♣ibant, qua poterant.

Memoriale celebrati jubilaei suscepti regiminis a Friederico Augusto
olim Electore, nunc Rege Saxoniae.♠

Dwė Prėduwaṅcżczé

za kh. ṅewutżenéch ẇeſnéch Ludżi, dżerżanei w Różeṅcże w hornich
Wużiczach, dżeẇatnatu Ṅedżėlu po Sẇatkach, wdwaczétém nazémṅoho Mėſacza,
w Lėtu 1818.

Zwey kleine Predigten

fuͤr kath. ungelehrte Dorf-Leute gehalten zu Roſenthal in der Oberlauſitz
am neunzehnten Sonntage nach Pfingſten den zwanzigſten Herbſt-Monath im
Jahr 1818.

Budißin, bey Johann Gottlieb Lehmann.

Beide Predigten ſind fuͤr Serben ſerbiſch gedacht und aufgeſetzt worden.
Da hier der deutſche Text dem ſerbiſchen gegenuͤber ſteht, ſchien es
noͤthig woͤrtlich zu uͤberſetzen, mit Vernachlaͤßigung des ſeinern deutſchen
Styls die ſerbiſche Wortfuͤgung auch im deutſchen beizubehalten, wo es
ſich nur einigermaßen thun ließ, beſonders, da zugleich beabſichtiget
wird den ſerbiſchen Schulkindern in Erlernung deutſcher Woͤrter etwas zu
Huͤlfe zu kommen. Uebrigens wird man ja doch in Beurtheilung des geſagten
oder nicht geſagten das gehabte Auditorium beruͤckſichtigen. So manches,
was ausgebildeten Menſchen geſagt werden mag, unbeleſenen Landleuten,
derſelben Knechten und Maͤgden vorſchwatzen, waͤre zwecklos; indem ſie es
nicht faſſen, und gar nicht beherzigen wuͤrden; da doch der Zweck jeder
Kanzel-Rede ſeyn ſoll, in religioͤſer Hinſicht ſowohl dem Verſtand als
dem Herzen der Zuhoͤrer eine Nahrung darzureichen, welcher ſie
empſaͤnglich ſind.

Dopówṅa pżed bożei Mſchu.

♣Multitudo sapientium sanitas orbis terrarum, et rex sapiens
stabilimentum populi est. Sap. 6. 26.♠

Mnohota téch Mudréch jo te Zpomóżcṅo toho Swėta, ha jedén mudré Kral jo
ta Podepera toho Ludu. Kn. teje M. 6, 26.

Ṅedżėlſke Scżeṅo: Te ṅeƀeſke Kraleſtwo ſo porunoſcża jenomu Kralei,
kotréż ſwojomu Séhnei Kwas hotuwaſche, rc. Mat. 22.

Wo tém Pżirunaṅu dż. ſẇ. Scż. tón Kral żnaṁeṅa toho ṅeƀ. Wótſcza,
kotroboż Séhn jo Jėzus Kréſtus, ba ta Jėzuſowa Ṅewėſta jo ta Czérkej. Te
Żpizé teje kwaſṅeje Hoſcziné ſu te Jėzuſowe Wutżbé, ha ſchitke pżez
Jėzuſa Cżwojekam podawane Nadé boże wo témlei Żiẇeṅu, ha po Sṁercżi te
ṅeƀ. Ẇeſela —. K teilei Hoſczlṅe ſu cżi Żidża cżi prėṅi wowani bóli;
woni pak ṅeiſu czéli do Jėzuſa wėricż —; tak jo tón jich Krai wot téch
Rómſkich zahubené, ha woni ſu po Swėcże rozehnacżi. Hale jara ẇele
Pohanow do Jėzuſa wėṙeſche; tak na tu kwaſnu Hoſczinu pżiṅdżechu te
pohanſke Ludé, ƀez kotrémiż teiż Mó ſmó; pżetoż naſchi Wótſczoẇe ſu
ṅebóll Żidża, hale ſu bóli Pohaṅo.

Zo pak mó teiż bóchmó dóſchli k tei ṅeƀeſ kei Hoſcziṅe, dérbi tei
naſchei Wėṙe do Jėzuſa ztowarſchena bócż ta Luboſcz k Bohu, kotraż ma ſo
wopokazuwacż wo tém Dżerżeṅu bożich Kazṅow, wo jeném ṅewoblakuwaném
Hoṙeẇedżeṅu, habó nédém wo wėrnei Pokutniwoſczi; pżetoż żtóż wo tei
Żtundże ſwojeje Sṁercże nima teje kwaſṅeje Draſté jenoho knaiṁeṅſchom
wot ſchoho cżeżkoho Rėcha wutżiſcżenoho Swėdoṁa, budże wucżiſṅené do
toho Zatamaṅa.

Tak bó te Pżirunaṅo dż. ſẇ. Scż. z krótkim wukwadżene. Hale kotzi da ſu
cżi Swużowenikoẇe, kotréchż tón ṅeƀ. Kral ſcżele na tón Kwas wowacż?
Kotzi, kaiczé ſu? Z prėṅa bėchu to cżi Jėzuſowi Wutżownikoẇe, ha nėt ſu
je cżi duchowni Paſtéṙo, na to poſtajeni tu Jėzuſowu Wutżbu
wopojeduwacż, Cżwojekow na tón Pucż k tei Żbóżnoſczi nawodżuwacż. Tola
pak teiż ſwėtni Cżwojekoẇe, kiż z dobrémi Porutż-

Vormittags vor der heil. Meſſe.

♣Multitudo sapientium sanitas orbis terrarum, et rex sapiens
stabilimentum populi est. Sap. 6, 26.♠

Die Menge der Weiſen iſt das Heil der Welt, und ein weiſer Koͤnig iſt die
Stuͤtze des Volks. B. der W. 6, 26.

Sonntaͤgliches Evangelium: Das Himmelreich iſt gleich einem Koͤnig, der
ſeinem Sohn Hochzeit machte. rc. Mat. 22.

In dem Gleichniße des h. hl. Ev. bedeutet der Koͤnig den himml. Vater,
deſſen Sohn Jeſus Chriſtus iſt, und die Braut Jeſu iſt die Kirche. Die
Speiſen des hochzeitlichen Mahles ſind die Lehren Jeſu, alle durch Jeſum
den Menſchen dargebothene Gnaden Gottes in dieſem Leben, und nach dem
Tod die himml. Freuden —. Zu dieſem Mahle ſind die Juden die erſten
gerufen worden; ſie haben aber nicht wollen an Jeſum glauben; — ſo iſt
ihr Land von den Roͤmern verwuͤſtet, und ſie ſelbſt durch die Welt
zerſtreuet worden. Aber ſehr viele Heiden glaubten an Jeſum; alſo kamen
zu dem hochzeitlichen Mahl die heidniſchen Voͤlker, unter denen auch wir
ſind; denn unſere Vaͤter ſind nicht Juden, ſondern Heiden geweſen.

Damit wir aber auch moͤgen gelangen zu dem himmliſchen Mahl, muß unſerm
Glauben an Jeſum zugeſellet ſeyn die Liebe zu Gott, welche ſich zu
zeigen hat in der Haltung der goͤttlichen Gebote, in einer unbefleckten
Auffuͤhrung, oder ja in wahrer Bußfertigkeit; Denn wer in der Stunde
ſeines Todes nicht hat das hochzeitliche Kleid eines wenigſtens von
aller ſchweren Suͤnde gereinigten Gewißens, wird hinausgeworfen in die
Verdammniß.

So war das Gleichniß des h. hl. Ev. kurz erklaͤret. Allein welche ſind
wohl die Diener, die der himmliſche Koͤnig ausſchickt auf die Hochzeit zu
rufen? Wer, was fuͤr welche ſind es? Anfaͤnglich waren es die Juͤnger Jeſu,
und nun ſind es die geiſtlichen Hirten, dazu geſetzt die Lehre Jeſu zu
verkuͤndigen, die Menſchen auf den Weg zur Seeligkeit zu lenken. Jedoch
auch weltliche Menſchen, welche durch <pb n="6"/>noſczami, z dobrémi
Napominaṅami, ha woſobṅe z dobrémi Pżikwadami Druhich na tón prawé Pucż
pokazuẇu, ha pocżahuẇu, hodża ſo ṁenuwacż, ha woprawdże ſu Swużownikoẇe
toho ṅeƀ. Krala, pżez kotréchż wón nas na tón Kwas wowa. Taiczé ſu wo
ſẇ. Piſṁe ṁenuwani Mudri —. Ta Mudroſcz toho Swėta jo pżed Bobom
Wupoſcz.<marginalia>1. ♣Cor.♠ 3, 19.</marginalia> Ta prawa Mudroſcz po
bożim Swoẇe jo ſam tu Wolu bożu dopelṅecż, ha teiż druhich k Dopelṅeṅu
teje bożeje Wote nawodżuwacż —. Oh zo bó wakér ẇełe taikich Mudréch
bówo! Ta Mnohota taikich Mudréch jo te Zpomóżeṅo toho Swėta; talczé
Mudri ẇełe Wupéch k Rozomei ſchiknu, z bożeje Nadé ẇełe Cżwojekow na tón
Pucż k tei Zbóżnoſczi doẇedu. Ha woſobṅe jedén mudré Kral ja ta Podepera
toho Ludu; déż tón Kraja Kṅez ſam jedén bohwſwużowné Cżwojek jo, Taiki
ze ſwojimi Porutżnoſczami, ze ſwojimi Pżikwadami ſwojich Podanow k tei
Bohwſwużownoſczi ẇedże, wo teiſamoi jich zkrucża, podepera.

L. P. Wone jo Pów Sta Lėt wubėiżawo, hacż tón naſch Kraja Kṅez Friderik
Auguſt tu Ṙegėrunku naſchoho Kraja naſtupiw jo —. Nėżto zpodżiwne, żtoż
po rėtkim ſo ſtawa, jo To, zo jedén Kraja Kṅeżicżer pżez Pów Sta Lėt
kṅeżicżeri —; ha hiżcże zpodżiwniſche jo To, zo po tak dohim Tżaſu powṅe
ſtrowé ha k tomu podobné jo te cżeżke Drėṁo toholei Zaſtacża hiżcże dale
noſécż —. Żtó to ſkutkuẇe na naſchim jara lubém Frideriku Auguſtu? Żtó?
Tón dżė, kiż ſamlutki ſchohomóczné jo, kiż te Kraleſtwa dawa, kotrémż
cze, ha kaiż doho cze. Tomu ſwuſcha Wopór teje Dżakownoſcże
wot<marginalia>♣Dan.♠ 4, 22.</marginalia> toho Krala ſamoho, ha teiż wot
ſchitkich joho Podanow —; kaiż woprawdże dżentz wo czéwei Zakſénſ kei ſo
wotwoża. Ha wo teilei Sẇatocżnoſczi zaleiżi nam, rozpómnicż, kaika
Dobrota to za jedén Kral jo pėknoho bohabojaznoho Regentu mėcż; Bohu ſo
dżakuwacż, kiż nam taikoho Regentu daw ha tak doho zdżerżaw jo; ha
Tohoſamoho tei bóizkei Smėlnoſczi porutżecż. Ha habén wot toh’ czu ja
nėt k wam porétżecż. Ta Nada boża bódż z nami, zo bóch déṙe rétżaw, ba z
Wużitkom ſwóſchané bów!

Jedén ṅelėpé ṅekedżbné Powontż z lóchka zrócżi, <pb n="7"/>gute Befehle,
durch gute Ermahnungen, und vorzuͤglich durch gute Beiſpiele Andere auf
den rechten Weg weiſen und anziehen, moͤgen genannt werden, und ſind
wirklich Diener des himml. Koͤnigs, durch die er uns auſ die Hochzeit
ruſet. Solche werden in der Schriſt genennt die Weiſen —. Die Weisheit
dieſer Welt iſt vor Gott Thorheit. Die rechte Weisheit nach Gottes Wort
iſt ſelbſt den Willen Gottes erfuͤllen, und auch andere zur Erfuͤllung des
goͤttlichen Willen anleiten. O daß recht viele ſolche Weiſe waͤren! Die
Menge ſolcher Weiſen iſt das Heil der Welt; ſolche Weiſen pflegen viele
Thoren zum Verſtande zu bringen, durch Gnade Gottes viele Menſchen auf
den Weg zur Seeligkeit zu fuͤhren. Und vorzuͤglich ein weiſer Koͤnig iſt
die Stuͤtze des Volks; wenn der Landes-Herr ſelbſt ein gottſeeliger
Menſch iſt, ein Solcher wird mit ſeinen Befehlen, mit ſeinen Beiſpielen
ſeine Unterthanen zur Gottſeeligkeit fuͤhren, in derſelben befeſtigen,
unterſtuͤtzen.

G. Z. Es ſind ein Halb Hundert Jahre verfloſſen, daß unſer Landes-Herr
Friedrich Auguſt die Regierung unſeres Landes angetreten hat —. Etwas
wunderbares, was ſelten zu geſchehen pflegt, iſt Das, daß ein
Landes-Beherrſcher uͤber Halb Hundert Jahr herrſchet —; und noch
wunderbarer iſt Das, daß er nach ſo langer Zeit voͤllig geſund und faͤhig
iſt die ſchwere Laſt dieſes Amtes noch laͤnger zu tragen —. Wer wirket
das an unſerm ſehr lieben Friedrich Auguſt? Wer? Derjenige doch, der
ganz allein allmaͤchtig iſt, der die Reiche giebt, denen er will, und ſo
lang er will. Dieſem gebuͤhrt Opfer der Dankbarkeit von dem Koͤnig ſelbſt,
und auch von allen deſſen Unterthanen —; wie es wirklich heut in ganz
Sachſen entrichtet wird. Und in dieſer Feierlichkeit liegt uns ob, zu
erwaͤgen, welch eine Wohlthat es fuͤr ein Land iſt einen guten
gottesfuͤrchtigen Regenten zu haben; Gott zu danken, der uns einen
ſolchen Regenten gegeben, und ſo lang erhalten hat; und Denſelben der
goͤttlichen Milde anzuempfehlen. Und eben davon will ich jetzt zu euch
etwas ſprechen. Die Gnade Gottes ſey mit uns, damit ich gut rede, und
mit Nutzen gehoͤret werde!

Ein ungeſchickter unachtſamer Kutſcher wirft leicht um, <pb n="8"/>ẇele
Ṅezboża ha Żkodé natżini. Joli zo Tón, kiż Drubich wodżicż ma, ha
woſobṅe, joli zo tón Kraja Kṅeżicżer ṅerozomné ṅeródné jo, z toho na tón
czéwé Krai ẇele Hoṙa pżiṅdże —, teiż wo Tżaſném; hale na témlei ſẇatém
Blaku mam ja rétżecż wot Żkodé habé Wużttka za te Duſche.

Tém, kotréchż Jėzus k tei Jopożtowſkei Doſtoinoſczi wuzbėnéw bė, Tém wón
ſam taklei pżipraji: Wó dérbicże<marginalia>♣Mth.♠ 5, 14.</marginalia>
bócż te Swėtwo toho Swėta. Jene na Horu ztwaṙene Mėſto ṅemóże zakhowane
woſtacż. Żto to rėka? Te Pżikwadé, kotreż wot ſo dawaja cżi, kiż po
nizkim delku ſeidża, ha wo tém cżwojetżim Towarſtẇe żanoho wazniwoho
Zaſtacża nimaja, talke Pżikwadé dṙe ƀez Sczėhwkow ṅeiſu; tola pak ẇełe
jacz Sczėdwkow maja te Pżikwadé Téch, kiż wóſoko horku na téch
tżeſczownéch Mėſtach ſeidża; ba naijacz — te Pżikwadé toho Regenté, kiż
na ſamém Ẇerchu hoṙeka ſeidżi, pżetoż ruṅa jenomu na Horu ztwaṙenomu
Mėſtu wón zakhowané woſtacż ṅemóże; na ṅoho ſu ſchitkich Wotżi zwożene,
na ṅoho ſchiczé bółe kedżbuẇu, po nim zkeṙe ſo réchtuẇu, ƀeztém hacż te
Pżikwadé téch Nizkich tżaſto k Tjelu ſo ṅewidża, k Tjelu kedżbu ſo
nimaja.

Żtóż wo ſẇ. Piſṁe te Stawizné téch Żidowſkich Kralow kedżbṅe lazuẇe,
dérbi ſo doladacż: Déżkuli tón Kral jedén ṅepėkné bohazabóté Cżwojek bė
—, tedém teiż ƀez tém Ludom ta Ṅepėknoſcz ha Bohazabócżiwoſcz
nadobówaſche, hako wot Krala Manaſeſa te ſẇ. Piſmo<marginalia>4. ♣R.♠
21, 11.</marginalia> praji: Wón jo tón Żidowſki Lud k tomu zaẇed
pżecżiwo Bohu ſo pżerėſchicż; ha tohodla jo potém z bożoho Dopużcżeṅa
tón czéwé Krai wot téch Babylonſkich zahubené, ha<marginalia>4. ♣R.♠ 24,
6.</marginalia> ẇele tawzént Żidow jo jatéch wotẇedżenéch. Déżkuli pak
tón Kral pėkné bohwſwużowné bė —, tedem teiż wo tém Ludu Pėknoſcz ha
Bohwſwużonoſcz pżibėraſche, Bóh jich zakitaſche, żonuwaſche; hako wot
Krala<marginalia>4. ♣R.♠ 18, 6.</marginalia> Ezechija te ſẇ. Piſmo
praji: Wón ſo k Bohu dżerżeſche, ha Bóh tón Kṅez bė z nim, tak wón wo
wſchim mudṙe ſebi zaẇedże.

Ta prawa Mudroſcz jo jena wutrobna Bohwſwużownoſcz; te pṙeṅe, te
nailėpſche na jeném Kralu jo to, zo k Bohu ſo dżerżi; tak budże Bóh z
nim; ha te dobre <pb n="9"/>richtet viel Ungluͤck und Schaden an. Wenn
Der, welcher Andere zu ſuͤhren hat, und beſonders, wenn der
Landes-Beherrſcher unvernuͤnftig, unachtſam iſt, daraus koͤmmt viel Unheil
auf das ganze Land —, auch im Zeitlichen; allein an dieſer heiligen
Staͤtte hab ich zu reden vom Schaden oder Nutzen fuͤr die Seelen.

Denen, welche Jeſus zu der Apoſtoliſchen Wuͤrde erhoͤhet hatte, Denen
ſprach er ſelbſt alſo zu: Ihr ſollet ſeyn das Licht der Welt. Eine auf
einen Berg erbaute Stadt kann nicht verborgen bleiben. Was heißt das?
Die Beiſpiele, welche von ſich geben ſolche, die tief unten ſitzen, und
in der menſchlichen Geſellſchaft kein wichtiges Amt haben, dergleichen
Beiſpiele ſind zwar nicht ohne Folgen; doch aber viel mehr Folgen haben
die Beiſpiele Deren, die hoch oben auf den Ehrenſtellen ſitzen; und am
meiſten — die Beiſpiele des Regenten, der auf dem hoͤchſten Gipfel oben
ſitzt; denn gleich einer auf einem Berge erbauten Stadt kann er nicht
verborgen bleiben; auf ihn ſind aller Augen gerichtet, auf ihn achten
alle mehr, nach ihm richten ſie ſich eher, inzwiſchen die Beiſpiele der
Niedrigen oft zum Theile nicht geſehen, zum Theile nicht geachtet
werden.

Wer in der heil. Schrift die Geſchichte der Juͤdiſchen Koͤnige aufmerkſam
lieſt, muß es inne werden: So oft der Koͤnig ein laſterhafter, gottloſer
Menſch war —, da nahm auch unter dem Volk das Laſter und die
Gottloſigkeit uͤberhand, wie denn vom Koͤnig Manaſſes die heil. Schrift
ſagt: Er hat das Juͤdiſche Volk verleitet ſich wider Gott zu verſuͤndigen;
und deswegen iſt nachher aus Gottes Zulaſſung das ganze Land von den
Babyloniern zu Grunde gerichtet, und viele tauſend Juden ſind gefangen
weggefuͤhret worden. So oft aber der Koͤnig tugendhaft, gottesfuͤrchtig
war, da war auch unter dem Volk die Tugend und Gottesfurcht in Zunahme,
Gott ſchuͤtzte ſie, ſegnete ſie; wie denn vom Koͤnig Ezechias die heil.
Schrift ſagt: Er hielt ſich zu Gott, und Gott der Herr war mit ihm, ſo
benahm er ſich in allem weislich.

Die rechte Weisheit iſt eine herzliche Gottesfurcht; das erſte, das
beſte an einem Koͤnig iſt das, daß er ſich zu Gott haͤlt; ſo wird Gott mit
ihm ſeyn; und die guten <pb n="10"/>Pżikwadé toho Krala ſu tżaſto
móczniſche, déżli te Prėbuwaṅa téch dobréch Wutżeṙow.

Jedén lozé ṅepėkné Kral jo za tón Lud jena ſurowa Żtrava boża, kaiż te
ſẇ. Piſmo praji: Téch Rėchow toho<marginalia>♣Job.♠ 34, 30.</marginalia>
Ludu dla jo jim Bóh jenoho lózoh’ ṅepėknoh’ Cżwojeka za Krala daw. Pėkné
Kral jo jara wilka Dobrota wot Boha. Ta Kralowna wot Saba, kiż pżiſchwa
bė toho teje Mudroſcże dla wuwowanoho Salomona wopótacż, déż pola ṅoho
ſchitko pżeladawa bė, pużcżi te Swowa: Kwalené bódż Bóh tón Kṅez, kiż
Tebe za Krala ſtajiw<marginalia>3. ♣R.♠ 10, 9.</marginalia> jo, dokelż
wón tón Izraelſki Lud lubo ma. Tón wo ſchitkich naturſkich Wėdomoſeżach
zpodżiwṅe mudré Salomon bė tedém hiżcże teiż mudré wo Bohu, t. r. bė
pėkné, bohwſwużowné.

Nam zaleiżi ṙecz: Kwalené bódż Bóh tón Kṅez, kiż nam Friderika Auguſta
za Krala ſtajiw, ha tak doho zdżerżaw jo! Hai, wo tém jo wón nam
wopokazaw tu ſwoju Luboſcz, ha ẇetżu Dobrotu, déżli tém Izraelitam,
kotrémż jo toho Salomona za Krala daw. To ṅejo liżcżate Pokwaleṅo
naſchoho Krala, hale to jo wėrnoſcziwo Wuznacżo dżakowṅeje Wutrobé;
pżetoż rón wo Modoſczi pėkné, pótſcziwé, bohwſwużowné Salomon jo na
ſtaré Dżeṅ wobwazniw, hiżo lėtni jo ſo tém Żónſkim podaw, jo nimo Mėré
tei Wólnoſczi howduwaw,<marginalia>3. ♣R.♠ 11, 4. 12, 4.</marginalia>
ha, dokelż k tom’ ẇełe Nawożkow tṙebaſche, jo tón Lud z Dawaṅami
pżecżeżiw, ha tém ſwojim pohanſkim Lubkam k Woli jo teiż tém Pżiboham
wopruwaw, tak ſwojim Podonam jara zwo Pżikwadé dawaw. Naſch Friderik
Auguſt pak, wot Modoſcże ſé n pėkné, potſcziwé, bohwſwużowné jo hacż do
ſwojeje ſchėṙeje Starobé taiki zwoſtaw, hiżcże dżentziſchi Dżeṅ lute
dobre Pżikwadé daẇe.

Kah mudré wón jo wo tém Swėtném, wo tém Rjadnoſcżeṅu téch Należnoſczow
toho Kraja, ha ſchoho toho, żtoż tém Podanam k tżaſnomu Wużitkei ha
Zpomóżeṅu técż mówo, to mó pżeladacż w Ztancże ṅeiſmó. Kah ta zo nicz?
Żtóż delku w Dołe ſteji, ṅewidżi, ṅemóże widżecż te dżeſate wot Toho,
żtoż tón na Hoṙe horku ſtejicżé do Kowo woko pżelada. Naſch jedén lada
ſamotṅe na to, żtoż ſebi ha druhim ſwojoh’ ruṅecża k Wolożnoſczi <pb
n="11"/>Beiſpiele des Koͤnigs ſind oft kraͤftiger, als die Predigten der
guten Lehrer.

Ein boͤſer laſterhafter Koͤnig iſt fuͤr das Volk eine ſcharfe Straſe
Gottes, wie die hl. Schrift ſagt: Der Suͤnden des Volks halben hat ihnen
Gott einen boͤſen laſterhaften Menſchen zum Koͤnig gegeben. Ein guter
Koͤnig iſt eine ſehr groſe Wohlthat von Gott. Die Koͤnigin von Saba,
welche gekommen war den der Weisheit halben ausgeſchriehenen Salomon zu
beſuchen, nachdem ſie bey ihm alles durchgeſehen, ließ die Worte fallen:
Gelobet ſey Gott der Herr, der dich zum Koͤnige geſetzt hat, weil er das
Volk Iſrael lieb hat. Der in allen natuͤrlichen Wiſſenſchaſten
erſtaunlich kluge Salomon war damals auch noch weiſe in Gott, d. h. war
tugendhaft, gottesfuͤrchtig.

Uns gebuͤhrt es zu ſagen: Gelobet ſey der Herr, der uns den Friedrich
Auguſt zum Koͤnig gegeben, und ſo lang erhalten hat! Ja, hierin hat er
uns erzeiget ſeine Liebe, und eine groͤßere Wohlthat, als den Iſraeliten,
denen er den Salomon zum Koͤnig gegeben. Das iſt nicht ſchmeichelnde
Belobung unſers Koͤnigs, ſondern es iſt ein wahrhaftes Bekenntniß eines
dankbaren Herzen; denn der in der Jugend gute, tugendhafte,
gottesfuͤrchtige Salomon iſt auf die alten Tage bethoͤret worden, ſchon in
Jahren vorgeruͤckt hat er ſich den Weibern preis gegeben, hat uͤber die
Maßen der Geilheit gehuldiget, und, weil er dazu viel Aufwand noͤthig
hatte, hat er das Volk mit Abgaben uͤberſchweret, und ſeinen heidniſchen
Liėbſten zu Gefallen hat er auch den Abgoͤttern geopfert, alſo ſeinen
Unterthanen ſehr boͤſe Beiſpiele gegeben. Unſer Friedrich Auguſt aber,
von Jugend an gut, tugendhaft, gottesfuͤrchtig iſt bis in ſein graues
Alter ein ſolcher geblieben, noch heutigen Tag giebt er lauter gute
Beiſpiele.

Wie weiſe er ſey in dem Weltlichen, in Anordnung der Angelegenheiten des
Landes, und alles deſſen, was den Unterthanen zum zeitlichen Nutzen und
Heil gedeihen moͤge, das zu uͤberſehen ſind wir nicht im Stande. Wie ſo
daß nicht? Wer unten im Thale ſteht, ſieht nicht, kann nicht ſehen das
zehnte von Dem, was der auf dem Berge oben ſtehende rings herum
uͤberſchauet. Unſer einer ſieht blos auf das, was ihm und andern ſeines
gleichens zur Erleichterung <pb n="12"/>habé k Cżeżi jo —; tón Regenta
toho Kraja pak ma ſchitkich do Kowa woko wobladacż, ha na kedżbu bracż,
żto tei Zromadżizṅe, tomu czéwomu Krajei wużitniſche habé żkódniſche jo
—. Pżezważna Króbwoſcz wot jenoho Podana bó to bówa „te kralowſke
Wobzankṅeṅa, Wukazaṅa, Porutżnoſcże roſudżecż, te jene kwalicż, zo jo,
te druhe banicż, zo ṅejo mudṙe wobzankṅene —. Po bożim Swoẇe ſmó mó
winoicżi tei Wóſoknoſczi podwolnu Poſuſchnoſcz wopokazuwacż, potaikim za
dobre hoṙebracż teiż taike kralowſke Porutżnoſcże, wot kotréchż mó ſo
doladacż ṅemożemó, zo woprawdże dobre, potaikim mudṙe wondate ſu; ha to
móżemó mó Zakſoẇe z tak ẇełe ẇetżej’ Zechernoſcżu tżinicż, hacż ſchitkim
znate jo, zo tón naſch lubé Kṅez Friderik Auguſt woprawdże jo jedén jara
bohwſwużowné Cżwojek; ha tak móżemó mó ƀez Stracha na Ṅoho zwożuwacż To,
żtoż, kaiż pṙedé zpómnich, te ſẇ. Piſmo wupraji wot toho Żid. Kr.
Ezechija: Wón<marginalia>4. ♣R.♠ 18, 6.</marginalia> ſo k Bohu
dżerżeſche, ha Bóh tón Kṅez bė z nim, tak wón wo wſchim mudṙe ſebi
zaẇedże.

Tón mudré Syrach piſa: Zbóżné jo tón Bohaté, kiż<marginalia>♣Eccli.♠ 31,
8.</marginalia> ṅewoblakuwané namakané jo. Żto to rėka? Hacż da ṅejo
zbóżné tón Khudé, kiż ṅewoblakuwané jo? Oh ju; hale ta Schelakoſcz jo
wilka. Tomu Khudomu ta Khudoba nėkotre zakraſṅene Rėchi ṅemóżne tżiṅi;
dokelż wón k tomu nima, zo bó ſo rozpużcżecż, ha te ſwoje Nakhilitoſcże
pozpokojecż mów. Ta Nuza joho pżimoczuẇe k Tradaṅu, wo tém Tradaṅu
zwukṅe k tei Pomėrnoſczi ha Pótſcziwoſczi wo wonkotżném —, hapżi tém
teiż znutzka tu Wutrobu ẇełe zkeriſcho tżiſtu zdżerżi. Hale tón Bohaté,
Tón ma wo ſwojimai Rukomai tu Pżiprawu, To, żtoż k Pozpokejeṅu téch
Nakhilitoſcżow ſwużowne jo; tak ẇele zkeriſcho te poſtajene Mėzniki
pżekrotżi. Woprawdże jo ƀez Bohatémi jacz Wólnitżeṙow, déżli ƀez
Khudémi; wilczé Kṅeża, Vėrżtoẇe, Kraloẇe, zatém hacż jacz ktom’ maja,
tżaſto Salomonei ſo porunoſcżeja hacżruniſch nicz wo tei Wėdomoſczi,
tola wo tei Wólnoſczi howduẇu tém Żadoſcżam toho Mjaſa, ha ſwojim
Podanam ṅedobre Pżikwadé dawaja. Tohodla Syrach wot ṅewoblakuwanoho
Bohatoho dale praji: Wón jo mów pżekrotżicż, ha tola jo ṅepżekrotżiw, jo
mów te Zwo tżinicż, ha tola jo je ṅe<pb n="13"/>oder zur Laſt iſt —; der
Regent des Landes aber hat alle ringsherum zu beſehen, und in acht zu
nehmen, was der Gemeine, dem ganzen Lande nuͤtzlicher oder ſchaͤdlicher
ſey —. Vermeſſene Kuͤhnheit von einem Unterthanen waͤre es „die
koͤniglichen Beſchluͤſſe, Verordnungen, Befehle zu beurtheilen, das eine
loben, es ſey, das andere tadeln, es ſey nicht weislich beſchloſſen —.
Laut Gottes Wort ſind wir ſchuldig der Obrigkeit willigen Gehorſam zu
leiſten, folglich fuͤr gut anzunehmen auch ſolche koͤnigliche Befehle, von
denen wir es nicht einſehen koͤnnen, daß ſie wirklich gut, folglich
weislich ausgegeben ſind; und das koͤnnen wir Sachſen mit ſo viel
groͤßerer Sicherheit thun, als allen bekannt iſt, daß unſer lieber Herr
Friedrich Auguſt wirklich ein ſehr gottesfuͤrchtiger Menſch iſt; und ſo
koͤnnen wir ohne Gefahr auf ihn anwenden Das, was, wie ich vorhin
gedachte, die hl. Schrift ausſagt von dem Juͤd. K. Ezechias: Er hielt
ſich zu Gott, und Gott der Herr war mit ihm, ſo benahm er ſich in allem
weislich.

Der weiſe Syrach ſchreibt: Seelig iſt der Reiche, der unbefleckt
befunden worden. Was heißt das? Iſt dann nicht ſeelig der Arme, der
unbefleckt iſt? o wohl; jedoch der Unterſchied iſt groß. Dem Armen macht
die Armuth gar manche Suͤnden unmoͤglich; indem er nicht dazu hat, daß er
ausſchweiffen, und ſeine Neigungen befriedigen koͤnnte. Die Noth zwingt
ihn zum Darben, bey dem Darben gewoͤhnt er ſich zur Maͤßigkeit und
Ehrbarkeit im aͤuſerlichen —, und ſo wird es ihm viel leichter auch
innerlich das Herz rein zu erhalten. Allein der Reiche, Der hat in
ſeinen Haͤnden die Mittel, Das, was zur Befriedigung der Neigungen
dienlich iſt, ſo uͤberſchreitet er weit eher die geſetzten Grenzſteine.
Wirklich giebt es unter den Reichen mehr Wolluͤſtlinge, als unter den
Armen; große Herren, Fuͤrſten, Koͤnige, je nachdem ſie mehr dazu haben,
ahmen oft dem Salomon nach, obſchon nicht in der Klugheit, doch in der
Ueppigkeit, huldigen den Luͤſten des Fleiſches, und geben ihren
Unterthanen arge Beiſpiele. Weswegen Syrach von einem unbefleckten
Reichen ferner ſagt: Er hat koͤnnen uͤbertreten, und gleichwohl hat er
nicht uͤbertreten, er hat koͤnnen das Boͤſe thun, und gleichwohl hat er es
nicht gethan. Wer, <pb n="14"/>tżiniw. Żtó, kotré jo taiki, ha mó czémo
joho kwalicż?<marginalia>♣Eccli♠ 31, 9. 10.</marginalia> Pżetoż wón jo
Dżiwnoſcże ſ kutkuwaw wo ſwojim Ziẇeṅu.

L. P. Ja ſebi wėṙu ṙecz: Tón naſch Kral Friderik Auguſt jo jedén Taiki
—. Hacżruniſch wón wo ſwojei Moczé jo mėw tu Pżiprawu ha Pżileżnoſcz k
jenomu lóchkomu rozpużcżenomu Żiẇeṅu, jo tola nidé ṅepżekrotżiw te
Mėzniki teje Pomėrnoſcże, teje Haṅbicżiwoſcże. Wo Rjadnoſcżeṅu ſwojoho
Blida, ſwojoho Dwora jo za ſwoju Parſchónu wėcżṅe zlutniwé. bów, tém
Podanam k Dobrocże, zo bó ṅetṙebaw jich z Dawaṅami pżecżeżicż. Wo tei
Pótſcziwoſczi teje mandżelſkeje Tżiſtoté wėcżṅe tak kruté, tak kedżbné,
zo nidé Nichtó z joho Horta jo ṅeſwóſchaw żanoho Swowcżka, na nim
ṅewidżaw żanoho Potżinka, na joho Wotżomai ṅezmėrkuwaw żanoho Poladṅeṅa,
habé te naiṁeṅſche, żtoż bó tei kżeſczianſkei Haṅbicżiwoſczi, kaiż ju
boże Swowo wukazuẇe, napżecżo bówo; ta joho Pótſcziwoſcz wo tém jo pola
joho Dwora tak znata, zo żadén wot Téch, kiż woko ṅoho ſu, nidé ſebi
ṅewėri pżed joho Wobletżom ſebi dowolicż te naiṁeṅſche wot nėtżoho
taikoho —, deṙe ẇedżiwſchi, zo to tei joho tżiſtei Wutroƀe jara
pżecżiwne jo; na nim ſo zwėrnoſczi te Wuprajeṅo ſẇ. Piſma: Tón Kral — ze
ſwojim Poladaṅom ſchitko Zwo rozecżeri.<marginalia>♣Prov.♠ 20,
8.</marginalia>

Ha kaike dobre Pżikwadé wón daẇe wo tém zjawném Wotwożuwaṅu téch
pżikazanéch bożich Swużbow? Wėcżṅe te powne boże Swużbé wutżakuẇe, teiż
popówṅu tón czéwé Néżpor; w Czérkwi na Kolenach kletżi, tei Ruczé
ſtékuẇe, wuzbėhuẇe, te ſwoje Wotżi nidé do Boka ṅewobrocżi, tak, zo wo
tei Zkwadnoſczi, ha wonkotżnéch Potżinkach teje kż. Pobożnoſcże lėcém
dże żadén Duchowné jomu k Runoſczi pżiṅdże; hako jich ẇele wot was, kiż
za Dṙeżdżanami ſwużili, ha joho widżeli ſu, lėṗe ẇedża, déżli ja, kiż
ſém je ſam ṅewidżaw, hale tżaſto pojedacż ſwóſchaw.

Bóh ſam jo tém Izraelſ kim Kralam do Tżaſa taklei<marginalia>♣Deut.♠ 17,
18.</marginalia> wukazaw: Nédém hacż tón Kral wo ſwojim Kraleſtẇe ſo
zakrucżi, t. r. tu Ṙegėrunku powṅe naſtupi, mėrṅe ſeidżi ha kraluẇe,
ṅech ſebi wotpiſche tón Zakóṅ bożi, Tón ṅech pżi ſebi noſé, wo Tém ṅech
pżeczé zas ha zas lazuẇe ſchitke Dné ſwojoho Żiẇeṅa, zo bó dlėje ha lėṗe
nawuknéw tżeſcziwu Bojoznoſcz wopokazuwacż Bohu ſwojomu Kṅezei, ha
dżerżecż te joho Kazṅe —. Telei Wukazaṅo tón naſch Fri<pb n="15"/>wer,
iſt ein ſolcher, und wir wollen ihn loben? Denn er hat Wunderdinge
gewirket in ſeinem Leben.

G. Z. Ich traue mirs zu ſagen: Unſer Koͤnig Friedrich Auguſt iſt ein
Solcher —. Obſchon er in ſeiner Gewalt gehabt hat die Mittel und die
Gelegenheit zu einem leichten ausſchweifenden Leben, hat er doch nie die
Grenzen der Maͤßigkeit, der Schamhaftigkeit uͤberſchritten. In Anordnung
ſeiner Taſel, ſeines Hofes iſt er fuͤr ſeine Perſon ſtets genuͤgſam,
ſparſam geweſen, den Unterthanen zum Beſten, damit er nicht noͤthig haͤtte
ſie mit Abgaben uͤber zu beſchweren. In der Tugend der ehelichen
Keuſchheit von jeher immer ſo feſte, ſo achtſam, daß nie Jemand aus
ſeinem Mund gehoͤret auch nur ein Wort, an ihm geſehen auch nur eine
Miene, an ſeinen Augen bemerket auch nur einen Blick, oder das
geringſte, was der chriſtlichen Schamhaſtigkeit, wie ſie Gottes Wort
vorſchreibt, entgegen waͤre; ſeine Ehrbarkeit hierin iſt bey ſeinem Hof
ſo bekannt, daß keiner von Denen, die um ihn ſind, ſich gar nicht
getrauet vor ſeinem Angeſicht das mindeſte von ſo was ſich zu erlauben
—, wohl wiſſend, daß dieſes ſeinem reinen Herzen ſehr zuwider iſt; an
ihm bewaͤhrt ſich der Ausſpruch der hl. Schrift: Der Koͤnig zerſtiebt mit
ſeinem Anblick alles Boͤſe.

Und welche gute Beiſpiele giebt er in der oͤffentlichen Entrichtung des
gebotenen Gottesdienſtes? Immer pflegt er den voͤlligen Gottesdienſt ganz
auszuwarten, auch nachmittag die ganze Veſper; in der Kirche kniet er
auf ſeinen Knien, faltet, erhebet die Haͤnde, verwendet ſeine Augen nie
ſeitwaͤrts, ſo, daß in der Eingezogenheit, und in aͤuſſerlichen Gebaͤhrden
der chriſtl. Andacht ſchwerlich irgendwo ein Geiſtlicher ihm gleich
koͤmmt; wie es viele von euch, die um Dresden im Dienſt geweſen, und ihn
geſehen haben, beſſer wiſſen, als ich, der ichs ſelbſt nicht geſehen,
aber oft erzehlen gehoͤret.

Gott ſelbſt hat den Iſraelitiſchen Koͤnigen zum voraus alſo anbefohlen:
Sobald der Koͤnig in ſeinem Reiche ſich feſt ſetzt, d. h. die Regierung
voͤllig antritt, ruhig ſitzt und herrſchet, ſoll er in Abſchriſt nehmen
das goͤttliche Geſetz, das ſoll er bey ſich tragen, in demſelben ſoll er
immer wieder leſen alle Tage ſeines Lebens, damit er je laͤnger je beſſer
erlerne Ehrfurcht zu erweiſen Gott ſeinem Herrn, und zu halten ſeine
Gebote —. Dieſe Vorſchrift pflegt unſer Frie<pb n="16"/>derik Auguſt na
ſo zwożuẇe; wón rad lazuẇe wo bożim Swoẇe, wėcżṅe poſucha na te zjawne
Prėduwaṅa, ha hiżcże teiż wo ſwojei Stwė dawa ſebi wot ſwojoho
Zpojednika te boże Wėrnoſcże rozpojeduwacż, te ſwoje Winoitojcże
nazpominacż. Z toho pżiṅdże, zo wón teiż wo ſchėdnéch mólicżkich Wėczach
ſam na ſo kedżbné — żanoho Cżwojeka podarmo ṅewobcżeżuẇe, Nikoho
ṅezrudżi, hako cżi Zeṁeṅo, kiż pola Dwora woko ṅoho pobóli ſu, te joho
poniżne, cżiche, rjadne, lubozne, dobrocżiwe Zadżerżeṅo doſcz dokwalicż
ṅemóża.

Żcżeżka jo na Swėcże jedén Vėrżta, kiż bó wot ſwojich Podanow jacz
ważené ha lubuwané bów, hacż Zakſoẇe ſwojoho Friderika Auguſta ſebi waża
ha lubuẇu; Nichtó jomu żto wuſtajicż ṅewė, khiba tṙebai To, zo trochu
jara dobrocżiwé jo. Hale wón, wo Bohu mudré, je wė, zo pżed Bohom te
Zamojeṅo lóżiſcho ſo daẇe wot wilkeje Dobrocżiwoſcże, déżli wot wilkeje
Surowoſcże.

Dokelż tón mudré Syrach pżipraja: Ṅekwal Cżwojeka<marginalia>♣Eccli.♠
11, 30.</marginalia> do joho Sṁercże —, bėch ſebi ja woprawdże prėdkwzaw
toho naſchoho Krala z Klėtki ṅekwalicż; ha tola pżecżiwo mojomu
Prėdkwzacżu To ha Tamo na Nim pokwalich, kaiż daloko cżwojetże Wotżi to,
żtoż kwalbne jo, widżecż móża. Hale Cżwojek widżi jenoi te wonkotżne,
Bóh pżelada tu Wutrobu. Lėdém jo na Swėcże jedén<marginalia>1. ♣R.♠ 16,
7.</marginalia> Cżwojek, kiż bó tei Wutroƀe naſchoho Fridrika Auguſta
nėkaiki Valſch, nėkaiku Zwóſcz pżizpėw —. Ja na moju Portu ẇeṙu, zo ta
joho Wutroba hiżcże lėpſcha jo, hacż Cżwojekoẇe ſebi móſledża. To pak
porutżmó Bohu, kiż je ſamlutki praẇe wė —. Te moje Pżekrotżeṅo teje
Wukazṅe, Cżwojeka do Sṁercże ṅekwalicż, te ja nėt poṙedżu ha zarunam z
tém Wuznacżom: Friderik Auguſt jo ſam ze ſo jedén ſwabé, huƀené rėſchné
Cżwojek, pżed Bohom tak mawko, hal nitżo, runiſch kaiż ſchiczé Druzé —.
Żtoż jo, to jo z bożeje Nadé ha Darnoſcże. Ṅekwalmó da naſchoho Krala,
hale kwalmó<marginalia>1. ♣Cor.♠ 15, 10.</marginalia> Boha, kiż joho z
taikimi Nadami ha Darami wudébiw jo. Tak praẇe nutėrṅe zpėwaimó: ♣Te
Deum laudamus,♠ Teƀe Boha kwalimó! Proſchmó pak teiż Boha, zo czéw nam
toho naſchoho Friderika Auguſta dlėje zdżerżecż, zatémhacż k bożei
Tżeſczi, tei joho Duſchi, <pb n="17"/>drich Auguſt auf ſich zu deuten;
gern lieſt er im Gottes Wort, immer horchet er auf die oͤffentlichen
Predigten, und auch noch in ſeinem Zimmer laͤßt er ſich von ſeinem
Beichtvater die goͤttlichen Wahrheiten eroͤrtern, ſeine Pflichten in
Erinnerung bringen. Daher koͤmmt’s, daß er auch in alltaͤgigen geringen
Dingen auf ſich ſelbſt achtſam — nie einen Menſchen unnoͤthig beſchweret,
Niemanden betruͤbet, wie dann die Adelichen, welche bei Hofe um ihn
geweſen, ſein demuͤthiges, ſtilles, geordnetes, anmuͤthiges, guͤtiges
Betragen nicht genug ausloben koͤnnen.

Schwerlich iſt auf der Welt ein Fuͤrſt, der von ſeinen Unterthanen mehr
geſchaͤtzet und geliebet wuͤrde, als Sachſen ihren Friedrich Auguſt ſich
ſchaͤtzen und lieben; Niemand weiß ihm was auszuſetzen, es waͤre-denn das,
daß er etwas zu guͤtig iſt. Allein er, weiſe in Gott, weiß es, daß vor
Gott die Rechenſchaft leichter ſich geben laͤßt von großer Guͤte, als von
großer Strenge.

Weil der weiſe Syrach ernſtlich erinnert: Lobe keinen Menſchen vor
ſeinen Tod —, hatte ich mirs wirklich vorgenommen unſern Koͤnig von der
Kanzel nicht zu loben; und doch hab ich gegen meinen Vorſatz Dieſes und
Jenes an ihm belobet, in ſo weit menſchliche Augen das, was zu loben
iſt, ſehen koͤnnen. Allein der Menſch ſieht nur das aͤußerliche, Gott
durchſchauet das Herz. Schwerlich iſt auf der Welt ein Menſch, der dem
Herzen unſeres Friedrichs Auguſt einigen Falſch, was Boͤſes zumuthete —.
Ich meinerſeits glaube, daß ſein Herz noch beſſer iſt, als Menſchen
ſich’s denken. Das aber wollen wir Gott befehlen, der es ganz allein
recht weiß. Mein Ueberſchreiten der Vorſchrift, den Menſchen vor dem
Tode nicht zu loben, verbeſſere und erſetze ich nun mit dem
Geſtaͤndniſſe: Friedrich Auguſt iſt aus ſich ſelbſt ein ſchwacher,
elender, ſuͤndlicher Menſch, vor Gott ſo wenig, ja nichts, gleichwie alle
Andere —. Was er iſt, das iſt er aus Gottes Gnade und Freigebigkeit.
Loben wir alſo nicht unſern Koͤnig, ſondern loben wir Gott, der ihn mit
ſolchen Gnaden und Gaben ausgezieret hat. So recht inbruͤnſtig laſſet uns
ſingen ♣Te Deum laudamus,♠ Dich Gott loben wir! Laßt uns aber auch Gott
bitten, daß er uns unſern Friedrich Auguſt noch laͤnger erhalten wolle,
in ſo fern es zur Ehre Gottes, ſeiner Seele, <pb n="18"/>ha tém naſchim
Duſcham k Zbóżnoſczi ſwużowne jo. Lėpſchoho Krala — budże Zakſénſka
zcżeżka déh krédnécż. Ach Bożo dai, zo te mode Wotnoſchki joho Swóibé,
kaiż z nim wot jenoho Ṗeṅka ſu, tak teiż Herbja toho joho Kraleſtwa, ha
żiwo Woznaṁeṅeṅa téch joho Pótſcziwoſczow bóli bóchu!!

Nėt mi do Móſlow paṅe, żtoż te naiważniſche jo —.<marginalia>♣Psal.♠
142, 2.</marginalia> Pżed Bohom nidé żadén Cżwojek ſo zprawnoſczicż
ṅeſṁe, ha ṅemóże —. Tón naſch lubé Friderik Auguſt rėka ha jo zprawné
pżed Wotżimi ſwojich Podanow, teiż pżed Wotżimi czuzéch Krajownikow,
ſchiczé zpóznaja joho za Zprawnoho —. Hale kah pżed Bohom —? Na to dérbu
ja moje Raṁeżka zcżahuwacż. Tôn ſẇ. Wótſcz Bernard taklei wupraji: Déż
jedén Duchowé ródṅe wotwożi jenoi tu Powoiczu wot ſchoho Toho, żtoż ta
Winoitoſcz toho duchownoho Żtanta ſobuṅeſe, maja joho Cżwojekoẇe za
Sẇatoho, hale pżed Bohom hiżcże zprawné ṅejo. Runiſch tak, déż jedén
Kral jenoi tu Powoiczu ſwojich Winoitoſczow praẇe dopelṅi, maja joho
Cżwojekoẇe za Zprawnoho, hale pżed Bohom ma tola hiżcże jara ſo bojecż.
Pżetoż jedėn<marginalia>♣Sap.♠ 6, 6.</marginalia> jara wótré Sud zmėja
cżi, kiż jow kṅeża, ha Druhim rozkazuwacż maja; tomu mólicżkomu,
nizkomu, żpatnomu Cżwojekei budże zkeṙe Miwoſcz ſo ſtacż; hale téch
Mócznéch budże tón Schohomóczné móczṅe pżimacż. Japożtow Pėtér praji:
Tón Zprawné budże dṙe tola —<marginalia>1. ♣Petr.♠ 4, 18.</marginalia>
budże zbóżné —, hale kah? tak lėdém, pżiſamóm, t. r. déż Bóh joho
ṅeſudżi po Krutoƀe teje Prawdé, hale bóle zwaha z nadnej Miwoſczu. Ha
tak Nikomu, teiż tomu naſchomu Kralei druha Rada ṅejo, déżli pżed Bohom
z Wutrobé ſo poniżecż, z Tżaſom za Nadu proſécż, prajiczé: Bożo, bódż mi
Rėſchnikei nadné!

Telei Wuprajeṅa bożoho Swowa tón naſch lubé Friderik Auguſt deṙe wė; ha
zawėſczi wón wot nas pṙedé ſchoho To żada, zo teiż mó joho tei bóizkei
Smėlnoſczi porutżamó, Boha proſémó, zo tón ſmélné Bóh ſchitko, żtoż wón
wo tém Wotwożuwaṅu ſwojich Winoitoſczow hako Cżwojek tṙebai powṅe ha
dozpowṅe doſcz jo ṅedopelniw, po tei ſwojei Smėlnoſczi bo jomu k
Dobrocże dżerżaw, ha wot teje joho dobṙeje poniżṅeje Wutrobé te Ṅepowne
za Powne nadṅe hoṙezaw.

<pb n="19"/>

und unſeren Seelen zur Seeligkeit dienlich iſt. Einen beſſern Koͤnig —
wird Sachſen ſchwerlich je bekommen. Ach Gott gieb’s, daß die jungen
Sproßen ſeines Stammes, gleichwie ſie mit ihm von einer Wurzel ſind,
alſo auch Erben ſeines Reichs, und lebendige Abbildungen ſeiner Tugenden
ſeyn moͤgen!!

Nun faͤllt mir in die Gedanken, was das allerwichtigſte iſt —. Vor Gott
darf und kann ſich kein Menſch recht fertigen —. Unſer liebe Friedrich
Auguſt heißt und iſt gerecht vor den Augen ſeiner Unterthanen, auch vor
den Augen fremder Nationen, alle erkennen ihn fuͤr Gerecht —. Aber wie
vor Gott —? Dazu muß ich meine Achſel zucken. Der hl. Vater Bernard
ſprach alſo aus: „Wenn ein Geiſtlicher emſig entrichtet nur die Haͤlfte
von allem Dem, was die Pflicht des geiſtlichen Standes mit ſich bringt,
halten ihn Menſchen fuͤr einen Heiligen, aber vor Gott iſt er noch nicht
gerecht.“ Eben ſo, wenn ein Koͤnig nur die Haͤlfte ſeiner Pflichten recht
erfuͤllet, halten ihn Menſchen fuͤr Gerecht, aber vor Gott hat er doch
noch ſich ſehr zu fuͤrchten —. Denn ein gar ſcharfes Gericht haben zu
erwarten die, welche hier herrſchen und andern zu befehlen haben; dem
kleinen, niedrigen, geringen Menſchen wird eher Barmherzigkeit
widerfahren; aber die Gewaltigen wird der Allgewaltige gewaltig
hernehmen. Der Apoſtel Peter ſpricht: Der Gerechte wird doch wohl — wird
ſeelig werden —, aber wie —? So ſo, kaum, mit harter Noth, d. h. Wenn
ihn Gott nicht richtet nach Strenge der Gerechtigkeit, ſondern mehr
gelinde mit gnaͤdiger Nachſicht. Und ſo iſt Niemanden, auch unſerm Koͤnig
kein anderer Rath, als vor Gott ſich vom Herzen demuͤthigen, beizeiten um
Gnade bitten und ſagen: Gott ſey mir Suͤnder gnaͤdig!

Dieſe Ausſpruͤche des goͤttlichen Worts weiß unſer liebe Friedrich Auguſt
ſehr wohl; und zuverlaͤßig verlangt er von uns vor allem dieſes, daß auch
wir ihn der goͤttlichen Milde anempfehlen, Gott bitten, daß der guͤtige
Gott alles, was er in der Entrichtung ſeiner Pflichten als Menſch etwa
nicht vollſtaͤndig und vollkommen genung erfuͤllet haͤtte, nach ſeiner
Milde ihm moͤchte zu gute halten, und von ſeinem guten demuͤthigen Herzen
das Nichtvolle ſuͤr Voll gnaͤdig annehmen.

<pb n="20"/>

Ach ſmėlné Bożo, bódż ſmėlné naſchomu lubomu Kralei! Bódż teiż nam
ſmėlné! Té ſé nas na tón ṅeƀeſki Kwas pżeproſéw; Té ṅepżeſtawaſch nas na
tónſamé wowacż pżez téch duchownéch Wutżeṙow, ha teiż pżez toho naſchoho
Regentu, pżez te joho dobre Pżikwadé. Zhnuhai ſchak te naſche Wutrobé,
zo mó radżi ſo dowowacż damó, zo radżi dżomó; zo tón naſch Kral, ha mó z
nim w ſwojim Tżaſu zbóżṅe dóṅdżemó na tón ṅeƀej ki Kwas, amen.

Popówṅu na Neżpoṙe.

♣Rex sperat in Domino, et in misericordia altissimi non commovebitur.
Psal. 8, 20.♠

Tón Kral ma tu ſwoju Nadżiju k Bohu tomu Kṅezei, ha pżez tu Miwoſcz Boha
ẇerſchinoho budże wón krucże ſtejo woſtacż.

Ṅedżẻlſka Epiſtla. Bratzja, wobnoweicże ſo wo tém Duchu waſcheje Moſé,
rc. Eveſk. 4.

Jadro toho Prėduwancżka.

Na tżo ſteji ta kżeſczianſka Nadżija; żto tón naſch Kral żada, tżoho ſo
nadżije; ha żto mó jomu pżecż ha wot Boha proſécż mamó.

Mó ſmó ƀeſobu Stawé. Kóiżda Zromadżizna jo tak<marginalia>♣Ephes.♠ 4,
25.</marginalia> kaiż jene Cżéwo, kotrohoż Cżėwa Stawé ſu cżi, kiż do
teje Zromadżizné ſwuſcheja. Hałe Żtó jo ta Wowa? Wo duchownéch Wėczach
jo ta Wowa tón naiwóſchi duchowné Prėdkſtejicżer, wo ſwėtnéch Wėczach
tón Regenta toho Kraja. Potaikim ſchitkich Zakſow Wowa wo tém Swėtném jo
Friderik Auguſt tón naſch lubé Kral.

Po naturſkim ſchitke Stawé wójuẇu za tu Wowu, k Zakitaṅu teje Wowé do
Stracha ſo poſtajeja. Zpétai jene tejż hiżcże ṅerozomne Dżėcżo na Wowu
bicż —; nédém budże wone z Rukomai tu Wowu pżikréwacż, budże radſcho tei
Ruczé tém Razam potékuwacż, zo jenoi bó ta Wowa pżelutuwana bówa. Praẇe
da jo, zo mó wo dżentziſchim Dṅu, wo kotrémż Friderik Auguſt pżed Pów
Sta Lėtami jo potżaw ta naſcha Wowa bócż,

<pb n="21"/>

Ach gnaͤdiger Gott, ſey gnaͤdig unſerm lieben Koͤnig! Sey auch uns gnaͤdig!
Du haſt uns auf die himmliſche Hochzeit geladen; du hoͤreſt nicht auf uns
zu derſelben zu rufen durch die geiſtlichen Lehrer, wie auch durch
unſeren Regenten, durch ſeine guten Beiſpiele. Bewege doch unſere
Herzen, daß wir uns gern errufen laſſen, daß wir gern gehen; damit unſer
Koͤnig, und wir mit ihm zu ſeiner Zeit gluͤcklich anlangen auf die
himmliſche Hochzeit, amen.

Nachmittag unter der Veſper.

♣Rex sperat in Domino, et in misericordia altissimi non commovebitur.
Psalm. 20, 8.♠

Der Koͤnig hat ſeine Hoffnung zu Gott dem Herrn, und durch die
Barmherzigkeit des Allerhoͤchſten wird er feſt ſtehen bleiben.

Sonntaͤgliche Epiſtel. Bruͤder, erneuert euch im Geiſte eueres Gemuͤthes,
rc. Epheſ. 4.

Inhalt der kurzen Rede.

Gegenſtand der chriſtlichen Hoffnung; was unſer Koͤnig verlange, was er
hoffe; und was wir ihm wuͤnſchen, und von Gott bitten ſollen.

Wir ſind unter einander Glieder. Jede Gemeine iſt gleichſam ein Leib,
deſſen Leibs Glieder ſind die, welche zu der Gemeine gehoͤren. Aber Wer
iſt das Haupt? In geiſtlichen Sachen iſt das Haupt der hoͤchſte
geiſtliche Vorſteher, in weltlichen Sachen der Regent des Landes. Mithin
aller Sachſen Haupt im Weltlichen iſt Friedrich Auguſt unſer liebe
Koͤnig.

Nach dem Hang der Natur ſtreiten alle Glieder fuͤr das Haupt, ſetzen ſich
in Gefahr zur Beſchuͤtzung des Hauptes. Verſuche ein auch noch
unverſtaͤndiges Kind auſ das Haupt zu ſchlagen —; ſogleich wird es mit
Haͤnden das Haupt bedecken, wird lieber die Haͤnde den Hieben darreichen,
damit nur das Haupt verſchont werde. Recht alſo iſt es, daß wir am
heutigen Tage, an dem Friedrich Auguſt vor halb hundert Jahren
angefangen unſer Haupt zu ſeyn, <pb n="22"/>zo mó hako Stawé tulei
naſchu Wowu wobſtupuẇemó, za tém hacż móżemó, czu ṙecz, wot Boha jomu
proſémo Zakit pżed tém Zwóm, ha Dobu toho Dobroho.

Hale żto mó wo tei Moſé naſchoho Ducha za Zwe ha żto za Dobre dżerżimó?
Tón ſtaté deini Cżwojek ma za Zwe to, żtoż pżitomṅe zrudża, za Dobre pak
to, żtoż pżitomṅe wobẇeſela. Taiczé, kiż jenoi te Hinite lubuẇu, ha jacz
lubuẇu, hacż hódṅe jo, taiczé tṙebai ṁeṅa tomu Kralei tu ſwoju Luboſcz
powṅe doſcz wopokazacż z tém, zo jomu to pżeja, za tżimż ſami żadoſcża,
zo jomu wot Boha proſcha jenoi tżaſne Dobroté ha Ẇeſela, dale ſebi
ṅemóſliwſchi. Hale taike Pżejeṅa ha Próſtwé Bóh kedżbu nima, ṅeradé je
ſwóſchi, zrėdka je wuſwóſchi; ha, bó li je teiż wuſwóſchaw, ta wutroba
naſchoho Friderika Auguſta bó tola zpokojena ṅebówa.

Tododla dérbu ja wam l. P. prajicż: Wóſche hoṙe! Hoṙe te Wutrobé!
Wobnoweicże ſo wo tém Duchu<marginalia>♣Ephes. 4, 23. Colos.♠ 3,
2.</marginalia> walcheje Moſé, zwożulcże te waſche Móſle ha Żadoſcże na
nėżto duſchniſche, déżli na te Hinite. Wuſlėtżcże ſo tohoho ſtaroho
Cżwojeka, kiż jenoi za tém ſlėdżi, żtoż deiku jo; wobletżcże ſo jenoho
nowoho Cżwojeka, kiż bó żadoſcziw za tém, żtoż horku jo.

Ktżomu da jo Cżwojek, kóiżdé Cżwojek, potaikjm teiż tón Kral, ktżomu jo
ztwoṙené, na tónlei Swėt poſtajené? Tṙebai, zo bó jow wtżaſném Wozbożeṅu
na Kwilku ſo poẇeſeliw? Ach nė, hale, zo bó jow na Kwilu Bohu ſwojomu
Ztworicżerei ſwėrṅe poſwużiw, ha w ſwojim Tżaſu kṅomu do teje Zbóżnoſcże
doſanéw —. Cżwojek pak ſwużi Bohu habén z tém, zo te Winoitoſcże ſwojoho
Powowaṅa, ſwojoho Żtanta Boha dla ródṅe wotwoża.

Tón Kral ma tu ſwoju Nadżiju k Bohu tomu Kṅezei, ha pżez tu Miwoſcz Boha
ẇerſchinoho budże krucże ſtejo woſtacż. Tak wupraji David jedén
Bohwſwużowné Kral wo tei Parſchóṅe kóiżdoho Bohwſwużownoho Krala. Ta
Nadżija jenoho Bohwſwużownoho Krala jo talei: „Bóh tón Kṅez budże mi
pżeczé pżidawacż tu Pomocz ſwojeje Nadé k tom’, zo ja z tém Wotwożuwa<pb
n="23"/>daß wir als Glieder dieſes unſeres Haupt umringen, und bedecken
ſo wie wir koͤnnen, will ſagen, von Gott Ihm ditten Schutz vor dem Boͤſen,
und reichliches Maß des Guten.

Allein was halten wir in dem Innern unſeres Geiſtes fuͤr Boͤſe, und was
fuͤr Gut —? Der alte untere Menſch achtet fuͤr Boͤſe das, was gegenwaͤrtig
betruͤbet, fuͤr Gut aber das, was gegenwaͤrtig erfreuet. Solche Menſchen,
die nur das Vergaͤngliche lieben, und mehr lieben, als es werth iſt,
ſolche meinen wohl dem Koͤnig ihre Liebe vollſtaͤndig genug zu erweiſen
dadurch, daß ſie ihm jenes wuͤnſchen, wornach ſie ſelbſt ſich ſehnen, daß
ſie ihm von Gott bitten nur zeitliche Guͤter und Freuden, ohne weiter
gedacht zu haben. Allein ſolche Wuͤnſche und Bitten achtet Gott nicht,
ungern hoͤrt er ſie, ſelten erhoͤrt er ſie; und ſo er ſie auch erhoͤrte,
das Herz unſeres Friedrichs Auguſts, wuͤrde doch nicht befriediget ſeyn.

Derohalben muß ich euch l. Z. ſagen: Hoͤher hinauf! Hinauf die Herzen!
Erneuert euch im Geiſt eueres Gemuͤthes, lenket euere Gedanken und
Begierden auf etwas edleres, als auſ das Vergaͤngliche. Ziehet aus den
alten Menſchen, der nur luͤſtern ſucht das, was unten iſt; ziehet an
einen neuen Menſchen, der da verlange nach dem, was oben iſt.

Wozu iſt dann der Menſch, jeder Menſch, alſo auch der Koͤnig, wozu iſt er
erſchaffen, auf dieſe Welt geſetzt? Etwa, daß er hie in zeitlicher
Begluͤckung eine Zeit lang ſich wohl habe, und ein Weilchen ſich erfreue?
Ach nein, ſondern, damit er hier eine Zeit lang Gott ſeinem Schoͤpfer
treu diene, und zu ſeiner Zeit zu ihm in die Seeligkeit gelange —. Der
Menſch aber dienet Gott eben dadurch, daß er die Pflichten ſeines
Berufs, ſeines Standes wegen Gott emſig entrichtet.

Der Koͤnig hat ſeine Hoffnung zu Gott dem Herrn, und durch die
Barmherzigkeit des Allerhoͤchſten wird er feſt ſtehen bleiben. So ſprach
David ein Gott dienender Koͤnig in der Perſon eines ieglichen Gott
dienenden Koͤnigs. Die Hoffnung eines Gott dienenden Koͤnigs iſt dieſe:
„Gott der Herr wird mir immer gewaͤhren den Beiſtand ſeiner Gnade dazu,
daß ich mittelſt Entrichtung der Koͤnigs<pb n="24"/>ṅom téch kralowſkich
Winoitoſczow jomu ſwėrṅe ſwużu; ha déż ja hako Cżwojek to ha tamo praẇe
powṅe doſcz ṅedopelṅu —, ja tola ṅezaczwévéluẇu, hale twaṙu na tu joho
Miwoſcz, zo budże mi nadné —; teiż ṅezaczwévéluẇu, déż wón tżaſne Hoṙa
na mṅe dopużcża —, hale twaṙu na tu joho Smėlnoſcz, zo budże ṁe wumóżicż
déż zecze, ha pżez te tżaſne Hoṙa ṁe doẇeſcz k ſebi do wėcżṅeje
Radoſcże.“

Taiku Nadżiju móżemó ha dérbimó mó tomu naſchomu jara kżeſczianſ komu
Kralei pżizpėcż; ha tak, joli zo joho lubo mamó, To, żtoż ta joho
kżeſczianſ ka Wutroba żada ha proſé, Toſamo teiż mó jomu żadacż ha
wuproſécż pomhacż, tu Nadu bożu k Dopelṅeṅu téch ſwojich ważniwéch
Winoitoſczow, tu wėcżnu ṅeƀ. Zbóżnoſcz pola Boha, te tżaſne Dobroté pak
tak daloko hacż jomu k tei Zbóżnoſczi ſwużowne ſu.

Jow na Zeṁi ſchitko ſo pomiṅe, ha déż ſo pominéwo jo, Żto jo? Nitżo,
habé tola nicz jaczé, hako jene pomėte Dżėcżo, potémhacż zwotucżiw ſé.
Tawzént Lėt zda ſo, ha woprawdże jo jedén dohi Tżas, kaiż doho hiżcże
bėiżi; hale nédém hacż wubėiżawo jo, tola nitżo jacz ṅejo. Tohodla boże
Swowo praji: Tawzént Lėt jo pżed Bohom tak ẇele, hako tón
tżoraiſchi<marginalia>♣Ps.♠ 89, 4.</marginalia> Dżeṅ, kiż jo wuſchow.
Tón wuṅdżené jedén Dżeṅ, ha te wuṅdżene tawzént Lėta ſu tola nėt jenak
ẇele, lėṗe ṙecz, jenak wawo, nitżo.

Pów Sta Lėt jo teiż khėtṙe dohi Tżas, kaiż doho hiżcże bėiżi; hale nédém
hacż wubėiżi, jo teiż nitżo. Mó, kiż mó bóle lėtni pżed Pów Sta Lėtami
hiżo jakniſche Schulerki bėchmó, ha trochu ſo dopómnicż wėmó, zo tedém
Friderik Auguſt tu Ṙegėrunku naſtuptw jo, mó dérbimó je wuznacż: Telei
pów ſta Lėta ſu nam nėt hako jene pomėte Dżecżo, ha ſu nėt woprawdże
runiſch tak nitżo, Ṅech bó tón naſch lubé Kral, (tżohoż tola po Rozoṁe
ṅejo ſo nadżijecż) ṅech bó woprawdże hiżcże jene Pów Sta ṙegėruwaw, wone
bó tola zas runiſch tak bówo; teiż telei pżichodne pów Sta Lėta budża,
nédém hacż dobėiża, zas nitżo.

Ja na moju Portu tomu pėknomu Friderikei Auguſtei jene hacż nangidlėſche
Żiẇeṅo pżeju —; ha wó <pb n="25"/>Pflichten ihm treu diene —; und wann
ich als Menſch Dieſes und Jenes nicht etwa vollſtaͤndig genung erfuͤlle —,
ich verzweifle doch nicht, ſondern baue auf ſeine Barmherzigkeit, daß er
mir gnaͤdig ſeyn wird —; auch verzweifle ich nicht, wenn er zeitliche
Truͤbſalen auf mich verhaͤngt —, ſondern baue auf ſeine Milde, daß er mich
erretten wird wenn er wird wollen, und durch die zeitlichen Truͤbſale
mich fuͤhren zu ſich in die ewige Wonne.

Eine ſolche Hoffnung koͤnnen und ſollen wir unſerm ſehr chriſtlichen
Koͤnig zumuthen; und ſo, wenn wir ihn lieb haben, Das, was ſein
chriſtliches Herz verlanget und bittet, Daſſelbe auch wir ihm verlangen
und ausbitten helfen, die Gnade Gottes zur Erfuͤllung ſeiner wichtigen
Pflichten, die ewige himml. Seeligkeit bey Gott, die zeitlichen Guͤter
aber in ſoweit ſie ihm zur Seeligkeit dienlich ſind.

Hier auf Erden vergeht alles, und wenn es vergangen, Was iſt es? Nichts,
oder doch nicht mehr als ein gehabter Traum, nachdem du voͤllig
auſgewachet biſt. Tauſend Jahre ſcheinen, und ſind wirklich eine lange
Zeit, ſo lang ſie noch laufen; aber ſobald ſie ausgelaufen, ſind ſie
doch nichts mehr. Daher Gottes Wort ſpricht: Tauſend Jahre ſind vor Gott
ſo viel, als der geſtrige Tag, der vergangen iſt. Der vergangene eine
Tag, und die vergangenen tauſend Jahre ſind doch nun gleich viel, beſſer
zu ſagen, gleich wenig, nichts.

Halb Hundert Jahr iſt auch eine ziemlich lange Zeit, ſo lang ſie noch
laufen; aber ſo wie ſie ausgelaufen, ſind ſie ebenfalls nichts. Wir, die
wir in Jahren vorgeruͤckt vor halb hundert Jahren ſchon mehr erwachſene
Schuͤler waren, und uns etwas zu erinnern wiſſen, daß damal Friedrich
Auguſt die Regierung angetreten hat, wir muͤſſen es bekennen: Dieſe halb
hundert Jahre ſind uns jetzt wie ein Traum, und ſind nun in Wahrheit
grade ſo nichts, wie der geſtrige Tag. Moͤchte unſer liebe Koͤnig, (das
doch vernuͤnftig nicht zu erwarten) moͤchte er wirklich noch andere
funfzig Jahre regieren, es wuͤrde dann doch wieder grade ſo ſeyn; auch
dieſe kuͤnftige halb hundert Jahre werden, ſo wie ſie auslaufen, wieder
nichts ſeyn.

Ich meiner ſeits wuͤnſche dem guten Friedrich Auguſt ein aufs moͤglichſte
allerlaͤngſtes Leben —; und ihr <pb n="26"/>ſchiczé, kaiż pėkne Dżėcżi
Boha proſcha za te Podlėjeṅo toho Żiẇeṅa téch ſwojich lubéch Starſchich,
macże Boha proſécż za Podlėjeṅo toho joho Żiẇeṅa, hale proſécż —,
mėrkuicże dėṙe —! z tém Podwoleṅom do teje ſẇateje Wole bożeje; ha
rozpómṅiſchi, zo tola żanomu Cżwojekei nitżo wėſcziſche ṅejo, déżli ta
Sṁercż, zo tón naſch lubé Kral hiżo 68 Lėt ma, zo potalkim tón Dżeṅ toho
jodo Żiẇeṅa biżo jara ſo pokhiliw jo —; naibóle proſécż za te joho
zbóżne Wuſtupeṅo z toholei ſṁertnoho, ha Pżeſtupeṅo do toho ṅeſṁertnoho
Żiẇeṅa.

Pėkne Dżėcżi ſwojim Starſchim z Wutrobé pżeja, ha wot Boha proſcha
Strowotu, Zbożo, Żonuwaṅo, ha ſcho, żtoż mó jow Dobre rėkamó. Schitko to
mamó teiż mó z Wutrobé pżecż, ha wot Boba próſécż tomu naſchomu lubomu
Nanei Friderikei Auguſtei, hale kah proſécż? Z tém Podwoleṅom do bożeje
Wole, zatém hacż Bohu k Tżeſcżi, tei joho Duſchi, ha tém naſchim Duſcham
k Zbóżnoſczi ſwużowne bówo bó.

W ſtarém Zakoṅu jo Bóh ſam tomu Izraelſkomu Lubei, kiż hiżcże jara
dżiji, ha po tém Mjaſu zmóſlené bė —, jo jomu tżaſne Dobroté lubiw hako
jene Móto teje ſwėrṅeje Bohwſwużownoſcże. Déż nėt cżi do toho Tżaſnoho
zalubuwani Kżeſczieṅo te ſẇ. Piſma ſtaroho Zakoṅa lazuẇu, ha na taikich
Poluƀeṅach wiſajo zwoſtawaja —; tak je k ſwojei Żkodże lazuẇu, dokeiż na
te nadne boże Wotpoladaṅo pżi tém ſo ṅedoladaja. Starſchi, zo bóchu te
ſwoje Dżėcżi k tei Poſuſchnoſczi podwolniſche ztżinili, jim teiż ſnadne
Wokżeẇeńa zkicża, k Pż. Czawtu, Jabóka, rc. Tak ſo Bohu luƀeſche tón
dżiji Lud pżez tżaſne Dobroté z Leſcżu pocżahuwacż k Dżerżeṅu téch
Kazṅow, kotréż jo ton Pucż k tei wėcżnei Zbożnoſczi, kaiż Jėzus ſam
wupraji: Czeiſch-li k tomu Żiẇeṅu nutzhicż,<marginalia>♣Math.♠ 19,
17.</marginalia> dżerż te Kazṅe.

Hale tónſamé Jėzus, kiż pżiſchow jo te Ṅepowne ha Ṅedozpowne toho
ſtaroho Zakoṅa wupelnicż ha dodozpownoſczicż, ṅejo tém Swojim żanéch
tżaſnéch Dobrotow lubiw; ẇele jacz jo jim Zwóſcże pżipojeduwaw, ha jich
tżaſto napominaw, toho Móta teje ſwojeje Bohwſwużownoſcże ṅewottżakuwacż
wo témlei Żiẇeṅu jow na Zeṁi, hale po Sṁercżi wo Ṅeƀeſach. Déż wam <pb
n="27"/>alle, wie gute Kinder Gott bitten um die Verlaͤngerung des Lebens
ihrer lieben Eltern, habt Gott zu bitten um Verlaͤngerung ſeines Lebens,
aber bitten —, merkets wohl —! mit Ergebung in den heiligen Willen
Gottes; und in Erwaͤgung, daß doch keinem Menſchen nichts gewiſſer iſt,
als der Tod, daß unſer liebe Koͤnig ſchon 68 Jahre hat, daß mithin der
Tag ſeines Lebens ſchon ſehr ſich geneiget —; am meiſten bitten um einen
ſuͤr ihn ſeligen Austritt aus dieſem ſterblichen, und Uebertritt in das
unſterbliche Leben.

Gute Kinder pflegen ihren Eltern vom Herzen zu wuͤnſchen, und von Gott zu
bitten Geſundheit, Gluͤck, Segen, und alles, was wir allhie Gut nennen.
Alles das haben auch wir vom Herzen zu wuͤnſchen und von Gott zu bitten
unſerm lieben Vater Friedrich Auguſt, aber wie bitten? Mit Ergebung in
den goͤttlichen Willen, inſoweit es Gott zur Ehre, ſeiner Seele, und
unſern Seelen zur Seligkeit dienlich waͤre.

Im alten Geſetz hat Gott dem Iſraelitiſchen Volk, welches noch ſehr roh,
und nach dem Fleiſche geſinnet war —, hat ihm zeitliche Guͤter gelobet
als eine Belohnung des Gott treu erwieſenen Dienſtes. Wenn itzt die ins
Zeitliche verliebte Chriſten die hl. Schriften des alten Teſtaments
leſen, und an ſolchen Verheiſſungen haͤngen bleiben —; ſo leſen ſie ſelbe
zu ihrem Schaden, weil ſie die gnaͤdige Abſicht Gottes dabey verkennen.
Eltern, damit ſie ihre Kinder zum Gehorſam williger machen, pflegen
ihnen auch unbedeutende Erquickungen vorzuzeigen, z. B. Semmel, Aepfel
rc. So gefiel es Gott das rohe Volk durch zeitliche Guͤter anſtaͤndig zu
locken, heranzuziehen zur Haltung der Gebote, welches der Weg iſt zu der
ewigen Seeligkeit, wie Jeſus ſelbſt ausſagte: Willſt du zum Leben
eingehen, halte die Gebote.

Allein derſelbe Jeſus, der gekommen iſt das Nichwolle und Unvollkommene
des alten Geſetzes auszufuͤllen und voͤllig zu vervollkommnen, hat nie den
Seinigen zeitliche Guͤter gelobet; vielmehr hat er ihnen Uebel zum voraus
angeſagt, und ſie oft ermahnet, die Belohnung ihres Gott erwieſenen
Dienſtes nicht zu erwarten in dieſem Leben hie auf Erden, ſondern nach
dem Tod im Himmel. Wenn es <pb n="28"/>naihóṙe ſo póṅdże, tedém, ṙekné
wón, tedém ẇeſelcże ſo,<marginalia>♣Mth.♠ 5, 12. 6, 33.</marginalia> ha
zraduicże ſo; pżetoż te waſche Móto wo Ṅeƀeſach jo wilke. Wón ſam jo nam
ſchitkim pżiprajiw: Pótaicże pṙedé ſchoho te Kraleſtwo boże, ha tu joho
Zprawnoſcz, ha ſcho druhe budże wam pżicżiſṅene, za tém hacż wam wużitne
jo.

Naſchi ſẇacżi Wótſczoẇe, cżi Japożtoẇe ha prėṅſchi Kżeſczieṅo mėjachu
jow na Swėcże jara mawo Dobroté, ha nimo Mėré ẇele Hoṙow. Wo tém Ṁeṅe
ſchitkich<marginalia>1. ♣Cor.♠ 15, 19.</marginalia> prajeſche Jap.
Pawow: Bó-li ta naſcha Nadżija k Bohu na to ſtawa, zo wón nas wo témlei
Żiẇeṅu wozbóżicż budże, bóchmó mó be wſchimi Cżwojekami cżi naihubeṅſchi
bóli. Woni pak bėchu cżi naizbóżniſchi wo tei Nadżiji; dokelż ta jich
wutrobna Nadżija ṅepokhileſche ſo k tém hinitém —, hale ruṅe
hoṙeſtejeſche k tém ṅeƀ. wėcżném Dobrotam.

Bó-li ta Nadżija jenoho kżeſczianſkoho Krala na to ſtawa, te Móto
ſwojeje Bohwſwużownoſcże jow na Zeṁi dóſtacż, bó ſnadṅe zhebané bów.
Ludowik ♣XVI.♠ Vrantzóſki Kral bė jedén jara pėkné bohwſwużowné Cżwojek,
ha tola jo wot ſwojich rebelſkich Podanow hako Zwóſcznik na zjawném
Torożcżu zkónczuwané, kaiż je ſami wėſcże wó, kiż 25 Lėt dozadé nėżto
pómnicże. Nėt pak ſu tola cżi Vrantzozoẇe zas joho Bratra za Krala
hoṙewzali. Te bóizke Wotſudżeṅa ha Dopużcżeṅa ſu dṙe
nam<marginalia>♣Rom. 11, 33. 8, 28. Psal.♠ 144, 17</marginalia>
ṅepżepótainite, tola pak wėcżṅe zprawne, ſẇate; ha tém, kiż Boha lubuẇu,
ſchitko, teiż te Zwo, k jich Zbóżnoſczi ſubuſkutkuẇe. Tón zkónczuwané
Ludowik nėt ṅerodżi wot tu Vrantzóſ ku Krónu, déż, kaiż ſo nadżijecż jo,
hiżo dawno wo Ṅeƀeſach jenu ẇele hordozniſchu dóſtaw jo.

Naſch Friderik Auguſt jo, kaiż je tón czéwé Swėt wė, jara bohwſwużowné;
ha tola jo wot téch Mócznéch na Zemi na ſtaré Dżeṅ jara woſwaƀené; ha
cżi, kiż joho za Zprawnoho zpóznaja ha kwala, ſu jomu Powoiczu Kraja
wotewzali. Hacż wón tohodla tu Nadżiju k Bohu pużcżi? Ach nė ſchak, ta
joho Nadżija na nėżto duſchniſche ſteji, hacż ſwėtna Mócz ha Hordoſcz
jo. Wón jo zpokojom, dokelż Bohu tak ſo lubiwo jo, jow na Zeṁi bócż
jedén wot téch ṁeṅſchich Kralow, deṙe ẇedżiwſchi, zo tam wo tei Wėcż<pb
n="29"/>euch am aͤrgſten gehen wird, ſagte er, da erfreuet euch, und
frohlocket; denn euer Lohn im Himmel iſt groß. Er ſelbſt hat uns allen
eingebunden: Suchet vor allem das Reich Gottes, und ſeine Gerechtigkeit,
und alles andere wird euch zugegeben werden, inſofern es euch nuͤtzlich
iſt.

Unſere heiligen Vaͤter, die Apoſteln und erſten Chriſten hatten hier auſ
der Welt ſehr wenig des Guten, und uͤber die Maßen viel Truͤbſalen. Im
Namen aller ſagte Ap. Paul: Waͤre unſere Hoffnung zu Gott darauf
gerichtet, daß er uns in dieſem Leben begluͤcken werde, wuͤrden wir unter
allen Menſchen die elendeſten ſeyn. Sie waren aber die gluͤckſeligſten in
der Hoffnung; denn ihre Herzens Hoffnung ſenkte ſich nicht zu den
vergaͤnglichen —, ſondern ſtand grade aufwaͤrts zu den himml. ewigen
Guͤtern.

Waͤre die Hoffnung eines chriſtlichen Koͤnigs darauf gerichtet, die
Belobung ſeines Gott geleiſteten Dienſtes hier auf Erden zu erhalten,
moͤchte er wahrſcheinlich betrogen ſeyn. Ludwig ♣XVI.♠ franzoͤſiſcher
Koͤnig war ein ſehr guter gottesfuͤrchtiger Mann, und doch iſt er von
ſeinen rebelliſchen Unterthanen wie ein Verbrecher am oͤffentlichen
Markte gemordet worden, wie ihr es ſelbſt wiſſet, ihr, die ihr 25 Jahre
ruͤckwaͤrts etwas gedenket. Nun aber haben doch die Franzoſen wieder
deſſen Bruder zum Koͤnig angenommen. Die goͤttlichen Rathſchluͤſſe und
Verhaͤngniſſe ſind zwar unerforſchlich, doch aber ein fuͤr allemal
gerecht, heilig; und denen, die Gott lieben, pflegt alles, auch das
Boͤſe, ihre Seeligkeit zu foͤrdern. Der ermordete Ludwig ſteht jetzt nicht
um die franzoͤſiſche Krone, da er, wie zu hoffen iſt, ſchon laͤngſt im
Himmel eine weit herrlichere erhalten hat.

Unſer Friedrich Auguſt iſt, wie es die ganze Welt weiß, ſehr
gottesfuͤrchtig; und doch iſt er von den Maͤchtigen auf Erden auf alte
Tage ſehr geſchwaͤcht; und die, welche ihn als Gerecht anerkennen und
loben, haben ihm das halbe Land abgenommen. Wird er wohl deshalb die
Hoffnung zu Gott fallen laſſen? Ach nicht doch, ſeine Hoffnung ſteht auf
etwas edleres, als weltliche Macht und Herrlichkeit iſt. Er iſt
zufrieden, weil es Gott ſo gefallen hat, hier auf Erden zu ſeyn einer
von den kleinern Koͤnigen, von jeher wohl wiſſend, daß dort in der
Ewig<pb n="30"/>noſczi tón Rjad budże pżewobrocżené, ha teiż cżi
Kraloẇe<marginalia>♣Psal.♠ 61, 13.</marginalia> rjadnoſcżeni — kóiżde po
ſwojich Skutkach.

Za tu nėt woblėdṅenu Zakſénſku Krónu budże wón, dał Bóh, wo Ṅeƀeſach
dóſtacż jenu taiku, kotraż wo<marginalia>♣Psal.♠ 20, 4. 6.</marginalia>
Swėtliwoſczi te Swóuczo pżetṙechi. Ach Bożo, taw, wo tém twojim powném
Zpomożeṅu, wo tei Zbóżnoſczi pola Tebe, tam ṅech jo ta joho Hordoſcz
wilka, tam joho nawobletż z taikej Hordoſcżu da Rjanoſcżu, kaikejeż jo
żane Woko ṅewidżawo, żane Wucho ṅeſwóſchawo, ha nidé żanomu Cżwojekei jo
na Móſli ṅepżiſchwo,<marginalia>♣Isai.♠ 64, 4.</marginalia> żto Bóh
pżihotuwaw jo tém, kiż joho lubuẇu.

Lubuimó Boha, wo Bohu lubuimó ſo ƀeſobu hako Stawé, ha woſobṅe lubuimó
toho naſchoho Krala hako tu naſchu Wowu, ha budżemó, dał Bóh, budżemó z
nim wo Ṅeƀeſach ſobuhordoſcżeni, z nim naſchim lubém Nanom hako te joho
poradne Dżėcżi ſo zraduwacż wėcżṅe, amen.

<pb n="31"/>keit der Rang wird abgeaͤndert, und auch die Koͤnige werden
geordnet werden — jeder nach ſeinen Werken.

Fuͤr die itzt am Glanz geſchwaͤchte Saͤchſiſche Krone wird er, giebs Gott,
im Himmel erhalten eine ſolche, welche am Glanze die Sonne uͤbertrift.
Ach Gott, dort, in deinem vollen Heyle, in der Seeligkeit bei Dir, dort
ſey ſeine Herrlichkeit groß, dort uͤberkleide ihn mit ſolcher
Herrlichkeit und Schoͤnheit, dergleichen nie ein Auge geſehen, nie ein
Ohr gehoͤret, und nie iſts einem Menſchen in Sinn gekommen, was Gott
zubereitet hat denen, die ihn lieben.

Lieben wir Gott, in Gott lieben wir uns unter einander als Glieder, und
vorzuͤglich lieben wir unſern Koͤnig als unſer Haupt, und wir werden,
giebs Gott, werden mit ihm im Himmel zugleich verherrlichet, mit ihm
unſern lieben Vater als ſeine gerathene Kinder frohlocken auf ewig,
amen.

Da ſeine biſch. Gnaden in einem Circulare an alle Amtsgeiſtliche
befohlen hatten dieſes Jubelfeſt auf das allerfeierlichſte zu halten; ſo
haben ſich auch alle beeifert das ihrige zu thun. Und das ſerbiſche Volk
war um ſo williger auch das ſeinige beizutragen, je hoͤhere Idee es von
der Religioͤſitaͤt des Koͤnigs hat; indem jene Serben, welche um Dresden
gedient, und den Koͤnig bei’m oͤffentlichen Gottesdienſt wohl auch
vorwitzig beobachtet, von deſſen, jedem in die Augen fallenden,
muſterhaften Froͤmmigkeit viel zu ſprechen pflegen. Faſt uͤberall ſtellten
ſich freiwillige Schuͤtzen dar, die mit Bewilligung der Geiſtlichen
zunaͤchſt der Kirche mehrmal abfeuerten, und klug genug waren es ſo
anzuſtellen, daß Knall und Schall die ganze Kirche erfuͤllte,
erſchuͤtterte; wodurch die drinnen Betenden und Singenden auf einen Grad
des religioͤſen Enthuſiasmus gehoben wurden, um ſo mehr, da ſo was bei’m
laͤndlichen Gottesdienſt ſonſt nie geſchieht. Alles war munter und froh;
die Liebe zu dem Landesvater war im jeden Geſichte zu leſen; alle waren
geruͤhret; das Beten fuͤr den Koͤnig gieng — vom Herzen.

Alles dieſes, und beſonders die zwo Predigten ſind zwar tief unter einem
ſolchen Werthe, der den Abdruck erheiſchte; jedoch, da bei ſolchen
Anlaͤſſen nicht ſo ſehr die Sache an und fuͤr ſich ſelbſt, als vielmehr
die geaͤußerte Liebe zu dem Landesvater zu beachten, und dieſe in den
Schwachen eben ſo groß ſeyn mag, wie in den Starken, obſchon ſie
freilich jeder nur nach dem Maße ſeiner Kraͤfte aͤußert; iſt es doch nicht
unſchicklich dieſe Blaͤtter den Serben als ein Andenken in die Haͤnde zu
liefern, wodurch ſie auch noch die folgenden Jahre an die dieſes Jahr
gehaltene Feierlichkeit erinnert, und ſo die Liebe zu dem geliebten Fuͤ#
ſtenhauſe noch mehr angefachet werde. Dadurch iſt ja de# nen nichts
benommen, die ſo was weit wuͤrdiger gethan# oder noch thun wollen.
