Kniżki

k prenom Lazuwanu

w ſerſkim, ne̓mſkim ha wacżonſkim Piſṁe.

Z Dowolnoſcżu duchowneje Wóſoknoſcże.

W Buduſchṅe 1847.

Cżiżcżane vola C. G. Hiecki.

Vorwort.

Den geehrten Lehrern und den ihrer Pflege und Erziehung anvertrauten
Kindern übergebe ich hiermit ein wendiſch-deutſches Leſebuch zum
Gebrauch für unſere wendiſchen Volksſchulen.

Es dürfte wol außer allem Zweifel ſein, daß in einer wendiſchen Schule
der erſte Unterricht im Sprechen und Leſen wendiſch betrieben werden
müſſe. Sobald aber die Kinder die wendiſchen Laute kennen gelernt und
eine genügende Fertigkeit im Leſen wendiſcher Sylben erlangt haben,
alſo, unſere ländlichen Verhältniſſe mitberu̇ckſichtigt, nach etwa
einjährigem Schulbeſuch: dann wird es nothwendig ſein, daß der Lehrer
ſofort zu dem Deutſchen übergehe und von nun ab den Leſeunterricht in
beiden Sprachen ertheile. Denn auch die Kenntniß der deutſchen Sprache
iſt dem Wenden in ſeinen künftigen Lebensverhältniſſen eben ſo
nothwendig als nützlich; er bedarf ihrer im öffentlichen Verkehr, vor
Gericht und überall da, wo er mit Deutſchen in Berührung kommt. Die
Schule iſt der Ort, wo die wendiſche Mutterſprache ausgebildet und die
deutſche Sprache erlernt werden muß. Wenn die Schule dieſen ihren Beruf
erfüllt, dann wird es nicht mehr vrkommen, daß wendiſche Gltern thre
unerfahrene. Kinder, um ihnen zu einer dürftigen Kenntniß der deutſchen
Sprache zu verhelfen, dem häuslichen Geſichtskreiſe entrücken und in
weitentlegene deutſche Gegenden als Dienſtboten vermiethen — ein
Uebelſtand, der für die Sittlichkeit und das Glück der Kinder nicht
ſelten von den bedauerlichſten Folgen iſt.

Daß in den Lautirtafeln die großen Buchſtaben ſogleich mit den kleinen
verbunden worden ſind, geſchah auf den ausdrücklichen Wunſch mehrerer
wendiſchen Lehrer,

Möge dieſes Büchlein, unter dem Gnadenbeiſtande Gottes, unſerer
wendiſchen Volksſchule reichlichen Segen bringeu! Möge es den Kindern
Luſt zum Lernen machen, den Lehreru aber ein Mittel ſein, die
Schwierigkeiten des Lehrgeſchäfts zu erleichtern! Dies iſt der herzliche
Wunſch des Verfaſſers.

Am heil. Weihnachtsfeſte 1846.

<pb n="1"/>

Serſke Piſmo.

1. Piſmiki.

♣a.♠ Samozénki.

i u e

I U E

o a.

O A.

ė é ó

ei (e-i) ėi éi

oi ói ui

ai.

i e o u e é i ė o

ó u oi a ai ói ei ui éi ėi.

<pb n="2"/>

♣b.♠ Mawe ha wulke Sobuzénki.

j n ṅ m ṁ r ṙ

J N Ṅ M Ṁ R Ṙ

v w ẇ d t l ł

V W Ẇ D T L Ł

h ch k kh b ƀ p

H K Kh B Ḃ P

ṗ z ſ—s ſch ż cz

P Z S Sch Ż Cz

tz dż cż tż.

Tz Dż Cż Tż.

f g.

F G.

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2. Zẇazaṅo Samozénkow ze Sobuzénkami.

j J. ji, je, jo, ja, ju, jė, jó, jei, Je-ja.

n N. ni, ne, no, nu, na, nė, né, nej, noj, nuj, naj. in, un, en, on, ón,
ėn, ėn, ni, an, na, Na-no, Nói.

ṅ Ṅ. ṅu, ṅe, ṅi, ṅo, ṅa, aṅ, uṅ, óṅ, ṅe̓, ṅej, ṅe-jo, Ṅė.

m M. me, mi, mo, mó, mu, em, maj, e̓m, mé, am, muj, mój, ni-mo, ne̓-mé,
jo-mu, namaj, me̓j, Ma-ma.

ṁ Ṁ. mi, ṁe, ṁo, ṁa, ṁu, ṁó, na-mi, ṁe-nuj, mo-je, Ṁe-no.

r R. re̓, ri, ró, ór, ar, raj, ré, réj, re̓i, ra-no, ro-ni, mo-ri, ja-ra,
ru-né, ru-muj, Ra-na, Ra-ṁo, Rój.

<pb n="4"/>

ṙ Ṙ. ṙo, ṙu, ri, ṙe, eṙ, aṙ, ṙa-né, ṙe-ṅe, Mo-ṙo, Mu-ṙa, Re-ja, Ṙa.

v V. va, vo, vu, vi, ve, vė, vé, vȯ, vai, vui, ev, av, Va-ra.

w W. we, wi, we̓, wa, wo, wu, wó, wé, #ój, wa-mai, wo-na, wo-wa, no-wé,
Wi-no, We̓-ra, Wui, #ój, Wój-na.

ẇ Ẇ. ẇe, ẇo, ẇa, ṁe-nu-#e, na #o-ẇe, Ro-ẇe, Ẇe, Ẇa.

d D. du, ed, ód, do, dó, dé, e̓d, duj, daj, dej, id, de-ṙe, do-moj,
nė-dé, ni-dé, daj mi Wodu, Wu-do-wa, Ro-ma-da, Ra-da, Ra-da, Da-ré,
Du-ṙe.

t T. ta, to, te, té, téj, tu, taj, ot, et, at, ét, Ro-ta, Mó-to, tu-to
daj Na-nej, wi-taj, Tu-na.

<pb n="5"/>

l L. la, el, le, lė, li, il, laj, lej, él, lo-ni, la-daj, lu-té, Li-na,
Le̓-to.

# de-łe, ẇe-łe, Łe-nu.

h H. ha, he, he̓, hi, hu, huj, haj, ho-#e, Ha-ra, Ho-ṙo, Ho-ré, Ho-dé,
Ha-ńe-ṅo.

ch. chi, ich, éch, e̓ch, cha, ach, och, Du-chi, Re̓-chi, Mė-chi,
Nu-cha-ṅo.

k K. ki, ka, ek, ke, ok, ak, uk, ku, e̓k, kói, kai-ki, wo-ko-#o, Ku-łe,
Ko-łe-na, #ói-na, na Ko-ṅu, Ko-lo-wé.

kh Kh. kho, khu, kha, khe̓, kho-ré, khu-dé, kho-waj Kha-nu, Kho-doj-ta.

b B. ub, bo, bó, be̓, bé, boj, ójb, ab, ob, wo-boj, bó-le, be̓-#a Ho-ra,
bo-ha-te, daj to Bu-rei, na Bo-ku.

<pb n="6"/>

ƀ Ḃ. ƀe, ƀo, ƀu, ƀi, ƀe-ru, hu-ƀe-né, Ra-ƀe, na Ṅe-ƀu, Ḃe.

p P. op, ip, ap, ép, pu, pa, pé, pȯ, pe̓, pój, po Bo-ku, po-la, pi-ju,
Pi-wo, Pa-ra, Pa-to-ki, Po-koj, Pa-da-ṅo.

ṗ Ṗ. ṗa, ṗe, ṗu, ṗa-té, ṗa-né, ṗe-roj-te, Ṗe-ro.

z Z. zo, za, ze, zé, zó, zu, ez, az, óz, za-dé ẇa-zaj, Za-ro-da, Ze-ṁa,
Zu-bé, Ze-lo.

ſ—s S. ſu, ſo, ſé, ſej, ſéj, es, as, us, ſa-do-wa Za-ro-da, Je̓-zu-ſo-wa
We̓-ra, ſé-tė, Sa-du, Sa-zé.

ſch Sch. ſchu, ſcha, ſcho, ſche̓, ſchi, ſche, ſchó, oſch, iſch, eſch,
aſch, ſche̓-ro-ki, ſchi-ju, Scha-té, Schi-ja, Schu-ṁe-ṅo.

ż Ż. żi, że, żo, ża, żu, óż, iż, éż, aż, żi-wé, żo-nuj, Żo-na, Ża-ba,
Żi-da.

<pb n="7"/>

cz Cz. czu, czo, cza, cże, czé, czó, czuj, czej, czéj, czaj, ecz, e̓cz,
ócz, ucz, écz, czé-łe, Ru-czé, po czé-wej Ze-mi,

tz Tz. tzi, tzu, tza, tzo, tze, tzo, tzé, itz, etz, e̓tz, étz, ótz, utz,
tżi-na-té, tzi-czé-té, Tzé-cha, Tzé-łe-ṅo.

dż Dż. dże, dżo, dżu, dżó, dżi, dże̓, dża, dżuj, dżej, edż, e̓dż, idż,
udż, odż, ódż, adż, ja ſo dża-ku-#u, Ro-dże, po mo-jej Ra-dże, Dże̓-ra,
Dże̓-łe-ṅo.

cż Cż. cżi, cże, cża, cżo, cżu, cże̓, cżó, ócż, acż, icż, ecż, e̓cż, ucż,
écż, cżi-cho, Dże̓-cżo, Cże-lo, Cże̓-wo.

tż Tż. tżu, tżo, tża, tże, tżi, tże̓, tżaj, tżuj, tżej, otż, ótż, étż,
etż, atż, itż, utż, tżo-ra, tża-kaj, tże-ji ſé, na Tżo-#e, po Tża-ſu.

<pb n="8"/>

Piſmikaj, kiż ſtaj z Nėmſk#ho wzatej.

f (==v) F (==V). fi (vi), fa (va), Fa-la (Va-la).

g G. ge, gaj, ga, ṙe-ge̓-ruj, Fi-ga, Gaj.

Woſebnite Wuprajeṅo nėkotréch Piſmikow.

ij na Kónczu każ i.

ij==i.

*

w na Kónczu każ krótke u.

w == u.

iw == i-u.

ew == e-u.

e̓w == e̓-u.

éw == é-u.

ow == o-u.

ów == ó-u.

uw == u-u.

aw == a-u.

<pb n="9"/>

h woſṙedża # jo ƀez Zénka.

Bóh==Bó

Wuh==Wu.

*

j. bij, pij, ſchij, Kij, Wo - lij, Ju - rij.

w. bi#, pi#, jow, mó#, me̓#, té#, ſé#, raw, ru#, wu#, du#, da#, bó#, po#,
czé#, Nėw, Ròw, Wo#, Dȯ#, Schow, Dżiw, Dżów-ka, Law, Ka#, Ża#-ba,
Cza#-ta.

h. Bóh, Roh, Wuh, Be̓h.

3. Jedén Sobuzénk na Prėdku ha jedén Sobuzénk na Kónczu, Samozénk
woſṙedż ṅeju.

ji- jim, jich, jecż, jacz, je̓s, Jan, Jěd, Je̓dż.

na- nam, nas, naſch, nacż, nutz, nicz, Nan, Nós, Nócz, ṅech, ṅes, nim,
ṅón, ṅom’.

mó- mócz, mócż, me̓cż, mam, maſch, me̓ṅ, Mór, Móſch, Muż, Món, Macż, Mócz,
Me̓r, Ṅe-me̓r, Ṁetż.

<pb n="10"/>

ra- rad, récż, re̓cż, rétż, Rak, Raz, Re̓ch, Ród, Rub, Rétż, ṙecz, ṙek,
Ṙad, Ṙe-ṁeṅ.

#a- #acż, Jo-ze#, #ar, #a-rar.

wó- wón, wam, was, waſch, we̓r, wutż, wicż, we̓cż, wucż, We̓cz, Wows, ẇedż,
Ẇes, Ẇaz.

da- dacż, ducż, déż, Dar, Dom, Duch, Daṅ, Dawk, Déch, Dóṅ-cza.

ta- tam, tak, téż, técż, tón, téch, tém, Tuk, #.

la- lacz, Lik, Lud, Lód, łecz, łecż, Łen.

hi- hicż, hacż, Hat, Had, Hójb.

ka- kak, każ, kiż, kim, kacż, Kur, Kus, Kóṅ, Kicż, Khod.

bó- bocż, bodż, boch, be̓ch, bicż, bacż, Bur, Bok, Bóz, Buk, ƀez, Wo-ƀed.

po- pod, pak, pas, picż, Pad, Pos, Pucż, ṗecż, ṗecz, Pe̓cz, Ṗe-ṅez.

za- zas, zacż, zucż, Zub, Zak, Zawk.

ſé- ſém, ſécż, ſam, Sad, Sel, Sud, Són, Sén, Sak.

ſchi- ſchicż, ſche̓m, ſche̓ch, ſchak, Schik, Schip, Schewcz.

że- żel, żecż, żicż, Żid, Żo#dż.

<pb n="11"/>

czé- czécż, czéch, Czéich, Czér-kei, #-łeṙ.

dże- dżeż, dżėn, dżecż, Dże̓d, Dżeṅ, Dżak.

cże̓- cże̓r, cżeṅ, cżek, cżecż, Cże̓ṙ.

tżi- tżiṅ, tżim, tżucż, tżor-né, Tżas, Tżech, Tżop, Tżo#m.

#iz-dacż, Faif-ka, Fi-gowcz, #.

Ṅech wȯn nutz dżo. — Schu-leṙ dér-bi po-ſuſchné bócż ha de-ṙe
kedż-bo-wacż. — Scho na Ze-mi zaṅ-dże. — Nan ha Macż ma-tai ṁe ja-ra
lu-bo. — Ṅe-ƀe-ſach jo wul-ke Ẇe-ſe-lo. — Té dérbiſch do je-no-ho Bo-ha
wė-ricż. — Pȯi jow! — Dże jo Schewcz? — Dżė-cżi dér-ƀa pil-ne ha
poſuſch-ne bȯcż. — Bo-ha ṅe-mó-że-mó wi-dżecż, wón jo lu-té Duch. — Cżi,
kiż do Jė-zu-ſa wė ṙa, rė-ka-ju Wė-ri-wi. — Wȯn jo do-moj ſcho#: — Dże
ſé bó#? — Ja ſém te-be ſchu-dżom pó-taw, ha ṅej-ſém cże na-ma-kacż mów.
—

No-czé Mė-ſacz ha #ėz-dé na Ṅe-ƀu wi-dżimó. — Ja mam No-zé ha Ru-czé. —
Mo-je Ṁe-no jo Mi-cha#. — Na-ſcha Wė-ra jo wot Bo-ha. — Daj mi Wo-dé! —
Żo nuj Bóh waſch Wo-ƀed! — Ẇe-tżor dér-biſch do-ma bócż. — Bóh jo mi
Ro-zȯm h# Rétż da# — Jė-zus jo ſo w# Rȯ-dżi na-ro-dżi#. — Té maſch ṙa-ne
Rubiſch-ko. — Żi-to jo bo-żi Dar. — Je-dén Had jo Jė-vu w# Pa-ra-di-zu
za-ẇed# — Wȯn <pb n="12"/>jo Tu-nu Pi-wa ku-pi#. — Ta Ho-ra jo wulka. —
Dże jo mój Ka-ran? — Tón Ka-ran jo pow-né Wo-li-ja. — Łen ha Ka# jo na
na-ſchim Po-lu. — Dżi na Bok! — Bė-da Pa-du-chej, wȯn do Ṅe-ƀes nut#
ṅe-póṅ-dże! — Ṗe-kar ṗe-tże Czaw-té. — Na-ſchej Za#ro-dże jo ẇe-le
Sa-du; wo-na jo pak téż ja-ra wul-ka. — Na-ſche Cżė-wo zaṅ-dże. — Schė
ze-ṁa-cze Wė-czé zaṅ-du. — Ża#-ba za-ho-ji Ra-né. — T#-łeṙ t#-li. — Wón
cze Czé-he łe ku-picż. — Dżi ha tżiṅ te wuka-za-ne Dżė-#o! — Mo-ja
Cże-ta jo mi Ja-bu-ka da-#a. — Dżi-mó, nėt jo Tżas do Schu-łe! —

4. Dwai Sobuzénkai na Kónczu.

an- ant, unt, eṅk, ink, oṅk, ancz, uncz, oncz, encz, óncż, incż, eṅdż,
aṅcż, uṅcż.

im- imt, amt, amż, omdż, e̓mcz.

ar- art, órt, ert, erb, orb, arp, e̓rk, ork, urk, orcz, e̓rcz, e̓rw, erṅ,
orn, erch, orch, érk, ark, erdż, ovt.

ed- edk, adk, ódk.

it- itk, ótk, étk, etk, utk, atk, otcz.

el- elk, elcz, olcz, alcz, alk, olk, alm, alt, elż.

ach- acht, óchcż, echcż, akcż.

ab- abk, ebk.

op- opk, e̓pcz, upcz, apcz.

<pb n="13"/>

oz- ozdż, oſcz, e̓ſcz, aſcz, eſk, óſk, aſk, iſt, aſt, iſcż, eſl.

uſch- uſchk, éſchk, iſchcż, eſchcż, aſchcż, oſcht, uſcht.

óż- óżt, óżk, ażk.

edż- edżk, ocżk, écżk, e̓cżk, ucżk.

otż- otżk, atżk, étżk.

Jank, Nank, Haink, Ne̓mcz, Bamż, Peṅk, Zank, Nórt, Ṁeṅk, Hamt, Móṅk,
Lovt, Wóchcż, Po-hontż, dżencz, Kóncz, Liſt, Kórcz, Korb, Schórcz,
Cżerṅ, Tże̓pcz, Tżerw, Dorn, Hercz, Ṗeſl, Kóſcz, Hóſcz, Tżiſcż, doſcz,
Hózdż, Kalk, do-kelż, Lóżt, Pe̓ſk, Rożk, Różk, Ratżk, Pitżk, To-warſch,
Me̓ſchk, Nóſk, Wo-zétżk, Ṙe-ṁeſchk, Ka-ṁeſchk.

Bamż jo tón nai-wó-ſchi Biſ-kop. — Cżerṅ ka-wa. — Tȯn Tżėpcz jo
wu-ſchi-wa-né. — Deſchcż dżo. — Dżė-wa-wé ma Wu-żitk ha Dobótk. — Dże jo
naſch Po-hontż? — Dżencz jo Her-mank. — Wón jo Hercz. — Tam jo tón
Hólcz. — Tżeſcz bódż Bo-hu! — Ze-łe-né Kerk. — Té bu-dżeſch dżencz mói
Hóſcz. — Ṅe-komdż ſo! — Ja ſém tżo-ra Kórcz Żi-ta ku-piw. — Tón Lovt jo
zém-né. — Lu-boſcz ha Ẇe-ſo-woſcz. — <pb n="14"/>Na Ru-czé jo Palcz. —
Nėmcz ha Serb. — Pałencz mo-ri Mo-czé Cżė-wa ha Du-ſche. — Ratżk ha
Pitżk Bo-hu ſo ṅe-lu-bi-tai. — Ẇelk jo ſélné. — Té-kancz jo ṁech-ki. —

5. Dwai Sobuzénkai na Prėdku.

mṅi, Mló-ko, mṙecż, Mſcha, Mróz, Vżė, wrócż-ne, wzacż, żrecż, Dno, dla,
dro-hi, Dṙe-wo, Dwór, dwai, tkacż, tracż, twa-ricż, Hwawt, Kṅez, Kmót,
Kwas, Kral, Kle̓b, Kżiż, k Bo-hu ſo mo-dlicż, kcżicż, k ſe-bi bracż,
Bwud, Brat, Blak, znicż, Zmij, Zwa-da, zru-dné, Zda, Zkót, zjawṅe,
Zbo-żo, zpe̓-wacż, Zcze-ṅo, z tém z to-bu, ſtacż, ſto, Stów, ſpacż,
ſłepé, ſṙedż, ſẇa-té, ſnacż, ſme̓l-né, Swuż-ba, pnécż, Pwód. Ptak, Prut,
ple̓cż, pżed, pżez, Żtóm, Żtun-da, żto, żté-ri, ſchmo-tacż, Schnó-ra,
Schré-bar, Żṅe, Żwób, Cżwo-jek, Tżrij, Tżro-da, vrei, vróm-ne, Grat,
Gmei-na, Gro-va.

Pói ke mṅi! — Dże jo Bleſch-ka? — Tón bro-da-té Muż. — Ẇe-łe Dṙe-wa
tṙe-bam. — Cżi Pro-ve-té to-ho ſta-ro-ho Za-ko-ṅa. — Daicże mi k Jė-dżi!
— Bódż kwa-łe-né Jė-zus Kréſtus —! Klėb ha Bu-tra ſto-ji na Bli-dże.
—<pb n="15"/>Ja ſém z mo-jim Ztan-tom zpo-ko-jom. — Ṅejo tam Zcżeż-ka? —
Swȯn-czo ſo zkho-wa. — Mrȯ-tże-łe ſo pżi-bli-że-ja. — Dai Bȯh Zbo-żo! —
Su mo-je Żkȯr-ṅe tżi-ſte? — Prai two-jimai Star-ſchi-mai ẇe-le Do-bro-ho
wo-te mṅe! —

Bróżk, Brutżk, Tżropk, k#aſcz, Kłeſk, #ódk, K#óſk, Kruſchk, płeſcz, #,
pżaſcz, Zpink# Pſétżk, Praſk, P#dk, Proſchk, #cże̓pk, #, Z#ſcż, Sṁercż,
Stawtżk, Swe̓dk, Tkalcż, Żṅ#z,

6. Tżi Sobuzénki na Kónczu.

Kȯntżk, Horſchcż, Dwórtżk, Kum#t, Ṗerſk, Ṗerſchcż, Po-horſchk, #t,
Rubtżk, Serſchcż, Waltżk, Wėntżk, Borſchcż, Lipſk, Belſk, Porſt,
Stóltżk, Zwóntżk.

7. T#i Sobuzénki # Prėdku.

#a-dnoſcź, zbracż, w Tżri-jach, z Kṅe-zom, #kmano-ſcżicż, z krót-kim, w
Mló-czé Ja#, #pnécż, #praw-noſcz, #pre̓d-ka, #plah#, zprócz-ni-wé, #kra,
#kłencza, #kra-bacż, Skróṅ, #twa-ricż, #two-ricż, Stwa, Strach,
Stro-woſcz, Schmrók, #trétżk, #twórtk, K#e-ſcż#-an-ſtwo,

<pb n="16"/>

Cżwo-jek jo te nai-wo-ſo-bni-ſche #two-ṙeṅo bo-że na Ze-mi. Cżwo-jek
wob-ſte-ji z Cżė-wa ha Du-ſche.

Cżė-#o wob-ſte-ji z t#ȯch #ow-néch #ė-low: z #o-wé, z cżė#-no-ho
Zdȯn-ka, ze Sta-wow.

#o-wé ſu: Wo-bl#-tżo, Wo-tżi, Nós, Hort, Li-cza, Pod-hu-ba (Bro-da),
Tżo-#o, Skrȯ-ṅe, Wu-ſchi, za-dna Wo-wa, Ẇerch #o-wé, #o-ſé.

Tė-łe # cżė#-no-ho Zdȯn-ka ſu: Wu-trobṅo, Bruch, Kri-ƀet, Ra-ṁe-ṅa. Z
#o-wu jo Zdȯnk ze Schi-ju zẇa-za-né. Za-dné #ėl Schi-je rė-ka Té-#o.

Sta-wé Cżė-#a ſo roz-dżė-le-ja do hor-néch ha del-néch. Hor-ne Sta-wé ſu
Pod#ochcż, Na-#ochcż ha Ru-ka. Na Ru-czé ſu Porſté. Del-ne Sta-wé ſu
No-zé, #iż-dżel ha Scżehno.

Te Tė-łe Cżė-#a wob-ſte-ja zas z ẇe-łe mȯ-litż-kich #ėl-kow. Tak Wȯtż-ko
wob-ſte-ji z wotż-noh’ Ja-dreſch-ka, z Mi-kaw-kow, z Tżoli-znow. Te
Wȯtż-ko jo ko-#o wo-ko z tẇerdé-mi Ko-ſcże-mi wob-da-te, zo lȯ#h-ko
ṅe-bo Żko-du cżer-ṗe-wo. Te Tėl-ki Hor-ta ſu: Hu-bé, Cże-li-zné, Zu-bé,
Dża-ſna, Ja-zék. Ta Ru-ka wob-ſte-ji z D#ȯ-ṅe, z Kṅé-ſkow, z Porſtow z#
té-mi Stawtż-ka-mi, Zhi-ba-dwa-mi, ha Nȯch-cże-mi.

Nė-ko-tre Tė-łe Cżė-wa ma-m# je-no# j#nu, ha-ko: Nȯs, Hort, Tżo-#o.
Nė-ko-tre #ė-łe pak ma-mȯ dwoi-czé ha-bȯ po Po-rach, ha-ko: Wo-tżi,
Wu-ſchi, Ru-czé ha No-zé. Ko-tre Tėłe maſch na Cżė-łe pȯ ṗe-cżich?
Por-ſté ſu: <pb n="17"/>Palcz, Po-ka-zu-war, Srėṅk, Ṗer-ſchcże-nik,
Ma-wuſchk.

Wo-wa jo kul-wa ta. Nȯs jo kȯn-tżoi-té. Wo-ſé ſu cżen-ke ha dow-he.
Nė-ko-tzi ma-ju tżor-ne Wo-ſé, nė-ko-tzi bru-noi-te, nė-ko-tzi
nażow-tne. Na ſta-réch Cżwo-je-kach ſu te Wo-ſé ſchė-re.

Z témi Tėlami naſchoho Cżėwa mȯżemȯ ſchelake tżinicż. Z Wotżomai mȯżemȯ
widżecż; téż mȯżemȯ te Wotżi wotewricż habȯ zanknécż. Z Wuſchomai
ſwȯſchimȯ. Z Hortom ſwodżimȯ; téż mȯżemȯ z Hortom rétżecż, zpėwacż, ſo
ſṁecż. Z Noſom nuchamȯ; po czéwém Cżėłe tżujemȯ. Ja je tżuju, déż ṁe
Jedén kawa, żcżipa, waſkota, drapa, mawka. Ja tżuju, hacż nėżto jo mȯkre
habȯ ſuche, zémne habȯ tżopwe. Téż mȯżu khodżicż, ſkakacż, bėżecż,
ſtacż, ſeidżecż, ſpacż, dżėwacż, piſacż.

Strowé Cżwojek mȯże widżecż, ſ#ſchecż, nuchacż, ſ#odżecż, tżucż. Mėſto
toho mȯżemȯ też prajicż: Strowé Cż#ojek ma Widżeṅo, S#ȯſch#, Nuchaṅo,
Sodżeṅo, Tżucżo. To ſu te ṗecż Zmȯſa. Ja możu widżecż Nana ha Macż,
Bratrow ha Sotré, Zwėṙata, Kheże ha ſchė widżowne Wėczé. Też Żtomé z
zełenémi Woṗeſchkami ha ṙauémi Podami mȯżu widżecż.

Ha déż ja ſcho lo widżu ha wobladu#u, da ſo moja Wutroba jara jara
zẇeſeli. Pżi tém ſo też na toho dopo#ṅu, kiż jo ſcho to tak ṙeṅe ha k
naſchej Ẇeſo#oſcżi tżini#. To jo Bȯh lubé Kṅez, naſch ṅeƀeſki Wȯtcz. Wȯn
jo nam tak dobré, ja czu jomu téż dobré bȯcż ha joho Kazṅe dżerżecż.

Nėkotzi Cż#ojekoẇe ṅemȯża widżecż. Woni ſu ſwoje Widżeṅo zhubili, #abȯ
ƀez Widżeṅa na <pb n="18"/>Swėt pżiſchli. Woni rėkaju Slepi ha ſu
ża#oſṅe jara ṅezbȯżni. Słepi ṅemȯża ſami khodżicż, #ale dérbja ſo ẇeſcz
dacż, każ ma#e Dżėcżi. Też ṅemȯża ṙane Ztwoṙeṅa boże, te Pola, #uki,
Żtomé ha Kwėtki widżecż. W Kniżkach ṅemȯża, też ṅemȯża ẇele dżė#acż.
Pżed jich Wotżomaj jo ſtajna #żma, ha to jo jara zrudne.

Ze Słepémi #czu Sobużelnoſcz mėcż ha jim rady pomhacż. Za mojej ſtrowej
Wotżi pak czu ſo Bohu dżak#wacż ha jej k t#m tṙebacż, zo ẇele Dobr#hȯ ha
Wużitn#ho nawuknu. T# Wotżomaj to #kodżi, déż nahłe z #żėmn#ho do Swėt#a
ladaſch, déż pżi L#u Knihe jara blizko pżed Wotżomaj dżerżiſch, #déż pżi
#żmitżczé.

Z Wuſchomaj mȯżu ẇele pȯtnécż, żtoż z Wotżomaj widżecż ṅemȯżu. Ja wėm,
zo Ptatżk na Żtoṁe ſeidżi, déż jdho viſchcżecż, #cżebotacż habȯ z
Kżidwomaj ṗerchotacż ſ#ſchu. Też w Noczé wėm, zo Nan pola ṁe jo, #déż ke
mṅi rétżi. ſwȯſchu Zénk Zwonow, Klepot Mona, Zpėwé kowrontżkow,
Soworikow ha Zébow.

Tȯn, kiż ſ#ſchecż ṅemȯże, rėka#uchi. Tėż #uchi jo jara ṅezbȯż#né. Wȯn
ṅeſ#ſchi żane# S#owtżko Cż#ojekow, kiż z nim rétża; wȯn ṅeſ#ſchi żan#
Swow#ko Wutżeṙa, kiż joho rozwutż# Drudé tėż ṅemȯże #uchi rétżecż,
dokelż nidé ṅejo rétżecż ſ#ſcha# Tajki #uchi rėka nėmo #uchi.

Déż mejej Wotżi zanknu ha # mi nėżto do Hnbé tékṅe, d#a ja namėſcz# wėm,
#to to jo, bȯrṅe mi wȯn nitżo ṅeprajiw. Ja # ſ#odżu. K S#odżeṅu tṙebam
Jazék ha Dżaſna. Pżez S#odżeṅo rozpȯznaju ſ#ȯdke, hȯrke ha kiſa#e Wėczé.

Pżez Nȯs p#tnu ſchelake Wėczé, bȯrṅe je ṅewidżaw, ṅeſ#ſcha#, ṅeſ#odża#.
Ja je nucham. Pżcz <pb n="19"/>Nuchaṅo ro#pȯznawam Naliku wot Rȯże. #toż
ſo mi pżez Nuchaṅo #podoba, to deṙe woṅa; #toż ſo mi pżez Nuchaṅo
ṅe#podoba, to ſṁerdżi. Nėkotre Wėczé ſélnu Wȯṅ wot ſo dawaju, hako:
Rȯſmaṙa, Séno, Noi.

Tżucżo jo po czé#ém Cżėłe rozſchėrokoſcżene. Ja tżuju z czé#ém Cżė#om,
najwȯtriſcho pak z Porſtami.

Schwarnoſcz ha Tżiſtoſcż jo cż#ojetżom Cżė#u jara #omożna. Woſeƀe dérbja
te Stawé Cżė#a pżeczé tżiſte b#cż, pżikréte ṅejſu, Woblitżo, #owa,
Ruczé. Ṅeſchwarnoho Cż#ojeka Nichṅecha tȯ woko# ſo mėcż, wȯn jo ſchudżom
za#pj#.

Też Hibaṅo jo Cżė#u #pomożne. najlėpſche Hibaṅo jo rutżne Dżė#o, #
naſchim Moczam pżimėṙene. Dżėcżi dérbja téż dżė#acż. Dżė#awomu ſ#odżi
żpatna Jėdż deṙe, ƀez tém zo Lėnomu k#oſchcże Kuſki ṅeſ#odża. Dżė#awé
ſpi na S#ōṁe lėṗe, ha#ż lėni Le#żak na żidżanéch Zawtżkach.

Déż żiw#ho Cżwojeka ha mor#woho wob#ladu#eſch, da na nimaj ẇełe
namakaſch, #toż bez ſobu jenaike mataj. Wob# mataj Wotżi, Wuſchi, Hubu,
Nozé. Żiwe Cżwojek mȯże z Wotżomaj widżecż, mor#wé pak nicz; żiwé
Cżwojek móże z Wuſchomaj ſ#ſchecż, mor#wé pak nicz; żiwé Cżwojek mȯże z
Hubu rétżecż, mor#wé pak nicz; żiwé Cżwojek mȯże z Nohomaj khodżicż,
mor#wé pak nicz.

W# żiwém Cżwojeku dérbi tohodla nėżto b#cż, #toż jomu Mȯcz dawa, #ſcho
to tżinicż. To jo tȯn Duch, ta Duſcha. Żiwé Cżwojek ma Duſchu, mordwé
Cżwojek nima jaczé Duſchu.

Duſchu ṅemȯżemó z Wotżomaj widżecż. Tola pak wėmȯ, zo Duſchu wo ſebi
mamȯ. <pb n="20"/>Duſcha tżini, zo widżimȯ, #ſchimȯ, nuchamó, #odżimȯ ha
tżujemȯ. Duſcha tėż m#ſli, to rėka: wona Prėdk#ſtajeṅa wot Wėczow ƀez
ſobu zẇeże. Duſcha téż ſudżi, to rėka: wona wupraji, kaika jena Wėcz jo.
Dokelż naſcha Duſcha m#ſlicż #a ſudżicż mȯże, prajimó mó: naſcha Duſcha
jo rozomna, wona ma Rozom. Tohoruṅa ma Duſcha ſwobodnu Wolu: wona mȯże
to habo tamo, te Dobre habo te Z#o ſei wuzwolicż. Swėdoṁo ha Poṁatk ſu
też Moczé Duſche.

Duſchu Cżwojeka jo Bȯh tȯn Kṅez #twori#. Potmhacż wȯn # Cżėwo prėnoho
Cżwojeka z Liné ze#tawtuwa# bėſche, #duné do Cżė#a j# żiwu #a ṅeſṁertnu
Duſchu po ſwojim Znaṁeṅu. Wot Boha p#indże naſcha Duſcha, ha Bohu dérbi
ſo też porunoſcżecż, to rėka: naſcha Duſcha dérbi ſẇata ha dobra b#cż,
każ Bȯh ſam ſẇaté ha dobré jo. To żada Bóh wot nas, to jo joho Wola.
Tutohodla jo nas Bȯh tȯn Kṅez #twori#, ha tutohodla jo nam też ſwoj#ho
lub#ho Sé#na Jėzuſa Kréſtuſa pȯſ#. Joli zo budżem# boże ha Jėzuſowe
Kazṅe dżerżecż, da budżemȯ do Neƀes, do wėcžneje Zbȯżnoſcże p#incż.

Zwėṙata ſu téż żiwe, wone ſo hibaja ha mȯża widżecż, ſ#ſchecż, nuchacż,
ſ#odżecż ha tżucż. Tola pak m#ſlicż ha ſudżicż, każ Cżwojekoẇe, to
Zwėṙata ṅemȯża. Tajku Duſchu, kiż jo po bożim Znaṁeṅu ztwoṙena,
ṅeſṁertna ha k wėcżnej Zbȯżnoſczi powo#ana, Zwėṙata nimaju.

Deutſche Schrift.

1. Die Buchſtaben.

♣a.♠ Die kleinen Helllaute (Selbſtlaute).

i u e

o a.

uͤ oͤ aͤ

ei eu ai au aͤu

ie ee oo aa.

uͤ u i ie e ee a aͤ oͤ o

e aͤu eu ai aa au uͤ.

<pb n="22"/>

♣b.♠ die großen Helllaute.

I U E

i u e

O A.

o a.

Uͤ(Ue, Ui) Oͤ (Oe) Aͤ (Ae).

uͤ oͤ aͤ

Ei Eu Ai Au Aͤu (Aeu) Aa.

ei eu ai au aͤu aa.

E U A O I Oͤ Uͤ

Aͤ Ei Ai Eu Aͤu Au Aa.

<pb n="23"/>

♣c.♠ Die kleinen und großen Stilllaute (Mitlaute).

(c) n m r v w d t

N M R V W D T

l j h ch g k b p

L J H G K B P

z ſ — s ß ſch f.

Z S Sch F.

2. Die Verbindung der Hell- und Stilllaute.

n N. ni, nu, ne, na, nü, nö, nä, nei, nau, näu, nie.

in, un, ün, ön, än, ein, aun, äun, ien.

ni, in, neu, eun, nö, ön, ain, nä, än, näu, äun, inne, neu-ne, ei-ne,
No-a, An-na.

m M. mi, mo, mä, meu, mü, mö, mee.

im, am, äm, üm, öm, äum, iem.

mi, im, um, mu, mäu, meine, Mai, Mie-ne, Na-me, Au-e.

<pb n="24"/>

r R. ri, ru, rü, rä, rö, rei, reu, räu, rau, rie.

ir, er, or, ar, ur, ör, är, ür, ier.

ri, ir, or, ro, rei-ne, eure, ar-me, ra-re, Räu-me, Reu-e, Mau-er,
Ei-er.

v V. va, vo, ve, vei, vie-re, Vo, Va, Am-me, Aar.

w W. wi, wa, wo, we, wu, wü, wä, wö, wai, wei-ne, wä-re, Waa-re.

d D. di, ud, id, du, da, öd, dä, dei, deu, dau, däu, die-ne, ro-de,
nie-de-re, mei-de, Da-me, Dä-ne, Wei-de, Re-de, O-de, Ö-de, En-de.

t T. ti, et, tu, te, ot, ta, tie, tau, tei, täu, äut, eut, eit, aut,
rei-te, wei-te, deu-te, wa-te, Tö-ne, im To-de, Dü-te, Er-de.

<pb n="25"/>

l L. li, il, lö, lau, aul, lei, läu, al-le, ei-le, ma-le, lei-re,
läu-te, La-de, Leu-te, Lau-ne, Lau-er, Öl, Eu-le, El-le.

j J. ja, ju, jo, jä, jü, je-ne, jä-te, je-de, Ju-de, Ir-re.

h H. hi, ha, ho, hu, hö, hü, hä, hei, heu, häu, hau, hie, hö-re, ru-he,
heu-te, wei-he, mä-he, ho-he, Hü-te, Heu, Häu-te, U-hu.

ch. ich, ach, och, uch, auch, euch, wa-che, rei-che, rie-che, ma-che,
hau-che, ach-te, la-che, Ei-che, im Tei-che.

g G. ig, og, ag, eg, ug, aug, eig, äug, äg, üg, ög, gei, gau, gie,
gu-te, ge-ra-de, na-ge, wa-ge, gü-ti-ge, Gei-ge, Gei-er, Gau, Au-ge.

k K. ki, ke, ko, ka, ku, kö, kü, kä, kie, kai, kau, käu, ik, <pb
n="26"/>ek, ok, ak, auk, ük, kei-ne, kä-me, Kei-me, Kö-ni-ge, Kü-che.

b B. bu, ob, ba, eb, ib, aub, eib, üb, bi, bo, bö, beu-ge, bau-en,
bei-de, be-te, üb-te, be-reu-e, ba-de, Bau-er, Bäu-me, Bu-de, im Bu-che.

p P. ip, op, ap, äp, öp, üp, pö, pa, pei, pie, pau, pa-ra-di-re,
pei-ni-ge, po-che, Pau-ke, Po-le, Eu-ro-pa, Rau-pe.

z Z. zu, zie, zo, zö, zü, zä, az, ez, uz, iz, oz, zei-ge, zie-re, da-zu,
rei-ze, Zie-ge, Zü-ge, Zäu-me, am Zie-le.

ſ—s S. ſu, ſo, ſa, ſe, ſä, ſö, ſü, ſie, ſei, ſau, ſäu.

us, os, es, aus, as, is, ſa-ge, ſei-ne, ſu-che, wei-ſe, bö-ſe, lei-ſe,
ſäu-me, ſä-en, Sä-ge, Sa-me, Säu-le, neu-es, Eis, Aas.

<pb n="27"/>

ß. uß, oß, aß, iß, euß, ße, rei-ße, ſü-ße, bü-ße, ge-nie-ße, be-gie-ße,
hie-ße.

ſch Sch. ſchu, ſcho, ſcha, ſche, ſchö, ſchä, ſchei, ſcheu, ſchäu, ſchie,
ſchü.

iſch, aſch, uſch, eſch, auſch, eiſch, äſch, oſch, euſch, ſchä-le,
ſchei-ne, wa-ſche, ſchie-be, ſchäu-me, Scha-le, Scha-de, Schei-be,
Scheu-ne, Schu-le.

f F. ef, öf, uf, üf, auf, eif, if, fe, fa, fü, fei, fau, feu, fie,
öf-te-re, fei-ne, ru-fe, tau-fe, tie-fe, fe-ge, Feu-er, Fi-ſche, Fu-ge,
Scha-fe.

3. Ein Stilllaut vorn und ein Stilllaut am Ende, der Helllaut in der
Mitte.

nu- nun, nur, neun, noch, nach, naß, Neid, Nuß.

ma- man, mag, mit, mir, mich, muß, mein, Maus, Mal, Maul.

ra- rar, raſch, roch, rein, reif, rief, Rad, Raub, Reich, Ruf, Rain.

<pb n="28"/>

vo- von, vor, vier, viel, Veit.

we- wer, wem, weg, was, weit, weil, Wein, Wien, Weg.

di- dir, dich, doch, dem, der, Dach, Daum, Deut.

tau- taub, tief, Ton, Tag, Tuſch, Teich.

la- las, laß, lag, log, los, lud, Lob, Leim, Lauf.

ja, Job, Joch.

ho- hob, hoch, hat, her, hin, heim, Haus, Haut, Hof, Huf.

ga- gar, gab, gut, gieb, Gaul, Geiz, Gul-den.

ka- kam, kaum, kein, keuſch, kauf, Keim, Koch, Kies.

bi- bin, bis, bat, beut, bog, Buch, Bauch, Bad, Bär, Bach, Bin-de.

po- poch, pur, Pech, Pol, Pein, Pal-me.

zu- zum, zur, zog, zeig, Zug, Zaun, Ziel, Zan-ge.

ſei- ſein, ſeit, ſich, ſog, ſag, ſüß, ſaß, Sieb, Seil, Saul, Sieg.

ſcho- ſchon, ſchob, ſchoß, ſchuf, ſchön, ſchien, Schein, Schaum, Schach,
Schaf.

<pb n="29"/>

fei- fein, feil, faul, für, Fach, Fiſch, Faß, Fuß.

Nur mir nach! — Er baut ein Haus. — Ich ler-ne in der Schu-le. — Wer hat
das Buch? Von dir war die Re-de. — Mein Är-mel hat ein Loch. — Im
Gar-ten wach-ſen Gur-ken. — Job hat-te viel zu dul-den. — Die Lam-pe
leuch-tet. — Das Schaf hat Wol-le. — Der Kö-nig hat ſein Reich lieb. —
Er aß die Nuß. — Reich’ mir das Tuch her! — Ach, ein Fiſch! — Das Faß
war leer. — Wer hat den Sieg? — Die Bir-ke, Tan-ne, Kie-fer, Ei-che
ge-hö-ren zu den Bäumen. — Der Hut war da. — Auch ich wer-de Zeug-niß
ge-ben. — Er lag am U-fer. — Ü-ber mir. — Ein neu-er O-fen. — Wer hat
Oel? — Ämter, Wür-den ma-chen Bür-den. — Das Aichen. — Euch ſuch’ ich! —
Heb’ dein Aug’ em-por zum Va-ter im Him-mel! —

4. Zwei Stilllaute am Ende.

un- und, end, and, unt, ans, anz, ank, eng, eins, uns, enſch, enf.

um- ums, amt, emd, omp, äumt, eimt.

ar- arm, arg, erz, erk, erl, ern, erv, urch, ord, ort, orf.

at- ats, eitſch, eutſch.

<pb n="30"/>

al- alt, ild, eils, olk, alm, eln, alb, alg, alſch, elf.

ach- acht, echt, echs, ächz.

eig- eigt, iegt, agd, agt.

ab- abt, aubt, ribs, übſch.

aup- aupt, aps, opf, apf, üpf, upf. eiz, eizt.

iſ- iſt, aſt, oſt, eſt, aßt, ißt.

aſch- aſcht, iſcht, öſcht.

of- oft, aft, aufs, eufz.

Ort, Oſt, Acht, Arm, Ulm, übt, eilt, Erz, ächt. —

Mund, Kind, Hand, tau-ſend, bunt, Gans, ganz, Bank, Dank, lang, jung,
Mönch, Menſch, Senf, Hanf. — Ems, Amt, leimt, Hemd, Pomp, ſchäumt,
keimt. — arm, warm, Wurm, karg, Sarg, Berg, Herz, Scherz, kurz, Mark,
Werk, Kork, Karl, Kerl, gern, fern, Nerv, durch, horch, Bord, wird,
Wort, dort, Torf, Dorf. — hat’s, peitſch, deutſch. — halt, kalt, Welt,
wild, Heils, Puls, Volk, Halm, wan-deln, halb, Kalk, Talg, falſch, helf,
Wolf. — macht, Nacht, recht, ſechs, jauchz. — neigt, ſiegt, Magd, nagt.
— Abt, raubt, reib’s, hübſch. — Haupt, Naps, Topf, <pb n="31"/>Napf,
hüpf, rupf, zupf. — reizt, geizt, heizt, beizt. — iſt, biſt, Baſt, Koſt,
Weſt, Neſt, haßt, heißt. — naſcht, wäſcht, miſcht, löſcht. — Saft,
Schaft, Heft, reift, kauf’s, ſeufz. —

Das Band iſt gelb. — Ich bin ein Kind. — Je-des Kind muß den Äl-tern
ge-hor-chen. — Die Wand iſt weiß. — Das Tuch iſt bunt. — Der Ring iſt
ſchön. — Ich bin noch jung. — Der Menſch wird alt. — Der Hirt wei-det. —
Wer kauft Garn? — Der Ap-fel hat ei-nen Kern. — Das Herz pocht. — Der
Berg iſt hoch. — Er ging durch das Dorf. — Karl hält den Korb. — Im Wald
iſt es ein-ſam. — Er kanft Korn. — Der Pelz macht warm. — Das Volk kam
gern zu Jeſum. — Der Hals ei-ner Gans iſt lang. — Die Luft iſt rein. —
Du haſt recht. — Der Baum hat Saft. — Gieb’s fort! — Er neigt das Haupt.
— Das Wachs iſt gelb. — Der Mond ſcheint bei Nacht. — Wir ler-nen
deutſch. —

5. Zwei Stilllaute vorn.

reu- treu, trau, blau, Blei, brau, grau, Frau, drei, ſchrei, frei, zwei,
pfui, ſpie, glau-ben, knei-pen, Krei-de, Freu-de, Trie-be, Brie-fe,
Dre-ſcher, Trau-be, Glie-der, Krie-ger, Flie-der. —

Gram, Gras, Greis, Preis, Traum, blaß, Blech, bleich, Kleid, Kraut, <pb
n="32"/>Zweig, zwar, Fluß, flog, Schloß, Schlauch, ſchmal, ſchwül,
Schweiß, ſchreit, ſchneit, Trog, Froſch, Fleiß, ſteig, ſtach, Stein,
Stier, Pfad, Schmach, blen-den, brin-gen, Prin-zen, drän-gen, grün-den,
Klaf-ter, zwin-gen, Frem-de. —

blind, blond, Brand, Pracht, Kraft, Knecht, Bruſt, ſtand, ſtark, plump,
Glanz, Grund, Klang, Kropf, Pfand, Pfund, Knopf, Zwerg, Zwang, Froſt,
Schlacht, Schrift, Schmerz, ſchwang, krank, glaubt, bleibt, treibt,
gleicht, kriecht, fliegt. —

Das Feld iſt grün. — Das Blei iſt ſchwer. — Der Brief iſt leicht. — Der
Pfeil iſt ſcharf. — Nur friſch an’s Werk! — Das Fleiſch iſt weich. — Das
Gras iſt dicht. — Bleib’ bei uns! — Er kauft Brod. — Die Flur iſt breit.
— Steig her-ab! — Je-ſu Kreuz war ſchwer. — Lieb’ und Luſt zu ei-nem
Ding macht al-le Müh ge-ring. — Ich bin zu-frie-den. — Das Gold iſt
gelb. —

Das Glas bricht. — Der Zwerg iſt klein. — Das Schwert iſt ſcharf. — Der
Prinz reiſ’t fort. — Der Stern ſchim-mert. — Mein Kranz iſt grün. Der
Knopf iſt von Gold. — Er greift mit Kraft zu. — Wer legt uns den Zwang
auf? — Die Friſt ver-läuft. — Er giebt ein Pfand. — Das Pferd iſt
ſchwarz. — Wie viel Pfund haſt du gekauft? — Er pfeift. — Er ſchreibt. —
Welch’ ein Schmerz! — Franz lacht. —

<pb n="33"/>

6. Drei Stilllaute am Ende.

lenkt, denkt, ſenkt, ſanft, lernt, Arzt, Dampf, Schimpf, Rumpf, Punkt,
Papſt, ſingt, dankt, wölbt, Markt, ſchöpft, hüoft, rechts, Nachts,
peitſcht, prangt, bringt, klingt, knüpft, träumſt, ſtürzt, ſtopft,
glänzt, grenzt, Trumpf, ſchwingt, tränkt, ſtärkt, ſchnupft, zwingt. —

Er lernt gern. — Das Kind rutſcht. — Suchſt du den Arzt? — Der Menſch
hat Ver-nunft. — Mir bangt. — Ich ha-be dich ge-warnt. — Der Reichs-tag
zu Worms. — Er ſcherzt öf-ters. — Der Fürſt ſorgt für uns. — Durch’s
Feld lief er. — Er forſcht nach. — Gieb mir Karl’s Buch. — Er darbt. —
Wer recht-lich han-delt, er-wirbt ſich Gunſt. — Er er-barmt ſich des
Volk’s. — Des Men-ſchen Schön-heit welkt. — Der Dampf ſteigt hoch. — Der
Held eilt zum Kampf. — Sie rupft die Gans. — Pocht’s nicht? — Der Mond
glänzt. — Iſt’s recht? — Man klopft. — Der Schnaps ent-nervt. — Er
tränkt das Pferd. — Karl bringt das Geld. — Wer drängt? — Gold glänzt. —
Die Wun-de ſchmerzt. — Er trinkt. — Der Feind dringt ein. — Das Schwein
grunzt. — Er ſchwenkt den Hut. —

7. Drei Stilllaute vorn.

Spreu, Strauch, Streich, Streif, ſtreng, ſprich, Strang, ſpring, Splint,
<pb n="34"/>Split-ter, Pfropf, Pfrie-men, pflanz, Pflicht, Pflau-me,
Pfrün-de.

Der Strauch iſt dicht. — Der Strich iſt fein. — Streich’ es aus! — Sie
wird Strüm-pfe ſtrik-ken. Er briugt Stren. — Zie-he zu-erſt den
Split-ter aus dei-nem Au-ge und dann aus dem dei-nes Näch-ſten. — Er iſt
ſtreng. — Ver-mei-de je-den Streit. — Der Schu-ſter braucht den
Pfrie-men. — Er pfropft Pflau-men. — Auf die Wun-de legt man ein
Pfla-ſter. — Er-fül-le dei-ne Pflicht! — Der Krie-ger eilt in die
Schlacht. — Er ſchwingł das Schwert. — Sprich laut und be-ſchei-den. —
Das Pferd hinkt. — Der Kna-be ſpringt. —

8. Vier und mehr Stilllaute am Ende.

ſelbſt, impft, ſchimpft, ſtampft, ſtampfft, borgſt, rupfſt, kämpfft,
ſchimpfſt, rümpfſt, hinkt’s, wünſcht’s, ſtürmt’s, merkt’s, wirft’s,
Herbſt, Dampf’s, Strumpf’s. —

Er rümpft die Na-ſe. — Er ſelbſt ſagt’s. — Was denkſt du von mir? —
Warum ſchimpfſt du? — Was hilft’s! — Stürmt’s noch fort? — Er merkt
nichts in der Hiz-ze des Kampf’s. — Der Hengſt hinkt. — Stampfſt du
Hir-ſe? — Er iſt in der Mit-te des Sumpf’s. — Der Herbſt bringt uns
Früch-te und Trau-ben. — Ernſt hat Angſt. —

<pb n="35"/>

9. Die Dehnungszeichen.

ie h th ee oo aa.

ie nie, wie, die, ſie, dies, fiel, Sieb, vier, Knie, Zie-ge, Lied,
wie-der, Tie-gel, Krieg, Fries, Spieß, Glied.

h ah, eh, ih, oh, uh, öh, äh, üh, ieh, eih, anh; ſah, nah, Wahn, Kahn,
Jahr, geh’, Reh, mehr, Eh-re, ihn, ihm, ihr, roh, Lohn, Sohn, Rohr, Kuh,
Ruh, Uhr, Pfuhl, Ruhm, Röhre, Köh-ler, höh-nen, Äh-re, Zäh-re, zäh-le,
Müh, Müh-le, kühl, ſieh’, lieh’, zieh’, Vieh, weih’, zeih’, leih’, rauh.

th thun, That, Thau, theu-er, Thier, Theil, Seth, Ruth, rieth,
ka-tho-liſch.

ee See, Meer, Heer, See-le, Schnee, Beet, Thee.

oo Moor, Moos, Loos, Schooß.

aa Aar, Aal, Aas, Saal, Haar, Saat. —

<pb n="36"/>

10. Die Schärfungszeichen.

nn mm rr dd dt tt ll gg bb pp ſſ ß ff ck tz.

nn dann, dünn, kann, ſann, wann, wenn, denn, Mann, Sinn.

mm nimm, komm, Lamm, Damm, Kamm, ſtumm, fromm, Schwamm, ſchwimmt,
Som-mer, Zim-mer.

rr irr, wirr, dürr, Herr, Narr, ſtarr, Spar-ren.

dd der Wid - der.

dt die Stadt, todt, be - redt, verwandt.

tt matt, ſatt, fett, Gott, Mitt - ler, Satt - ler, Wet - ter, Schat -
ten, Blatt, platt.

ll will, voll, hell, ſoll, Ball, Wall, Fell, Fall, fällt, ſtill, Stall,
Tel - ler.

gg Eg - ge, Dog - ge, Rog - gen, Flag - ge.

bb Eb - be, Rob - be, Rib - be.

pp hopp, topp, Rap - pen, Klap - pe, Kepp - ler.

<pb n="37"/>

ſſ—ß eſ - ſen, Eſ - ſig, wiſ - ſen, Waſſer, müſ - ſen, daß, laß, naß,
muß, Faß, Haß, Nuß, häßlich, miß - lich.

ff puff, hoff’, gaff’, Schiff, Stoff, Hoff-nung, Af-fe.

ck = kk dick, keck, Sack, Nock, Stock, Glück, nickt, Ek-ke (Ecke),
Ak-ker (Acker).

tz = zz Netz, Witz, Latz, Platz, Klotz, Blitz, Kaz-ze (Katze), ſez-zen
(ſetzen).

11. Die unächten Buchſtaben.

y c ch t ph rh qu x.

Y C Ch Ph Rh Qu X.

y = i.

y Y Yp-ſi-lon, Y-ſop, Sy-ri-en, Sy-rue, Neu-York, E-gypten, ey ey!

c = z.

c C ci, ce, cä, cö, cy, cei, ceu; ci-ti-re, Ci-ce-ro, Citro-ne, Ce-der,
De-cem-ber, Cent-ner, Re-cept, Scep-ter, Cä-ſar, Cey-lon, Cö-le-ſtine,
Cy-pern, Ceu-ta.

<pb n="38"/>

c = k

c C. ca, co, cu; Cap, Ca-len-der, Ca-no-ne, Ca-nal, Co-lo-nie, Con-vent,
Com-mu-ni-on, Con-cert, cu-ri-re, Cul-tur, Cla-ra, Cle-mens, Claſ-ſe.

ch = k

ch Ch. Chor, Chur-fürſt, Chri-ſtus, Chriſt, chriſt-lich, Char-frei-tag,
Chro-nik, Ach-ſe, Dachs.

t(i) = z(i)

t(i). Na-ti-on, Lec-ti-on, Auc-ti-on, Ab-ſo-lu-ti-on, Pa-ti-ent,
Sta-ti-on.

rh = r

rh Rh. Rhein, Rho-ne, Rhe-de, Rha-bar-ber.

ph = f

ph Ph. Pha-ra-o, Phi-lipp, Jo-ſeph, So-pha, Se-raph, E-le-phant,
Phi-lo-ſo-phic.

qu = kw

qu Qu. quer, quä-le, quakt, Qua-ſte, Quel-le, Quit-te, Quirl, Qualm.

<pb n="39"/>

x = ks

x X. fir, Kux, Xer-xes, Xa-ver, Ni-xe, He-xe, Phö-nix, Axt, Text,
Pha-laux.

12. Wörter, in welchen die nebeneinander ſtehenden Helllaute getrennt
ausgeſprochen werden.

a-a. Ba-al, Ca-na-an.

a-e. Mi-cha-el, Ra-pha-el, Is-ma-el.

a-i. Si-na-i, Na-in.

a-u. Ni-co-la-us, Sta-nis-la-us, Ca-per-na-um.

aͤ-u. Mat-thä-us, Bar-tho-lo-mä-us, Za-chä-us.

e-e. J-de-en, Al-le-en, Ar-me-en.

e-u. Ti-mo-the-us, Mau-ſo-le-um.

e-i. ge-irrt, ge-impft, be-ei-len.

i-e. Li-ni-e, Li-li-e, A-ri-e, Fa-mi-li-e, Re-li-qui-e, Hi-ſto-ri-e,
Schle-ſi-en, Da-ni-el.

i-o. Vi-tri-ol.

i-i. li-ni-i-ren, al-li-i-ren, E-van-ge-li-i.

ie-e. knie-en, ſchrie-en, ſpie-en.

o-e. A-lo-e, Po-et, Jo-el.

<pb n="40"/>

o-i. he-ro-iſch, e-go-i-ſtiſch.

o-o. Zo-o-lo-gie, Co-or-di-na-ti-on.

u-e. Pha-nu-el, Em-ma-nu-el.

u-i. Ru-i-ne, Lu-i-ſe.

u-u. Be-bau-ung, Zer-ſtreu-ung, Er-neu-ung, Trau-ung.

13. Die Leſezeichen.

, das Kommá oder der Abſetzſtrich.

; der Strichpunkt.

: der Doppelpunkt.

. der Punkt.

! das Ausrufungszeichen.

? das Fragezeichen.

= das Theilungszeichen.

„“ die Anführungszeichen.

’ das Häkchen oder Zeichen eines weggeworfenen Buchſtabens.

( ) die Klammern oder Einſchaltungszeichen.

— — Gedankenſtriche.

♣Lateinische Schriſt.♠

1. ♣Die Buchstaben.♠

♣a. Die kleinen Helllaute.♠

♣i u e♠

i u e

♣o a y♠

o a y

♣ü (ue, ui) ö (oe) ä (ae)♠

ü ö ä

♣ei (ey) eu ai au äu (aeu)♠

ei (ey) eu ai au äu

♣ie ee oo aa♠

ie ee oo aa

<pb n="42"/>

♣b. Die grossen Helllaute.♠

♣I U E O A Y♠

♣i u e o a y♠

♣Ü (Ue, Ui) Ö (Oe) Ä (Ae) Ei♠

♣ü ö ä ei♠

♣Eu Ai Au Äu (Aeu) Aa.♠

♣eu ai au äu aa♠

♣c. Die kleinen Stilllaute.♠

♣n m r v w d t l♠

n m r v w d t l

♣j h ch g k ck b p z♠

j h ch g k ck b p z

♣tz ſ (s) s ſs (ſz, ss)♠

tz ſ s ß

♣ſch (sch) f.♠

ſch f.

♣c ch t(i) ph rh qu x♠

c ch t(i) ph rh qu x

<pb n="43"/>

♣d. Die groſsen Stilllaute.♠

♣N M R V W D T♠

♣n m r v w d t♠

♣L J H G K B P♠

♣l j h g k b p♠

♣Z S Sch F.♠

♣z ſ ſch f.♠

♣C Ch Ph Rh Qu X.♠

♣c ch ph rh qu x.♠

2. ♣Leſeübungen.♠

♣man, wer, von, dir, heut, nach, gar, kam, keck, lud, bot, poch, zog,
ſetz, ſog, aſs, laſs, ſchön, für, fein, ci-ti-re, cu-ri-re,
phi-lo-so-phiſch, quer, fix.♠

♣Ich bin dir gut. — Geh’ doch von mir! — Wie ſchön hat er es hier. — Er
riſs ſich. — Sie kam heim. Ich muſs hin. — Er las gut. — Wie viel ist
vier mal vier? — Er kam um neun. — Er bot mir es an. — Wer bat für mich?
— Ich geh’ nun von hier. — Heb’ es gut auf. — Er lieſ quer ein. — Wir
wol-len ex-er-ci-ren!♠

<pb n="44"/>

♣Ich bin ein Kind. — Es iſt bald Tag. — Er iſt ein Held. — Es iſt kalt.
— Du biſt noch nicht alt. — Ich bin noch jung, — Es iſt warm. — Der
Menſch lobt. — Er sagt kein Wort. — Der Mann hat recht. — Ein Ei iſt
rund. — Das Band iſt bunt. — Der Topf iſt leicht. — Der Hut iſt rund. —
Die Gans hat Fe - dern. — Der Va - ter ruſt. — Gott ſag - te: Es wer -
de Licht! und es ward Licht.♠

♣Blau iſt der Him - mel und grün das Feld. — Glück und Glas, wie bald
bricht das! — Der Schrank iſt ganz nen. — Der Gram macht mich krank. —
Der Mann ſteht ſtill. — Das Pſund iſt ein Ge-wicht. — Sieh’, ein Schiff!
— Ein ſchwar-zer Rock. — Der Knabe pſeiſt. — Der Un-acht-ſa-me bleibt
un-wis-ſend. Ich will ein ſrom-mes Kind ſein. — Y - ver-dun iſt ei-ne
Stadt. — Die Ci-tro-ne hat Saſt. — Der Calen-der zeigt uns Da-tum únd
Mo-nat. — Der Deutſche und der Wen-de ſind Brü-der. — Muſ-ſig-gang iſt
al-ler La-ſter An-ſang. — Der Rhein iſt ein Fluſs. — Der E-le-phant iſt
ſtark. — Die Quit-te iſt ei-ne Frucht — Wir ver-eh-ren die Re-li-qui-en
der Hei-li-gen und Mar-ty-rer. — Der Pa-ti-ent braucht ei-nen Doc-tor. —
Er braucht auch Me-di-ein. — Wie lau-te-te der Text der heu-ti-gen
Pre-digt? — Chri-ſtus iſt der Sohn des le-ben-di-gen Got-tes! —♠

♣Der Meuſch denkt und Gott lenkt. — Aus nichts hat Gott die Welt
er-ſchaſ-ſen. — Weichſt du nicht aus? — Nir-gends fin-det der
Bö-ſe-wicht Frie-den. Die Furcht läſst ihn nicht ruhen. — Ihm bangt. —
Der Vogel ſingt. — Das Gold klingt. — Wer lärmt? — Wer <pb
n="45"/>klopſt? — Er ſtürzt. — Er hat den Krampſ. — Bringt ihn nach
Haus! — Der Fiſch ſchwimmt. — Die Magd melkt. — Der Rabe krächzt. — Der
Klu-ge ſchweigt, wenn ſein Re-den nicht hilſt. —♠

♣Gott wird die Bö-ſen ſtra-ſen. — Strei-te und zan-ke nicht. — Der
Spruch des Rich-ters iſt zwar ſireng, a-ber ge-recht. — Sie ſtrickt den
Strumpſ. — Er pſlückt Pſlau-men. — Ein Rei-ter ſprengt her-an. — Der
Gärt-ner pflanzt und pſropſt. — Er will uns ei-nen Blu-men-ſtrauſs
pſlük-ken. — Der Wei-ſe denkt, e-he er ſpricht. — Der weis-ſe Strei-ſen,
den du des Nachts ü-ber dir ſiehſt, heiſst die Milch-ſtras-ſe.♠

♣Wer ſchimpſt, hat un-recht. — Schenkſt du mir dies Buch? — Halſſt du
ihm? — Wa-rum kränkſt du mich? — Auf den Som-mer folgt der Herbſt. —
Jüngſt ſah ich ihn. — Kommſt du bald? — Zürnſt du mir? — Mich
ſchmerzt’s, daſs ich dich be-lei-digt ha-be. — Das Pſerd ſtampſt mit dem
Fuſs. — Er kämpſt wie ein Held. —♠

<pb n="46"/>

Pojedaṅcżka.

1. Mawé Jakub.

Jakub ṙekné nėdé k Janei: „Kahada to pżiṅdże, lubé Jano, zo tebe cżi
Ludżo ſchudżom tak lubo maju ha cże pżeczé kwala, zo taike vrómne ha
doore Dżėcżo ſé?“

„Dżi do Schułe,“ wotmoji Jan, „wuk tam praẇe pilṅe ha tżiṅ ſcho, żtoż
tebi Kṅez Wutżeṙ prajicż budże, ha tak budża tebi cżi Ludżo runiſch tak
dobri, każ mi.“

„To jo mi lubo, zo mi to prajiw ſé,“ wowaſche Jakub. „Dżencza żcże czu
ja Nana ha Macż proſécż, zo mi do Schułe khodżicż datai. Ha w Schuli,
ach! tam czu ja tak zmėrom, tak praẇe zmėrom ſeidżecż, ha czu ſcho
tżinicż, żtoż mi tòn Wutżeṙ prajicż budże, zo bòchu ṁe cżi Ludżo téż tak
lubo mėli, każ tebe.“

Jakub pojedaſche ſwojimai Starſchimai, żtoż jomu Jan prajiw bė, ha hiżon
nazaitra dżėſche wón do Schułe.

W Schuli ſeidżeſche Jakub zmėrom na tém Mėſcże, ketreż jomu tòn Kṅez
Wutżeṙ pżipokazaw bė, ha poſuchaſche kedżbṅe na te Rozwutżeṅa. Bȯ wòn
wot Kṅeza Wutżeṙa wopraſchené, da wòn wòtzé ha zkwadṅe wotmoji. Te
Piſmiki Jakub zkròtkim wukné, ha pṙedé hacż dwai Mėſaczai zaṅdżeſchtai,
móżeſche wòn żno duſchṅe lazuwacż.

Toho ſo tòn Wutżeṙ jara zẇeſeli. Wòn pokwali Jakuba zjawṅe w Schuli ha
da jomu jene ṙane Sẇecżatko.

Jakub ſo pżeczé bòle ha bóle pròczuwaſche, ſcho Dobre ha Wużitne
nawuknécż. Wòn bò mudré ha

<pb n="47"/>

Erzählungen.

1. Der kleine Jakob.

Jakob ſagte einmal zu Johann: „Wie kommt es denn, lieber Johann, daß
dich die Leute überall ſo lieb haben und dich immer loben, daß du ein
ſolches frommes und gutes Kind biſt?“

„Geh’ in die Schule,“ antwortete Johann, „lerne dort recht fleißig und
thu’ alles, was dir der Herr Lehrer ſagen wird, und ſo werden dir die
Leute eben ſo gut ſein, wie mir.“

„Das iſt mir lieb, daß du mir das geſagt haſt,“ rief Jakob. „Heute noch
will ich den Vater und die Mutter bitten, daß ſie mich in die Schule
gehen laſſen. Und in der Schule, ach! dort will ich ſo ruhig, ſo recht
ruhig ſitzen, und will alles thun, was mir der Lehrer ſagen wird, damit
mich die Leute auch ſo lieb haben, wie dich.“

Jakob erzählte ſeinen Eltern, was ihm Johann geſagt hatte, und ſchon den
folgenden Tag ging er in die Schule.

In der Schule ſaß Jakob ruhig an dem Orte, welchen ihm der Lehrer
angewieſen hatte, und hörte aufmerkſam auf den Unterricht. Wurde er von
dem Herrn Lehrer gefragt, ſo antwortete er laut und beſcheiden. Die
Buchſtaben lernte Jakob in kurzer Zeit, und ehe zwei Monate verglngen,
konnte er ſchon hübſch leſen.

Deſſen freute ſich der Lehrer ſehr. Er lobte den Jakob öffentlich in der
Schule und ſchenkte ihm ein ſchönes Bild.

Jakob bemühete ſich immer mehr und mehr, alles Gute und Nützliche zu
erlernen. Er wurde <pb n="48"/>wuſchikné, ha ſchė Ludżo ṁenuwachu joho
toho dobroho Jakuba.

2. Séhnowa Zkȯrżba.

Jedén Paduch, kiż téch ſwojich Paduſtwow dla dérƀeſche woiƀeſchané bócż,
żadaſche hiżcże ze ſwojei Macżeṙu por tżecż. Hacż ta Macż k ṅomu
pżindże, pluné wòn ji do Wotżow ha ṙekné: „Té ſé Wina, zo budu ja nėt
woiƀeſchané! Déż ja hako mawé Hȯlcz potżach mawe Wėczé kranécż ha domoi
noſécż, ſé mi té to pżez Porſté ladawa. Bė-li té tedom Prut wzawa ha ṁe
naſchwikawa, bėch ja te Kraṅeṅo z Tżaſom woſtajiw, ṅebėch tak daloko
pżiſchow, hacż tak doſchow ſém.“

3. Darna Holtżka.

Ta mawa Haṅża mėjeſche daloko do Schułe. Dokelż Pżipȯwṅu dom
ṅekhodżeſche, wona wot ſwojeje Macżeṙe pżeczé dobre Pomazki k Woƀeduwaṅu
ſobu kréduwaſche. Nėdé bė Haṅża na Prėduwaṅu ſwòſchawa Kṅeza prajicż:
Żtoż jedén ſwojomu Bliſchomu da Jėzuſei k Luboſczi, to Jėzus tak
hoṙeƀeṙe, hako bò jomu ſamomu date bòwo. Wot toho Tżaſa mėjeſche Haṅża
ſwoju Ẇeſowoſcz na tém, druhim khudżiſchim Schuleṙam wot ſwojich
Pomazkow po Kuſu wotedacż, ha moſłeſche ſebi: ja zmėju tohodla ſama téż
hiżcże k Nuzé doſcz, ſchak ṅetṙebam powṅe ſo natékacż.

Déż wona jene Pżipȯwṅo pżed Schulu wonka na jedén Bròżk ſo poſénéwa bė,
ha tei ſwojei dwė Pomazczé ruṅe zjėſcz czéſche, dżėſche tam nimo jedén
czuzé Wandrowſki, kiż ju zawoladaiſchi zaſta ha ṙekné: <pb n="49"/>weiſe
und geſchickt, und alle Leute nannten ihn den guten Jakob.

2. Des Sohnes Klage.

Ein Dieb, der wegen ſeiner Diebereien gehänkt werden ſollte, verlangte
noch mit ſeiner Mutter zu ſprechen. Als die Mutter zu ihm kam, ſpie er
ihr in die Augen und ſprach: „Du biſt ſchuld, daß ich jetzt gehänkt
werde! Wie ich als kleiner Knabe anfing kleine Sachen zu ſtehlen und
nach Hauſe zu bringen, haſt du mir das durch die Finger geſehen. Hätteſt
du damals eine Ruthe genommen und mich gezüchtigt, ſo würde ich das
Stehlen bei Zeiten gelaſſen haben, ich würde nicht ſo weit gekommen
ſein, als ich jetzt gekommen bin.“

3. Das freigebige Mädchen.

Die kleine Agnes hatte weit in die Schule. Weil ſie Mittags nicht nach
Hauſe ging, ſo bekam ſie von ihrer Mutter immer gute Schnitten als
Mittagsbrod mit. Einſt hatte Agnes in der Predigt den Geiſtlichen ſagen
gehört: Was Einer ſeinem Nächſten giebt, Jeſu zu Liebe, das nimmt Jeſus
ſo auf, als wäre es ihm ſelbſt gegeben worden. Von dieſer Zeit hatte
Agnes ihre Freude daran, anderen ärmern Schülern von ihren Schnitten ein
Stück abzugeben, und dachte: ich werde deshalb ſelbſt auch noch zur Noth
genug haben, ich brauche mich ja nicht voll zu ſtopfen.

Als ſie eines Mittags vor der Schule draußen auf einen Damm ſich
niedergeſetzt hatte und ihre zwei Schnitten eben verſpeiſen wollte, ging
daſelbſt vorüber ein armer Wanderer, welcher ſie erblickend ſtill ſtand
und ſprach: <pb n="50"/>„O tak jara wòdné ja tola ſém! Luba Holtżka, dé
bò té mi jenoi Powoitżku wot teje twojeje ṁeṅſcheje Pomazki dacż czéwa!“
Nédém Haṅża jomu tu ẇetżu Pomazku czéwu poda, ha jenoi tu ṁeṅſchu za ſo
zdżerża, pżi ſebi prajiczé: Tutomu bohomu Cżwojekei jo ẇetża Nuza hacż
mi. Wòn téż tu Pomazku namėſcże jėdżeſche, ha to tei Holtżczé lėṗe
tżiṅeſche, hacż bò ſama jėdwa. Déż bė ju zjėd, ṙekné wòn: „Lube Dżėcżo,
nėtlei ſé té ṁe khudoho Cżwojeka jara deṙe wokżeẇiwa, zapwacż cżi Bȯh!
Bȯh tòn Schohomòczné żonui cże za to praẇe nadobṅe!“

Ha woprawdże Bȯh tòn Kṅez tulei Holtżku żonuwaſche. Wona na wſchėm
Dobrém zpodżiwṅe pżiƀeraſche, bė Bohu ha ſchitkim rozomném pėkném
Cżwojekam zpodobna.

Bòdż darné ha dobrocżiwé napżecżo twojomu Bliſchomu, ha Bòh budże téż k
tebi darné.

4. Tzjo Bratzja.

Tzjo Bratzja romadże Ṗeṙo drėjachu Jan tòn naimòdzi ṙekné: „Nėtlei Nan
na hornu Hubju dżėſche Heiduſch ſacż, wòn zmolom zas pżiṅcż ṅebudże;
pòimò ƀez tém won na Wużu po Lodże ſo ſmòkacż!“ Pėtér tòn ſṙedżiné
wotmoji: „Nan mów z Wuladkom wonpoladacż ha nas wuladacż, ha potom
bòchmò Swaṙeṅa krédnéli.“ Handrij tón naiſtarſchi prajeſche: „Bòrṅe nas
tòn Nan ṅewuladaw ha nitżo ṅepòtnéw, zawėſczi tola widżi nas pżeczé ha
ſchudżom Bòh, tòn naſch ṅeƀeſki Nan, ha tomu jo to pżecżiwne, déż Dżėcżi
ſwojoho Nana hebaja.“

5. Zpokoina Sérota.

Wo drȯhim Tżaſu, déż Żito ẇele pwacżeſche, jena woſérocżena Holcza
ſwużeſche pola taikich Ludżi, <pb n="51"/>„O wie ſehr bin ich doch
hungrig! Liebes Mädchen, wenn du mir nur die Hälfte von deiner kleineren
Schnitte geben wollteſt! Sogleich gab ihm Agnes die größere Schnitte
ganz und behielt nur die kleinere für ſich, bei ſich ſprechend: Dieſer
arme Menſch hat größere Noth als ich. Er aß auch ſofort die Schnitte und
dies that dem Mädchen wohler, als wenn ſie ſie ſelbſt gegeſſen hätte.
Nachdem er ſie aufgeſpeiſ’t hatte, ſprach er: „Liebes Kind, jetzt haſt
du mich armen Menſchen ſehr erquickt, bezahl’ dir’s Gott! Gott der
Allmächtige ſegne dich dafür recht reichlich!“

Und wirklich ſegnete Gott der Herr dieſes Mädchen. Sie nahm in allem
Guten wunderbar zu, war Gott und allen vernünftigen geſitteten Menſchen
wohlgefällig.

Sei freigebig und gütig gegen deinen Nächſten und Gott wird auch gegen
dich freigebig ſein.

4. Die drei Brüder.

Drei Brüder ſchliſſen mit einander Federn. Johann, der jüngſte, ſprach:
„Jetzt ging der Vater auf den Oberboden, Grütze zu ſieben, er wird
ſobald nicht wieder kommen; gehen wir indeſſen hinaus auf die Lache, uns
auf dem Eiſe zu glitſchern!“ Peter, der mittelſte, antwortete: „Der
Vater könnte aus dem Dachfenſter herausſehen und uns erblicken, und dann
würden wir Schelte bekommen.“ Andreas, der älteſte, ſagte: „Wenn uns
auchder Vater nicht ſehen und nichts erfahren möchte, ſo ſieht uns doch
gewiß immer und überall Gott, unſer himmliſcher Vater, und dem iſt es
mißfällig, wenn Kinder ihren Vater betrügen.“

5. Die zufriedene Waiſe.

In der thenern Zeit, als das Korn viel koſtete, diente ein Waiſenmädchen
bei Leuten, die gottesfürchkiż <pb n="52"/>bėchu bohuſwużowni, hale mawo
zamòżni ha tohodla zlutniwi. Woni tei ſwużownei Holczé te ſchédne
Potrėbnoſcże z Ṙadom ha z mudrei Zlutnoſcżu pżidżėlachu. Na to ta Holcza
żeni ṅemorkotaſche, każ ṅepoṙadni Tżeladnikoẇe morkotaju, déż ẇele doſcz
ha dobre doſcz ṅekréduẇu. Ta Sérola bė zpokojom. Déż wona widżeſche te
Tżròdé Proſcheṙow, kiż tedém po Klėƀe wokokhodżachu, ṙekné wona tżaſto
ſama pżi ſebi: „O kak jara dobro ja tola mam! Bohu bòdż Dżak! Ja ſém pod
Suchim, mòżu wo teṗenei Stwė ſo zarėcż, mam ſchėdṅe tżopwoh’ Waṙeṅa
pojėſcz, mam téż te moje Wożo — cżilei bozé Ludżo dérƀa ſcho to
wutradacż.“ Z taikoho Rozpòmṅecża ji ta Wutroba tak woṁechcżeſche, zo
wona hiżcże tżaſto wot toh’ ſebi wotdżėlenoh’ Klėba tém wòdném
Proſcheṙam po Kuſku ſobudżėłeſche, ha déż ſama k Wotedacżu nitżo
ṅemėjeſche, pola ſwojoho Kṅeza dobre Swowa za ṅich dawaſche.

6. Woṙech.

Pod jenei Woṙeſchiṅe dwai Hòlczai Woṙech namakafchtai. „Tòn Woṙech mi
pżiſwuſcha,“ wowaſche Voſcżij, „pżetoż ja jȯn ſém naipṙedé widżaw.“
„Nė,“ wotmoji Michaw, „tòn Woṙech mi pżiſwuſcha, pżetoż ja jòn ſém
hoṙezbėnéw.“ Wonai ṅemȯżeſchtai pżez jene pżincż ha ſo jara ƀeſobu
hadruwaſchtai.

„Ja czu tòn Żtrét wutżinicż,“ prajeſche jedén ẇetżi Hòlcz, kotréż k tom’
pżiſchow bė. Wòn ſo ſtaji doſṙedża ƀez Voſcżijom ha Michawom, wotżini
tòn Woṙech ha ṙekné: „Ta jena Żkorpizna pżiſwuſcha tomu, kotréż tòn
Woṙech naipṙedé widżaw jo; ta druha Żkorpizna pżiſwuſcha tomu, kotréż
tòn Woṙech hoṙezbėnéw jo — mi pak pżiſwuſcha te Jadro za te Wotſudżeṅo.“

<pb n="53"/>

tig, aber wenig vermögend und darum ſparſam waren. Sie theilten dem
Dienſtmädchen die täglichen Bedürfniſſe ordentlich und mit weiſer
Sparſamkeit zu. Darüber murrte das Mädchen niemals, wie unordentliche
Dienſtboten murren, wenn ſie nicht viel genug und gut genug bekommen.
Die Waiſe war zufrieden. Wenn ſie die Schaaren der Bettler ſah, welche
nach Brod umhergingen, ſprach ſie oft bei ſich ſelbſt: „O wie gut habe
ich es doch! Gott ſei Dank! Ich bin unter Trockenem, kann in einer
geheizten Stube mich wärmen, habe täglich warmes Gemüſe zu eſſen, habe
auch mein Vett — dieſe armen Lente müſſen alles das darben.“ Durch
ſolche Betrachtungen wurde ihr das Herz ſo weich, daß ſie noch oft von
dem ihr abgetheilten Brode den hungrigen Bettlern ſtückchenweiſe
mittheilte, und wenn ſie ſelbſt zum Weggeben nichts hatte, bei ihrem
Hetrn ein gutes Wort für ſie einlegte.

6. Die Nuß.

Unter einem Nußbaum fanden zwei Knaben eine Nuß. „Die Nuß gehört mir,“
rief Sebaſtian, „denn ich habe ſie zuerſt geſehen.“ „Nein,“ antwortete
Michael, „die Nuß gehört mir, denn ich habe ſie aufgehoben.“ Sie konnten
nicht über eins kommen und zankten ſich ſehr unter einander.

„Ich will den Streit ausmachen,“ ſagte ein größerer Knabe, welcher dazu
gekommen war. Er ſtellte ſich in die Mitte zwiſchen Sebaſtian und
Michael, knackte die Nuß auf und ſprach: „Die eine Schale gehört dem,
welcher die Nuß zuerſt geſehen hat; die andere Schale gehört dem,
welcher die Nuß aufgehoben hat — mir aber gehört der Kern für den
Richterſpruch.“

<pb n="54"/>

„To,“ pżiſtaji wòn ſmėjo, „to jo tòn Kòncz kòżdoho Żtréta.“

7. Ṅepomėrnoſcz.

Jedén kowarſki Wotrotżk ze ſwojimi Towarſchemi Pȯſniczé dżerżeſche. Woni
ſebi dachu Harenki pżiṅeſcz ha ƀeſobu wot toh’ rétżachu: kotré mȯw
naijaczé Harenkow zjėſcz? „Ja,“ ṙekné tòn Kowarſki, „ladaicże! Ja je
jėm, kaikeż ſu, z Kożu ha z Koſmami.“ Wòn ƀeṙeſche jenoho Harenka po
druhim, Kożu, Schupiſki, Kòſki, téż tu Wowu — ſcho ſobużeṙeſche. Pżi tém
wòn téż Pałeṅcza pijeſche. Cżi Druzé jomu prajachu: „Ṅetżiṅ tak, té mòw
zkhoṙecż!“ „Ai,“ wotmoji wòn, „Kowar ma ze Zełezom tżinicż, ha mòże téż
Zełezo zṅeſcz!“ Wòn dale pijeſche ha zeżra ſchėſcz Harenkow. Za Żtundu
potża jomu tak złe bòcż, zo dérƀeſche ſo do Woża lenécż. Z wotrémi
Boloſcżemi pżimané wòn tu czéwu Nòcz ſo wokowijeſche każ jena Waka, ha
nazaitra Popòwṅu wumṙe.

Wupa ha kròbwa Ṅepomėrnoſcz jich ẇele wo Strowotu, hai wo Żiẇeṅo
pżiṅeſe.

8. Dżėcżacza Wupoſcz.

Jan, jedén burſki Hòlcz, tomu Wotrotżkei jenoho druhoho Bura ṙekné:
„Wujo Michale! ja mam cżi nėżto pojedżecż, nėżto Wilke.“

Michaw. Nò, żto da tola maſch?

Jan. Pola was jene Scheṙeṅo wokokhodżi, ja ſém je ſam widżaw; ſchė Woſé
mi hoṙelėzechu, tak zatraſchne wonladaſche.

Michaw. Kah da tola wonladaſche?

Jan. Każ jedén wilki tżorné Pos — ha mėjeſche żeliwei Wotżi, wilkei każ
Toleṙai.

<pb n="55"/>

„Das,“ ſetzte er lachend hinzu, „das iſt das Ende eines jeden Streites.“

7. Unmäßigkeit.

Ein Schmiedeknecht hielt mit ſeinen Gefährten Faſtnacht. Sie ließen ſich
Heringe bringen und ſprachen unter einander davon: wer wol die meiſten
Heringe eſſen könne? „Ich,“ ſagte der Schmied, „ſehet! Ich eſſe ſie, wie
ſie hier ſind, mit Haut und Haaren.“ Er nahm einen Hering nach dem
andern, Haut, Schuppen, Gräten und den Kopf — alles aß er mit. Dabei
trank er auch Branntwein. Die Andern ſagten ihm: „Thue das nicht, du
könnteſt krank werden!“ „Ei,“ antwortete er, „ein Schmied hat mit Eiſen
zu thun, und kann auch Eiſen vertragen!“ Er trank weiter und verzehrte
ſechs Heringe. Nach einer Stunde fing ihm an ſo übel zu werden, daß er
ſich ins Bett legen mußte. Von ſchneidenden Schmerzen ergriffen, wand er
ſich die ganze Nacht herum wie ein Wurm, und ſtarb am folgenden
Nachmittag.

Eine thörichte und verwegene Unmäßigkeit bringt viele um Geſundheit, ja
um’s Leben.

8. Kindliche Thorheit.

Johann, ein Bauernknabe, ſagte zu dem Knechte eines andern Bauers:
„Vetter Michael! ich habe dir etwas zu erzählen, eṙwas Großes.“

Michael. Nun, was haſt du denn?

Johann. Bei euch geht ein Geſpenſt herum, ich hab’ es ſelbſt geſehen;
alle Haare ſtiegen mir auf, ſo ſchrecklich ſah es aus.

Michael. Wie ſah es denn aus?

Johanu. Wie ein großer ſchwarzer Hund — und hatte glühende Augen, groß
wie Thaler.

<pb n="56"/>

Michaw. Dże da ſé je widżaw?

Jan. Pżed waſchim Dworom, naſṙedża Haſé.

Michaw. Ha déh to?

Jan. Zaṅdżenu Nòcz, déż ja Ẇetżor pozdże z Kowarṅe tu Radliczu dom
ṅeſech.

Michaw (ſmėjo). Ṅepojedai taike Bladé dale, ſchiczé rozomni Ludżo budża
ſo cżi ſṁecż.

Jan. Wone pak jo tola Duſchu wėrno, ja ſém je widżaw.

Michaw. Ṅeṁetai tak wuṗe z twojei Duſchu, kotraż Bohu ſwuſcha. Mòi Jano,
té ſé ſo zmòliw; ja czu cżi pojeſcz, żto té widżaw ſé. Té ſé widżaw
nėżto Tżorne, żtoż jo ſo poſwėtławo. Zo pak to pſéłżu Żtawtnoſcz ha
taikei Wotżi mėwo jo, to té ṅeiſé widżaw — to jo ſo cżi zdawo, to ſé té
wo twojich zmòłenéch Mòſlach ſam ſebi tak prėdkmoluwaw; ha z toho ſé na
to dopanéw, zo jene Scheṙeṅo jo. Ja pak czu cżi tu prawu Wėrnoſcz
dopojedżecż. Tżora Ẇetżor ſmȯ mò jenu towſtu ſtaru Ẇerbu, kotraż pròzne
Dżėré ha ẇele zniwoh’ Dṙewa ma, z Wuki pżiẇeſli ha tam wotwalili. Tulei
Ẇerbu ſé té widżaw. Pòi poladacż, wona tam hiżcże leiżi; ha czeſch-li
dòṅcż tam dżencz Ẇetżor zas, té budżeſch te Tżorne ha te Swėtłacze zas
widżecż. Pżiſtup pak bliże, ladai lėṗe, woz ſebi Kij ha dér na ṅe, tak
budżeſch pżepokazané, zo to nitżo dale ṅejo, hacż ta ſtara Ẇerba.

Nėt ſo Jan zahaṅbuwa ha ṙekné: „Ja ṅecham jacz tak wupé bócż.“

<pb n="57"/>

Michael. Wo haſt du es denn geſehen?

Johann. Vor eurem Hofe, mitten auf der Gaſſe.

Michael. Und wenn das?

Johann. Die vergangene Nacht, als ich Abends ſpät aus der Schmiede die
Pflugſchar nach Hauſe trug.

Michael (lachend). Erzähle nicht ſolche Albernheiten weiter, alle
vernünftigen Menſchen werden dich auslachen.

Johann. Es iſt aber doch bei meiner Seele wahr, ich habe es geſehen.

Michael. Wirf nicht ſo thöricht mit deiner Seele umher, welche Gott
gehört. Mein Johann, du haſt dich geirrt; ich will dir ſagen, was du
geſehen haſt. Du haſt etwas Schwarzes geſehen, was geleuchtet hat. Daß
aber das die Geſtalt eines Hundes und ſolche Augen gehabt habe, das haſt
du nicht geſehen — das hat dir geſchienen, das haſt du dir in deinen
wirren Gedanken ſelbſt ſo vorgemalt; und deshalb biſt du darauf
verfallen, daß es ein Geſpenſt ſei. Ich will dir aber die richtige
Wahrheit erzählen. Geſtern Abends haben wir eine dicke alte Weide,
welche leere Löcher und viel verfaultes Holz hat, von der Wieſe
hergefahreṅ und dort abgewälzt. Dieſe Weide haſt du geſehen. Komm ſie
betrachten, ſie liegt noch dort; und willſt du heut Abends wieder
hingehen, ſo wirſt du das Schwarze und Leuchtende wieder erblicken.
Tritt näher, ſehe beſſer, nimm einen Stock und ſchlage darauf, ſo wirſt
du überzeugt werden, daß das nichts weiter iſt, als die alte Weide.

Jetzt ſchämte ſich Johann und ſprach: „Ich will nicht mehr ſo thöricht
ſein.“

<pb n="58"/>

9. Lėṗe jo, Kżiwdu cżerṗecż, hacż Kżiwdu tżinicż.

Jurij, jedén dżeẇecż Lėt’ ſtaré Hòltżecz, jene ṅedżėlſke Popòwṅo z Wuki
dom pżibeiża, ha wowaſche pwatżiczé: „Ach Macżi! ladai ſchak, taikoholei
jo ṁe pżihotuwawa ta lòza Wurſcha, wona jo kòżdé Dżeṅ horſcha.“ (Wurſcha
bė joho jėdnacże Lėt’ ſtara Sotra.) „Wona jo ṁe do Pżėrowa nutzſtortżiwa
— te moje Kolowò — tòn mòi Lacz — ladai ſchak tola!“

Macż. Ṅepwakái Jurko, ja czu cżi ſcho zas wuṙedżicż; Wurſcha ṅejo z
dobrei Wolu tak cże zmazawa.

Jurij. Ju ſchak, Macżi, z dobrei Wolu — wona mi hiżcże pòdla wucżiſné:
„Nėtlei ſé té kraſné macżerné Séhnk — tebi Macż nėżtożkuli dawa, wot
tżohoż ja nitżo ṅekrédnu.“

Macż. O té lóza Holcza!

Jurij. Macżi, dai mi Wurſchinu kemſchaczé Ṗezelk, ja czu jòn do Wuże
wotunkacż.

Macż. Ṅerétż tak wuṗe, to bò Nana tṙechiwo, Draſta Ṗeṅezé kożtuẇe.

Jurij. Macżi, nacżep tola Wurſchu wėſczi praẇe jara.

Macż. Ja-czu Nanei to pojedacż, ṅech ju Nan ſam żtravuẇe.

Déż tòn Nan z Kulowa wot Wotpuſka dom pżindże, wupoje jomu ta Macż
ſchitko ṁeltżo. Ẇetżor tòn Nan z toho Zaka ſwojeje Sukṅe wucżeże dwė
Czawti ha dwai Popṙancżkai, da ſcho Jurijei ha prajeſche: „Maſch,
Jurijo, dżencz té tòn Wurſchiné Tėl ſobukrédṅeſch, ji pak czu Pruta
dacż.“ Wurſcha za Kachlemi ſeidżo popwakuwaſche.

Nėt ta Macż Jurija ſtronu wozné, ha jom’ ṁeltżo taklei rétżeſche: „Té
wėſch, zo Nan, bòrṅe nėt Wurſchi tu jeje Ṅepėknoſcz za zwo mėw, tola
hewak

<pb n="59"/>

9. Es iſt beſſer, Unrecht leiden als Unrecht thun.

Georg, ein neun Jahr alter Knabe, lief eines Sonntags Nachmittag von der
Wieſe nach Hauſe, und rief weinend: „Ach Mutter, ſieh doch, wie mich die
böſe Urſula zugerichtet hat, ſie wird jeden Tag ſchlimmer.“ (Urſula war
ſeine eilf Jahr alte Schweſter.) „Sie hat mich in einen Graben geſtoßen
— meine Hoſen — meine Weſte — ſieh doch!“

Mutter. Weine nicht, Georgchen, ich will dir alles wieder rein machen;
Urſula hat dich nicht aus gutem Willen ſo beſchmutzt.

Georg. Ja doch, Mutter, mit gutem Willen — ſie warf mir dabei noch vor:
„Jetzt biſt du ein ſchönes Mutterſöhnchen — dir giebt die Mutter, wovon
ich nichts bekomme.“

Mutter. O du loſes Mädchen!

Georg. Mutter, gieb mir Urſula’s Kirchenjäckchen, ich will es in die
Lache eintauchen.

Mutter. Rede nicht ſo thöricht, das würde den Vater treffen, Kleider
koſten Geld.

Georg. Mutter, ſchlage doch die Urſula gewiß recht ſehr.

Mutter. Ich will es dem Vater erzählen, mag ſie der Vater ſelbſt
ſtrafen.

Als der Vater aus Wittichenau vom Ablaß nach Hauſe kam, erzählte ihm die
Mutter alles heimlich. Abends zog der Vater aus der Taſche ſeines Rockes
zwei Semmeln und zwei Pfefferkuchen hervor, gab alles dem Georg und
ſagte: „Hier haſt du, Georg, heute bekommſt du Urſula’s Theil mit, ihr
aber will ich die Ruthe geben.“ Urſula ſaß hinter dem Ofen und weinte.

Nun nahm die Mutter den Georg bei Seite und redete in der Stille
folgender Weiſe zu ihm: „Du weißt, daß der Vater, obſchon er Urſula ihre
Ungezogenheit übel nimmt, doch ſonſt ſie lieb hat. Mache <pb n="60"/>ju
lubo ma. Ztżiṅ té Nanei tu Ẇeſowoſcz — wotedai Wurſchi jenu Czawtu habò
jedén Popṙancżk, ha potom dai Nanei dobre Swowo za ṅu, zo bò wòn ji tòn
pżipojedżené Prut tòn mòl zpużcżiw. To budże Nanei zawėſczi jara deṙe ſo
lubicż.“

Jurij ſchitko tak ztżini, każ jomu ta Macż wukazawa bė. Ha to ſo tom’
Nanei żawoſṅe jara luƀeſche; wòn Jurijei czéwu nowu Draſtu zeſchavuwa,
ha mėjeſche wot toho Tżaſa toho Hòlcza hiżcże ẇele bòle lubo. Téż
Wurſcha taiku Luboſcz k Jurijei nadobò, zo jomu nidé żaneje Kżiwdé dale
ṅetżiṅeſche, hale wo wſchėm, żtoż jomu jenoi na Wotżomai widżeſche, bė
jomu k Woli ha k Swużƀe.

Nėt ta rozomna Macż tżaſto wobomai romadże dawaſche tu Wutżbu: „Luboi
Dżėſczi! Bohu tom’ ṅeƀeſkom’ Nanei budżetai wòi nailėṗe ſo lubicż z tém,
zo témſamém Cżwojekam, kiż tṙebai wamai Kżiwdu potżiṅa, Bohu k Luboſczi
za to Dobroté wopokażetei. Ha z tém budżetai téż tu Luboſcz téch
Cżwojekow naizkeṙſcho k ſebi docżanécż.“

10. Ṅewėdomoſcz Żkodu pżiṅeſe.

Jedén khudé Bur mėjeſche Bratra w Czuzƀe. Tòn bė żno dwaczécżi Lėt’
dowho z Kraja précż ha ſchė Ludżo mėṅachu, zo wòn mordwé jo, pżetoż
nitżo ṅebé wot ṅoho k ſwòſcheṅu. Jedén mòl dòſta tòn khudé Bur z Mėſta
jedén Liſt. Dokelż wòn lazuwacż ṅemòżeſche, dżėſche wòn k ſwojomu
Suſodei ha prajeſche jomu: „Lubé Jakuƀe! té mòżeſch praẇe duſchṅe
lazuwacż, prai mi tola, żto jo tu wo tém Liſcże piſane?“ Tòn Suſod
pżelazuwa tòn Liſt ha prajeſche po Kwili: „Twòi Brat jo wumṙeẇ ha jo cżi
pòw Sta Toleri wotkazaw; té dérbiſch zmolom pżiṅcż ha te Ṗeṅezé
zbėnécż.“ „Dże da vak dérƀu <pb n="61"/>dem Vater die Freude — gieb der
Urſula eine Semmel oder einen Pfefferkuchen, und dann gieb dem Vater ein
gutes Wort für ſie, damit er ihr die zugeſagte Ruthe diesmal erlaſſe.
Das wird dem Vater gewiß ſehr gefallen.“

Georg that alles ſo, wie ihm die Mutter geheißen hatte. Und dies gefiel
dem Vater gar ſehr; er ſchaffte dem Georg ganz neue Kleider und hatte
von dieſer Zeit an den Knaben noch viel lieber. Auch die Urſula gewann
eine ſolche Liebe zu Georg, daß ſie ihm niemals mehr ein Leid zufügte,
ſondern ihm in Allem, was ſie ihm nur an den Augen abſah, zu Willen und
zu Dienſten war.

Jetzt gab die verſtändige Mutter oft beiden zuſammen die Lehre: „Liebe
Kinder, Gott dem himmliſchen Vater werdet ihr am Beſten gefallen, wenn
ihr denjenigen Menſchen, die euch etwa Unrecht zufügen, Gott zu Liebe
dafür Wohlthaten erweiſet. Und dadurch werdet ihr euch auch die Liebe
der Menſchen am eheſten zuziehen.“

♣X. Unwiſsenheit bringt Schaden.♠

♣Ein armer Bauer hatte einen Bruder in der Fremde. Der war schon zwanzig
Jahre lang aus dem Lande fort und alle Leute meinten, daſs er todt ſei,
denn nichts war von ihm zu hören. Einmal bekam der arme Bauer aus der
Stadt einen Brief. Weil er nicht leſen konnte, ſo ging er zu ſeinem
Nachbar und ſagte zu ihm: „Lieber Jacob! du kannſt recht hübſch leſen,
ſage mir doch, was iſt in dieſem Brieſe geſchrieben?“ Der Nachbar
überlas den Brieſ und ſagte nach einer Weile: „Dein Bruder iſt geſtorben
und hat dir fünfzig Thaler vermacht; du ſollſt ſogleich kommen und das
Geld heben.“ „Wo aber ſoll ich denn hingehen, damit ich das Geld
bekommen♠ <pb n="62"/>ja hicż, zo mòw te Ṗeṅezé krédnécż,“ praſcheſche
tòn Bur. „Jara daloko,“ wotmoji tòn Suſod, „do Hamſterdama, wòſche Sto
Milow daloko.“ „Ach,“ prajeſche zrudṅe tòn khudé Bur, „to ṅemòżu; tak
déjaw moje Hozpodarſtwo zakomdżicż ha bòch jaczé Nawożkow mėw, hacż te
Herbſtwo hòdne jo.“ „Nò,“ ṙekné jomu tòn Suſod, „dai mi tòn Liſt! Ja czu
tebi tziczécżi Toleri dacż ha te Ṗeṅezé na moju Portu zbėnécż.“ Tòn Bur
bė z tém zpokojom ha zẇeſeli ſo na tei Dobrocże ſwojoho Suſoda. Tòn
Suſod pak bė Hebak. Wo tém Liſcże ṅebė piſane wot pòw Sta Toleri, hale
wot dweju tawzėntow. Nėt bė tòn valſchné Suſod bohaté, hale wòn te ſwoje
ṅezprawne Bohaſtwo w kròtkim pżetżini z pròzném Wokokhodżeṅom, z Racżom
ha Picżom. Wòn bò khudé ha zadzpjaté. Na ſṁertném Wożu ṅemóżeſche wòn
wumṙecż téch Kuſow toho Swėdoṁa dla, ha wuzna ſo zjawṅe toho ſwojoho
Hebawſtwa.

Oh kak wużitne ſu Schułe! W Schuli wukṅemò lazuwacż, piſacż ha
rachnuwacż, ha ṅetṙebamó ſo wot lòzéch Cżwojekow wohebacż dacż.

11. Rȯżowé Pupk.

(Parabola po Krumacheru wot J. P. Jórdana.)

Jedén Hòltżik ſtejeſche pȯdla jenoh’ rȯżowoh’ Kerka, pownoh’ Pupkow ha
wukcżėtéch Ròżi. Ẇeſełe wobladuwaſche wòn pa tu pa tamnu Rożitżku, pa
zas jene Woṗeſchko, pa pa jedén Pupk. Joho Nan, zezadé Żtoma ſtejo,
widżeſche to z lubozném Potżucżom. Tòn Hòltżecz pak ṅepżeſta ladacż ha
ſo dżiwacż. Zpodżiwaṅo na Rjanoſczi zbudżuẇe Mòſl na Wėrnoſcz.

Tòn Hòltżecż czéſche wuladacż ha wupȯtacż, kak z Pupka Ròża naſtaṅe.
Swojei Rutżczé do Boka <pb n="63"/>♣kann,“ ſragte der Bauer, „Sehr
weit,“ antwortete der Nachbar, „nach Amſterdam, über hundert Meilen
weit.“ „Ach,“ ſagte betrübt der arme Bauer, „das kann ich nicht; da
müſste ich meine Wirthſchaft versäumen und würde mehr Koſten haben, als
die Erbſchaſt werth iſt.“ „Nun,“ sprach zu ihm der Nachbar, „gieb mir
den Brioſ! Ich will dir dreiſsig Thaler geben und das Geld auſ meine
Part erheben.“ Der Bauer war damit zuſrieden und freute sich über die
Geſälligkeit seines Nachbars. Der Nachbar aber war ein Betrüger. In dem
Brieſe war nicht geſchrieben von fünſzig Thalern, sondern von zwei
tausend. Nun war der ſalsche Nachbar reich, allein er vergeudete in
kurzer Zeit ſeinen ungerechten Reichthum mit Müssiggang, mit Spiel und
Trunk. Er wurde arm und verachtet. Auf seinem Todtenbette konnte er
nicht ersterben der Gewissensbisse wegen, und bekannte öffentlich seinen
Betrug.♠

♣O wie nützlich sind die Schulen! In der Schule lernen wir lesen,
schreiben und rechnen, und brauchen uns nicht von bösen Menschen
betrügen lassen.♠

11. Die Roſenknospe.

(Eine Parabel nach Krummacher von J. P. Jordan.)

Ein Knabe ſtand neben einem Roſenſtrauche voll Kuospen und blühender
Roſen. Freudig betrachtete er bald dieſe, bald jene Roſe, bald wieder
ein Blatt, bald eine Knospe. Sein Vater, hinter einem Baume ſtehend, ſah
das mit Wohlgefallen. Der Knabe aber hörte nicht auf zu ſchauen und ſich
zu verwundern. Die Bewunderung des Schönen weckt den Sinn für das Wahre.

Der Knabe wollte ſehen und erforſchen, wie aus einer Knospe eine Roſe
werde. Seine kleinen Arme in die <pb n="64"/>ſtajiwſchi ṅezpużcżi wòn
żanoh’ Wotżka z jenoh’ taikoh’ Pupka.

Skoro pak tòn Hòltżecz dozrozemi, zo ſchitke joho Ladaṅo podarmo jo. Nėt
ſebi wòn jedén Pupk wużcżipné roztżini jòn ha wobladuwaſche pilṅe
ſchitko, żtoż wòn nutzka namaka. Da pżiſtupi Nan ha wopraſcha ſo joho:
„Na tżo da ſebi tola tak pilṅe mòſliſch, mòi Séhnko?“ — „Ach lubé Nano,“
wotmoji tòn Pacholk, „ja czéw radé ẇedżecż, żto to Pupk tżini, zo z ṅoho
Ròża pżiṅdże? Tohodla tònlei wużcżipnéch ha ſei rozno rozpowożich. Hale
ja tu nutzka nitżo ṅewidżu, hacż lute mawe Woṗeſchka powne Vawdkow ha
Zmorſkow. Dé bėch jeno jòn tola ṅezkònczuwaw!“

„To nitżo ṅeżkodżi, mòi Séhnko,“ ṙekné Nan, „tu jo jich tohodla pżeczé
doſcz. Ta Natura dawa nam nicz jeno to, żtoż mò tṙebamó, hale téż, żtoż
nas zẇeſeli ha z tżohoż mò nėżtożkuli nawuknécz mòżemò. Tebe k Pżikwadei
jo wona nėtlei nawutżiwa, zo to nitżo lòchke ṅejo, jeje Pòtainoſcże
zpòznacż.“

„Hale ja tola nitżo rozomniſchi ṅeiſém,“ prajeſche tòn Hòltżecz.

„Tola bė to dobre, mòi Séhno,“ wotmoji Nan; „té bė ſei ſwėrṅe prėdkwzaw,
nėżto nawuknécż z toholei Kerka. Telei Prėdkwzacżo jo żno ſamo na ſebi
dobre; té ſé dobru Wolu mėw, ha to jo kwalbne. Hacż Cżwojek nėżto
wuẇedże habé nicz, to nejo kożdé Tżas joho Wina. Dobra Wola, dobra Mós
naijaczé pwacżi.“

Po Kwili tòn Hòltżecż zas potża: „Nò da, prai da mi té, Nanko, kah mòże
z Pupka taika ſchikwana Rȯżitżka wuroſcz?“

Ha Nan wotmoji: „Mòi Séhno, téż ja cżi ṅemòżu nitżo dale prajicż, hacż
to, żtoż kòżde Cżwojek tu ſo ſtawacż widżi: Pupk ſo pomawu wuroſcże
ẇetżi ha ẇetżi, reṅſchi ha łeſniſchi; potom ſo pukṅe ha <pb
n="65"/>Seite ſte mend verlor er kein Auge von einer ſolchen Knospe.

Bald aber fand der Knabe, daß all ſein Schauen vergeblich ſei. Nun
pflückte er eine Knospe, brach ſie auf und betrachtete genau alles, was
er drinnen fand. Da trat der Vater hinzu und fragte ihn: „Worüber
ſinneſt du denn ſo ernſthaft nach, mein Söhuchen?“ — „Ach lieber Vater“,
antwortete der Knabe, „ich möchte gern wiſſen, wie es die Knospe macht,
daß aus ihr eine Roſe kommt? Darum habe ich dieſe abgepflückt und
auseinandergefaltet. Aber hier drinnen ſehe ich nichts, als lauter
kleine Blätrchen voll Falten und Runzeln. Möchte ich ſie nur nicht
verletzt haben!“

„Das ſchadet nichts, mein Sohn,“ ſagte der Vater, „hier iſt ihrer
deshalb immer noch genug. Die Natur giebt uns nicht nur das, was wir
brauchen, ſondern auch das, was uns erfreut und woraus wir etwas lernen
können. Dich zum Beiſpiel hat ſie jetzt belehrt, daß das nichts leichtes
iſt, ihre Geheimniſſe zu erforſchen.“

„Aber ich bin doch um nichts verſtändiger geworden“, ſagte der Knabe.

„Doch war es gut, mein Sohn“, antwortete der Vater; „du hatteſt dir
ernſtlich vorgenommen, etwas von dieſem Strauche zu lernen. Dieſer
Vorſatz iſt ſchon an ſich ſelbſt gut; du haſt guten Willen gehabt, und
das iſt lobenswerth. Ob der Menſch etwas ausführt oder nicht, das iſt
nicht jederzeit ſeine Schuld. Der gute Wille, die gute Geſinnung gilt am
meiſten.“

Nach einer Weile fing der Knabe wieder an: „Nun denn, ſage mir, lieber
Vater, wie kann aus einer Knospe eine ſolche ſchöne Roſe hervorwachſen?“

Und der Vater antwortete: „Mein Sohn, auch ich kann dir weiter nichts
ſagen, als das, was jeder Menſch hier geſchehen ſieht: die Knospe wächſt
allmählig hervor größer und größer, ſchöner und lieb-Woṗeſchka <pb
n="66"/>ſo rozwinu, każ je tulei widżiſch. Dale ja téż nitżo ṅewėm.
Taike ṙane Wėczé dȯſtaṅėmò mò hiżo hotowe; hale ta Ruka, kiż je
pżihotuẇe, ha ta, kiż je wobradża, jo nam ṅewidżowna.“

Nėt tòn Hòltżecz zaſé zbėże tòn wużcżipṅené Pupk ha prajeſche: „Hale déż
da taikilei Pupk zamȯżi ſam tak ṙeṅe ſo wuroſcz ha wuwicż, ṙeṅſcho hacż
bò to Cżwojek dokoṅaw: tżohodla da ṅezamȯżi wòn anicz napżecżo mawom’
Dżėſcżu ſo wobaracż, zo mȯi wahodné Porſczik jȯn ṅewużcżipṅe? Kak da, zo
wón na dobo zamȯżi tak mawo ha tak ẇele?“

„Mėṅiſch da té, mòi Séhnko, zo jo ſo tónlei Pupk tżiſcże ſam ze ſo
ztżiniw ha tak ṙeṅe ſo wuroſt?“ prajeſche Nan ha polada z czéwei ſwojei
wutrobnei Dobrocżiwoſcżu ſwojom’ Dżėſcżu do Wotżow.

„Ach,“ wotmoji tòn Séhn, „to maju Kwėtki ha Ròżitżki wėſczi téż Nana ha
Macż, zo jim wonei jėſcz ha picż dawatai, je hoṙecżeṅetai ha
wukhowatai?“

„Hai, mòi Séhno, wone maja taikoho Nana, tohoſamoho Nana, kotrohoż mò
ſchiczéṙeṅe mamò; hale toholei dobrocżiwoh’, luboh’ Nana nichtò ṅewidżi;
mò jeno widżimò ha pòtṅemò joho Mòcz ha Luboſcz wo nas ha wokowo nas.
Tònlei Nan ſchėch Cżwojekow, ſchitkich Ztwoṙeṅow ha ſchoho Swėta jo Bòh
lubé Kṅez.“

Da bò tomu Hòltżikei tak dżiwṅe wo Wutroƀe, ha wot toho Tżaſa bėchu jomu
ſchitke Ròżitżki wo Zarodże ha Kwėtki na Polu, hako lubi Bratziki ha
łeſne Sotzitżki. Ha tȯn Hòltżecz pżiƀeraſche na Staroƀe, każ téż na
Rozomnoſczi ha Luboznoſczi pżed Bohom ha pżed Cżwojekami.

<pb n="67"/>

licher; hierauf ſpringt ſie auf und kleine Blättchen kommen zum
Vorſchein, wie du es hier ſiehſt. Weiter weiß auch ich nichts.
Dergleichen ſchöne Sachen bekommen wir ſchon fertig; aber die Hand,
welche ſie zubereitet, und die, welche ſie beſcheert, iſt uns
unſichtbar.“

Jetzt hob der Knabe die abgepflückte Knospe wieder auf und ſagte: „Aber
wenn eine ſolche Knospe von ſich ſelbſt ſo ſchön wachſen und ſich
entfalten kann, ſchöner als daß dies ein Menſch thun könnte: warum kann
ſie denn da nicht auch gegen ein kleines Kind ſich ſträuben, daß ſie
mein zartes Fingerchen nicht abpflückte? Woher kommt es denn, daß ſie
zugleich ſo wenig und ſo viel vermag?“

„Meinſt du denn, mein Söhnchen, daß ſich dieſe Knospe ganz und gar aus
ſich ſelbſt gebildet hat und ſo ſchön hervorgewachſen iſt?“ ſagte der
Vater und ſah mit ſeiner ganzen Herzensgüte ſeinem Kinde in die Augen.

„Ach“, antwortete der Sohn, „da haben die Blumen und Roſen gewiß auch
einen Vater und eine Mutter, die ihnen zu eſſen und trinken geben, ſie
aufziehen und verpflegen?“

„Ja, mein Sohn, ſie haben einen ſolchen Vater, denſelben Vater, welchen
wir alle baben; aber dieſen gütigen, lieben Vater ſieht niemand; wir
ſehen und empfinden nur ſeine Macht und Liebe in uns und um uns. Dieſer
Vater aller Menſchen, aller Geſchöpfe und der ganzen Welt iſt der liebe
Gott.“

Da wurde dem Knaben ſo wunderbar im Gemüthe, und von dieſer Zeit an
waren ihm alle Roſen im Garten und Blumen auf dem Felde wie liebe Brüder
und anmuthige Schweſtern. Und der Knabe nahm zu an Alter, wie auch an
Verſtand und Tugend vor Gott und vor den Menſchen.

<pb n="68"/>

12. Te Ṅepłe.

(Z tédżeṅſkeje Nowiné.)

Poſkaicże, lube Dżėcżi, ja czu wam pojedacż, kak prėṅe Ṅepłe pola nas wo
Euroṗe ſu waṙene ha jėdżene!

Pżed pȯwtzecża Sta Lėtami, to jo w Lėcże 1585, pòſuwa wėſté Wòdżnik ha
Reiżownik, z Ṁenom Vrancz Draka, z ameriſkoho Kraja do Jandżelſkeje
dobromu Pżecżelei te prėṅe Ṅepłe z tei Prȯſtwu, zo bò tute Pwodé, te
Kulki, deṙe na Kedżbu wzaw ha je ſadżaw; pżetoż wone mòwe za jandżelſki
Krai nėdé jara ważne bòcż.

Tòn dobré Pżecżel poſuchaſche ſwojoho Pżecżela Draku ha porutżi
Zarodnikei, zo bò te Ṅepłe do Zarodé woſadżaw. To ſo ſchitko hacż
nailėṗe ſta, te Ṅepłe roſcżechu, kcżėjachu ha zrawjachu. Déż nėt tòn
Kṅez teje Zarodé pżiṅdże ha te żowte ha zełenkoite Boblinki na Zelu
wiſajo widżeſche, mėṅeſche wòn, zo to tòn prawé Pwòd jo, kiż ſo k Jėdżi
hodżi, pżikaza tohodla Kucharczé, zo bò ſchak Jėdż wot tutéch czuzéch
Boblinkow nawariwa. To ſo ſta. Tòn Kṅez pak proſcheſche ẇele ha
woſebnéch Hoſcżi na Woƀed. Déż nėt ſchė Gréchté nimo bėchu, bò napoſłedk
wodżėta Żkla na Blido pżiṅeſena, wo kotreiż te waṙene Boblinki ſo
namakachu, ha bėchu z Czokorom, Rózénkami ha z Czimtom poſépane. Tòn
Kṅez poſtané ha dżerżeſche ſwojim tżeſném Hoſcżam wukwalnu Rétż, wo
kotreiż ſwojoho dobroho Pżecżela Draku ha tu nowu Jėdż pżez Mėru
pozbėhuwaſche, ha prajeſche, zo z tutoho nowoho Pwoda za czéwé Krai
wulka Dobrota pżiṅcż budże, proſcheſche napoſłedk téż, każ Braſchka na
Kwaſu, ſwojich Hoſcżi, zo czéli nėtkoi k prėnomu Molei tutu nowu Jėdż
woptacż. Woni ƀeṙechu poṁenuwane Pwodé ze Żklė

<pb n="69"/>

12. Die Kartoffeln.

(Aus der „Tédżeṅſka Nowina“.)

Höret, liebe Kinder, ich will euch erzählen, wie die erſten Kartoffeln
bei uns in Europa gekocht und geſpeiſt wurden!

Vor dritthalb hundert Jahren, das iſt im Jahre 1585, ſchickte ein
Schiffer und Reiſender, mit Namen Franz Drake, aus Amerika nach England
einem guten Freunde die erſten Kartoffeln mit der Bitte, dieſe Früchte,
die Kügelchen, wohl in Obacht zu nehmen und ſie zu ſtecken; denn ſie
könnten für England einmal ſehr wichtig werden.

Der gute Freund gehorchte ſeinem Freunde Drake und befahl dem Gärtner,
die Kartoffeln in den Garten zu pflanzen. Das ging aufs allerbeſte, die
Kartoffeln wuchſen, blüheten und reiften. Als nun der Herr des Gartens
kam und die gelben und grünlichen Knollen an dem Krante hängen ſah,
glaubte er, daß das die rechte Frucht ſei, welche ſich zum Eſſen eigne,
befahl daher der Köchin, von dieſen fremden Knollen eine Speiſe zu
kochen. Das geſchah. Der Herr aber vat viele und vornehme Gäſte zu einem
Mahle. Als nun alle Gerichte vorüber waren, wurde zuletzt eine verdeckte
Schüſſel auf den Tiſch gebracht, in welcher ſich die gekochten Knollen
befanden und mit Zucker, Roſinen und Zimmet beſtreut waren. Der Herr
ſtand auf und hielt ſeinen ehrbaren Gäſten eine Lobrede, in welcher er
ſeinen guten Freund Drake und die neue Speiſe übermäßig erhob, und
ſagte, daß aus dieſer neuen Frucht für das ganze Land eine große
Wohlthat entſpringen werde, bat ſchließlich auch, wie ein Trauſchmer auf
der Hochzeit, ſeine Gäſte, jetzt zum erſten Male dieſe neue Speiſe
koſten zu wollen. Sie nahmen die genannten Früchte aus der Schüſſel und
brachten <pb n="70"/>ha pżiṅeſechu je d’ Horta, hale nikomu ṅechaſche
ſwodżecż; ſchiczé Hubé zcżahuwachu ha ṁakṅeſche jim w Żiwocże. Tomu
Kṅezei dżėſche ſo tohoruṅa, hacż ſo ruṅe naibòle pròczuwaſche, zo bò
tola nėżto pożṙew. Na to mėṅachu ſchiczé wulczé ha woſebni Kṅeża, zo dṙe
jo tutòn Pwòd za tamné Krai, dżeż hako doṁaczé roſcże ha zezrawi, jara
dobré, hale pola ṅich k nitżom’ ṅejo, dokelż wo jich Kraju Zrawoſcz
ṅedòſtaṅe. Woni dérbjachu tu Jėdż woſtajicż, dokelż nikomu ſo nitżo
jaczé ṅechaſche, ha bėſche jenoż Czokora, Czimta ha Ròzénkow Żkoda, kiż
bėchu na te Boblinki naſépane.

Tòn Kṅez porutżi potom nėwné ſwojomu Zarodnikei, zo bò te czuze Zela
wutorhaw, na Stronu zmetaw ha zpaliw. Déż tȯn Kṅez k Wòhenei pżiṅdże,
ſtupi wòn na ṗetżenu Ṅeplu ha roztepta ju. Wòn polada, żto bò to bòwo,
zbėże ju, ha lei! wona tak lubozṅe woṅeſche, tak lubozṅe, zo kȯżdé, kiż
je tżujeſche, ſebi mȯſlicż dérƀeſche: taike kraſṅe woṅate Kułe dérbja
wėſczi téż k Jėdżi dobre bòcż. Tòn Kṅez ſo praſcheſche Zarodnika, żto to
do tżornéch Kulow jo, kiż pżi Wóheṅu leża, ha dòſta k Wotmojeṅu, zo ſu
te Kułe na Koṙeṅach toho czuzoho Zela wiſawe. Nėt wotucżi Kṅezei Rozom
ha da ſchitke te Kulki zezbėracż, téż za ṅimi récż, dżeż bėchu ſtawe, da
Kucharczé Woƀed wot ṅich pżihotuwacż ƀez Czokora, Ròzénkow ha Czimta,
daſche je jenoż wo horczém Poṗeẇe woṗecz, proſcheſche zaſé téchſaméch
Hoſcżow k Woƀedu, da te ṗetżene Ṅepłe pżiṅeſcz, rétżeſche zas k ṅim ha
prajeſche: „Tòn kròtkowidżiwé Cżwojek huſto tak ſudżi, każ joho Wotżi
zẇercha widżitei ha joho Wuſchi zẇercha ſwòſchitei. Déż pak taklei tżini
ha lėṗe ṅekedżbuẇe, bwudżi wòn jara huſto ha wurétżi ſebi ṅeprawé Sud.
Tak jo ſo nam téż wondano zeiſchwo.“ Na to pokaza tòn <pb n="71"/>ſie in
den Mund, aber Keinem wollte es ſchmecken; Alle verzogen den Mund und es
wurde ihnen übel. Dem Herrn ging es ebenſo, obſchon er ſich am meiſten
bemühete, doch etwas herunter zu ſchlingen. Hierauf meinten alle großen
und vornehmen Herren, daß wol dieſe Frucht für jenes Land, woſelbſt ſie
als einheimiſch wächſt und reift, ſehr gut ſei, aber bei ihnen nichts
tauge, weil ſie in ihrem Lande die Reife nicht erlange. Sie mußten die
Speiſe ſtehen laſſen, weil Keiner mehr davon mochte, und es war nur um
den Zucker, Zimmet und um die Roſinen ſchade, die auf die Knollen
geſchüttet worden waren.

Der Herr befahl hierauf im Zorn ſeinem Gärtner, das fremde Unkraut
auszureißen, auf die Seite zu werfen und zu verbrennen. Als der Herr zum
Feuer kam, trat er auf eine gebratene Kartoffel und zerdrückte ſie. Er
ſah nach, was das wäre, hob ſie auf und ſiehe! ſie duftete ſo lieblich,
ſo lieblich, daß jeder, der es empfand, denken mußte: ſolche herrlich
duftende Kugeln müſſen gewiß auch zum Eſſen gut ſein. Der Herr fragte
den Gärtner, was das für ſchwarze Kugeln ſeien, die beim Feuer liegen,
und erhielt zur Antwort, daß dieſe Kugeln an den Wurzeln des fremden
Krautes gehangen hätten. Nun ging dem Herrn der Verſtand auf und er ließ
alle die kleinen Kugeln aufſammeln, auch darnach graben, wo ſie
geſtanden hatten, ließ durch die Köchin ein Mittagsmahl davon bereiten
ohne Zucker, Roſinen und Zimmet, ließ ſie nur in heißer Aſche braten,
lud wieder dieſelben Gäſte zum Mahle ein, ließ die gebratenen Kartoffeln
bringen, ſprach wieder zu ihnen und ſagte: „Der kurzſichtige Menſch
urtheilt öfters ſo, wie ſeine Augen oberflächlich ſehen und ſeine Ohren
oberflächlich hören. Wenn er es aber ſo macht und nicht beſſer Acht
giebt, irrt er ſehr oft und ſpricht ein unrichtiges Urtheil aus. So iſt
es auch uns neulich gegangen.“ <pb n="72"/>Kṅez ſwojim Hoſcżam te nowe
Ṅepłe ha proſcheſche, zo bòchu znowa woptali, te budża jim lėṗe
ſwodżecż. Ha woni je jėdżechu ha ṅemòżachu ſo jich najėſcz, tak deṙe jim
ſwodżachu, ha kwalachu je jara.

Wot toho Tżaſa rozplahuwachu ſo te Ṅepłe z jeneje Zarodé do druheje,
kòżdé czéſche wo ſwojei Zarodże ha na ſwojim Blidże Ṅepłe mėcż. Za ẇele
ẇele Lėt’ bòchu wone téż k nam do nėmſkoho Kraja pżiṅeſene, ha w Lėcże
1740 potżachu je wo Sakſkei plahuwacż.

13. Té dérbiſch Nana ha Macż w Tżeſczi mėcż, zo bò ſo tebi deṙe ſchwo ha
té dowho żiwé bòw na Zeṁi.

(Z tédżeṅſkeje Nowiné.)

Wo nėkaikei ſerſkei Wſé mėjeſche Séhn, kiż bė nanowe Hozpodarſtwo na ſo
wzaw, ſwojoho ſtaroho Nana dożiwicż ha wobſtaracż. Wòn mėjeſche potaikim
ſwojomu ſtaromu Nanei tak tżinicż, każ joho Nan pṙedé jomu za joho
dżėcżacze Lėta ha Modoſcz tżiniw bėſche. Tòn Séhn ze ſwojei Żonu pak ſo
jara ṅepėkṅe pżecżiwo tom’ Nanei zadżerża. Dokelż tòn Nan ſtaré bė,
ṅemòżeſche won jaczé deṙe widżecż, téż tżeṗetaſchtei jomu joho Ruczé.
Déż wòn nėt za Blidom ſeidżeſche, ſta ſo huſto, zo Jėdż tżepotajo ze
Wżiczé wutżaſné ha rozkida — téż huſto ſwaboho Widżeṅa dla do toho habò
tamnoho ſtortżi, habò téż ſwoju Żklitżku zròcżi ha rozbi. Tolei ſo tei
modei Żoṅe ṅepėkṅe zdaſche, ha na taike Jėdzeṅo ſo pżeczé jara wulczé
nėwaſche. Tón Séhn tohodla ſwojoho ſtareho Nana pżichodṅe na khachlowu
Wawku doẇedże ha pżiṅeſe jomu jėſcz wo dṙeẇanei Żklitżczé. Taikelei
Zadżerżeṅo ſwojoho Séh. <pb n="73"/>Hierauf zeigte der Herr ſeinen
Gäſten die neuen Kartoffeln und erſuchte ſie, ſie möchten von neuem
koſten, dieſe würden ihnen befſer ſchmecken. Und ſie aßen dieſelben und
konnten ſich daran nicht ſatt eſſen, ſo gut ſchmeckten ſie ihnen, und
ſie lobten ſie ſehr.

Von dieſer Zeit verpflanzteń ſich die Kartoffeln aus einem Garten in den
andern, jeder wollte in ſeinem Garten und auf ſeinem Tiſche Kartoffeln
haben. Nach vielen vielen Jahren wurden ſie auch zu uns nach Deutſchland
gebracht, und im Jahre 1740 fing man an, ſie in Sachſen zu bauen.

13. ♣Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohlgehe und du
lange lebest auf Erden.♠

(♣Aus der „Tédzenska Nowina.“♠)

♣In einem wendischen Dorſe hatte ein Sohn, der die väterliche
Wirthschaſt übernommen hatte, seinen alten Vater zu ernähren und zu
verpflegen. Er hatte demnach seinem alten Vater so zu thun, wie der
Vater früher ihm während seiner Kinderjahre und Jugend gethan hatte. Der
Sohn sammt seiner Frau betrug sich aber sehr ungeziemend gegen den
Vater. Weil der Vater alt war, konnte er nicht mehr recht sehen, auch
zitterten ihm seine Hände. Wenn er nun hinter dem Tische sass, geschah
es oft, dass er im Zittern die Speise aus dem Löffel schüttete und
vergoss — auch stiess er öſters des schwachen Gesichts wegen an diesen
oder jenen, oder warf auch sein Schüsselchen um und zerschlug es. Dies
schien der jungen Frau unschicklich, und sie ärgerte sich über ein
solches Essen immer gar sehr. Der Sohn führte darum seinen alten Vater
künſtig auf die Oſenbank und brachte ihm in einer hölzernen Schüssel zu♠
<pb n="74"/>na bołeſche toho Schėdżiwcza wulczé jara, ha Sélzé hòrkeje
Zrudobé bėżachu jomu z Wotżow po joho zmorſchcżenémai Liczomai do Jėdże,
ha wòn cżeżczé zdéchné: „O mòi Bożo!“ hako bò prajicż czéw: „Mòi Kṅeże,
wzmi ṁe k ſebi, pżetoż ja ſém huƀené ha zaſtortżené Cżwojek; ja ſém
mojoho Séhna hako mawe Dżėcżo za Blidom pola Jėdże na mojim Kliṅe ſeidżo
mėw, ha ſém jomu z mojeje Wżiczé jėſcz dawaw; wȯn pak ṁe nėt wo mojich
ſwabéch Lėtach wot Blida ſadża.“

Tòn ṗecżlėtné Hòltżecz toho modoho Hozpodaṙa bėſche ſebi na druhi Dżeṅ
Deſcżitżkow nazbėraw, ſtajeſche je romadu ha pżiklepuwaſche je z Heiku.
Déż nėt joho Nan k Woƀedu pżiṅdże, rajeſche ha klepaſche tòn Hòltżecz
pżeczé ha ṅeréchtuwaſche ſo k Jėdżi. Joho Nan zawowa tohodla joho ha
prajeſche: „Nò, mòi Janko, żto da té tola tżiniſch?“ „Ja Kortko dżėwam,“
wotmoji te Dżėcżo, „zo budżecże wò z ṅoho jėſcz, déż budżecże ſtari ha
ja tak wulki.“ Na tutém Swowtżku toho ṅewinwatoho Dżėſcża ſtròżi ſo joho
Nan, ha wòn ha joho Żona pżiſtupiſchtai Żelnoſcże pownei k tom’ ſtarom’
Nanei ha proſcheſchtai joho ze Sélzami, zo czéw jimai tola jeju Rėch
wodacż ha pżichodṅe pżeczé z ṅimai zaſé za Blidom jėſcz.

Dé bòchu tola ſchitke Dżėcżi ſwojich Starſchich w Tżeſczi mėli ha jim po
Mòżnoſczi te wot ṅich dòſtate Dobroté zapwacżili! Nad taikimi Dżėcżimi
budże Bòh ſwoje Sluƀeṅo doṗelnicż: „Wone ſo tebi deṙe póṅdże ha té
budżeſch dowho żiwé na Zeṁi.“

14. Wot ſerſkeje Rétże.

Rozrétżuwaṅo ƀez Serbom ha Nėmczom.

(Ze Smolerecz „Mawoho Serba.“)

Serb. Kaha ſo cżi ſerſka Rétż lubi?

<pb n="75"/>

♣essen. Ein solches Benehmen seines Sohnes schmerzte den Greis gar sehr,
und Thränen bitterer Trauer lieſen ihm aus den Augen über die runzeligen
Wangen in die Speise, und er seuſzte schwer: „O mein Gott!“ gleichsam
als ob er sagen wollte: „Mein Herr, nimm mich zu dir, denn ich bin ein
elender und verstossener Mensch: ich habe meinen Sohn als kleines Kind
hinter dem Tische beim Essen auſ meinem Schoosse sitzen gehabt und habe
ihm aus meinem Löffel zu essen gegehen; er aber setzt mich jetzt in
meinen schwachen Jahren vom Tische weg“.♠

♣Der fünſjährige Knabe des jungen Wirthes hatte sich am ſolgenden Tage
kleine Brettchen aufgelesen, setzte sie zusammen und klopſte sie
aneinander mit einem Hämmerchen. Als nun sein Vater zum Mittagtische
kam, spielte und klopſte der Knabe immer fort und schickte sic̀h nicht
zum Essen an. Sein Vater rief ihn deshalb und sagte: „Nun, mein
Hänschen, was thust du denn da?“ „Ich mache ein Trögchen,“ antwortete
das Kind, „damit ihr daraus essen könnet, wenn ihr werdet alt und ich so
gross sein.“ Ueber dieses Wort des unschuldigen Kin - des erschrak der
Vater, und er und seine Frau traten reuevoll zu dem alten Vater und
baten ihn mit Thränen, er wolle ihnen doch ihre Sünde vergeben und
künftig immer mit ihnen wieder am Tische essen.♠

♣Möchten doch alle Kinder ihre Eltern ehren und ihnen nach Möglichkeit
die von ihnen empſangenen Wohlthaten vergelten! An solchen Kindern wird
Gott seine Verheissung erſüllen: „Es wird dir wohlgehen und du wirst
lange leben auf Erden.“♠

14. Von der wendiſchen Sprache.

Ein Geſpräch zwiſchen einem Wenden und Deutſchen.

(Aus Schmalers „Mawé Serb.“)

Wende. Wie gefällt dir die wendiſche Sprache?

<pb n="76"/>

Nėmcz. Jara deŕe. Jaczé ja mȯżu ha ṙeṅſcha ſo mi zda.

Serb. Té ſé pak téż w krȯtkim Tżaſu ẇele Serſkoho nawuknéw.

Nėmcz. To dṙe; hale wuwuknéw hiżcże tola ṅeiſém.

Serb. To czu wéricż. Wone jo pak to Kwalbé hòdne, zo mòżeſch ſo hiżom z
Ludżimi rozrétżecż.

Nėmcz. Pżez Rozrétżuwaṅa ſém dżén naijaczé nawuknéw; pżetoż ſerſkomu
Piſmowſtwu hiżcże wulczé jara na Knihach brachuẇe.

Serb. To jo wėrno. Z duchownémi Knihami ſmȯ khėtro doſcz wobſtarani,
hale wo wſchitko druhe jo ſo Serbow Piſṁenoſcz hacż dotak jara mawko
ſtarawa.

Nėmcz. Żtoda pak jo toho Wina?

Serb. Lóchko doſcz ta Bȯjoſcz, zo ṅebudże nichtò żane druhe Knihi
kupuwacż. Téż ṅebė ƀez Serbami Towarſtwo, kiż bȯ ſo za Serbowſtwo
ſtarawo.

Nėmcz. Hale mi ſo zda, zo jo ſo to w naſchim Tżaſu trochu pżemėniwo.

Serb. To jo Prawda. Pżez Zawożeṅo ſerſkich Towarſtwow w Buduſchṅe,
Lipſku ha Wratzwaẇe jo tém Serbam, kiż ſo tam zkhadżuẇu, Pżileżnoſcz
data, zo mȯża nicz jenoż w Czuzƀe ſerſki rétżecż ha ſo deṙe pżihotuwacż
za ſwoje pżichodne Zaſtoinſtwa ƀez Serbami, hale téż Serbowſtwa
Potrėbnoſcże na ſebi ſaméch zeznacż.

Nėmcz. To ſo mi lubi. Ha ja ſei mȯſlu, déż ſu naipṙedé ſwoju prȯczu na
Zezbėruwaṅo ſwojich narodnéch Pokwadow zwożili, pżi tém ſo ſerſkeje
Rétże zczéwa zmȯczuwali ha ſo téż ſami ƀez ſobu

<pb n="77"/>

Deutſcher. Sehr gut. Je mehr ich darin leiſte, deſto ſchöner kommt ſie
mir vor.

Wende. Du haſt aber auch in kurzer Zeit viel Wendiſches erlernt.

Deutſcher. Das wol; aber ausgelernt habe ich doch noch nicht.

Wende. Das will ich glauben. Es iſt aber ſchon das lobenswerth, daß du
dich bereits mit den Leuten in Geſpräche einlaſſen kannſt.

Deutſcher. Durch Geſpräche habe ich ja das Meiſte gelernt; denn der
wendiſchen Literatur fehlt es noch gar ſehr an Büchern.

Wende. Das iſt wahr. Mit religiöſen Büchern ſind wir ſo ziemlich
verſehen, aber um alles andere haben ſich die ſchriftſtellernden Wenden
bis jetzt ſehr wenig gekümmert.

Deutſcher. Was iſt denn aber daran ſchuld?

Wende. Wahrſcheinlich die Beſorgniß, daß niemand andere Bücher kaufen
wird. Auch beſtand unter den Wenden keine Geſellſchaft, die ſich für das
Wendenthum intereſſirt hätte.

Deutſcher. Aber ich bin der Meinung, daß ſich das jetzt in unſerer Zeit
etwas geändert hat.

Wende. Das iſt wahr. Durch die Stiftung wendiſcher Vereine zu Bautzen,
Leipzig und Breslau iſt den Wenden, welche dahin kommen, Gelegenheit
gegeben, nicht nur in der Fremde wendiſch zu ſprechen, und ſich wohl
vorzubereiten für ihr zukünftiges Amt unter den Wenden, ſondern auch die
Bedürfniſſe des Wendenthums an ſich ſelbſt inne zu werden.

Deutſcher. Das gefällt mir. Und ich denke, wenn ſie zunächſt ihre Mühe
auf die Aufſammlung ihrer Nationalſchätze verwenden, hierbei ſich der
wendiſchen Sprache völlig bemächtigen und ſich auch einander gegenſeitig
kennen lernen: daß ſie hernach auch die unbezeznali: <pb n="78"/>zo
budża potom téż ṅewobdżėwane Hona ſerſkoho Piſmowſtwa wobdżėwacż
potżinacż.

Serb. Serſka Rétż jo pak téż hȯdna, zo ju zpėchuẇemȯ. Wona jo ſo, bȯrniż
ƀewſchitkimi ſwojimi Sotrami hacż do dżencziſchoho Dṅa ſnadż naibȯle
nadpaduwana, tola ze ſtarodawnéch Tżaſow ſém w podżiwnei Ṅeranitoſczi
zdżerżawa. Serſke Pėſnitżki, Pżiſwowa ha Baſnitżki ſo kȯżdomu lubja, kiż
je znaje.

Nėmcz. Hai, to jo wėrno. Ha téż to ſém ja zpȯznaw, déż wondano nėkotre
Pėſnitżki lazuwach, zo ſu tute za toho, kiż ſerſki wukṅe, nailȯżo k
zrozeṁeṅu.

Serb. Znajeſch żane druhe Znoſcheṅa?

Nėmcz. Nė; hale ja ſo nadżiju, zo budża mi taikelei Znoſcheṅa téż do
Ruki pżiṅcż.

Serb. Ha té ſo toho kacż ṅedudżeſch, déż je do Ruki wozṁeſch, dokelż w
Znoſcheṅach nailėṗe ſerſkeje Rétże Rjanoſcz ha Zpodobnoſcz zeznacż
budżeſch.

Nėmcz. Ja ſei móſlu, zo żadén rozomné Cżwojek tohodla ſwoju Narodnoſcz
zadzpėcż ṅebudże, déż jo czuzoho nėżto nawuknéw.

Serb. To jo Prawda. Té ſebi twoje Nėmczowſtwo wulczé ważiſch, bȯrṅe ſo
za ſerſku Rétż pròczuwaw, ha ſé tohodla dobré Nėmcz; ja pak kwalu ſebi
ſwoje Serbowſtwo ha tżeſcżuẇu pódla téż nėmſkoho Suſoda, ha żtóha czéw
mi tohodla nėżto porokuwacż?

Nėmcz. Hai, to jo wėrno: żtóż ſwoju Narodnoſcz z Tżeſcżu zaṅdże, pżi tém
pak téż Czuzoho ṅehani, tȯn jo ſebi ſamomu k naiẇetżei Tżeſczi.

Serb. Swėrné Serb ha zprawné Nėmcz ſtai wobai jenak Tżeſcże hȯdnai.

<pb n="79"/>

bauten Felder der wendiſchen Literatur werden zu bebauen anfangen.

Wende. Die wendiſche Sprache iſt es aber auch werth, daß man ſie pflegt.
Sie hat ſich, obgleich unter allen ihren Schweſtern bis auf den heutigen
Tag vielleicht am meiſten beſtürmt, dennoch aus uralten Zeiten her in
einer wunderbarn Unverſehrtheit erhalten. Die wendiſchen Volkslieder,
Sprüchwörter und Mährchen gefallen einem Jeden, der ſie kennt.

Deutſcher. Ja, das iſt wahr. Und auch das habe ich in Erfahrung
gebracht, als ich neulich einige Volkslieder las, daß dieſe für den, der
wendiſch lernt, am leichteſten zu verſtehen ſind.

Wende. Kennſt du keine andere Gedichte?

Deutſcher. Nein; aber ich hoffe, daß mir dergleichen Gedichte auch in
die Hände kommen werden.

Wende. Und es wird dich nicht gerenen, wenn du ſie in die Hände nimmſt,
weil du in den Gedichten am beſten die Schönheit und Gefälligkeit der
wendiſchen Sprache erkennen wirſt.

Deutſcher. Ich denke, daß kein vernünftiger Menſch deshalb ſeine
Nationalität verachten wird, weil er vom Fremden etwas gelernt hat.

Wende. Das iſt richtig. Du hältſt dein Deutſchthum hoch, obgleich du auf
die wendiſche Sprache Mühe verwendeſt, und biſt darum ein guter
Deutſcher; ich lobe mir aber mein Wendenthum und ehre dabei auch den
deutſchen Nachbar, und wer ſollte mich deshalb tadeln wollen?

Deutſcher. Ja, das iſt wahr: wer ſeine Volksthümlichkeit in Ehren hält,
dabei aber auch den Fremden nicht mißachtet, der iſt ſich ſelbſt zur
größten Ehre.

Wende. Ein rechter Wende und ein richtiger Deutſcher ſind beide gleich
ehrenwerth.

<pb n="80"/>

Nėmcz. Hale kotromu Ludu - Zplahwei pżiſwuſcheja da cżi Serbja?

Serb. Mȯ Serbja pżiſwuſchamȯ k tom’ wulkom’ Zplahwei téch Swowjanow.

Nėmcz. Kotre Ludé ſu da ſwowjanſke?

Serb. K tém ſwowjanſkim Ludam pżiſwuſcheja Ruſoẇe, Polakoẇe ha
Wolharoẇe; Tżeſcha, Moraweṅo ha Slowakoẇe; Ilėr iſczé ha mȯ Serbja.

Nėmcz. Pod kotrei Wȯſchnoſcżu ſteja telei ſwowjanſke Ludé?

Serb. Pod ruſowſkei Wȯſchnoſcżu ſu cżi Wulczéruſoẇe, Maworuſoẇe ha
Bėworuſoẇe, Polakoẇe ha nėżto Serbow ha Wolharow; pod hawſtrijaſkei
Tżeſcha z Morawaṅami ha Slowakami, ſchelake Zplahwé ilėriſkich
Swowjanow, ẇele Maworuſow ha nėżto Polakow; pod turkowſkei Ilėriſczé,
kiż téż Tżornéch Horach bȯdlja; pod bramborſkei khėtro ẇele Polakow,
hewak téż cżi Serbja, wot kotréchż téż nėdże Żtwȯrcżina pod ſakſkei
Wȯſchnoſcżu ſteji.

Nėmcz. Kak ẇele Swowjanow da ſcho do Romadé jo?

Serb. Nimałe 75 Milijonow.

Nėmcz. Ha kak ẇele jo naſchich Serbow?

Serb. Nėdże 150,000 Duſchow, wot kotréchż 85,000 w hornéch Wużiczach, ha
65,000 w delnéch Wużiczach bȯdlja.

Nėmcz. Hale to ſei ṅebóch nidé móſliw, zo dérbjawo tak ẇele Swowjanow
bȯcż.

Serb. Tohodla prȯczui ſo, zo ſo w Serſkim praẇe wobtwerdżiſch, potom
mȯżeſch ſchitkich tutéch Ludow Rétże dale bȯle zrozemicż.

<pb n="81"/>

Deutſcher. Ader zu welchem Volksſtamme gehören denn die Wenden?

Wende. Wir Wenden gehören zu dem großen Stamme der Slawen.

Deutſcher. Welches ſind denn die ſlawiſchen Völker?

Wende. Zu den ſlawiſchen Völkern gehören die Ruſſen, Polen und Bulgaren;
die Böhmen, Mähren und Slowaken; die Illyrier und wir Wenden.

Deutſcher. Unter welcher Obrigkeit ſtehen dieſe ſlawiſchen Völker?

Wende. Unter ruſſiſcher Hoheit befinden ſich die Großruſſeu, Kleinrufſen
und Weißruſſen, die Polen und ein Theil Serben und Bulgaren; unter
öſterreichiſcher die Böhmen, Mähren und Slowaken, verſchiedene Stämme
der illyriſchen Slawen, viele Kleinruſſen und ein Theil Polen; unter
türkiſcher die Illyrier, die auch Montenegro bewohnen; unter preußiſcher
ziemlich viel Polen, außerdem die Wenden, von denen auch etwa ein
Viertheil unter ſächſiſcher Hoheit ſteht.

Deutſcher. Wie viel Slawen giebt es denn insgeſammt?

Wende. Ungefähr 75 Millionen.

Deutſcher. Und wie hoch belaufen ſich unſere Wenden?

Wende. Auf etwa 150,000 Seelen, von denen 85,000 in der Oberlauſitz, und
65,000 in der Niederlauſitz wohnen.

Deutſcher. Aber das hätte ich nimmermehr gedacht, daß es ſo viele Slawen
geben ſollte.

Wende. Daher gieb dir Mühe, daß du dich im Wendiſchen recht
vervollkommneſt, dann kannſt du die Sprachen aller dieſer Völker immer
mehr und mehr verſtehen.

<pb n="82"/>

15. Nėżto wot Serbow ha jich doṁaczoho Żiẇeṅa.

(Z téch „Serſkich Pėſnitżkow“ wot Hawpta ha Smoleṙa.)

Serbja pżiſwuſcheja k tomu wulkomu Zplahwei téch Swowjanow. Cżi Swoweṅo
bódlachu wo Aziſkei ha cżeṅechu do Europé, dżcż ſo wo Ruſowſkei,
Pȯlſkei, Tżėſkei ha ſchelakich druhich Krajach dele ſénéchu. Woni ſo
wupżėſtṙechu wot adrijaſkoho hacż do baltiſkoho Moṙa, ha wot Wȯbja hacż
do Wolgi. Cżi Serbja wuzwolichu ſebi Wużiczé k Wobȯdleṅu. Woni ṁenuwachu
tȯnlei Krai „Wużiczé,“ dokelż jow Wuże ha Tonidwa bėchu.

Stari Serbja bėchu Ludżo ſélnéch Stawow, nabrunoitéch Woſow ha
brunoitoho Bezwotża. Hiżcże dżencza ſu cżi Serbja tutomu Znaṁeṅu
podomni, wumėṅene teſame Krajomnoſcże, dżeż Zeṁe Ṅepwȯdnoſcz wulczé
khudoho Żiẇeṅa Wina jo, habȯ dżeż helſki Pałencz żiwu Mȯcz ha Modnoſcz
mori. Dżeż telei Zrudnoſcże Mėſta nimaju, widżiſch ſchudżom tżerſtwéch,
kżejaczéch ha ſchwiżnéch Ludżi.

Rétż hornéch wużiſkich Serbow ma naijaczé Podomnoſcże z tżėſkei, delnéch
wużiſkich pak z pȯlſkei. Jeju Rozdżėłeṅo jo tak wulke, zo ſo ṅewutżeni
horni ha delni Wużitżeṅo lėdém zrétżecż mȯża.

Pobȯżna Mȯs jo naſchich Serbow kwalbne Znaṁo. Tuta pobȯżna Mȯs wopokaże
ſo nicz jeno w krutém Dżerżeṅu na bożei Swużƀe, hale téż w
nėkotrémżkuliż Waſchṅu, jich Poſtroẇeṅach ha Rétże Zwożuwaṅach. Jara
rėdko ſo ſtaṅe, zo bȯchu Serbja ſẇaté Dżeṅ pżez Dżėwo wotſẇecżili; rėka
dżén nėmſki „Sonntag“ Ṅedżėla, to jo: Dżeṅ,

<pb n="83"/>

15. Etwas über die Wenden und ihr häusliches Leben.

(Aus den „Wendiſchen Volksliedern“ von Haupt und Schmaler.)

Die Wenden gehören zu dem großen Stamme der Slawen. Die Slawen wohnten
in Aſien und zogen nach Europa, wo ſie ſich in Rußland, Polen, Böhmen
und verſchiedenen andern Ländern niederließen. Sie breiteten ſich aus
vom adriatiſchen bis zum baltiſchen Meere, und von der Elbe bis zur
Wolga. Die Wenden wählten ſich die Lauſitz zum Wohnort. Sie nannten
dieſes Land „Lauſitz“, weil hier Lachen und Moräſte waren.

Die alten Wenden waren Leute von ſtarken Gliedern, lichtbraunem Haar und
bräunlicher Geſichtsfarbe. Noch heute entſprechen die Wenden dieſem
Bilde, mit Ausnahme derjenigen Diſtrikte, wo die Magerkeit des Bodens
große Dürftigkeit der Lebensart zur Folge hat, oder wo der hölliſche
Branntwein die friſche Lebenskraft ertödtet. Wo dieſe traurigen Zuſtände
nicht obwalten, erblickt man überall kräftige, blühende und ſchlanke
Geſtalten.

Die Sprache der oberlauſitzer Wenden hat die meiſte Aehnlichkeit mit der
böhmiſchen, der niederlauſitzer aƀer mit der polniſchen. Ihre
Verſchiedenheit iſt ſo groß, daß ſich die nichtgelehrten Ober- und
Niederlauſitzer kaum mit einander beſprechen können.

Religiöſer Sinn iſt ein Ehrenzeicheu unſerer Wenden. Dieſer religiöſe
Sinn zeigt ſich nicht nur in ſtrenger Kirchlichkeit, ſondern auch in
mancher ihrer Lebensgewohnheiten, in ihren Begrüßungsformelu und
Redensarten. Es geſchieht äußerſt ſelten, daß Wenden den Feiertag durch
Arbeiten entheiligen; heißt doch das deutſche „Sonntag“ Ṅedżėla, das
iſt: ein <pb n="84"/>dżeż ſo ṅedżėwa. Ṅech jo téż Pucż ha Ẇedro, kaikeż
jeno cze, na Dṅu toho Kṅcza widżiſch jich z Tżṙȯdami ke Mſchi kwatacż. Z
bożoho Doma wuṅdżeni witaja ſo z tém ważném Poſtroẇcṅom: „Witaicże wote
Mſchė,“ ha nėkotréżkuliż Hozpodar ſéṅe ſo Popȯwṅu ze Swojimi romadu, zo
bȯ jim z Prėduwaṅa pojedaw. Do Jėdże ha po Jėdżi zpėwa Hozpodar ze
ſwojimi Doṁaczémi Pacżeṙe, ha déż ſo Pżipȯwṅu ha Ẇetżor pżebija, da
pżeſtaṅe ƀez tém kóżde Dżėwo ha Rozrétżuwaṅo: Muſczé wotpżikréju pokorṅe
Wowu ha ſchitko ztékṅe Ruczé k cżichei Modlitẇe. Wo wſchėch jich
Poſtroẇeṅach maſch Nawrȯcżeṅo na Boha. Pſchi Zetkaṅu praja: „Bȯdż
kwałené Jėzus Kréſtus!“ na tżoż tȯn Stroẇene wotmoji: „Do Wėcżnoſcże,
Amen.“ Pżi Wopȯtaṅu: „K nam witaicże!“ na tżoż tȯn Wopȯtaczé wotmoji:
„Ẇerſch pomhazé!“[1]⁾ Pżi Woteṅdżeṅu praji tȯn, kiż woteṅdże: „Bȯdżeże
tu bożeṁe!“ na tżoż ſo jomu wotmoji: „Bożeṁe khodżcże!“ Séjeli żtó habȯ
ma nėżto Nowe do Domn, da ṅezabȯdże nichtȯ prajicż: „Dai Bȯh Zbożo!“ To
praji ſo téż Kmótram ha kwaſném Hoſcżam, na tżoż woni wotmoja: „Dai to
Bȯh!“ Jo żto ṙane ha nadobne, da pżiſtaji Serb: „Z Boha.“

Wo ẇele woſebnéch Rétżach pȯmni ſo na Boha. Tak praji Serb: „Boże
Swóntżko zkhadża; Swȯntżko bȯże domk dżo; bożi Deſchcżik dżo; boże
Ṅeẇedro cżeṅe; boże Żita ſu ṙane,“ ha ſamȯn Proſcher proſé wo Kuſk
„bożoho Klėba.“ Wumṙe żtȯ nahweje Sṁercże, da reka: „Boża Rutżka jo joho
zajawa.“ Zawėſczi, nitżo ṅeda lėpſche ba żelniwſche Swėtzeṅo wot
Pobȯżnoſcże jenoho Luda, hacż déż <pb n="85"/>Tag, an welchem nicht
gearbeitet wird. Wie auch Weg und Wetter ſein mögen, am Tage des Herrn
ſieht man ſie ſchaarenweiſe zur Kirche eilen. Die vom Gottesdienſte
Heimkehrenden empfängt dann der bedeutungsvolle Gruß: „Seid willkommen
aus der Kirche,“ und mancher Hausvater ſetzt ſich Nachmittags zu den
Seinigen, um ihnen aus der Predigt zu erzählen Vor und nach jeder
Mahlzeit betet der Wirth lant mit ſeinen Hausgenoſſen, und ertönt
Mittags und Abends die Betglocke, ſo unterbricht ſie jede Arbeit und
Unterhaltung: die Männer entblößen ehrfurchtsvoll das Haupt und alles
faltet die Hände zum ſtillen Gebet. In allen ihren Grüßen iſt eine
Hinweiſung auf Gott. Beim Begegnen ſpricht man: „Gelobt ſei Jeſus
Chriſtus!“ worauf der Begrüßte antwortet: „In Ewigkeit, Amen.“ Beim
Beſuche: „Seid uns willkommen!“ worauf der Beſuchende antwortet: „Der
Höchſte helfe!“ Beim Weggehen ſpricht der, welcher weggeht: „Gott
befohlen!“ worauf ihm geantwortet wird: „Gehet in Gottes Namen!“ Wenn
jemand Getreide ausſäet oder etwas Neues in’s Haus gekauft hat, ſo
vergißt n emand zu ſagen: „Gott gebe Glück!“ Dies ſagt man auch zu
Pathen und Hochzeitsgäſten, worauf ſie antworten: „Das gebe Gott!“ Iſt
etwas ſchön und im reichlichen Maße, ſo ſetzt der Wende hinzu: „Durch
Gott“ (iſt’s ſo).

In vielen eigenthümlichen Redensarten liegt das Andenken an Gott. So
ſpricht der Wende: „Gottes Sonne geht auf; Gottes Sonne geht unter;
Gottes Regen geht; Gottes Gewitter zieht; Gottes Feldfrüchte ſtehen
ſchön,“ und ſelbſt der Bettler bittet um ein Stückchen „Gottesbrod.“
Wird jemand vom Schlage getroffen, ſo heißt es: „Gottes Hand hat ihn
berührt.“ Gewiß nichts giebt ein unverwerfjoho <pb n="86"/>Rétż taike
Znaṁo na ſebi ma. Pżetoż w Rétżi wopokazuẇu ſo Luda naiznutzkowniſche
Samotnoſcżė.

Serbja ſu mėrni. Woni zṅeſu ſo deṙe ze ſwojimi Suſodami, ha ƀez
Doṁaczémi ha Ẇeſnémi kṅeżi Pżezjenoſcz. Ṅemėrne Woitżki, Schkeṙedniczé
ha Bitżczé ſu ƀez ṅimi rėdko. Swėrni ſwojomu pżinarodżenomu krainomu
Kṅezei podcżiſnu ſo rade krainém Kazṅam.

Wot jich Dżėwawoſcże ſwėtzi tón wot ṅich wobdżėwané Krai. Pwȯdnomu
Krajei wotdobȯdża bohate Żṅe, ha wuche Pėſki, z kotrémiż jeno khuda
Heiduſchka zpokojom jo, budża pżez jich Zprȯczniwoſcz k Dobȯtkei
nawożene. Serbja pżiſwuſcheja k naipilniſchim, naidżėwawſchim,
naizwólniſchim ha naitwerdzim Rataṙam. Téż cżi Bohacżi ṅewotlakuẇu ſo,
cżi prėni pżi Dżėłe bócż. Nan ha Hozpodar hozpodari tak dowho, hacż joho
Moczé dowoła, huſto hacż do wȯſokeje Starobé, ha ṅeſéṅe ſo hizom w
ſwojich nailėpſchich Lėtach na Wumeṅk, zo bȯchu joho Dżėcżi za ṅoho
dżėwali, żtoż tola pżeczé ſchelakich Wobcżeżnoſcżow Wina jo. Déż woni
hiżcże z ẇele Robotami wobcżeżeni bėchu ha mawo Kwiłe mėjachu, ſwoje
ſamſne Pola wobſtaracż: widżeſche ſo tżaſto, zo Żona muſke Dżėwo
dżėwaſche, Muż pak ſo hiżcże po Robocże hacż do towſteje Tżmȯ na ſwojim
Polu prȯczuwaſche. Hai, bėſche - li Nuza, da zapżeżechu ſo woni ſami do
Brȯné, zo bȯ wuſéte Séṁo do Zeṁe pżiſchwo. Żtȯż żanu Żiwnoſz nima, lada,
zo bȯ ſebi ſwȯi Klėb hako Dżėwacżer habȯ Najaté zaſwużiw, habȯ żiwi ſo
pżez rutżne Dżėwo. Tohodla jo ƀez Serbami jenoż jara mawko Proſcheṙow.

<pb n="87"/>

licheres und rührenderes Zeugniß von der Frömmigkeit eines Volkes, als
wenn ſeine Sprache ein ſolches Gepräge trägt. Denn in der Sprache
ſpiegelt ſich das innerſte Weſen eines Volkes ab.

Die Wenden ſind friedfertig. Sie vertragen ſich gut mit ihren Nachbarn,
und in Familien und Gemeinden herrſcht Einigkeit. Unruhige Köpfe,
Händelſucher und Raufbolde ſind unter ihnen ſelten. Treu dem
angeſtammten Landesherrn unterwerfen ſie ſich gern den Landesgeſetzen.

Von ihrer Arbeitſamkeit zeugt das von ihnen bebaute Land. Dem tragbaren
Boden gewinnen ſie reiche Erndten ab, und karge Sandflächen, wo nur der
genügſame Buchweizen fortkommt, werden durch ihren Fleiß ausgebeutet.
Die Wenden gehören zu den emſigſten, thätigſten, unverdroſſenſten und
ausdauerndſten Landwirthen. Auch die Begüterten ſcheuen ſich nicht, die
erſten bei der Arbeit zu ſein. Der Familienvater ſteht dem Hausweſen
vor, ſo lange es ſeine Kräfte erlauben, oft bis in’s höchſte Alter, und
pflegt nicht ſich in ſeinen beſten Jahren ins Ausgedinge zu ſetzen und
ſeine Kinder für ſich arbeiten zu laſſen, was immer zu verſchiedenen
Uebelſtänden. Veranlaſſung giebt. Als ſie noch mit vielen Frohndienſten
beſchwert waren, und wenig Zeit hatten, ihre eigenen Felder zu bebauen:
ſah man oft die Frau des Mannes Dienſt verrichten, den Mann aber nach
der Frohnarbeit bis in die Nacht hinein auf ſeinem Felde thätig ſein. Ja
im Fall der Noth ſpannten ſie ſich ſelbſt vor die Egge, um den
ausgeſtreuten Samen unter die Erde zu bringen. Wer keinen Grundbeſitz
hat, ſucht als Handarbeiter oder Tagelöhner ſein Brod, oder nährt ſich
durch ein Handwerk. Daher giebt es unter den Wenden nur ſehr wenige
Bettler.

<pb n="88"/>

Téż Kraṅeṅo jo rėdke. Kheiżne Duṙe ha Stwé bȯjazṅe ṅezankaja, ha Zarodé
ha Dworé ṅeiſu ſtaroſcziẇe zaẇerane. Wo Żṅe, dżeż ſchitko na Polu je,
namaka Drȯhar huſto Kheiżu ha Dwȯr zwotżinane, hale nikoho doma, kiż bȯ
jom’ Kṙepku Wodé k napicżu podaw. Suli téż ƀez ṅimi, każ ſchudżom
drudżom, nėkotzi Hebakoẇe, kiż Bliſchoho Zamȯżeṅo z Łeſcżu na ſo
pżiṅeſcż czedża, da ſu tola zẇetża ſchiczé pżecżiwo ſebi ƀez Tajeṅa ha
zprawni, ha howe Swowo, ſamolutke Sluƀeṅo ma hiżcże wulke Pwacżeṅo. Suli
ſebi jȯnu Pżecżelſtwo ſlubili, da mȯże ſo krȯbłe jedén na druhoho
zpużcżecż ha wo wſchėch Wobſtejeṅach joho Pomoczé dowėricż. Tżaſto
widżiſch, zo ſebi z wutrobnei Luboſcżu Ruczé zawdawaju ha z powneje
Wutrobé praja: „Mȯi Bratziko!“ Hako Tżeladniczé ſu woni ruṅe tak deṙe
ſwojeje Wuſchiknoſcże dla, hako téż ſwojeje Swėrnoſcże ha Luboſcże dla
napżecżo ſwojim Kṅeżim ſchudżom znajomni ha pȯtani. Za lubuwanoho Kṅeza
zamȯża ſamo Cżėwo ha Żiweṅo zaſtajicż.

Każ Serbow Swėrnoſcz, tak jo téż jich Hozpodliwoſcz deṙe znata. Tolei jo
ṙané Namėrk jich Pṙedomnéch. Pżetoż wot tutéch ſo wė, zo Czuzowniczé ha
Dróhowaṙo w kȯżdém Doṁe Hozpodu ha kréte Blido namakachu. Hai, tak ważna
bė jim talei Winwatoſcz, zo tȯn, kiż ju wopokazacż ṅechaſche, za
ṅetżeſnoho dżerżané, ha joho Żiẇeṅo ha Zamȯżeṅo do Kwȯtbé date bȯ. Téż
dżencziſchi Dżeṅ widżiſch naijaczé domach na Blidże Klėb ha Sél z Rubom
wodżetei, ha woni dżėła tomu, kiż jich wopota, wot Nailėpſchoho ſobu,
żtoż maju. Na rȯcżne Tżaſé jo jim woſeƀe téż kȯżdé ṅeproſchené Czuznik
witané.

<pb n="89"/>

Auch der Diebſtahl iſt ſelten. Hausthüren und Gemächer werden nicht
ängſtlich verſchloſſen, Gärten und Höfe nicht ſorgſam veiwahrt. Zur
Erndtezeit, wo alles auf dem Felde iſt, findet der Reiſende öfters Hans
und Hof geöffnet, aber niemanden zugegen, der ihm einen Trunƀ Waſſer
reichen könnte. Wenn es auch unter ihnen, wie allerwärts, einzelne
Betrüger giebt, die mit Liſt des Nächſten Eigenthum an ſich zu bringen
ſuchen, ſo ſind doch die Meiſten gegen einander offen und ehrlich, und
das bloße Wort, das gegebene Verſprechen hat noch eine hohe Geltung.
Haben ſie ſich einmal Fieundſchaft zugeſagt, ſo kann ſich einer auf den
andern ſicher vexlaſſen und in allen Umſtänden auf ſeine Hülfe rechnen:
Oft ſieht man, daß ſie ſich mit herzlicher Liebe die Hände ſchütteln und
aus vollem Herzen ſagen: „Mein Bruder!“ Als Dienſtboten ſind ſie
ebenſowol wegen ihrer Anſtelligkeit, als auch wėgen ihrer Trene und
liebevollen Anhänglichkeit an ihre Herrſchaften allgemein bekannt und
geſucht. Für einen geliebten Herrn ſind ſie im Stande, Leib und Leben zu
wagen.

Wie die Treue der Wenden, ſo iſt auch ihre Gaſtfreundſchaft berühmt. Sie
iſt das ſchöne Erbe ihrer Vorfahren. Denn von dieſen weiß man daß Fremde
und Reiſende in jedem Hauſe Herberge und einen gedeckten Tiſch fanden.
Ja, ſo heilig war ihnen dieſe Pflicht, daß, wer ſie zu üben unterließ,
für ehrlos gehalten und für vogełfrei erklärt wurde. Auch heute noch
ſicht man gewöhnlich daheim auf dem Tiſche Brod und Salz, mit einem
Tuche bedeckt, und ſie theilen gern denen, die ſie beſuchen, von dem
Beſten mit, was ſie haben. Zu Feſtzeiten beſonders iſt ihnen auch jeder
nichtgeladene Fremde willkommen.

<pb n="90"/>

16. Serbow wȯtczné Krai.

Wėſch té tȯn Krai, dżeż ſlėborni ſo Żpreja,

Ha ṁeṅſche Rėtżki ſchwórtża po Boku?

Jón hordé Lės ha Horé wobrubeja

Wot Pówṅa jaſnoh’, k Raṅu, k Ẇetżoru.

Wėſch té mi Krai wot Hȯrkow pżecżeṅené

Ha Kwȯdku pwódnéch Żtomow zbożomné?

Żkit dweju Kratow na ṅón wupżėſtṙené

Jón kréje ha jo Mėra ẇeſowé.

Mó znajemó tón ṙeṅſchi Krai,

Mó wėmó jón, o hai, o hai!

To jo ta ſerſka Wużicza,

Ta pruſka ha ta ſakſonſka.

Wėſch té tón Krai, dżeż dżaknu Brózdu wora

Lud zpróczniwé ha pwodżi Zarodé?

Dżeż Khudé ſwoi Kruſchk ṅeſe z kóżdoh’ Dwora,

Ha ſchudżom nadeṅdżeſch Dom hozpodné?

Wėſch té mi Krai, dżeż Narod dobré, zprawné

So tżeſṅe kubẇe, zlutné, zpokoiné?

Po Duſchnoſcżach ha Pobożnoſczi zjawné,

Wo Kżiwdach cżichi, w Hoṙu zcżerpliwé?

Mȯ znajemó tȯn Lud, tón Krai,

Jich Hona, Wuki, hai, o hai!

Czeſch dobréch Ludżi naẇedżicż,

Do Serbow Kraja dérbiſch hicż.

Da kcżėi, da kcżėi, té Serbow ṙeṅſchi Krajo,

Kcżėi w Stroẇu, Zbożu, Moczé ṅezẇadwei,

Pod Hodleṙom na tebi zeirawajo,

Ha pod tei Krónu módnei, rucżanei!

Ha ſerſki Duch ha Kwalba ſerſkoh’ Ṁena

Ṅech ſwėcżi ſo każ Swónczo ṅeƀeſke,

Ha Luboſcz k Narodnoſczi zahoṙena

Ṅech Pwȯṁeṅa pżecz’ ẇetże dobódże!

Bóh ẇerſchné żonui Serbow Krai,

Ha miwé jomu Zbożo dai;

Kcżėw, Stroẇo Luda ſerſkoho,

Ṅech do Wėcżnoſcże kraſni ſo!

(Z Wėncza ſerſkich Zpėwow.)

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16. Der Wenden Vaterland.

Kennſt du das Land, wo ſilberklar die Spree rinnt,

Und kleine Flüßlein ſeitwärts murmelnd ziehn?

Umſäumet iſt’s in Pracht von Wald und Bergen,

Von Süden hin nach Oſten und nach Weſt.

Kennſt du dies Land? Durchzogen iſt’s von Hügeln,

Im Schatten ſeiner Bäume reich beglückt.

Beſchirmet wird’s vom Schilde zweier Herrſcher,

Und froh genießt’s des Friedens ſüße Luſt.

Wir kennen dieſes ſchöne Land,

Wir kennen es, o ja, o ja!

Es iſt die Lauſitz, Wendenland,

Die preußiſche, die ſächſiſche.

Kennſt du das Land, wo fetten Ackerboden

Ein mühſam Volk durchfurcht und Gärten ſchafft?

Wo jeder Hof dem Armen Gabe ſpendet,

Und überall du triffſt ein gaſtlich Haus?

Kennſt du dies Land, wo ſparſam und zufrieden

Ein braves Volk lebt und ſich ehrbar nährt,

Bekannt durch Edelſinn und Gottesliebe,

Geduldig, ſtill in Widerwärtigkeit?

Wir kennen dieſes Volk, dies Land,

Die Fluren, Wieſen, ja o ja!

Ins Wendenland muß eilends geh’n,

Will jemand gute Leute ſeh’n.

So blühe, blühe ſchönes Land der Wenden

In Glück, Geſundheit, unverwelkter Kraft;

Es hebt der Adler Preußens ſeine Schwingen,

Und Sachſens Rautenkrone grünt für dich!

Und Wendengeiſt und Ruhm des Wendennamens

Mag ſtrahlen immerfort wie Sonnenlicht,

Und unſre Liebe zu dem Wendenſtamme

Mag heißer brennen als der Flamme Gluth!

Gott ſegne unſer Wendenland,

Und ſchenk’ ihm Heil mit milder Hand,

Geſundheit, Glück für immerdar

Beſcheere Gott der Wendenſchaar!

<pb n="92"/>

17. Pżiſwowa.

1. Bė lėdém Nóchcż, ha bó z ṅoho Wȯchcż.

2. Bóle kwataſch, ṁeṅe móżeſch.

3. Bȯdż zṙadné, da ṅebudżeſch nidé żadné.

4. Tżim jaczé ſo pżikwaduẇe, tżim bóle ſo pali.

5. Déż Nuza z Duṙemi nutz dże, da Pżecżeło z Woknami won ſkakaju.

6. Dżeż jo dobra Mós, tam jo Ruma doſez.

7. Kaikiż Koṙeṅ, taiki Wukoṙeṅ.

8. Kóżdé jo tam nairodzjo, dżeż ma Ruṅa ſwojoho.

9. Kóżdé ma ſwoje Horé.

10. Lėṗe jo dotżakacż, hacż pokwatacż.

11. Modomu Dubei dérbiſch z Tżaſom Wowu cżecż.

12. Ṅeprawe Kubwo prawe ſobu zeżere.

13. Żtoż ſépaſch, to ṁełeſch.

14. Jaczé daſch, jaczé Nadé maſch.

15. Nicz bracż, hale dawacż jo ṙeṅe.

16. Żtoż ṅeznajeſch, za tém ṅeżadaſch.

17. Bojaznéch tżini Nuza króbwéch.

18. Kóṅ k Cżahu, Ptak k Lėtu[2]⁾, k Dżėwu Cżwojek.

19. Lóżo maſch, lȯżo daſch.

20. Żtóż bże, tón téż kraṅe.

21. Dżeż jo Nuza naiẇetża, tam jo Bóh naibliże.

22. Żtoż Cżwojek ſéje, to budże wón żnecż.

<pb n="93"/>

17. ♣Sprüchwörter.♠

1. ♣War ein Fingernagel kaum, und ward eine Elle draus.♠

2. ♣Je mehr du eilst, je weniger du kannſt. (Eile mit Weile!)♠

3. ♣Wer Ordnung hält, dem mangelt nie das Geld.♠

4. ♣Je mehr man zulegt, deſto mehr brennts.♠

5. ♣Kommt die Noth zur Thür in’s Haus, ſpringen die Freunde zum Fenſter
hinaus.♠

6. ♣Wo man ist gut geſinnt, dort ein Jeder Platz gewinnt.♠

7. ♣Wie die Wurzel, ſo der Schöſsling.♠

8. ♣Jeder ist dort am liebſten, wo er ſeines Gleichen hat. (Gleich und
gleich gesellt ſich gern.)♠

9. ♣Ein Jeder hat ſeine Berge.♠

10. ♣Beſser etwas weilen, als ſich übereilen.♠

11. ♣Einer jungen Eiche muſs man bei Zeiten den Kopf abhauen.♠

12. ♣Unrecht Gut frisst das gerechte mit auf.♠

13. ♣Was du aufschütteſt, das wirſt du mahlen.♠

14. ♣Je mehr du giebſt, deſto mehr Gnade haſt du.♠

15. ♣Nicht Nehmen, ſondern Geben iſt ſchön. (Geben iſt ſeliger als
Nehmen.)♠

16. ♣Was man nicht kennt, das begehrt man nicht.♠

17. ♣Furchtſame macht die Noth kühn.♠

18. ♣Das Pferd zum Ziehen, der Vogel zum Fliegen, zur Arbeit der
Menſch.♠

19. ♣Je leichter man es hat, deſto leichter giebt man es weg. (Wie
gewonnen, ſo zerronnen)♠

20. ♣Wer lügt, der ſtiehlt auch♠

21. ♣Wo die Notham gröſsten, dort iſt Gott am nächſten.♠

22. ♣Was der Menſch ſäet, das wird er erndten.♠

<pb n="94"/>

23. Kaikeż te Dżėwo, taika ta Zda.

24. Staréch dérbiſch tżeſcżuwacż.

25. Raṅſcha Żtunda ma Zwoto w Horcże.

26. Żana Rȯża ƀez Cżerṅow.

27. Lėṗe jedén Róƀel w Ruczé, każ Tuczént na Tzéſche.

28. Modéch Pilnoſcz jo Staréch Tżeſcz.

29. Samotna Kwalba ſṁerdżi.

30. Tutżna Kuchina tżini ſuchu Móſchṅu.

31. Téż z wulkeje Żklė jės z mawei Wżiczu.

32. Dżeż ſu wóſoke Horé, tam ſu huboke Dowé.

33. Nichtó ſo Miżter narodżiw ṅejo.

34. Żtóż ſo Bohu dowėri, kruté Dom ſei natwari.

<pb n="95"/>

23. ♣Wie die Arbeit, ſo der Lohn.♠

24. ♣Das Alter muſs man ehren.♠

25. ♣Morgenſtunde hat Gold im Munde.♠

26. ♣Keine Roſe ohne Dornen.♠

27. ♣Beſſer ein Sperling in der Hand, als ein Duzend auf dem Dache.♠

28. ♣Der Jugend Fleiſs iſt des Alters Ehre.♠

29. ♣Eigenlob ſtinkt.♠

30. ♣Eine fette Küche macht einen magern Beutel.♠

31. ♣Auch aus einer groſsen Schüſsel iſs mit einem kleinen Löffel.♠

32. ♣Wo hohe Berge ſind, da ſind tieſe Thäler.♠

33. ♣Niemand iſt als Meiſter geboren worden.♠

34. ♣Wer auf Gott vertraut, hat auf guten Grund gebaut.♠

Mawé Khatechismus.

Wo tém Ṁeṅe Bȯha Wȯtcza, ha Séhna, ha Ducha ſẇatoho. Amen.

1. Te ſchėſcz Wėrnoſcże, kotreż kȯżdé Cżwojek wėricż dérbi, déż cze
zbóżné bȯcż:

1. Zo jedén Bȯh jo, Ztworicżeṙ, Zdżerżicżeṙ ha Kṅeżicżeṙ ſchitkich
Wėczow.

2. Zo Bóh zprawné Sudnik jo, kotréż te Dobre wopwacża ha te Zwo
żtravuẇe.

3. Zo tȯn jedén Bȯh tzoji jo wo Parſchȯnach: Wȯtcz, Séhn, ha Duch ſẇaté.

4. Zo Bȯh Séhn, ta druha bȯizka Parſchȯna, jo cżwojetżu Naturu na ſo
wzaw, nas pżcz ſwoju Sṁercż na Kżiżu wumȯżicż ha wėcżṅe zbȯżnéch
ztżinicż.

5. Zo ta cżwojetża Duſcha ṅeſṁertna jo.

6. Zo boża Nada Kȯżdomu k Zbȯżṅoſczi trėbna jo, ba zo ƀez ṅeje nėżto
Zaſwużbne k wėcżnei Zbȯżnoſczi ſkutkuwacż ṅemóżemȯ.

<pb n="97"/>

2. Ta Wéra habȯ te japożtowſke Wėré-Wuznacżo:

1. Ja wėṙu do Boha Wȯtcza, ſchohomȯcznoho Ztworicżeṙa Ṅeƀes ha Zeṁe.

2. Ha do Jėzuſa Kréſtuſa, joho jednorodżenoho Séhna, naſchoho Kṅeza.

3. Kotréż podjaté jo ze ſẇatoho Ducha, narodżené wot Marije teje Kṅeżné.

4. Jo cżerṗew pod Ponczijuſom Pilatuſom, kżiżuwané, wumṙew ha poṙebané.

5. Jo k Helam dełe ſtupiw, na tzecżi Dżeṅ zas wot Mordwéch hoṙeſtanéw.

6. Jo zpėw do Ṅeƀes, ſeidżi na Prawiczé Boha ſchohomȯcznoho Wȯtcza.

7. Z tam budże pżincż ſudżicż téch Ziwéch ha Mordwéch.

8. Ja wėṙu do ſẇatoho Ducha.

9. Jenu ſẇatu khatȯlſku Czérkei, Zromadżijenſtwo téch Sẇatéch.

10. Wodawaṅo téch Rėchow.

11. Hoṙeſtacżo toho Ṁaſa.

12. Ha jene wėcżne Żiẇeṅo. Amen.

3. Tón ſẇaté Wotcze-naſch, habó tón Pacżeṙ toho Kṅeza?

Wotcze naſch, kiż té ſé w Ṅeƀeſach.

1. Sẇatoſcżene bódż twoje Ṁeṅo.

2. Pżindż k nam twoje Kraleſtwo.

3. Twoja Wola ſo ſtaṅ, każ na Ṅebju tak téż na Zeṁi.

4. Naſch ſchėdné Klėb dai nam dżenez.

5. Ha wodai nam naſche Winé, każ téż mó wodawamȯ naſchim Winikam.

6. Ha ṅeẇedż nas do Zpȯtuwaṅa.

7. Hale wumóż nas wot Zwoho. Amen.

<pb n="98"/>

4. Te jandżelſke Powitaṅo:

1. Strowa ſé Marija, Nadé powna, tȯn Kṅez jo z tobu.

2. Té ſé żonuwana ƀez témi Żȯnſkimi, ha żonuwané jo tȯn Pwȯd twojoho
Żiwota, Jėzus Kréſtus.

3. Sẇata Marija, Macżer boża, proſch za nas Rėſchnikow, nėt ha wo tei
Żtundże naſcheje Sṁercże. Amen.

5. Te Zpėwancżko, déż ſo Rano. Pżipówṅu ha Ẇetżor Klakaṅo cżeṗe:

1. Tȯn Jandżel toho Kṅeza jo pżiṅes Mariji te Pȯſelſtwo, ha wona jo
podjawa wot ſẇatoho Ducha. Strowa ſé Marija . . . .

2. Lei, ja ſém Swużownicza toho Kṅeza, mi ſo ſtaṅ po twojim Swoẇe.
Strowa ſé Marija . . . .

3. Ha te Swowo jo ſo Ṁaſo ztżiniwo, ha jo wo nas bȯdlṙwo. (Tu podérei ſo
na Wutrobu.) Strowa ſé Marija . . . .

6. Tei dwė Kazṅi teje Luboſcże:

1. Té dérbiſch Boha, twojoho Kṅeza, lubuwacż z czéweje twojeje Wutrobé,
z czéweje twojeje Duſche, z czéweje twojeje Moſé, ha ze wſchėch twojich
Moczow.

2. Té dérbiſch twojoho Bliſchoho lubuwacż każ ſo ſamoho.

7. Tei dwė Kazṅi teje Naturé:

1. Żtoż té ṅechaſch, zo bȯ ſo tebi wot jenoho druhoho ſtawo, to téż té
żanomu druhomu ṅetżiṅ.

2. Schitko, żto, wȯ czecże, zo bȯchu wam Ludżo tżinili, to tżiṅcże wȯ
jim téż.

8. Te dżeſacż boże Kazṅe?

1. Té dérbiſch jeno do jenoho Boha wėricż.

2. Té ṅedérbiſch te Meno boże newużitṅe ẇeſcz.

<pb n="99"/>

3. Té dérbiſch tón ſẇaté Dżeṅ ſẇecżicż.

4. Té dérbiſch Nana ha Macż w Tżeſczi mėcż, żo bȯ ſo tebi deṙe ſchwo, ha
té dowho żiwé bȯw na Zeṁi.

5. Té ṅedérbiſch morduwacż.

6. Té ṅedérbiſch Ṅetżiſtoté hnacż ha Mandżelſtwa wamacż.

7. Té ṅedérbiſch kranécż.

8. Té ṅedérbiſch valſchnoho Swėtzeṅa dawacż ṅapżecżo tẇojomu Bliſchomu.

9. Tė ṅedérbiſch pożadacż twojoho Bliſchoho Mandżelſkeje.

10. Té ṅedérbiſch pożadacż twojoho Bliſchoho Kubwa.

9. Te ṗecż Kazṅe teje ſẇateje Czérkẇe:

1. Te wuſtajene ſẇate Dné dżerżecż ha ſẇecżicż.

2. Kȯżdu Ṅedżėlu ha ſẇaté Dżen tu bożu Mſchu pobożṅe ſwȯſchecż.

3. Tȯn Pȯſt téch żtérczecżi Dnȯw, te żtwore ſuche Dné, ha druhe
pżikazane pȯſtne Dné dżerżecż; téż Pjatk (ha Sobotu) ſo Ṁaſa - Jėdże
zdżerżecż.

4. Za Lėto k naiṁeṅſchom’ jȯnu ſwojom’ praẇe poſtajenom’ Mėſchnikei ſo
zpojedacż, ha pżi jutrowṅém Tżaſu tȯṅ wȯſoczé ſẇaté Sakrament toho
Wowtaṙa z tżiſtei Wutrobu pobożṅe k ſebi bracż.

5. Wo zakazanéch Tżaſach żanoho Kwaſa habȯ kwaſnoho Ẇeſela ṅedżerżecż.

10. Te ſédém ſẇate Sakramenté:

1. Ta Kcżeṅeza. 2. Te Virmuwaṅo. 3. Tȯn ṅaiſẇacżiſchi Sakrament toho
Wowtaṙa. 4. Ta Pokuta. 5. Te poſłeṅe Woltjuwaṅo. 6. Ta mėſchniſka
Sẇecżina. 7. Te Mandżelſtwo.

<pb n="100"/>

11. Te ſédém wowne habó ſṁertne Rėchi:

1. Hovart habȯ Pȯcharſtwo. 2. Naramnoſcz. 3. Ṅetżiſtota. 4. Zawiſcz. 5.
Wożrawſtwo ha Wopiwſtwo. 6. Nėw. 7. Lėnoſcz.

12. Te ſchėſcz Rėchi do ſẇatoho Ducha:

1. Zważṅe na bożu Miwoſcz rėſchicż.

2. Na bożei Nadże zaczwȯbluwacż.

3. Tei zpȯznatei Wėrnoſczi ſo zṗedżicż.

4. Swojomu Bliſchomu bożu Nadu zawidżecż.

5. Napżecżo wużitném Napominaṅam zaſukwu Wutrobu mėcż.

6. Wo Ṅepokutnoſczi z Prėdkwzacżom woſtacż.

13. Te żtéri Rėchi, kiż do Ṅeƀes wowaju:

1. Prėdkwzate Zamorduwaṅo.

2. Tȯn nėmé habȯ ſodomitſki Rėch.

3. Te Podcżiżcżeṅo téch Khudéch, Wudowow ha Sérotow.

4. Te Wotcżahuwaṅo, Pżikrȯtzeṅo habó Hoṙeſtorkaṅo teje zaſwużeneje Zdé
téch Dżėwacżeṙow.

14. Te dżeẇecż czuze Rėchi:

1. K Rėchei radżicż.

2. Druhim rėſchicż kazacż, habȯ jich k Rėcham mȯċzuwacż.

3. Do téch Rėchow Druhich zwolicż.

4. Druhich k Rėchei zpȯtuwacż, wabicż ha zaẇeſcz.

5. Druhich Rėchi kwalicż, dobre prajicż, jim ſo ſṁecż.

6. K Rėcham Druhich ṁeltżecż.

7. Te Rėchi ṅeżtravuwacż, jim pżez Porſté ladacż, jo pżeṅechacż.

8. Na tém Rėſche Druhich ha na czuzém Kubłe Tėl bracż.

9. Druhich Rėchow zamojecż, zawadżecż ha zawodżewacż, zo ṅebȯchu
wonpżiſchli ha żtravuwane ṅebȯli.

<pb n="101"/>

15. Te tzi bóizke Pótſcziwoſcże:

1. Ta Wėra. 2. Ta Nadżija. 3. Ta Luboſcz.

16. Te żtéri wowne Pótſcziwoſcże:

1. Ta Mudroſcz. 2. Ta Pomėrnoſcz. 3. Ta Zprawnoſcz. 4. Ta Wobſtainoſcz
ha Krutoſcz wo Dobrém.

17. Te ſédém Pótſcziwoſcże, kiż tém ſédém wowném Rėcham napżecżo ſteja:

1. Ta Poniżnoſcz. 2. Ta Darniwoſcz. 3. Ta Tżiſtota. 4. Ta Luboſcz. 5. Ta
Pomėrnoſcz. 6. Ta Zcżerpnoſcz. 7. Ta Nutérniwoſcz wo Dobrém.

18. Te wowne Winwatoſcże kóżdoho Kżeſcziana:

1. Te Krałeſtwo boże ha joho Zprawnoſcz pȯtacż.

2. So ſamoho zaprėcż.

3. Swȯi Kżiż na ſo wzacż.

4. Za Jėzuſom krotżicż.

5. Pokorneje ha poniżneje Wutrobé bȯcż.

6. Swojich Ṅepżecżelow lubuwacż, jim Dobrotu tżinicż ha za ṅich ſo
modlicż.

19. Te woſém Zbóżnoſcże:

1. Zbȯżni ſu cżi Khudżi po tém Duchu: dokelż téchſaméch jo te Krałeſtwo
téch Ṅeƀes.

2. Zbȯżni cżi Pokorni: dokelż woni budża tu Zeṁu wobſénécż.

3. Zbȯżni cżi, kiż ſo rudża: dokelż woni budża trȯżtuwani.

4. Zbȯżni cżi, kotrémż ſo jėſcz ha picż cze teje Zprawnoſcże: dokelż
woni budża naſécżeni.

5. Zbȯżni cżi Miwoſcżiwi: dokelż woni budża Miwoſcz dȯſtacż.

6. Zbȯżni cżi, kiż jeneje tżiſteje Wutrobé ſu: dokelż woni budża Boha
widżecż.

7. Zbȯżni cżi Mėrni: dokelż woni budża Dżėcżi boże rėkacż.

8. Zbȯżni cżi, kiż Pżezczėhaṅo cżerṗa teje Zprawnoſcże dla: dokelż
téchſaméch jo te Kraleſtwo téch Neƀes.

<pb n="102"/>

20. Te naiwoſobniſche dobre Skutki:

1. So modlicż. 2. So pȯſcżicż. 3. Jamȯżnu dawacż.

21. Te ſédém cżėwne Skutki teje Miwoſcże:

1. Téch Wȯdnéch naſécżicż.

2. Téch, kotrémż ſo picż cze, napowacż.

3. Téch Nahich wobłekacż.

4. Téch Jatéch wumȯżicż.

5. Téch Khoréch wopȯtacż.

6. Téch Czuzéch hozpoduwacż.

7. Téch Mordwéch poṙebacż.

22. Te ſédém duchowne Skutki teje Miwoſcże:

1. Téch Rėſchnikow żtravuwacż, zo bȯchu ſo na prawé Pucż wobrȯcżili.

2. Téch Ṅewėdoméch rozwutżecż.

3. Tém Czwȯbluwaczém praẇe radżicż.

4. Za Żiwéch ha Wotemṙetéch ſo k Bohu modlicż.

5. Téch Zrudnéch trȯżtuwacż.

6. Kżiwdu zcżerpṅe zṅeſcz.

7. Tém, kiż nas roznėwali ſu, radé wodawacż.

23. Te tzi zczeṅſke Radé:

1. Samowolna Khudoba.

2. Staina Tżiſtota.

3. Samowolna, dozpowna Poſuſchnoſcz pod duchowném Wȯſchim.

24. Te żtéri poſłene Wėczé:

1. Sṁercż. 2. Sud. 2. Hela. 4. Ṅebjo.

Bȯdż kwałené Jėzus Kréſtus do Wėcżnoſcże! Amen.

Pżidawk.

♣I.♠ Nowe ſerſke Piſmiki.[3]⁾

♣i u e o a♠

i u e o a

♣ě (ė) y ó.♠

ė é ȯ.

♣ij uj ej ěj yj oj♠

ij ui ei ėi éi oi

♣ój aj.♠

ȯi ai.

♣iw uw ew ěw yw ow♠

iw uw ew ėw yw ow

♣ów aw.♠

ów aw.

<pb n="104"/>

♣j n nj, ń m mj, ḿ♠

j n ṅ m ṁ

♣r rj, ŕ v w, ł wj, ẃ♠

r ṙ v w ẇ

♣d t l h ch k♠

d t l, ł h, ch ch k

♣kh (ch) b bj, b́ p♠

kh b ƀ p

♣pj, ṕ z s š♠

ṗ z ſ, s ſch

♣ž c ć č.♠

ż cz cż tż.

♣f g.♠

f g.

<pb n="105"/>

♣kř (kš) př (pš) tř (ts)♠

kż pż tz

♣dź (dž).♠

dż.

♣ił uł eł ěł ył♠

iw uw ew ėw éw

♣oł ół ał.♠

ow ón aw.

♣J N Nj M Mj♠

♣j n ń m ḿ♠

♣R Rj V W, Ł Wj♠

♣r ŕ v w, ł ẃ♠

<pb n="106"/>

♣D T L H K♠

♣d t l h k♠

♣Kh (Ch) B Bj♠

♣kh (ch) b b́♠

♣P Pj Z S Š♠

♣p ṕ z s š♠

♣Ž C Ć Č.♠

♣ž c c č.♠

♣F G.♠

♣f g.♠

♣Kř (Kš) Př (Pš) Tř (Ts)♠

♣kř (kš) př (pš) tř (ts)♠

♣Dź (Dž).♠

♣dź (dž).♠

<pb n="107"/>

1. ♣Štóž so Bohu dowěri, kruty dom sej natwari.♠

♣(Wot kujeza Buka.)♠

♣Hanka bě jenitke dźěćatko khudej’, hale bohabojaznej’ staršej’. Jeje
luby nan bě so ji jara zahje ze zwěta minył. Jeje sprócniwa ha pobožna
mać pak wo swojim wudowstwje njewotpočuwaše anic wodnjo anic nocy, zo
móhła samu so ha swoju lubuwanu dźówčičku zežiwić. Wosebnje pak ju wona
horjećehnješe wo dźěćacej bohabojosći. „Přetož“ (rjekny wona husto k ni)
„ja sym khuda, lube dźěćo! ha njemóžu ći něhdy wjele zawostajić; joli zo
pak so ty Boha bojiš ha jomu stajnje swěrnje słužiš, da sy ty bohata
dosć; dokjelž potom jo njebjeski wótc twój nan ha wobstaraŕ.“♠

♣Hdyž bě Hanka dwanaće lět, skhorje jeje mać jara ćežcy. Ha runje tehdym
tyž boži wóheń wo wsy wuńdźe, kiž tak spěšnje woko so łóješe, zo wot
cyłeje wulkjeje wsy ničo stejo njewosta, dyžli někotre hubjene bróžnje.
Hanka měješe lědom khwilje, swoju whohu mać z płomjenja won hrabnyć ha
ju do jeneje tych zdźeržanych bróžni donjesć. Cyła jeje drasta ha wšitke
druhje jej’ zamóžeńčko, wšitko so z jeje khěžku sobu spali. Tu wbohu
khoru žonu pak napažechu stróželje, ha nazymnjenjo wo tej zymnej bróžni
ju tak přěwza, zo wona hižon na druhi džeń wumrje.♠

♣Nėt bě naša Hanka zawěrno khuda ha wot wšitkjeje čłoječeje pomocy
wopušćena syrota; přetož nichtó wo cyłej wsy njechaše habó njemóžeše so
nad njej smělić. „Mó sami žanoho wobódlenja wjacy nimamó“ <pb
n="108"/>słóšeše wona wšudźom prajić; „njech tebi Bóh tón Knjez pomha!“♠

♣Što chcyše, što měješe nět ta wboha, hubjena holčka započeć? Po
prošenju khodźić so wona hańbuwaše, ha dźěłać njemóžeše, dokjelž bě hač
do nětka jenoj do šulje khodźiła. Płakajo poda so wona k rowej swojeje
maćerje, ha žałosćiwši wopušći jón wona; žałosćiwši wopušći wona te
wupaleńšćo swojoho domu, ha dźěše pryč, njewjedźo, hdźe, k komu? Daloki,
daloki puć bě wona přejšła, do jenoho lěsa bě dójšła, ha tam so
zabłudźiła. Wječor so hižo přibližeše, ha wone bě pozdźe, ha přecy hišće
so ji nihdźe žadyn wukhad z toho lěsa njepokaza. Zrudna wo wutrobje,
mučna na ćělje ha hłodna — přetož wona cyły dźeń ničo jědła njehě —
lehny so Hanka spody jenoho štoma k wotpočnjenju, ha wusny. Z prěnim
ranja switanjom wona zasy wotuči. ha nět haklej widźeše wona cyło swoje
hubjeństwo před sobu; ha jeje duša so zastyskny. „Ach mój Božo ha mój
Knježje!“ zdychny wona, „cyły swět jo mje wopušćił, ja tu steju
samalutka, daloko wot ludźi, wosrjedź dżiwej’ zwěriny ha wo pustym,
hołym lězu: Božo, mój Božo, wšitka pomoc jo mje wopušćiła, chceš da tyž
ty mje wopušćić?“ — Ha tróšku wulóžena přez swoju modlitwu, džěše wona
pomólčku dale, pótajo wokoło so hladajey, hač njebó trjebaj někotre
jahodki namakała, zo móhła tola k najmjeńšom’ něšto pojèsć; přetož wona
bě njepoměrnje hłódna ha chcyše so ji žałosnje jara pić, tak zo dyrbjała
hjewak nimale zawutlić. Hdyž wona tak dżěše, da hlej na jene dobo
wusłóša wona njedaloko wot puća něšto ćežcy stonać; khwatajcy skoči wona
na tu stronu, zdźež tón hłós přińdźe, ha namaka tam jenu lišku ležo,
kotraž měješe nohi přetřělene <pb n="109"/>ha so z města hibnyć
njemóžeše. Z miłosćje hnuta wobhlada wona toho khoroho lěsnoho
stworjenja rany ha zawjaza je z mochom ha z trawu, tak derje hač so
hodźeše.♠

♣Ha bjez tym zo ẇona so tak wo to zwěrjo staraše, hladuwaše wone lubje
na nju, kaž bó so ji dźakuwać chcyło, ha wusuhwaše swój jazyk, kaž bó
sej cyrobu žadało. Ha z wutrobnym požaruwanjom zdychny Hanka: „Wbohje
zwěrjatko, twoje rany drje mózach ći zawjazać, hale cyrobu ći dać — to
ja hubjenje, wopušćene holčatko njezamóžu; přetož wo tejhlej dźiwinje
snadź šće sama hłodu wumrjeju.“ — Ha lědom bě wona tehlej słowa
wuprajiła, da padźe jene mordwe jehnjatko runje před tu lišku z lovta
delje. Postróžena zběže Hanka swojej woči ha wuhlada jenoh’ wulkoh’
krahonca wuše sebje, kiž bě te jehnjo něhdźe zhrabnył, ha dokjelž běše
je dalokò njesł ha joho mučne pazory tu ćežu wjac wobdźeržeć njemóžachu,
bě je jowhlej delje pušćić dyrbjał. —♠

♣Mjelčo, ha wšitko, štoš bě so tu stało, pilnje sej rozmóslo,
přihładuwaše Hanka, kak ta liška tu požadanu cyrobu žadosćiwje póžeraše.
Nět wuču wona polóžny tróšt wo swojej zastysknjenej wutrobje, ha
zdychuwaše k njebju hladajo: „Ně, mój Božo, ty mje njemóžeš wopušćić,
njemóžeš mi zawutlić dać, kiž ty te hubjene dźiwje zwěrjatko tak
wótcowscy nasyćeš!“ — Ha dopówni so tyž na jene spěwančko, kotrež jeje
njeboha mać tak husto wo struchłych ha zrudnych štundach bě spěwała.
Wona padźe na swoje kolena, ha zaspěwa z pobožnosću ha z połnej
dowěrnosću na bójzku pomoc:♠

<pb n="110"/>

♣„Hlej te ptački tam wo lovtach;♠

♣„Hlej te lilje ná polu:♠

♣„Ryba w wȯdźje, zẇěrjo w lěsu♠

♣„Maja swóju cyróbu.♠

♣„Tak so dowěŕ, čłoječe,♠

♣„Bohu; kiž će lubuwje!“♠

♣Ha lědom bě Hanka te poslenje słowa wuspěwała, da přiběža jedyn wulki
pos zezady njeje ha wali so na tu lišku; ha hnydym za nim wustupištaj
dwaj mužej wo zelenych drastach zezady khójnow won. Jedyn bě hajńk ha
druhi zdaše so joho knjez bóć. Wonaj běštaj tu lišku natřěliłaj ha ṅět
ju pótajo po jeje krawej čěŕi hač na tehlej město dójšiaj.♠

♣Hanka bě so teju dweju muži trochu pośtróžiła. Halé tón wosobniši stupi
přećelniwje k ni ha prašeše so jeje, kak jo tu do toho hłubokoho lěsa
přišła, ha što jo tu spěwała? Joho lubozne słowa přiwdachu ji tróšku
wjac króbłosćje, ha wona jomu poċa powjedać wšitko, štoš bě so z njej
stało, kak bė swoju mać lubuwała, ha kak potom ju zhuhiła ha tu do toho
dźiwjoho pustoho lěsa přišła bě; ha płakajcy prošeše joho; zo bó so nad
njéj smělił. Tón knjez, jedyn zemjan ze sušodstwa ha při tym čłojck
dobreje ha mjechkjeje wutroby, bě cylje hnuty při tymhlej powjedanju ha
z miłowosćje přěwźaty, khětřje pomasny wón do swojeje hajńkskjeje móšnje
ha poda tej holčćy něšto k jědźi ha wza ju potom sobu na swój hród. Jow
wón připornc̀i, zo bó wona wšelake domjace ha žonjace dźěła ha
wobstaranja nawnkła; ha staraše so za nju z wulkjej lubosću kaž prawy
nan čas swojoho žiwjenja. Ha hlej, tak tyž <pb n="111"/>so na Hancy
zwěrnosći, štož mó tak husto wo šuli słóšimó ha wo swjatym pismje
namakamó:♠

♣„Štóž so Bohu dowěri,♠

♣Kruty dom sej natwari.“♠

2. ♣Napominanjo za dźěći.♠[4]⁾

♣Moje dźěći! pósłuchajće na te słowa wašich staršich, ha skhowajće je
krućje do wašich wutróbow. Wšitkje te dny wašoho žiwjenja mějće Boha
před wočomaj ha wo wašich móslach, ha hladajće só, zo bós̀će nihdy do
hrěcha njezwolili, hale dźeržće te kaznje toho knjeza wašoho Boha.
Dawajće jałmóžnu wot wašoho kubła, ha njewotwobróćće waše wobličo wot
toho khudoho. Maće-li wjele, da dawajće bohaćje; maće-li mało, da
prócujće so tyž wót toho małoho rad sobudžělić. Warnujće so prócnje
přede wšej’ ńječistotu. Njedajće tej hordosci ženi na wažich móslach
habó wo wašich słówach knježič: přetož přez tu samu jo wšitke skaženjo
swój spočatk wzałó. Štóž jo wam někajkje dźěło činił, tomu dajće hnydym
joho zdu. Nječińće nihdy druhomu, štož wó nóchceće, zo bó so wam stało.
Dźělće waš khlěb z tymi hłódnymi ha khudymi, ha wodźewajće tych nahich z
wažej drastu. Pótajće přecy radu pola rozomnoho. Khwalće Boha kóždy čas
ha prošće joho, zo bó wón waše pućje rychtuwał, ha zo bóchu waše
prědkwzaća wo nim wostało. Njestarajće so z tyšnosću, moje dźěći! přetož
mó drje khude z̀iwjenjo wjedźemó, hale mó změjemó wjele dobroho,
budźemóli so Boha bojeć ha ws̀itkich hrěchow so zdaluwać. Ja was tu z tym
poručam do toho woeowskoho wobstaranja ha zwarnuwanja toho wšohomócnoho;
wěěnoho ha dobroho Boha.♠

<pb n="112"/>

♣II.♠ Piſmiki po Njadu zeſtajene (Buchſtabenfolge).

a b ƀ cz cż d dż e

♣a b b́ c ć d dź e♠

ė é f g h ch i j

♣ě y f g h ch i j♠

k kh l ł m ṁ n ṅ

♣k kh l l m ḿ n ń♠

o ȯ p ṗ r ṙ ſ s

♣o ó p ṕ r ŕ s♠

ſch t tz u v w ẇ

♣š t ts, tř u v w (ł) ẃ♠

z ż.

♣z ž.♠

a b c d e f g h i k l

♣a b c d e f g h i k l♠

m n o p q r ſ t

♣m n o p q r s t♠

u v w x y z.

♣u v w x y z.♠

<pb n="113"/>

♣III.♠ Znaṁeṅa k litżeṅu (Zahlzeichen, Ziffern).

0 1 2 3 4 5 6 7

♣I II III IV V VI VII♠

8 9 10 11 12 13 14

♣VIII IX X XI XII XIII XIV♠

15 16 17 18 19 20

♣XV XVI XVII XVIII XIX XX♠

30 40 50 60 70

♣XXX XL L LX LXX♠

80 90 100 500 1000.

♣LXXX LXXXX C D M.♠

♣IV.♠ Tżaſé (Zeiten).

Tedżeṅ ma 7 Dnów (eine Woche hat 7 Tage):

Ṅedżėla (Sonntag); Póṅdżėla (Montag); Wutora (Dienstag); Sṙeda
(Mittwoch); Żtwȯrtk (Donnerstag); Pjatk (Freitag); Sobota (Sonnabend).

Te żtéri lėtne Tżaſé (die vier Jahreszeiten):

Nalėcżo (Frühling); Lėcżo (Sommer); Nazéma (Herbſt); Zéma (Winter).

Lėto ma 12 Mėſaczow, habó 52 Ṅedżėlow, habó 365 Dnów; Mėſacz ma 30, téż
31 Dnów; Dżeṅ ma 24 Żtundow; Żtunda ma 60 Minutow. (Ein Jahr hat 12
Monate, oder 52 Wochen, oder 365 Tage; ein Monał hat 30, auch 31 Tage;
ein Tag hat 24 Stunden; eine Słunde hat 60 Minuten.)

Wulki Różk ma 31 Dnów (Januar hat 31 Tage).

Mawé Różk ma 28, téż 29 Dnów (Februar hat 28, auch 29 Tage).

Mėrcz ma 31 Dnȯw (März hat 31 Tage).

Hapérléja ma 30 Dnów (April hat 30 Tage).

Meja ma 31 Dnów (Mai hat 31 Tage).

Smażnik (Junijus) ma 30 Dnów (Juni hat 30 Tage):

<pb n="114"/>

Prażnik (Julijus) ma 31 Dnów (Juli hat 31 Tage).

Zṅeṅcz (Awguſt) ma 31 Dnów (Auguſt hat 31 Dnow)

Pożṅcṅcz (September) ma 30 Dnów (Sevtember hat 30 Tage).

Winowcz (Oktober) ma 31 Dnow (October hat 31 Tage).

Mėrcżincz (November) ma 30 Dnów (November hat 30 Tage).

Hodownik (Deczember) ma 31 Dnȯw (December hat 31 Tage).

21. Mėrcza jo ſei Dżeṅ ha Nócz ruṅa, kóżde po 12 Żtundach, ha Nalėcża
Zpotżatk. — 22. Smażnika jo naidlėſchi Dżeṅ (16 Żtundow ha 20 Minutow),
naikrotza Nocz (7 Żt. ha 40 M.) ha Lėcża Zpotżatk. — 24. Septembera jo
ſei Dżeṅ ha Nócz zaſé ruṅa ha Nazémé Zpotżatk. — 23. Deczembera jo
naikrótzi Dżeṅ (7 Żt. ha 40 M.), naidlėſcha Nócz (16 Żt. ha 20 M.) ha
Zémé Zpotżatk. (Den 21. März iſt Tag und Nacht gleich, jedes zu 12
Stunden und Frühlings Anfang. — Den 22. Juni iſt der längſte Tag (16
Stunden und 20 Minuten), die kürzeſte Nacht (7 St. und 40 M.) und
Sommers. Anfang. — Den 24. September iſt Tag und Nacht wiederum gleich
und Herbſtes Anfang. — Den 23. December iſt der kürzeſte Tag (7 St. und
40 M.), die längſte Nacht (16 St. und 20 M.) und Winters Anfang.)

♣V.♠ Pżikrȯtzeṅa (Abkürzungen.)

k Pż. = k Pżikwadei. — Pomėrk. = Pomėrkuwaṅo — St. Z. = Staré Zakoṅ. —
N. Z. = Nowé Zakoṅ. — Sẇ. = Sẇaté. — ſẇ. P. = ſẇate Piſmo. — Str. =
Strona. — w L. = w Lėcże. — t. r. = to rėka. — t. j. = to jo. — h. t. d.
= ha tak dale. — Kṅ. = Kṅez. — Kr. = Kral. — Tol. = Toleŕ. — Nſl. = nowé
Slėborné. — ſl. Kr. = ſlėborné Kroſch. — Now. = nowé Ṗeṅeżk.

z. B. = zum Beiſpiel. — Anm. = Anmerkung — Antw. = Antwort. — A. T. =
altes Teſtament. — N. T. = neues Teſtament. — h. = heitig. — h. S. =
heilige Schrift. — S. = Seite. — d. J. = dieſes Jahr. — d. h. = das
heißt. — d. i. = das iſt. — u. ſ. w. — und ſo weiter. — Hr. = Herr. —
Thlr. = Thaler. — Ngr = Neugroſchen. — Sgr. = Silbergroſchen. — Pf. =
Pſennig. — Köntgl. = Königlich. — ſ. = ſiehe. — vergl. = vergleiche. —
Cw. = Euer. — St. = Sanct. — N. S. = Na hſchrift. — Kap. = Kapitel. — V.
= Vers. — ♣L. S. = loco sigilli♠ (anſtatt des Siegels.)

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VI. Ṗeṅczé, Mėré ha Wichté (Münzen, Maße und Gewichte).

Toleṙ ma 30 nowéch Slėbornéch habó ſlėbornéch Kroſchow, = 24 dobréch
Kroſchow. (Ein Thaler hat 30 Neugroſchen oder Silbergroſchen, = 24 gute
Groſchen.)

Nowé ſlėborné Kroſch ma 10 ſakſkich habó 12 bramborſkich Nowéch. (Ein
Neugroſchen hat 10 ſächſiſche oder 12 preußiſche Pfennige.)

Schėſnak ma 16 dobréch Kroſchow, habó 20 nowéch Slėbornéch. (Ein Gulden
hat 16 gute Groſchen oder 20 Neugroſchen.)

Nórt ma 6 dobréch Kroſchow, habó 7 1/2 Nſl. (Ein 1/4 Thaler hat 6 gute
Groſchen oder 7 1/2 Neugroſchen.)

Wóchcż ma 2 Stowpai; Stowp ma 12 Ezolowz Czól ma 12 Linijow. (Eine Elle
hat 2 Fuß, ein Fuß hat 12 Zoll, ein Zoll hat 12 Linien.)

Klochter (Sażeṅ) Dṙewa ma 3 Wochcże po Dowhoſcżi, 3 Wochcże po
Woſokoſczi, 1 1/2 Wochcże po Schėrokcſczi. (Eine Klaſter Holz iſt 3
Ellen lang, 3 Ellen hoch, 1 1/2 Elle breit.)

Kȯrcz ma 4 Bėrtle, Vėrtel ma 4 Mėrczé, Mėrcza ma 4 Maſki. (Ein Scheffel
hat 4 Viertel, ein Viertel hat 4 Metzen, eine Metze hat 4 Mäßel. 12
Schffl. = 1 Malter; 2 Malter = 1 Wispel.)

Tuna ma 4 Bėrtle, Bėrtel ma 32 bramborſkich Khanow. (Eine Tonne hat 4
Viertel, ein Viertel hat 32 preußiſche Kannen oder Quart.)

Kopa ma 60 Żtukow habó 4 Mandle, Mandel ma 15 Żtukow. (Ein Schock hat 60
Stück oder 4 Mandeln, eine Mandel hat 15 Stück.)

Tuczent ma 12 Żtukow. (Ein Duzend hat 12 Stück.)

Por ma 2 Żtuczé. (Ein Paar hat 2 Stück.)

Czentnar ma 110 Puntow, Punt ma 32 Lutow, Lut ma 4 Kwentlow. (Ein
Centner hat 110 Pfund, ein Pfund hat 32 Loth, ein Loth hat 4 Quentchen.)

Kaṁeṅ ma 22 Puatow. (Ein Stein hat 22 Pfund.)

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♣VII.♠ Te Jedén-krótż-Jene

(das Ein-mal-Eins).

1 × 1 = 1 5 × 1 = 5 8 × 1 = 8

2 mal 2 iſt 4 5 mal 2 iſt 10 8 mal 2 iſt 16

2 mal 3 iſt 6 5 mal 3 iſt 15 8 mal 3 iſt 24

2 mal 4 iſt 8 5 mal 4 iſt 20 8 mal 4 iſt 32

2 mal 5 iſt 10 5 mal 5 iſt 25 8 mal 5 iſt 40

2 mal 6 iſt 12 5 mal 6 iſt 30 8 mal 6 iſt 48

2 mal 7 iſt 14 5 mal 7 iſt 35 8 mal 7 iſt 56

2 mal 8 iſt 16 5 mal 8 iſt 40 8 mal 8 iſt 64

2 mal 9 iſt 18 5 mal 9 iſt 45 8 mal 9 iſt 72

2 mal 10 iſt 20 5 mal 10 iſt 50 8 mal 10 iſt 80

3 mal 1 iſt 3 6 mal 1 iſt 6 9 mal 1 iſt 9

3 mal 2 iſt 6 6 mal 2 iſt 12 9 mal 2 iſt 18

3 mal 3 iſt 9 6 mal 3 iſt 18 9 mal 3 iſt 27

3 mal 4 iſt 12 6 mal 4 iſt 24 9 mal 4 iſt 36

3 mal 5 iſt 15 6 mal 5 iſt 30 9 mal 5 iſt 45

3 mal 6 iſt 18 6 mal 6 iſt 36 9 mal 6 iſt 54

3 mal 7 iſt 21 6 mal 7 iſt 42 9 mal 7 iſt 63

3 mal 8 iſt 24 6 mal 8 iſt 48 9 mal 8 iſt 72

3 mal 9 iſt 27 6 mal 9 iſt 54 9 mal 9 iſt 81

3 mal 10 iſt 30 6 mal 10 iſt 60 9 mal 10 iſt 90

4 mal 1 iſt 4 7 mal 1 iſt 7 10 mal 1 iſt 10

4 mal 2 iſt 8 7 mal 2 iſt 14 10 mal 2 iſt 20

4 mal 3 iſt 12 7 mal 3 iſt 21 10 mal 3 iſt 30

4 mal 4 iſt 16 7 mal 4 iſt 28 10 mal 4 iſt 40

4 mal 5 iſt 20 7 mal 5 iſt 35 10 mal 5 iſt 50

4 mal 6 iſt 24 7 mal 6 iſt 42 10 mal 6 iſt 60

4 mal 7 iſt 28 7 mal 7 iſt 49 10 mal 7 iſt 70

4 mal 8 iſt 32 7 mal 8 iſt 56 10 mal 8 iſt 80

4 mal 9 iſt 36 7 mal 9 iſt 63 10 mal 9 iſt 90

4 mal 10 iſt 40 7 mal 10 iſt 70 10 mal 10 iſt 100

100 mal 100 iſt 1000; 1000 mal 1000 iſt 1,000,000.

[1] ⁾ To jo: Bóh ẇerſchné pomhai!

[2] ⁾ To jo: k Lėtaṅu.

[3] ⁾ Nachſtehende neue ſogenannte „analoge Schreibweiſe“ iſt unter
Zuziehung und mit Gutheißung mehrerer gelehrten Slawen des Ausland’s
feſtgeſetzt worden.

[4] ⁾ ♣Tob.♠ 4.
