Wumóżnika —. Toholei Meſiaſa jo Bóh hiżo naſchimai prėnimai Starſchimai
ſlubiw; wo tei Wėṙe ha Nadżiji na toho ſluƀenoho Wumóżnika ſtei Hadam ha
Jėva pokucżiwoi, Wodacżo dóſtawoi, ha zbóżṅe wumṙewoi. Do toholei
Wumóżnika J. K. ma kóiżdé wotroſcżené rozomné Cżwojek ſam wėricz, na
Ṅoho tu ſwoju Dowėrnoſcz ſtajicż. Dżė<pb n="187"/>d. h. da die von Gott
erſchaffene Seele in den Leib eintritt, und ihn zu beleben anfaͤngt.

Jede Seele wird zwar von Gott rein erſchaffen; jedoch ſo wie die Seele
ſich vereiniget mit einem aus dem ſuͤndigen Geſchlecht Adams natuͤrlicher
Weiſe gezeugten Leibe, ziehet ſie an ſich die Suͤnde Adams; welche nun
aus ihr getilget wird durch die von Jeſus eingeſetzte Taufe. Vor der
Ankunft Jeſu aber iſt dieſe Suͤnde aus den Kindern getilget worden durch
eine aͤußerliche Relions-Uebung, z. B. daß der Vater ſein Kind auf ſeine
Haͤnde nahm, es ein wenig gen Himmel hinauf erhob, in dem Glauben und in
der Hoffnung auf den verheißenen Meſſias es der goͤttlichen Milde
anempfahl.

Dem Abraham hat Gott befohlen — jedes Knaͤblein den achten Tag nach der
Geburt zu beſchneiden —. Es laͤßt ſich ſagen: daß vom Abraham an, dieſe
Ceremonie in den beſchnittenen Knaͤblein die Erbſuͤnde getilget habe.
Jedoch, was betrift die Maͤdchen, und auch ſolche Knaͤblein, die vor dem
achten Tage ſtarben, iſts beim alten geblieben.

Keine Suͤnde kann anders vergeben werden, als auf die Verdienſte des
goͤttlichen Erloͤſers —. Dieſen Meſſias hat Gott ſchon unſern erſten
Eltern verheißen; im Glauben und in der Hoffnung auf dieſen verheißenen
Erloͤſer haben Adam und Eva Buße gethan, Vergebung erhalten, und ſind
ſelig geſtorben. An dieſen Erloͤſer J. Chr. ſoll jeder erwachſene
verſtaͤndige Menſch ſelbſt glauben, auf Jhn ſein Vertrauen ſetzen. Kin<pb
n="188"/>cżi pak, kiż hiżcże Rozoma nimaja, kaiż ſamotṅe z teje czuzeje
Wole toho Hadama tón herbſki Rėch na ſo zcżanu, tak móża teiż ſamotṅe z
teje czuzeje Wole ſwojich Starſchich habó druhich Wėriwéch wot toho
ſamoho Rėcha wutżiſcżene bócż.

Jėzus Kréſtus ſamlutki mėjeſche te powne Prawo wot toho herb. Rėcha
ṅenatékṅené zwoſtacż. Te joho Cżėwo ṅejo po naturſkim zplahuwane, hale z
bóizkeje Moczé zeżtawtuwane z teje Kreje jeneje ṅenaraṅeneje Kṅeżné; ha
ta joho cżwojetża Duſcha jo wo tém Wokamikṅeṅu ſwojoho Ztwoṙeṅa wo tei
Parſchóṅe Boha Séhna z tej’ bóizkej’ Naturu zjenoſcżena; Jėzus bė wėrné
Cżwojek, ha teiż wėrné Bóh, ta wėcżna Sẇatoſcz; tak żadén Próſchk
nėkaikoho Rėcha Joho ſo pżimnécż ṅemóżeſche.

Jan tón Kcżenik, kiż po Jėzuſowém Wuprajeṅu ƀez témi ſẇatémi Provetami
tón naiẇetżi jo, teiż tónlei Jan jo bow wo tém herb. Rėchu podjaté, jo z
témlei Rėchom woblakuwané woſtaw hacż do ſchėſtoho Mėſacza. Wo ſchėſtém
Mėſaczu, hacż Moṙa Jėzuſa pod ſwojei Wutroƀe noſéczé tu joho Macż
Hilzbetu wopóta —, tedém jo Jan wo macżerném Żiwocże wot toholei Rėcha
wuṙedżené, ha woſẇatoſcżené.

Maṙa purluté Cżwojek — jo ruṅa druhim Cżwojekam wot Nana ha Macżeṙe
zplahuwana; tak żanoho Prawa ṅemėjeſchė zwiṅena zwoſtacż toho, żtoż ſchė
Hadamowe Dżėcżi jenak tṙechi. Po krutei Prawdże teiż Maṙu <pb
n="189"/>der aber, die noch nicht Verſtand haben, ſo wie ſie lediglich
durch den fremden Willen des Adams die Erbſuͤnde an ſich ziehen, alſo
koͤnnen ſie auch blos durch den fremden Willen ihrer Eltern oder anderer
Glaͤubigen von derſelben Suͤnde gereiniget werden.

Jeſus Chriſtus ganz allein hatte das volle Recht von der Erbſuͤnde
unangeſteckt zu bleiben. Sein Leib iſt nicht natuͤrlicher Weiſe gezeuget,
ſondern durch Gottes Macht gebildet aus dem Blute einer unverſehrten
Jungfrau; und ſeine menſchliche Seele iſt in dem Augenblick ihrer
Erſchaffung in der Perſon des Sohnes Gottes mit der goͤttlichen Natur
vereiniget; Jeſus war wahrer Menſch, und auch wahrer Gott, die ewige
Heiligkeit; ſo konnte kein Staͤubchen einiger Suͤnde ſich an Jhn haͤngen.

Joannes der Taͤufer, der nach Jeſus Ausſpruch unter den heiligen
Propheten der groͤßte iſt, auch dieſer Joannes iſt in der Erbſuͤnde
empfangen worden; iſt mit dieſer Suͤnde beflecket geblieben bis in den
ſechſten Monat. Im ſechſten Monate, als Maria Jeſum unter ihrem Herzen
tragend deſſen Mutter Eliſabeth beſuchte —, damals iſt Joannes im
Mutter-Leibe von dieſer Suͤnde gereiniget, und geheiliget worden. ♣Lc. 1,
15 et♠ 41.

Maria ein bloßer Menſch — iſt gleich andern Menſchen vom Vater und
Mutter gezeuget; ſo hatte ſie kein Recht enthoben zu bleiben von dem,
was alle Adams Kinder gleicher Maßen trift. Nach ſtrenger Gerechtigkeit
ſollte auch Mariam <pb n="190"/>ſobu doſané te Hubenſtwo, z tém herbſkim
Rėchom natékṅena pobócż, khiba, zo czéw Bóh tón Kṅez to, k tżomuż wona
żanoho Prawa ṅeṁejeſche, ji z Nadé k Dobrocże ztżinicż, Ju ze wſchich
Cżwojekow ſamulutku wuwzacż, ha pżed tém herbſkim Rėchom wobwarnuwacż —.
Ha tak jo ſo woprawdże Bohu lubiwo; z Nadé jo Bóh Maṙu wot toho Rėcha
ṅenatékṅenu zdżerżaw.

Kaiż te Swónczo ztwoṙene jo wo tei Swėtliwoſczi; kaiż cżi Jandżelo
ztwoṙeni ſu wo Sẇatoſczi; kaiż Hadam ha Jėva ztwoṙenei ſtei wo
Ṅewinoitoſczi z bożej’ Nadu wudébenei —; tak jo teiż ta Maṙina Duſcha wo
ſwojim Ztwoṙeṅu hiżo woſẇatoſcżena bówa; ha tohodla jo ſo jeje tón
herbſki Rėch ṅepżimnéw.

Taklei tu Wėcz rozpojedża khatólſczé Wutżeṙo, ha te Podjecżo Maṙe ṁenuẇu
te jeje Ztwoṙeno. Telei Rozpojedżeṅa ta ſẇ. Czérkej za Wėré hódne
zpóznaje, ha bó wilka Króbwoſcz bówa napżecżo mudruwacż czécż.

Ṅejo dṙe ta ſẇ. Czérkej, hacż do nėtka ṅejo tu Wėcz ruṅepṙeicż
wotſudżiwa; ṅejo to déh hako wot Boha wozjeẇenu Wėrnoſcz k wėṙeṅu
prėdkpowożiwa, zo Maṙa toho herb. Rėcha żeni jo na ſebi ṅepomėwa; ha tak
to do teje ſẇateje Wėré ṅeſwuſcha.

Tola pak ſu cżi wo tém Mėſcże Trident ze wſchich Krajow zromadżeni
Biſkopoẇe wo tém Ṁeṅe teje khat. Czérkẇe zjawṅe wuznali: „zo do toho,
żtoż wot toh’ herbſkoh Récha wuſudżili ſu, ṅechadża ſobu nutzwobzank<pb
n="191"/>mit erreichen das Elend, mit der Erbſuͤnde angeſteckt zu werden,
es waͤre dann, Gott der Herr wollte das, wozu ſie kein Recht hatte, ihr
aus Gnade zu gute thun, Sie aus allen Menſchen die Einzige ausnehmen,
und vor der Erbſuͤnde bewahren —. Und alſo hat es in der That Gott
gefallen; aus Gnade hat Gott die Maria von der Suͤnde unangeſteckt
erhalten.

Wie die Sonne erſchaffen worden im Glanze; wie die Engel erſchaffen
worden in der Heiligkeit; wie Adam und Eva erſchaffen worden in der
Unſchuld mit goͤttlicher Gnade ausgezieret —; alſo iſt auch die Seele
Mariens in ihrer Erſchaffung ſchon geheiliget geweſen; und deswegen hat
die Erbſuͤnde ſie nicht beruͤhret.

Alſo erklaͤren die Sache katholiſche Lehrer, und nennen die Empfaͤngniß
Mariaͤ derſelben Erſchaffung. Dieſe Erklaͤrungen erkennet die hl. Kirche
fuͤr glaubwuͤrdig, und es waͤre große Verwegenheit darwider kluͤgeln zu
wollen.

Zwar hat die hl. Kirche bisher die Sache noch nicht gradezu entſchieden;
nie hat ſie das als eine von Gott geoffenbarte Wahrheit zu glauben
vorgelegt, daß Maria die Erbſuͤnde nie an ſich gehabt; mithin gehoͤret
dieſes nicht in den heiligen Glauben.

Gleichwohl haben die in der Stadt Trident aus allen Laͤndern verſammelten
Biſchoͤfe im Namen der kathol. Kirche ſich feierlich erklaͤrt, daß ſie in
dasjenige, was ſie von der Erbſuͤnde entſchieden haben, keineswegs wollen
mitbe<pb n="192"/>ṅenu mėcż Maṙu tu ṅewoblakuwanu Kṅeżnu ha bożu
Rodżicżerku.“

Kaiż teiż hiżo dawno pṙedé tón ſtaré czérkwinſki Wutżer Biſkop Hawżtén
piſaw jo telei Swowa: „Déż wot Rėcha Rétż jo —, ṅecham ja wot S. Maṙe
tżiſcze żanoho Praſcheṅa mėcż, toho Kṅeza Tżeſcże dla“; t. r. dokelż tak
żada ta Tżeſcz naſchoho Kṅ. Jėz. Kréſtuſa, kotrohoż Macż wona jo; hako
bó prajiw: Tón Séhn bożi J. Kr. jo mów ha czéw tu ſwoju Macż pżede
wſchim Rėchom zwarnuwacż.

Hacż Bóh tom’ huboko zapaṅenom’ Hadamei jenoho Wumóżicżeṙa luƀeſche,
porozé wón tomu Hadei taklei: Jena Żónſka budże tebi tu Wowu rozteptacż.
Mó je ſchiczé deṙe wėmó: Maṙa ṅejo nas wumóżiwa, hako purluté Cżwojek
ṅejo mówa nas wumóżicż —, hale ton Maṙiné Séhn, tón Bóh-Cżwojek J. Kr.,
Tón jo nas wuhojiw wot Jėda toho Rėcha, z kotrémż tón helſki Had tón
cżwojetżi Zplahw wobdéchnéw bė Hale te Swowa: Jena Żónſka budże tebi tu
Wowu rozteptacż, na to ſobu pokazuẇu, zo talei Żónſka, S. Maṙa, kotraż
pżez tón Pwód ſwojoho Żiwota tom’ helſkom’ Hadei tu Wowu rozteptacż
mėjeſche, wot toho joho jėdwatoh’ Wobdéchṅeṅa ṅedérbi z druhimi ſobu
wobżkodżena bócż Tohodla teiż S Maṙa na Sẇecżatach tak ſo woznaṁa, zo
delku pod jeje Nohomai jedén Had ſo wije, na kotrohoż wona tepcze.

<pb n="193"/>

griffen haben Mariam die unbefleckte Jungfrau und Gottes-Gebaͤhrerin.“
♣Session.♠ 5.

Wie auch ſchon lange vorher der alte Kirchenlehrer Biſchof Auguſtin
♣libr. de natura et gratia c.♠ 36. geſchrieben: „Wenn von der Suͤnde die
Rede iſt —, will ich von Maria ſchlechterdings gar keine Frage haben, um
des Herrn Ehre willen“ d. h. weil es ſo erheiſcht die Ehre unſers Herrn
J. Chriſtus, deſſen Mutter ſie iſt; als ob er ſpraͤche: Der Sohn Gottes
Jeſus Chriſtus konnte, und wollte ſeine Mutter vor aller Suͤnde bewahren.

Als Gott dem tief gefallenen Adam einen Erretter verhieß, drohete er der
Schlange alſo ♣Gen.♠ 3, 15. Eine Weibsperſon wird dir den Kopf
zertreten. Wir wiſſen es alle wohl, Maria hat uns nicht erloͤſet, als ein
purer Menſch hat ſie uns nicht koͤnnen erloͤſen —; ſondern Mariens Sohn,
der Gott-Menſch J. Chr., Der hat uns geheilet von dem Gift der Suͤnde,
womit die hoͤlliſche Schlange das Menſchen-Geſchlecht angehauchet hatte.
Jedoch die Worte: Eine Weibsperſon wird dir den Kopf zertreten, deuten
zugleich dahin, daß dieſe Weibsperſon, Maria, die durch die Frucht ihres
Leibes der hoͤlliſchen Schlange den Kopf zertreten ſollte, von derſelben
giftigem Hauche nicht ſolle mit den andern zugleich beſchaͤdiget werden.
Weswegen auch Maria auf Bildern ſo abgebildet wird, daß unter ihren
Fuͤßen eine Schlange ſich kruͤmmet, auf welche ſie tritt.

<pb n="194"/>

Tón ſtrówé Rozom je zpóznaje, zo tom’ bóizkom’ Wumóżnikei jacz k Tżeſczi
jo —, taiku Macż mėcż, kotraż pżede wſchim Rėchom wobwarnuwana wėcżṅe
Bohu zpodobna bówa jo, déżli taiku, kotraż bó z Rėchom womazana Bohu
wohidna pobówa, ha potém haklei wuṙedżena bówa.

Su te Jėzuſowe Zaſwużbé móczne doſcz, ze wſchich Cżwojekow ſchitke Rėchi
zetrėcż; tak ſu teiż móczne doſcz po tei nadnei Woli bożei tu ſwoju Macż
pżede wſchim Rėchom wobwarnuwacż, zo taſama zczéwa ṅewoblakuwana bówa bó
ta Joho doſtoina Macż.

Tżeſcz, Kwawa ha Dżak bódż Tebi, Séhno bożi, zo Té taiku czéle
ṅewoblakuwanu Macż ſebi pżihotuwaw ſé! Ha Té, kiż té tak ponadżena ſé,
teiż Té ſé habén tohodla doſtoina wot nas hacżnanaibóle tżeſcżena bócż.
Zradui ſo do Wėcżnoſcże na tém, zo té pżed tém herbſkim Rėchom
wobwarnuwana ſé! To cżi mó ṅezawidżimó, hai na tém ſo mó ſobuzraduẇemó.
Wuproſch nam wot twojoho Séhna, zo Wón nas, kiż mó jow naſreidża teiko
Poletżeṅow khodżimó, knaiṁeṅſchom pżed cżeżkimi Rėchami bó zwarnuwaw, ha
déż dże do Rėcha dopaṅemó, nédém nas z wėrnej’ Pokutu zas hoṙewuzbėnéw.

§. 4. Wo Maṙi jo ṅebówa ta Żaha toho Rėcha.

Ta druha zczéwa woſebnita Nada: Maṙa wo ſebi ṅemėjeſche teje Żahi toho
Rėcha, kotruż kóiżdé druhi Cżwojek wo ſebi ma.

<pb n="195"/>

Der geſunde Verſtand erkennet es, daß es dem goͤttl. Erloͤſer mehr Ehre
macht —, ſolche Mutter zu haben, welche vor aller Suͤnde bewahret
jederzeit Gott angenehm geweſen iſt, als ſolche, die einſt mit der Suͤnde
beſudelt Gott haͤßlich geweſen, und erſt nachher gereiniget worden waͤre.

Sind die Verdienſte Jeſu kraͤftig genung aus allen Menſchen alle Suͤnden
zu tilgen; ſo ſind ſie auch kraͤftig genung nach dem gnaͤdigen Willen
Gottes die eigene Mutter vor aller Suͤnde zu bewahren, damit dieſelbe
durchaus unbeflecket ſeyn moͤge eine Seiner wuͤrdige Mutter.

Ehre, Lob und Dank ſey Dir, Sohn Gottes, daß du dir eine ſolche ganz
unbefleckte Mutter vorbereitet haſt! Und Du, die du alſo begnadiget
biſt, auch Du biſt eben deswegen wuͤrdig von uns nach aller Moͤglichkeit
geehret zu werden. Freu’ dich in Ewigkeit daruͤber, daß du vor der
Erbſuͤnde bewahret worden! Das mißgoͤnnen wir dir keineswegs, ja daruͤber
erfreuen wir uns mit dir zugleich. Erbitte uns von deinem Sohn, daß Er
uns, die wir allhie in der Mitte ſo vieler uns gelegten Schlingen
wandeln, wenigſtens vor ſchweren Suͤnden bewahre, und ſo wir irgend in
die Suͤnde fallen, ſogleich uns mittelſt wahrer Buße wieder aufrichte.

§. 4. Jn Maria iſt nicht geweſen der Zunder der Suͤnde.

Die andere ganz beſondere Gnade: Maria hatte nicht in ſich den Zunder
der Suͤnde, den jeder andere Menſch in ſich hat.

<pb n="196"/>

Hadam ha Jėva ſtei ztwoṙenei wo taikei Dozpownoſczi, zo tón jeju horni
Cżwojek, ta rozomna Duſcha, pżeczé wo jaſném Mėṙe zwoſtawaſche, na
wſchich Nakhilnoſcżach powṅe kṅeżeſche. Wo nimai żana Żadoſcz ſama ſo
ṅezbėhaſche, wonei wo ſebi ṅewutżuwaſchtei żaneje Nakhilnoſcże, kotraż
bó jej k tżom’ wabiwa ha pocżahuwawa, pṙedé hacż ta rozomna Duſcha je
kazaſche. k Pż. Jimai ſo ṅechaſche żto druhe, habé żto jacz jéſcż ha
picż, déżli jenoi to ha tak ẇele, żtoż ha kaiż ẇele ta rozomna Duſcha
wotſudżeſche. Jimai haklei ſo ṅechaſche toho Mandżelſtwa powużiwacż,
khiba zo ta rozomna Duſcha bó kazawa: Nėtlei ṅech to ſo ſtaṅe k
Plahuwaṅu jenoho Cżwojeka po tei Woli toho Ztworicżeṙa. Jej’ żadén Nėw
pżekwatacż ṅemóżeſche, khiba zo ta rozomna Duſcha bó kazawa: Nėtlei ſo
nėwai, tżiṅ Rózwu —. Ha tak bė ze wſchim druhim.

Potaikim, déż wot toho zakazanoho Pwodu pojedwoi ſtei, ṅejo to ſo ſtawo
z Nahwoſcże, wonei ṅeiſtei wot teje Żadoſcże ṅewjatki pżėwzatei bówoi,
nė ſchak; z powném Dopomṅecżom, ze Zamſom, ze zweje Wole ſtei tu bożu
Zakazṅu pżeſtupiwoi ze Zadzpėcżom teje bóizkeje Majeſtoſcże —; ha
tohodla bė tón jej’ Rėch tak jara wilki.

Nédém pak hacż tón prėni Rėch ze Zamſom wobóṅſchwoi bėſchtei, nédém te
Nakhilnoſcże, kiż pṙedé wo nimai kaiż pomoṙene zmėrom leiżachu, nédém
zwotucżichu; ha mėſto toho, zo pṙedé wo nimai żana Nakhilnoſcz ſo
ṅehibaſche, pṙedé hacż bó wot teje ro

<pb n="197"/>

Adam und Eva ſind erſchaffen in ſolcher Vollkommenheit, daß ihr oberer
Menſch, die vernuͤnftige Seele, immer im hellen Frieden verblieb, uͤber
alle Neigungen vollkommen herrſchte. Jn ihnen regte ſich keine Begierde
von ſelbſt, ſie empfanden in ſich keine Neigung, die ſie zu etwas moͤchte
reizen, und heranziehen, bevor die vernuͤnftige Seele es anbefahl. z. B.
Es geluͤſtete ſie nicht etwas anderes, oder etwas mehr zu eſſen, und zu
trinken, als nur das und ſo viel, was und wie viel es die vernuͤnftige
Seele entſchied. Es geluͤſtete ſie nicht einmal des Eheſtandes zu
pflegen, es ſeye dann, daß die vernuͤnftige Seele es befaͤhle: Nun
geſchehe es zur Zeugung eines Menſchen nach dem Willen des Schoͤpfers. Es
konnte ſie kein Zorn uͤbereilen, und einnehmen, bevor die vernuͤnftige
Seele anordnete: Nun zuͤrne, zeige ſchreckenden Ernſt —. Und ſo war’s mit
allen andern.

Mithin, als ſie von der verbotenen Frucht gegeſſen, iſt das nicht
geſchehen aus Uebereilung, ſie ſind nicht von der Begierlichkeit gaͤhling
uͤberraſchet worden, keineswegs; mit voller Beſinnung, vorſaͤtzlich, aus
boͤſen Willen haben ſie das Verbot Gottes uͤbertreten mit Verachtung der
goͤttlichen Majeſtaͤt —; und deswegen war ihre Suͤnde ſo ſehr groß.

So bald ſie aber die erſte Suͤnde vorſaͤtzlich begangen hatten, ſogleich
erwachten die Neigungen, welche vorher in ihnen gleichſam getoͤdtet ruhig
lagen; und anſtatt, daß ehedem in ihnen keine Neigung ſich ruͤhrte, bevor
ſie von der ver<pb n="198"/>zomneje Duſche wowana bówa ha kazane krédwa;
nėt jena po druhei ſo hibaſche, ha, bórṅe teiż zakazuwane mėwa, tola ſo
hoṙezbėhaſche.

Nėt ſo doladaſchtei, zo ſtei nahei, ha zahaṅbuwaſchtei ſo. Pżetżo ſo
zahaṅbuwaſchtei? Ach! wonei wo ſebi wutżuwaſchtei wólne Pohibuwaṅa —.
Pṙedé, hacżruniſch nahei bówoi bėſchtai, tola ṅebėſchtai ſo haṅbuwawoi,
hai na to ſo haklei ṅedoladawoi, zo nahei ſtei, dokelż tedém jeju żane
wólne Pohibuwaṅa ṅewobėhuwachu.

Tón Rėch bó jimai na te pżichodne Zaſwużbé toho ſlubenoho Meſiaſa
wodaté; ta Rana bó zahojena, hale ta Buzna woſta —. Wonei woſtaſchtei,
ha teiż mó hako jeju Dżėcżi woſtaṅemó podcżiſṅeni ſchelakim wopatżném
Nakhilnoſcżam, kiż wo nas ƀezdżak ſo zbėhaja, tón Rozom zamrótżeja, tu
Wolu pocżahuẇu, ha tohodla ſu ṁenuwane ta Żaha toho Rėcha. Żaha zlóchka
ſo zażeli, Woheṅ porodżi; tak te zwe Nakhilnoſcże z lóchka ſo zahoṙa,
tón Rėch porodża, déż ta rozomna Duſcha kedżbna ha ródna doſcz ṅejo te
zapopaṅene Żkrėcżki zaṁatuwacż ha wuhaßuwacż.

Potaikim móżemó dṙe mó nėt k tei Zbóżnoſczi doſanécż —, hale — z
cżeżkej’ Próczu, z wobſtainém Żtrétom napżecżo tém zwém Nakhilnoſcżam; z
Horé dele ta Kara ſama bėiżi, na Horu hoṙe dérbi cżiżcżana habó cżeṅena
bócż. Ṅebė-li tón Rėch ſo ſtaw, bėchmó<pb n="199"/>nuͤnftigen Seele
gerufen und befehliget wuͤrde; regte ſich nun von ſelbſt eine nach der
andern, und, obſchon es ihr auch ernſtlich verboten wuͤrde, erhob ſie
ſich dennoch.

Nun gewahrten ſie es, daß ſie nackend ſind, und ſchaͤinten ſich. Warum
ſchaͤmten ſie ſich? Ach! ſie empfanden in ſich geile Regungen —. Vorher,
obſchon ſie nackend geweſen, hatten ſie ſich doch nicht geſchaͤmet, ja es
nicht einmal gemerket, daß ſie nackend ſind, weil damals keine geile
Regungen ſie anwandelten. ♣Gen. 2, 25 et♠ 3, 11.

Die Suͤnde wurde ihnen auf die kuͤnftigen Verdienſte des verheißenen
Meſſias verziehen; die Wunde ward geheilet, aber die Narbe blieb —. Sie
blieben, und auch wir als ihre Kinder bleiben unterworfen
unterſchiedlichen unrechten Neigungen, die ſich in uns wider unſern
Willen regen, den Verſtand umnebeln, den Willen anziehen, und deswegen
genannt werden der Zunder der Suͤnde. Zunder entzuͤndet ſich leicht,
gebaͤhrt Feuer; alſo leicht entzuͤnden ſich die boͤſen Neigungen, gebaͤhren
die Suͤnde, wenn die vernuͤnftige Seele nicht achtſam und emſig genung iſt
die aufgefangenen Funken zu erſticken und auszuloͤſchen.

Dem alſo koͤnnen wir zwar jetzt zu der Seligkeit gelangen —, jedoch — mit
ſchwerer Muͤhe, mit ausharrendem Streiten wider die boͤſen Neigungen; Verg
hinunter laͤuft die Karre ſelbſt, Berg hinauf muß ſie geſchoben oder
gezogen werden. Waͤre die Suͤnde nicht geſchehen, haͤtten <pb n="200"/>móli
k tei Zbóżnoſczi doſanécż wo Mėṙe z lóchkej’ Próczu; nėt pak dérbimó ſo
próczuwacż ha żtrétuwacż

Tejelei Próczé, toholei Żtréta bė Maṙa pżezbėṅena. Kaiż wona z tém
Hadamowém Rėchom żeni jo natékṅena ṅepobówa; tak jo teiż wo ſebi ṅemėwa
teje Żahi toho Rėcha, kotruż tónlei Rėch za ſobu cżeṅe ha po ſebi
woſtaji.

Zwonka jo dṙe S. Maṙa ẇele Pżecżiwnoſcżow ha Zpótuwaṅow pomėwa; znutzka
pak tola ta jeje Duſcha pżeczé wo jaſném Mėṙe zwoſtawaſche —. Nidé żana
wopatżna Nakhilnoſcz Ji Rozoma ṅezamrótżeſche; nidé zane wopatżne
Pożadaṅo jeje Wole ṅepocżahaſche; Ji nidé żane rėſchne Moſle
prėdkṅelezéchu. Te Stawé ha Zmóſwé jeje Cżėwa ƀe wſchoho Woperaṅa ſo
podwolachu tei Porutżnoſczi teje Duſche, kotraż do Boha zatohrṅena ha
zalubuwana, ſchitko druhe kedżbu ṅemėiſchi — jenoi za tém ladaſche, ha
to porutżeſche, żtoż zpóznawaſche, zo Bohu ſo lubi. Ha tak ta jeje
Duſcha ha te jeje Cżėwo ƀe wſchoh’ Rokocżeṅa wo ſtainém Mėṙe romadże
Bohu ſwużeſchtei.

Hordozna Vėrżcżiua toho ſẇatoho Mėra, kiż té z woſebniteje Nadé toho
znutznitoho Żtréta pżezbėṅena —, z toho tżaſnoho do toho wėcżnoho Mėra
pżeſtupiwa ſé; proſch Boha za nas, kiż mó jow z témi zwémi Nahilnoſcżami
wójuwacż ha żtrétuwacż mamó; zo Bóh ſam bó nam tón Żtrét wolożaw, nas k
Żtrétei ſélnoſcziw; zo, déż wo nas nadobówaja ſchelake zwe Nakhilnoſcże,
bóchu hiżcże jacz pżidobówawo te Wobſwėtleṅa ha Zpohnuwaṅa <pb
n="201"/>wir koͤnnen zur Seligkeit gelangen im Frieden mit leichter Muͤhe;
nun aber muͤſſen wir uns anſtrengen und ſtreiten.

Dieſer Muͤhe, dieſes Streites war Maria uͤberhoben. So wie ſie mit Adams
Suͤnde nie angeſteckt geweſen; alſo hat ſie auch in ſich nicht gehabt den
Zunder der Suͤnde, welchen dieſe Suͤnde nach ſich zieht und hinterlaͤßt.

Von außen hat zwar Maria viele Widerwaͤrtigkeiten, und Verſuchungen
gehabt; von innen aber verblieb ihre Seele immer im hellen Frieden —.
Nie hat eine unrechte Neigung ihr den Verſtand verdunkelt; nie eine
unrechte Begierde ihren Willen gelocket; keine ſuͤndigen Gedanken ſind
ihr je beigekommen. Die Glieder und Sinne ihres Leibes gehorchten ohne
aller Widerſetzlichkeit dem Befehle der Seele, die in Gott verzuckt und
verliebt, alles andere gar nicht achtend — nur nach dem ſahe, und das
anordnete, was ſie erkannte, daß es Gott gefalle. Daher kam es, daß ihre
Seele und ihr Leib ohne allem Zwiſt im beſtaͤndigen Frieden zuſammen Gott
dienten.

Herrliche Fuͤrſtin des heiligen Friedens, die du aus ſonderbarer Gnade
des innern Streites uͤberhoben —, aus dem zeitlichen in den ewigen
Frieden uͤbergegangen biſt; bitte Gott fuͤr uns, die wir allhie mit den
boͤſen Neigungen zu kaͤmpfen und zu ſtreiten haben; auf daß Gott ſelbſt
uns den Streit erleichtere, uns zum Streit kraͤftige; damit, wenn in uns
maͤchtig werden manche boͤſe Neigungen, doch noch weit maͤchtiger ſeyn
moͤgen die Erleuchtungen und Ruͤhrungen der <pb n="202"/>bożeje Nadé, z
kotṙejuż ſchė Zpótuwaṅa ſo pżedobócż hodża.

§. 5. Maṙa wo tém Dobrém powṅe zkrucżena.

Tzecża zczéwa woſebnita Nada: Bóh ſam jo Maṙu wo tém Dobrém tak
zkrucżiw, zo wona Tżas Żiẇeṅa żeni żanoho Rėcha jo ṅewobóṅſchwa, anicz
ze Skutkom, anicz ze Swowom, anicz z Pomóſleṅom, anicz ze Zaṅechaṅom;
nidé żanoho Valerka, żaṅeje Ṅedozpownoſcże, kiż bó ſo Bohu jenoi trochu
ṅelubiwa. Wo wſchitkim ſwojim Tżiṅeṅu ha Woſtajeṅu wona wėcżṅe z
Lubuſcże k Bohu wuzwoleſche to, żtoż ẇedżeſche, zo Bohu zpodobniſche jo,
woſtaiſchi toho, żtoż bó ſo Bohu ṁeṅe zpodobawo.

Zpodżiwna jo ta Mócz bożeje Nadé. To jo ha woſtaṅe jena ṅepżepótajnita
Pótainoſcz, kah Bóh ze ſwojej’ Nadu toho Cżwojeka znutzka wobſwėtlja,
zhnuha, ha tam docżeṅe, dżeiż joho mėcż cze; ha kah pżi wſchim tém
Cżwojek tu ſwoju ſwobodnu Wolu ṅezraṅenu zdżerżi, tak, zo pżeczé móże
tżinicż ha woſtajicż żtoż ha kaiż cze; ha woprawdże to ha tak tżini,
żtoż ha kaiż cze —.

Na bożei Nadże jo dṙe naijacz leiżane; pżetoż ze ſo ſamoho żadén Cżwojek
k tom’ zroſcżené ṅejo — Bohu ſo lubicż, kaiż teiż Maṙa ze ſo ſameje k
tom’ zroſcżena ṅebė. Mamó da ſchiczé Boha za joho Nadu proſecż, kaiż
teiż Maṙa wėſczi proſéwa jo.

Jo pak tola teiż trėbne te naſche Sobuſkutkuwaṅo. Bó li ta Nada boża
ſama ſcho dokoṅawa, ha tebe k tom’ Dobromu pżihnucżiwa; tak bó té żaṅeje
<pb n="203"/>goͤttlichen Gnade, mit der alle Verſuchungen ſich uͤberwinden
laſſen.

§. 5. Maria im Guten voͤllig befeſtiget.

Dritte ganz beſondere Gnade; Gott ſelbſt hat die Maria im Guten ſo
befeſtiget, daß ſie Zeit Lebens nie eine Suͤnde begangen, weder im Werke,
noch mit Worten, weder mit Gedanken, noch durch Unterlaſſung; nie den
geringſten Fehler, keine Unvollkommenheit, welche Gott auch nur ein
wenig mißfiele. In allen ihrem Thun und Laſſen waͤhlte ſie aus Liebe zu
Gott immerfort dasjenige, was ſie wußte, daß es Gott wohlgefaͤlliger iſt,
mit Hintanſetzung deſſen, was Gott minder gefallen wuͤrde.

Wunderbar iſt die Kraft goͤttlicher Gnade, Das iſt und bleibt ein
unerforſchliches Geheimniß, wie Gott durch ſeine Gnade den Menſchen von
innen erleuchtet, ruͤhret, und dahin erziehet, wo er ihn haben will; und
wie bei allem dem der Menſch ſeinen freien Willen unverletzt behaͤlt, ſo,
daß er immer kann thun und laſſen, was und wie er will; und wirklich das
und ſo thut, was und wie er will.

An der goͤttlichen Gnade iſt wohl das Meiſte gelegen; denn aus ſich
ſelbſt iſt kein Menſch dazu gewachſen — Gott zu gefallen, wie auch Maria
aus ſich ſelbſt dazu nicht gewachſen war. Wir haben demnach alle Gott um
ſeine Gnade zu bitten, wie auch Maria gewiß gebeten hat.

Iſt aber doch auch noͤthig unſere Mitwirkung. Wenn die Gnade allein Alles
vollbraͤchte, und dich zu dem Guten noͤthigte; ſo koͤnnteſt du keinen <pb
n="204"/>Zaſwużbé, żanoho Móta mėcż ṅemów. Teiż Maṙa jo ródṅe
ſobuſkutkuwawa.

Taike pżenadobne Wobſwėtleṅa ha Zhnuhaṅa teje Nadé, kaikeż Maṙa
doſtawawa jo —, taike dṙe ſebi żadén wot nas żadacż ṅeſṁe. Żadén Sẇaté
jo je ṅedóſtaw; teiż cżi ſẇacżi Japożtoẇe, potém hacż żno z tém Sẇatém
Duchom napelṅeni bėchu, ſu hiżcże tola hako Cżwojekoẇe drudé do
ṁeṅſchich Ṅedozpownoſcżow pokhibili; tak bėchu trėbni teje Pokuté,
kotrejeż Maṙa żeni jo trėbna ṅebówa, dokelż wot jeneje zczéwa
woſebniteje Nadé bożeje pżeczé roſwėtljana ha zhnuhana — kóiżdoho teiż
naiſnadniſchoho Valerka czéle ſo wupaſwa jo.

Kóiżdomu Cżwojekei Bóh wėſczi popżeje tak ẇele Nadé, zo móże ſo wupaſcz
ha zwinécż knaiṁeṅſchom taikich cżeżkich Rėchow, kiż z bożim
Pżecżelſtwom ſo ṅezṅeſu, jenoi zo wo Wutroƀe jo ha woſtaṅe te
Wotmóſleṅo: Ach Bożo, dai mi radſcho wo twojei Nadże wumṙecż, hacż do
cżeżkoh’ Rėcha dopanécż, z twojeje Nadé wupanécż!

Wot ṁeṅſchich Rėchow pak, z kotrémiż mó ſchėdṅe ſo zapróſchimó, czemó
teicż ſchėdṅe zas ſo wupróſchecż, t. r. kóizdé Ẇetżor na to, żtoż
tónſamé Dżeṅ valnéli ſmó, pżed Bohom ſo zponiżicż, Bohu wotproſécż;
dlėje ha bóle teiż wo mawéch Wėczach na ſo kedżbuwacż, ha ſo pżewiṅecż,
zo bóchmó tola z powném Dopómṅecżom żto wopatżne ſebi ṅedowolili.

<pb n="205"/>

Verdienſt, keine Belohnungen haben. Auch Maria hat emſig mitgewirket.

Solche uͤberreichlichen Erleuchtungen und Ruͤhrungen der Gnade,
dergleichen Maria empfangen hat —, darf wohl keiner aus uns begehren.
Kein Heiliger hat ſolche empfangen; auch die heiligen Apoſtel, nachdem
ſie ſchon mit dem Heiligen Geiſt erfuͤllet waren, haben gleichwohl noch
als Menſchen zuweilen in kleinere Unvollkommenheiten geſtrauchelt; ſo
waren ſie beduͤrftig der Buße, welcher Maria nie beduͤrftig geweſen, weil
ſie von einer ganz beſondern Gnade Gottes erleuchtet und geruͤhret —
jeden auch geringſten Fehler gaͤnzlich vermieden hat.

Jedem Menſchen verleihet Gott gewiß ſo viel Gnade, daß er kann ſich
erhuͤten und enthalten wenigſtens ſolcher ſchweren Suͤnden, die ſich mit
Gottes Freundſchaft nicht vertragen, ſo nur im Herzen iſt und bleibt der
Entſchluß: Ach Gott, laß mich lieber in deiner Gnade ſterben, als in
eine ſchwere Suͤnde hinabſinken, aus deiner Gnade fallen!

Von den kleinern Suͤnden aber, womit wir uns taͤglich beſtaͤuben, wollen
wir auch taͤglich uns wieder abſtaͤuben, d. h. jeden Abend uͤber das, was
wir denſelben Tag gefehlet, vor Gott uns demuͤthigen, es Gott abbitten;
je laͤnger je mehr auch in geringen Dingen auf uns ſelbſt achtſam ſeyn,
und uns ſelbſt uͤberwinden, daß wir doch nicht mit voller Beſinnung uns
etwas Unrechtes geſtatten.

<pb n="206"/>

Na tu wot ſchoho Rėcha wėcżṅe tżiſtu Maṙu duſchṅe poſuẇu te Swowa toho
Pſalma: Nabėhwki wilkeje Rėki wobẇeſeleja te Mėſto boże; Bóh wėrſchiné
jo tu ſwoju Hėtu woſẇatoſcziw; Bóh ſam jo wo Ṅei naſreidża, wona nidé
hibṅena ṅebudże; nédém rano zaje budże ji Bóh k Pomoczé.

Jėzus Kréſtus jo tón jenicżki Wumóżnik ſchitkich Cżwojekow, teiż tón
Wumóznik Maṙe, tola pak hinak jo wón tón naſch Wumóżnik, ha hinak tón
Wumóżnik ſwojeje Macżere. Naſch Wumóżnik jo wón tak, zo mó na joho
Zaſwużbé téch Rėchow Wodacżo doſtaṅemó, déż pokucżimó. Tón Wumóżnik
ſwojeje Macżeṙe jo wón tak, zo talei Wuzwolena na joho Zaſwużbé pżede
wſchim Rėchom wobwarnuwana jo.

O té woſobne Sudoẇo teje Pobożnoſcże Maṙa, kiż té wo tei Luboſczi k Bohu
pżecżé napjata, pżeczé zahoṙena — nidé pozaſtawa, nidé kußa wuſtawa habé
wuſtudwa ṅeiſé; mó, kiż mó k tom’ zroſcżeni ṅeiſmó do twojich Stowpow
ſtupacż, taike Krotżele tżinicż, hako Té tżiniwa ſé —; mó czemó tola na
te pṙedé zpómṅene Waſchṅo tón twói Pżikwad wot nazdala ſczėhuwacż. Oh!
zo bóchmó za Tobu do Ṅebes dóſchli, ha, żtoż nėt jow tei naſchei
Luboſczi ha Poboznoſczi zbrachṅe, to nėdé tam dorunane bówo!

§. 6. Maṙa na Ẇerſchk teje Sẇatoſcże wuzbėṅena.

Żtwórta naiẇetża Nada: Bóh ſam jo tu Maṙinu Duſchu wo tém prėnim
Wokamikṅeṅu jeje Ztwoṙeṅa tak pżenadobṅe woſẇatoſcziw, zo

<pb n="207"/>

Auf die von aller Suͤnde ewig reine Maria paſſen trefflich die Worte des
45. Pſalm: Des Stroms Anlauf erfreuet die Stadt Gottes; der Allerhoͤchſte
hat ſeine Huͤte geheiliget; Gott ſelbſt iſt mitten in Ihr, ſie wird nie
bewegt werden; ſogleich fruͤh morgens wird ihr Gott helfen.

Jeſus Chriſtus iſt der einzige Erloͤſer aller Menſchen, auch der Erloͤſer
Mariens; jedoch anders iſt er unſer Erloͤſer, und anders der Erloͤſer
ſeiner Mutter. Unſer Erloͤſer iſt er ſo, daß wir auf ſeine Verdienſte der
Suͤnden Vergebung erhalten, ſo wir Buße thun. Der Erloͤſer ſeiner Mutter
iſt er ſo, daß dieſe Auserwaͤhlte auf ſeine Verdienſte vor aller Suͤnde
bewahret worden.

O du vortreffliches Gefaͤß der Andacht Maria, die du in der Liebe zu Gott
immer geſpannet, immer entflammet — nie ſtill geſtanden, nie im
geringſten ermuͤdet oder erkuͤhlet biſt; wir, die wir nicht gewachſen ſeyn
in deine Fuß-Stapfen zu treten, ſolche Schritte zu machen, wie Du
gemacht haſt —; wir wollen doch auf vorher gedachte Weiſe dein Beiſpiel
von weiten nachahmen. O! daß wir moͤgen nach Dir in den Himmel gelangen,
und, was itzt hienieden unſerer Liebe und Andacht abgehet, einſt allda
vervollkommnet werde!

§. 6. Maria auf den Gipfel der Heiligkeit erhoͤhet.

Vierte allergroͤßte Gnade: Gott ſelbſt hat die Seele Mariens in dem
erſten Augenblick ihrer Erſchaffung ſo uͤberreichlich geheiliget, daß <pb
n="208"/>wona hiżo tedém pżed Bohom ṙeṅſcha, lubozniſcha bė, déżli żadén
Jandżel wo Ṅeƀeſach, tak ẇele lėpſcha, kraſniſcha pżede wſchimi
Jandżelemi, kaiż ẇele wóſche, hordozniſche Ṁeno ji pżizpėte bė —.
Jandżelo rėkaja ha ſu Swużowniczé bożi; wona pak mėjeſche rėkacż ha bócż
Macż boża.

Moyzes, wupojedaiſchi, kah Bóh tón Swėt, ha ſchitke Ztwoṙeṅa ztworiw jo,
pżiſtaji te Swowa: Bóh polada na wſchitko, żtoż ztżiniw bė; ha leicże,
ſchitko bė żawoſṅe jara dobre. To, po cżwojetżim Waſchṅu rétżecż, móże
rėkacż: Bóh mėjeſche Zpodobaṅo na téch ſwojich Ztwoṙeṅach, kaiż jedén
Miżtér Zpodobaṅo ma, déż nėżto wudżėwaw, ha to deṙe ſo radżiwo jo,

Oh! kaike da jo Bóh Zpodobaṅo mėw na tém ſwojim naikraſniſchim Ztwoṙeṅu,
na tei Marinei Duſchi, hacż taſama ztwoṙena, ha hiżo tak pżenadobṅe
woſẇatoſcżena bė! Kah ſo zẇeſeli Bóh Wótſcz taiku Dżówku mėcż! Kah ſo
zẇeſeli Bóh Séhn na tei Rjanoſczi teje ſebi pżihotuwaneje Macżeṙe! Kah
ſo zẇeſeli Bóh Sẇaté Duch na teilei ſwojei Ṅewėſcże!

Déż na to pżiṅdże rozpojeduwacż te Skutkuwaṅa bóizkeje Moczé ha
Dobrocżiwoſcże —, da jazṅe kóiżdé cżwojetżi Jazék, wotupi ha ſo zatżėmni
kóiżdé cżwojetżi Rozom. Podarmo bóch ja zpótuwaw te prajene bóle na
dróbne rozprajicż. Żtożkuli bóch prajiw, bó tola jara mawko, nimale
nitżo prajene bówo. Jow wo tei Tżmė mó haklei ṅezamóżimó taike Wėczé
duſchṅe zrozemicż. Oh zo bóchmó je nėdé w Ṅeƀeſach wo Jaſnoſczi widżeli!

<pb n="209"/>

ſie ſchon damals vor Gott ſchoͤner, liebenswuͤrdiger war, als irgend ein
Engel im Himmel, ſo viel beſſer, herrlicher vor allen Engeln, als ihr
ein viel hoͤherer, herrlicherer Name zugedacht war —. Engel heißen und
ſind Diener Gottes; ſie aber ſollte heißen und ſeyn Mutter Gottes.

Moyſes, nachdem er erzaͤhlet, wie Gott die Welt und alle Geſchoͤpfe
erſchaffen hat, ſetzt bei die Worte: Gott ſah auf Alles, was er gemacht
hatte; und ſehet, es war Alles gar ſehr gut. ♣Gen.♠ 1, 31. Das, nach
Menſchen Art zu reden, mag heißen: Gott hatte Wohlgefallen an ſeinen
Geſchoͤpfen, wie ein Meiſter Wohlgefallen hat, da er etwas verfertiget,
und ſolches wohlgerathen iſt.

O! welch ein Wohlgefallen hat Gott gehabt an ſeinem allerherrlichſten
Geſchoͤpf, an Mariens Seele, als dieſelbe erſchaffen, und ſchon ſo
uͤberreichlich geheiliget war! Wie erfreute ſich Gott Vater eine ſolche
Tochter zu haben! Wie erfreuete ſich Gott Sohn an der Schoͤnheit der ihm
bereiteten Mutter! Wie erfreuete ſich Gott Heiliger Geiſt an dieſer
ſeinen Braut!

Wenn es darauſ ankoͤmmt zu eroͤrtern die Wirkungen der goͤttlichen Macht
und Guͤte —, ſo ſtocket jede menſchliche Zunge, erſtumpfet und
verfinſtert ſich jeder menſchliche Verſtand. Vergebens wuͤrde ich’s
verſuchen das Geſagte mehr einzeln zu erklaͤren. Was immer ich ſagen
moͤchte, waͤre doch allzuwenig, beinahe nichts geſagt. Hier im Finſtern
ſind wir gar nicht im Stande ſolche Dinge gehoͤrig zu verſtehen. O daß
wir ſie einſt im Himmel in der Klarheit ſehen moͤgen!

<pb n="210"/>

To pak dérbu tola hiżcże zpómnicż: Jo ta Marina Duſcha wo tém prėnim
Wokamikṅeṅu ſwojoho Ztwoṙeṅa hiżo bóle woſẇatoſcżena bówa, déżli tón
naiwóſchi Jandżel —; kah nimo Mėré woſoko jo ta jeje Sẇatoſcz wuſtupiwa,
déż wona Tżas Z̄iẇeṅa wjeném preicż z témi dóſtatémi Nadami hacż
nanairódniſcho ſobuſkutkuwawa, ha tak wo Ṅei ta Sẇatoſcz pżeczé bóle ha
bóle jo womnohoſcżena bówa??

Bóh lubuẇe ſchitke ſwoje Ztwoṙeṅa, woſeƀe lubuẇe wón téch ſẇatéch
Jandżelow, ha ſẇatéch Cżwojekow; hale pżede wſchimi naijacz luƀuẇe Maṙu,
hai Maṙu ſamulutku jacz lubuẇe, déżli ſchitkich druhich romadże —. Mamó
da teiż mó za Bohom naijacz lubuwacż ha tżeſcżicż Maṙu —. Z̄tożkuli
Tżeſcże mó Ji wopokażemó, wone ſchak nidé ṅemoże ẇele bócż, pżeczé jo
hiżcże mawo. Mó haklei ṅezamóżimó Ju po jeje Doſtoinoſczi duſchṅe doſcz
tżeſczicż; jenoi te jenicżke ma ſo wuwzacż, zo na żane Waſchṅo ṅeſṁe
Bohu runana bócż. Ze ſo ſameje jo Maṙa runiſch tak nitżo, kaiż mó
ſchiczé ze ſo ſaméch Nitżo ſmó. Żtoż jo ha żtoż ma, to jo ha to ma z
Boha, kaiż je wona ſama wuzna: Wilke Wėczé na mni jo tżiniw Tón, kiż
ſchohomóczné jo. Podno Bohu jo Maṙa Nitżo; podno Nam jo wona ta
naiwóſcha Kṅeṅi, wot Boha tak wuzbėṅena.

§. 7. Druhe woſebnite Nadé.

Cżwojek, kaiż doho mólicżke Dżėcżo woſtaṅe, jo dṙe wėrné Cżwojek, ma
cżwojetże Cżėwo ha cżwojetżu Duſchu, nima

<pb n="211"/>

Das muß ich jedoch noch erinnern: Iſt die Seele Mariens in dem erſten
Augenblick ihrer Erſchaffung ſchon mehr geheiliget worden, als der
hoͤchſte Engel —; wie uͤber die Maaßen hoch iſt ihre Heiligkeit geſtiegen,
da ſie Zeit Lebens immerfort mit den empfangenen Gnaden auf das
alleremſigſte mitgewirket hat, und ſo in Ihr die Heiligkeit ſtets mehr
und mehr iſt vermehret worden??

Gott liebt alle ſeine Geſchoͤpſe, insbeſondere liebt er die heiligen
Engel und die heiligen Menſchen; jedoch vor Allen liebt er am meiſten
die Maria, ja die Maria ganz allein liebt er mehr, als alle andere
zuſammen —. Sollen alſo auch wir nach Gott am meiſten lieben und ehren
die Maria —. Wie viel Ehre wir Derſelben immer erweiſen, es kann nie zu
viel ſeyn, immer iſt es noch zu wenig. Wir ſind nicht einmal im Stande
Sie nach ihrer Wuͤrdigkeit wuͤrdig genug zu ehren; nur das Einzige iſt
auszunehmen, daß ſie keineswegs darf Gott gleichgeſtellet werden. Aus
ſich ſelbſt iſt Maria eben ſo Nichts, wie wir Alle aus uns ſelbſt Nichts
ſind. Was ſie iſt, und was ſie hat, das iſt ſie, das hat ſie aus Gott,
wie ſie es ſelbſt bekannte: Große Dinge hat an mir gethan, der da
maͤchtig iſt. ♣Lc.♠ 1. 49. Gegen Gott iſt Maria Nichts; gegen Uns iſt ſie
die hoͤchſte Herrin, von Gott ſo erhoͤhet.

§. 7. Andere außerordentlichen Gnaden.

Der Menſch, ſo lange er ein kleines Kind bleibt, iſt zwar ein wahrer
Menſch, hat einen menſchlichen Leib, und menſchliche Seele, hat <pb
n="212"/>pak tola hiżcże Poṁatka ha Rozoma. Wo tei Duſchi toho Dżėſcża
tón Rozom nutzi zakhowané, tak ṙecz zawité leiżi, kaiż te różowe Wopeżka
wo tém Pupku. Déż te Lėta pżibówaja, teiż tón Rozom ſo pokazuẇe ha
wotwija.

Czéle hinak bė pola toho Boha-Cżwojeka Jėzuſa Kréſtuſa. Wo témſamém
Woka-Mikṅeṅu, hacż ta cżwojetża Duſcha Jėzuſowa ztwoṙena, ha z tém joho
Cżėwom wo macżerném Żiwocże zjenoſcżena jo; (Dokelż hiżo tedém ta joho
cżwojetża Natura z tej’ bóizkej’ Naturu wo jenei bóizkei Parſchóṅe
zjenoſcżena bė) jo żno teiż wo tei cżwojetżei Duſchi Jėzuſowei bów powné
Poṁatk ha Rozom, hai ſchitka taſama Wėdomoſcz, kotruż wón po Tżaſu hako
wotroſcżené Muzki wopokazuwaw jo.

Jėzus ṅejo na Rozoṁe ha Wėdomoſczi pżibówaw kaiż druzé Cżwojekoẇe; nė
ſchak; tei cżwojetżei Duſchi Jėzuſowei jo nédém wo jeje Ztwoṙeṅu ſchitka
Wėdomoſcz z jeném dobom nutzliṅena —. Hiżo wo prėnim Wokamikṅeṅu ſwojoho
ſṁertnoho Żiẇeṅa wo macżernėm Żiwocże jo Jėzus zpotżaw ſwojoho ṅeƀ.
Wótſcza dozpowṅe lubuwacż, Jomu ſo ſamoho k Wopórei podawacż k Wumóżeṅu
toho cżwojetżoh’ Zplahwa, kaiż Jap. Pawow piſa: Na Swėt ſtupiczć ṙekné
wón: Bożo ṅeƀ. Wotze, lei ja du dopelnicż tu twoju Wolu.

Te Swónczo wo ſebi ma pżeczé jenaiku Swėtwoſcz ha Tżopwotu; tola pak
rano wo tém Zkhadżeṅu tei Zeṁi ſwojeje Swėtwoſcże ha Tżopwoté tak dobṅe
ſobuṅedżéli, hako pżipówṅu, déż wóſoko ſteji. Déż drudé Mrótżele nam
zadżėwaja toho Swóncza <pb n="213"/>aber doch noch nicht Bewußtſeyn und
Verſtand. In der Seele liegt der Verſtand innerlich verborgen, ſo zu
ſagen verwickelt, wie die Roſenblaͤtter in der Knoſpe. Da die Jahre
zunehmen, zeiget, entwickelt ſich auch der Verſtand.

Ganz anders war es bei dem Gott-Menſchen Jeſus Chriſtus. In demſelben
Augenblick, als die menſchliche Seele Jeſu erſchaffen, und mit ſeinem
Leib im Mutterleibe vereiniget worden; (weil ſchon damals ſeine
menſchliche Natur mit der goͤttlichen Natur in einer goͤttlichen Perſon
vereiniget war) iſt ſchon auch in der menſchlichen Seele Jeſu geweſen
volles Bewußtſeyn und Verſtand, ja alle dieſelbe Weisheit, die er nach
der Zeit als erwachſener Mann gezeiget hat.

Jeſus hat nicht am Verſtand und Wiſſen zugenommen, wie andere Menſchen,
nein doch; der menſchlichen. Seele Jeſu iſt gleich in ihrer Erſchaffung
alles Wiſſen auf einmal eingegoſſen —. Schon in dem erſten Augenblick
ſeines ſterblichen Lebens im Mutter-Leibe hat Jeſus angefangen ſeinen
himml. Vater vollkommen zu lieben, Ihm ſich ſelbſt zum Opſer darzubieten
zur Erloͤſung des Menſchen-Geſchlechts, wie der Ap. Paul ♣Hebr. 10, 5.
et♠ 7. ſchreibt: Als er in die Welt trat, ſagte er: Gott himml. Vater,
ſiehe ich komme zu erfuͤllen deinen Willen.

Die Sonne in ſich hat immer einerley Licht und Waͤrme; jedoch fruͤh bei’m
Aufgehen theilt ſie der Erde ihr Licht und ihre Waͤrme nicht ſo reichlich
mit, als Mittags, da ſie hoch ſtehet. Wenn manchmal Wolken uns hindern
der Sonne <pb n="214"/>Swėtwoſcz ha Tżopwotu powṅe pótnécż, te Swónczo
wo ſebi tola pżeczé jenaike zwoſtane. Ta dżėcżacza Staroba Jėzuſowa bė
ta Mrótżel, kotraż tu joho Mudroſcz Cżwojekam zapoiſcheſche; dokelż wón
wo teilei Staroƀe hiżcże ṅechaſche teje ſwojeje Mudroſcże
wozjawnoſcżecż. Kaiż pak ta Staroba pżiƀeraſche, tak wón teiż dlėje ha
bóle tu ſwoju Mudroſcz wopokazuwaſche.

Potaikim jo Jėzus zaje zapotżaw za nas cżerpecż, déż jo podwolṅe zṅes tu
Cżeżu, tu Téſchnoſcz wo macżérnem Żiwocże, kaiż wo tżmowém Jaztẇe romadu
zcżeṅené —, ha po tém Narodże do Peluchow wuzawalané ha wobẇazané —
leiżecż; kotrejeż Cżeże ha Téſchnoſcże druhe Dżėcżi ṅepótnu, dókelż
hiżcże Poṁatka nimaja.

Wot Jana Kcżenika piſa Lukaſch, zo wón wo ſchėſtém Mėſaczu wo macżerném
Żiwocże z Ẇeſowoſcże poſkotżiw jo —, tedém hacż Maṙa Jėzuſa pod ſwojei
Wutroƀe noſéczé tu joho Macż Hilzbetu poſtrowiwa jo.

Żtóż ſo zẇeſeli, z Ẇeſowoſcże poſkotżi, Tón dérbi tola tak ẇele Poṁatka
ha Rozoma mėcż, zo tu Winu ſwojoho Zẇeſeleṅa zpóznaje —.

Tohodla Piſma Rozomni za to dżerża, zo Jan wo macżerném Żiwocże, do
Tżaſa z Rozomom wobdaṙené —, toho wo Mariném Żiwocże zawṙenoho Zbóżnika
zpóznaw, ha na Nim tak ſo zraduwaw jo.

Żtoż naſtupa znutznite, k Woſẇatoſcżeṅu teje Duſche date Nadé, pwacżi
pola kh. Wutżeṙow za wėſtu Wėrnoſcz telei Wuprajeṅo: Kaikuż<pb
n="215"/>Licht und Waͤrme voͤllig zu gewahren, die Sonne in ſich bleibt
gleichwohl ſtets einerley. Das Kindes-Alter Jeſu war die Wolke, die
ſeine Weisheit den Menſchen verhaͤngte; weil er in dieſem Alter noch
nicht wollte ſeine Weisheit an Tag legen. Wie aber das Alter zunahm, ſo
gab er auch je laͤnger je mehr ſeine Weisheit von ſich.

Solchem nach hat Jeſus zeitig angefangen fuͤr uns zu leiden, da er willig
ertragen die Beſchwerde, die Bangigkeit im Mutter-Leibe wie im finſtern
Kerker zuſammen gebeugt —, und nach der Geburt in Windeln eingewickelt
und eingeſetſchet — zu liegen; welche Beſchwerde und Bangigkeit andere
Kinder nicht gewahr werden, weil ſie noch nicht das Bewußtſeyn haben.

Vom Joannes dem Taͤufer ſchreibt Lukas 1, 44. daß er im ſechſten Monat im
Mutter-Leibe vor Freude aufgeſprungen, — damals als Maria Jeſum unter
ihrem Herzen tragend — deſſen Mutter Eliſabeth begruͤßet hat.

Wer ſich erfreuet, vor Freude aufſpringt, Der muß doch ſo viel
Bewußtſeyn und Verſtand haben, daß er die Urſache ſeines Erfreuens
erkennet —.

Weswegen Schrift-Verſtaͤndige dafuͤr halten, daß Joannes, im Mutter-Leibe
vor der Zeit mit Verſtand begabet —, den im Mariens Leibe verſchloſſenen
Heiland erkannt, und uͤber Ihn ſich ſo hocherfreuet hat.

Was betrift innere, zur Heiligung der Seele geſpendeten Gnaden, gilt bei
kath. Lehrern fuͤr gewiſſe Wahrheit dieſer Spruch: Was immer <pb
n="216"/>kuli Nadu déh żadén Sẇaté wot Boha dóſtaw jo, taſama Nada jo
tei wuzwolenei Rodżicżerczé toho Boha-Cżwojeka dobniſcho data bówa.

Potaikim jo Jan wo ſchėſtém Mėſacżu z Poṁatkom ha z Rozomom wobdaṙené,
zo jo Jėzuſa zpóznacż ha tżeſczicż mów; tak jo kwėṙeṅu, zo ta Marina
Duſcha, déż hiżo wo ſwojim Ztwoṙeṅu woſẇatoſcżena jo —, zo tedém teiż do
Tżaſa jo bówa wobdaṙena z Poṁatkom ha z Rozomom, tak: zo te ſebi date
woſebnite Nadé jo zpóznawa, dżakowna Boha kwaliwa, wo Nutérnoſczi teje
Luboſcże wo Bohu ſo zraduwawa jo, ha k ſchom’ ſo podwolawa, żtoż Bóh wot
ṅeje żadacż budże.

Kaiż ſtare czérkwinſke Podawizné wobſwėtza, ſtei tei Marinei Starſchei
Ju, hacż wona tzi Lėta ſtara bė, do Jėruzalema ẇedwoi, tam Ju Bohu
wopruwawoi, t. r. k bożei Swużƀe wotedawoi, ha tam woſtajiwoi.

Béchu w Jėruzaleṁe woblizka toho Templa wėſte Khėiże, wo kotréchż
romadże zwoſtawachu Holcżki bohabojaznéch Starſchich, kiż żadachu te
ſwoje Dżówcżicżki praẇe deṙe wocżeṅene mėcż. Témlei Holcżkam bóchu k
Ẇedniczam poſtajene wobſtare Wudowé; ha piſmawutżeni Mėſchniczé teſame
wo bożim Swoẇe rozwutżachu —. Do jenoho taikoho Domu ſtei Joachim ha
Hanna tu ſwoju lubu Dżówcżicżku dawoi ha za ṅu pwacżiwoi.

<pb n="217"/>

fuͤr eine Gnade irgend je ein Heiliger von Gott empfangen hat, dieſelbe
Gnade iſt der auserwaͤhlten Gebaͤhrerin des Gott-Menſchen reichlicher
gegeben worden.

Mithin iſt Joannes im ſechſten Monate mit Bewußtſeyn und Verſtand
begabet worden, daß er Jeſum hat erkennen und ehren koͤnnen; ſo iſt wohl
zu glauben, daß die Seele Mariens, da ſie ſchon in ihrer Erſchaffung
geheiliget worden —, daß ſie damals auch vor der Zeit iſt begabet worden
mit Bewußtſeyn und Verſtand, alſo: daß ſie die ihr geſpendeten
außerordentlichen Gnaden erkannt, dankbar Gott geprieſen, im Eifer der
Liebe in Gott ſich hocherfreuet hat, und willig ſich dargeboten zu
allem, was Gott von ihr verlangen werde.

Wie alte kirchliche Ueberlieferungen bezeugen, haben Mariens Eltern Sie,
als ſie drey Jahre alt war, nach Jeruſalem gefuͤhret, allda Sie geopfert,
d. h. zum Dienſte Gottes abgegeben, und allda gelaſſen.

Es waren zu Jeruſalem in der Naͤhe des Tempels gewiſſe Haͤuſer, in denen
beiſammen blieben Maͤdchen gottesfuͤrchtiger Eltern, die da verlangten
ihre Toͤchterlein recht gut erzogen zu haben. Dieſen Maͤdchen wurden zu
Fuͤhrerinnen geſetzt betagte Wittwen; und ſchriftgelehrte Prieſtev
unterrichteten dieſelben in Gottes Worte —. In ein ſolches Haus haben
Joachim und Anna ihr liebes Toͤchterlein gegeben, und fuͤr ſie gezahlet.

<pb n="218"/>

Jene tzi Lėta ſtare Dżecżo ma dṙe ponaturſ kim hiżcże mawko Rozomcżka;
hale ta mawa Marka wot Boha roſwėtlena deṙe rozpóznawaſche, żto z ṅeju
ſo ſtawa: z Luboſcże k Bohu wona jara rada z Ẇeſowoſcżu k ſchom’ ſo
podwoleſche; Ji ſo tam nailėṗe luƀeſche. Téch ſwojich Starſchich dṙe
wona lubuwaſche —; tola pak ẇele jacz lubuwaſche Boha; ha tak ſo Ji tam
ṅeſtéſkaſche. Te lubozne Dżėcżo ruṅa Jandżelei wo wſchim tak ſo
zadżerża, kaiż taikom’ Dżeſcżu naiduſchniſcho pżiſtejeſche, bė ſchitkim
k Zpodżiwanu, k Hoṙepokubuwaṅu.

Komuż cżeżko pżindże wėricż, zo Maṙa tedém, hai hiżo pṙedé wó macżerném
Ż wocże Poṁatk ha Rozom mėwa jo; ṅech ſchak ſebi nazpómni te jeje Swowa:
Wilke Wėczé na mni jo tżiniw tón Schoh’ móczné —. Hacż da jo Bohu żto
ṅemóżne?

Jena druha wonkotżna zczéwa woſebnita Nada, kotraż S. Maṙi wot Boha jo
pżidata bówa, bė to: zo Wona, ſama ta naitżiſcziſcha Kṅeżna, teiż wo
druhich Cżwojetkach tu Wólnoſcz pomorjawa, ha zpoduſchawa jo.

Maṙa bė rjaneje Żtawtnoſcże, jara leſnoho Woblitża; ha tola nidé Nichtó
do Ṅeje ſo zaladaw, habó z mjaſnej’ Z̄adoſcżu do Ṅeje ſo zalubuwaw ṅeſo.
Teiż tón naiṅehaṅbicżiſchi wólné Ṅeſchwarnik, déż na Maṙu poladné, bó
tak kaiż zaſtróżené, ſchė ṅeſchwarne Móſ le wo nim zṗerchnéchu, ha kaiż
doho na Nju ladaſche, tak doho wo nim żana ṁaſna Żadoſcz ſo ṅehibné. To
wobſẇetza ſtari ſẇ. Wótſczoẇe ha czérkwinſczé Wutżeṙo.

<pb n="219"/>

Ein drey Jahre altes Kind hat wohl natuͤrlich noch gar wenig Verſtand;
jedoch die kleine Maria, von Gott erleuchtet, erkannte es gut, was mit
ihr geſchieht; aus Liebe zu Gott gab ſie ſich gar gern, mit Freuden gab
ſie ſich hin zu Allem; Ihr aefiel es da am beſten. Zwar liebte ſie ihre
Eltern —; doch weit mehr liebte ſie Gott; und ſo war Ihr’s da nicht
bange. Das holde Kind gleich einem Engel benahm ſich in allem ſo, wie es
einem ſolchen Kinde am beſten anſtund, war Allen zur Verwunderung, zur
Erbauung.

Wem es ſchwer ankoͤmmt zu glauben, daß Maria damals, ja ſchon vorher im
Mutter-Leibe Bewußtſeyn und Verſtand gehabt habe; der bringe ſich in
Erinnerung jene ihre Worte: Große Dinge hat an mir gethan der
Allmaͤchtige —. Iſt wohl Gott etwas unmoͤglich?

Eine andere aͤußerliche ganz beſondere Gnade, welche der hl. Maria von
Gott iſt beigelegt worden, war das: daß Sie, ſelbſt die keuſcheſte
Jungfrau, auch in andern Menſchen die Geilheit abgetoͤdtet und erſticket
hat.

Maria war ſchoͤner Geſtalt, eines gar lieblichen Angeſichts; und
gleichwohl hat doch nie Jemand in dieſelbe ſich vergaffet, oder mit
ſinnlicher Liebe in Sie ſich verliebt. Auch der unverſchaͤmteſte geile
Wuͤſtling, da er die hl. Maria anblickte, ward gleichſam erſchrecket,
alle unreine Gedanken ſchwanden in ihm; und ſo lang er Sie anſah, ſo
lang regte ſich in ihm keine fleiſchliche Begierde. Solches bezeugen
alte hl. Vaͤter und Kirchen-Lehrer. ♣S. Ambros. libr. de Instit. Virg. S.
Thom. Aq. in 3. Sent. dist. 3. q. 1. art 2. ad 4. etc.♠

<pb n="220"/>

Potaikim S. Jėzevei, kiż pėkné potſcziwé Muzki bė, jo jara lóchko bówo
ze S. Maru kṅeżṅacze Mandżelſtwo dżerżecż —. Z tżiſtej’ duchownej’
Luboſcżu ſtei wonei jara ƀe ſobu ſo lubuwawoi; hale do tejelei ſẇateje
Luboſcże jo ſo wot mjaſṅeje Luboſcże nidé nitżo n̄emėſchawo.

Hacż Abraham ze ſwojej’ Zaru Nuzé dla, dokelż ta trėbna Czėroba jom’
naval dżėſche, na Tżas do Egypſkeje cżeṅeſche —, wón jara ſo bojeſche,
ta Zara, kotraż ṙana Żónſka bė, mówa jomu wot wólnéch Egyptaṙow
wotẇedżena, wón ſam pak zkónczuwané bócż —. Hacż Jėzev z Maṙu do
Egypſkeje cżėkaſche, hacż tṙebai Joho teiż taika Bojoſcz ſcheṙeſche,
dokelż Maṙa ṙana, moda, lubozna bė?? Ohnė, wón kuſa ſo ṅebójeſche,
dokelż hiżo ſam na ſebi je zhoniw ha pżepokazané bė, zo ta Marina
Rjanoſcz żaṅeje ṁaſneje Zadoſcże ṅewubudża, ẇele jacz ju zpoduſcha ha
zahaṅa.

Lubuẇeſch té tu Tżiſtotu, ſé na woprawſke wotmóſlené po twojiw Żtancże
ju praẇe dżerżecż, poladui pėkṅe na S. Maṙu, czu ṙecz: porutżeiſo tom’
Zaſtuṗeṅu S. Maṙe, ha S. Jėzeva; tak budżeſch wot Boha dóſtacż móczne
Nadé k Pżedobówaṅu téch Zpótuwaṅow.

Hacż Moyzes tón druhi krótż na tei Hoṙe Sinai wo tén Zatohrṅeṅu ſwojoho
Ducha z Bohom

<pb n="221"/>

Demnach iſt es dem hl. Joſeph, der ein frommer tugendhafter Mann war,
gar ſehr leicht geweſen mit Maria einen jungfraͤulichen Eheſtand zu
halten —. Mit reiner geiſtlichen Liebe haben ſie ſich einander ſehr
geliebet! jedoch in dieſe heilige Liebe hat ſich von der ſinnlichen
Liebe nie das Mindeſte eingemenget.

Als Abraham mit ſeiner Sara aus Noth, weil die noͤthige Nahrung ihm
ausgegangen, auf eine Zeit nach Egypten wanderte —, fuͤrchtete er ſehr,
die Sara, welche ein ſchoͤnes Weib war, moͤchte ihm von geilen Egyptiern
entfuͤhret, er ſelbſt aber getoͤdtet worden. ♣Gen.♠ 12, 11. Als Joſeph mit
Maria ſich nach Egypten fluͤchtete, ſcheuchte ihn etwa auch eine aͤhnliche
Furcht, weil Maria ſchoͤn, jung, lieblich war?? O nein, er fuͤrchtete
nicht das Mindeſte, indem er ſchon ſelbſt an ſich es erfahren hatte, und
uͤberzeugt war, daß Mariens Schoͤnheit keine ſinnliche Begierde wecke,
ſondern vielmehr ſie erſticke und vertreibe.

Liebſt du die Keuſchheit, biſt du ernſtlich entſchloſſen nach deinem
Stande ſie recht zu halten, blicke fleißig auf die hl. Maria, will
ſagen: empfehle dich der Fuͤrſprache der hl. Maria, und des hl. Joſephs;
ſo wirſt du von Gott empfangen kraͤftige Gnaden zur Ueberwindung der
Verſuchungen.

Als Moyſes das zweyte mal auf dem Berg Sinai in der Entzuͤckung ſeines
Geiſtes mit Gott <pb n="222"/>rétżaw bė, ha zas z teje Hoṙe delepżiṅdże
k tém Izraelſ kim Dżėcżom; tedém zjoho Woblitża wonſapachu ſẇetliwo
Próṁa, ha te Izraelſke Dżėcżi ſo zbojachu. Tulei widżownu Hordoznoſcz jo
Bóh Moyzeſei pżipowożiw, zo cżi Izraelitoẇe pżed nim bóchu tżeſcziwu
Bojaznoſcz mėli, ha jomu zkeriſcho Poſuſchnoſcz wopokazuwali.

Hacż tón ſẇ. Arczmartrar Scżepan, wot ſwojich Napżecżnikow rabṅené, ha
do teje wóſokeje Radé doẇedżené, pżed témi Sudnikami ſtejeſche; tedém ſo
ſta: zo cżi tam ſeidżaczé Sudniczé, kiż na ṅoho ladachu, widżachu te
joho Woblitżo kaiż te Woblitżo jenoho Jandżela. Bóh ſam tomu joho
Woblitżu pżipowożi jenu jandżelſku Kraſnoſcz; tak dérƀachu woni, teiż
pżecżiwo ſwojei Woli dérƀachu tu joho Ṅewinoitoſcz zpóznacż.

Tak jo ſo Bohu lubiwo tomu Woblitżu teje wuzwoleneje bożeje Rodżicżerki
pżipowożicż jenu wóſchenaturſku Hordoznoſcz ha Majeſtoſcz. Żtóż na Nju
ladaſche, toho jena ſẇata Rózwa wobóndże.

Wot Dionyzia, kotrohoż Jap. Pawow wo tém Mėſcże Atheṅ k tei ſẇatei Wėṙe
doẇed ha k Biſkopei woſẇecżiw jo, wot toholei Biſkopa jo telei ſtare
Pojedaṅo: Wón jedén daloki Pucż ztżini — woladacż tu Macż Jėzuſowu,
kotraż tedém hiżcże na Zeṁi żiwa bė. Wot Jap. Jana k Ṅi doẇedżené, kaiż
na Ṅu poladné, bó z jeném dobom tak kaiż zatohrṅené, na Niu ladaiczé ze
Zpodżiwaṅom, z ṅewuṙeknitej’ Swódkoſcżu naṗelṅené —. Po <pb
n="223"/>geredet hatte, und wieder von dem Berg hinab kam zu den Kindern
Iſraels, damals ſtrahlten aus ſeinem Angeſicht ſchimmernde Strahlen
hervor, und die Kinder Iſraels wurden in Furcht geſetzt. ♣Exod.♠ 34, 29.
Dieſe ſichtbare Herrlichkeit hat Gott dem Moyſes beigelegt, damit die
Iſraeliten vor Ihm moͤchten Ehrfurcht haben, und ihm eher Gehorſam
leiſten.

Als der hl. Erzmartyrer Stephan, von ſeinen Widerſachern ergriffen, und
vor den hohen Rath gefuͤhret, vor den Richtern ſtand; da geſchah es, daß
die allda ſitzenden Richter, die ihn anſchaueten, ſein Angeſicht ſahen,
wie das Angeſicht eines Engels. ♣Act.♠ 6. 15. Gott ſelbſt legte ſeinem
Angeſicht bei eine engliſche Klarheit; ſo mußten ſie, auch wider ihren
Willen mußten ſie ſeine Unſchuld erkennen.

So hat es Gott gefallen dem Angeſicht der auserwaͤhlten Gottes-Gebaͤhrerin
beizulegen eine uͤbernatuͤrliche Herrlichkeit und Majeſtaͤt. Wer Sie anſah,
ward von einem heiligen Schauer ergriffen.

Vom Dionyſius, welchen der Ap. Paulus in der Stadt Athen zum heiligen
Glauben gefuͤhret, und zum Biſchof geweihet hat, von dieſem Biſchof iſt
folgende alte Erzaͤhlung: Er that einen gar weiten Weg — um zu ſehen die
Mutter Jeſu, welche damals noch auf Erden lebte. Vom Ap. Joannes zu Ihr
gefuͤhret, als er Sie anblickte, ward er gaͤhling gleichſam verzucket,
Dieſelbe anſchauend mit Verwunderung, mit unausſprechlicher Suͤßigkeit
erfuͤllet —. Nach der <pb n="224"/>Tżaſu wón ſam wuzna t Débėch ja, wot
Pawowa rozwutżené, wėſté ṅebów, zo jenoi lutki jeden wėrné Bóh jo —; ja
bėch tedém tulei Żónſku za jenu Bohinu dżerżaw; taika Sẇatoſcz ha
Majeſtoſcz Ji z Wotżow ladaſche.

Jena woſebnita Nada jo teiż to, zo te Marine Cżėwo, do Tżaſa
zhordoſcżene, hiżo nėt wo Ṅeƀeſach jo.

Tżaſne Hoṙa, cżėwne Khoroſcże, ta na nje ſczėhuwacza Sṁercż, ha te
Zahiṅeṅo toho Cżėwa —, to ſu Żtravé ha Sczėhwki toho Hadamowoh’ Rėcha.
Ṅebė-li Hadam zrėſchiw, bė wón ſam, ha teiż joho Potomniczé, kiż bóchu
wo tei Ṅewinoitoſczi ha Zprawnoſczi zwoſtali, bėchu żeni ṅezkhoṙeli,
ṅewumṙeli; hale kóiżde wſwojim Tżaſu bó żiwé z tejelei Zeṁe torhṅené ha
do Ṅeƀes pżeſadżené bów.

K naſchomu Wumożeṅu jo tón Séhn bożi na ſo wzaw jene ſṁertne tém
Cżerṗeṅam podcżiſṅene Cżėwo. Khoré jo dṙe Jėzus Kréſtus żeni ṅepobów; jo
pak tola na ſwojim Cżėle ẇele wucżerpew wot Zémé, wot Horczoté, wot
Poſcżeṅa wo Jėdże-ha Picża-Tradaṅu; jo ſo mucżnoho wudżėwaw, mucżnoho
wukhodżiw; jo ſebi mawko Wotpoſżnika popżaw, te Noczé wo Modleṅu
wuwachuwaw; ha na Poſledku jo wot téch Lózéſkich k Sṁercżi ſo matruwacż
daw; jo wumṙew, jo poṙebané bów; hale na tzecżi Dżeṅ jo zas żiwé
hoṙeſtanéw; jo hiżcże żtérczécżi Dnów zas ze ſwojimi Wutżownikami
wobkhadżuwaw, ha potém pżed jich Wotżimi widżowné do Ṅeƀes hoṙezpėw.

<pb n="225"/>

Zeit bekannte er ſelbſt: Waͤre ich, vom Paulus belehret, nicht gewiß
geweſen, daß nur ein einziger wahrer Gott iſt —; ich haͤtte damals dieſe
Frau fuͤr eine Goͤttin gehalten; ſo eine Heiligkeit und Majeſtaͤt ſah ihr
aus den Augen.

Eine beſondere Gnade iſt auch dieſes, daß der Leib Mariens, vor der Zeit
verherrlichet, ſchon itzt im Himmel iſt.

Zeitliche Uebel, leibliche Krankheiten, der auf ſelbe folgende Tod, und
die Verweſung des Leibes —, das ſind Strafen und Folgen der Suͤnde Adams.
Haͤtte Adam nicht geſuͤndiget, wuͤrde er ſelbſt, und auch ſeine Nachkommen,
welche in der Unſchuld und Gerechtigkeit verblieben, wuͤrden nie
erkranken, nie ſterben; ſondern jeder zu ſeiner Zeit lebend von dieſer
Erde entruͤcket, und in den Himmel uͤberſetzt worden ſeyn.

Zu unſerer Erloͤſung hat der Sohn Gottes angenommen einen ſterblichen,
den Leiden unterworfenen Leib. Krank iſt wohl Jeſus Chriſtus nie
geweſen; hat aber doch an ſeinem Leibe viel ausgeſtanden von der Kaͤlte,
von der Hitze, vom Faſten in Darbung der Nahrung und des Tranks; hat
ſich muͤde gearbeitet, muͤde gegangen; hat ſich gar wenig Ruhe geſtattet,
die Naͤchte im Gebethe durchwachet; und am Ende hat er von den Ruchloſen
ſich zum Tode martern laſſen; iſt geſtorben, begraben worden; jedoch am
dritten Tage iſt er wieder lebendig auferſtanden; hat noch vierzig Tage
wieder mit ſeinen Juͤngern Umgang gehabt, und dann iſt er vor ihren Augen
ſichtbar in den Himmel aufgefahren.

<pb n="226"/>

Maria pżed tém herbſkim Rėchom wobwarnuwana jo teiz ſobu zwarnuwana
zwoſtawa pżed taikimi Sczėhwkami toholei Rėcha, kotreż tei Duſchi na
Sẇatoſczi k Zadżėwkei ſu; to ſu te znutznite zwe Nakhilnoſcże, kotreż mó
wo ſebi pótṅemó, kotréchż pak Maṙa żeni jo wo ſebi ṅemėwa, kaiż żno
pṙedé prajene jo.

Teiż wot cżėwnéch Khoroſcżow jo zczéwa pżezbėṅena bówa, Tżas Żiẇeṅa żeni
kuſa khora ṅebówa. Druhim tżaſném Hoṙam ha Pżecżiwnoſcżam jo, kaiż Jėzus
ſam, podcżiſṅena bówa, ha z Luboſcże k Bohu ſcho podwolṅe pżėtrawa.

Déh ha kah Maṙa z toholei Swėta wuſchwa jo, wot toh’ ſtare, powṅewėſte
Wobſwėtkoſcżeṅa brachuẇu, ha tak ſo nitżo zczéwa wėſte prajicż ṅeda.

Snadṅe ſu dṙe tola cżi Jėzuſowi Wutżowniczé ha prėni Kżeſczieṅo te
Marine Zkóntżeṅo ha Pżeſtuṗeṅo wopiſali bóli; hale ta ſẇ. Czérkej jo na
tzi Sta Lėt’ doho jara pżeſcżėhana bówa, ha wo téchlei Pżeſczėhach ſu
pohanſke Wóſoknoſcże ẇele czérkwinſkich Piſmow do Woheṅa zṁetacż ha
zpalicż dali; tak jo ẇele czérkwinſkich Hiſtoriow zahuƀene.

Ze ſẇ. Scżeṅa, ha z téch hiżcże zbótnéch ſtaréch Wopiſmów ſu kh. Wutżeṙo
tolei wurachnuwali: Maṙa jo pjatnacże Lėt’ ſtara Jėzuſa porodżiwa; woſém
ha żtérczécżi Lėt’ ſtara jo pod Jėzuſowém Kżiżom ſtawa; po Jėzuſowém
Do-Ṅeƀes-Zpėcżu jo hiżcże, kaiż nėkotzi rachnuẇu, pjatnacże; habó, kaiż
druzé rachnuẇu, żtéri

<pb n="227"/>

Maria vor der Erbſuͤnde bewahret iſt auch zugleich bewahret geblieben vor
ſolchen Folgen dieſer Suͤnde, welche der Seele an der Heiligkeit zum
Hinderniß ſind; das ſind die innern boͤſen Neigungen, die wir in uns
gewahren, die aber Maria nie in ſich gehabt hat, wie ſchon vorher geſagt
worden.

Auch von koͤrperlichen Krankheiten iſt Sie gaͤnzlich uͤberhoben geweſen,
iſt Zeit Lebens nie im geringſten krank geworden. Andern zeitlichen
Plagen und Widerwaͤrtigkeiten iſt ſie, wie Jeſus ſelbſt, unterworſen
geweſen, und hat aus Liebe zu Gott Alles willig uͤberſtanden.

Wenn und wie Maria aus dieſer Welt abgegangen, davon mangeln alte,
voͤllig gewiſſe Zeugniſſe, und ſo laͤßt ſich nichts ganz Gewiſſes ſagen.

Wohl moͤgen doch die Juͤnger Jeſu und die erſten Chriſten das Ende und den
Hintritt Mariens beſchrieben haben; allein die hl. Kirche iſt auf die
drey hundert Jahre lang ſehr verfolget worden; und in dieſen
Verfolgungen haben heidniſche Obrigkeiten viele kirchliche Schriften ins
Feuer werfen und verbrennen laſſen; ſo ſind viele alte Kirchen-Hiſtorien
verloren gegangen.

Aus dem hl. Evangelio, und aus den noch uͤbrigen alten Schriften haben k.
Lehrer folgendes ausgerechnet: Maria hat funfzehn Jahre alt Jeſum
gebohren; acht und vierzig Jahre alt iſt ſie unter dem Kreutz Jeſu
geſtanden; nach Chriſti Himmelfahrt iſt ſie noch, wie einige rechnen,
funfzehn; oder wie andere rechnen, vier <pb n="228"/>ha dwaczécżi Lėt’
na Zeṁi zwoſtawa, k Tróżtei tém Jėzuſowém Wutżownikam ha prėnim
Kżeſczianam; ha tak jo doſanéwa —, po tém prėnim Wurachnuwaṅu, te tzi ha
ſchėſcz dżeſate, po tém druhim Wurachnuwaṅu, te dwė ha ſédém dżeſate
Lėto.

Tón ſẇ. czérkwinfki Wótſcz Epivanius, kiż jo te ſwoje Knije piſaw wo
żtwórtei Stoterṅi, ha woko toh’ Lėta 370 Biſkop bów wo tém Mėſcże
Salamina na tei Inzli Czypri, tónlei deṙe wutżené ſẇ. Biſkop pójeda: zo
wo joho Tżaſu nėkotzi Bwudṅe - Wėriwi, rėkani Kollyridianaṙo S. Maṙu ſu
dżerżeli za Bohinu, ha wuṗe bledżili: Maṙa jo bóizkeje Naturé; tak jo
ṅemówa wumṙecż.

To pak Epivanius ſam zpóznaje za Kheczarſtwo, kotrohoż ta kh. Czérkej ſo
żadwawi ha je tama. Pżetoż ta khat. Czérkej jo wėcżṅe wėriwa ha wuznawa:
zo dṙe jo Maṙa z ṅewuṙeknitémi Nadami wot Boha wobdaṙena ha wudéƀena
bówa; zo pak tola ṅejo żana Bohina, żaneje bóizkeje, hale pur
cżwojetżeje Naturé ruṅa druhim Cżwojekam.

Tónſamé ſẇ. Biſkop dale pżiſtaji telei Swowa: Ja pak tola ſo ṅezważu wot
Woteṅdżeṅa S. Maṙenėżto za wėſte wuprajicż; ja ṅepraju, zo jo ṅeſṁertna
zwoſtawa; teiż ṅepraju, zo wumṙewa jo.

Z téchlei poſleṅſchich Swowow toholei ſtaroho Biſkopa ſo pokaże, zo
tedém wo żtwórtei Sto<pb n="229"/>und zwanzig Jahre auf Erden geblieben,
zum Troſt den Juͤngern Jeſu und den erſten Chriſten; und ſo hat Sie
erreicht —, nach der erſten Ausrechnung, das drey und ſechzigſte, nach
der andern Ausrechnung das zwey und ſiebzigſte Jahr.

Der hl. Kirchen-Vater Epiphanius, der ſeine Buͤcher geſchrieben im
vierten Jahrhunderte, und um das Jahr 370 Biſchof geweſen in der Stadt
Salamina auf der Inſel Cypern, dieſer gelehrte hl. Biſchof erzaͤhlet: daß
zu ſeiner Zeit einige Irrglaͤubige, genannt Kollyridianer die hl. Maria
fuͤr eine Goͤttin gehalten, und albern gelabert: Maria iſt goͤttlicher
Natur; alſo hat ſie nicht koͤnnen ſterben.

Das erkennt aber Epiphanius ſelbſt fuͤr eine Ketzerey, welche die k.
Kirche verabſcheuet und verdammet. Denn die kath. Kirche hat es immer
geglaubet und bekennet: daß zwar Maria mit unausſprechlichen Gnaden von
Gott begabet und ausgezieret worden; daß Sie aber doch keine Goͤttin,
keiner goͤttlichen, ſondern blos menſchlicher Natur ſey gleich anderen
Menſchen.

Derſelbe hl. Biſchof ſetzt ferner hinzu dieſe Worte: Ich wage es aber
doch nicht, von dem Hinſcheiden Mariens etwas fuͤr gewiß auszuſprechen;
ich ſage nicht, daß ſie unſterblich verblieben; auch ſage ich nicht, daß
ſie geſtorben. ♣S. Epiphanius in Panar. haeresi 78 et 79 citatus a
Baronio in notis ad Martyrol. Rom. die 15. Aug.♠

Aus dieſen letztern Worten dieſes alten Biſchofs zeigt ſichs, daß damals
im vierten Jahr<pb n="230"/>térṅi Praẇewėriwi Kżeſczieṅo wot toho
Wukhada S. Maṙe ſu wóſoke Móſle mėli, tón jeje Wukhad ſcho ẇele hinak
ſebi prėdkpoſtajeli, hacż tón Wukhad habó te Wumṙecżo druhich Cżwojekow.

Nėkotzi ſu za to dżerżeli, zo Maṙa ṅejo wumṙewa, hale żiwa ze Swėta
torhṅena ha do Ṅeƀes pżeſadżena bówa. Druzé pak ſu mėnili, zo dṙe tola
woprawdże wumṙewa jo; hale zo te jeje Cżėwo wo krótkim zas wożiwiwo, z
tej’ Duſchu zjenoſcżene, wohordoſcżene ſobu do Ṅeƀes hoṙewzate jo.

Po naturſkim kóiżdei Duſchi cżeżko pżiṅdże, te ſwoje Cżėwo wopużcżicż,
kaiż Jap. Pawow wo tém Ṁeṅe téch wėriwéch Zprawnéch rétżi: Wo tei Hėcże
naſchoh’ Cżėwa mó ſtonamó ha pozdéchuẇemó, dokelż mó ṅechali wuſlėtżeni,
hale czéli hoṙenawobletżeni bócż, zo te Sṁertne bó zpóżṙene bówo wot
toh’ Żiẇena; hako bó prajiw: Te naſche huƀene ſṁertne Cżėwo, kaikeż nėt
jo —, Te dṙe ſo tei Duſchi ṅelubi, wona żada lėpſchu Hozpodu; tola pak
ṅechawa z toholei Cżėwa wuſlėtżena —, ha potém w ſwojim Tżaſu zas do
jenoho wokraſṅenoho Cżėwa wobletżena bócż —; hale czéwa, débó móżno
bówo, czéwa radſcho wo tém ſwojim Cżėle zwoſtacż, tak, zo telei Cżėwo,
ƀeztoh’ zo pṙedé wumṙewo bó, zmolom bó pżekraſṅene, z tej’ ṅeſṁertnej’
Hordoznoſcżu hoṙenawobletżene bówo. Tak bė Hadamei ſo ſtawo, dé bė
ṅezrėſchiw.

Po naturſkim jo teiż tei Marinei Duſchi cżeżko pżiſchwo — te ſwoje Cżėwo
wopużcżicż —. Teiż <pb n="231"/>hundert rechtglaͤubige Chriſten von dem
Hingange der hl. Maria hohe Gedanken gehabt, ihren Hingang gar weit
anders ſich vorgeſtellt, als den Hingang oder das Sterben anderer
Menſchen.

Einige haben dafuͤr gehalten, daß Maria gar nicht geſtorben, ſondern
lebendig aus der Welt entruͤcket, und in den Himmel uͤberſetzt worden.
Andere haben gemeint, daß ſie zwar doch wirklich geſtorben —; allein daß
ihr Leib in Kurzem wieder aufgelebet, mit der Seele vereiniget,
verherrlichet zugleich in den Himmel aufgenommen worden.

Natuͤrlich koͤmmt es jeder Seele hart an, ihren Leib zu verlaſſen, wie der
Ap. Paulus im Namen der glaͤubigen Gerechten redet 2. ♣Cor.♠ 5, 4. In der
Huͤtte unſeres Leibes aͤchzen und ſeufzen wir, indem wir wollten nicht
entkleidet, ſondern druͤber gekleidet werden, damit das Sterbliche
verſchlungen werde von dem Leben; als ob er ſagte: Unſer elende
ſterbliche Leib, ſo wie er dermalen iſt —, Dieſer mißfaͤllt wohl der
Seele, ſie verlangt eine beſſere Wohnung; jedoch wollte ſie nicht aus
dieſem Leibe ausgezogen, und dann zu ſeiner Zeit wieder in einen
verklaͤrten Leib eingekleidet werden —; ſondern wollte, ſo es moͤglich
waͤre, wollte lieber in dieſem ihren Leibe verbleiben, ſo, daß dieſer
Leib, ohne vorher zu ſterben, ſogleich verklaͤret und mit der
unſterblichen Herrlichkeit uͤberbekleidet werde. So wuͤrde es dem Adam
geſchehen ſeyn, wenn er nicht geſuͤndiget haͤtte.

Natuͤrlich iſt es auch der Seele Mariens hart angekommen — ihren Leib zu
verlaſſen —. Auch <pb n="232"/>rozomném Kżeſczianam tṙebai do Moͤſlow
pżiṅdże: Dokelż ta cżėwna Sṁercż Żtrava toho Hadamowoh Rėcha jo, ha Maṙa
pżed témlei Rėchom jo wobwarnuwana zwoſtawa —; tak dṙe jo wona
ṅewumṙewa, hale zmolom zhordoſcżena do Ṅeƀes hoṙewzata.

Hale dokelż ſchitkim Cżwojekam poſtajene jo, jedénmól wumṙecż, ha tón
Bóh-Cżwojek Jėzus Kréſtus ſam jo wumṙecż czéw; ſmó nimale moczuwani
prajicż: Teiż Maṙa jo wumṙewa. Ha Tomu, żtoż ji ponaturſkim cżeżko
pżiṅdże, jo wona po Jėzuſowém Pżikwadże z Luboſcże k Bohu rada ſo
podcżiſnéwa.

Tola pak teiż pżed Sṁercżu jo kußa khora ṅebówa, żaneje Boloſcże, żanoho
Stéſka ṅecżerpewa —; pżetoż wona bė te Swoje dawno pṙedé ſcho wucżerpewa
pod tém Jėzuſowém Kżiżom ſtejiczé, hacż téch Boloſcżow Ṁetż tu jeje
Wutrobu pżekawaſche. Nėt pak wona wo Radoſcżi plowaſche; pżeczé bóle ha
bóle wo nej ſo zapóṙeſche ta Luboſcz k Bohu, ha ta Żadoſcz k Jėzuſei
woteṅcż; ta Pżenadobnoſcz tejelei Luboſcże ha Żadoſcże ji tón Déch
zalehné; wona ſwódſczé wuſné; ta jeje Duſcha k Bohu wotlecża; te jeje
Cżėwo pak jo, kaiż pola Żidow tedém Waſchṅo bė, do jenoho kaṁeṅtoho Rowa
powożene bówo.

Tón ſẇ. Sczenik Matthej piſa: zo po Kréſtuſowém Hoṙeſtacżu ẇele Cżėwow
téch Sẇatéch ſu hoṙeſtanéwo, ha ẇele Cżwojekam ſo wopokazawo —. Hodżi ſo
wėricż, zo cżilei tedém hoṙezeſtawani Sẇacżi potém, déż Jėzus widżowṅe
pżed Wotżimi ſwojich <pb n="233"/>verſtaͤndigen Chriſten mags wohl in
Sinn kommen: Weil der leibliche Tod Strafe der Suͤnde Adams iſt, und
Maria vor dieſer Suͤnde bewahret geblieben —; ſo iſt Sie wohl gar nicht
geſtorben, ſondern ſogleich verherrlichet in den Himmel aufgenommen
worden.

Jedoch, da allen Menſchen feſt geſetzt iſt, einmal zu ſterben, ♣Hebr.♠
9, 27. und der Gott-Menſch Jeſus Chriſtus ſelbſt hat ſterben wollen;
ſind wir beinahe genoͤthiget zu ſagen: Auch Maria iſt geſtorben. Und Dem,
was ihr natuͤrlich hart ankam, hat Sie nach dem Beiſpiel Jeſu aus Liebe
zu Gott ſich gern unterworfen.

Aber auch vor dem Tode iſt ſie nicht im mindeſten krank geweſen, hat
keine Schmerzen, keine Angſt gelitten —; denn Sie hatte das Ihrige lange
vorher alles uͤberſtanden unter dem Kreutz Jeſu ſtehend, als das Schwert
der Schmerzen ihr Herz durchbohrte. Nun aber ſchwebte ſie in Freuden;
immer mehr und mehr entflammte ſich in ihr die Liebe zu Gott, und das
Verlangen zum Jeſus hinzugehen; das Uebermaß dieſer Liebe und dieſes
Verlangens verſetzte ihr den Athem; ſie entſchlief ſanft; ihre Seele
floh ab zu Gott; ihr Leib aber iſt, wie bei Juden damals der Gebrauch
war, in ein ſteinernes Grab gelegt worden.

Der hl. Evangeliſt Matthaͤus 27, 53. ſchreibt: Daß nach Chriſti
Auferſtehung viele Leiber der Heiligen auferſtanden, und vielen Menſchen
erſchienen ſind —. Es laͤßt ſich glauben, daß dieſe damals auferſtandenen
Heiligen hernach, als Jeſus ſichtbar vor den Augen ſeiner <pb
n="234"/>Wutżownikow do Ṅeƀes zpėw jo, Joho ṅewidżowṅe pżewodżeli ſu, ha
teiż ze ſwojimi Cżėwami do Ṅeƀes hoṙewzacżi; kaiż po tém zromadném
Sudżeṅu ſchitke hoṙezeſtawane Cżėwa téch Zbóżnéch z tej’ Duſchu ſobu do
Ṅeƀes hoṙewzate budża.

Praẇewėriwém Kżeſczianam jo tak ṙecz do Wutrobó nutz zażcżėpena ta Mós,
zo S. Maṙa z Cżėwom ha z Duſchu wo Ṅeƀeſach jo —. Pżed jacz hacż tawzént
Lėtami ſu kżeſczianſczé Wutżeṙo te Wumṙecżo Maṙe ṁenuwali jene Wuſṅeṅo,
jene Pżeṅdżeṅo; (♣dormitionem, transitum♠) hako bó jenoi kwilku póſpawa,
wo krótkim zas wotucżiwa, ha do Ṅeƀes pżeſchwa.

Wot Jėzuſa Kréſtuſa jo Kral David do Tżaſa piſaw: Té o Bożo, ṅebudżeſch
dopużcżicż zo tón twoi Sẇaté bó te Hiṅeṅo woladaw; teiz te moje Ṁaſo
wotpotzuẇe wo Nadżiji. Te do Rowa powożene Cżewo Jėzuſowo ṅejo zapotżawo
hinécż jo teiż żaneje tajkeje ſṁertneje Wóṅe wot ſo ṅedawawo, hako druhe
Cżėwa wot ſo dawaja; dokelż na tzecżi Dżeṅ zas woż wicż ha hoṙeſtanécż
dérbeſche.

Żtoż wot Jėzuſowoh’ Mjaſa prajene jo, hodżi ſo ſobu zrozemicż wot
Marinoh’ Mjaſa, dokelż te Jėzuſowo Mjaſo jo z toho Marinoh’ Mjaſa; Jėzus
ha Maṙa matei tak ṙecz jene Mjaſo. Rozomné Kżeſczian ſo hrahuẇe to ſebi
jenoi pomóſlicż, zo teſamo Mjaſo, kotreż toho Séhna bożoho żiwiwo jo,
dérƀawo tém Tżerikam k Czéroƀe podate bócż.

<pb n="235"/>

Juͤnger in den Himmel aufgefahren, Ihn unſichtbar begleitet haben, und
auch mit ihren Leibern in den Himmel aufgenommen worden; ſo wie nach dem
allgemeinen Gericht alle erſtandene Leiber der Seligen ſamt der Seele
werden in den Himmel aufgenommen werden.

Rechtglaͤubigen Chriſten iſt ſo zu ſagen ins Herz eingepfropfet der Sinn,
daß die hl. Maria mit Leib und Seele im Himmel iſt —. Vor mehr als
tauſend Jahren haben chriſtliche Lehrer das Sterben Mariens genennet ein
Einſchlafen, einen Uebergang, ♣dormitionem, transitum;♠ als ob Sie nur
ein wenig geſchlafen haͤtte, im Kurzen wieder erwacht, und in den Himmel
uͤbergegangen waͤre.

Von Jeſus Chriſtus hat Koͤnig David voraus geſchrieben ♣Ps. 15 Act.♠ 2.
Duo Gott, wirſt es nicht zulaſſen, daß dein Heiliger die Verweſung ſehe;
auch mein Fleiſch ruhet in der Hoffnung. Der ins Grab gelegte Leib Jeſu
hat nicht angefangen zu verweſen, hat auch keinen ſolchen Todtengeruch
von ſich gegeben, dergleichen andere Leichen von ſich geben; weil er am
dritten Tag wieder aufleben, und aufſtehen ſollte.

Was von dem Fleiſche Jeſu geſagt iſt, laͤßt ſich zugleich verſtehen von
dem Fleiſche Mariens, weil das Fleiſch Jeſu von dem Fleiſche Mariens
iſt; Jeſus und Maria haben ſo zu ſagen ein Fleiſch. Ein verſtaͤndiger
Chriſt ſcheuet ſich — das auch nur zu denken, daß daſſelbe Fleiſch,
welches den Sohn Gottes ernaͤhret hat, ſollte den Wuͤrmern zur Nahrung
preisgegeben werden.

<pb n="236"/>

Khatólſczé Wutżeṙo ha ſchiczé rozomni Kżeſczieṅo maja to za wėſte, zo te
Marine Cżėwo wo krótkim zas wożiwiwo, z tej’ Duſchu zas zjenoſcżene ha
zhordoſcżene ſobu do Ṅeƀes hoṙewzate jo.

Su teiż ſtare Pójedaṅa, zo, déż po nėkotrém Tżaſu tón Mariné Rów jo
wotewṙené bów, tam nitżo jo namakane ṅebówo, déżli te Rubé, do kotréchż
pṙedé te jeje Cżėwo jo wuzawalane bówo.

Wot S. Pėtéra, Pawowa, ha ẇele druhich Sẇatéch ſo khowaja ha pokazuẇu
Powoſtaṅcżki habé Kóſ ki wot jich Cżėwow; hale nidé Nikomu na Móſle
pżiſchwo ṅejo — z tém ſo wonkwaſcz, zo wot Marinoh’ Cżewa bó dże żto
namakane bówo. Samotṅe wot jeje Draſté, woſeƀe wot jeje Wodżecżkow jo za
ſtarſkim jow ha tam Wobṙezk pokazuwané bów.

Tón hoṙeſtaṅené Jėzus jo na żtérczécżi Dnów doho tém ſwojim Wutżownikam
ſo widżownoho wopokazuwaw, z nimi ſo rozrétżuwaw, z nimi jėd ha piw; ha
potém jo pżed jich Wotżimi do Ṅeƀes zpėw —. Tak bóchu woni wo tei Wėṙe
do Njoho doſcz zakrucżeni. Te Hoṙeſtacżo ha do Ṅeƀes Hoṙewzacżo Maṙepak
jo ſo ſtawo zkradżu, ṅewidżowṅe; wone k Wobkrucżeṅu teje kż. Wėré tṙeba
ṅebė, zo zjawṅe, widżowṅe ſo ſtawo bó.

Hacż, déh, ha kah te Marine Cżėwo zas wożiwiwo, ha do Ṅeƀes hoṙewzate jo
—, to do teje ſẇ. Wėré ṅepada. Ta kh. Czérkej jo wot toh’ nitżo
ṅewotſudżiwa ha

<pb n="237"/>

Katholiſche Lehrer und alle verſtaͤndige Chriſten halten das fuͤr gewiß,
daß Mariens Leib im Kurzen wieder aufgelebet, mit der Seele wieder
vereiniget, und verherrlichet zugleich in den Himmel aufgenommen worden.

Es ſind auch alte Erzaͤhlungen, daß, als nach einiger Zeit Mariens Grab
eroͤffnet worden, allda nichts gefunden worden, als die Tuͤcher, in
welchen ehedem ihr Leib iſt eingewickelt geweſen.

Vom hl. Petrus, Paulus, und vielen andern Heiligen werden aufbewahret
und gezeiget Reliquien oder Beinlein von ihren Leibern; allein nie iſt
Jemanden in Sinn gekommen, das auch nur vorzugeben, daß von dem Leibe
Mariens irgend wo etwas waͤre gefunden worden. Blos von Kleidung, ins
beſondere von ihren Schleiern iſt nor Alters da und dort ein
abgeſchnittenes Stuͤckchen vorgezeigt worden.

Der erſtandene Jeſus hat auf die vierzig Tage lang ſeinen Juͤngern ſich
ſichtbar gezeiget, hat mit ihnen ſich beſprochen, mit ihnen gegeſſen und
getrunken, und dann iſt er vor ihren Augen in den Himmel aufgefahren —.
So wurden ſie in dem Glauben an Ihn voͤllig befeſtiget. Die Auferſtehung,
und Aufnahme in den Himmel der Maria aber iſt geſchehen heimlich,
unſichtbar; es war zur Befeſtigung des chriſtl. Glaubens nicht noͤthig,
daß ſolches oͤffentlich ſichtbar geſchaͤhe.

Ob, wann, und wie der Leib Mariens wieder aufgelebet, und in den Himmel
aufgenommen worden, das faͤllt nicht in den hl. Glauben. Die k. Kirche
hat hievon nichts entſchieden und <pb n="238"/>ṅewuprajiwa. Bó-li Nėchtó
ṅechaw to wėricż, Tón ṅebó zrėſchiw pżecżiwo tei ſẇ. Wėṙe, bó pak tola
zrėſchiw z tej’ hordej’ Wóſokomóſnoſcżu, zo ſebi zda ßam mudriſchi bócż,
déżli ſchiczė druzé, kotréchż Rozpojedżeṅa ta ſẇ. Czérkej za rozomne ha
Wėré hódne zpóznaje.

Z̄toż nėkotżi derėzmóſleni kh. Wutżeṙo wot Wumṙecża, Poṙeba, Hoṙeſtacża,
ha do Ṅeƀes Hoṙewzacża S. Maṙe, tém Ṅewutżeném k Hoṙepokubuwaṅu po dohim
wopiſali ſu —; to ſchak ṅejo poprawdże Hiſtoria, ṅejo Pojedaṅo
widżownéch Stawiznow, hale jo jenoi jene widżowne Woznaṁeṅeṅo pobożnéch
Móſlow, jene Pokazaṅo, żto ha kah ſebi jedén kżeſczianſki Cżwojek wot
teje Sẇatoſcże ha Hordoznoſcże S. Maṙe móſlicż ma. Tola pak, kaiżkuli
wilku ſebi mó tu Marinu Hordoznoſcz móſlimó, wona jo ſchak tola ẇele
ẇetża, tak wilka, zo mó nėt ṅezamóżimó wo naſchich Móſlach duſchṅe doſcz
tuſamu ſebi prėdkpoſtajicż —. Bóh dai, zo ju ṅėdé w Ṅeƀeſach woladamó!

§. 8. Maṙa pżeczé Kṅeżna.

W ſtarém Zakoṅu bė ta Wóſokoważnoſcz toho Kṅeżniſtwa hiżcże ṅezpóznata.
Tedém hiżcże ṅebė w Waſchṅu tu kṅeżṅaczu Tżiſtotu Bohu lubicż.
Zwoſebnitoho Nutzdawaṅa S. Ducha jo Maṙa ſama pżi ſebi Bohu tón Slub
ztżiniwa — tżas Żiẇeṅa Kṅeżna zwoſtacż; z toho jo Bohu jara ſo lubiwa,
kaiż wo cżérkwinſkich Pacżeṙach ſo zpėẇe: Té ſama lutka <pb
n="239"/>ausgeſprochen. Moͤchte Jemand nicht wollen das glauben, Der
wuͤrde nicht ſuͤndigen wider den hl. Glauben: wuͤrde aber doch wohl
ſuͤndigen durch ſtolzen Hochmuth, daß er ſich duͤnkt allein kluͤger zu
ſeyn, als alle andere, deren Erklaͤrungen die hl. Kirche fuͤr vernuͤnftig
und glaubwuͤrdig anerkennet.

Was einige gutgeſinnte k. Lehrer vom Sterben, Begraͤbniß, von der
Auferſtehung, und Aufnahme im Himmel der hl. Maria, den Ungelehrten zur
Erbauung der Laͤnge nach beſchrieben haben —; Das iſt doch eigentlich
keine Hiſtorie, keine Erzaͤhlung ſichtbarer Ereigniſſe, ſondern iſt nur
eine ſichtbare Schilderung frommer Gedanken, eine Weiſung, was und wie
ſich ein chriſtlicher Menſch von der Heiligkeit und Herrlichkeit Mariens
zu denken hat. Gleichwohl, wie immer groß wir uns die Herrlichkeit
Mariens denken, ſie iſt denn doch weit groͤßer, ſo groß, daß wir itzt es
nicht vermoͤgen in unſern Gedanken dieſelbe uns gehoͤrig vorzuſtellen —.
Gott gebe es, daß wir ſie einſt im Himmel ſehen!

§. 8. Maria allzeit Jungfrau.

Im alten Bunde war der hohe Werth der Jungfrauſchaft noch unbekannt.
Damals war es noch nicht im Brauche, die jungfraͤuliche Keuſchheit Gott
zu geloben. Aus beſonderer Eingebung des H Geiſtes hat Maria bei ſich
Gott das Geluͤbd gethan — Zeit Lebens Jungfrau zu bleiben; dadurch hat
ſie Gott ſehr gefallen, wie in Kirchen-Gebethen gebethet wird: Du ganz
allein, <pb n="240"/>żanoho Pżikwada pżed ſobu ṅemėwſchi, ſé ſo lubiwa
naſchom’ Kṅezei rrc,

S. Maṙa jo w Jėruzaleṁe wo tei ſamei Khėiżi, do kotṙejez ju jeje
Starſchei tzi Lėta ſtaru wotedawoi bėſchtei, jo tam zwoſtawa hacż do
żtérnatoho Lėta. Snadṅe jo ƀeztém jeje Nan Joachim wumṙew. Hale Bóh tón
ṅeƀ. Nan jo Ju deṙe zaſtaraw. Zo te jeje dobre Ṁeno pżed Ludżimi bó żto
ṅecżerpewo, ha wona wo tżaſnéch Pótrėbnoſcżach jenoho Zaſtaracżeṙa mėwa:
jo je Bóh tak zeſchikuwaw, zo Cżi, kiż za ṅu ſo ſtaracż mėjachu, Ju tomu
zprawnomu Jėzevei k Mandżelſkei wotréchtuwali ſu. Jėzevei jo wona tón
ſwói ṁeltżaczé Slub wozjewiwa, ha Bóh ſam jo Jėzevei tu Wutrobu tak
nawrócżaw, zo wón jo zpokojom bów, Ji wo Dżerżeṅu toho Sluba ṅezadżėwaw.

Tón wot Maṙe Bohu ztżiṅené Slub kṅeżṅaczeje Tżiſtoté zjawṅe ſo pokaże z
téch Swowow, kotreż wona ṙekné tomu Jandżelei, kiż Ji Séhna
wopojeduwaſche: Kah ma to ſo ſtacż, dokelż ja Muża ṅezpóznaju? Hako bó
ſo wopraſchawa: Kah mam ja ſo zadżerżecż? Lubi ſo tón mói Slub Bohu? Mam
jón dale dżerżecż? Habé porutża ſtraiż Bóh tón Kṅez hinak?

Bó-li jenei modei Ṅewėſcże, kotraż ze ſwojim Nawożeṅu hiżo po Sluƀe jo,
ha Móſle ma tżeſnoho Mandżelſtwa w ſwojim Tżaſu wużiwacż, bó-li taikei
Żtó modoh’ Séhna provecżiw, hacż da bó wona ſo praſchawa, kah to ſo
ſtacż ma?? <pb n="241"/>ohne ein Beiſpiel vor ſich zu haben, haſt
wohlgefallen unſerm Herrn rrc. ♣Sola sine exemplo placuisti Domino
nostro etc.♠

Maria iſt zu Jeruſalem in demſelben Hauſe, in welches ihre Eltern Sie
dreyjaͤhrig abgegeben hatten, iſt allda verblieben bis in das vierzehnte
Jahr. Wahrſcheinlich iſt inzwiſchen ihr Vater Joachim geſtorben. Aber
Gott der himl. Vater hat ſie wohl verſorgt. Damit ihr guter Name vor
Menſchen nichts litte, und Sie in zeitlichen Beduͤrfniſſen einen
Verſorger haͤtte, hat es Gott ſo gefuͤget, daß diejenigen, welche fuͤr ſie
zu ſorgen hatten, Sie dem gerechten Joſeph zur Ehegattin beſtimmt haben.
Dem Joſeph hat ſie ihr geheimes Geluͤbde geoffenbart; und Gott ſelbſt hat
des Joſephs Herz ſo gelenket, daß er zufrieden geweſen, Sie in Haltung
des Geluͤbdes nicht gehindert.

Das von Maria Gott gethanene Geluͤbde jungfraͤulicher Keuſchheit zeigt
ſich deutlich aus den Worten, welche ſie ſagte zu dem Engel, der Jhr
einen Sohn ankuͤndigte: Wie ſoll das geſchehen, indem ich keinen Mann
erkenne? Als ob ſie fragte: Wie hab’ ich mich zu verhalten? Gefaͤllt Gott
mein Geluͤbde? Soll ich es ferner halten? Oder befiehlt etwa Gott der
Herr anders?

Wenn einer jungen Braut, die mit ihrem Braͤutigam ſchon Verlobung
gehalten, und im Sinne hat, des ehrbaren Eheſtandes zu ſeiner Zeit zu
pflegen, wenn einer ſolchen Jemand einen jungen Sohn prophezeihte, wuͤrde
ſie wohl fragen, wie das geſchehen ſollte??

<pb n="242"/>

Tón Jandżel wotmoji: Tón Duch Sẇaté budże do Teƀe pżiṅcż, ha ta Mócz
toho Ṅaiwóſchoho budże cże wobſczėnicż—. Te tzi bóizke Parſchóné ſu
romadże jedén Bóh, maja romadże jenu ha tuſamu bóizku Mócz. Schitko,
żtoż Bóh zwonka ſo ſkutkuẇe, ſchitko ſchė tzi Parſchóné romadże
ſkutkuẇu. Budża pak tola wo ſẇ. Piſṁe te Skutki teje Luboſcże ha
Dobrocżiwoſcże woſeƀe pżiſamotnoſcżene tei tzecżei Parſchóṅe, tom’ S.
Duchei. Tón Duch Sẇaté budże do teƀe pżiṅcż, rėka: Bóh ſam budże wo tebi
jedén wóſchenaturſki Dżiw ſkutkuwacż, zo té hako ṅenaraṅena Kṅeżna
podjecż budżeſch.

Ta Mócz toho Naiwóſchoho budże cże wobſczėnicż. Sczėn khiluẇe ha
potżėmṅa. Dżeiż Sczėn pada, w Kwódku jo khilne, ha potżėmṅene. Zbóizkoho
Skutkuwaṅa jo Maṙa Jėzuſa podjawa wo khilném Kwódku, t. r. ƀewſchoho
Zarėcża teje Naturé, ƀe wſchoho mjaſnoho Zhibaṅa, ƀe wſchoho Wutżujeṅa.
Ha jo joho teiż podjawa wo Tżmitoſczi, t. r. jo nitżo ṅewidżawa, nitżo
ṅepótnéwa, potaikim ſama ṅeẇedżawa, kah podjawa jo. Bóh ṅeda Cżwojekam
do ſwojich Pótainoſcżow ladacż; teiż Maṙa jo wot teje Pótainoſcże toho
Wocżwojetżeṅa bożoho Séhna nitżo ṅewidżawa, hale ju na boże Swowo
wėriwa.

Tak jo Maṙa Jėzuſa podjawa hako ṅenaraṅena Kṅeżna; jo pak joho teiż
porodżiwa hako ṅepoſwaƀena Kṅeżna.

<pb n="243"/>

Der Engel antwortete: Der Heilige Geiſt wird uͤber dich kommen, und die
Kraft des Allerhoͤchſten wird dich uͤberſchatten —. Die drey goͤttlichen
Perſonen ſind zuſammen ein Gott, haben zuſammen eine und dieſelbe
goͤttliche Kraft. Alles, was Gott außer ſich wirket, alles wirken alle
drey Perſonen mit einander. Es werden aber doch in der hl. Schrift die
Werke der Liebe und Guͤte insbeſondere zugeeignet der dritten Perſon, dem
Heiligen Geiſt. Der Heilige Geiſt wird uͤber dich kommen, heißt: Gott
ſelbſt wird in dir ein uͤbernatuͤrliches Wunder wirken, daß du als
unverſehrte Jungfrau empfangen wirſt.

Die Kraft des Allerhoͤchſten wird dich uͤberſchatten. Schatten kuͤhlet, und
verdunkelt. Wo der Schatten hinfaͤllt, im Schatten iſt es kuͤhle und
dunkel. Auf Gottes Wirken hat Maria Jeſum empfangen im kuͤhlen Schatten,
d. h. ohne aller Aufwallung der Natur, ohne allem ſinnlichen Wahrnehmen,
ohne aller Empfindung. Und hat ihn auch empfangen in Dunkelheit, d. h.
hat nichts geſehen, nichts gewahret, mithin es ſelbſt nicht gewußt, wie
ſie empfangen hat. Gott laͤßt die Menſchen nicht in ſeine Geheimniſſe
ſchauen; auch Maria hat von dem Geheimniß der Menſchwerdung des Sohnes
Gottes nichts geſehen, ſondern es auf Gottes Wort geglaubet.

Alſo hat Maria Jeſum empfangen als unverſehrte Jungfrau; hat ihn aber
auch geboren als ungeſchwaͤchte Jungfrau.

<pb n="244"/>

Bóh ſam jo tei naſchei ſchėch Macżeri wotſudżiw: Wo Boloſczi budżeſch te
twoje Dżėcżi porodżecż. Tak hiżcże ſo ſtawa; te Macżeṙe wo tei
Pwódnoſczi cżerpja Khoroitoſcże ha Cżeże, ha porodżeja wo Boloſczi,
nėkotre wo ſnadnei Boloſczi, nėkotre wo wilkei Boloſczi, nėkotre teiż wo
taikich Boloſcżach, zo ṅewutraja, na Porodże wumru.

Maṙa jo wo Pwódnoſczi te naiṁeṅſche ṅecżerpewa, ha jo porodżiwa wo
ṅewuṙeknitei Radoſczi. Wo tei Bethlehemſkei Dżėṙe, hacż ji dóṅdże ta
Żtunda toho Poroda, zpotża wona k Bohu ſo modlicż; zwoſtaṅſchi wo
Modleṅu, ha wo poƀożném Rozpominaṅu teje naiſẇacżiſcheje Pótainoſcże —
jo ſwodſczé zadrėmnéwa, ha woṅeƀeſkei Swódkoſczi plowaiczé, wo ſwojim
Duchu zatorhṅena zwoſtawa —. Ha déż po Kwili tak kaiż zwotucżiwſchi zas
k ſebi pżiṅdże, widżeſche te boże Dżėcżatko pżed ſobu na Zeṁi leiżacze;
wona je zbėné, do Ṗeluchow wuzawala, ha do toho Żwoƀa powożi.

Tak jara z krótkim tón ſẇ. Sczenik tola ẇele wupraji; pżetoż porodżacze
Macżeṙe ſu woſwaƀene, ṅemóczne; tohodla druhe Żoné te Dżėcżo ladaja ha
zaſtaraja. Maṙa powṅe vréſchna — jo ſcho ſama tżiniwa, żaṅeje Pomoczé
ṅetṙebawa.

Z kaikej’ Luboſcżu wona ſcho to tżiniwa, z kaikej’ Tżeſcziwoſcżu toho na
Swėt pżiṅdżaczoh’ bóizkoho Wumóżnika witawa, k tom’ bożom’ Dżėcżatku ſo
modliwa, ha żto tedém ta jeje Wutroba wu-

<pb n="245"/>

Gott ſelbſt hat unſer aller erſten Mutter das Urtheil geſprochen: Jn
Schmerzen wirſt du deine Kinder gebaͤhren. ♣Gen.♠ 3, 16. So geſchieht es
noch; die Muͤtter in der Schwangerſchaft leiden Kraͤnklichkeiten und
Beſchwerden, und gebaͤhren in Schmerzen, einige in geringen Schmerzen,
einige in g roßen Schmerzen, einige auch in ſolchen Schmerzen, daß ſie’s
nicht aushalten, an der Geburt ſterben.

Maria hat in der Schwangerſchaft nicht das Mindeſte gelitten, und hat
geboren in unausſprechlicher Wonne. Jn der Bethlehemitiſchen Hoͤhle, als
ihr nahete die Stunde der Geburt, fieng ſie an zu Gott zu bethen;
verharrend im Gebeth, und in andaͤchtiger Betrachtung des heiligſten
Geheimniſſes — iſt ſie ſanft eingeſchlummert, und in himmliſcher
Suͤßigkeit ſchwebend — in ihrem Geiſte verzuͤcket verblieben —. Und als
ſie nach einer Weile gleichſam erwachend wieder zu ſich kam, ſah ſie das
goͤttliche Kind vor ſich auf der Erde liegen, hob es auf, wickelte es in
Windlein, und legte es in die Krippe. ♣Lc.♠ 2, 6.

Mit gar ſo kurzen Worten ſagt der hl. Evangeliſt gleichwohl viel; denn
gebaͤhrende Muͤtter ſind geſchwaͤcht, entkraͤftet; daher andere Weiber das
Kind pflegen, und beſorgen. Maria voͤllig friſch — hat alles ſelbſt
gethan, keiner Hilfe noͤthig gehabt.

Mit welcher Liebe ſie alles das gethan, mit welcher Ehrerbietung den in
die Welt kommenden goͤttlichen Erloͤſer bewillkommet, das goͤttliche Kind
angebethet, und was damals ihr Herz em<pb n="246"/>tżuwawa jo —; żtó mów
to ze Swowami wuprajicż, habó jenoi duſchṅe doſcz ſebi móſlicż??

Maṙa ſama jo je ṅepótnéwa, ha ṅeẇedżawa, déh ha kah Jėzus z jeje Żiwota
wuſchow jo; teiż Wona ṅemóżeſche te bóizke Skutkuwaṅa widżecż ha
ẇedżecż; ṅebė pak teiż tak cżipna, zo bó żadawa teſame widżecż ha
ẇėdżecż.

Jėzus Kréſtus jo wuſchow z toho Rowa, kiż z tém wilkim Kaṁeṅom zatékané
ha zazéhéluwané bė —; ha potém haklei, déż Jėzus hiżo khėtru Kwilu z
toho Rowa won bė —, jo jedén Jandżel tón Kaṁeṅ wotwaliw, zo te joho
Hoṙeſtacżo bó wozjawnoſcżene bówo.

Wón jo teiż k ſwojim Wutżownikam dói Stwu ſtupiw pżez zawṙene Duṙe, tak,
zo te Duṙe ṅeiſu powotewṙene, hale zankṅene zwoſtawo.

Runiſch tak jo wuſchow z toho Żiwota ſwojeje Macżeṙe, ƀeztoh’ zo tón
jeje Żiwot bó ſo powotewriw. Ha to jo wuprajene wot téch Swowach
„ṅepoſwaƀena Macżer.“

Kah to ſo tżiniwo jo —, zatém ſo dopótuwacż — bó podarmo bówo, hai to bó
rėſchna Cżipnoſcz bówa. Mó ſchiczé dérbimó, kóiżdé tón ſwói Rozomcżk
Bohu k Noham powożicż, na boże Swowo wėricż, to ẇedżiwſchi, zo Bohu
nitżo ṅemóżne ṅejo, zo tola wėſczi Bóh tón Kṅez ſcho ẇele jacz móże
dokoṅecż, hacż mó wopżijecż móżemó.

Ta ſẇ. kh. Czérkej wėri ha wuznawa: Maṙa pżeczé Kṅeżna; Kṅeżna pṙedé
Poroda; <pb n="247"/>pfunden hat —; wer koͤnnte das mit Worten
ausſprechen, oder nur wuͤrdig genung ſich’s denken??

Maria ſelbſt hat es nicht gewahret, und nicht gewußt, wann und wie Jeſus
aus ihrem Leibe herausgegangen; auch Sie konnte nicht die goͤttlichen
Wirkungen ſehen und wiſſen; war aber auch nicht ſo vorwitzig, daß ſie es
verlangt haͤtte, dieſelben zu ſehen, und zu wiſſen.

Jeſus Chriſtus iſt gegangen aus dem Grabe, welches mit dem großen Steine
verſchloſſen, und verſiegelt war —; und erſt nachher, als Jeſus ſchon
eine gute Weile aus dem Grabe heraus war —, hat ein Engel den Stein
abgewaͤlzt, damit ſeine Auferſtehung kund wuͤrde. ♣Mt.♠ 28.

Er iſt auch zu ſeinen Juͤngern in das Zimmer eingetreten durch
verſchloſſene Thuͤre, ſo daß die Thuͤre nicht im geringſten geoͤffnet
worden, verſchloſſen geblieben. ♣Joa.♠ 20, 29.

Eben ſo iſt er hervorgegangen aus dem Leibe ſeiner Mutter, ohne daß ihr
Leib je waͤre geoͤffnet worden. Und das wird ausgedruͤckt mit den Worten
„ungeſchwaͤchte Mutter.“

Wie das zugegangen —, dem — nachgruͤbeln — waͤre vergebens, ja das waͤre
ſuͤndlicher Vorwitz. Wir alle muͤſſen, ein jeder ſeine enge Vernunft, Gott
zu Fuͤßen legen, auf Gottes Wort glauben, indem wir ja wiſſen, daß Gott
nichts unmoͤglich iſt, daß doch gewiß Gott der Herr gar weit mehr
bewerkſtelligen kann, als wir begreifen koͤnnen.

Die hl. k. Kirche glaubt und bekennet: Maria allezeit Jungfrau; Jungfrau
vor der Geburt; <pb n="248"/>Kṅeżna wo tém Porodże; Kṅeżna po tém
Porodże. To ſwuſcha do teje ſẇ. Wėré.

Wo czérkwinſkich Pacżeṙach ſo praji: Po tém Porodże ſé ṅenaraṅena Kṅeżna
zwoſtawa. To ma tak ſo zrozemicż, zo Maṙa teiż potém dale kṅeżṅacze
Mandżelſtwo dżerżawa jo, ha zo Jėzev jeje żeni jo ſo ṅedótknéw; k tżomż
jo dale żanoh’ Dżiwa tṙeba ṅebówo, ha kóiżdé pėkné Kżeſczian je rad
wėri.

Pżetoż, jara zważniwé, ṅehaṅbité bė Jėzev bócż dérƀaw, bė-li wón,
potémhacż Maṙa toho Séhna bożoho hiżo porodżiwa bė, hiżcże tola ſo
zkróbliw Ju woſwabecż cźécż; ha tżiſcże ṅerozomné, nimó Méré ṅetżeſané,
lózé dérƀaw bócż Tón, kiż to wot toho zprawnoho ſẇatoho Jėzeva ſebi
móſlicż czéw.

Su pak tola pṙedé nėdé nėkotzi Kheczaṙo leſtéruwali, zo Maṙa potém wot
Jėzeva jacz Dżėcżi porodżiwa jo; ha telei ſwoje Leſtéruwaṅo ſu pozpótali
zawadżecż z tém, zo tón ſẇ. Scz. Jan wot Jėzuſowéch Bratrow rétżi, ha
piſa: Teiż cżi joho Bratzja do Njoho ṅewėṙachu. Téch Lózéch ta jich
Lózoſcz wupéch, ſ lepéch tżiṅi. Kiż pak jenoi nėżto do ſẇ. Piſma ſo
wuſtoja, deṙe ẇedża, zo tedém po żidowſkim Waſchṅu bliżiſchi
Kṙeje-Pżecżelo bóchu ƀeſobu Bratzja, Sotré rėkani. Po taikim Cżi,
kotréchż S. Jan Jėzuſowéch Bratrow ṁenuẇe, ſu bóli joho Wujoẇe z toho
Pżecżelſtwa Maṙe ha Jėzeva.

<pb n="249"/>

Jungfrau in der Geburt; Jungfrau nach der Geburt. Das gehoͤrt in den hl.
Glauben.

In kirchlichen Gebethen wird gefagt: Nach der Geburt biſt du unverſehrte
Jungfrau geblieben. Das iſt ſo zu verſtehen, daß Maria auch ferner hin
einen jungfraͤulichen Eheſtand gehalten, und daß Joſeph Sie nie beruͤhret
hat; wozu weiter kein Wunder noͤthig geweſen; und jeder fromme Chriſt
glaubt es gern.

Denn ſehr frech und unverſchaͤmt muͤßte Joſeph geweſen ſeyn, wenn er,
nachdem Maria den Sohn Gottes ſchon geboren hatte, doch noch ſich
erkuͤhnet haͤtte, Sie ſchwaͤchen zu wollen, und ganz ohne Verſtand, uͤber
die Maaßen grob, boshaft muͤßte ſeyn Derjenige, der das von dem gerechten
heiligen Joſeph denken wollte.

Gleichwohl haben ehedem einige Ketzer gelaͤſtert, daß Maria hernach vom
Joſeph mehrere Kinder geboren; und dieſe ihre Laͤſterung haben ſie
verſucht zu bemaͤnteln dadurch, daß der hl. Ev. Joannes von Jeſu Bruͤdern
redet, und ſchreibt: Auch ſeine Bruͤder glaubten nicht an Jhn ♣c. 7. v.♠
6. Die Boͤſen macht ihre Bosheit dumm und blind. Die aber nur etwas auf
die hl. Schrift ſich verſtehen, wiſſen es wohl, daß damals nach
juͤdiſcher Sitte die naͤhern Blutsverwandten unter einander Bruͤder und
Schweſtern genannt wurden. Mithin, Jene, welche der hl. Joannes Bruͤder
Jeſu nennt, ſind geweſen ſeine Vettern aus der Verwandſchaft Mariens und
Joſephs.

<pb n="250"/>

§. 9. Kah Maṙa k naſchom’ Wumóżeṅu ſobuſkutkuwawa jo.

Bóh jo tón powné ṅeẇazané Kṅez na wſchitkich ſwojich Ztwoṙeṅach; z
kójżdém móże tżinicż, żtoż cze; ṅetṙeba na to tżakacż, hacż teiż te
Ztwoṙeṅo ſame do toh’ zwoli.

Dokelż pak Bóh ſchitko nicz jenoi móczṅe, hale teiż lubozṅe tżini; déż
wón Maṙu ſebi zladaw bė k Macżeri toho Meſiaſa, póſwa wón k ni Jandżela
Gabriela, zo bó ji to wopojedżew. Ha potémhacż wona ze ſwojeje
ſwobodṅeje Wole do toh’ zwoli, ha wo Poniżnoſczi ṙekné: Ja ſém
Swużownicza toho Kṅeza, ſtaṅ ſo mi po twojim Swoẇe, nédém bó Jėzus wo
jeje kṅeżṅaczém Żiwocże podjaté, wo témſamém Wokamikṅeṅu bó tón Séhn
bożi wocżwojetżené; Maṙa potża bócż wėrna Macż toho wėrnoho Boha.

Z tém, zo Maṙa ze ſwojeje ſwobodneje Wole do toh’ zwoliwa jo — podjecż,
porodżicż, hoṙecżanécż Tohoſamoho, kotréż tón cżwojetżi Zplahw wumóżicż
mėjeſche —; z tém jo woṅa hako ſwėrna Swużownicza boża k naſchom’
Wumóżeṅu ſobuſkutkuwawa, tak ſobuſkutkuwawa, kaiż żane druhe Ztwoṙeṅo
ſobuſkutkuwacż ṅemóżeſche.

Po tém Waſchṅu ſt. Z. jo Maṙa tón żtérczété Dżeṅ po tém Porodże Jėzuſa
wo tém Templu hoṙe wopruwawa, tak, kaiż tedém ſchė prėṅerodżene
Izraelſke Hóltżatka wopruwane bóchu.

Tomulei wonkotżnom’, widżownomu Wopruwaṅu bė ztowarſchene dwoje
znutznite, ṅewi-

<pb n="251"/>

§. 9. Wie Maria zu unſerer Erloͤſung mitgewirket hat.

Gott iſt der volle unumſchraͤnkte Herr uͤber alle ſeine Geſchoͤpfe; mit
einem jeden kann er thun, was er will; braucht nicht darauf zu harren,
bis auch das Geſchoͤpf ſelbſt darein williget.

Weil aber Gott alles nicht nur maͤchtig, ſondern auch lieblich thut
♣Sap.♠ 8, 1. da er die Maria ſich erkieſen hatte zur Mutter des Meſſias,
ſchickte er zu ihr den Engel Gabriel, daß er ihr ſolches ankuͤndigte. Und
nachdem ſie aus ihrem freien Willen darein willigte, und in Demuth
ſagte: Ich bin eine Dienſtmagd des Herrn, es geſchehe mir nach deinem
Worte; ſogleich ward Jeſus in ihrem jungfraͤulichen Leibe empfangen; im
ſelben Augenblick ward der Sohn Gottes Menſch; Maria fieng an zu ſeyn
wahre Mutter des wahren Gottes.

Dadurch, daß Maria aus ihrem freien Willen darein gewilliget hat — zu
empfangen, zu gebaͤhren, aufzuziehen Denjenigen, der das menſchliche
Geſchlecht erloͤſen ſollte —; dadurch hat ſie als treue Dienerin Gottes
zu unſerer Erloͤſung mitgewirket, alſo mitgewirket, wie kein anderes
Geſchoͤpf mitwirken konnte.

Nach der Sitte des a. B. hat Maria den vierzigſten Tag nach der Geburt
Jeſum in dem Tempel aufgeopfert, ſo, wie damals alle erſtgebornen
Iſraelitiſchen Knaben geopfert wurden.

Dieſer aͤußern, ſichtbaren Opferung war verknuͤpfet eine zweyfache innere,
unſicht<pb n="252"/>dżowne Wopruwoṅo. Jene jo tżiniw Jėzus ſam; te druhe
jo tżiniwa Maṙa joho Macż.

Jėzus po tém Cżėle hiżcże ṅemóczne Dżėcżo, hale po tém Duchu hiżo powné
Muż — jo ſam ſo wopruwaw, tom’ ṅeƀ. Wótſczei jo ſo k Wopórei podawaw za
wſchitkich Cżwojekam; hiżo tedém jo ſo podwolaw k ſchomu Tomu, żtoż po
tei zprawnei ſẇatei Woli bożei w ſwojim Tżaſu k naſchomu Wumóżeṅu
cżerpecż dérbeſche.

Ha tak jo teiż Maṙa hako Macż Jėzuſa wopruwawa wo teilei Moßé: Ṅeƀ.
Wotze, lei tónlei mói Séhn jo te Jeṅo boże, kotreż ma zetrėcż toho Swėta
Rėchi —. Jara, jara ja Joho lubuẇu; jara, jara zlė mi tżini, jara, jara
cżeżko mi pżiṅdże Johok ſṁertném Matram podacż —; hale ta twoja zprawna
ſẇata Wola ṅech ſo ſtaṅe na témlei mojim Dżėſcżu, ha teiż na mni! Tebi
ja Joho wopruẇu k Wumóżeṅu toho cżwojetżoh’ Zplahwa, ha z Nim ſoſamu
ſobu wopruẇu.

Débó Nėchtó powṅe rozpóznaw tu Wilkoſcz ha Wótroſcz teje Luboſcże, z
kotṙejuż Maṙa Jėzuſa lubuwaſche, Tón bó je teiż zrozemiw, kah nimo Mėré
wilku Boloſcz ha Cżeżu Ju telei Wopruwaṅo khoſchtuwawo jo. Tak jo Maṙa
hako ſwėrna Swużownicza boża k naſchom’ Wumóżeṅu ſobuſkutkuwawa, kaiż
Nichtó druhi ſobuſkutkuwacż ṅemóżeſche.

Débó jenei cżėſchaczei Macżeri wot Boha wozjeẇene bówo: Telei twoje lubo
Dżėcżo budże w ſwojim Tżaſu pżed twojimi Wotżimi k Sṁercżi matruwane —;
żto bó ta macżerna Wutroba <pb n="253"/>bare Opferung. Die eine hat
gethan Jeſus ſelbſt; die andere hat gethan Maria ſeine Mutter.

Jeſus dem Leibe nach noch ein ohnmaͤchtiges Kind, aber dem Geiſte nach
ſchon voller Mann — hat ſich ſelbſt geopfert, dem himl. Vater hat er
ſich zum Opfer dargegeben fuͤr alle Menſchen; ſchon damals hat er ſich
bereitwillig hingegeben zu allem Dem, was er nach dem gerechten heiligen
Willen Gottes zu ſeiner Zeit zu unſerer Erloͤſung leiden ſollte.

Und ſo hat auch Maria als Mutter Jeſum geopfert in dieſer Geſinnung:
Himml. Vater, ſieh, dieſer mein Sohn iſt das Lamm Gottes, welches tilgen
ſoll der Welt Suͤnden —. Sehr, ſehr liebe ich Jhn; ſehr, ſehr wehe thut
es mir, ſehr, ſehr ſchwer koͤmmt es mir an Jhn zu den Todes-Martern
hinzugeben —; jedoch dein gerechter heiliger Wille geſchehe an dieſem
meinem Kinde, und auch an mir! Dir opfere ich Jhn zur Erloͤſung des
menſchlichen Geſchlechts, und mit Jhm opfere ich zugleich mich ſelbſt.

Wenn Jemand voͤllig erkennte die Groͤße und Schaͤrfe der Liebe, mit welcher
Maria Jeſum liebte, Der wuͤrde es auch einſehen, welchen uͤber die Maaßen
großen Schmerz und Druck Sie dieſe Opferung gekoſtet hat. So hat Maria
als treue Dienſtmagd Gottes zu unſerer Erloͤſung mitgewirket, wie Niemand
anderer mitwirken konnte.

Wenn einer ſaͤugenden Mutter von Gott geoffenbaret wuͤrde: Dieſes dein
liebes Kind wird zu ſeiner Zeit vor deinen Augen zum Tode gemartert
werden —; was wuͤrde das Mutter-Herz <pb n="254"/>wntżuwawa? Tak tżaſto
hacż bó toho ſwojoho Séhnka delekwadwa, hoṙezbėhawa, na Rukomai noſéwa,
na ṅoho ladawa, rrc, bó te Zpómṅeṅo na te dóſtate Wozjeẇeṅo ju do
Wutrobó kawnéwo, hako bó ji Nóż habó Ṁetż do Wutrobó zahnaté bów —.
Taklei jo Maṙi bówo, kaiż Ji tón zprawné Simeon ṙekné: Tu twoju Duſchu
budże jedén Ṁetż pżekwócż.

Wot toho pżichodnoho Cżerpeṅa Jėzuſowoh’ jo dṙe Maṙa ſama do Tżaſa jacz
ẇedżawa, hacż Ji Simeon pójedżecż móżeſche —. Pżez tziczécżi Lėt doho jo
Maṙa ze ſwojim duchowném Wokom pżeczé widżawa to, żtoż na Poſledkuz
cżėwnémai Wotżomai jo widżecż dérƀawa. Tu Boloſcz, tu Téſchnoſcz jo wo
ſwojei Wutroƀe pżeczé wutżuwawa —, hale teiż pżeczé ſama ſo pżewiṅawa,
pżeczé ſwojoh’ Séhna, ha ſo ſamu ſobu do bożeje Wole podawawa; kaiż
Jėzus ſam, te ſwoje Cżerpeṅa do Tżaſa widżiwſchi, pżeczé tém ſamém ſo
podwolaw jo bóizkei Prawdże k Tżeſczi, cżwojetżim Duſcham k Zbóżnoſczi.

Tak jo Maṙa pżez tziczécżi Lėt’ doho z Jėzuſom k naſchomu Wumóżeṅu
ſobuſkutkuwawa.

Pėkne Dżėcżo, déż cze ſwojich Starſchich wopużcżicż, do Czuzbé, do Wóiné
hicż —, habó nėżto zapotżecż, pżi tżimż te Ziẇeṅo pżiſadżicż mówo, te
ſwoje Prėdkmėcżo ſwojim lubém Starſchim wozjewi, żada wot ṅich
Dowolnoſcz, knaiṁeṅſchom cze, zo bó ſo ſtawo z jich Wėdomoſcżu, zo bóchu
napżecżo ṅebóli, hale do toh’ zwolili.

<pb n="255"/>

empfinden? So oft als ſie ihr Soͤhnlein niederlegte, aufhoͤbe, auf Haͤnden
truͤge, ihn anfaͤhe, rrc. wuͤrde die Erinnerung an die empfangene
Offenbarung ihr ein Stich ins Herz ſeyn, als ob ihr ein Meſſer oder
Dolch ins Herz geſtoßen wuͤrde —. So iſt es der Maria geweſen, wie Jhr
der gerechte Simeon ſagte: Deine Seele wird ein Schwert durchbohren.
♣Lc.♠ 2, 35.

Von dem zukuͤnftigen Leiden Jeſu hat wohl Maria ſelbſt vor der Zeit mehr
gewußt, als Jhr der Simeon ſagen konnte —. Ueber dreißig Jahre lang hat
Maria mit ihrem geiſtlichen Auge immer geſehen das, was ſie am Ende mit
leiblichen Augen hat ſehen muͤſſen. Den Schmerz, die Bangigkeit hat ſie
in ihrem Herzen immer empfunden —; aber auch immer ſich ſelbſt
verlaͤugnet, immer ihren Sohn, und ſich ſelbſt zugleich in den Willen
Gottes hingegeben; wie Jeſus ſelbſt, der ſeine Leiden vorausgeſehen,
immer denſelben ſich bereitwillig dargeboten hat, der goͤttlichen
Gerechtigkeit zur Ehre, menſchlichen Seelen zum Heil. ♣Lc.♠ 12, 50.

Alſo hat Maria uͤber dreißig Jahre lang mit Jeſu zu unſerer Erloͤſung
mitgewirket.

Ein gutes Kind, wenn es will ſeine Eltern verlaſſen, in die Fremde, in
Krieg gehen, oder etwas unternehmen, wobei es das Leben zuſetzen koͤnnte,
pflegt ſein Vorhaben ſeinen lieben Eltern zu offenbaren, verlangt von
ihnen Erlaubniß, wenigſtens will es, daß es geſchehe mit ihrem Wiſſen,
damit ſie nicht dagegen ſeyn, ſondern darein willigen moͤchten.

<pb n="256"/>

Jėzus hako Cżwojek jo wo ſwojich cżwojetżich Tżiṅeṅach ſwojei Macżeṙi
czéw podcżiſṅené bócż, jo ƀez jeje Wole nitżo ṅezapotżinaw. Hale wo
taikich Skutkuwaṅach, kotreż wón hako tón ſluƀené Meßias, hako Bóh,
Cżwojek k Wuwóżeṅu téch Cżwojekow ſkutkuwaw jo —, ṅejo na żane Waſchṅo
ſwojei Macżeṙi podcżiſṅené bów; do taikich joho Skutkow jo S. Maṙa
tżiſcże nitżo prajicż ṅemėwa.

Déż Jėzus po tei Woli ſwojoho ṅeƀ. Wótſcza tei hórkei Sṁercżi ſo podacż
czéſche, ṅetṙebaſche to ſwojei Macżeri pójedżecż, na jeje Zwoleṅo
tżakacż.

Hale, kaiż Bohu ſo lubeſche, zo te Cżéwo Jėzuſowo z Marineje Kṙeje ṅejo
zeżtawtuwane bówo, pṙedé hacż wona ze ſwojeje ſwobodneje Wole do toh’
zwoliwa bė, tak ſo teiż Bohu lubeſche, zo teſamo Cżėwo, na kotreż wona
nėt jedén mól te naturſke macżerne Prawo mėjeſche —, zo ƀez jeje
Wėdomoſcże ha Wole ṅedérbi moṙene bócż.

Tém ſwojim Wutżownikam jo Jėzus jacz krótż do Tżaſa wopójedżew, zo w
Jėruzaleṁe budże k Sṁercżi matruwané ha moṙené; ha woni, po tei ſwojei
tedémſchei Wupoſczi, po ſwojim cżwojetżim Wuſtacżu Jomu radżachu — do
Jėruzalema jacz ṅeṅcż, tak tei Sṁercżi wuwichuwacż.

Hacż ſo zpżibliżi tón Tżas, zo Jėzus tém Lózéſkim ſo do Moczé podacż
czéſche, wėſczi jo Wón to ſwojei lubei Macżeṙi prajiw, ha ji Ruku zawdaw
—. Hacż jo tṙebai Maṙa Jomu wotradżawa? Bóh zwarnui, nė ſchak, żanoho
Swow.

<pb n="257"/>

Jeſus als Menſch hat in ſeinen menſchlichen Handlungen ſeiner Mutter
wollen unterworfen ſeyn, hat ohne ihren Willen nichts unternommen.
Allein in ſolchen Handlungen, die er als verheißener Meſſias, als
Gott-Menſch zur Erloͤſung der Menſchen gethan hat —, iſt er keineswegs
ſeiner Mutter unterworfen geweſen; in ſolche ſeine Handlungen hat Maria
ſchlechterdings nichts zu ſagen gehabt.

Da Jeſus nach dem Willen ſeines himml. Vaters ſich dem bittern Tode
hingeben wollte, brauchte er nicht das ſeiner Mutter zu ſagen, auf ihre
Einwilligung zu warten.

Jedoch, gleichwie es Gott gefiel, daß der Leib Jeſu aus Mariens Blute
nicht eher iſt gebildet worden, als bis Sie aus ihrem freien Willen
darein gewilliget; alſo gefiel es auch Gott, daß derſelbe Leib, auf
welchen ſie nun einmal das natuͤrliche Mutterrecht hatte —, daß er ohne
ihrem Wiſſen und Willen nicht ſollte getoͤdtet werden.

Seinen Juͤngern hat Jeſus mehrmalen vor der Zeit angekuͤndiget, daß er zu
Jeruſalem werde zum Tode gemartert und getoͤdtet werden; und ſie nach
ihrer damaligen Einfalt, nach ihrer menſchlichen Einſicht riethen Jhm —
gar nicht mehr nach Jeruſalem zu gehen, ſo dem Tod auszuweichen. ♣Mt.
16, 21. et 20, 18. Joan.♠ 11, 8.

Als herangenahet die Zeit, daß Jeſus den Ruchloſen ſich hingeben wollte
—, gewiß hat er es ſeiner lieben Mutter geſagt, und von ihr Abſchied
genommen —. Hat etwa Maria Jhm widerrathen? Gott bewahre, nein doch,
kein Woͤrt<pb n="258"/>cżka jo napżecżo ṅeṙekwa; hale, hacżruniſch telei
Wopójedżeṅo ji nimo Mėré zlė tżiṅeſche, jo tola ſo ſamu zaprėwa, ha
prajiwa: Mói nailubſchi Séhno, ja wėm, zo Té ſcho praẇe tżiniſch po tei
Woli toho ṅeƀ. Wótſcza; nó da tżiṅ, kaiż Té ſam nailėṗe wėſch, zo praẇe
jo.

Wo tei ſṁertnei Téſchnoſczi, kotruż ta cżwojetża Duſcha Jėzuſowa
cżerpeſche, jo ſo Jézus k tom’ ṅeƀ. Wótſczei taklei wowaw: Wotze, jo-li
móżno, ṅech ſchak tónlei Kheluch wote mṅe pżendże; Tola pak nicz kaiż ja
czu, halekaiż Té czeiſch. Jo dṙe teiż Maṙa k tom’ ṅeƀ. Wotſczei wowawa:
Wotze, jo-li móżno, ṅech ſchak tón Kheluch toho Cżerpeṅa wot mojoho
Séhna woteṅdże! Wėſczi pak jo teiż pżiſtajiwa: Nicz kaiż ja czu, hale
kaiż Té czeiſch! Staṅ ſo ta twoja ſẇata zprawna Wola!

Abrahamei jo Bóh porutżiw, ſwojoho Séhna Izaaka ze ſwojej’ Ruku zakwócż
ha do Poṗewa zpalicż. Abraham bė podwolné, czéſche to tżinicż, ha bė je
dokoṅaw, ṅebė-li Bóh ſam joho wotdżerżaw, ha tu joho dobru Wolu za tón
Skutk hoṙewzaw. Abrahamei jo dṙe tedém jara téſchno bówo; ta Wutroba
jom’ ṅemawo pukotaſche, déż te ſwoje jenicżke lubo Dżėcżo moṙicż
dérbeſche. Hale wón ſo ſamoho zaprė, tu ſwoju hacżruniſch rozomnu
Nakhilnoſcz k ſwojom’ Dżėſcżu na Hwawt potwótżuwaſche, ha rétżerṅe ju
pżewiné Boha-dla.

<pb n="259"/>

lein hat ſie entgegen geſprochen; ſondern obgleich dieſe Ankuͤndigung ihr
uͤber die Maaßen wehe that, hat ſie doch ſich ſelbſt verlaͤugnet, und
geſagt: Mein allerliebſter Sohn, ich weiß es, daß Du alles recht thueſt
nach dem Willen des himml. Vaters; wohlan thue, wie Du ſelbſt es am
beſten weißt, daß es recht iſt.

Jn der Todes-Bangigkeit, welche die menſchliche Seele Jeſu litt, hat
Jeſus 'zu dem himmliſchen Vater alſo gerufen: Vater, wenn’s moͤglich iſt,
laß doch dieſen Kelch von mir gehen! Doch aber nicht, wie ich will,
ſondern wie Du willſt. Wohl mag auch Maria zu dem himml. Vater gerufen
haben: Vater, wenn’s moͤglich iſt, laß doch den Kelch des Leidens von
meinem Sohne gehen! Gewiß hat ſie aber auch beigeſetzt: Nicht, wieich
will, ſondern wie Du willſt! Es geſchehe dein heiliger gerechter Wille!
♣Mt.♠ 26, 29.

Dem Abraham hat Gott befohlen, ſeinen Sohn Iſaak mit eigener Hand zu
erſtechen und zur Aſche zu verbrennen. Abraham war willig, wollte das
thun, und wuͤrde es vollbracht haben, wo nicht Gott ſelbſt ihn
abgehalten, ſeinen guten Willen fuͤr’s Werk angenommen haͤtte. ♣Gen.♠ 22.
Dem Abraham mag wohl damals ſehr bange geweſen ſeyn; nicht wenig klopfte
ihm das Herz, als er ſein einziges liebes Kind morden ſollte. Jedoch er
verlaͤugnete ſich ſelbſt, ſeine obſchon vernuͤnftige Neigung zu ſeinem
Kinde unterdruͤckte er mit Gewalt, und ritterlich uͤberwand er ſie um
Gottes Willen.

<pb n="260"/>

Maṙa bé do bożeje Wole zpodwolana dozpowniſcho deżli Abraham. Wona bė
podwolna, Jėzuſa ze ſwojimai Rukomai na Kżiż pżibijecż, bė-li Bóh ji to
porutżiw. To dṙe ṅebó wot Njeje żadane; hale déż bó tola pżed jeje
Wotżomai Jėzus na Kżiż pżibijané, ha wo zatraſchnéch Boloſcżach pżez tzi
Żtundé na Kziżu wiſaſche, kóiżdé do Jėzuſa zawożené Raz, ha ſcho, żtoż
Jėzuſa cżerpecż widżeſche —, ſcho to ji hóṙe tżiṅeſche, hacż bó je ſama
cżerpewa —. Jara rada bė wona ſama ſchitko mėſto Jėzuſa cżerpecż czéwa,
débó te jeje Cżerpeṅo tón cżwojetżi Zplahw wumóżicż mówo. Hale ƀez
Jėzuſowoho Cżerpeṅa bó nam te jeje Cżerpeṅo zpomhacż ṅemówo —; pżetoż
wona bė purluté Cżwojek, jena cżwojetża Parſchóna; Jėzus pak jo
Bóh-Cżwojek, wo tei Parſchóṅe wėrné Bóh, bóizkeje Doſtoinoſcże.

Ha toholei Boha-Cżwojeka ſwojoho Séhna jo wona tei bóizkei Prawdże
wopruwawa, ha na telei Waſchṅo z Jėzuſom k naſchomu Wumóżeṅu
ſobuſkutkuwawa hako ſwėrna Swużownicza toho Kṅeza.

§. 10. Pótſcziwoſcże Maṙe.

S. Maṙa jo pżenadobṅe wudéƀena bówa ze wſchitkimi Pótſcziwoſcżami, ha wo
kóizdei jo na tón naiwóſchi Ẇerſchk wuſtupiwa. Wot toh’ mówo dṙe czéwo
Knije zpiſane bócż; jow pak maja ſo nazpómnicż jenoi nėkotre, kaiż
daloko je te ſẇ. Scżeṅo nam k zrozeṁeṅu daẇe.

Wo Maṙi jo bówa zpėſchna Wėra, kruta Nadżija ha Dowėrnoſcz k Bohu.

<pb n="261"/>

Maria war in den goͤttlichen Willen ergeben vollkommener als Abraham. Sie
war bereitwillig Jeſum mit eigenen Haͤnden ans Kreutz anzunageln, ſo ihr
Gott ſolches befohlen haͤtte. Das ward zwar von Jhr nicht gefordert;
jedoch, da Jeſus vor ihren Augen ans Kreutz geſchlagen wurde, und in
ſchrecklichen Quaalen uͤber drey Stunden am Kreutze hieng —; jeder auf
Jeſum gerichtete Schlag und alles, was ſie Jeſum leiden ſah —, alles das
that ihr mehr wehe, als ob ſie es ſelbſt litte —. Sehr gern wuͤrde ſie
ſebſt alles ſtatt Jeſu haben leiden wollen, wenn anders ihr Leiden das
menſchliche Geſchlecht erloͤſen koͤnnte. Allein ohne dem Leiden Jeſu
koͤnnte uns ihr Leiden nicht helfen —; Denn Sie war ein bloßer Menſch,
eine menſchliche Perſon; Jeſus aber iſt Gott-Menſch, in der Perſon
wahrer Gott, goͤttlicher Wuͤrde.

Und dieſen Gott - Menſchen ihren Sohn hat ſie der goͤttlichen
Gerechtigkeit geopfert, und auf dieſe Weiſe hat Sie mit Jeſu zu unſerer
Erloͤſung mitgewirket als eine treue Dienſtmagd des Herrn.

§. 10. Tugenden Mariens.

Die H. Maria iſt uͤberreichlich gezieret geweſen mit allen Tugenden, und
in einer jeden hat ſie den hoͤchſten Gipfel erſtiegen. Davon koͤnnte wohl
ein ganzes Buch zuſammen geſchrieben werden; hier aber ſollen in
Erinnerung gebracht werden blos einige, inſoweit das hl. Evangelium ſie
uns zu verſtehen gibt.

In Maria iſt geweſen ein hurtiger Glaube, feſte Hoffnung und Zuverſicht
zu Gott.

<pb n="262"/>

Tón pėkné Żidowſki Mėſchnik Zacharias, kiż hacż do nėtka żeni żanėch
Dżėcżi bė ṅemėw, déż tón Jandżel jom’ wopójeduwaſche, zo Bóh tón Kṅez
jomu Séhna wobradżicż budże, zprėna ſo woṗeraſche to wėricż, prajiczé:
Ja ſém zeſtariw, ha moja Mandżelſka jo teiż jara ſtara —. Ha nédém tón
Jandżel jom’ pżipóje: zo k Żtrave tejelei ſwojeje Nėwėré budże wonėmicż,
ha nėmé woſtacż tak doho, hacż tón ſluƀené Séhn narodżené budże.

Tónſamé Jandżel potém Maṙi wopójeduwaſche, zo wona hako ṅenaraṅena
Kṅeżna Séhna podjecż ha porodżicż budże —. Ha Maṙa ƀe wſchoho Powoṗeraṅa
zmolom wėṙeſche na boże Swowo; tżohoż dla Ju potém ta Hilzbeta pokwali:
Zbóżna Té, kiż té wėriwa ſé.

Kotre wot tej’lei dwej’ jo cżeżiſcho k wėṙeṅu, zo jena ſtara Żona —,
habé zo jena ṅenaraṅena Kṅeżnicżka Séhna zmėje?? Po naturſkim Rjedże, po
cżwojetżim Wuſtacżu jo te jene tak ṅewėriwne, hako te druhe. Hale Bohu
nitżo ṅemóżne ṅejo —. Na boże Swowo jo ſchak tola te jene tak zlóchka
kwėṙeṅu hako te druhe. Maṙa na boże Swowo wéṙeſche ƀe wſchoho Stajeṅa.

Déż Jėzev zmėrkuwa, zo Maṙa pwódna jo, móſleſche wón na to — ju ṁeltżo
wopużcżicż. Hacż da Maṙa ṅepótné, zo Jėzev móſlaté, ſtaroſcziwé jo? Oh
ju. Pżetżo da jom, ṅepóje, zdże ſém pwódna jo? Wona ſebi ṅewėṙeſche tu
bożu Pótainoſcz

<pb n="263"/>

Der fromme juͤdiſche Prieſter Zacharias, welcher bishero keine Kinder
gehabt hatte, als der Engel Gottes ihm ankuͤndigte, daß Gott der Herr ihm
einen Sohn beſcheren werde, weigerte ſich anfangs das zu glauben,
ſprechend: Ich bin gealtert, und meine Gattin iſt auch ſehr alt —. ♣Lc.♠
1, 18. Und ſogleich kuͤndigte ihm der Engel an: daß er zur Strafe dieſes
ſeines Unglaubens werde erſtummen, und ſtumm bleiben ſo lang, bis der
verheißene Sohn werde geboren ſeyn.

Derſelbe Engel verkuͤndigte nachher der Maria, daß ſie als unverſehrte
Jungfrau einen Sohn empfangen und gebaͤhren werde —. Und Maria — ohne
aller Weigerung glaubte alſo gleich auf Gottes Wort; weswegen Sie
hernach die Eliſabeth lobte: Selig Du, die du geglaubet haſt.

Welches von dieſen beiden iſt ſchwerer zu glauben, daß ein altes Weib —,
oder daß eine unverſehrte Jungfrau einen Sohn haben werde?? Nach der
natuͤrlichen Ordnung, nach menſchlicher Einſicht iſt das eine ſo
unglaublich, wie das andere. Jedoch Gott iſt nichts unmoͤglich —. Auf
Gottes Wort iſt denn doch das eine ſo leicht zu glauben wie das andere.
Maria glaubte auf Gottes Wort ohne aller Zoͤgerung.

Als Joſeph merkte, daß Maria ſchwanger iſt, dachte er darauf — ſie
heimlich zu verlaſſen. Gewahrte es denn Maria nicht, daß Joſeph
ſchwermuͤthig, ſorgenvoll iſt? O ja. Warum ſagte ſie es ihm nicht, woher
ſie ſchwanger iſt? Sie getraute ſich nicht das goͤttliche Geheimniß <pb
n="264"/>Komu wozjawnoſczicż, dokelż to wot Boha kazane ṅemėjeſche. Hacż
da wona ſo ṅebójeſche, ha ṅeſtaraſche, kah ſo ji póṅdże? Kah ſama ſo ha
te ſwoje Dżėcżo budże zaſtaracż mócz, débó-li Jėzev ju wopużcżiw? Oh nė;
tulei Bojoſcz ha Staroſcz zahaṅeſche ta jeje Wėra ha Dowėrnoſcz k Bohu.
Wona ſebi móſleſche: Bóh tón mói ṅeƀ. Nan budże ſchak wėſczi ſchitko
lėṗe wobſtaracż, hacż ja ſebi wumóſlicż mówa. Ha woprawdże bó k Jėzevei
jedén Jandżel póſuwané joho rozwutżicż.

Déż Maṙa ze ſwojim Dżéſcżom z Kraja won do Egypſkeje cżėkacż dérbeſche,
dokelż Kral Herodes tom’ Dżėſcżu za Żiẇeṅom dżėſche; hacż tṙebai tedém
ta jeje Wėra ha Dowėrnoſcż k Bohu — woſwaƀeſche? Ṅepadaſche ji do
Móſlow: Jo mói Séhn wėrné Bóh, pżetżo cze cżėkacż? Hacż ṅemóże jow w
Kraju pżed Herodeſom ſo wobrucż?? Oh taike ha tohoruṅa Móſle pola Maṙe
żanoho Pżiſtupka ṅenamakachu; Bohu wėriwſchi, k Bohu ſo dowėriwſchi —
tżiṅeſche, żtoż mėjeſche wot Boha kazane, pżi ſebi prajiczé: Wėſczi
ſchak Bóh ſcho praẇe tżiṅi, pżi wſchim ma wón te ſwoje zprawne ſẇate
Wotpoladaṅa, kotreż ja pżeladacż ṅemóżu; wone mi tṙeba ṅejo teſame
ẇedżecż; tak ſebi ja teiż ṅeżadam je ẇedżecż czécż. Ja ſém Swużownicza
toho Kṅeza; żtoż wón mi każe, to mam tżiṅicż; ṅeſmėm ſo praſchecż:
Tżohodla?

Na tém Kwaſu, hacż te Wino na val dżėſche, ṙekné Maṙa k Jėzuſei: Woni
Wina nimaja. Tak mawko rétżeſche tón jeje Hort; hale <pb
n="265"/>Jemanden zu eroͤffnen, weil ſie dazu von Gott keinen Befehl
hatte. Aber fuͤrchtete ſie nicht, war ſie nicht beſorgt, wie es ihr
ergehen werde? Wie ſie ſich ſelbſt und ihr Kind werde verſorgen koͤnnen,
im Falle Joſeph Sie verließe? O nein; dieſe Furcht und Sorge vertrieb
ihr Glaube und Vertrauen zu Gott. Sie dachte bei ſich: Gott mein himml.
Vater wird doch zuverlaͤſſig alles beſſer beſorgen, als ich es erdenken
koͤnnte. Und in der That ward zum Joſeph ein Engel geſendet ihn zu
belehren.

Als Maria mit ihrem Kinde aus dem Lande nach Egypten ſich fluͤchten
mußte, weil Koͤnig Herodes dem Kinde nach dem Leben ſtrebte; ward etwa
damals ihr Glaube, und ihre Zuverſicht zu Gott — geſchwaͤchet? Fiel ihr
nicht in die Gedanken: Iſt mein Sohn wahrer Gott, warum will er ſich
fluͤchten? Kann er nicht hier im Lande vor dem Herodes ſich erwaͤhren?? O
ſolche und dergleichen Gedanken fanden bei Maria keinen Zutritt; im
Glauben und Vertrauen auf Gott — that ſie, was ihr Gott befohlen hatte,
bei ſich ſprechend: Ganz gewiß thut doch Gott alles recht, bei Allem hat
er ſeine gerechten, heiligen Abſichten, die ich nicht durchſchauen kann;
es iſt mir nicht noͤthig dieſelben zu wiſſen, ſo verlange ich auch nicht
ſie wiſſen zu wollen. Jch bin eine Dienſtmagd des Herrn; was er mir
befiehlt, das habe ich zu thun; darf nicht fragen: Warum?

Auf der Hochzeit, als der Wein ausgehen wollte, ſagte Maria zu Jeſu: Sie
haben nicht Wein. Gar ſo wenig redete ihr Mund; jedoch <pb
n="266"/>ẇele, jara ẇele tedém k Jėzuſei rétżeſche ta jeje Wutroba —.
Jėzus wotmoji: Żónſka, żto mi ha tebi? Ta moja Żtunda hiżcże ṅejo
dóſchwa. Telei Wotmojeṅo mówo zapójedniwo ſo zezdacż, hako bó Jėzus ṙek:
Woſtai ṁe napokoi, ja hiżcże ṅecham Dżiwé tżiṅicż. Hale ta wo tei Wėṙe
ha Dowėrnoſczi na Jėzuſa powṅe zakrucżena Maṙa tu Mós Jėzuſowu lėṗe
dozrozemi; wona zmolom tém Hoṙeſwużeṙam ṙekné: Żtożkuli mói Séhn wam
kazacż budże, to tżiṅcże. Hacż bė żto hinak rétżecż mówa, débė-li Jėzus
ji ruṅe won ſlubiw, tu jeje Próſtwu dopelnicż? Ha leicże, Jėzus Wodu do
Wina pżewobrocżi.

Ta Sélnoſcz ha Krutoſcz teje Marineje Wėré, Nadżije, ha Dowėrnoſcże k
Bohu — naiduſchniſcho ſo wopokaza wo Jėzuſowém Cżerpeṅu.

Hiżo dawno pṙedé bėchu cżi Wutżowniczé Jėzuſa za toho wėrnoho Séhna
bożoho zpóznali ha wuznali. Woni woprawdże do Njoho wėṙachu, Joho jara
lubuwachu. Hale, déż bó Jėzus wo tei Zarodże pżijaté, ha wuẇazané preicż
ẇedżené, woni rozcżėkachu. Ha déż Jėzus na Kżiżu bė wumṙew, ha te joho
Cżėwo w Roẇe leiżeſche, woni wo tei Wėṙe woſwabichu; zmóleni, rótni nėt
ſami ṅeẇedżachu, żto wėṙa. Ha potém hacż Jėzus zas hoṙeſtanéw bė,
wobarachu ſo, jara ha doho ſo wobarachu to wėricż —. Hai zprėṅa, déż
Jėzus jim ſo wopokaza, zbojachu ſo, mėṅachu Ducha, Scheṙeṅo widżecż.

Hale Maṙa wo tei Wėṙe ha Dowėrnoſczi powṅe zakrucżena — Jėzuſa k Sṁercżi
pżewodżeſche, <pb n="267"/>viel, ſehr viel redete damals zu Jeſu ihr
Herz —. Jeſus antwortete: Weib, was iſt mir und dir? Meine Stunde iſt
noch nicht gekommen. Dieſe Antwort koͤnnte abſchlaͤgig ſcheinen, als ob
Jeſus ſpraͤche: Laß mich zufrieden; ich will noch nicht Wunder wirken.
Jedoch die im Glauben und Vertrauen auf Jeſum voͤllig befeſtigte Maria
verſtand den Sinn Jeſu beſſer; ſogleich ſprach ſie zu den Aufwaͤrtern:
Was immer mein Sohn euch ſagen wird, das thuet. Wuͤrde ſie was anders
haben reden koͤnnen, wenn ihr Jeſus grade zu verſprochen haͤtte, ihre
Vitte zu erfuͤllen? Und ſehet, Jeſus verwandelte Waſſer in Wein.

Die Staͤrke und Feſtigkeit des Glaubens, der Hoffnung und des Vertrauens
zu Gott — zeigte ſich in Maria am herrlichſten bei dem Leiden Jeſu.

Schon lange vorher hatten die Juͤnger Jeſum fuͤr den wahren Sohn Gottes
erkannt und bekannt. Sie glaubten wirklich an Jhn, liebten Jhn ſehr.
Allein, als Jeſus in dem Garten ergriffen, und gebunden abgefuͤhret
wurde, liefen ſie davon. Und als Jeſus am Kreutze geſtorben war, und
ſein Leib im Grabe lag, wurden ſie im Glauben geſchwaͤchet; verirrt und
verwirrt wußten ſie nun ſelbſt nicht, was ſie glauben. Und nachdem Jeſus
wieder auferſtanden war, weigerten ſie ſich, ſehr und lange weigerten
ſie ſich das zu glauben —. Ja anfangs, als Jeſus ſich ihnen zeigte,
erſchracken ſie, meinten einen Geiſt, ein Geſpenſt zu ſehen.

Allein Maria im Glauben und Vertrauen vollkommen befeſtiget — begleitete
Jeſum zu Tode, <pb n="268"/>ſtejo zwoſta pod joho Kżiżom —. Ta jeje
Boloſcz bė dṙe jara, jara wilka, tola pak nicz kußa ṁeṅſcha ta jeje Wėra
ha Nadżija, zo, kaiż je wón ſam prajiw bé, na tzecżi Dżeṅ zas żiwé
ſtanécż budże. Pżi tém Maṙa zwoſta teiż tedém, hacż te Jėzuſowo Cżėwo w
Roẇe leiżeſche Tohodla ṅechaſche ſo ztowarſchicż k tém pobożném Żónkam,
kiż Ṅedżėlu rano dżėchu te Jėzuſowo Cżėwo hiżcżé jón wużawbuwacż; dokelż
wona pżi ſebi wėſta bė, zo tam te Cżėwo jacz ṅebudże.

Jo teiż k wėṙeṅu, zo cżi rozcżėkani Wutżowniczé — wo témſamém Doṁe,
dżeiż bė Jėzus tu poſleṅu Ẇetżer dżerżaw, k Sẇatei Maṙi pomólcżku zas ſo
romadu zkhadżuwali ſu; hazo Maṙa, déż jich pżeſtróżanéch, wo tei Wėṙe
kiwkatéch widżeſche, jich luboſcziẇe rozrétżuwawa ha tróżtuwawa jo,
prajiczé: Bódże jenoi mėrni, Jėzus budże ſchak wėſczi zas ſtanécż; ha
tak wo ṅich tu Wėru, kotraż potżinaſche haſuwacż, zas znowa wubudżawa ha
poduhawawa jo.

Wo Maṙi jo bówa dozpowna Luboſcz k Bohu. Talei Luboſcz wobſteji wo tém,
zo jedén boże Kazṅe dżerżi, tu Wolu bożu dopelṅa, tohodla, dokelż Bohu
tak ſo lubi.

Cżwajek widżi te Wonkotżne, Bóh teiż pżelada tu znutznitu Mós teje
Wutrobé. Te wukazane Dobre tżinicż, toho zakazanoho Zwoho ſo paſcż ze
ſwėtnoho Wotpoladaṅa, k Pż. cżwojetżeje Tżeſcże, tżaſnoho Wużitka dla —,
<pb n="269"/>blieb ſtehen unter ſeinem Kreutz —. Jhr Schmerz war wohl
ſehr, ſehr groß, jedoch um gar nichts geringer ihr Glaube, ihre
Hoffnung, daß, wie er es ſelbſt geſagt, er am dritten Tage wieder
lebendig erſtehen wird. Dabei blieb Maria auch dann, als der Leib Jeſu
im Grabe lag. Daher wollte ſie ſich nicht geſellen zu den frommen
Weibern, welche Sonntags fruͤh ausgiengen den Leib Jeſu noch einmal zu
ſalben; weil Sie bei ſich ſelbſt gewiß war, daß allda der Leib nicht
mehr ſeyn wird.

Es iſt auch wohl zu glauben, daß die verlaufenen Juͤnger — in demſelben
Hauſe, allwo Jeſus das letzte Abendmahl gehalten, zu der Heiligen Maria
nach und nach wieder zuſammen gekommen ſind; und daß Maria, als ſie
dieſelben vom Schreck zerruͤttet, im Glauben wankend ſah, ſie liebreich
aufgemuntert und getroͤſtet hat, ſprechend: Seyd nur ruhig, Jeſus wird
doch gewiß wieder aufſtehen; und ſo in ihnen den Glauben, der anfieng zu
erloͤſchen, wieder von Neuem gewecket und angefachet hat.

In Maria iſt geweſen vollkommene Liebe zu Gott. Dieſe Liebe beſteht
darin, daß einer Gottes Gebothe haͤlt, den Willen Gottes erfuͤllet,
deswegen, weil es Gott ſo wohlgefaͤllt. ♣Joa.♠ 14, 21.

Der Menſch ſieht das Aeußere, Gott durchſchauet auch den innern Sinn des
Herzens. Das anbefohlene Gute thun, das verbothene Boͤſe meiden aus
zeitlicher Abſicht, z. B. des menſchlichen Lobes, des zeitlichen Nutzens
wegen —, <pb n="270"/>to dṙe jo po cżwojetżim mudṙe tżiṅene, tola pak
pżed Bohom to hiżcże nitżo dobre ṅejo.

Toſamo tżinicż z Bojoſcże bożeje Żtravé, ze Żadoſcże wot Boha dobre Móto
dóſtacż, woſobṅe po Sṁercżi, to jo kżeſczianſka Mudroſcz, ha jo
Zapotżatk teje Luboſcże k Bohu.

Tu ſẇatu Wolu bożu rad dopelṅecż tohodla, dokelż Bóh tón Kṅez hódni ha
doſtoiné jo, zo mó tu joho Wolu po wſchei naſchei Móżnoſczi dopelṅamó;
to ja ta ſẇata Mudroſcz, ta prawa Luboſcz k Bohu.

Talei Luboſcz wo Marinei Wutroƀe ſo paleſche, pżeczé bóle ha bóle ſo
rozpaleſche. Staiṅe ƀez Wopżeſtacża Maṙa na to móſleſche, na to
kedżbuwaſche, żto ſo Bohu lubi, żto Jomu ṁeṅe habó jacz zpodobne bówo bó
—. Wo wſchitkich ſwojich Tżiṅeṅach ha Woſtajeṅach wona wėcżṅe
wuzwoleſche to, żtoż zpoznawaſche Bohu zpodobniſche bócż.

Ta jacz habó ṁeṅe dobra Mėṅonka tżini te naſche Tżiṅeṅa ha Woſtajeṅa
jacz habó ṁeṅe Bohu zpodobne. Schitko żtoż Maṙa po ſwojim Powowaṅu
tżiniwa habé woſtajiwa jo, ſchitko jo wėcżṅe tżiniwa ha woſtajiwa z
Luboſcże k Bohu, z tej’ Żadoſcżu, Bohu ſo lubicż —. Tak ſu te jeje
ſchėdṅacze doṁacze Wobréchtuwaṅa, hako k Pż. déż pżadwa, żtrékuwawa,
tkawa, ſchiwa, Jėſcz wariwa, Stwu ṙedżiwa jo, ſu bówo lute Potżiṅki teje
Luboſcże k Bohu, dokelż wona pżeczé na to móſleſche: Żto Bóh tón Kṅez
ruṅe nėt wot ṅeje żada, ha kah, z tżim bó tu ſẇatu Wolu bóżu nailėṗe
dopelniwa.

<pb n="271"/>

das iſt wohl menſchlicher Weiſe klug gethan, doch aber vor Gott iſt das
noch nichts Gutes.

Daſſelbe thun aus Furcht goͤttlicher Strafe, aus Verlangen von Gott gute
Belohnung zu erhalten, beſonders nach dem Tod, das iſt chriſtliche
Klugheit, und iſt ein Anfang der Liebe zu Gott.

Den heiligen Willen Gottes gern erfuͤllen deswegen, weil Gott der Herr es
werth und wuͤrdig iſt, daß wir ſeinen Willen nach aller unſerer
Moͤglichkeit erfuͤllen; das iſt die heilige Klugheit, die rechte Liebe zu
Gott,

Dieſe Liebe brannte in dem Herzen Mariens, entflammete ſich immer mehr
und mehr. Immerfort ohne Unterlaß dachte und achtete Maria darauf, was
Gott wohlgefaͤllig, was Jhm weniger oder mehr wohlgefaͤllig waͤre —. In
allem ihren Thun und Laſſen waͤhlte ſie jederzeit das, wasſie erkannte
Gott wohlgefaͤlliger zu ſeyn.

Die mehr oder weniger gute Meinung macht unſer Thun und Laſſen mehr oder
weniger Gott wohlgefaͤllig. Alles was Maria nach ihrem Berufe gethan oder
unterlaſſen hat, alles hat ſie jederzeit gethan und gelaſſen aus Liebe
zu Gott, mit dem Verlangen, Gott zu gefallen —. So ſind ihre taͤglichen
haͤuslichen Verrichtungen, als z. B. da ſie geſponnen, geſtricket,
gewebet, genaͤhet, Speiſen gekochet, die Stube gereiniget, ſind geweſen
lauter Uebungen der Liebe zu Gott; weil ſie ſtaͤts darauf dachte: Was
Gott der Herr grade jetzt von ihr verlangt, und wie, womit ſie den
heiligen Willen Gottes ambeſten erfuͤllen moͤchte.

<pb n="272"/>

Cżwojek Bohu ſwużi, déż to tżini ha woſtaja, żtoż Bóh tón Kṅez cze wot
ṅoho tżiṅene ha woſtajene mėcż, t. r. déż te Winoitoſcże ſwojoho Żtanta
wotwoża —, jenoi zo je tżini Bohadla, Bohu k Tżeſczi. Oh! zo bóchmó mó,
kiż mó k tom’ zroſcżeni ṅeiſmó, tak kaiż Maṙa, ſtaiṅe na Boha móſlicż —,
zo bóchmó tola knaiṁeṅſchom Tżas wot Tżaſa pżi naſchim ſchėdném Dżėle wo
nas wubudżeli ha wobnoẇeli tu dobru Mós: Schitko k Tżeſczi bożei wo
Jėzuſowém Ṁeṅe!

Ta prawa Luboſcz żeni prózna ṅejo, pżeczé jo ſkutkniwa, teiż bojazna ha
ſtaroſcziwa. Wo ſẇatéch Piſmach jo ta Luboſcz k Bohu tżaſto ṁenuwana
Bohabojaſnoſcz; dokelż, żtóż Boha praẇe lubuẇe, Tón ſo bóji ha ſtara, zo
bó ṅeẇatki dże nėżto ṅeztżiniw, żtoż bó Bohu ṅezpodobne, habé tola ṁeṅe
zpodobne bówo.

Talei Bojoſcz ha Staroſcziwoſcz jo wo S. Maṙi pżeczé bówa. Teje Hele
habé toho Zatamaṅa jo dṙe ſo Maṙa ṅebójawa; na tu Helu zpómnicż — bė Ji
tak, kaiż tebi jo, deż té wot nazdala jedén zatraſchné Woheṅ wuladaſch
—. Rózwa dṙe cże wobóṅdże; té pak tola zo ṅebójiſch, dokelz wėſté ſé, zo
tebe zajecż ṅemóże.

Tola pak bojazna ha ſtaroſcziwa jo Maṙa wėcżṅe bówa, ſtaroſcziwa za to,
kah bó tu ſẇatu bożu Wolu powṅe doṗelṅawa; ha tohodla na kóiżdu Krotżel
kedżbna, zo bó dże kżiẇe ṅezaſtupiwa; kaiż Wona

<pb n="273"/>

Der Menſch dient Gott, ſo er das thut und unterlaͤßt, was Gott der Herr
will von ihm gethan und unterlaſſen haben, d. h. ſo er die
Schuldigkeiten ſeines Standes entrichtet —, wenn er es nur thut wegen
Gott, Gott zu Ehre. O! daß wir, die wir nicht dazu gewachſen ſind, ſo
wie Maria, ſtaͤts an Gott zu denken —, daß wir doch wenigſtens von Zeit
zu Zeit bei unſern taͤglichen Arbeiten in uns moͤchten wecken und erneuern
die gute Meinung: Alles zur Ehre Gottes im Namen Jeſu!

Die rechte Liebe zu Gott iſt nie muͤßig, immer iſt ſie thaͤtig, auch
furchtſam und ſorgfaͤltig. In heiligen Schriften wird die Liebe zu Gott
oft genannt Gottesfurcht, denn, wer Gott recht liebet, Der fuͤrchtet und
iſt ſorgfaͤltig, daß er nicht etwa unverſehens irgend etwas thue, was
Gott mißfaͤllig, oder doch weniger wohlgefaͤllig waͤre.

Dieſe Furcht und Sorgfaͤltigkeit iſt in der H. Maria immer geweſen. Die
Hoͤlle oder Verdammung hat zwar Maria nicht gefuͤrchtet; an die Hoͤlle
denken —, war Jhr ſo, wie es dir iſt, da du von weitem ein ſchreckliches
Feuer erblickſt —. Ein Schauer uͤberlaͤuft dich wohl; du fuͤrchteſt aber
doch nicht, weil du ſicher biſt, daß es dich nicht ergreifen kann.

Gleichwohl furchtſam und ſorgfaͤltig iſt Maria ſtaͤts geweſen, ſorgfaͤltig
daruͤber, wie ſie den heiligen Willen Gottes vollkommen erfuͤllen moͤchte,
und deshalb auf jeden Schritt achtſam, damit ſie nicht irgend ſchief
trete; wie Sie <pb n="274"/>ſama tei ſẇ. Wudoẇe Brigicże wo jeném
Zjeẇeṅu prajiwa jo: Ja ſém wėcżṅe bojazna ha ſtaroſcziwa bówa; déż
ṁeltżach, bojach ſo, zo tṙebai bóch nėżto ṅezaṁeltżawa, żtoż dérƀawo
prajene bócż; déż rétżach, bojach ſo, zo tṙebai bó mi ſo ṅewuſunéwo
taike Swowo, kotreż bó dérƀawo zadżerżane bócż.

Mó hubene Dżėcżi Jėvine, kiż mó te Powoſtaṅcżki ha Sczėhwki toho
Hadamowoh’ Rėcha, ſchelake zwe Nakhilnoſcże wo nas noſémo, mó dérbimó
pżecżiwo témſamém pżeczé wójuwacż ha żtrétuwacż —.

Toholei Żtréta bė dṙe Maṙa pżezbėṅena, dokelż wo Ṅei ſu żane zwe
Nakhilnoſcże ṅebówo. Wona pak jo ƀez Wopżeſtacża wójuwawa ha żtrétuwawa
tón Żtrét teje Luboſcże, pżeczé ſtaroſcziwa — jo ſchitke ſwoje Moczé
napinawa, zo pżeczé dlėje ho dozpowniſcho bó dopelṅawa tu ſẇatu Wolu
bożu.

Nėdé, hacż Jėzus k tom’ Ludei rétżeſche, zawowa jena Żónſka: Zbóżné tón
Żiwot, kotréż jo tebe znoſéw; zbóżne te Nadra, kotreż té wużiwaw ſé! Na
to Jėzus: Hale hai, zbóżni, kiż boże Swowo ſwóſcha ha je wobkhowaja.
Hako bó prajiw: Praẇe maſch, zbóżna jo ta moja Macż z toho, zo ṁe po tém
Cżełe noſéwa ha cżėſchiwa jo; tola pak zbóżniſcha jo z toho, zo wona te
moje Swowa ſwóſchi, wobṙhowa, ha tak ṁe wo ſwojim Duchu hiżcże noſé.

Jėzus teiż ṙekné: Żtóż tu Wolu mojoho ṅeƀ. Wótſcza tżini, Tón jo — moja
Macż. Hako bó prajiw: Tu moju Macż lubuẇu dṙe ja tohodla, dokelż Wona
moja Macż <pb n="275"/>ſelbſt der hl. Wittwe Brigitta in einer
Erſcheinung geſagt: Ich bin ſtaͤts furchtſam und ſorgfaͤltig geweſen; da
ich ſchwieg, fuͤrchtete ich, daß ich nicht etwa verſchwiege etwas
ſolches, was da ſollte geſagt werden; da ich redete, fuͤrchtete ich, daß
mir nicht etwa entfuͤhre ein ſolches Wort, das da ſollte zuruͤck gehalten
werden.

Wir elende Kinder Evens, die wir die Ueberbleibſel und Folgen der Adams
Suͤnde, mancherley boͤſe Neigungen in uns tragen, wir muͤſſen wider
dieſelben immerfort kaͤmpfen und ſtreiten —.

Dieſes Streites war zwar Maria uͤberhoben, indem in Jhr keine boͤſe
Neigungen geweſen. Sie hat aber ohne Unterlaß gekaͤmpfet und geſtritten
den Streit der Liebe, ſtaͤts ſorgfaͤltig — hat ſie alle ihre Kraͤfte
angeſtrenget, damit ſie je laͤnger, je vollkommener moͤchte erfuͤllen den
heiligen Willen Gottes.

Einſt, als Jeſus zu dem Volke redete, rief ein Weib aus: Selig der Leib,
der dich getragen, ſelig die Bruͤſte, die du geſogen. ♣Lc.♠ 11, 28.
Worauf Jeſus: Ja wohl ſelig, die Gottes Wort hoͤren, und es bewahren. Als
ob er ſpraͤche: Recht haſt du wohl, ſelig iſt meine Mutter deswegen, daß
ſie mich dem Leibe nach getragen und geſaͤuget; jedoch ſeliger iſt ſie
deswegen, daß ſie meine Worte hoͤret, bewahret, und ſo mich in ihrem
Geiſt noch immer traͤgt.

Jeſus ſagte auch ♣Mt.♠ 12, 50. Wer den Willen meines himml. Vaters thut,
Der iſt — meine Mutter. Als ob er ſpraͤche: Meine Mutter liebe ich wohl
deswegen, weil ſie meine Mutter <pb n="276"/>jo; tola pak ẇele jacz
lubuẇu ja ju tohodla, dokelż Wona tu Wolu bożu naidozpowniſcho dopelṅa.

Ta Sélnoſcz teje Luboſcże k Bohu naiduſchniſcho ſo pokaże, déż jedén
podwolṅe do bożeje Wole zczéwa ſo podwola wo Tém, żtoż jom’ ponaturſkim
jara cżeżko pżiṅdże. Maṙa jo tu Sélnoſcz ſwojeje Luboſcże k Bohu
naiduſchniſcho wopokazawa, hacż pod tém Jėzuſowém Kżiżom ſtejeſche. Nimo
Mėré cżeżko Ji bė, ſwojoho luboho Séhna wo taikich Boloſcżach widżecż —;
Wona pak tola Joho, ha ſo ſamu ſobu powṅe do bożeje Wole podawaſche, ha
tak ſo ſameje móczna zwoſta.

Żoné wo wilkei Zrudoƀe zlóchka do Rėżcżeṅa, do ṅepżiſtoinéch Potżiṅkow
ſo rozpużcżeja, k Zeṁi popaduẇu, po Zeṁi ſo waleja —. Na Maṙi żanoho
ṅepżiſtoinoho Potżiṅka widecż ṅebė. Nutzi wo Wutroƀe nimo Mėré zrudna —,
tola zwonka wo wſchim zkwadṅe ſo zadżerża; tohodla S. Jan, kiż jo ſcho
ſam pódla widżaw, piſa: Wona ſtejeſche — pod tém Kżiżom. Ta Sélnoſcz
teje jeje Luboſcże k Bohu — teiż Ju ſamu tak ſélnoſcżeſche.

Ha déż jo ſwóſchawa Jėzuſa za ſwojich Mordaṙow proſécż: Wotze, wodai
jim, woni ṅeẇedża, żto tżiṅa —; jo, zawėſczi jo tełei Swowa po nim
prajiwa; ha tak wotedawa tu Pruhu wėrṅeje Bliſchoh-Luboſcże, kotraż wo
tei Luboſczi k Bohu — ſo koṙeṅi.

<pb n="277"/>

iſt; jedoch weit mehr liebe ich ſie deswegen, weil Sie den Willen Gottes
am vollkommenſten erfuͤllet.

Die Staͤrke der Liebe zu Gott zeigt ſich am herrlichſten, da einer willig
in den Willen Gottes ſich ganz hingibt in einer Sache, die ihm natuͤrlich
ſehr ſchwer ankoͤmmt. Maria hat die Staͤrke ihrer Liebe zu Gott am
herrlichſten gezeiget, als ſie unter dem Kreutz Jeſu ſtand. Ueber die
Maaßen ſchwer war es Jhr, ihren lieben Sohn in ſolchen Schmerzen zu
ſehen —; gleichwohl Jhn, und zugleich ſich ſelbſt uͤbergab Sie gaͤnzlich
dem goͤttlichen Willen, und ſo blieb ſie ihrer ſelbſt maͤchtig.

Weiber pflegen in großer Betruͤbniß leicht in Klaggeſchrei, in
unanſtaͤndige Geberden ſich auszulaſſen, zur Erde zu ſinken, auf der Erde
ſich zu waͤlzen —. An Maria war keine unanſtaͤndige Geberde zu ſehen.
Innerlich im Herzen uͤber die Maaßen betruͤbt —, verhielt Sie ſich
gleichwohl aͤußerlich durchaus mit Anſtand; daher der hl. Joannes, der
alles ſelbſt gegenwaͤrtig geſehen, ſchreibt: Sie ſtand — unter dem
Kreutze. Die Staͤrke ihrer Liebe zu Gott — gab auch Jhr ſelbſt ſolche
Staͤrke.

Und als ſie gehoͤret Jeſum fuͤr ſeine Moͤrder bitten: Vater, vergib ihnen,
ſie wiſſen nicht, was ſie thun —; hat ſie, gewiß hat ſie dieſe Worte Jhm
nachgeſagt, und ſo abgelegt die Probe wahrer Naͤchſten-Liebe, welche in
der Liebe zu Gott — ihre Wurzel hat.

<pb n="278"/>

Wona je ẇedżeſche, zo Jėzus za wſchitkich Cżwojekow cżerpi, ẇedżeſche,
zo te Rėchi téch Cżwojekow ta Wina joho Cżerṗeṅa ſu; dokelż bóizka
Prawda za te Rėchi żanoho druhoho Wotpwacżeṅa ha Wotrunaṅa hoṙebracż
ṅechaſche, hacż te Jėzuſowo Cżerṗeṅo.

Maṙa ẇedżeſche, zo Jėzus teiż za Nju cżerpi; zo wona na Jėzuſowo
Zaſwużbó pżede wſchim Rėchom wobwarnuwana, ha z bożimi Nadami wobdaṙena
jo; pżetoż, ṅebė-li tón Séhn bożi ſo wocżwojetżiw, ha tón cżwojetżi
Zlahw wumóżiw; tak wona ṅebė joho Macż bówa, ṅebė wot Boha te Nadé
dóſtawa, hale bė z druhimi ſobu zhuƀena bówa.

Te dozpowne Podwoleṅo do bożeje Wole jo Maṙa teiż po Kréſtuſowém
Do-Neƀes-Zpėcżu Dżeṅ wote Dṅa pżeczé wobnoẇawa. Jap. Pawow mėjeſche
wilku Żadoſcz z tohodlei Swėta pṙeicż — k Jėzuſei do Ṅeƀes woteṅcż —.
Hale, dokelż wón hako Wutżer druhim Cżwojekam jow hiżcże trėbné ha
wużitné bė, daſche ſebi lubicż, wo tém tżaſném Huƀenſtẇe dlėje
hoṙedżerżané bócż. Maṙa jara, jara żadoſcżeſche k Jėzuſei do Ṅeƀes —;
dokelż pak ſo Bohu luƀeſche — Ju tém Japożtowam ha prėnim Kżeſczianam k
Tróżtei hiżcże ẇele Lėt’ jow na Zeṁi woſtajicż —; tak wona ze wſchim
zpokojom ṅepżeſtawaſche wrócżecż te Swowa: Ja ſém Swużownicza toho
Kṅeza, ſtaṅ ſo zo mnu, kaiż Bóh cze.

Wėrna Poniżnoſcz jo te krute Dno ſchitkich kż. Pótſcziwoſcżow. Talei
Poniżnoſcz jo wo Maṙi bówa, ha pżeczé zwoſtawawa.

<pb n="279"/>

Sie wußte es, daß Jeſus fuͤr alle Menſchen leide, wußte, daß die Suͤnden
der Menſchen die Urſache ſeines Leidens ſind; indem Gottes Gerechtigkeit
fuͤr die Suͤnden kein anderes Loͤſegeld, keinen andern Erſatz annehmen
wollte, als das Leiden Jeſu.

Maria wußte es, daß Jeſus auch fuͤr Sie leide; daß ſie auf Jeſu
Verdienſte vor aller Suͤnde bewahret, und mit goͤttlichen Gnaden
beſchenket worden; denn, waͤre der Sohn Gottes nicht Menſch geworden,
haͤtte er nicht das Menſchen-Geſchlecht erloͤſet; ſo waͤre ſie ja nicht
deſſen Mutter, haͤtte von Gott die Gnaden nicht empfangen, ſondern
wuͤrdeſammt andern verloren geweſen ſeyn.

Die vollkommene Ergebung in den goͤttlichen Willen hat Maria auch nach
Chriſti Himmelfahrt tagtaͤglich immer erneuert. Der Ap. Paul (♣Phillip.♠
1, 23.) hatte großes Verlangen aus dieſer Welt hinweg — zu Jeſu in den
Himmel zu uͤbergehen —. Jedoch, weil er als Lehrer andern Menſchen hier
noch noͤthig und nuͤtzlich war, ließ er ſichs gefallen, in dem zeitlichen
Elend laͤnger aufgehalten zu werden. Sehr, gar ſehr verlangte Maria zu
Jeſu im Himmel —; da es aber Gott gefiel — Sie, den Apoſteln und erſten
Chriſten zum Troſt, noch mehrere Jahre hier auf Erden zu laſſen; ſo war
ſie mit allem zufrieden, hoͤrte nicht auf zu wiederholen die Worte: Jch
bin eine Dienſtmagd des Herrn, es geſchehe mir, wie Gott will.

Wahre Demuth iſt der feſte Grund aller chriſtl. Tugenden. Dieſe Demuth
iſt in Maria geweſen und ſtaͤts geblieben.

<pb n="280"/>

Te krute Dno teje Poniżnoſcże pak jo te Zpóznacżo ha Rożpómṅecżo teje
ſwojeje ſamotṅeje Żpatnoſcże; zo té tu twoju Żpatnoſcz ſam praẇe
zpóznajeſch, ha ſebi ju k Wutroƀe ƀeṙeſch; ha wo tém Zpóznacżu ha
Rozpómṅecżu teje twojeje Żpatnoſcże — rad ſo zibuẇeſch ha pokhileſch,
naipṙedé pżed Bohom, ha potém Boha dla teiż pżed Cżwojekami.

Tón naizpodżiwniſchi, naidozpowniſchi Pżikwad wėrneje Poniżnoſcże jo
wotedaw Jėzus Kréſtus, kiż jo ha woſtaṅe wėrné Bóh ha wėrné Cżwojek.

Hako wėrné Boh z toho Wótſcza wot Wėcżnoſcże rodżené, jo wón z tém
Wótſczom ha S. Duchom tón Ztworicżer, tón Zdżerżicżer, tón Kṅeżicżer
ſchitkich Wėczow. Jėzus wo ſebi widżeſche tu ṅezkóncżnitu bóizku
Majeſtocz; wo tei nitżo mólicżke, nitżo żpatne ṅejo, bócż ṅemóże; wo
Bohu jo ſcho ṅezkóncżṅe wilke, ṅezkoncżṅe dobre. Wo tém Bóiſtẇe tżiſcże
żana Wina, żane Dno k tei Poniżnoſczi ṅejo.

Tón wėrné Bóh pak jo na ſo wzaw tu cżwojetżu Naturu, tu Żtawtnoſcz
jenoho Swużownika —. Jėzus Kréſtus hako wėrné Cżwojek jo jene Ztwoṙeṅo;
te joho Cżėwo jo z Marineje Kṙeje zeżtawtuwane, ta joho cżwojetża Duſcha
jo wot Boha z nitżoh’ ztwoṙena. Talei Duſcha, telei Cżėwo, t. r. tón
wėrné Cżwojek Jėzus Kréſtus jo k bóizkei Doſtoinoſczi wuzbėṅené, déż jo
k tei druhei Parſchóṅe teje nai ſẇacżiſcheje Trojiczé tak zpodżiwṅe
zpoieṅené, zo ṅeiſtai dwai Kréſtuſai, hale jenoi jedén Kréſtus, wėrné
Bóh, ha wėrné Cżwojek. Wo Jėzuſu Kréſtuſu ſtei

<pb n="281"/>

Der feſte Grund der Demuth aber iſt die Erkenntniß und Erwaͤgung ſeiner
eigenen Geringheit; daß du deine Geringheit ſelbſt recht erkenneſt, und
ſie beherzigeſt; und in der Erkenntniß und Erwaͤgung deiner Geringheit —
gern dich beugeſt und neigeſt, allererſt vor Gott, und dann wegen Gott
auch vor den Menſchen.

Das allerwunderbarſte, allervollkommnenſte Beiſpiel wahrer Demuth hat
gegeben Jeſus Chriſtus, der da iſt und bleibt wahrer Gott, und wahrer
Menſch.

Als wahrer Gott aus dem Vater von Ewigkeit gezeuget, iſt er mit dem
Vater und H. Geiſt der Schoͤpfer, der Erhalter, der Herrſcher aller
Dinge. Jeſus ſah in ſich die unendliche goͤttliche Majeſtaͤt, in der
nichts kleines, nichts geringes iſt, noch ſeyn kann; in Gott iſt alles
unendlich groß, unendlich gut. In der Gottheit iſt ſchlechterdings gar
keine Urſache, kein Grund zur Demuth.

Der wahre Gott hat aber angenommen die menſchliche Natur, die Geſtalt
eines Knechtes —. Jeſus Chriſtus als wahrer Menſch iſt ein Geſchoͤpf;
ſein Leib iſt aus Mariens Blut gebildet; ſeine menſchliche Seele iſt von
Gott aus Nichts erſchaffen. Dieſe Seele, dieſer Leib, d. h. der wahre
Menſch Jeſus Chriſtus iſt zur goͤttlichen Wuͤrde erhoben, indem er mit der
anderen Perſon der allerheiligſten Dreyfaltigkeit ſo wunderbar
geeiniget, daß keineswegs zwey Chriſtuſſe ſind, ſondern nur ein
Chriſtus, wahrer Gott, und wahrer Menſch. In Jeſu Chriſto ſind <pb
n="282"/>dwė Natuṙe, ta bóizka, ha ta cżwojetża; tola pak nicz dwė
Parſchóṅe, hale lutka jena bóizka Parſchóna.

Ta cżwojetża Duſcha Jėzuſowa, t. r. Jėzus hako Cżwojek jo pżeczé ladaw
ha rozpominaw te ſwoje Nitżo, zo jo z nitżoh’ ztwoṙené —, zo ſchitko,
żtoż jo ha ma, zo ſchitko jo ha ma nicz ze ſoſamoho, hale zbożeje
Darnoſcże; ha wo témlei Rozpómṅecżu wón ſtaiṅe pżed Bohom ſo kwoṅeſche,
pżeczé podwolné — dopelnicż tu ſẇatu bożu Wolu; ha po teilei ſẇatei
bożei Woli podcżiſuwaſche ſo wón teiż Cżwojekam, da ſebi lubicż wot téch
Lózéſkich zadzpėwana, woṅetżeſcżené, k Sṁercżi matruwané bócż.

Maṙa pżeczé ladaſche na te ſwoje ſamotne Nitżo, pżeczé ſebi
nazpominaſche, zo ſama ze ſo nitżo ṅejo, nitżo nima; zo ſchitko, żtoż jo
ha ma, z Nadé wot Boha dóſtawa jo. Tak jo nidé za ſwoje Żiẇeṅo kußa
ṅepohordżiwa; żeni jo ſebi ṅewóſliwa żto lėpſcha bócż hacż druzé —; hale
jo pżeczé to rozpominawa, zo pżed Bohom ſchiczé jenak nitżo ſmó.

Talei jeje znutznita Poniżnoſcz teiż zwonka ſo wopokazuwaſche; ſchudżom,
wo wſchim rada ſo zibuwaſche ha pokhileſche, naipṙedé pżed Bohom, ha
potém Boha dla teiż pżed Cżwojekami.

Déż ji tón Jandżel wopóje, zo Bóh ju k tei Doſtoinoſczi bóizkoho
Macżerſtwa wuzbėnécż cze —; ṙekné wona: Ja ſém Swużownicza toho Kṅeza.
Déż hiżo Macż boża bė, ha toho wėrnoho Boha pod ſwojei Wutrozwey <pb
n="283"/>Naturen, die goͤttliche, und die menſchliche; doch aber nicht
zwey Perſonen, ſondern eine einzige goͤttliche Perſon.

Die menſchliche Seele Jeſu, d. h. Jeſus als Menſch hat immer geſehen und
betrachtet ſein Nichts, daß er aus Nichts erſchaffen —, daß alles, was
er iſt und hat, daß er alles iſt und hat nicht aus ſich ſelbſt, ſondern
aus goͤttlicher Freigebigkeit; und in dieſer Vetrachtung beugte er ſich
ſtaͤts vor Gott, immer bereitwillig — zu erfuͤllen den heiligen goͤttlichen
Willen; und dieſem heiligen Willen Gottes gemaͤß unterwarf er ſich auch
den Menſchen, ließ ſich’s gefallen, von den Ruchloſen verachtet,
entehret, zum Tode gemartert zu werden.

Maria ſah ſtaͤts auf ihr eigenes Nichts, immer erinnerte ſie ſich, daß
ſie aus ſich ſelbſt nichts iſt, nichts hat; daß ſie alles, was ſie iſt
und hat, aus Gnade von Gott empfangen hat. So hat Sie nie in ihrem Leben
ſich das mindeſte eingebildet; nie iſt ihr in Sinn gekommen, etwas
beſſer zu ſeyn als andere —; ſondern hat immer das erwogen, daß wir vor
Gott alle einerley Nichts ſind.

Dieſe ihre innere Demuth zeigte ſich auch im Aeußern; uͤberall, in allen
Faͤllen beugte und neigte ſie ſich gern, allererſt vor Gott, und dann
wegen Gott auch vor den Menſchen.

Als ihr der Engel ankuͤndigte, daß Gott Sie zu der Wuͤrde goͤttlicher
Mutterſchaft erheben wolle —; ſprach ſie: Jch bin eine Dienſtmagd des
Herrn. Da ſie ſchon Mutter Gottes war, und den wahren Gott unter ihrem
Herƀe <pb n="284"/>mėjeſche, dżėſche wopótacż Hilzbetu, ha ji kaiż
ſwuzowna Holcza hoṙeſwużeſche.

Déż Hilzbeta Ju zbóżnu kcżijeſche, wotmoji wona: Moja Duſcha wilkoſczi
toho Kṅeza, ha mói Duch zraduẇe ſo wo Bohuj mojim Zbóżniku; wón jo z
Nadu poladnéw na mṅe, na ſwoju żpatnu Swużowniczu. Hako bó prajiwa:
Ṅekwal té ṁe, kiż ja ze ſo nitżo ṅeiſém; kwalmoi romadże Boha, z
kotrohoż Nadé ſém, żtoż ſém.

Maṙa ṅebė ſlepa; wona deṙe zpóznawaſche te ſebi date wilke Nadé, ha
wuzna: Wilke Wėczé na mni jo tżiniw tón ſchohomóczné Bóh; hale nédém
pżiſtaji: Te joho Ṁėno jo ſẇate; hako bó prajiwa: Ta moja Sẇatoſcz ṅejo
moja, hale jo Dar toho ſẇatoho Boha; kiż jo tón jenicżki Kużow ſcheje
Sẇatoſcże.

Tei poniżnei Maṙi deṙe ſo luƀeſche, jow na Zeṁi khuda, zadzpėta bócż —.
Ji bė powṅe praẇe, wo jenei hubenei Dżėṙe te ſwoje Wożo dżerżecż; ruṅa
druhim Ṅedżėlnitżam żtérczécżi Dnów wutżakacż; potém wo tém Templu ſo
poſtajicż, ha, kaiż druhe khude Ṅedżėlnitże, dwej Hoibikow k Wopórei
pżiṅeſcz.

Wot toh’ Zwotoh’, kotreż cżi czuzi Kṅeża ji pżiṅeſli bėchu, bė dṙe wona
jene Jeṅo kupicż, ha ruṅa tém bohatém te Jeṅo wopruwacż mówa; hale deṙe
ẇedżiwſchi, zo Bóh jacz lada na tu znutznitu Mós teje Mutrobé, déżli na
tón wonkotżné Dar —, ṅechaſche z témi Bohatémi deṙe widżana, czéſche z
témi Khudémi kedżbu ṅemėta bócż.

<pb n="285"/>

zen hatte, gieng ſie zu beſuchen die Eliſabeth, und wie ein
Dienſtmaͤdchen wartete ſie ihr auf.

Als Eliſabeth Sie ſelig pries, antwortete ſie: Meine Seele macht groß
den Herrn, und mein Geiſt frohlocket in Gott meinem Heiland; er hat in
Gnaden geſehen auf mich ſeine geringe Dienſtmagd. Als ob ſie ſpraͤche:
Lobe du nicht mich, die ich aus mir nichts bin; loben wir doch beide
Gott, aus deſſen Gnade ich bin, was ich bin.

Maria war nicht blind; ſie erkannte gar wohl die ihr gegebenen großen
Gnaden, und bekannte: Große Dinge an mir hat gethan der allmaͤchtige
Gott; aber ſogleich ſetzte ſie bei: Sein Name iſt heilig; als ob ſie
ſagte: Meine Heiligkeit iſt nicht mein, ſondern iſt Gabe des heiligen
Gottes, der da iſt die einzige Urquelle aller Heiligkeit.

Der demuͤthigen Maria gefiel es gar wohl, hier auf Erden arm, verachtet
zu ſeyn —. Jhr war es voͤllig recht, in einem elenden Loch ihr Wochenbett
zu halten; gleich andern Woͤchnerinnen vierzig Tage auszuharren; dann in
dem Tempel ſich darzuſtellen, und, wie andere arme Woͤchnerinnen, zwey
Taͤubchen zum Opfer zu bringen.

Von dem Golde, welches ihr die fremden Herrn dargebracht hatten, haͤtte
ſie wohl ein Lamm kaufen, und gleich den Reichen das Lamm opfern koͤnnen;
allein wohl wiſſend, daß Gott mehr ſieht auf den innern Sinn des
Herzens, als auf die aͤußere Gabe —, wollte ſie nicht mit den Reichen
wohl angeſehen, lieber wollte ſie mit den Armen unbeachtet ſeyn.

<pb n="286"/>

Maṙa dṙe ẇedżeſche, zo Jėzus tón cżwojetżi Zlahw wumóżicż budże —; hale
déh, dże, kah wón to po tei Woli toho ṅeƀ. Wótſcza zapotżecż ha wuẇeſcż
budże —, to wona do Tżaſa ṅeẇedżeſche. Z toho pżiṅdże, zo drudé na tém,
żtoż z Jėzuſom ſo ſtawaſche, jara ſo zpodżiwaſche, ha nėkotre Swowa,
kotreż Jėzus ze ſo pużcżi, ṅedozrozemi.

Wona Jėzuſa hako ſwoje Dżėcżo z macżernej Luboſcżu lubuwaſche; hale Joho
teiż hako wėrnoho Boha z Bojaznoſcżu tżeſcżeſche —. Tak żeni ſo ṅezważi
Joho żto taike praſchecż; nė; wona ſo zpokoji z tém, żtoż wón ji
ṅepraſchané pójedżecż czéſche. Schitke joho Swowa wona wo ſwojei Wutroƀe
khowaſche, ṁeltżo pżi ſebi je rozpominaſche, wo poniżném ſwatém
Poſtrachuwaṅu wotżakuwaſche tón Tżas, déh Jomu ſo lubicż budże Ji to,
żtoż dozrozemiwa ṅebė, bóle nazjawne dopójedżecż.

Hacż potem cżi Ṅewėriwi Jėzuſa woṅetżeſcżachu, leſtéruwachu, hako
Zwóſcznika k Sṁercżi zaſudżichu, tedém jo teiż ſnadṅe na Maṙu hako joho
Macż nėkotre kraſne lóze Swowo wucżiſṅene bówo —. Maṙa wo ṁeltżiwei
Poniżnoſcżi ſcho do ſo zpóżera, na nitżo ſo ṅehórſcheſche.

Po Kréſtuſowém Do - Ṅeƀes-Zpėcżu, déż cżi Wėriwi ſo zromadżachu,
ſtupaſche Maṙa do toho Rjada druhich Żónſkich, po tedémſchim Waſchṅu
wotmówaſche druhim te Nohi, ha hacżruniſch wona, wot S. Ducha dobniſcho
roſwėtlena, te bóizke Wėczé naijaſniſcho zpóznawaſche, ha cżi Japożtoẇe
ſami

<pb n="287"/>

Maria wußte es wohl, daß Jeſus das menſchliche Geſchlecht erloͤſen werde
—; jedoch wann, wo, wie er das nach dem Willen des himl. Vaters anfangen
und ausfuͤhren werde —, das wußte ſie vor der Zeit nicht. Daher kam es,
daß ſie zuweilen an dem, was mit Jeſu geſchah, ſich ſehr verwunderte,
und einige Worte, die Jeſus fallen ließ, nicht voͤllig verſtand.

Sie liebte Jeſum als ihr Kind mit muͤtterlicher Liebe; aber als den
wahren Gott ehrte ſie Jhn auch mit Ehrfurcht —. So erkuͤhnte ſie ſich nie
Jhn etwas ſolches zu fragen; nein; ſie begnuͤgte ſich mit dem, was Er ihr
unbefragt ſagen wollte. Alle ſeine Worte bewahrte ſie in ihrem Herzen,
erwog ſelbe bei ſich in der Stille, in demuͤthiger, heiliger Ehrfurcht
wartete ſie ab die Zeit, wo es Jhm gefallen werde, Jhr das, was ſie
nicht voͤllig verſtanden hatte, deutlicher kund zu machen. ♣Lc. 2, 50,
et♠ 57.

Als nachher die Unglaͤubigen Jeſum entehrten, laͤſterten, wie einen
Uebelthaͤter zum Tode verurtheilten, damals mag wohl auch auf die Maria
als deſſen Mutter manches Schimpfwort ausgeſtoßen worden ſeyn —. In
ſtiller Demuth verſchluckte Maria alles, murrete wider nichts.

Nach Chriſti Himmelfahrt, wann die Glaͤubigen ſich verſammelten, trat
Maria in die Reihe anderer Weiber, nach der damaligen Sitte wuſch ſie
Andern die Fuͤße; und obſchon ſie, vom Hl. Geiſt reichlicher erleuchtet,
die goͤttlichen Dinge am helleſten erkannte, und die Apoſtel ſelbſt im
<pb n="288"/>wo ṁeltżaczém To ha Tamo wot Ṅeje ſebi dopojedżecż dawachu,
wona tola na te zjawne Prėduwaṅa téch Japożtowow wo tém Rjedże druhich
Żónſkich poniżṅe ha nutérniẇe ſobu poſuchaſche.

Wėrnei Poniżnoſczi jo ztowarſchena ta Poſuſchnoſcz. Hordé Duch jo tżaſto
woṗeraté; poniżné Duch rad ſo podcżiſuẇe. Maṙa jo ſo Jėzevei hako
ſwojom’ Kṅezei wo wſchim podcżiſuwawa. Hacż dérbeſche te Dżėcżatko Jėzus
do Egypſkeje, ha wot tad zas do Izraelſkeje doṅeſené bócż; ṅejo tón
Jandżel to kazaw Mari —, hale Jėzevei, kotromuż wona, hako ſwojom’
Mandżelſkomu, kaiż boża Kazṅa wukaże, wėcżṅe poſkaſche.

Cżwojetże, kaiżkuli wulki habó mudré té ſebi bócż zdaſch, habó teiż
woprawdże ſé; zpóznai ſchak tola ha wuznai, zo té ſam ze ſo nitżo ṅeiſé,
hale ſcho maſch wot Boha, kiż cżi kóiżde Wokamikṅeṅo ſcho preicż wzacż
móże; tak budże wo tebi tón wóſoki Duch zpaduwacż.

Kah wupé bó tola bów jedén khudé Slėpcz, kiż wo napożcżenei Draſcże bó
hordżiw, wilczé tżiniw —, tak ſo do Stracha poſtajiw do Nahoté wuſlėkané
bócż —, débóchu cżi, kiż jomu nėżto ſu pożcżili, kóiżdé te Swoje zas
pominali? Żto té maſch, żtoż bó ṅezkrédnéw? Sé pak je zkrédnéw, żto
hordżiſch, hako bó je ṅezkrédnéw, hale ſam ze ſo mėw?

Mó pak mamó hiżcże jenu druhu ẇetżu Winu — ſo poniżecż —. Kóiżdé ṅech
ſebi nazpomina te ſwoje Rėchi, Valeṙe, Swageheim <pb n="289"/>Das und
Jenes von Jhr ſich eroͤrtern ließen; pflegte ſie gleichwohl die
oͤffentlichen Predigten der Apoſtel in der Reihe anderer Weiber demuͤthig
und eifrig mit anzuhoͤren.

Der wahren Demuth iſt zugeſellet der Gehorſam. Ein ſtolzer Geiſt iſt oft
widerſpenſtig; ein demuͤthiger Geiſt unterwirft ſich gern. Maria hat ſich
dem Joſeph als ihrem Eheherrn in Allem unterworfen. Als das Kindlein
Jeſus ſollte nach Egypten, und von dannen wieder in das Land Iſrael
getragen werden, hat der Engel ſolches nicht der Maria befohlen —,
ſondern dem Joſeph, dem ſie als ihrem Eheherrn, wie es Gottes Gebot
befiehlt, ſtaͤts gehorchte.

Menſch, wie groß oder geſcheid du dir immer zu ſeyn duͤnkeſt, oder auch
wirklich biſt; erkenne es doch und bekenne, daß du aus dir ſelbſt nichts
biſt, ſondern alles von Gott haſt, der dir jeden Augenblick alles
abnehmen kann; ſo wird in dir der Hochmuth ſinken.

Wie dumm waͤre doch ein armer Tropf, der in ausgeborgten Kleidern
ſtolzirte, groß thaͤte —, alſo ſich in die Gefahr ſetzte, nackend
ausgezogen zu werden —, ſo diejenigen, die ihm etwas geborgt, jeder das
Seinige zuruͤckforderten? Was haſt du, das du nicht empfangen? Haſt du es
aber empfangen, was ruͤhmſt du dich, als ob du es nicht empfangen,
ſondern aus dir ſelbſt haͤtteſt? 1. ♣Cor.♠ 4, 7.

Wir aber haben noch eine andere groͤßere Urſache — uns zu demuͤthigen —.
Ein jeder bringe ſich in Erinnerung ſeine Suͤnden, Fehler, Schwachboſcże,
<pb n="290"/>Ṅedozpownoſcże —; ha te Naduhaṅo budże jom’ zaṅcż.

§. 11. Kah, ztżim ta ſẇ. kh. Czérkej S. Maṙu zczéwa woſeƀe tżeſcżi.

Dokelż da Maṙa wot Boha ſcho ẇele ẇetże Nadé dóſtawa, ha z témi ſamémi
ſobuſkutkuiczé ſcho ẇele kraſniſche Pżikwadé wotedawa jo, déżli ſchiczé
druzé Sẇacżi; tak ſo pżiſwuſcha — pżede wſchimi Sẇatémi Maṙu zczéwa
woſeƀe tżeſcżicż. Ha to tżini ta kh. Czérkej.

Kóiżde Lėto ſo ſẇecżi ſchėſcz pżikazanéch Sẇatéch-Dnów S. Maṙe. Wóſche
toho ſu k Potżeſcżeṅu S. Maṙe wuſtajene ſchelake czérkwinſke Sẇate-Dné,
wo kotréchż dṙe tom’ Ludei dowolene jo — te ſwoje Dżėwo dżėwacż; tola
pak boża Mſcha ha te czérkwinſke Pacżeṙe ſu wot S. Maṙe.

Kóiżdu Sobotu, déż żadén druhi Sẇaté-Dżeṅ ṅenapaṅe, ſu teiż te
czérkwinſke Pażeṙe ha ta boża Mſcha wot ſẇateje Maṙe.

Po czéwém Swėcże jo naijacz Cżérkẇow woſẇecżenéch k Tżeſczi S. Maṙi. Ha
zcżeżka budże dże żana kh. Czérkej k namakaṅu, wo kotreiż bó
knaiṁeṅſchom’ jedén Wowtar k Tżeſczi S. Maṙi k widżeṅu ṅebów. Ha żtó bó
pżerachnuwaw te Khapale, te Stowpé ha Sẇecżata, kiż zwonka Czérkẇow S.
Maṙi k Tżeſczi hoṙezẇedżene ſu?

Schelake duchownſke Rjadé, t. r klóżtérſke Michi ha Kṅeżné, wóſche téch
na kóiżdé Dżeṅ wuſtajenéch czérkwinſkich Pacżeri, hiżcże teiż <pb
n="291"/>heiten, Unvollkommenheiten —; und das Aufblaͤhen wird ihm
vergehen.

§. 11. Wie, womit die hl. k. Kirche die hl. Maria ganz beſonders ehret.

Indem alſo Maria von Gott gar weit groͤßere Gnaden empfangen, und mit
denſelben mitwirkend gar weit herrlichere Beiſpiele gegeben, als alle
andere Heiligen; ſo gebuͤhrt es ſich — vor allen Heiligen die Maria ganz
beſondes zu ehren. Und das thut die k. Kirche.

Jedes Jahr werden gefeiert ſechs gebothene Feiertage Mariens. Ueber das
ſind zur Verehrung Mariens ausgeſetzt verſchiedene Kirchen-Feiertage, an
denen zwar dem Volke geſtattet iſt, ſeine Arbeiten zu verrichten;
gleichwohl aber die heilige Meſſe, und Kirchen-Gebethe ſind von der hl.
Maria.

Jeden Samſtag, wenn kein anderer Feiertag einfaͤllt, ſind ebenfalls die
Kirchen-Gebethe, und die heilige Meſſe von der H. Maria.

Durch die ganze Welt ſind die mehrſten Kirchen eingeweihet zur Ehre
Mariens. Und ſchwerlich wird irgend eine k. Kirche zu finden ſeyn, wo
nicht wenigſtens ein Altar zur Ehre Mariens zu ſehen waͤre. Und wer wuͤrde
zuſammen zaͤhlen die Kapellen, die Saͤulen und Bildniſſe, welche außerhalb
der Kirchen zur Ehre Mariens aufgefuͤhret ſind?

Mancherlei geiſtliche Orden, d. h. Kloſter-Moͤnche und Jungfrauen pflegen
uͤber die auf jeden Tag beſtimmten Kirchen-Gebethe, auch noch <pb
n="292"/>te duchowne Żtundé, habó wėſte Pſalmé ha Pacżeṙe k Potżeſcżeṅu
S. Maṙe ſchėdṅe zpėwaja.

Wo tém czéwém khatólſkim Swėcże jo teiż huboko zakoṙeṅene te kwalbne
Waſchṅo, po tém Pacżeṙu toho Kṅeza, po tém Wotze naſchu pżiſtajicż te
jandżelſke Poſtroẇeṅo, ha wobzanknécż z témilei Swowami: Sẇata Ṁaṙa
Macżer boża, proſch za nas Rėſchnikow, nėt, ha wo tei Żtundże naſcheje
Sṁercże.

Wo kh. Cżérkẇach teiż ſchėdṅe rano, pżipówṅu, ha ẇetżor ze Zwonom ſo
pżecżepa. Na telei Pżecżepaṅo pėkni kh. Kżeſczieṅo Kolena zibuẇu, ha
wuzpėwaja tzi jandżelſke Powitaṅa z témi znatémi Żtucżkami: Tón Jandżel
toh’ Kṅeza pżiṅeſe Maṙi te Poſelſtwo, rc. Lei, ja ſém Swużownicza toho
Kṅeza, rc. Ha te Swowo jo ſo Mjaſo ztżiniwo, rc.

To ſo tak ſtawa k dżakownom’ Nazpómṅecżu, zo tón wėcżné Séhn bożi wo
Mariném Żiwocże ſo wocżwojetżiw jo —. Zawėrno, za to mó Bohu nidé dóſcz
ſo dodżakuwacż ṅemóżemó. Tohodla teiż na tulei Pobożnoſcz Wotpuſki
wuſtajene ſu, hale — jenoi za Téch, kiż pżi tém Kolena zibuẇu, ha dele
klakaja —.

♣NB.♠ W jutrowném Tżaſu, wot Jutrow hacż do S. Trojiczé, teiż ſchė
ṅedżėlſke Dné, ha Sobotu ẇetżor, (dokelż ta czérkwinſka Ṅedżėla z
Néżporom ſo zapótżina) ma talei Pobożnoſcz po czérkwinſkim Waſchṅu ſtejo
ſo wobréchtuwacż, k tżeſcziwom’ Nazpómṅecżu toho Kréſtuſowoh’
Hoṙeſtacża.

<pb n="293"/>

die geiſtlichen Tagzeiten, oder gewiſſe Pſalmen und Gebethe zur
Verehrung Mariens taͤglich zu entrichten.

In der ganzen k. Welt iſt auch tief eingewurzelt die loͤbliche Sitte,
nach dem Gebethe des Herrn, nach dem Vater unſer beizufuͤgen den
engliſchen Gruß, und zu beſchließen mit dieſen Worten: Heilige Maria
Mutter Gottes, bitte fuͤr uns Suͤnder, itzt, und in der Stunde unſers
Abſterbens.

In k. Kirchen wird auch taͤglich fruͤh, mittags und abends mit der Glocke
angeſchlagen. Auf dieſes Anſchlagen beugen gute k. Chriſten die Kniee,
und ſprechen drey engliſche Gruͤße mit den bekannten Verſen: Der Engel
des Herrn brachte Mariaͤ die Botſchaft, rc. Sieh, ich bin eine Dienſtmagd
des Herrn rc. Und das Wort iſt Fleiſch geworden rc.

Solches geſchieht zur dankbaren Erinnerung, daß der ewige Sohn Gottes in
Mariens Leibe Menſch geworden iſt —. Wahrlich, dafuͤr koͤnnen wir Gott nie
genung danken. Weswegen auch auf dieſe Andacht Ablaͤſſe ausgeſetzt ſind,
jedoch nur fuͤr Diejenigen, die dabei Kniee beugen und niederknieen.

♣NB.♠ Zur oͤſterlichen Zeit, von Oſtern bis zur H. Dreyfaltigkeit, auch
alle Sonntage, und Samſtag Abends, (weil der kirchliche Sonntag mit der
Veſper beginnet) ſoll dieſe Andacht nach kirchlicher Sitte ſtehend
verrichtet werden zum Ehren-Gedaͤchtniß der Auferſtehung Chriſti.

<pb n="294"/>

Wo tei kh. Czérkwi ſu teiż hoṙezẇedżene ſchelake Braſtwa, kiż S. Maṙu
hako ſwoju woſebnitu Patrónu ha Zaſtupniczu woſeƀetżeſcża, wėſte
Pobożnoſcże wotwożeja.

Ḃez temi jo naijacz znate, naijacz roſchėrokoſcżene te Braſtwo toho ſẇ.
Rózaṙa, kotromuż te Dno zapowożiw jo tón nutérniwé Japożtowſki Prėdar S.
Dominikus woko toh’ Lėta 1210.

Wone jo ſto ha ṗecżdżeſat Pſalmow, telei Pſalmé ſu wo cżérkwinſkich
Pacżeṙach tak rozdżėlene, ha zrjadnoſcżene, zo Duchowni ha duchowne
Kṅeżné za Tédżeṅ tón czéwé Pſalter, t. r. ſchitke ſto ha ṗecżdżeſat
Pſalmé wuzpėwaja.

Dokelż taika Pobożnoſcz ſwėtném Kżeſczianam pżimėṙena ṅejo; jo tón
zpómṅené S. Dominik dobrém Kżeſczianam wuradżaw ha wukazuwaw — mėſto
téch 150. Pſalmow zpėwacż ſto ha ṗecżdżeſat jandżelſkich Poſtroẇeṅow, ha
pżi tém ſebi nazpominacż te Pótainoſcże toho Naroda, toho Cżerṗeṅa, toho
Zhordoſcżeṅa Jėzuſa Kréſtuſa.

Tak ma tón Pſalter pjatnacże Dżeſatnikow jandżelſkich Powitaṅow; ha
kóiżdé Dżeſatnik ſo zapótżṅe z tém Wotze naſchom. To jo tón Pſalter,
kotréż te Bratré ha Sotré toholei Braſtwa kóiżdé Tédzeṅ wuzpėwacż maja,
zatém hacż móża.

Su Wėré hódne Wobſwėtkoſcżeṅa, zo S. Maṙa tom’ S. Dominikei ſo
wozjewiwa, ha jomu kazawa jo — tulei Pobożnoſcz ƀez tém kż. Ludom
hoṙezẇeſcz. Ja na moju Portu to wėṙu;

<pb n="295"/>

In der k. Kirche ſind auch eingefuͤhret verſchiedene Bruderſchaften,
welche die H. Maria als ihre beſondere Patronin und Fuͤrſprecherin
beſonders ehren, gewiſſe Andachten entrichten.

Unter dieſen iſt am meiſten bekannt, am meiſten verbreitet die
Bruderſchaft des hl. Roſenkranzes, zu welcher den Grund gelegt hat der
apoſtoliſche Prediger H. Dominikus um das Jahr 1210.

Es ſind hundert und fuͤnfzig Pſalmen; dieſe Pſalmen ſind in den
Kirchen-Gebethen alſo vertheilet und geordnet, daß die Geiſtlichen und
geiſtlichen Jungfrauen woͤchentlich den ganzen Pſalter, d. h. alle
hundert und fuͤnfzig Pſalmen ausbethen.

Da ſolche Andacht weltlichen Chriſten nicht angemeſſen iſt, hat
gedachter H. Dominik guten Chriſten angerathen und ausgeheißen — ſtatt
der 150 Pſalmen zu bethen hundert und fuͤnfzig engliſcher Gruͤße, und
dabei ſich in Erinnerung zu bringen die Geheimniſſe der Geburt, des
Leidens, der Verherrlichung Jeſu Chriſti.

Es hat demnach dieſer Pſalter fuͤnfzehn Zehntel engliſcher Gruͤße; und ein
jedes Zehntel faͤngt an mit dem Vater unſer. Das iſt der Pſalter, welchen
die Bruͤder und Schweſtern dieſer Bruderſchaft woͤchentlich auszubethen
haben, je nachdem ſie koͤnnen.

Es ſind glaubwuͤrdige Zeugniſſe, daß die H. Maria dem hl. Dominik
erſchienen, und ihm befohlen hat — dieſe Andacht unter dem chriſtl.
Volke einzufuͤhren. Jch meinerſeits glaube dieſes; <pb n="296"/>to pak
tola ṅeſwuſcha do teje ſẇateje kh. Wėré; hale jo ſamotṅe cżwojetża Wėra
na cżwojetże Wobſwėtkoſcżeṅa.

Żtóż ṅecha —, ṅetṙeba to wėricż; dérbi pak tola tu ſwoju Wuſtoinoſcz
podcżiſnécż tomu Wuſudżeṅu teje kh. Czérkẇe, kotraż tulei Pobożnoſcz za
dobru zpóznaje, ha z Wotpuſkami wopwacża.

Ta kh. Czérkej ṅeporutża to wėricż, zo S. Maṙa ſw. Dominikei ſo
wozjewiwa jo; teiż Nikomu hoṙeṅekwadże teje Winoitoſcże do toholei
Braſtwa ſtupicż, tón Pſalter zpéwacż, hale to kóiżdomu do joho dobreje
Wole poda. Tak móże Jedén khatólſki Kżeſczian bócż ha zwoſtacż, bórṅe
toho Pſaltéra ṅezpėwaw. Ṅeſṁe pak tola tejelei Pobożnoſcże hanicż ha
wuſṁeſchecż; pżetoż tak bó pżeſtaw khatólſki Kżeſczian bócż habén z tém,
zo to hani, żtoż ta kh. Czérkej kwali.

Dokelż nėkotrém jara wobcżeżniwe jo, te wilke Rózaṙe, habé tón czéwé
dohi Pſalter wuzpėwacż; ſu hoṙezẇedżene te ṁeṅſche Rózaṙe wot tżi ha
ſchėſczdżeſat jandżelſkich Powitaṅow. Snadṅe ſu cżi prėṅi Hoṙeẇedżicżeṙo
téchlei Rózaṙow za to dżerżeli, zo S. Maṙa wo tżi ha ſchėſczdżeſatém
Lėcże ſwojeje Starobé jo ze Swėta wzata bówa —. Ṅech pak jo S. Maṙa
tedém, hacż ze Swėta wzata jo, ṅech jo bówa ſtarſcha, habó teiż mótza, z
toho nitżo ṅewoteṅdże Tomu, kiż telei Rózaṙe z Pobożnoſcżu zpėẇe.

<pb n="297"/>

doch gehoͤrt das nicht zu dem heiligen k. Glauben; ſondern iſt ein blos
menſchlicher Glaube auf menſchliche Zeugniſſe.

Wer nicht will —, brauchts nicht zu glauben; muß aber doch ſeine
Einſicht unterwerfen dem Urtheile der k. Kirche, welche dieſe Andacht
fuͤr gut anerkennet, und mit Ablaͤſſen beſchenket.

Die k. Kirche befiehlt es nicht das zu glauben, daß die H. Maria dem hl.
Dominik erſchienen iſt; ſie legt auch Niemanden die Schuldigkeit auf —
in dieſe Bruderſchaft zu treten, den Pſalter zu bethen, ſondern ſtellt
ſolches einem jeden in ſeinen guten Willen. Mithin kann Einer ein
katholiſcher Chriſt ſeyn und bleiben, obſchon er den Pſalter nicht
bethet. Er darf aber doch nicht dieſe Andacht tadeln, und daruͤber
ſpoͤtteln; denn ſo wuͤrde er aufhoͤren ein katholiſcher Chriſt zu ſeyn eben
dadurch, daß er das tadelt, was die Kirch. Iobet.

Da es einigen gar beſchwerlich iſt, den großen Koſenkranz, oder den
ganzen Pſalter auszubethen; iſt eingefuͤhret der kleinere Roſenkranz von
drey und ſechzig engliſchen Gruͤßen. Wohl moͤgen die erſten Urheber dieſes
Roſenkranzes dafuͤr gehalten haben, daß Maria im drey und ſechzigſten
Jahre ihres Alters von der Welt genommen worden —. Mag aber Maria
damals, als ſie von der Welt genommen worden, mag ſie aͤlter, oder auch
juͤnger geweſen ſeyn, dadurch entgeht nichts Dem, der dieſen Roſenkranz
mit Andacht bethet.

<pb n="298"/>

Po tém czéwém kh. Swėcże ſo teiż zpėwaja te znate Litanije wot S. Maṙe,
wo kotréchż Ji ſchelake tżeſcżiwe Ṁena ſo pżipowożeja. Nėkotre z
téchſaméch mówo tém Ṅewutżeném ṅezrozemite bócż; lei jow jene krótke
Rozprajeṅo téch ſaméch.

Kṅeżna ſchėch Kṅeżnow. Jėzus Kréſtus jo ṁenuwané Kral ſchėch Kralow,
Kṅez téch Kṅeżicżerow, dokelż ſchiczé Kraloẇe ha wilczé Kṅeża podno Jomu
ſu mólicżczé Kṅeżikoẇe, Podani, Swużowniczé, ṅeiſu Jomu k pżirunaṅu. Ḃe
wſchitkimi Kṅeżnami anicz jena ṅejo, kotraż bó Maṙi mówa pżirunana bócż.
Pżetoż z woſebniteje Nadé jo Maṙa nidé żanoho ṅetżiſtoho Pomóſleṅa
ṅepomėwa; nidé żanoh’ wólnoh’ Pohibṅeṅa woſebi ṅewutżuwa; ha teiż wo
Téch, kiż na Nju ladachu, tu Wólnoſcz zpoduſchawa; wóſche toho, wona jo
Kṅeżna ha Macż, woboidwoje romadże. Tak ƀe wſchimi ta jenicżka — jo
Kṅeżna ſchėch Kṅeżnow.

Maṙa jo ta naiprėṅa te Kṅeżniſtwo Bohu lubiwa; po Ṅei ſu Tawzénté téch
Kṅeżnow teiż taiki Slub tżinili, ha hiżcże tżiṅa. Tak jo Maṙa Kralowna,
Ẇednicza, ha Miżtérka téch Kṅeżnow.

Macż bożeje Nadé. Ta naiẇetża Nada wot Boha za nas jo Jėzus Kréſtus,
habé to, zo tón ṅeƀ. Wótſcz ſwojoho Séhna nam k Zbóżnikei daw jo. Toho
jo Maṙa porodżiwa; Tón jo nam ſchė Nadé zaſwużiw; na Joho Zaſwużbé
wuproſé nam Maṙa dobne Nadé.

<pb n="299"/>

In der ganzen k. Welt wird auch gebethet die bekannte Litaney von der H.
Maria, in welcher Jhr verſchiedene Ehrennamen beigelegt werden. Einige
derſelben moͤgen den Ungelehrten unverſtaͤndlich ſeyn; ſieh hier eine
kurze Erklaͤrung derſelben.

Jungfrau aller Jungfrauen. Jeſus Chriſtus iſt genannt Koͤnig aller
Koͤnige, Herr der Herrſchenden ♣Apoc.♠ 19, 16., weil alle Koͤnige und
große Herren gegen Jhn nur kleine Herrchen, Unterthanen, Diener ſind,
mit Jhm gar nicht zu vergleichen. Unter allen Jungfrauen iſt keine
einzige, welche mit Maria koͤnnte verglichen werden. Denn aus beſonderer
Gnade hat Maria nie einen unreinen Gedanken gehabt; nie eine geile
Regung in ſich empfunden; und ſie hat auch in Denen, welche Sie anſahen,
die Geilheit erſticket; uͤber das iſt Sie Jungfrau und Mutter, beides
zugleich. Alſo unter allen die einzige — iſt ſie Jungfrau aller
Jungfrauen.

Maria hat die allererſte die Jungfrauſchaft Gott gelobet; nach Jhr haben
Tauſende der Jungfrauen auch ein ſolches Geluͤbde gethan, und thun es
noch. Alſo iſt Maria die Koͤnigin, die Anfuͤhrerin und Meiſterin der
Jungfrauen.

Mutter der goͤttlichen Gnade. Die allergroͤßte Gnade von Gott fuͤr uns iſt
Jeſus Chriſtus, nemlich, daß der himml. Vater ſeinen Sohn uns zum
Heiland gegeben. Dieſen hat Maria geboren; Dieſer hat uns alle Gnaden
verdient; auf Deſſen Verdienſte erbittet uns Maria reichliche Gnaden.

<pb n="300"/>

Naiſchwarniſcha, naitżiſcziſcha Macżer. Teilei dwė tżeſcżiwei Ṁeṅe
zdatei dṙe ſo jenaike Zrozeṁeṅo mėcż; hale wo tém prėṅim jo mėṅena ta
Schwarnoſcz ha Tżiſtoſcz jeje Ducha; wo tém druhim ta Tżiſtoſcz jeje
Cżėwa. Ta Tżiſtoſcz jeje Ducha wo tém wobſteji, zo wona, żtożkuli
tżiṅeſche, wėcżṅe ſcho tżiṅeſche z tżiſteje Luboſcże k Bohu ƀe wſchoho
pobotżnoho Wotpoladaṅa.

Té ṅezraṅena Macżer rėka: Té ſé Kṅeżna podjawa. Té ṅepoſwaƀena Macżer
rėka: Kṅeżna ſé porodżiwa, kaiż §. 8. hiżo prajene jo. To jo k
zpodżiwaṅu —; tohodla teiż ſczėhuẇe: Té zpodżiwna Macżer; jo pak tola na
boże Swowo deṙe k wėreṅu, dokelż Bohu nitżo ṅemóżne ṅejo.

Macżer toho Ztworicżeṙa, Macżer toho Wumóżnika. Jėzus tón Mariné Séhn
hako wėrné Bóh jo z tém Wótſczom ha S. Duchom tón Ztworicżer ſchitkich
Wėczow; hako Bóh-Cżwojek jo tón naſch Wumóżnik.

Té móczna Kṅeżna. Jap. Pawow ṙekné: Ja ſchitko zamóżu wo Bohu, kiż ṁe
ſélnoſczi. Ha Bóh ſam, déż Moyzeſei tu ſwoju Pomócz luƀeſche, Krala
Varaona cżeżicż ha teiż zas wolożecż, jomu ṙekné: Lei, ja ſém tebe
Varaonei za Boha ſtajiw. Moyzes ſam ze ſo ṅemėjeſche teje Moczé Dżiwé
ſkutkuwacż; Bóh ſam ſcho ſkutkuwaſche, déż ha kaiż je Moyzes żadaſche;
po taikim bė Moyzes k Varaonei tak móczné, hako bó tón joho Bóh

<pb n="301"/>

Allerreineſte, allerkeuſcheſte Mutter. Dieſe zwey Ehrennamen ſcheinen
zwar einerley Bedeutung zu haben; jedoch im erſten iſt gemeint die
Sauberkeit und Reinigkeit ihres Geiſtes; im zweyten die Reinigkeit ihres
Leibes. Die Reinigkeit ihres Geiſtes beſteht darin, daß ſie, was immer
ſie that, jederzeit alles that aus reiner Liebe zu Gott ohne aller
Nebenabſicht.

Du unbefleckte Mutter heißt: Du haſt als Jungfrau empfangen. Du
ungeſchwaͤchte Mutter heißt: Als Jungfrau haſt du geboren, wie ſchon §.
8. geſagt worden. Das iſt zu bewundern —; weswegen auch folgt: Du
wunderbare Mutter; iſt aber dennoch auf Gottes Wort gar wohl zu glauben,
weil Gott nichts unmoͤglich iſt.

Mutter des Schoͤpfers, Mutter des Erloͤſers. Jeſus, Mariens Sohn, als
wahrer Gott, iſt mit dem Vater und H. Geiſt der Schoͤpfer aller Dinge;
als Gott-Menſch iſt er unſer Erloͤſer.

Du maͤchtige Jungfrau. Der Ap. Paul ſagte: Jch vermag alles in Gott, der
mich ſtaͤrket. ♣Phil.♠ 4, 13. Und Gott ſelbſt, als er dem Moyſes ſeine
Hilfe zuſagte — den Koͤnig Pharao zu beſchweren, und auch wieder zu
erleichtern, ſprach zu ihm; Siehe, ich habe dich dem Pharao zum Gott
geſetzt. ♣Exod.♠ 7, 1. Moyſes aus ſich ſelbſt hatte nicht die Kraft
Wunder zu wirken; Gott ſelbſt wirkte alles, wann und wie es Moyſes
verlangte; mithin war Moyſes zum Pharao ſo maͤchtig, als ob er deſſen
Gott <pb n="302"/>bów. Wo témlei Zrozeṁeṅu jo S. Maṙa k nam tak móczna,
hako bó ta naſcha Bohina bówa. Sama ze ſo wona nitżo ṅezamóżi; hale Bóh
ſam to tżini, żtoż wona żada ha proſé. Wėſczi pak wona nidé ṅebudże żto
taike żadacż, żtoż bó Bohu pżecżiwne bówo.

Żpihel teje Zprawnoſcże. Żtoż do Żpihela nutzlada, to teiż ze Żpihela
wonlada —. Żpihel Kóiżdomu ſwérṅe pokaże, kaiki jo, tżiſté habó mazané.
Tak jo Żpihel Znaṁo teje roſudżaczeje Prawdé —. Na Żpihelu tón
naiṁeṅſchi Blecżk do Wotżow pada, hai teiż wot Wodécha Żpihel wobėṅe.
Tak jo tżiſté Żpihel Znaṁo dozpowṅeje Zprawnoſcże ha Sẇatoſcże. Na Maṙi
jo żeni żadén Blecżk toho Rėcha ṅebów; tón helſki Had jo jeje
ṅewobdéchnéw; Wona jo tżiſté Żpihel. Mó pak, déż do toholei Żpihela
pėkṅe poladuẇemó, te jeje Dozpownoſcże wobladuẇemó; budżemó lėpe ſo
doladacż na te naſche Rėchi, ha Ṅedozpownoſcże.

Stów teje Mudroſcże. Wo tém Bohu-Cżwojeku Jėzuſu Kréſtuſu ſu zakhowane
ſchitke Pokwadé teje Mudroſcże ha Wėdomoſcże; Tónſamé, nam wot Boha k
Wutżerei daté, jo ta naſcha Mudroſcz. Wón jo wutżiw ha pokazaw tón prawé
Pucż do Ṅeƀes —. Ta Mudroſcz toho Swėta, ſchitke ſwėtne Wėdomoſcże podno
teilei Mudroſczi — nitżo ṅerėkaja. Déż da Jėzus ta bóizka Mudroſcz wo
Mariném Żiwocże dżeẇecż Mėſaczow jo <pb n="303"/>waͤre. In dieſem Sinne
iſt die hl. Maria zu uns ſo maͤchtig, als ob Sie unſere Goͤttin waͤre. Aus
ſich ſelbſt vermag ſie nichts; jedoch Gott ſelbſt thut das, was ſie
verlanget und bittet. Ganz gewiß aber wird ſie nie etwas ſolches
verlangen, was Gott zuwider waͤre.

Spiegel der Gerechtigkeit. Was in den Spiegel hinein ſchauet, das
ſchauet auch aus dem Spiegel heraus —. Der Spiegel zeigt Jedem treulich,
wie er iſt, rein, oder beſchmutzt. So iſt der Spiegel ein Sinnbild der
beurtheilenden Gerechtigkeit —. An einem Spiegel faͤllt auch die kleinſte
Mackel in die Augen, ja auch vom Anhauchen uͤberlaͤuft der Spiegel. So iſt
ein reiner Spiegel ein Sinnbild vollkommener Gerechtigkeit und
Heiligkeit. An Maria iſt nie eine Mackel der Suͤnde geweſen; die
hoͤlliſche Schlange hat Sie nicht angehauchet; Sie iſt ein reiner
Spiegel. Wir aber, ſo wir fleißig in dieſen Spiegel hineinſehen, ihre
Vollkommenheiten betrachten; werden beſſer erkennen unſere Suͤnden, und
Unvollkommenheiten.

Sitz der Weisheit. In dem Gott-Menſchen Jeſus Chriſtus ſind verborgen
alle Schaͤtze der Weisheit und der Wiſſenſchaft. ♣Coloss.♠ 2, 3.
Derſelbe, uns von Gott zum Lehrer gegeben, iſt unſere Weisheit. 1.
♣Cor.♠ 1, 30. Er hat gelehret und gezeiget den rechten Weg in Himmel —.
Die Weisheit der Welt, alle weltlichen Wiſſenſchaften gegen dieſe
Weisheit — ſind fuͤr nichts zu achten. Da alſo Jeſus die goͤttliche
Weisheit in Mariens Leibe neun Monathe hat <pb n="304"/>wotpotżuwacż
czéw —; tak jo Maṙa z Prawdu ṁenuwana tón Stów, te Wóżko teje praweje
Wėdomoſcże; ha żtóż k S. Maṙi praẇe ſo dżerżi, Tomu budże Jėzus ſam tu
jomu trėbnu Wėdomoſcz teje Zbóżnoſcże wėſczi dacż.

Dochowne Sudoẇo. Żtoż jo z Mjaſa narodżene, to jo Mjaſo; żtoż narodżene
jo z Ducha, to jo Duch. Kóiżdé z toho rėſchnoho Hadamowoh’ Zplahwa
zplahuwané Cżwojek jo po naturſkim nakhilené k tom’, żtoż tomu ſwojomu
Mjaſu, habó tém cżėwném Zmóſwam ſo ſlubja ha deṙe zetżiṅi. Taiki ſamotṅe
cżėwné ṁaſné Cżwojek ṅemóże wopżijecż to, żtoż wot S. Ducha pżiṅdże.

Hale tón Duch S. móże ha cze Cżwojeka znutzka wobſwėtlicż ha
pżeżtawtuwacż, tak, zo wón te bóizke Wėrnoſcże zpóznaje ha lubuẇe; tomu
ſwojomu Cżėwu pak to, żtoż wopaki żada, zapojeduẇe; kaiż Pawow téch
Galatſkich napominaſche: Khodżcże po tém Duchu, ha ṅebudżecże dopelṅecż
toho Mjaſa Żadoſcże.

Mó ſchiczé ſmó ha woſtaṅemó ṁaſne Sudoẇa, tak daloko, zo hacż do Sṁercże
wo ſebi zdżerżimó te ṅeprawe Nakhilnoſcże —; to ſu te zrudne Powoſtaṅki
ha Sczėhwki toho herbſkoho Rėcha; ha teiż Cżi, kiż témſamém ródṅe
napżecżo wójuẇu, tola drudé wo tém Żtrécże podleiża, déż jenei cżėwnei
Nakhilnoſczi ṅetṙebaiſchi tola tróſchku pohowduẇu.

Wo S. Maṙi ſu żane ṅeprawe Nakhilnoſcże ṅebówo, kaiż żno §. 4. prajene
jo. Tón <pb n="305"/>ruhen wollen —; ſo wird Maria mit Recht genannt der
Sitz, die Ruheſtaͤtte der rechten Weisheit; und wer ſich recht zu Maria
haͤlt, dem wird Jeſus ſelbſt die ihm noͤthige Wiſſenſchaft des Heils gewiß
geben.

Geiſtliches Gefaͤß. Was aus Fleiſch geboren iſt, das iſt Fleiſch; was
geboren iſt aus Geiſt, das iſt Geiſt. ♣Joa.♠ 3. 6. Jeder aus dem
ſuͤndigen Adamsgeſchlechte gezeugte Menſch iſt natuͤrlicher Weiſe geneigt
zu dem, was ſeinem Fleiſche oder den leiblichen Sinnen gefaͤllt und wohl
thut. So ein blos leiblicher fleiſchlicher Menſch kann nicht faſſen das,
was vom H. Geiſt koͤmmt. 1. ♣Cor.♠ 2, 14.

Allein der H. Geiſt kann und will den Menſchen innerlich erleuchten und
umgeſtalten, ſo, daß er die goͤttlichen Wahrheiten erkennet und liebet;
ſeinem Leibe aber das, was er unrecht verlangt, verſaget; wie Paulus die
Galater ermahnet: Wandelt nach dem Geiſt, und ihr werdet des Fleiſches
Begierden nicht erfuͤllen. ♣Galat.♠ 5, 16.

Wir alle ſind und bleiben fleiſchliche Gefaͤße in ſo weit, daß wir bis in
den Tod in uns behalten die unrechten Neigungen —; das ſind traurige
Ueberbleibſel und Folgen der Erbſuͤnde; und auch Diejenigen, die
denſelben emſig entgegenſtreiten, unterliegen gleichwohl zuweilen in dem
Streite, da ſie einer leiblichen Neigung unnoͤthiger Weiſe doch ein wenig
huldigen.

In der H. Maria ſind keine unrechten Neigungen geweſen, wie ſchon §. 4.
geſagt. Der <pb n="306"/>Duch S. jo Ju z Nadami pżenadobṅe napleniw;
talei Nadépowna, ſchitko druhe kedżbu ṅemeiſchi, pżeczé jenoi na
duchowne bóizke Wėczé móſleſche; ha tak bė hiżo wo ſṁertném Cżėłe jene
duchowne Sudoẇo.

Tżeſcżowne Sudoẇo. Wot Pawowa Jėzus ſam ṙekné: Wón jo mi jene wuzwolene
Sudoẇo, ja ſém ſebi joho k mojom Japożtowei wuzwoliw. Tak jo Pawow tola
wėſczi jene tżeſcżowne Sudoẇo. Maṙu jo ſebi tón Kṅez wuzwoliw k ſwojei
Macżeṙi; tak da jo Maṙa jene hiżcże ẇele jacz tżeſcżowne Sudoẇo.

Woſobne Sudoẇo teje Pobożnoſcże. Ta prawa Pobożnoſcz wo tém wobſteji, zo
ta Duſcha k Bohu hoṙe ſo zwożuẇe. To nam cżeżko pżiṅdże; bórṅe tṙebai
drudé ze żeliwej’ Nutérnoſcżu to zapotżeli, ta naſcha Nutérnoſcz khėczé
ſtudṅe; czuzowne Móſle nam napaduẇu, ha, déż je ródṅe doſcz preicż
ṅehonimó, zlóchka ſo rozperſchimó. Wo S. Maṙi ta nutérniwa Pobożnoſcz
żeni ṅewoteƀeraſche, hale pżeczé bóle pżibėraſche; ſtaiṅe, ƀez
Wopżeſtacża tón jeje Duch k Bohu ſo zwożuwaſche, na Bohu wiſajo
zwoſtawaſche. Żtóż na Bohu wiſé, jo z Bohom jedén Duch.

O té woſobne Sudoẇo teje Pobożnoſcże, Maṙa, proſch za nas! Ta twoja
pżeczé rozeżelena Pobożnoſcz ṅech zaruna to, żtoż tei naſchei
Pobożnoſczi zbrachṅe!

Pótaina Róża. Ta naturſka Róża druhe Kcżeṅa ẇele pżetṙechi na Wilkoſczi,
na Leſnoſczi, ha luboznei Wóṅi. Maṙa pżetṙechi ſchėch Sẇatéch, ſchėch
Jandżelow.

<pb n="307"/>

H. Geiſt hat Sie mit Gnaden uͤberreichlich erfuͤllet; dieſe Gnadenvolle,
alles andere gar nicht achtend, dachte immer nur an geiſtliche,
goͤttliche Dinge; ſo war ſie ſchon im ſterblichen Leibe ein geiſtliches
Gefaͤß.

Ehrwuͤrdiges Gefaͤß. Vom Paulus ſagte Jeſus ſelbſt: Er iſt mir ein
auserwaͤhltes Gefaͤß, ich habe ihn mir zu meinem Apoſtel auserwaͤhlt.
♣Act.♠ 9, 15. So iſt Paulus doch gewiß ein ehrwuͤrdiges Gefaͤß. Die Maria
hat ſich der Herr auserwaͤhlet zu ſeiner Mutter; alſo iſt Maria ein noch
weit mehr ehrwuͤrdiges Gefaͤß.

Vortreffliches Gefaͤß der Andacht. Die rechte Andacht beſteht darin, daß
die Seele zu Gott hinauf ſich erhebt. Das koͤmmt uns ſchwer an, ſo wir
auch zuweilen etwa mit gluͤhendem Eifer es anfangen, unſer Eifer erkuͤhlet
gar bald; fremde Gedanken fallen uns bei, und, da wir ſie nicht emſig
genung abtreiben, werden wir leicht zerſtreut. In der H. Maria nahm die
eifrige Andacht nie ab, ſondern nahm immer mehr zu; ſtaͤts ununterbrochen
erhob ſich ihr Geiſt zu Gott, blieb an Gott hangen. Wer Gott anhaͤngt,
der iſt mit Gott ein Geiſt, ſagt Paulus 1. ♣Cor.♠ 5, 16.

O du vortreffliches Gefaͤß der Andacht, Maria, bitte fuͤr uns! deine ſtaͤts
entflammte Andacht erſetze das, was unſerer Andacht gebricht!

Geiſtliche Roſe. Die natuͤrliche Roſe uͤbertrift gar viel andere Bluͤthen
an Groͤße, an Schoͤnheit, und lieblichem Geruch. Maria uͤbertrift alle
Heiligen, alle Engel.

<pb n="308"/>

Mó ſmó dobra Wóṅ Kréſtuſowa, ṙekné Pawow wot téch prėnich Wozjeẇeṙow
teje Kréſtuſoweje Wutżbé. Te jich Rozwutżeṅa, ha hiżcże jacz te jich
dobre Pżikwadé Bohu ha rozomném Cżwojekam jara deṙe woṅachu. Z tém
Hortom prėduwacż —, k tom’ Maṙa powowana ṅebė; hale ze ſwojimi kraſnémi
Pżikwadami jo wona Bohu ha Cżwojekam tu nailubozniſchu Wóṅ wot ſo
dawawa. Talei Wóṅ hiżcże ṅėt wokżeẇa Téch, kiż te jeje Pżikwadé ſebi
nazpominaja.

Tórm Davidowé. Helvantow-zubjané Tórm. Za ſtarſkim bóchu wo ẇetżich
Mėſtach wilke, rumne, krute Tórmé twaṙene, ha ze wſchej’ wojerſkej’
Bróṅu zaſtarane. Z téchlei Tórmow wo wóṅſkim Tżaſu Wojaczé na toho ſo
pżibliżuwaczoh’ Ṅepżecżela Kwóki wutzėlachu. Jedén taiki Tórm jo Kral
David ztwariw na tei Hoṙe Sion. Tónlei Tórm bė tom’ Mėſtu k Débeṅſtwu,
ha k Zakitei.

Tón ṅeb. Nawożeṅa tu ſwoju Ṅewėſtu, jenu ſebi ſwėrnu Duſchu, pokwali z
témilei Swowami: Ta twoja Schija jo hako tón Davidowé Tórm.

Wo cżėwnéch Znaṁach ſu znaṁeṅane duchowne Dozpownoſcże. Wo ſẇ. Piſṁe jo
naijacz Pżirunaṅow branéch wot rólnoho Hozpodarſtwa. Wot jenoho Wowa,
kiż deṙe cżeṅe, praji ſo: Wón ma krutu Schiju. Wot huƀenoho Cżenicżeṙa
pak: Wón ma ṁechku Schiju, Kwakéle ṅecżerpi. Jėzus ſam te ſwoje Wukazaṅa
ṁenuẇe Pżahw habó Kwakélu. Bercże na ſo tón mói Pżahw, t. r.

<pb n="309"/>

Wir ſind ein guter Geruch Chriſti, ſagte Paulus von den erſten
Verkuͤndigern der Lehre Chriſti. 2. ♣Cor.♠ 2, 15. Derſelben Belehrungen,
und noch mehr ihre guten Beiſpiele waren Gott und verſtaͤndigen Menſchen
zu einem gar angenehmen Geruche. Mit dem Munde predigen —, dazu war
Maria nicht berufen; aber durch ihre herrlichen Beiſpiele hat ſie Gott
und Menſchen den allerlieblichſten Geruch von ſich gegeben. Dieſer
Geruch erquicket noch itzt Diejenigen, welche ihre Beiſpiele ſich in
Erinnerung bringen.

Thurm Davids. Elfenbeinerner Thurm. Vor Alters wurden in groͤßern Staͤdten
große, geraͤumige, feſte Thuͤrme gebauet, und mit allen Kriegs-Waffen
verſehen. Aus dieſen Thuͤrmen pflegten zur Kriegs-Zeit die Soldaten auf
den herannahenden Feind Pfeile abzuſchießen. Einen ſolchen Thurm hat
Koͤnig David erbauet auf dem Berge Sion. Dieſer war der Stadt zur Zierde,
und zum Schutz.

Der himml. Braͤutigam lobt ſeine Braut, eine ihm treue Seele, mit dieſen
Worten: Dein Hals iſt wie der Thurm Davids. ♣Cantic.♠ 4, 4.

In koͤrperlichen Sinnbildern werden angedeutet geiſtliche
Vollkommenheiten. In der hl. Schrift ſind die meiſten Gleichniſſe
genommen von der Landwirthſchaft. Von einem Ochſen, welcher gut ziehet,
ſagt man: Er hat einen feſten Hals. Von einem elenden Zieher aber: Er
hat einen weichen Hals, das Joch leidet er nicht. Jeſus ſelbſt nennet
ſeine Anordnungen ein Joch ♣Mt.♠ 11, 29. Nehmet auf euch mein Joch; d.
h. <pb n="310"/>podwolṅe tżiṅcże, żtoż ja kazam, pokhileicże tu waſchu
Schiju pod tu Kwakélu.

Potaikim kruta Schija znaṁeṅa wontrajaczu Podwolnoſcz — na ſo bracż tón
Pżahw bożi, z Luboſcże k Bohu dopelṅecż joho Kazṅe, ha Boha dla teiż
Poſuſchnoſcz wopokazuwacż tém Wóſoknoſcżam, kiż jow na Zemi te Mėſto
boże zaſtupja.

Twoja Schija jo hako tón Davidowé Tórm, rėka: Ta twoja wontrajacza
Poſuſchnoſcz tżini tebe Bohu ha Cżwojekam luboznu, Ṅepżecżelam pak
traſchiwu, ṅepżedobnitu.

Pwacżi to kóiżdei dobrei Duſchi; tak tola naibóle pwacżi S. Maṙi, kotraż
wo tei Poſuſchnoſcżi żeni kuſa jo ṅewoſwabiwa.

Maṙa té Tórṁe Davidowé, rėka: Té wo tei Poſuſchnoſczi kruta,
wontrajacza, ṅepżedobnita —; kaiż wo Wóiṅe cżi wot Ṅepżecżelow
téſchnoſcżeni ſo reterirẇu do krutoho Tórma; tak mó, wot naſchich
Duſche-Ṅepżecżelow ze Zpótuwaṅami téſchnoſcżeni, cżėkamó pod twói Zkit,
tebe, ha pżez tebe Boha na Pomócz proſécż.

Ḃe wſchimi Koſcżemi jo ta Kóſcż wot helvantoho Zuba ta naikraſniſcha.
Talei Kóſcż jo jadriwa, tżiſta, kruta, bėwa; żeni blecżkoita, dżėrkoita
ṅezbówa. Za ſtarſkim bó talei Kóſcż nimale ruṅa Zwotomu wóſoko ważena.
Kral Salomón jo tón ſwói kralowſki Stów daw wobkwaſcż ha wudébicż z
Koſcżu wot helvantowéch Zubow. Teje tżiſteje wontrajaczeje Béwoté dla jo
talei Kóſcż Znaṁo ṅewoblakuwaneje Ṅewinoitoſcże.

<pb n="311"/>

willig thuet, was ich befehle, beuget euern Nacken unter das Joch.

Alſo ein feſter Hals bedeutet eine aucharrende Bereitwilligkeit — auf
ſich zu nehmen das Joch Gottes, aus Liebe zu Gott erfuͤllen deſſen
Gebothe, und wegen Gott auch Gehorſam erzeigen den Obrigkeiten, die hier
auf Erden die Stelle Gottes vertreten.

Dein Hals iſt wie der Thurm Davids, heißt: Dein ausharrender Gehorſam
macht dich Gott und Menſchen liebenswerth, den Feinden aber ſchreckbar,
unuͤberwindlich.

Gilt das jeder guten Seele, ſo gilt es doch vorzuͤglich der H. Maria, die
in dem Gehorſam nie im mindeſten matt geworden.

Maria du Thurm Davids, heißt: Du im Gehorſam feſte, ausharrende,
unuͤberwindliche —; Gleichwie im Kriege die von Feinden geaͤngſtigten
reteriren in einen feſten Thurm; alſo wir, von unſern Seelen-Feinden mit
Anfechtungen geaͤngſtiget, wir fliehen unter deinen Schutz, dich, und
durch dich Gott um Hilfe anzurufen.

Unter allen Beinen iſt das Bein vom Elephanten-Zahn das vortrefflichſte.
Dieſes Bein iſt kernicht, rein, feſt, weiß; nie wird es flekkicht, noch
wurmſtichig. Vor Alters ward dieſes Bein beinahe gleich dem Golde
hochgeſchaͤtzet. Koͤnig Salomon hat ſeinen koͤniglichen Thron laſſen
belegen und auszieren mit Elfenbein. 3. ♣Reg.♠ 10, 18. Der reinen
ausharrenden Weiße wegen iſt dieſes Bein ein Sinnbild unbefleckter
Unſchuld.

<pb n="312"/>

Tón ṅeƀ. Nawożeṅa tu ſwoju lubu Ṅewėſtu dale taklei pokwali: Ta twoja
Schija jo kaiż helvantow-zubjané Tórm, taiki Tórm, kiż jo wobkwadżené ha
wudéƀené z Koſcżu wot helvantowéch Zubow. Hako bó prajw; Té, kiż té z
teje Poſuſchnoſcże ſé hako tón kruté Davidowé Tórm, té ſé teiż bėwa,
tżiſta, ƀe wſchoho Blecżka.

To dṙe ſo hodżi ṙecz wot kóiżdeje nėt pżitomṅe powṅe wuṙedżeneje Duſche;
naibóle pak tola to pwacżi S. Maṙi, kotraż ƀe wſchimi Ztwoṙeṅami ta
naitżiſcżiſcha, żeni żanoh’ Blecżka ṅekaikoho Rėcha jo na ſebi ṅepomėwa.

Zwocżané Dom. Wo tém Jėrozolmſkim Templu jo Kral Salomon tón Dom bożi
habé tu znutznitu Sẇatnoſcz — daw ze zwotém Blachom wobcżanécż ha
wobicż, tón Ẇerch, te Sczėné, teiż tón Zpódk (Żpunduwaṅo), ſchitko bė ze
Zwotém pocżeṅene. Tak bė to jedén zwocżané Dom.

Żtoż ƀez Metallami jo te Zwote, to jo ƀez Pótſcziwoſcżami tżiſta Luboſcz
k Bohu. Telei duchowne Zwote Bohu nailėpe ſo lubi —. Wot Luboſcże k Bohu
bė ha zwoſtawaſche Maṙa czéwa rozeżelena —. Wona ſchitko tżiṅeſche z
Luboſcże k Bohu; tak bė ha zwoſtawaſche tón zwocżané Dom.

Kachcż toho Sluba. Wo ſtarém Zakoṅu bó ƀe wſchimi ſẇatémi Wėczami wo
naiẇetżei Tżeſczi dżerżané tón Kachcż toho Sluba; to bė jena ze Zwotém
pocżeṅena Lódka, wo kotreiż nutzi leiżeſchtei tei dwė kaṁeṅtei Tavli,
popiſanei z temi dżeſacż bożimi Kazṅemi.

<pb n="313"/>

Der himml. Braͤutigam lobt ſeine liebe Braut ferner alſo: ♣Cantic.♠ 7, 4.
Dein Hals iſt wie ein elfenbeinerner Thurm, ein ſolcher Thurm, der
belegt und ausgezieret iſt mit Elfenbein. Als ob er ſpr che: Du, die du
durch den Gehorſam biſt, wie der feſte Thurm Davids —, du biſt auch
weiß, rein, ohne aller Mackel.

Das laͤßt ſich wohl ſagen von jeder itzt gegenwaͤrtig voͤllig gereinigten
Seele; vorzuͤglich aber gilt das doch der H. Maria, die unter allen
Geſchoͤpfen die allerreineſte, nie eine Mackel irgend einer Suͤnde an ſich
gehabt.

Goldenes Haus. In dem Jeroſolimitaniſchen Tempel hat Koͤnig Salomon das
Haus Gottes oder das innere Heiligthum — laſſen mit Goldplatten belegen
und beſchlagen, die Oberdecke, die Waͤnde, auch der Fußboden, alles war
mit Gold uͤberzogen. Mithin war das ein goldenes Haus. 3. ♣R.♠ 6, 22.

Was unter den Metallen das Gold iſt, das iſt unter den Tugenden die
reine Liebe zu Gott. Dieſes geiſtliche Gold gefaͤllt Gott am beſten —.
Von der Liebe zu Gott war und blieb Maria ſtaͤts ganz durchgluͤhet —. Sie
that alles aus Liebe zu Gott; alſo war und blieb fie das goldene Haus.

Arche des Bundes. Im alten Teſtament ward unter allen heiligen Dingen in
allergroͤßter Ehre gehalten die Arche des Bundes; das war eine mit Gold
uͤberzogene Lade, wo drinnen lagen die zwey ſteinernen Tafeln,
beſchrieben mit den zehn Geboten Gottes.

<pb n="314"/>

Jo tedém tak tżeſcżené bów tón Kachcż, wo kotrémż te boże Kazṅe
leiżachu; kah ma ſo tżeſczicż Maṙa, wo kotreiż Bóh tón Dawacżeṙ téch
Kazṅow ſam jo leiżecż czéw?

Ṅeƀeſka Pórta. Hadam jo z tej’ ſwojej’ Ṅepoſuſchnoſcżu ſebi ha nam toho
Ṅeƀa Duṙe zanknéw —. Tón wocżwojetżené Séhn bożi J. Kréſtus jo nam te
zankṅene Ṅeƀo wotewriw. Wo Mariném Żiwocże jo wón tu naſchu cżwojetżu
Naturu na ſo wzaw; tak jo Maṙa ta Pórta, te Durje, pżez kotreż jo z
Ṅebja k nam pżiſchow Tónſamé, kiż ſamlutki tu Mócz mėjeſche te Ṅeƀo
wotewricż; ha pżez telei Duṙe do Ṅeƀes dóṅdu cżi, kiż S. Maṙi ſwėrṅe ſo
porutżeja, ha na jeje Zaſtupeṅo wot Boha Mócz ha Sélnoſcz dóſtawaja, do
toho nėt wotewṙenoh’ Ṅeƀa zbóżṅe dóṅcż.

Ta jutna Vėzda wopojeduẇe ha za ſobupżiẇedże te Swónczo; tohodla ta
zezkhadżana Jutnicza zaẇeſela téch Zeṁe Wobódleṙow. Na tón Dżeṅ Marinoh
Naroda ta ſẇ. Czérkej zpėwa: Tón twói Narod, o boża Rodżicżerka, Kṅeżna
Maṙa, jo Weſelo wopojedżew tom’ czéwom’ Swėtei, dokelż z Tebe jo nam
zezkhadżawo te Swónczo teje Zprawnoſcże, Kréſtus naſch Bóh rc. Déż bó
Maṙa narodżena, hodżeſche ſo ṙecz: Hoṙezeſchwa jo żno ta jutna Vėzda, te
Swónczo budże za ṅej pżiṅcż; ta Macż toho ſluƀenoho Meſiaſa jo hiżo
narodżena, tak tón Meſias daloko jacz ṅejo. Wo témlei Zrozeṁeṅu jo Maṙa
ṁenuwana ta jutna Vėzda, ta Wina naſcheje Radoſcże.

<pb n="315"/>

Iſt damals ſo geehret worden die Arche, worin die goͤttlichen Gebote
lagen; wie ſoll geehret werden Maria, in welcher Gott der Geſetzgeber
ſelbſt hat liegen wollen?

Pforte des Himmels. Adam hat durch ſeinen Ungehorſam ſich und uns des
Himmels Pforte zugeſchloſſen —. Der Menſch gewordene Sohn Gottes J.
Chriſtus hat uns den verſchloſſenen Himmel geoͤffnet. In Mariens Leibe
hat er unſere menſchliche Natur angenommen; ſo iſt Maria die Pforte, die
Thuͤre, durch welche vom Himmel zu uns gekommen Derjenige, der ganz
allein die Macht hatte den Himmel zu eroͤffnen; und durch dieſe Thuͤre
gelangen in den Himmel jene, die der H. Maria treulich ſich befehlen,
und auf ihre Fuͤrſprache von Gott Kraft und Staͤrke empfangen — in den
itzt geoͤffneten Himmel gluͤcklich anzulangen.

Der Morgenſtern kuͤndiget an und fuͤhrt nach ſich die Sonne; deswegen
erfreuet der aufgegangne Morgenſtern die Erdbewohner. Auf den Tag der
Geburt Mariens ſingt die hl. Kirche: Deine Geburt, o Gottes-Gebaͤhrerin,
Jungfrau Maria, hat Freude verkuͤndiget der ganzen Welt, weil aus dir uns
aufgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Chriſtus unſer Gott, rc. Als
Maria geboren ward, ließ ſich’s ſagen: Aufgegangen iſt ſchon der
Morgenſtern, die Sonne wird ihm nachkommen; die Mutter des verheißenen
Meſſias iſt ſchon geboren; ſo iſt der Meſſias ſelbſt nicht mehr ferne.
In dieſem Sinne wird Maria genannt der Morgenſtern, die Urſache unſerer
Freude.

<pb n="316"/>

Wucżek téch Rėſchnikow jo Maṙa, taikich Rėſchnikow, kiż pokucżicż ha ſo
nakazacż czeidża.

Déż jedén rozomné Nan te ſwoje ṅeporadne Dżecżo z tém Prutom żtravuwacż
cze, te Dżėcżo tṙebai k Macżeri bėiżi, khoẇe ſo pod jeje Schórczuch; ha
nėkotra Macż jo wupa doſcz te lóze Dżėcżo zakitacż, z nim ſo pleṅcżicż,
tak je hórſche, króbwiſche tżinicż.

S. Maṙu taikei ṅerozomnei Maczeri runacż —, to rėka „Ju woṅetżeſczicż“.
Kaiż ſchitka Marina Mócz tei bóizkei Móczé podcżiſṅena jo, tak jo teiż
ta Marina Wola tei bożei Woli zczéwa podcżiſṅena. Wona ṅémóże, ha teiż
ṅecha pomhacż Komu, kiż hiżcże ṅecha pżeſtacż pżecżiwo Bohu rėſchicż.
Wėrno pak tola jo, zo S. Maṙa ẇele Rėſchnikam tu Nadu teje Pokuté
wuproſé.

Te nėt zpómṅene, ha ſchelake druhe tżeſcziwo Ṁena, hako k Pż. Bódż
powitana té Kralowna, Macżeṙ teje Miwoſcże, té Żiẇeṅo, té Swódkoſcz,
naſcha Nadżija rc rc, S. Maṙi ſo pżipowożeja z Wotpoladaṅa na Jėzuſa,
kotrohoż nam porodżiwa jo. Maṙa ſama ze ſo, ſamitkowna jo Nitżo; hale wo
Ztowarſcheṅu ha Zpojeṅeṅu z Jėzuſom, jo ẇele jacz, hacż je Żtó wuprajicż
mów.

Wot téch czuzéch Kṅeżich, kiż do Bethlehema ſu pżiſchli, tón S. Sczenik
piſa: Woni namakachu te Dżėcżo Jėzus z Maṙu joho Macżeru. Jėzus ha Maṙa
dżerżitei ſo romadu. Żtoż Jėzuſa namaka,

<pb n="317"/>

Zuſlucht der Suͤnder iſt Maria, ſolcher Suͤnder, die Buße thun und ſich
beſſern wollen.

Wenn ein verſtaͤndiger Vater ſein ungerathenes Kind mit der Ruthe
zuͤchtigen will, laͤuft das Kind etwa zur Mutter, verbirgt ſich unter ihre
Schuͤrze; und manche Mutter iſt thoͤricht genung das boͤſe Kind zu
ſchuͤtzen, es zu verhaͤtſcheln, ſo es aͤrger, verwegener zu machen.

Die H. Maria einer ſolchen thoͤrichten Mutter gleich achten —, das heißt
„Sie entehren“. Wie alle Macht Mariens der goͤttlichen Macht unterworfen
iſt; ſo iſt auch Mariens Wille dem goͤttlichen Willen durchaus
unterworfen. Sie kann nicht, und ſie will auch nicht Jemanden helfen,
der noch nicht will aufhoͤren wider Gott zu ſuͤndigen. Wahr iſt es aber
doch, daß die H. Maria vielen Suͤndern die Gnade der Buße erbittet.

Die itzt gedachten, und verſchiedenen anderen Ehrennamen, als z. B. Sey
gegruͤßet du Koͤnigin, Mutter der Barmherzigkeit, du Leben, du Suͤßigkeit,
unſere Hoffnung, rc. werden der H. Maria beigelegt in Hinſicht auf
Jeſum, den ſie uns geboren hat. Maria aus ſich ſelbſt, fuͤr ſich allein
iſt Nichts; jedoch in Verbindung und Vereinigung mit Jeſus, iſt ſie viel
mehr, als Jemand es ausſprechen koͤnnte.

Von den fremden Herren, die nach Bethlehem gekommen ſind, ſchreibt der
hl. Evangeliſt ♣Mat.♠ 2, 11. Sie fanden das Kind Jeſus mit Maria deſſen
Mutter. Jeſus und Maria halten ſich aneinander. Wer Jeſum findet, <pb
n="318"/>Tón teiż Maṙu namaka. Żtóż Maṙu namaka, Tón teiż Jėzuſa namaka.

§. 12. Nadné Mėſta. Luƀeṅa.

Wo kh. Krajach ſu jow ha tam nėkotre wo Tżeſczi S. Maṙe ztwaṙene Czérkẇe
habó Khapale, dżeiż drudé ẇele Ludżi romadu ſo zeṅdże, ha nėkotzi teiż
zdaloka Pobożnoſcże dla ſém pżiṅdu; dokelż teſame Mėſta jedénmól zjawṅe
wuwowane ſu, zo tam Cżwojekoẇe, kiż S. Maṙu na Pomócz ſu proſéli, tu
żadanu Pomócz dóſtali, ha to drudé, teiż pżecżiwo ſchitkei cżwojetżei
Nadżiji, na zpodżiwne Waſchṅo tola dóſtali ſu.

Te ſchelake Pojedaṅa, żto na témlei, habó tamómlei nadném Mėſcże ſo
ſtawo jo —, Te do teje ſẇ. Wėré ṅeſwuſcheja. Wone ſu jacz habó ṁeṅe Wėré
hódne, zatem hacż jacz habó ṁeṅe z wėſtémi Wobſwėtkoſcżeṅami wobſwėtzene
ha dopokazane ſu. To jo ha woſtaṅe cżwojetża Wėra na cżwojetże Swėtzeṅa.
Talei Wėra żeni nima, żeni mėcż ṅemóże taikeje Krutobó, kaiż ta Wėra
téchſaméch Wėrnoſcżow, kotreż ta kh. Czérkej hako wot Boha wozjeẇene — k
wėṙeṅu prėdkkwadże.

Żto na Swėcże jow ha tam ſo ſtawo jo, habó tṙebai hiżcże ſo ſtawa —, to
wėricż habó ṅewėricż, ta kh. Czérkej kóiżdomu do joho Wole woſtaji, déż
jenoi tei ſẇatei Wėṙe napżecżo ṅejo.

Bó-li pak Nėchtó do Ludżi ṅes nėżto taike, żtoż tém wot Boha wozjeẇeném
Wėrnoſcżam napżecżo jo, ha na to ſo wowaw, <pb n="319"/>Der ſindet auch
die Maria; wer die Maria findet, Der findet zugleich Jeſum.

§. 12. Gnaden-Orte. Geluͤbde.

In k. Laͤndern ſind hie und dort einige in der Ehre der H. Maria erbaute
Kirchen oder Kapellen, wo zuweilen viele Menſchen zuſammen kommen,
einige auch von ferne Andachtshalben herbei wallen; indem dieſelben Orte
einmal im oͤffentlichen Rufe ſtehen, daß allda Menſchen, welche die H.
Maria um Hilfe angerufen, die verlangte Hilfe erhalten, und zwar
manchmal, auch wider alle menſchliche Erwartung, auf wunderbare Weiſe
doch erhalten haben.

Die mancherlei Erzaͤhlungen, was an dieſem oder jenem Gnaden-Orte
geſchehen —, Die gehoͤren nicht zu dem heiligen Glauben. Sie ſind mehr
oder weniger glaubwuͤrdig, je nachdem ſie mehr oder weniger durch ſichere
Zeugniſſe bezeuget und dargethan ſind. Das iſt und bleibt ein
menſchlicher Glaube auf menſchliche Zeugniſſe. Dieſer Glaube hat nie,
kann nie haben ſolche Feſtigkeit, wie der Glaube derjenigen Wahrheiten,
welche uns die k. Kirche als von Gott geoffenbaret — zu glauben vorlegt.

Was auf der Welt hier und dort geſchehen iſt, oder etwa noch geſchieht
—, das zu glauben, oder nicht zu glauben, uͤberlaͤßt die k. Kirche jedem
in ſeinen Willen, ſo es nur dem heiligen Glauben nicht zuwider iſt.

So aber Jemand unter die Leute ausſtreuͤte etwas ſolches, das den von
Gott geoffenbarten Wahrheiten zuwider iſt, und ſich darauf beriefe, <pb
n="320"/>zo to haklei nėt wot Boha wozjeẇene, tak — ha tak — z Dżiwami
wobkrucżene jo —; taike nowotne Wozjeẇeṅa ha prėdkſtorkane Dżiwé bó ta
kh. Czérkej hoṙeṅebrawa, hale tamawa, po tém Wuprajeṅu Pawowa: Bó-li
teiż Jandżel z Ṅeƀa pżiſchow, ha nėżto hinak prėduwaw, Tón bódż poklaté.

Te Wėrnoſcże teje ſẇateje Wėré ſu z Boha, ſu ha wėcżṅe woſtanu
Wėrnoſcże; dokelż Bóh ſo ṅepżeṁeṅa.

Żtóż zmolom ſcho wėri, jo lóchkeje Wutrobé, ha budże zlóchka zhebané.
Mudré Cżwojek ṅewėṙi ſchėm Ludżaczém Pojedaṅam ha Bacżam. Żtoż pak
rozomni ſtatni Muſczé wobſwėtkoſcża, to ſo tola hodżi po Rozoṁe
wėricż. - Jėzus jo tém Żidam, teiż ſwojim Wutżownikam tżaſto porokuwaw
tu Ṅewėru, zo maja mawo Wėré; żeni jo Koho na to ṅepożtravuwaw, zo jara
ẇele wėri. Jara mawo wėricż, jo tom’ pėknom’ Hoṙeẇedżeṅu żkódniſche,
déżli jara ẇele wėricż.

Wo Watżonſkim jo te Pżiſwowo: ♣Unus stultus potest plus negare, quam
decem sapientes probare.♠ Jedén Wupé móże jacz prėcż, hacż dżėſacżo
Rozomni dopokazacż móża.

Déż ja ſebi mojei Wotżi zaẇazam, ha tak toho Swėtwa ſam ṅewidżu; ṅech
teiż dżeſacżo mi wobſwėtza, zo jo ṙané bėwé Dżeṅ —; joli zo ja jedénmól
ſebi do Wowé ſtajiw ſém — jim ṅewėricż; ha toho Zawėſchka ſebi worewzacż
ṅedam; tak ja tola pżi tém woſtanu: <pb n="321"/>daß dieſes nun erſt von
Gott geoffenbaret, ſo — und ſo — durch Wunder beſtaͤtiget ſey —; ſolche
neugebackene Offenbarungen und vorgeſchuͤtzte Wunder wuͤrde die k. Kirche
nicht annehmen, ſondern verdammen, gemaͤß dem Ausſpruch Pauls: So auch
ein Engel vom Himmel kaͤme, und anders predigte, der ſey verflucht.
♣Gal.♠ 1, 8.

Die Wahrheiten des heiligen Glaubens ſind aus Gott, ſind und bleiben
ewig Wahrheiten, weil Gott ſich nicht aͤndert.

Wer ſogleich alles glaubt, iſt eines leichtſinnigen Herzens, ♣Eccli.♠
19, 4. und wird leicht betrogen. Ein kluger Menſch glaubt nicht allen
Erzaͤhlungen und Labereien gemeiner Leure. Was aber verſtaͤndige geſetzte
Maͤnner bezeugen, das laͤßt ſich doch vernuͤnftig glauben. Jeſus hat den
Juden, auch ſeinen Juͤngern oft verwieſen den Unglauben, daß ſie zu wenig
Glauben haben; nie hat er Jemanden daruͤber beſtraft, daß er zu viel
glaube. Das Zuwenig glauben iſt der Sittlichkeit ſchaͤdlicher, als das
Zuviel glauben.

Im Lateiniſchen iſt das Spruͤchwort: ♣Unus stultus potest plus negare,
quam decem sapientes probare.♠ Ein Thor kann mehr laͤugnen, als zehn
Weiſe beweiſen koͤnnen.

Wenn ich mir meine Augen verbinde, und ſo das Licht ſelbſt nicht ſehe;
moͤgen auch ihrer zehne mir bezeugen, daß ein ſchoͤner heller Tag iſt —;
wenn ich mir einmal in den Kopf geſetzt habe — ihnen nichts zu glauben,
und mir den Verband nicht abnehmen laſſe; ſo bleibe ich doch dabei: <pb
n="322"/>To ṅejo wėrno, wona jo tżmowa Nócz. Tak ſo nėdé żadżerża
Domaſch k ſwojim Sobujapożtowam.

Hale Cżi, kiż nėt wot téch nadnéch Mėſtow nitżo wėricż ṅechadża, maja
Téch, kiż je wėṙa, za wupéch, ha ſami ſebi zdadża mudri bócż. Woni
praja: Pżi Prėdku toho Kżeſczianſtwa bėchu te Dżiwé trėbne k
Roſchėrokoſcżeṅu teje ſẇ. Wėré; nėt jacz trėbne ṅeiſu.

Ja wotmoju: Bórṅe nėt te Dżiwé tak trėbne ṅebówo, hacż da jo tohodla ta
Ruka toho Schohomócznoho woſwabiwa? Hacż da ṅemóże Wón hiżcże nėt Dżiwé
ſkutkuwacż, déżkuli Jomu ſo lubi? Żtó da móże ſchitké bóizke Wotpoladaṅa
pżeladacż??

Woni praja: Hacż da jo ta Mócz ha Dobrocżiwoſcz boża tém tak rėkaném
nadném Mėſtam pżiẇazana? Bóh dżén jo ſchudżom; ha ſchudżom móże jedén S.
Maṙi ſo porutżecż. Pżetżo da dérƀawo jene Mėſto k tom’ podobniſche bócż,
déżli druhe Mėſta??

Na to ja wotmoju z jeném Pżirunaṅom: Jedén bohaté dobrocżiwé Kṅez wéſte
Dné dobne Jamóżné dżėleſche, ha z wėſtoho Wokna ſwojoho Rodu te Daré ha
Ṗeṅezé tém tam zromadżeném Khudém podawaſche habė wonṁetaſche. Nėkotre
Mudracżki na to ſebi Hubu torhachu, ha mudruwachu taklei: K dawaṅu teje
Jamóżné ſu dżén tola ſchitke Dné, ſchitke Wokna jenak dobre; pżetżo da
tónlei Kṅez ruṅe telei Dné, ha z toholei Wokna daẇe?? Druzé, kiż teje
Jamóżné trėbni ha żadoſcziwi bėchu, te znate Dné k tom <pb n="323"/>Das
iſt nicht wahr, es iſt finſtere Nacht. Alſo verhielt ſich einſt Thomas
gegen ſeine Mitapoſtel.

Allein Diejenigen, welche itzt von den Gnadenorten nichts glauben
wollen, halten Jene, die es glauben, fuͤr albern, und ſelbſt duͤnken ſie
ſich klug zu ſeyn. Sie ſagen: Beim Anfange des Chriſtenthums waren die
Wunder noͤthig zur Ausbreitung des hl. Glaubens; nun ſind ſie nicht mehr
noͤthig.

Jch antworte: Obſchon die Wunder nun nicht ſo noͤthig ſind, iſt denn
deswegen die Hand des Allmaͤchtigen ſchwaͤcher geworden? Kann Er denn
nicht noch itzt Wunder wirken, wann immer es Jhm gefaͤllt? Wer kann denn
alle Abſichten Gottes durchſchauͤn?

Sie ſagen: Iſt denn die Macht und Guͤte Gottes an die ſogenannten
Gnadenorte angebunden? Gott iſt ja uͤberall; und uͤberall kann einer der
H. Maria ſich anempfehlen. Warum ſollte dann ein Ort dazu geſchickter
ſeyn als andere Orte??

Hierauf antworte ich mit einem Gleichniße: Ein reicher guͤtiger Herr
pflegte an gewiſſen Tagen reichliche Almoſen zu ſpenden, und aus einem
gewiſſen Fenſter ſeiner Burg die Gaben und Gelder den allda verſammelten
Armen darzureichen, oder heraus zu werfen. Einige Kluͤglinge machten
daruͤber viel Redens, und raͤſonirten alſo: Zum Almoſen geben ſind ja doch
alle Tage, alle Fenſter einerley aut; warum mag wohl dieſer Herr grade
dieſe Tage, und aus dieſen Fenſter ſpenden?? Andere, die des Almoſens
beduͤrftig und begierig waren, pflegten die bekannten Tage zu <pb
n="324"/>znatomu Woknei khodżachu, ha dobne Daré dóſtawachu; ƀeztemhacż
te Mudracżki, kiż tam ṅeṅdżechu, nitżo ṅezkrédżechu.

Bóh tón Kṅez tżini, żtoż, kaiż, déż ha dżeiż Jomu ſo lubi. Żtó da ſmėw
ſo zważicż Jom żto prėdkpiſacż, habó praſchecż: Pżetżo té tak tżiniſch,
ha nicz hinak?? Wėriwi Kżeſczieṅo proſcha ha dóſtawaja te Nadé tam,
dżeiż ſo Bohu lubi je dżėlicż; Mudracżki ze ſwojim Mudruwaṅom nitżo
ṅenadobódu.

Hodżi pak ſo tola pomėnicż talei Wina: Na taikim Mėſcże, dżeiż, kaiż
zjawṅe ſo pojeda, hiżo ẇele Cżwojekam zpomhane jo, ma jedén ſélniſchu
Wėru, ha jacz Dowėrnoſcże k Bohu; ha Jėzus jo prajiw: Tomu, kiż wėri, ſu
ſchitke Wėcze móżne.

Hiżcże ſo prėdkſtorka: Na téch tak rėkanéch pobożnéch Pucżach do daloka
ſtawa ſo teiż nėżtożkuli ṅepżiſtoine ha rėſchne.

Na to jo te Wotmojeṅo: Nitżo na Swėcże tak dobre ṅejo, zo bó ṅemówo
wopaki potṙebane bócż. Te Dobre woſtaṅe dobre za Toho, kotréż je praẇe
tżini.

Próczeſioné do daloka, zjeneje Czérkẇe do druheje, ſu zẇeſeliwe
Nazpómṅecża ha Dopokazaṅa toho hordoznoho Pżedobócża naſcheje ſẇateje
Wėré. Naſche Wótſczé, cżi prėnſchi Kżeſczieṅo, na tzi Sta Lėt doho pod
pohanſkich Wóſoknoſcżach téſchnoſcżeni, ſu tżaſto, dokelż zjawṅe
ṅeſṁachu, ṁeltżo wo Khowankach te ſwoje boże Swużbó dżerżeli. Mó nėt,
déż ta ſẇata Wėra tón Swėt pżedobówa jo, módem <pb n="325"/>bekannten
Fenſter hinzugehen, und empfiengen reichliche Gaben; inzwiſchen die
Kluͤglinge, die nicht hingingen, nichts bekamen.

Gott der Herr thut, was, wie, wann, und wo Jhm’s gefaͤllt. Wer darf ſich
erfrechen Jhm etwas vorzuſchreiben, oder zu fragen: warum thuſt du ſo
und nicht anders?? Glaͤubige Chriſten bitten und erhalten die Gnaden da,
wo es Gott gefaͤllt ſie zu ſpenden; Kluͤglinge mit ihren Kluͤgeleyen
gewinnen nichts.

Es laͤßt ſich aber doch angeben dieſe Urſache: An ſolchem Orte, wo, wie
der oͤffentliche Ruf iſt, ſchon vielen Menſchen geholfen worden, hat
einer ſtaͤrkern Glauben, und mehr Vertrauͤn zu Gott; und Jeſus ſelbſt hat
geſagt: Dem, der da glaubet, ſind alle Dinge moͤglich. ♣Marc.♠ 9, 22.

Man wendet noch ein: Auf den ſo genannten andaͤchtigen Wallfahrten
geſchieht auch ſo manches Unanſtaͤndige, Suͤndhafte.

Darauf iſt die Antwort: Nichts auf der Welt iſt ſo gut, daß es nicht
koͤnnte auch gemißbraucht werden. Das Gute bleibt gut fuͤr Den, der es
recht verrichtet.

Prozeſſionen in die Ferne, aus einer Kirche in die andere, ſind
erfreuliche Erinnerungen und Beweiſe des herrlichen Triumphes unſers
heiligen Glaubens. Unſere Vaͤter, die erſtern Chriſten, auf dreyhundert
Jahre lang unter heidniſchen Obrigkeiten geaͤngſtiget, haben oft, weil
ſie oͤffentlich nicht durften, heimlich in Schlupfwinkeln ihren
Gottesdienſt gehalten. Wir itzt, da der heilige Glaube die Welt bereits
uͤberwunden, koͤnżemó <pb n="326"/>zjawṅe wo wilkich Cżródach kaiż Wóiſtwa
boże, z rozpżėſtṙenémi Khoṙejemi, wótze zpėwajo do bożoh’ Domu
nutzcżanécż.

Hiżo wo prėṅſchich Tżaſach toho Kżeſczianſtwa jo wo Waſchṅu bówo, do
daloka khodżicż, wėſte ſẇate Mėſta wopótacż, k Pż. te Poṙebó téch
Japożtowow, brailich nicz zjawṅe wo wilkich Cżródach téch pohanſkich
Ṅepżecżelow dla, hale bóle ṁeltżo, kóidé ſamitkowné, habó jenoi nėkotzi
romadu ztowarſcheni. Taiku Pobożnoſcz jo ta ſẇ. Czérkej pżeczé za dobru
zpóznawa.

To pak jo tola ta kh. Cżérkej żeni ṅeporutżawa, hale kóiżdom’ do joho
dobṙeje Wole woſtajiwa. Nekotrém to zakazaja te Winoitoſcże toho jich
Zaſtacża. Mi, kiż ja to piſam, te Winoitoſcże mojoho Zaſtacża zakazuẇu
do daloka khodżicż; ja pak tola wuznaju:

Żtóż móże ha cze Bohu k Tżeſczi tón Pucż do daloka ztżinicż, to jo nėżto
dobre; Taikomu budże Bóh tón Kṅez kóiżdu Krotżel wopwacżecż, kaiżkuli te
Mudracżki na to ſo wuſmėchuẇu.

Na téch nadnéch Mėſtach tżiṅa ſo teiż te Luƀeṅa, t. r. wo Khoroſczi, wo
kaikeiżkuli Należnoſczi Jedén lubi, ha ſam ſo k tom’ zẇeże — wotwożicż
wėſté dobré Skutk, kotréż heẇak tżinicż winoité ṅejo, k. Pż. Tón Dom
bożi z wėſtém ſwojei Zamóżnoſczi pżimėṙeném Darom wobſchenkuwacż; habó
wėſtu Jamożnu do Khudéch rozdżelicż; habó wėſte Dné ſo poſczicż, wėſte
Tżaſé tón Dom bożi wopótacż, wėſte Pacżeṙe zpėwacż, rc. rc.

<pb n="327"/>

nen oͤffentlich in großen Schaaren wie Kriegs-Heere Gottes, mit
fliegenden Fahnen, laut ſingend in das Haus Gottes einziehen.

Schon in den erſten Zeiten des Chriſtenthums iſt Sitte geweſen, in die
Ferne zu wallen, um gewiſſe heilige Orte zu beſuchen, z. B. die
Grabſtaͤtten der Apoſtel, freilich nicht oͤffentlich in großen Schaaren
der heidniſchen Feinde wegen, ſondern mehr in der Stille, jeder allein,
oder nur wenige zuſammen geſellet. Solche Andacht hat die hl. Kirche
ſtaͤts fuͤr gut anerkannt.

Das hat jedoch die k. Kirche nie befohlen, ſondern es eines jeden gutem
Willen uͤberlaſſen. Einigen verbieten dieſes die Pflichten ihres Amtes.
Mir, der ich dieſes ſchreibe, verbieten es die Pflichten meines Amtes in
die Ferne zu wallfahrten; ich bekenne es aber gleichwohl:

Wer da kann und will Gott zur Ehre den Weg in die Ferne machen —, das
iſt etwas gutes; Dieſem wird Gott der Herr jeden Schritt belohnen, wie
immer die Kluͤglinge daruͤber laͤcheln.

An den Gnadenorten werden auch gethan Gelobungen, d. h. in Krankheit, in
was immer fuͤr einem Anliegen — gelobet Einer, und verbindet ſich ſelbſt
dazu — zu entrichten ein beſtimmtes gutes Werk, welches er ſonſt zu thun
nicht ſchuldig iſt, z. B. das Haus Gottes mit einer gewiſſen, ſeinem
Vermoͤgen angemeſſenen Gabe zu beſchenken; oder ein gewiſſes Allmoſen
unter Arme zu vertheilen; oder gewiſſe Tage zu faſten, gewiſſe Zeiten
das Haus Gottes zu beſuchen, gewiſſe Gebethe zu verrichten, rc.

<pb n="328"/>

Taike Luƀeṅo, taiki Slub poprawdże ſo ṅetżini S. Maṙi, nė; tón Slub ſo
tżini Bohu wo Dowėrnoſczi na te Marine Zaſtuṗeṅo, tak tu żadanu Pomócz
wot Boha dóſtacż. Pżetoż Bóh jo ha woſtaṅe tón jenicżki nailėpſchi
Pomhar, ƀez kotrohoż Wole Nichtó żto pomhacż ṅemóże.

Pżi tém pak dérbi bócż, naipṙedé te Podwoleṅo do bożeje Wole. Proſéſch
té Boha za Wodacżo twojich Rėchow, za joho Nadu ha Pomócz k pėknomu
Hoṙeẇedżeṅu, za zbóżnu Sṁercż, za tu wėcżnu Zbóżnoſcz, tak ſé té wėſté,
zo po bożei Woli praẇe proſéſch.

Proſéſch pak za tżaſnu Dobrotu, za Wumóżeṅo z tżaſneje Zwóſcże, dérbiſch
wo ſebi zbudżicż tulei Mós: Joli zo Bohu tak ſo lubi, joli zo to k bożei
Tżeſczi, ha mojei Duſchik Zbóżnoſcżi zpomóżne jo, habé tola żkódne ṅejo.

Té ſchak tola ṅeẇeſch, żto za tebe dobre habó lėpſche jo; Bóh je wė.
Tebi zaleiżi, ſczėhuwacż tón Pżikwad Jėzuſowé, kiż taklei proſcheſche:
Wotze, jo-li móżno, ṅech tónlei Kheluch wote mṅe pżeṅdże, tola pak nicz,
kaiz ja czu, hale kaiż té czeiſch!

Dale ṅeſmėſch zaṅechacż tṙebacż te naturſke Srėdki, hale dérbiſch po
prawéch Pucżach Radu ha Pomócz ſebi pótacż, kaiż wėſch. Woſtaiſchi
naturſkich Srėdkow wot Boha Pomócz ża-

<pb n="329"/>

Solche Gelobung, ſolches Geluͤbde wird eigentlich nicht der H. Maria
gethan, nein; das Geluͤbde wird gemacht Gott im Vertrauͤn auf Mariens
Fuͤrſprache, um alſo die verlangte Hilfe von Gott zu erhalten. Denn Gott
iſt und bleibt der allerbeſte Helfer, ohne deſſen Willen Niemand etwas
helfen kann.

Hiebei aber muß ſeyn, fuͤrs allererſte die Ergebung in goͤttlichen Willen.
Bitteſt du Gott um Vergebung deiner Suͤnden, um feine Gnade und Hilfe zu
einer guten Auffuͤhrung; um einen ſeligen Tod, um die ewige Seligkeit, ſo
biſt du ſicher, daß du nach dem goͤttlichen Willen recht bitteſt.

Bitteſt du aber um ein zeitliches Gut, um Errettung aus einem zeitlichen
Uͤbel, mußt du in dir erwecken dieſen Sinn: Wenn es Gott gefaͤllt, wenn
ſolches zur Ehre Gottes, zu meiner Seele Seligkeit gedeihlich, oder doch
nicht ſchaͤdlich iſt.

Du weißt es ja doch nicht, was fuͤr dich gut oder beſſer iſt; Gott weiß
es. Dir liegt es ob, nachzuahmen das Beiſpiel Jeſu, welcher alſo bath:
Vater, wenn es moͤglich iſt, laß dieſen Kelch von mir gehen, doch aber
nicht, wie ich will, ſondern wie du willſt. ♣Mt.♠ 26, 39.

Ferner darfſt du nicht unterlaſſen, anzuwenden die natuͤrlichen Mittel,
ſondern mußt auf gehoͤrigen Wegen dir Rath und Hilfe ſuchen, wie du es
weißt und vermoͤgeſt. Mit Vernachlaͤſſigung natuͤrlicher Mittel von Gott
Hilfe verlandacż <pb n="330"/>pżez jedėn Dżiw —, to rėka Boha zpótuwacż,
ha jo Rėch.

Bóh tżaſto jenomu Cżwojekej pomha pżez jenoho druhoho Cżwojeka, k. Pż.
tom’ Khoromu pżez wuſchiknoho Dóchtéra, tom’ Téſchnoſcżenomu pżez
dobroho Radnika. Pżez kohożkuli ta Pomócz k tebi dóṅdże, wona tola
pżiṅdże wot Boha, kiż tebi toho Pomócznika wobradżiw jo.

Tón mudré Syrach wukaże —, toho Dochtéra tżeſczicż, te Lėkarſtwa
tṙebacż; ƀeztém tu Dowėrnoſcz ſtajicż na Boha, kiż ſamlutki móże toho
Dochtéra tak leṅkuwacż, zo wón tebi te za tebe zpomóżne Lėkarſtwa
wukaże, ha je tak żonuwacż, zo cżi woprawdże zpomhaja.

Wot toho żidowſkoh’ Krala Aza te ſẇ. Piſmo praji: Wo ſwojei Koroſczi wón
ṅejo pótaw Boha toho Kṅeza, hale ẇele jacz jo ſo zpużcżaw na tu
Wuſchiknoſcz téch Dochtérow, ha — jo wumṙew.

§. 13. Wina ha Wużitk teje Pobożnoſcże ha Dowėrnoſcże k S. Maṙi.

Tomu Séhnei bożomu jo ſo lubiwo k nam Cżwojekam ſo zpżibliżicż, k
naſchom’ Bṙatrei ſo ztżinicż pżez Maṙu, déż wo Mariném Żiwocże tu naſchu
cżwojetżu Naturu na ſo wzaw jo; wėſczi ſchak Bohu ſo lubi, déż teiż mó
pżez tuſamu Maṙu k Njomu ſo pżibliżamó, tei Joho Nadże ſo porutżamó.

Jėzus jo tón ſwói prėni Dżiw k Woſẇatoſcżeṅu teje Duſche ſkutkuwaw pżez
Maṙu. Hacż tón Wós Marinoh’ Poſtroẇeṅa Hilzbecże do Wuſchow padże, bó
tón wo jeje Żiwocże zawṙené <pb n="331"/>gen durch ein Wunder —, das
heißt Gott verſuchen, und iſt Suͤnde.

Oft hilft Gott einem Menſchen durch einen andern Menſchen, z. B. dem
Kranken durch einen geſchickten Arzt, dem Geaͤngſtigten durch einen guten
Rathgeber. Durch wen immer die Hilfe zu dir gelangt, ſie kommt doch von
Gott, der dir den Helfer beſcheret.

Der weiſe Syrach ♣c. 38.♠ ermahnet —, den Arzt zu ehren, die Arzneyen zu
brauchen; inzwiſchen das Vertrauͤn zu ſetzen auf Gott, der allein den
Arzt ſo leiten kann, daß er dir die fuͤr dich heilſamen Arzneyen
anordnet, und dieſelbe ſo ſegnen, daß ſie dir in der That helfen.

Von dem juͤdiſchen Koͤnige Aſa ſagt die hl. Schrift: In ſeiner Krankheit
hat er nicht Gott den Herrn geſucht, ſondern vielmehr ſich verlaſſen auf
die Kunſt der Aerzte, und — iſt geſtorben. 2. ♣Paralip.♠ 16, 12.

§. 13. Urſache und Nutzen der Andacht und Zuverſicht zu der H. Maria.

Dem Sohne Gottes hat es gefallen zu uns Menſchen ſich zu naͤhern, ſich zu
unſerm Bruder zu machen durch Maria, da er in Mariens Leibe unſere
menſchliche Natur angenommen; ganz gewiß gefaͤllt es Gott, wenn auch wir
durch dieſelbe Maria uns zu Jhm naͤhern, ſeiner Gnade uns empfehlen.

Jeſus hat ſein erſtes Wunder zur Heiligung der Seele gewirket durch
Maria Als der Schall des Grußes Mariens der Eliſabeth in die Ohren fiel,
ward der in ihrem Leibe verſchloſſene <pb n="332"/>Jan wofẇatoſcżené, ha
wona ſama ze S. Duchom napelṅena —. To ṅejo ſkutkuwawa Maṙa, to jo
ſkutkuwaw Jėzus, kotr’hoż Maṙa tedém pod ſwojej’ Wutrobu noſcheſche.

Teiż tón prėni Dżiw k Wolożeṅu tżaſneje Nuzé jo Jėzus ſkutkuwaw na
Marinu Próſtwu, déż na tém Kwaſu Wodu do Wina pżewobrocżiw jo.

Tak jo nam Jėzus fam pokazaw, wo duchownéch, ha teiż wo cżėwnéch
Należnoſcżach pėkṅe k Maṙi ſo dżerżecż, pżez Nju wot Njoho Pomócz
pótacż.

Jėżus na Kżiżu wiſaiczé zkrótka pżed ſwojej’ Sṁercżu jo tei ſwojei delku
ſtejaczei Macżeṙi wot toho tam pódla ſtejaczoh’ Jana prajiw: Lei twói
Séhn! ha Janei: Lei twoja Macż.

Ze wſchich Jėzuſowéch Wutżownikow tón jenicżki Jan tedėm tam ſtejeſche;
tak Jan zaſtejeſche tu czéwu Zromadżiznu ſchitkich do Jėzufa Wėriwéch —.
Potaikim, żtoż Janei prajene jo, to jo wo duchowném Zrozeṁeṅu ſchitkim
ſobuprajene.

Jėzuſei jo ſo nadṅe lubiwo téch ſwojich Wėriwéch ṁenuwacż ſwojich
Bratrow —. Ha ṅet na tém ſwojim ſṁertném Wożu toho Kżiża tu ſwoju Macż
Jim k Macżeṙi wotkaże.

Cżwojek móże dṙe na ſwojim ſṁertném Wożu dobrom’ Pżecżelei tu ſwoju Macż
k Macżeṙi wotkazacż; móże tei Macżeṙi Joho k jeje Séhnei pomėnicż ha
poporutżecż; móże teiż Jomu pżikazacż Ju za Macż mėcż —. Wón pak tola
ṅemóże tei ſwojei Macżeṙi do Wutrobó nutzzapowożicż taiku <pb
n="333"/>Joannes geheiliget, und ſie ſelbſt mit dem H. Geiſt erfuͤllet —.
Das hat nicht Maria gewirket; das hat gewirket Jeſus, den Maria damals
unter ihrem Herzen trug. ♣Lc. 1. v. 41 et♠ 44.

Auch das erſte Wunder zur Steuͤrung zeitlicher Noth hat Jeſus gewirket
auf die Fuͤrſprache Mariens, da er auf der Hochzeit Waſſer in Wein
verwandelt. ♣Joa.♠ 2.

Alſo hat uns Jeſus ſelbſt gezeiget, in geiſtlichen und auch in
leiblichen Anliegen uns fleißig zu Maria zu halten, durch Sie von Jhm
Abhuͤlfe zu ſuchen.

Jeſus am Kreutze hangend hat kurz vor ſeinem Tode zu ſeiner unten
ſtehenden Mutter von dem darneben ſtehenden Joannes geſagt: Siehe, dein
Sohn! und zum Joannes: Siehe, deine Mutter! ♣Joa.♠ 19.

Aus allen Juͤngern Jeſu ſtand damals der einzige Joannes allda; alſo
vertrat Joannes die ganze Gemeine aller deren, die an Jeſum glaubten —.
Mithin, was zum Joannes geſagt worden, das iſt im geiſtlichen Sinne
allen mitgeſagt.

Jeſus hat ſich gewuͤrdiget, ſeine Glaͤubigen zu nennen ſeine Bruͤder
♣Hebr.♠ 2, 11. Und nun auf ſeinem Sterbebette des Kreutzes vermacht er
ſeine Mutter Jhnen zur Mutter.

Ein Menſch kann wohl auf ſeinem Sterbebette einem guten Freunde ſeine
Mutter zur Mutter vermachen; kann der Mutter Jhn zu ihrem Sohne
beſtimmen und anempfehlen; kann auch Jhm einſchaͤrfen Sie fuͤr Mutter zu
halten —. Er kann aber doch nicht ſeiner Mutter ins Herz hineinlegen
eine ſolche <pb n="334"/>Luboſcz ha Dobrocżiwoſcz k tom’ ſamom’
Cżwojekei, kaikuż Macż k ſwojomu Dżėſcżu ma; teiż ṅemóże do Joho Wutrobó
powożicż taiku Luboſcz ha Dowėrnoſcz k Ṅi, kaikuż Dżėcżo k ſwojei
Macżeṙi ma. Tak pola Cżwojekow taike Wotkazaṅa tżaſto téch pożadanéch
Sczėhwkow nimaja.

Hale Jėzus jo ſam do ſwojeje Macżeṙe zapowożiw tu macżernu Luboſcż ha
Dobrocżiwoſcz ke wſchim Praẇewėriwém; wón ſam jo teiż do téch Wutrobów
téch Praẇewėriwéch zapowożiw tu dzėcżowſku Luboſcz ha Dowėrnoſcz k tei
ſwojei Macżeṙi —. Ha talei jo ta prawa Wina, zo khatólſczé Kżeſczieṅo
wėcżṅe S. Maṙu z czéwa woſebe lubuwali, tżeſczili, tom’ jeje Zaſtupeṅu
ſo porutżeli ſu, ha hiżcże pżeczé tak tżiṅa.

Żtóż wo ſwojei Wutroƀe żaneje taikeje Luboſcże ha Dowėrnoſcże k S. Maṙi
nima, — Toho ja wobżaruẇu, dacż pak jomu jeje ṅemóżu —. Cżwojetże
Wurétżuwaṅa ha Dopokazuwaṅa tejelei Luboſcże ha Dowėrnoſcże ṅeporodżeja,
hale boża Nada; ha tu ja ſchitkim pżeju. Dérbi pak tola kóiżdé ze
ſwojej’ ſwobodnej’ Wolu tu Nadu teiż hoṙebracż, ha te Swoje
ſobuſkutkuwacż.

Cżi Jėzuſowi Wutżowniczé, hacż zromadżeni za tón Pżikhad toho jim
ſluƀenoho S. Ducha ſchiczé z jenoh’ proſchachu, mėjachu ſreidża ƀe ſobu
Maṙu tu Macż Jėzuſowu, kotraż za nich, ha z nimi ſobu proſcheſche.

Cżiſami Sẇacżi, kiż wo tei Czérkwi bożei naibole ha nailėpe wuwowani ſu,
habén Cżi ſu <pb n="335"/>Liebe und Wohlthaͤtigkeit zu demſelben
Menſchen, wie eine Mutter zu ihrem Kinde hat, kann auch nicht in deſſen
Herz legen eine ſolche Liebe und Zuverſicht zu Jhr, wie ein Kind zu
ſeiner Mutter hat. Daher bei Menſchen dergleichen Vermachungen oft die
gewuͤnſchten Folgen nicht haben.

Allein Jeſus hat ſelbſt in ſeine Mutter gelegt die muͤtterliche Liebe und
Wohlthaͤtigkeit zu allen Rechtglaͤubigen; er ſelbſt hat auch in die Herzen
der Rechtglaͤubigen gelegt die kindliche Liebe und Zuverſicht zu ſeiner
Mutter —. Und dieſe iſt die eigentliche Urſache, daß katholiſche
Chriſten von jeher die H. Maria ganz beſonders geliebet, geehret, ihrer
Fuͤrſprache ſich empfohlen haben, und es noch itzt immer ſo machen.

Wer in ſeinem Herzen keine ſolche Liebe und Zuverſicht zu der H. Maria
hat, — Den bedauͤre ich, geben aber kann ich ihm dieſelbe nicht —.
Menſchliche Streite und Beweiſe gebaͤhren dieſe Liebe und Zuverſicht
keineswegs, ſondern Gottes Gnade; und dieſe wuͤnſche ich Allen. Es muß
aber gleichwohl ein jeglicher mit ſeinem freien Willen die Gnade auch
annehmen, und das Seinige mitwirken.

Die Juͤnger Jeſu, als ſie verſammelt um die Ankunft des ihnen verheißenen
H. Geiſtes alle einmuͤthig betheten, hatten in ihrer Mitte die Mutter
Jeſu Maria, welche fuͤr ſie, und mit ihnen zugleich bethete. ♣Act.♠ 1,
14.

Jene Heiligen, die in der Kirche Gottes den groͤßten und beſten Ruf
haben, eben dieſe haben <pb n="336"/>wilku Pobożnoſcz ha Dowėrnoſcz k S.
Maṙi mėli, kaiż te jich Piſma pokazuẇu.

Taiczé ſu, k Pż. w ſtaréch Tżaſach toho Kżeſczianſtwa, Biſkop
♣Ambrosius,♠ Biſ. ♣Basilius,♠ Biſ. ♣Augustinus,♠ Biſ. ♣Cyrillns
Alexandrinus,♠ tei tżeſcżownei Michai ♣Joannes Damascenus, Beda, etc.
etc.♠ Wo ſreidżinéch Tżaſach Biſkop ♣Norbertus, Bernardus, Dominicus,
Franciscus Seraph., Thomas Aquin.,♠ Biſkop ♣Bonaventura, Vincentius
Ferrerius, etc. etc.♠ Wo poſleṅſchich Tżaſach ♣Jgnatius Lojola,
Franciscus Xaverius, Philippus Nerius,♠ Biſkop ♣Carolus Boromaeus,♠ Biſ.
♣Franciscus Salesius, Vincentius de Paula,♠ Biſ. ♣Alphonsus Liguori,♠
kotréż poſleni w Lėtu 1782 wumṙew, ha w Lėtu 1815 wot Bamuża ♣Piusa
VII.♠ zjawṅe za zbóżnoho wuprajené jo, potémhacż te Dżiwé, kotreż k
Wobſwėtkoſcżeṅu teje joho Sẇatoſcże ſkutkuwacż Bohu ſo lubiwo jo, powṅe
ſu dopokazane bówo.

Kotré kh. Kżeſczian bó rad ſo ṅedżerżaw teje Żcżeizki, kotruż taiczé
wóſokowutżeni wilczé Sẇacżi wuteptali, ha nam pokazali ſu?

Wo czérkwinſkich Stawicznach ſu na Tawzénté wopiſane Pżikwadé, kah
wėriwi Kżeſczieṅo, déż z prawej’ Pobożnoſcżu ha Dowėrnoſcżu S. Maṙi ſo
porutżeli ſu, pżez tuſamu wo cżėwnéch ha duchownéch Należnoſcżach tu
pożadanu Pomócz wot Boha dóſtali, ha to drudé, pżecżiwo ſchitkei
cżwojetżei Nadżiji, na zpodżiwne Waſchṅo tola dóſtali ſu. Ze wſchich ja
jenoi nazpómṅu por taikich, kiż tak znate ha wėſtu ſu, zo ſo prėcż
ṅedadża.

<pb n="337"/>

große Andacht und Zuverſicht zu der H. Maria gehabt, wie es ihre
Schriften zeigen.

Solche ſind z. B. in alten Zeiten des Chriſtenthums Biſchof ♣Ambrosius,♠
Biſch. ♣Basilius,♠ B. ♣Augustinus,♠ B. ♣Cyrillus Alexandrinus,♠ die
ehrwuͤrdigen Moͤnche ♣Joannes Damascenus, Beda, etc. etc.♠ In mittlern
Zeiten Biſchof ♣Norbertus, Bernardus, Dominicus, Franciscus Seraph.,
Thomas Aquin,♠ Biſchof ♣Bonaventura, Vincentius Ferrerius, etc. etc.♠ In
letztern Zeiten ♣Jgnatius Lojola, Franciscus Xaverius, Philippus
Nerius,♠ Biſchof ♣Carolus Boromaeus,♠ Biſchof ♣Franciscus Salesius,
Vincentius de Paula,♠ und Biſchof ♣Alphonsus Liguori,♠ welcher letztere
im Jahre 1782 geſtorben, und im Jahre 1815 vom Papſt ♣Pius VII.♠
oͤffentlich ſelig geſprochen worden, nachdem die Wunder, welche zur
Bezeugung deſſen Heiligkeit zu thun Gott gefaͤllig geweſen, voͤllig
erwieſen waren.

Welcher k. Chriſt ſollte ſich nicht gern halten derjenigen Bahn, die
ſolche hochgelehrte große Heilige betreten, und uns gezeiget haben?

In kirchlichen Geſchichten ſind zu Tauſenden beſchrieben Beiſpiele, wie
glaͤubige Chriſten, da ſie mit rechter Andacht und Zuverſicht, ſich der
H. Maria empfohlen, durch dieſelbe in leiblichen und geiſtlichen Noͤthen
die gewuͤnſchte Huͤlfe von Gott erhalten, und zwar manchmal, wider alle
menſchliche Hoffnung, auf wunderbare Art doch erhalten haben. Aus allen
erwaͤhne ich blos ein Paar ſolche, die ſo bekannt und gewiß ſind, daß ſie
ſich nicht laſſen laͤugnen.

<pb n="338"/>

W Lėtu 1571 bė tón Turkowſki Kheiżor ♣Selim II.♠ hiżo ẇele k Raṅu
leiżaczéch kż. Krajow pżemoczuwaw, jara ẇele Kżeſczianow moriw, ha nėt
na to zawożiw, teiż te k Ẇetżoru leiżacze kż. Kraje pod ſo krédnécż, te
Kżeſczianſtwo wuróduwacż.

Tedém bė w Roṁe za Bamuża tón ſẇaté ♣Pius V.♠ jedén Mich z toho Rjada S.
Dominika. Tónſamé wo bożim Meṅe ſwojich Podanow, téch Żpanierow, ha téch
Weneczianarow zromadżi do jenoho Wóiſtwa, kotreż w Tżowmach na Moṙu tém
Turkam bó ſo napżecżoſtajawo, ha jim wobarawo do kżeſczianſkich Krajow
ſo walicż.

Bamuż Pius k Bohu ſo wowaſche, te kż. Wóiſtwo tom’ Zakitei S. Maṙe
porutżeſche; wón teiż ſchitkich napominaſche k Bohu ſo wowacż, S. Maṙi
ſo porutżecż.

Ha leicże! Hacżruniſch téch Turkow wėle jaczé bė, hacżruniſch woni, z
wojerſkimi Pótrėbnoſcżami dobniſcho zaſtarani, ze ſwojimi Tżowmami na
jeném lėpe poſuwaczém Blaku ſtejachu, déżli ta podno ṅim mawa Cżródka
téch Kżeſczianow —; bóchu tola w 7. Oktobru tak do Tżiſtote zbicżi, zo
nimale ſchė ſwoje Tżowmé wotbóchu, tak zponiżeni ha do Stracha zahnacżi,
zo za dohi Tżas ſebi ṅewėṙachu napżecżo Kżeſczianam żto zapotżecż.

K wėcżnomu dżakownomu Wopómṅecżu jo Pius ♣V.♠ poſtajiw tón Sẇaté-Dżeṅ
ṁenuwané ♣Mariae de Victoria,♠ t. r. Maṙe wot Dobócża; kiż hiżcże nėt
kóiżde Lėto ſo ſẇecżi tu prėṅu Ṅedżėlu Mėſacza Oktobra, wo kotrémż Dṅu
te

<pb n="339"/>

Im Jahre 1571 hatte der Tuͤrkiſche Kaiſer ♣Selim II.♠ bereits viele gegen
Morgen gelegene chriſtl. Laͤnder uͤberwaͤltiget, ſehr viele Chriſten
getoͤdtet, und nun es darauf angelegt, auch die gegen Abend gelegenen
chriſtl. Laͤnder unter ſich zu bringen, das Chriſtenthum auszurotten.

Damals war zu Rom Pabſt der heilige ♣Pius V.♠ ein Moͤnch aus dem Orden
des hl. ♣Dominicus.♠ Derſelbe ſammelte in Gottes Namen ſeine
Unterthanen, die Spanier und die Venetianer in ein Heer zuſammen,
welches in Schiffen auf dem Meere den Tuͤrken ſich widerſetzen, und ihnen
wehren ſollte in chriſtliche Laͤnder einzufallen.

Pabſt ♣Pius♠ rief zu Gott, empfahl das chriſtl. Heer dem Schutze der H.
Maria, ermahnte auch alle andere zu Gott zu rufen, der H. Maria ſich zu
empfehlen.

Und ſehet! Obſchon der Tuͤrken weit mehrere waren, obſchon ſie, mit
Kriegs-Beduͤrfniſſen reichlicher verſehen, mit ihren Schiffen an einem
bequemeren Orte ſtanden, als das gegen ſie kleine Haͤuflein der Chriſten
—; wurden ſie doch am 7. ♣October♠ ſo gaͤnzlich geſchlagen, daß ſie faſt
alle ihre Schiffe verloren, ſo gedemuͤthiget und in Furcht verſetzt, daß
ſie lange Zeit ſich nicht getrauten, wider die Chriſten etwas
vorzunehmen.

Zum ewigen dankbaren Andenken hat ♣Pius V.♠ eingeſetzt das Feſt genannt
♣Mariae de Victoria,♠ d. h. Mariens vom Siege; welches noch dermalen
alle Jahre gefeiert wird den erſten Sonntag im Monath ♣October,♠ an
welchem Tage die <pb n="340"/>Bratré ha Sotré Marinoh’ Braſtwa te wilke
Rózaṙe, habé tón Pſaltér w Czérkwi zjawṅe wótze zpėwaja, kaiż Bamuż
Klemens ♣XI.♠ w Lėtu 1716 znowa zas wukazaw jo.

W L. 1683 tón Turkowſki Kheiżor Mahomet ♣IV.♠ zas ſélṅe na to dżėwaſche,
te naſche kż. Kraje pżemóżicż. Turkowſke Wóiſtwa bėchu hiżo dóſchwo hacż
k Winei, ha telei krute Mėſto woblėhṅene dżėrżachu. Bojoſcz ha Strach
zatżaſuwaſche ſchitke wokowne kż. Kraje. Tón tedémſchi kż. Kheiżor
Leopold, ha joho ſwėrni Podaṅo k Bohu ſo wowachu, S. Maṙi ſo porutżachu.

Pżiṅdże jim na Pomocz tón tedémſchi Pólſki Kral Jan Kazimir Zobieſki ze
ſwojimi Polakami; ha Kh. Leopold Jomu teiż te ſwoje Wóiſtwa hako
Ẇednikei poda.

W 12. Septembru tónlei Jan, (déż pṙedé wo jenei S. Marinei Czérkwi bė
daw bożu Mſchu dżerżecż, pżi kotreiż Wón ſam, ha tón joho Séhn, wobói
romadże miniſtriruwaſchtei) kurażiẇe napadże téch Turkow, kiż kaiż
rótni, Stracha powni zmolom cżėkachu, rózno bėiżachu; jara ẇełe bó jich
zabitéch, ha czéwa jich Bakaża Kżeſczianam do Rukow padże.

K wėcżnomu dżakownomu Wopómṅecżu toholei Pżedobócża jo Bamuż Innoczencz
♣XI.♠ poſtajiw tón Sẇaté-Dżeṅ Marinoh’ Ṁena, kiż kóiżde Lėto ſo ſẇecżi
tu Ṅedżėlu po S. Maṙe Naroda.

Telei ha toho ruṅa Pżikwadé móża wo rozomném Kżeſczianu tu Dowėrnoſcz k
S. <pb n="341"/>Bruͤder und Schweſtern der Marianiſchen Bruderſchaft den
großen Roſenkranz oder den Pſalter in der Kirche oͤffentlich laut
abbethen, wie es Pabſt ♣Clemens XI.♠ im Jahre 1716 vom neuen verordnet
hae.

Im Jahr 1683 arbeitete der Tuͤrkiſche Kayſer Mahomet ♣IV.♠ abermals
darauf, unſere chriſtl. Laͤnder zu uͤberwaͤltigen. Tuͤrkiſche Heere waren
bereits gekommen bis zu Wien, und belagerten dieſe feſte Stadt. Furcht
und Angſt erſchuͤtterte alle chriſtl. Laͤnder rings herum. Der damalige
chriſtl. Kayſer Leopold, und ſeine treuen Unterthanen riefen zu Gott,
empfahlen ſich der H. Maria.

Es kam ihnen zur Huͤlfe der damalige Polniſche Koͤnig Joannes Caſimir
Sobieſki mit ſeinen Polen; und K. Leopold uͤbergab ihm als Anfuͤhrer auch
ſeine Heere.

Am 12. ♣September♠ uͤberfiel dieſer ♣Joannes,♠ (nachdem er vorher in
einer Marien-Kirche die hl. Meſſe hatte leſen laſſen, wobei er ſelbſt,
und ſein Sohn, beide mit einander miniſtrirten) wohlgemuthet uͤberfiel er
die Tuͤrken, die gleichſam wahnſinnig voller Angſt ſogleich flohen,
auseinander liefen; viele wurden getoͤdtet, und all ihr Geraͤthe fiel den
Chriſten in die Haͤnde.

Zum ewigen dankbaren Andenken dieſes Sieges hat Pabſt ♣Jnnocentius XI.♠
eingeſetzt das Feſt des Namens Mariaͤ, welches jaͤhrlich gefeiert wird den
Sonntag nach Mariaͤ Geburt.

Dieſe und aͤhnliche Beiſpiele koͤnnen in einem vernuͤnftigen Chriſten die
Zuverſicht zu der H. <pb n="342"/>Maṙi zbudżicż, ha zkrucżicż. Hale tola
te nailėpſche Pżepokazaṅo jo to, żtoż jedén ſam na ſebi zhoṅi.

Kaiki to Wużitk ṅeſe — Bohu ſwėrṅe ſwużicż, ha kah Bóh Cżwojekei znutzka
tu Wutrobu wokżeẇa ha zpokoja, to ſchak tola Nichtó tak deṙe ṅewė, hako
Tón, kiż je ſam zhoniw ha wutżuw jo. Tohodla tón Pſalmiſta praji:
Woptaicże — ha ladaicże, zo tón Kṅez ſwódki jo; zbóżné, kiż k ṅomu ſo
dowėri.

Ha ja praju: Zpótai, tżiṅ po tei kh. Wutżƀe, mėi Dowėrnoſcz k S. Maṙi;
ha budżeſch tón Wużitk z toho ſam na ſebi zhonicż.

Cżi Varizeeṙo czéchu toho Cżwojeka, kiż bė ſlepé narodżené bów, ha wot
Jėzuſa te Widżeṅo dóſtaw —, toho czéchu narétżecż, zo Jėzus jedén Bohu
pżecżiwné Rėſchnik jo. Hale jich Prócza bė podarmo, dokelż tónlei
Cżwojek tu bóizku Mócz ha Dobrocżiwoſcz ſam na ſebi zhoniw bė.

Żtóż wo Nuzé tom’ Zaſtupeṅu S. Maṙe ſo porutżaw, ha pżez Nju wot Boha jo
zpomhane krédnéw; Tomu ſchak cżi Mudri toho Swėta nidé ṅebudża to
wurétżecż mócz, zo bó dobre ha wużitne ṅebówo — S. Maṙi ſo porutżecż.

Jo Żto z jara cżeżkim Drėṁom pżecżeżené, Tomu Cżwojekoẇe hinak pomhacż
ṅemóża, hacż z tém, zo jomu te Drėṁo wotwozmu, habé woloża. Bóh tón Kṅez
pak może teiż z tém pomhacż, zo tomu pżecżeżenomu <pb n="343"/>Maria
wecken und ſtaͤrken. Jedoch die allerbeſte Ueberzeugung iſt das, was
einer an ſich ſelbſt erfaͤhrt.

Welchen Nutzen es bringe — Gott treu zu dienen, und wie Gott dem
Menſchen innerlich das Herz erquicket und befriediget, das weiß denn
doch Niemand ſo gut, als Der, welcher es ſelbſt erfahren und empfunden
hat. Daher der Pſalmiſt ſpricht: Koſtet und ſehet, daß der Herr ſuͤß iſt;
wohl dem, der Jhm vertrauet. ♣Ps.♠ 33, 9.

Und ich ſpreche: Verſuche es, thue nach der k. Lehre, habe Zuverſicht zu
der H. Maria; und du wirſt den Nutzen davon an dir ſelbſt erfahren.

Die Phariſaͤer wollten den Menſchen, der blind geboren war, und von Jeſus
das Geſicht bekommen hatte, dieſen wollten ſie uͤberreden, daß Jeſus ein
Gott gehaͤſſiger Suͤnder ſey. Aber ihre Bemuͤhung war vergebens, indem
dieſer Menſch die Macht und Guͤte Gottes an ſich ſelbſt erfahren. hatte.
♣Joa.♠ 9.

Wer in der Noth der Fuͤrſprache Mariens ſich empfohlen, und durch Sie von
Gott Huͤlfe erlanget hat; Dieſem werden die Weiſen der Welt es nie
ausreden koͤnnen, daß es nicht gut und nuͤtzlich waͤre — ſich der H. Maria
anzuempfehlen.

Jſt Jemand mit einer ſchweren Buͤrde uͤberladen, Dem koͤnnen Menſchen nicht
anders helfen als dadurch, daß ſie ihm die Buͤrde abnehmen oder
erleichtern. Gott der Herr aber kann auch dadurch helfen, daß er dem
Ueberladenen <pb n="344"/>jacz Móczé pżidaẇe, ha joho tak ſėlnoſczi, zo
te hacżruniſch jara cżeżke Drėṁo tola lóchczé zṅeſe.

Mó dżén je huſto widżimó, zo pėkni bohwſwużowni Cżwojekoẇe pod tém
ſwojim cżeżkim Kżiżom, kotréż jim wot Boha pżizpėté jo, tola wo Wutroƀe
zpokoiniſchi, ẇeſelſchi ſu, déżli druzé, kiż żanoho taikoho Kżiża k
ṅeſeṅu nimaja.

Z tej’ Dowėrnoſcżu k S. Maṙi dérbi ztowarſchene bócż wutrobne Podwoleṅo
do bożeje Wole; tak budże cżi Bóh wėſczi pomhacż na jene habó ma druhe
Waſchṅo, zatémhacż twojei Duſchi k Zbóżnoſczi zpomóżniſche jo.

Wobzankṅeṅo.

Pilatus dṙe ſo Jėzuſa wopraſcha: Żto jo ta Wėrnoſcz? Hale Wotmojeṅa
ṅedotżaka, dokelż teje Wėrnoſcże ṅepótaſche, wot ṅu ṅerodżeſche.

Zaul habé Pawow ſo teiż wopraſcha: Kṅeże, żto té czeiſch, zo ja tżinicż
dérbu? Ha wone bó jomu pżez toho Ananija dopojedżene, żto ma tżinicż,
dokelż ta joho Wutroba woprawdże żadaſche za tej’ prawej’ Wėrnoſcżu
pżiṅcż.

Hacż kż. kh. Wutżeṙo do toho pohanſkoho Kraja China bėchu dóſchli, ha
tam tu kż. kh. Wutżbu roſéṁeṅachu, tedém bė jeden Chineſki Mandarin
(Zeṁank), kotromuż talei Wutżba jara deṙe ſo luƀeſche, wón mėjeſche Lóżt
ha Żadoſcz teiż jedén Kżeſczian bócż —. Tola joho wotdżerżuwaſche talei
Staroſcziwoſcz: Te Bohé, kotreż moji Starſchi ha Dżėdoẇe tżeſczili ſu,
kotreż teiż ja wot Mawoſcże hacż do nėtka tżemehr <pb n="345"/>Kraͤfte
verleihet, und ihn ſo ſtaͤrket, daß er die obſchon ſehr ſchwere Buͤrde
gleichwohl leicht ertraͤgt.

Wir ſehen es ja oft, daß fromme gottſelige Menſchen unter ihrem ſchweren
Kreutze, welches ihnen von Gott zugedacht iſt, gleichwohl im Herzen
zufriedener, froͤhlicher ſind, als andere, die kein ſolches Kreutz zu
tragen haben.

Mit der Zuverſicht zu der H. Maria muß verknuͤpfet ſeyn herzliche
Ergebung in den goͤttlichen Willen; ſo wird dir Gott gewiß helfen auf die
eine oder andere Weiſe, je nachdem es deiner Seele zur Seligkeit
gedeihlicher iſt.

Beſchluß.

Pilatus fragte zwar Jeſum: Was iſt die Wahrheit? Jedoch die Antwort
wartete er nicht ab, da er die Wahrheit nicht ſuchte, ſie nicht achtete.
♣Joa.♠ 18, 38.

Saul oder Paulus fragte auch: Herr, was willſt du, daß ich thun ſoll?
Und es ward ihm durch den Ananias kund gemacht, was er thun ſolle; da
ſein Herz wirklich verlangte hinter die rechte Wahrheit zu kommen.
♣Act.♠ 9, 6.

Als die chriſtl. k. Lehrer in das heidniſche Land China eingedrungen
waren, und allda die chriſtl. k. Lehre ausſtreueten; damals war ein
Chineſiſcher Mandarin (Edelmann), dem dieſe Lehre ſehr wohl gefiel, er
hatte Luſt und Verlangen auch ein Chriſt zu werden —. Doch hielt ihn
zuruͤck dieſe Beſorgniß: Die Goͤtter, welche meine Aeltern und Voraͤltern
geehret ha ben, welche auch ich von Kindheit bis itzt geehſcziw <pb
n="346"/>ha jim ſwużiw ſém —, joli zo ja nėt woſtaiſchi ṅich tomu Bohu
téch Kżeſczianow do Swużbé ſo podam, móli tṙebai na mṅe ſo roznėwacż, ha
tu moju Ṅeſwėru krucże żtravuwacż —.

Tak wotżakuwaſche; móſlaté, wo ſebi ṅeṁerné, ſam ze ſobu ṅezpokoiné
pżeczé ſo kiwkaſche; pa czéſche Kżeſczian bócż —, pa czéſche woſtacż,
żtoż jo.

Wón tu ſwoju Nuzu zkorżeſche jenom’ druhom’ Mandarinei, z kotrémż deṙe
znaté bė, ha kotréż hiżo bė ſo wukcżicż daw —. Tón jomu taklei wuradżi:
Mėſto ſchoho Móſleṅa ha Wowé-Wamaṅa — nó jenoi té Tżas wot Tżaſa taklei
pozdéchui: Ztworicżeṙo ſchitkich Wėczow, kiż té tón prawé Kṅez, tón
wėrné Bóh ſé, ẇedż ha doẇedż ṁe k tei prawei Wėrnoſczi, za kotṙejuż ja z
Wutrobé żadoſcżu.

Tak wón tżiṅeſche. Ztwari ſebi pod nahim Ṅeƀom jedén leſné Wowtark; na
tónſamé pomożi dwė Czédélczé; na tei jenei bė napiſane: Bóh téch
Kżeſczianow; na tei druhei te Ṁeno tohoſamoho Chineſkoho Boha (Pżiboha),
kotrohoż wón hako wojerſki Wóſchi hacż do nėtka naijacz tżeſcziw bė, wo
Chiṅeſkei Rétżi ṁenuwané Bóh teje Bróṅe.

Po Chineſkim wón pżed tém Wowtaṙom k Zeṁi dele ſo kwoṅeſche, Wóruch
wópruwaſche, zapaleſche, kadżeſche, ha pżeczé wrócżeſche telei Swowa: Ja
ſém podwolné tżinicż, kaiż praẇe jo; wo mojei nėtżiſchei Ṅewėdomoſczi
ſtai mi wói jedén kaiż druhi. Té, kiż te tón <pb n="347"/>ret und ihnen
gedienet habe —, ſo ich nun mit Hintanſetzung derſelben dem Gott der
Chriſten mich zum Dienſte hingebe, koͤnnten wohl uͤber mich ſich erzuͤrnen,
und meine Untreue ſcharf zuͤchtigen.

So zoͤgerte er; ſchwermuͤthig, im Innern unruhig, mit ſich ſelbſt
unzufrieden wankte er ſtaͤts; bald wollte er ein Chriſt werden —, bald
wollte er bleiben, was er iſt.

Seine Noth klagte er einem andern Mandarin, mit dem er wohl bekannt war,
und der bereits ſich hatte taufen laſſen —. Dieſer rieth ihm alſo aus:
Statt allem Nachdenken und Kopfbrechen — ſeufze nur von Zeit zu Zeit
alſo: Schoͤpfer aller Dinge, der du der rechte Herr, der wahre Gott biſt,
leite und fuͤhre mich zu der rechten Wahrheit, nach welcher ich mich
herzlich ſehne!

So that er. Er baute ſich unter freiem Himmel ein huͤbſches Altaͤrchen;
darauf legte er zwey Zeddel; auf dem einen war geſchrieben: Gott der
Chriſten; auf dem andern der Name desjenigen Chineſiſchen Gottes
(Abgottes), welchen er als Soldaten-Oberſter bisher am meiſten geehret
hatte, in Chineſiſcher Sprache genannt Gott der Waffen.

Nach Chineſiſcher Sitte neigte er ſich vor dem Altare zur Erde
darnieder, opferte Weihrauch, brannte, raͤucherte, und wiederholte immer
dieſe Worte: Jch bin willig zu thun wie es recht iſt; in meiner
dermaligen Unwiſſenheit ſeyd ihr mir einer wie der andere. Du, der du
der <pb n="348"/>prawé Bóh ſé, dai ſo mi k zpóznacżu, ta moja Żadoſcz jo
za tej’ prawej’ Wėrnoſcżu pżiṅcż.

Ha leicże, ta Czedélka, popiſana z témi Swowami: Bóh téch Kżeſczianow,
ta ſama ſo zbėné, ha do joho Klina ſo pżepowożi.

Pżiṅdże jom’ do Móſlow: Tolei jo tṙebai ṅeẇatki ſo ſtawo; ta Czedélka jo
ſtraiż wot Lóvta heṙewuzbėṅena — mi do Klima panéwa —. Wón tohodla
tuſamu Czedélku druhi krótż, ha teiż hiżcże tzecżi krótż zas na tón
Wowtar powożi k tei tamei Czedélczé. Hale teiż tón druhi ha tzecżi krótż
wona zas ſama do joho Klina ſo pżepowożi.

Nėt bó jomu z jeném dobom ta Wutroba wolożena, zaẇeſelena; wone bė jom’,
hako bó jomu jedén Zawėſchk, z kotrémż jo te Wotżi zaẇazane mėw,
wotewzaté bów. Mėrné wo Wutroƀe, powṅe zpokojoné, da ſo wo tém
Kżeſczianſtẇe dowutżicż, bó wo krótkim zjawṅe wukcżené, ha po
kżeſczianſkim duſchṅe ſo hoṙeẇedżeſche.

Ta prawa Wėra jo ta Wėrnoſcz, kotraż z Boha pżiṅdże, ha Cżwojeka k Bohu
do teje Zbóżnoſcże ẇedże. Talei Wérnoſcz ſo namaka, nicz z tém Rozomom,
hale z tej’ Wolu. Wótré Rozom, cżwojetże Mudruwaṅa tejelei Wėrnoſcże
ṅebudża wuſlėdżicż, joli zo wo Wutroƀe ṅejo ſẇėrna Wola, woprawdna
Żadoſcz tulei Wėrnoſcz namakacż, ha teiſamei ſo podacż woſtaiſchi
ſchitkich druhich Wotpoladaṅow.

<pb n="349"/>

rechte Gott biſt, gib dich mir zu erkennen; mein Verlangen iſt hinter
die rechte Wahrheit zu kommen.

Und ſehet, der Zeddel, beſchrieben mit den Worten: Gott der Chriſten,
dieſer hob ſich ſelbſt, und uͤberlagerte ſich in ſeinen Schoos.

Es kam ihm in die Gedanken: Das iſt etwa von ungefaͤhr ſo geſchehen; der
Zeddel iſt vielleicht von der Luft in die Hoͤhe gehoben — mir in den
Schoos gefallen —. Daher er dieſen Zeddel zum zweyten, und auch noch zum
dritten male wieder auf den Altar legte zum jenen Zeddel. Aber auch das
zweyte und dritte mal uͤbertrug ſich derſelbe von ſelbſt in ſeinen
Schoos.

Nun ward ihm auf einmal das Herz erleichtert, erfroͤhlichet; es war ihm,
als ob ihm ein Verband, womit ſeine Augen verbunden geweſen, abgenommen
waͤre. Ruhig im Herzen, voͤllig befriediget ließ er ſich im Chriſtenthume
voͤllig unterrichten, wurde im kurzen feierlich getaufet, und dem
chriſtl. Geſetz gemaͤß fuͤhrte er ſich recht gut auf.

Der rechte Glaube iſt die Wahrheit, welche aus Gott koͤmmt, und den
Menſchen zu Gott in die Seligkeit fuͤhret. Dieſe Wahrheit wird gefunden —
nicht durch den Verſtand, ſondern durch den Willen. Ein ſcharfer
Verſtand, menſchliche Kluͤgeleyen werden dieſe Wahrheit nie ausſpuͤren,
ſofern im Herzen nicht iſt ein aufrichtiger Wille, das ernſtliche
Verlangen, dieſe Wahrheit zu finden, und derſelben ſich hinzugeben mit
Hintanſetzung aller andern Ruͤckſichten.

<pb n="350"/>

Bóh cze ſchitkich Cżwojekow zbóżnéch mėcż. Téch Ṅewutżenéch jo tawzént
krótż jacz, déżli téch Wutżenéch. Nėkotzi maja kuſchi, tupé Rozomcżk,
ṅeiſu k tom’ zroſcżeni, To ha Tamo praẇe roſudżecż. Cżi bóchu toho
prawoh’ Pucża k Zbóżnoſczi żeni namakacż ṅemóli, débó jenoi z tém
Rozomom pótané bócż dérƀaw.

Hale dobru zibnitu Wolu —, tu móże kóiżdé mėcż. Żtóż tu ma, ha wo ſwojei
Wutroƀe k Bohu zdéchuẇe: Kṅeże, żto té czeiſch, zo ja tżinicż dérbu?
Toho, joli zo w bwudnei Wėṙe jo, budże Bóh na jene ſebi zpodobne Waſchṅo
k tei prawei Wėṙe doẇeſcż, habó nédém tu joho wutrobnu Żadoſcz za tej’
prawej’ Wėru — jomu za tuſamu pwacżicż dacż.

Bóh pżelada te Wutrobé. Wón je wė, Żtó ma habó nima tu woprawdnu Żadoſcz
za tej’ prawej’ Wėrnoſcżu; Żtó teiſamei ſo ſtaja z Prėdkwzacżom z
Lózoſcże; Żtó pak ſamotṅe z Ṅewėdomoſcże; Kotroho Ṅewėdomoſcz za ṅoh’
ṅepżedobnita, po taikim ṅewinwata jo; kotroho Ṅewėdomoſcz pziṅdże z
Ṅeródé, dokelż wot tu Wėrnoſcz ṅerodżi, ha tohodla jeje ṅepóta; Kotroho
tżaſne pobotżne Wotpoladaṅa wotdżerżuẇu tei zpóznatei Wėrnoſczi ſo
podacż —. Mó Nikomu do Wutrobó ṅewidżimó; nam ṅezaleiżi Koho tamacż.

Ta prawa Wėra ṅejo Wużitk cżwojetżich Wurétżuwaṅow, hale jo Dar bożi; k
Dóſtacżu toholei Dara jo pṙedé ſchoho trėbna jena zibnita, poniżna,
podwolna Wutroba —. Talei znutznita

<pb n="351"/>

Gott will alle Menſchen ſelig haben. 1. ♣Tim.♠ 2, 4. Der Ungelehrten
ſind tauſend mal mehr, als der Gelehrten. Einige haben kurzen ſtumpfen
Verſtand, ſind nicht gewachſen, Das und Jenes richtig zu beurtheilen.
Dieſe wuͤrden den rechten Weg zur Seligkeit nie finden koͤnnen, wenn er
blos durch den Verſtand geſucht werden muͤßte.

Allein einen guten biegſamen Willen —, den kann jeder haben. Wer ihn
hat, und in ſeinem Herzen zu Gott ſeufzet: Herr, was willſt du, daß ich
thun ſoll? Den, ſo er etwa in einem irrigen Glauben iſt, wird Gott auf
eine ihm gefaͤllige Weiſe zu dem wahren Glauben fuͤhren, oder aber ſein
herzliches Verlangen nach dem wahren Glauben — ihm dafuͤr gelten laſſen.

Gott durchſchauet die Herzen. Er weiß es, Wer da hat oder nicht hat das
ernſtliche Verlangen nach der rechten Wahrheit; Wer derſelben ſich
widerſetzt vorſaͤtzlich aus Bosheit; Wer aber lediglich aus
Unwiſſendheit; Weſſen Unwiſſenheit fuͤr ihn unuͤberwindlich, folglich
ſchuldlos iſt; Weſſen Unwiſſenheit herkoͤmmt aus Nachlaͤſſigkeit, weil er
die Wahrheit nicht achtet, und daher ſie nicht ſucht; Wen zeitliche
Nebenabſichten zuruͤckhalten, der erkannten Wahrheit ſich hinzugeben —.
Wir ſehen Niemanden ins Herz, uns koͤmmt es nicht zu Jemanden zu
verdammen.

Der rechte Glaube iſt nicht die Frucht menſchlicher Streitigkeiten,
ſondern iſt Gabe Gottes; zum Empfang dieſer Gabe iſt vor allem
nothwendig ein biegſames, demuͤthiges, williges Herz —. An dieſer innern
Herzens-Stimmung <pb n="352"/>Mós tém Mudrém toho Swėta brachuẇe; tak
jim nėżtożkuli zakhowane woſtaṅe, żtoż cżi Mólicżczé z bożoho Wozjeẇeṅa
lochczé zpóznaja.

Jena Holcżka bó ſélṅe waƀena, woſtaiſchi teje kh. Wėré pżeſtupicż k tei
Wėré téch Proteſtantow. Jedén wutżené Cżwojek ji taklei rétżeſche: Té ſé
wupa Holcżka; naſch Kral jo tola ẇele mudriſchi hacż té; ha lei, wón
ṅejo khatólſki, wón jo Proteſtant —. Wona wotmoji: Ta prawa Wėra jo Dar
bożi; tónlei Dar jo mi Bóh z Nadé daw; moja Winoitoſcz jo, tónlei Dar
wóſche ſchoho ſebi ważicż, k mojei Zbóżnoſczinawożecż.

Jėzus tém Żidam prajeſche: Joli zo Żtó wo ſwojei Wutroƀe tu ſwėrnu
Żadoſcz ma bożu Wolu zpóznacż ha dopelnicż, Tón budże ſo doladacż, zo ta
moja Wutżba z Boha jo. Hai, żtóż po tei Woli bożei tu Wėrnoſcz lubuẇe,
póta, zpóznacż żada, Tomu to, żtóż wot S. Maṙe zpómṅene ha tróſchku
rozpojedżene jo, ṅebudże ṅewėriwne prėdkpżiṅcż; tón joho ſamotné ſtrowé
Rozom budże jom’ ſwėtzicż: Wone ſcho praẇe deṙe romadu wiſé, kaiż te
Wónidwa jenoho Ṅecżaza, wone ſchak jene z toho druhoh’ ſczėhuẇe. Jo ſo
Bohu lubiwo Maṙu wuzbėnécz k tei Doſtoinoſczi bóizko, ho Macżerſtwa —;
tak jo tola deṙe k wėṙeṅu, zo tulei Wuzwolenu teiż z Nadami hacż
nanaidobniſcho wudébiw ha taiku pżihotuwaw jo, zo bó doſtóina Macż toho
Boha-Cżwojeka bówa.

<pb n="353"/>

gebricht es den Weiſen der Welt; daher bleibt ihnen manches verborgen,
was die Kleinen aus goͤttlicher Offenbarung leicht erkennen. ♣Mat.♠ 11,
25.

Ein Maͤdchen ward ſtark gereitzet, mit Hintanſetzung des k. Glaubens zu
uͤbertreten zum Glauben der Proteſtanten. Ein gelehrter Mann redete ihr
alſo zu: Du biſt ein dummes Maͤdchen; unſer Koͤnig iſt doch viel
geſcheider als du; und ſiehe, der iſt kein Katholik, er iſt ein
Proteſtant —. Sie antwortete: Der rechte Glaube iſt eine Gabe Gottes;
dieſe Gabe hat mir Gott aus Gnaden gegeben; meine Schuldigkeit iſt —
dieſe Gabe mir uͤber alles zu ſchaͤtzen, zu meiner Seligkeit anzuwenden.

♣Joa.♠ 7, 17. ſagte Jeſus den Juden: So Jemand in ſeinem Herzen das
aufrichtige Verlangen hat den Willen Gottes zu erkennen, und zu
erfuͤllen, Der wird es inne werden, daß meine Lehre aus Gott iſt. Ja, Wer
dem Willen Gottes gemaͤß die Wahrheit liebet, ſuchet, zu erkennen
verlangt, Dem wird das, was von der H. Maria erwaͤhnt und ein wenig
erklaͤret worden, gar nicht unglaublich vorkommen; ſein eigener geſunder
Verſtand wird ihm bezeugen: Es haͤngt ja alles recht huͤbſch zuſammen, wie
die Glieder einer Kette, es folgt ja eins aus dem andern. Hat es Gott
gefallen, die Maria zu erhoͤhen zu der Wuͤrde goͤttlicher Mutterſchaft —;
ſo iſts wohl zu glauben, daß er dieſe Auserwaͤhlte auch mit Gnaden auf
das allerreichſte ausgezieret, und alſo zubereitet hat, daß Sie eine
wuͤrdige Mutter des Gott-Menſchen waͤre.

<pb n="354"/>

Po tei ſtarei kh. Wutżƀe mó wėrimó ha wuznawamó: Tón wėcżné Séhn bożi jo
wo Mariném Żiwocże ſo wocżwojetżiw; Jėzus Kréſtus jo wėrné Bóh; Maṙa jo
wėrna Macż toho wėrnoho Boha; habén tohodla Maṙu po wſchei Móżnoſczi
tżeſczimó, jeje Zaſtupeṅu ſo porutżamó.

Cżi Nowotnikoẇe, hacż wot nas ſo rozdżėlachu, zprėṅa wotradżachu ha
zakazuwachu te Tżeſcżeṅo ha Na-Pomócz-Wowaṅo S. Maṙe, prėdkſtorkaiczé:
zo jo to pżecżiwo tei Tżeſczi, kotraż tomu Bohu-Cżwojekei Jėzuſei
Kréſtuſei ſwuſcha —; ha nėt jich Potomniki na to dżėwaja — toho Kṅeza
Jėzuſa teje Jomu ſwuſchaczeje Tżeſcże, débó móżno bówo, zczéwa wuróbicż
—; ja mėṅu Téch, kiż tom’ Kṅezei Jėzuſei tu bóizku Doſtoinoſcz
wotżtrétuwacż czeidża, ha jara ſo wobaraja — wėricż, zo Jėzus Kréſtus
wėrné Bóh jo.

Taklei jo; żtóż jedénmól z toho prawoho Pucża do Boka wuſtupi, déż z
Tżaſom ſo ṅezawrócża, pżeczé hubje do Bwuda zaṅdże, ha ṅeẇe dże, natżim
jo. Bóh nas zwarnui pżed taikim Zabwudżeṅom!

Hilzbeta na tu k ſebi pżiṅdżaczu Maṙu z wótrém Woſom zawowa: Té ſé
żonuwana ƀe wſchimi Żónſkimi, ha żonuwané jo tón Pwód twojoho Żiwota!
Maṙa blizko pżed ṅej’ ſtejeſche; wot Ṅeje wuſwóſchana bócż, tola tṙeba
ṅemėjeſche, ze wſcheje Schije wowacż. Pżetżo da tak zawowa? Ta
Nutérnoſcz jeje Tżeſcziwoſcże ha Luboſcże k tėi Macżeṙi toho Zbóżnika bė
jara wilka; wona ſo tżujeſche, zo ſebi

<pb n="355"/>

Nach der alten k. Lehre glauben und bekennen wir: Der ewige Sohn Gottes
iſt in Mariens Leibe Menſch geworden; Jeſus Chriſtus iſt wahrer Gott;
Maria iſt wahre Mutter des wahren Gottes; ebendeswegen verehren wir die
Maria nach aller Moͤglichkeit, empfehlen uns ihrer Fuͤrſprache.

Die Neuerer, als ſie ſich von uns trennten, widerriethen und unterſagten
Anfangs die Verehrung und Anrufung der H. Maria, unter dem Vorwande: das
ſey wider die Ehre, die dem Gott-Menſchen Jeſus Chriſtus gehoͤrt —; und
nun ihre Nachfolger arbeiten darauf — dem Herrn Jeſus die Jhm gebuͤhrende
Ehre, wenn es moͤglich waͤre, gaͤnzlich zu rauben —; ich meine Jene, die
dem Herrn Jeſus die goͤttliche Wuͤrde abſtreiten wollen, und ſich ſehr
weigern — zu glauben, daß Jeſus Chriſtus wahrer Gott iſt.

So iſts; wer einmal aus dem rechten Wege ſeitwaͤrts austritt, wenn er
nicht bei Zeiten umlenket, koͤmmt immer tiefer in die Jrre hinein, und
weiß nicht, wo, woran er iſt. Gott bewahre uns voŕ ſolcher Verirrung!

Eliſabeth rief auf die zu ihr kommende Maria mit lauter Simme: Du biſt
gebenedeyet unter allen Weibern, und gebenedeyet iſt die Frucht deines
Leibes! Maria ſtand nahe vor ihr; um von ihr vernommen zu werden, hatte
ſie es doch nicht noͤthig aus vollem Halſe zu ſchreien. Warum dann rief
ſie ſo ſtark? Der Eifer ihrer Ehrerbietung und Liebe zu der Mutter des
Heilandes war ſehr groß; ſie fuͤhlte ſich, daß ihr <pb n="356"/>Swowa
brachuẇu, Maṙu doſtoiṅe doſcz pokwalicż; telei Zbrachuwaṅo czéſche k
Tjelu zarunacż z tém Napinaṅom toho Woſa, wona wótzje zawowa: Té ſé
żonuwana —! Dokelż ta jeje Żadoſcz bė, zo, débo możno bowo, tónlei jeje
Wós po czéwém Swėcże bó zéntżaw, ha tón Zuk toholei Woſa padaw na
wſchitke pżichodne Tżaſe hacż do Swėta Zkóntżeṅa; zo bóchu wėcżṅe,
ſchudżom ſchiczé Maṙu kwalili, ha z ṅeju prajili: Té ſé żonuwana ƀez
témi Żónſkimi, ha żonuwané jo tón Pwód twojoho Żiwota!

To ſchėdṅe tżiṅa khatólſczé Kżeſczieṅo wo wſchitkich Tjelach toho Swėta;
tak mó ſchėdṅe dopelṅamó tu ſẇatu Żadoſcz teje ze S. Duchom napelṅeneje
Hilzbeté, ha teiż ſobudopelṅamó te ſamotne Provecżeṅo S. Maṙe: Znėtka
budża mė zbóżnu kcżicż ſchitke Zplahwé.

Déż mó Jėzuſa Kréſtuſa, toho naſchoho bóizkoho, Wumóżnika dla, tżeſczimó
tu joho Macż Maṙu; z tém mó ſobu wuznawamó, zo Jėzus Kréſtus jo tón Séhn
bożi, z tém Wótſczom ha S. Duchom jedén Bóh.

Pżidawk.

Krótke Dopojedżeṅo wot toh’ Marinoh’ Domcżka, nėt ṁenuwanoh’ Loretto.

Po Kréſtuſowém Do-Ṅeƀes-Zpėcżu ſu cżi Japożtoẇe w Nazarecże tón Domcżk,
wo kotrémż Maṙa z Jėzevom bódliwa, ha dżeiż Jėzus hoṙeroſt jo, k bożim
Swużbam woſẇėcżili. <pb n="357"/>Worte mangeln, die Maria wuͤrdig genung
zu beloben; dieſen Mangel wollte ſie zum Theile erſetzen durch
Anſtrengung der Stimme; ſie rief laut aus: Du biſt gebenedeyet! Zumal
ihr Verlangen war, daß, wenn es moͤglich waͤre, dieſe ihre Stimme durch
die ganze Welt ſchallte, und der Widerhall dieſer Stimme ertoͤnte in
allen kuͤnftigen Zeiten bis zu der Welt Ende; auf daß immerfort, uͤberall
alle Mariam prieſen, und mit ihr ſpraͤchen: Du biſt gebenedeyet unter den
Weibern, und gebenedeyet iſt die Frucht deines Leibes!

Das thun taͤglich katholiſche Chriſten in allen Theilen der Welt; ſo
erfuͤllen wir taͤglich das heilige Verlangen der mit dem H. Geiſt
erfuͤllten Eliſabeth, und erfuͤllen auch zugleich die eigene Prophezeihung
der H. Maria: Von nun an werden mich ſelig preiſen alle Geſchlechter.
♣Lc.♠ 1, 48.

Da wir um Jeſu Chriſti unſeres goͤttlichen Erloͤſers willen — ehren deſſen
Mutter Maria; dadurch bekennen wir zugleich, daß Jeſus Chriſtus iſt der
Sohn Gottes, mit dem Vater und H. Geiſt ein Gott.

Zuſatz.

Kurzer Bericht von dem Marianiſchen Haͤuschen, itzt genannt Loretto.

Nach Chriſti Himmelfahrt haben die Apoſtel zu Nazareth das Haͤuschen, in
welchem Maria mit Joſeph gewohnt, und wo Jeſus aufgewachſen, zum
Gottesdienſte eingeweihet.

<pb n="358"/>

Cżi do Kréſtuſa wėriwi bóchu zprėṅa jara pżeſczėhani; tak te zjawne boże
Swużbé nidże wobſtaiṅe dżerżane bócż ṅemóżachu. Hale tola wo ſchitkich
Wóinach ha Pżemėṅeṅach jo tónlei na Zdacżo żpatné Domcżk, pżeczé ſtejo
zwoſtaw. Wón bė ztwaṙené wot brunéch Kaṁeṅi; teiż tón Ẇerch bė z taikimi
Kaṁeṅami zẇelbuwané, ha bė ſobu za Tzėchu; pżetoż taike Tzėchi, hako
pola nas ſu, tam żane ṅebėchu.

W Lėtu 326 jo Helena, Macż toho prėnoh’ kż. Kheiżora Konſtantina tónlei
ſẇaté Blak wopótawa, ha tón Mariné Domcżk z jenej’ wilkej’ Czérkẇu
wobtwaricż dawa. Nėt tónſamé w Czérkwi nutzi ſtejeſche.

W Lėtu 388 czéſche ta jara bohata Rómſka Wudowa Paula, ze ſwejej’
rodżenej’ Dżówku Evſtochium, kotraż te Kṅeżniſtwo Bohu ſlubiwa bė,
wopótacż te Mėſta, kotreż Jėzus zé ſwojej’ Pżitomnoſcżu woſẇecżiw jo.
Teilei dwė pobożnei Duſchi jo wodżiw ha pżewodżaw tón po czéwém Swėcże
wuwowané czérkwinſki Wutżer, ſẇaté Hieronymus. Woni ſu z Pobożnoſcżu
wopótali tón Mariné Domcżk w Nazaṙecże —. Po tém pak ſu zwoſtali w
Bethleheṁe, dżeiż talei Paula jo żtéri Klóżtéré natwaricż dawa, tzi za
Żónſke, jedén za Muzkich; wo témlei jo Hieronymus wumṙew pżez
dżeẇecżdżeſat Lėt ſtaré, po tém hacż wobej’, tu Dżówku ha tu Macż, dawno
pṙedé bė ṙebacż pomhaw.

W Lėtu 1259 jo tón ſẇ. Ludwik Vranczóſki Kral, kiż tedém ze ſwojimi
Wóiſtwami wo Raṅſchich Krajach ſo hoṙedżerżeſche,

<pb n="359"/>

Die Chriſtglaͤubigen wurden Anfangs ſehr verfolget, ſo konnte der
oͤffentliche Gottesdienſt nirgends immerfort gehalten werden. Jedoch in
allen Kriegen und Abwechslungen iſt dieſes, dem Scheine nach ſchlechtes
Haͤuschen, immer ſtehen geblieben. Es iſt erbauet von braunen Steinen;
auch die Oberdecke war mit dergleichen Steinen gewoͤlbet, und diente
zugleich fuͤrs Dach; denn ſolche Daͤcher, wie ſie bei uns ſind, waren da
keine.

Im Jahr 326 hat Helena, die Mutter des erſten chriſtl. Kaiſers
Conſtantin dieſen heiligen Ort beſucht, und das Marianiſche Haͤuschen mit
einer großen Kirche umfaſſen laſſen. Nun ſtand daſſelbe in der Kirche
drinnen.

Um das Jahr 388 wollte die ſehr reiche Roͤmiſche Wittwe Paula mit ihrer
Tochter ♣Evstochium,♠ welche die Jungfrauſchaft Gott gelobet hatte,
beſuchen die Orte, welche Jeſus mit ſeiner Gegenwart geheiliget hat.
Dieſe zwey frommen Seelen hat gefuͤhret und begleitet der weltberufene
Kirchen-Lehrer, heiliger Hieronymus. Sie haben mit Andacht beſuchet das
Marianiſche Haͤuschen zu Nazareth. Dann aber ſind ſie verblieben zu
Bethlehem, wo dieſe Paula vier Kloͤſter hat erbauen laſſen, drey fuͤr
Frauen, eines fuͤr Maͤnner; in dieſem iſt Hieronymus geſtorben uͤber
neunzig Jahre alt, nachdem er beyde, die Tochter und die Mutter, lange
vorher hatte begraben helfen.

Um das Jahr 1259 hat der hl. Ludwig, Koͤnig von Frankreich, der damals
mit ſeinen Kriegsheeren in den Morgenlaͤndern ſich aufhielt, <pb
n="360"/>jacz krotż pobożṅe wopótaw tón Mariné Domcżk w Nazaṙecże —; ha
tam ſoſamoho na Kolenach kletżaczoho wot moluwacż daw. Telei joho Znaṁo
jo wo tém Mariném Domcżku hacż do dżentziſchoh’ Dṅa k widżeṅu.

Boże Dopużcżeṅa ſu nam ṅepżepótainite. Jėruzalem ha ſchė wot Jėzuſa
woſẇecżene Mėſta padżechu do Moczé tém dżijim Zaraczenaṙam habé Turkam,
kiż téch Kżeſczianow zabili, rozehnali, ha zẇetżoh’ ſchė kż. Cżérkẇe
zpówaleli ſu. Woni ſu teiż zpowaleli tuſamu Cżérkej, wo kotreiż tón
Mariné Domcżk nutzi ſtejeſche; tola pak tón Domcżk ſam, na kotrémż za
ṅich nitżo warbuwacż ṅebė, ſu ſtejo woſtajili, ha tém Kżeſczianam,
kotréchż nėt tam mawo bė, dopużcżili, jow te ſwoje Pacżeṙe zpėwacż.

Pṙedė bėchu Kżeſczieṅo ze wſchich Swėta-Stronow do Nazareta khodżili,
tón Mariné Domcżk wopótacż; nėt to jacz ṅeṅdżeſche. Hale leicże Dżiw,
nėżto taike, żtoż bó żadén Cżwojek ſo ṅezważiw wot Boha żadacż, hai, na
tżoż Nichtó haklei dopanéw ṅebė.

W Lėtu 1291 wo tei Noczé ſreidża dżeẇatoh’ ha dżeſatoh’ Meja bó tón
Mariné Domcżk z Nazareta nėkotre Sta Mile daloko pżeſadżené do toho kż.
Kraja Dalmatia, teiż Iſtria ṁenuwanoh’; w dżeſatem Meju rano ſtejeſche
tónlei Domcżk wonku w vrei Polu na jenei Hórczé pola toho Mėſtacżka
♣Tersatto,♠ ṅedaloko wot toho <pb n="361"/>mehrmalen andaͤchtig beſucht
das Marianiſche Haͤuschen zu Nazareth —; und er hat allda ſich ſelbſt auf
ſeinen Knieen knieend abmahlen laſſen. Dieſe ſeine Abbildung iſt in dem
Marianiſchen Haͤuschen bis auf den heutigen Tag zu ſehen.

Gottes Verhaͤngniſſe ſind uns unerforſchlich. Jeruſalem und alle von
Jeſus geheiligte Orte fielen in die Gewalt der wilden Sarazenen oder
Tuͤrken, welche die Chriſten getoͤdtet, vertrieben, und groͤßtentheils alle
chriſtl. Kirchen niedergeriſſen haben. Sie haben auch niedergeriſſen
dieſelbe Kirche, wo das Marianiſche Haͤuschen drinnen ſtand; jedoch das
Haͤuschen ſelbſt, an dem fuͤr ſie nichts zu gewinnen war, haben ſie ſtehen
laſſen, und den Chriſten, deren itzt nur wenige da waren, geſtattet,
allda ihr Gebeth zu verrichten.

Ehedem hatten Chriſten aus allen Welt-Gegenden nach Nazareth
gewallfahrtet, das Marianiſche Haͤuschen zu beſuchen; nun gieng das nicht
mehr. Allein ſehet Wunder, etwas ſolches, was kein Menſch ſich erkuͤhnen
wuͤrde von Gott zu begehren, ja worauf Niemand wuͤrde verfallen ſeyn

Im Jahre 1291 in der Nacht zwiſchen dem neunten und zehnten May ward das
Marianiſche Haͤuschen aus Nazareth einige Hundert Meilen weit uͤberſetzt
in das chriſtl. Land ♣Dalmatia,♠ auch ♣Istria♠ genannt; am zehnten May
fruͤh ſtand dieſes Haͤuschen draußen im freien Felde auf einem Huͤgel bei
dem Staͤdtchen ♣Tersatto,♠ unweiti der <pb n="362"/>Mėſta ♣Fiume.♠ Tedém
bė w Roṁe za Bamuża ♣Nicolaus IV.,♠ haw naſchich Krajach za Kheiżora
♣Rudolphus I.♠

Z prėṅa ta Cżipnoſcz Ludżi cżėreſche, telei tam tak kaiż z Ṅebja paṅene
Twaṙeṅcżko wobladuwacż. Dobri Kżeſczieṅo tam klakachu pżed tej’ bożej’
Matru ha pżed tém Mariném Sẇecżecżom, kiż tam nutzi bėſchtei; ha wone ſo
zjawne Dżiwé ſtawachu na ſchelakich Khoréch, kiż tam wuſtroẇeni bóchu.

Ḃeztém wozjewi ſo S. Maṙa tom’ duchownom’ Prėdkſtejicżerei wo
♣Tersatto,♠ kiż ♣Alexander♠ rėka che, ha ruṅe cżeżczé khoré leiżeſche;
Tomu wona dopoje: zo to jo tón jeje Domcżk, z Nazareta jow pżeṅeſené wot
ſẇatéch Jandżelow. Nédém Alekſander ſtrowé ſtaże, ha ſchitkim zjawṅe
wobſẇetkoſcżeſche to, wot tżohoż ſam wo ſebi pżepokazané bė.

Tón wóſoko tżeſcżowné Hrova Mikwawſch Vrancżipani, kiż tedém mėſto
Kheiżora tónſamé Krai regiruwaſche, jo potém toholei Alekſandra, ha z
nim hiżcże tzjóch druhich wuſtóinéch Muzkich na ſwoje Nawożki póſuwaw
pżez te Moṙo do Nazareta, tam na Blaku za wſchim ſo dopraſchecż, teiż
wobladacż ha wumėricż tón Blak, dżeiż ta Khėżka ſtawa jo.

Turkoẇe ha Kżeſczieṅo jim tam jenak pójédachu, zo ta Khėżka za jenu Nócz
jo preicż pżiſchwa; pokazuwachu jim tón Hrunt téch Scżenow; ſchė Scżėné
bėchu podno Zeṁi tak ruṅe preicż, hako bóchu wotrėzṅene bówo; ſchė Mėré
akórot ſo tṙechuwachu; ha teiż te wo <pb n="363"/>Stadt ♣Fiume.♠ Damals
war zu Rom Pabſt ♣Nicolaus IV.,♠ und in unſern Laͤndern Kaiſer ♣Rudolphus
I.♠

Anfangs trieb der Vorwitz die Leute, dieſes allda gleichſam vom Himmel
gefallene Gebaͤude zu beſchauen —. Gute Chriſten knieeten allda nieder
vor dem Krucifir, und vor dem Marien-Bilde, welche drinnen waren; und es
geſchahen offene Wunder an unterſchiedlichen Kranken, die daſelbſt
geſund wurden.

Inzwiſchen erſchien die H. Maria dem geiſtlichen Vorſteher von
♣Tersatto,♠ welcher ♣Alexander♠ hieß, und grade ſchwer krank darnieder
lag; Dieſem erklaͤrte Sie: Ebendieſes ſey ihr Haͤuschen, von Nazareth
hieher uͤbergetragen von heiligen Engeln. Augenblicklich ward ♣Alexander♠
geſund, ſtand auf, und bezeugte allen oͤffentlich das, wovon er in ſich
ſelbſt uͤberzeugt war.

Der hochzuehrende Graf ♣Nicolaus Franzschipani,♠ der damals im Namen des
Kaiſers dieſes Land regierte, hat hernach dieſen ♣Alexander,♠ und mit
ihm noch drey andere einſichtsvolle Maͤnner auf ſeine Koſten geſchickt
uͤbers Meer nach Nazareth, allda an Ort und Stelle alles zu erfragen,
auch zu beſichtigen und auszumeſſen den Platz, wo das Haͤuschen geſtanden
iſt.

Tuͤrken und Chriſten erzaͤhlten ihnen allda einſtimmig, daß das Haͤuschen
in einer Nacht weggekommen; ſie zeigten ihnen den Grund der Waͤnde —;
alle Waͤnde waren naͤchſt der Erde ſo ſchnurgrade weg, als ob ſie
abgeſchnitten worden; alle Maaße trafen genau ein, und auch die <pb
n="364"/>tém Hruncże zawoſtajene Kaṁeṅe mėjachu tu Żtawtnoſcz ha Barbu,
kaiż te Kaṁeṅe wo téch Scżėnach.

Nicz dlėje hacż tzi Lėta ha ſédém Mėſaczow jo tón Mariné Domcżk pola
Terſatto zwoſtaw, pżetoż w Lėtu 1294, déz w Roṁe za Bamuża bė
♣Bonifacius VIII.,♠ wo tei Noczé k dżeſatom Deczembru jo zas pżeṅeſené
pżez te Adriaſke Moṙo do toho Italſkoh’ Kraja Ankona; ha wo tei Woſadże
♣Recanat♠ wo jeném Lėſu na jedén prózné Blak ſtajené. Paſtéṙo cżi prėni
jón wuladachu; ha kaiż to do Ludżi pżiṅdże, po Cżródach tam
wonkhodżchau.

Tónlei Lės ſwuſcheſche jenei Kṅeṅi, kotraż ♣Laureta,♠ habé ♣Loretta♠
rėkaſche; ha wot toholei Tżaſa ſém jo tomu Marinom’ Domcżkei zawoſtawo
te Ṁeno ♣Loretta;♠ ha te Litanije, kiż tam S. Maṙi k Tżeſczi ſo zpėwacż
potżachu, hiżcże nėt ſu ṁenuwane te Loṙetanſke.

Wo témlei Lėſu jo tón Mariné Domcżk jenoi woſém Tédżeṅow zwóſtaw.
Ṅenadżiwſchi zas jene Raṅo ſtejeſche pów Żtundé dale, na jenei Hórczé,
kotraż ſwuſcheſche k tei Nukniczé dẇejoch zeṁanſkich Bratrow, jedén
rėkaſche Scżepan, tón druhi Séman.

Déż pak teilei Bratrai do Hadrije ſo podaſchtei téch Darow dla, kiż tam
k Wopórei ſo noſchachu, bó tónlei Domcżk k żtwórtom’ molei wot Jandżelow
pżeṅeſené, ha ſtajené na zjawnu Dróhu, na tón Blak, dżeiż nėt hiżo pżez
ṗecż Stów Lėt’ doho ſteji.

<pb n="365"/>

im Grunde verbliebenen Steine hatten die Geſtalt und Farbe, wie die
Steine in den Waͤnden.

Nicht laͤnger als drey Jahre und ſieben Monathe iſt das Marianiſche
Haͤuschen bei ♣Tersatto♠ geblieben; denn im Jahre 1294, als zu Rom Pabſt
war ♣Bonifacius VIII.,♠ in der Nacht zum zehnten ♣December♠ iſt es
abermal weggetragen worden uͤber das Adriatiſche Meer in das Italieniſche
Land ♣Ancona,♠ und in dem Kirchſpiele ♣Recanat♠ in einem Buſche auf
einen leeren Platz niedergeſetzt. Hirten erſahen es die erſten; und wie
das unter die Leute kam, giengen Menſchen haufenweiſe hinaus.

Dieſer Buſch gehoͤrte einer Frau, welche ♣Laureta♠ oder ♣Loretta♠ hieß;
und von der Zeit an iſt dem Marianiſchen Haͤuschen geblieben der Name
♣Loretta,♠ und die Litaney, welche man allda zur Ehre Mariens zu bethen
anfieng, wird noch itzt genannt die Lauretaniſche.

In dieſem Buſche iſt das Marianiſche Haͤuschen nur acht Wochen
verblieben. Unvermuthet abermal einen Morgen ſtand es eine halbe Stunde
weiter, an einem Huͤgel, der da gehoͤrte zu dem Landgut zweyer adelichen
Bruͤder, einer hieß Stephan, der andere Simon.

Als aber dieſe Bruͤder in Zank geriethen um der Gaben willen, die man
dahin zum Opfer trug, ward dieſes Haͤuslein zum viertenmale von Engeln
uͤbertragen, und niedergeſetzt auf offener Straße, auf den Platz, wo es
nun ſchon uͤber fuͤnf Hundert Jahre lang ſteht.

<pb n="366"/>

Pṙedé bė tónlei Blak tżiſcże prózné bów; daloko dokowawoko żane Twaṙeṅa
ṅebėchu. Toho ſẇatoho Domcżka dla potżachu Ludżo tam ſo twaricż; ha nėt
tam ſteji jene woſobne Mėſto, kiż teiż Loretto jo ṁenuwane ha ma ſwojoho
Biſkopa. Tón Mariné Domcżk pak jo nėt wobtwaṙené z jenej’ jara hordoznej
Czérkẇu, na kotruż ẇele Tawzént Tawzéntow pżetwaṙene jo; pżetoż Bamżoẇe,
Kraloẇe, Vėrżtoẇe ſu tak ṙecz ẇetu tu ſwoju Darnoſcz wopokazuwali,
tónlei ſẇaté Blak hacżnanaikraſniſcho wudébicż.

Hale wóſche ſchoho Débeṅſtwa ſo tżeſczi tón ſẇaté Domcżk ſam, to jo ta
żpatna Stwicżka, wo kotreiż Maṙa ha Jėzev bódliwoi ſtei, ha dżeiż Jėzus
hoṙeroſt jo. Talei Stwicżka, kotṙejeż Sczėné nėt w Czérkwi nutzi ſteja,
jo na dwanacże Wóchcżi doha, ṗecż Wóchcżi ſchėroka, ha ṗecż Wóchcżi
wóſoka.

Wona jo dṙe z Nazareta do Iſtriſkeje, ha wotad do Italſkeje pżeṅeſena
bówa z tém ſwojim Werchom habó Ẇelbom; tón pak jo hiżo dawno wotewzaté,
zo bó tam jacz Swėtwa nutzpadawo, te Lichtaṙe ha Lampé Rum ha Lovt mėwo.
Nėt te żtéri Scżėné ſamo ſteja; wone dṙe ſu zwonka dokowa woko z
woſobném Marmorom wobſtajane, tola pak téch Sczėnow nitżo ſo ṅedótka,
hale naſreidża jo prózné Rum.

Pṙedé jo talei Stwicżka kaiż lutke jene Wokṅeżko, tak teiż lutke jene
Duricżka mė-

<pb n="367"/>

Ehedem war dieſer Platz ganz leer geweſen; weit umher waren gar keine
Gebaͤude. Um des heiligen Haͤusleins willen fiengen Leute an ſich da
anzubauen; und nun ſteht daſelbſt eine herrliche Stadt, die ebenfalls
♣Loretto♠ genannt wird, und hat einen eigenen Biſchof. Das Marianiſche
Haͤuschen aber iſt nun umfaſſet mit einer gar praͤchtigen Kirche, auf
welche viele tauſend Tauſende verbauet worden; indem Paͤbſte, Koͤnige,
Fuͤrſten, ſo zu ſagen, um die Wette, ihre Freigebigkeit gezeiget, dieſen
heiligen Ort auf das allerherrlichſte auszuzieren.

Allein uͤber alle Zierden wird geehret das heilige Haͤuslein ſelbſt, das
iſt das geringe Stuͤbchen, in dem Maria und Joſeph gewohnet, und wo Jeſus
aufgewachſen iſt. Dieſes Stuͤbchen, wovon die Waͤnde itzt in der Kirche
drinnen ſtehen, iſt etwa zwoͤlf Ellen lang, fuͤnf Ellen breit, und fuͤnf
Ellen hoch.

Es iſt zwar aus Nazareth nach Iſtrien, und von da nach Italien
uͤbergetragen worden ſammt ſeiner Oberdecke oder Gewoͤlbe; dieſes aber iſt
ſchon lang abgenommen, damit mehr Licht hineinfiele, die Leuchter und
Lampen Raum und Luft haͤtten. Dermalen ſtehen die vier Waͤnde allein; ſie
ſind zwar von auſſen ringsum mit koſtbarem Marmor umgeben, jedoch werden
die Waͤnde von nichts beruͤhret, ſondern dazwiſchen iſt ein leerer Raum.

Ehedem hat dieſes Stuͤbchen ſo wie ein einziges Fenſter, alſo auch eine
einzige Thuͤre gewa; <pb n="368"/>hale tém pobożném Wopótaṙam k
Wolożnoſczi ſu nėt tżi Duṙe ztżiṅene.

Wo tei Stwicżczé nutzi ſu hiżcże telei Wėczé: 1., Jedén Khamorcżk w
Sczėṅe; wo témlei Kharmorcżku ſo khowaja nėkotre Żklicżki ha Talerki,
wot kotréchż rėka, zo Jėzus, Maṙa ha Jėzev z ṅich jėdli ſu —. Ṅech jo
habó ṅejo tom’ tak, na tém ẇele leiżane ṅejo.

2. Jedén Ṗeczak; to jo te Wóhniżcżo, na kotrémż Maṙa ſwói Kus Jėdże
wariwa jo.

3. Jedén wot Kaṁeni zmurwané Wowtark, kiż ſnadṅe wot ſẇ. Japożtowaw tam
ztwaṙené jo.

4. Jedén dṙejané Kżiż, ha na tém jo Jėzus na Kżiżu wiſaiczé wotmoluwané
ze żtérimi Hozdżemi, kóiżda Noha woſeƀe pżibita.

5. Jene dṙejane Sẇecżo S. Maṙe, kotraż na liwei Ruczé te Jėzus Dżėcżatko
dżerżi. Za to ſo ma, zo teilei Sẇecżecżi wot ſẇ. Sczenika Lukaſcha
wudżėwanei, ha wot ſẇ. Japożtowow tam ſtajenei ſtei.

6. Zboka toho Kżiża jo hiżcze k widżeṅu kletżiczé wotmoluwané tón ſẇ.
Kral Ludwik, kiż tonlei Domcżk w Nazaṙecże wopótaw, ha tam ſo
wotmoluwacż daw jo.

7. Stei tam teiż dwai Zwóncżkai, kiż dṙe z Nazaṙeta ſobu pżiſchwoi ſtei,
hale wėdome ṅejo, Żtó ha déh jeju tam daw jo.

Ẇele tawzént Kżeſczianow jo hiżo do Loretta pokhodżiwo, tón Mariné
Domcżk wopótacż; dokelż pak ẇele jacz jo taikich, <pb n="369"/>habt;
jedoch den frommen Wallfahrtern zur Bequemlichkeit ſind itzt drey Thuͤren
gemacht.

In dem Stuͤbchen drinnen ſind noch folgende Sachen: 1. Ein Schraͤnkchen in
der Wand, in dieſem Schraͤnkchen werden aufbewahret einige Schuͤſſeln und
Teller, von denen es heißt, daß Jeſus, Maria, und Joſeph daraus gegeſſen
haben. Es mag dem ſo ſeyn, oder nicht, daran iſt nicht viel gelegen.

2. Ein Kamin; das iſt der Heerd, auf welchem Maria ihr Bischen Eſſen
gekocht hat.

3. Ein von Steinen gemauertes Altaͤrchen, welches hoͤchſt wahrſcheinlich
von den hl. Apoſteln allda erbauet worden.

4. Ein hoͤlzernes Kreutz, und an demſelben iſt Jeſus am Kreutz hangend
abgemahlet mit vier Naͤgeln, jeder Fuß insbeſondere angenagelt.

5. Ein hoͤlzernes Bildniß der H. Maria, die auf dem linken Arm das
Jeſus-Kindlein haͤlt. Man haͤlt dafuͤr, daß dieſe beiden Bildniſſe vom hl.
Evangeliſt Lukas gemacht, und von den hl. Apoſteln dahin geſtellt
worden.

6. Seitwaͤrts des Kreutzes iſt noch zu ſehen knieend abgemahlet der hl.
Koͤnig Ludwig, der dieſes Haͤuschen zu Nazareth beſuchet, und ſich allda
hat abmahlen laſſen.

7. Sind auch da zwey Gloͤckchen, die zwar aus Nazareth mitgekommen, doch
weiß man nicht, Wer oder Wann ſie hingegeben.

Viele tauſend Chriſten haben ſchon nach Loretto gewallfahrtet, das
Marianiſche Haͤuschen zu beſuchen; da aber doch weit mehrere ſind ſolche,
<pb n="370"/>kiż żeni ṅemóża do Loretta hicż, tak jo tónlei Domcżk na
ſchelakich Blakach, naibóle pola Boſémichow, woznaṁeṅené, ha ſcho tak
pżed Wotżi ſtajene, kaiż w Loṙecże ſo namaka. Tak jo teiż w Rumbarka
pola Khapuczinaṙow.

Tam pak, dżeiż tónlei Domcżk z Nazareta pżeṅeſené, zprėṅa jo deleſtajené
bów, ha pówżtwórta Lėta ſtaw —, na tónſamé Blak jo tón pṙedé zpómṅené
Kṅez Mikwawſch Vrancżipani natwaricż daw jenu Czérkej, ha wóſche
czérkwinéch Duṙi ſtajicż tónlei Napiſk: Jow jo poſtaw tón Mariné Domcżk,
kiż nėt w Loṙecże ſo tżeſczi.

Żtoż wot Pżeṅeſeṅa toho Marinoh’ Domcżka zpómṅene jo, to dṙe do teje
ſẇateje Wėré ṅeſwuſcha; ma pak powne, ẇėſte Doſwėtzeṅa, ha jo po
cżwojetżim Wuſtacżu jena zczéwa wėſta Stawizna.

Pola Boha nitżo ṅemóżne ṅejo. Bóh Dżiwnoſcże tżini, déż ha kaiż Jomu ſo
lubi. Schak jo Jėzus ſam k tém Swojim prajiw: Zméjecże wó ſélnu Wėṙu, ha
budżecże ṙecz k tomulei Żtomei: Wutorṅ ſo z Koṙeṅemi, ha pżeſadż ſo do
Moṙa —; tón Żtom budże wam poſkacż. Ha zas: Budżecże ṙecz k teilei Hoṙe:
Zbėṅ ſo wot jow — tam, wona budże ſo zbėnécż —. Hacż da jo Jėzus telei
Swowa podarmo rétżaw? <pb n="371"/>die nie nach Loretto gehen koͤnnen, ſo
iſt dieſes Haͤuslein an verſchiedenen Orten, gemeiniglich bei
Barfuͤßer-Moͤnchen, nachgebildet, und alles ſo vor die Augen geſtellt, wie
ſichs in Loretto befindet. Alſo iſt es auch in Rumburg bei den
Kapucinern.

Daſelbſt aber, wo dieſes Haͤuslein aus Nazareth uͤbergetragen — anfaͤnglich
niedergeſetzt worden, vierthalb Jahre geſtanden —, auf denſelben Platz
hat der vorher gedachte Herr Nikolaus Franzſchipani erbauen laſſen eine
Kirche und uͤber der Kirchenthuͤre ſetzen folgende Ueberſchrift: Hier iſt
einſt geſtanden das Marianiſche Haͤuslein, welches nun in Loretto geehret
wird.

Was von der Uebertragung des Marianiſchen Haͤuschen erwaͤhnt worden,
gehoͤret zwar nicht in den heiligen Glauben; es beruhet aber doch auf
vollen ſichern Zeugniſſen, und iſt nach Menſchen-Einſicht eine ganz
gewiſſe Thatſache.

Bei Gott iſt nichts unmoͤglich. ♣Lc.♠ 1, 37. Gott wirket Wunder, wann und
wie es Ihm gefaͤllt. ♣Ps.♠ 71, 18. Hat doch Jeſus ſelbſt zu den Seini en
geſagt: ♣Lc.♠ 17, 6. Werdet ihr feſten Glauben haben, und ſprechen zu
dieſem Baume: Reiße dich aus mit Wurzeln, und verſetze dich in’s Meer —;
der Baum wird euch gehorchen. Und abermals: ♣Mt.♠ 17, 19. Werdet ihr
ſprechen zu dieſen Berge: Hebe dich von da — dorthin, er wird ſich heben
—. Hat dann Jeſus dieſe Worte vergebens geredet? <pb n="372"/>Habó hacż
da jo Żtó doſtoiniſchi déżli S. Maṙa, zo joho dla taike Dżiwnoſcże bóchu
ſo ſtawawo??

S. Maṙu teiż pżed tém Swėtom wohordoznoſczicż, jo Bóh tón Kṅez hiżo ẇele
tawzént Dżiwow tżiniw; hale ƀe wſchitkimi jo ha woſtaṅe Wona ſama ta
naiẇetża Dżiwnoſcz, Kṅeżna ha Macż, woboidwoje romadże; Kṅeżna ha Macż
toho wocżwojetżenoho wėrnoho Boha, ṁenuwana ta zpodżiwna Macżer. Teilei
Dżiwnoſczi tola nidé żana druha Dżiwnoſcz k Runoſczi pżincż ṅebudże.

♣I. O. G. D.♠

♣Quae hîc de domunculâ B. V. memorata sunt, fuêre excerpta ex libello
Franco furti, et Lipsiae impresso an. 1750 in linguâ Germanâ,♠ <pb
n="373"/>Oder Wer iſt dann wuͤrdiger als die H. Maria, daß um ſeinetwegen
ſolche Wunder geſchehen moͤgen??

Um die H. Maria auch vor der Welt zu verherrlichen, hat der Herr ſchon
viele tauſend Wunder gethan; allein unter allen iſt und bleibt Sie
ſelbſt das allergroͤßte Wunder, Jungfrau und Mutter, beides zugleich;
Jungfrau — und Mutter des Menſch gewordenen wahren Gottes, genannt die
wunderbare Mutter. Dieſem Wunder wird denn doch nie ein anderes Wunder
gleich kommen.

♣I. O. G. D.♠

♣versione factâ ex Italico; ubi adducuntur graves scriptores historici
cum luculentis testimoniis, inter quos eminet Turselinus.♠

Ueberſicht des ganzen Werkchens.

Erſte Abtheilung. Verehrung der Heiligen.

Vorerinnerung. ♣p.♠ 5.

§. 1. Was heißt anbethen: Unterſchiedliche Anbethung. 7.

§. 2. Ein Gott; ein Mittler zwiſchen Gott und Menſchen. 25.

§. 3. Gemeinſchaft der Heiligen. 31.

§. 4. Verehrung, Anrufung der Heiligen. 45.

§. 5. Wie die Heiligen fuͤr uns bitten. 71.

§. 6. Was die Heiligen von uns wiſſen oder nicht wiſſen. 93.

§. 7. Erſcheinungen der Heiligen. 115.

§. 8. Abbildungen, Reliquien der Heiligen. 129.

Der erſten Abtheilung Beſchluß. 141.

Zweite Abtheilung. Ganz beſondere Verehrung Mariens.

Erinnerung. 143.

§. 1. Maria wahre Mutter des wahren Gottes. 147.

§. 2. Goͤttliche Mutterſchaft iſt der Maria zugedacht ohne allen ihren
Verdienſt. 171.

§. 3. Unbefleckte Empfaͤngniß Mariaͤ. 185.

§. 4. In Maria iſt nicht geweſen der Zunder der Suͤnde. 195.

§. 5. Maria im Guten voͤllig befeſtiget. 203.

§. 6. Maria auf den Gipfel der Heiligkeit erhoͤhet. 207.

§. 7. Andere auſſerordentliche Gnaden. 211.

§. 8. Maria allzeit Jungfrau. 239.

§. 9. Wie Maria zu unſerer Erloͤſung mitgewirket. 251.

§. 10. Tugenden Mariens. 261.

§. 11. Wie, womit die hl. k. Kirche die hl. Maria ganz beſonders ehret.
292.

§. 12. Gnaden-Orte. Geluͤbde. 319.

§. 13. Eigentliche Urſache, und Nutzen der Andacht und Zuverſicht zu
Maria. 331.

Der zweiten Abtheilung Beſchluß. 345.

Zuſatz.

Von dem Lauretaniſchen Haͤuslein.

Zmólkow Poṙedżeṅo.

Strona. Réncżk. Zmólk. poṙedż.

8. 4. Woblecżo Wobletżo.

12. 12. tóm tom’.

44. 6. moja maja.

46. 15. dżelene dżėlene.

50. 23. Próſtwe Próſtwé.

58. 16. to ta.

74. 20. ża za.

104. 18. né nė.

116. 30. ṅėſṁe ṅeſṁe.

130. 2. recz ṙecz.

160. 13. nicż nicz.

176. 12. Knle Kule.

178. 27. katraż kotraż.

185. 4. Mine Meine.

186. 19. Hóltzatkach Hóltżatkach.

188. 28. ṅemėjeſchė ṅemėjeſche.

200. 15. ṅelezéchu ṅelėzechu.

— 24. Vėrżcżiua Vėrżcżina.

202. 27. proſecż proſécż.

204. 4. doſtawawa dóſtawawa.

206. 11. Ṁacżere Macżeṙe.

210. 5. woſoko wóſoko.

214. 2. zwoſtane zwoſtaṅe.

218. 12. wanu waṅu.

220. 27. tén tém.

250. 21. woṅa wona.

260. 7. Kziżu Kżiżu.

272. 15. Bohabojaſnoſcż Bohabojaznoſcz.

280. 2. Rożpómṅecżo Rozpómṅecżo.

284. 2. ſwuzowna ſwużowna.

326. 29. dżelicż dżėlicż.

352. 3. lochczé lóchczé.

356. 8. Tżaſe Tżaſé.

358. 18. zé ze
